Sezession
28. Oktober 2009

Michael Haneke und „Das weiße Band“

Martin Lichtmesz

DasweisseBandDie Filme von Michael Haneke begleiten mich nun schon seit gut 15 Jahren.  Als Jugendlicher haben vor allem seine frühen, in Österreich gedrehten Filme großen Eindruck auf mich gemacht. Sie hatten schon damals den Ruf, alles andere als ein Vergnügen zu sein. Wer sich auf einen Haneke-Film einließ, begab sich auf eigene Gefahr in ein kaltes, freudloses, schmerzerfülltes Territorium.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Was einem dort begegnete, hinterließ oft einen unvergeßlichen Eindruck. "Bennys Video" aus dem Jahr 1992 handelte von einem sozialverwahrlosten Teenager, der sich in eine Video- und Computerspielwelt eingebunkert hat, in der er zunehmend den Kontakt zur Realität verliert. Eines Tages bringt er ein gleichaltriges Mädchen mit einem Schlachtschußapparat vor laufender Kamera um. Die größte Sorge der Eltern ist, den Vorfall möglichst gründlich zu vertuschen und die Leiche effektiv zu entsorgen. In seinem Kinodebüt "Der siebente Kontinent" (1989) zeigte Haneke den tristen, aber keineswegs ungewöhnlichen Tretmühlen-Alltag einer durchschnittlichen Mittelstands-Familie, den er in eine wahnsinnige Schlußsequenz münden ließ, in der die Protagonisten systematisch, beinah rituell, ihr Hab und Gut zerstören und schließlich gemeinsam Selbstmord begehen.

Psychologische Erklärungen wurden nicht mitgeliefert, ebensowenig wie ein utopistisch-befreiendes "Macht kaputt, was euch kaputt macht." Stattdessen ein rätselhafter Akt der radikalen Negation, der mir damals ungeheuer imponiert hat. Nicht zuletzt, weil sich darin ein profundes Unbehagen in und an der herrschenden Kultur ausdrückte und an der Welt, die mich nach meinem Schulabschluß erwartete. Es bestand kein Zweifel, daß Michael Haneke keineswegs davon überzeugt war, daß wir liberalen Wohlstandsmenschen in der besten aller Welten leben würden.

Darin folgte er den Meistern des gravitätisch-existenzialistischen Autorenkinos wie Robert Bresson, Michelangelo Antonioni oder Ingmar Bergman, zunächst als Epigone, heute als deren vielleicht letzter legitimer Nachkomme. Die österreichische Filmkritik mochte Haneke damals nicht besonders. Dem im schlechten Sinne konservativen Boulevard galt er als perverser Nestbeschmutzer, den cinephilen Snobs im Falter oder Standard als verklemmter kulturpessimistischer "Thesenfilmer".  Seine Anklage gegen den verrohenden Einfluß der Medien, seine dezidierte Ablehnung des Hollywood-Konsumkinos mit seiner selbstzweckhaften Spaß-Gewalt klang altväterlich und museal in einer Zeit, in der Quentin Tarantino auch unter Cineasten zur hippen Ikone wurde.

Haneke-Filme hatten in der Tat immer ein wenig den Beigeschmack intellektueller Konstrukte, waren Kopfgeburten, die bei allem technischen Können ihr Kalkül nicht verbergen konnten. Darin ist Haneke seinem dänischen Kollegen Lars von Trier verwandt, der ebenfalls Film für Film gezielt die Schmerzgrenze seines Publikums austestet. Der Schocker "Funny Games" (1997) war programmiert wie eine Maschine, bis an die Grenze zum Ärgernis.

Seit Haneke in Frankreich arbeitet, hat er das Schematische seiner frühen Arbeiten mehr und mehr hinter sich gelassen.  Das hat seine Kulturkritik plastischer, unmittelbarer, vieldeutiger hervortreten lassen. "Code: unbekannt" (2000) besteht aus einem Geflecht fragmentarischer Erzählungen, die um Motive wie Entortung, Entwurzelung, Identitätsverlust, soziale Entfremdung, die Fragilität menschlicher Bindungen kreisen. Die Protagonisten sind moderne Nomaden und Monaden, verloren im Chaos übervölkerter Großstädte und ihrer nervösen Anspannung und latenten Gewalt, die nicht zuletzt die Folge der "modernen Völkerwanderung" (Haneke), sprich der Masseneinwanderung und des Multikulturalismus ist.

Dieses Thema griff Haneke in "Caché" (2006) wieder auf: der gutbürgerliche, liberale Moderator einer Literatur-Fernsehsendung wird (scheinbar) von einem Algerier terrorisiert, der die Begleichung einer alten Rechnung fordert. Natürlich ging es hier um viel mehr: die Angst des weißen (hier: französischen) Mannes vor den aggressiven Ansprüchen der einstigen Kolonialisierten, die nun heftig an die Türe pochen, um ihren Anteil am Wohlstandskuchen einzufordern. Ich habe damals eine etwas (und wie ich heute finde: allzu) strenge Kritik in der JF geschrieben, in der ich die Vermutung aufgestellt habe, Hanekes nächster Film werde "wieder nur treten, was schon am Boden liegt".

Es scheint, daß ich damit gar nicht so falsch gelegen bin. Hanekes neuer Film "Das weiße Band",  preisgekrönt in Cannes und Anwärter für den Auslandsoscar, spielt in einem norddeutschen Dorf im Jahre 1913, das von rätselhaften, pathologisch gefärbten Gewaltakten heimgesucht wird. Kinder werden entführt und mißhandelt, Scheunen angezündet, tödliche Unfälle provoziert.  Täter und Hintergründe der Untaten bleiben im Dunkeln, doch scheint eine deutliche Spur zu den Kindern des Dorfes zu führen, die sich offenbar für erlittene pädagogische Züchtigungen und Demütigungen an Schwächeren gerächt haben.

Die internationale Kritik hat sich natürlich sofort auf die Interpretation gestürzt, daß Haneke hier die Genese des "Faschismus" aus dem Geiste der "schwarzen Pädagogik" darzustellen versucht hat. Inzwischen finden sich mehrere Interviews im Netz, in denen der Regisseur diese Absicht nachdrücklich bestreitet oder zumindest relativiert  - obwohl er dieser Deutung selbst bereits in den ersten Minuten des Films Vorschub geleistet hat, indem er den Erzähler der Geschichte anmerken läßt, seine Erinnerungen an das Dorf könnten "möglicherweise auf manche Vorgänge in diesem Land ein erhellendes Licht werfen".

Daß wie häufig bei Haneke eine These am Anfang stand, wird auch in einem Interview mit der Wiener Tageszeitung Der Standard deutlich:

Ich wollte zeigen, dass überall dort, wo Leid, Unterdrückung, Demütigung und Verzweiflung herrschen, ein Boden für die Empfänglichkeit von jeder Art von Ideologie bereitet wird. Aus einer Idee wird schnell Ideologie, wer der nicht entspricht, wird bestraft oder ausgegrenzt.

Andernorts erweiterte Haneke diesen Zusammenhang konkreter, und brachte sogar den Begriff "Terrorismus" ins Spiel:

Sie könnten heute theoretisch in einem islamischen Land einen Film über das gleiche Thema machen. Der würde dann zwar völlig anders aussehen, aber die Grundidee, die ich gerade erklärt habe, wäre dieselbe. Man hätte den Film auch, Stichwort Ulrike Meinhof, über den linken Faschismus machen können. Mich interessiert ja gerade der gemeinsame Nenner bei jeder Form von Terrorismus.

Mit diesen Kernaussagen Hanekes im Hinterkopf hat mich positiv überrascht, daß sich der Film viel weniger polemisch und didaktisch artikulierte, als zu befürchten war. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Darstellung des Erziehungssystems und der "repressiven" Gesellschaft weitaus bösartiger und zugespitzter ausfallen zu lassen. Haneke weiß nur allzu gut, daß die Kunst aufhört, Kunst zu sein, wenn sie ihre Botschaft zu dick aufträgt und aufdrängt, daß Filme mit einer allzu eindeutigen Aussage den Zuschauer eher einlullen als ihn beunruhigen, und daß Komplexität und Widersprüchlichkeit künstlerische Vorzüge sind.

"Das weiße Band" ist ohne Zweifel hervorragend gemacht. Ambiente und Habitus der Zeit sind überzeugend getroffen, die Besetzung von den erwachsenen Hauptdarstellern über die Kinder bis zum letzten Statistengesicht hinab könnte kaum perfekter sein.  Die Schauspieler sind stilsicher geführt, die Schwarz-Weiß-Fotographie von imponierender Brillanz.

Betäubt von so viel Können, Schauspielkunst und Atmosphäre hinterläßt "Das weiße Band" dennoch eine gewisse Frustration und einen üblen Nachgeschmack.  Am Ende der Vorstellung bleibt die Frage offen, wozu man sich nun all das angesehen hat.  Was ist etwa der Sinn, ein Erziehungssystem anzuprangern, das schon so lange untergegangen ist und das weit und breit kein Mensch mehr für verteidigungswürdig hält? Warum nun trotz aller aktuellen Bezüge der von Haneke angesprochenen Thematik einen Film in der spätwilhelminischen Epoche ansiedeln? Warum dieses Zurückrudern in eine Zeit, die sofern sie noch interessiert, heute alles andere als "umstritten" ist?

Ein jeder Film über die Geschichte ist immer vor allem ein Film über die Gegenwart, die sich im Spiegel der Vergangenheit ihrer selbst zu vergewissern sucht. Das gilt für Kommerzspektakel wie "Die Päpstin" ebenso wie für "Das weiße Band" .

Band

Die zum Teil überzogen rauschhaften Kritiken sind wohl ein Indiz, daß Hanekes Film Nerven berührt hat, die ins peinvolle Zentrum der deutschen Identität führen. Eine Pein, die freilich mit masochistischen Gefühlserregungen in Verbindung steht.  Vielleicht ist "Das weiße Band" tatsächlich ein "erzdeutscher Film über das Deutschsein", wie eine dänische Zeitung schrieb. Oder ein Film über "das deutsche Wesen", wie die Berliner Zeitung formulierte. Ein solches läßt sich heute offenbar kaum mehr anders als zutiefst problematisch und abgründig denken.  Daß die Kritik des Auslands, allen voran der USA, den Deutschen applaudiert, wenn sie wieder einmal ihre finstere Vergangenheit "aufarbeiten", versteht sich von selbst.  Und daß die Deutschen in ihrer eigenen angeborenen Verworfenheit schwelgen, ist ebenso vorhersehbar.

Dabei scheinen sich Macher, Publikum und Kritiker des Films zumindest un- oder vorbewußt einig zu sein, daß "die gute alte Zeit" bei all ihren eingestandenen materiellen und sozialen Härten schön war.  Wie sättigt die Kurrentschrift mit dem Film-Untertitel "Eine deutsche Kindergeschichte" das Auge! Wie wunderbar malerisch sind die gleißenden Schneedecken und die rauschenden weißgoldenen Kornfelder, wie hübsch sind die Festtagstrachten, wie grazil die Volkstänze, wie anheimelnd die Backsteinkirche, wie würdevoll und höflich sind die Umgangsformen, wie wettergegerbt-bäuerlich sind die Gesichter der Dorfbewohner (die man aus Rumänien importieren mußte), wie treudeutsch die Gesichter der blonden Kinder, wie adrett ihre Zöpfe und Frisuren, wie sauber ihre Grammatik und Aussprache!  Wir alle identifizieren das mühelos und mit einem Gefühl von Nostalgie als "deutsch", als "erzdeutsch", so schön, aber ach - so böse.

Genau aus diesem Zwiespalt zieht der Film seine Anziehungskraft. Denn das wissen wir doch alle, wie verflucht böse diese "typisch deutschen" Dinge doch waren, die Tugendhaftigkeit, die Pflicht, der Gehorsam, der Ordnungsinn, der Obrigkeitsglaube, wie eng und miefig und erdrückend die rustikalen "Heimaten", die von so vielen Kitschfilmen der Fünfziger Jahre verklärt wurden. Oder nicht? Diese Rezeption reicht von einer anonymen "Uschi", die im Gästebuch der offiziellen Netzseite des Films schreibt:

Ich bin froh, daß ein solcher Film über die Wurzeln des Übels, das von Deutschland ausging, aus Deutschland kommt. Dafür braucht es offenbar mehrere Jahrzehnte, uns die Augen zu öffnen, und einen mutigen Regisseur, dieses Thema genial zu verfilmen.

bis zu dem notorischen Old-School-Hitzewallungs-Linken Christian"Nomen est omen" Buß im Spiegel, der mit einer spürbaren Wollust in ausuferndern Spekulationen wie diesen schwelgt:

Stille Monster gebärt dieser Ort, dessen Name (Eichwald) Assoziationen an den Massenmordbürokraten Eichmann oder das Konzentrationslager Buchenwald nahelegt.

Das Dorf Eichenwald (sic), diese Monstrosität en miniature, ist Brutstätte der heranziehenden Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts.

Auf höherer Instanz hat sich die einschlägig vorbelastete Bundeszentrale für politische Indoktrinierung des Films mit einer begleitenden Broschüre für den Schulunterricht angenommen. Im Politologen-Blabla liest sich das dann so:

Der renommierte österreichische Regisseur Michael Haneke wirft in seinem streng inszenierten, in Schwarzweiß gedrehten Ensemblelfilm einen fast wissenschaftlich präzisen Blick hinter die Fassaden einer vom Protestantismus und autoritären Strukturen geprägten Gemeinde im wilhelminischen Deutschland. Mit einem ausgeprägten Sinn für das Detail deckt er so die Auswirkungen einer hierarchisch gegliederten Gesellschaft und ihrer autoritären Vorstellung von Kindeserziehung auf. Damit öffnet "Das weiße Band" auf anspruchsvolle Art auch den Raum für die Frage nach den historischen und politischen Folgen eines solchen Gesellschaftskonzeptes.

Ob es nun in der Absicht des Regisseurs lag oder nicht, hier wird einmal mehr die Gelegenheit ergriffen, sich auf Kosten der Vergangenheit ein gutes Gewissen zu verschaffen.  Da dient dann die in Hanekes Film gezeichnete Welt als Popanz, auf den man hindeuten kann, um die eigene Exzellenz nur umso heller erstrahlen zu lassen. Das ist umso absurder in einer Zeit, in der die Kindererziehung eher an zu wenig als an zuviel "Autorität" leidet, in der gerade die Erziehungsvernachlässigung und -verweigerung zu Verrohung, Persönlichkeitsstörungen und Gewalt bis hin zu Amokläufen führt.

Das sollte gerade ein Michael Haneke wissen, dessen Thema die "Kollateralschäden der Modernisierung" (Götz Eisenberg) sind, die er wie kein anderer Regisseur in Szene zu setzen vermag. Es ehrt ihn, daß er sich dessen bewußt ist:

taz: Also wäre das Problem heute überwunden, wenn wir auf nichtdisziplinäre Methoden setzen?

Haneke: Nein. Ich stamme aus der 68er-Generation und viele meiner Bekannten haben ihren Nachwuchs antiautoritär erzogen. Die Kinder hatten, als sie ins Erwachsenenleben eintraten, ziemliche Schwierigkeiten. Wenn ich mir heute ansehe, dass die Lehrer Angst vor den Schülern haben, kann das nicht richtig sein. Ich habe kein Rezept, wie man es besser machen kann. Liebe ist immer gut, aber Liebe allein ist zu wenig. Auch der Pfarrer liebt seine Kinder.

Und es ehrt Haneke als Künstler, daß er die "ideologische" Grundlage seines Filmes nicht allzu sehr in den Vordergrund gedrängt hat, und dem Zuschauer ausreichend Spielraum für ein eigenes Urteil gelassen hat.  Im Gegensatz zu Christian Buß kann ich etwa die im Detail sicher realistisch geschilderte Welt von "Das weiße Band" mit all ihren Härten und Schattenseiten keineswegs als "monströs" empfinden.  Man muß schon sehr naiv, sehr links und historisch ausgesprochen bewußtlos sein, um so zu denken.

Was aber nun die implizite Kernthese betrifft, die so viele Rezensenten verführt hat, so ist sie schlichtweg unhaltbar, und der Film kann sie keineswegs in dieser Zwangsläufigkeit plausibel machen. Die Reduzierung des "Faschismus" auf den organisierten Sadismus von geknuteten, triebunterdrückten Kindern (also waren nebenbei die "deutschen Täter" doch Opfer?) stammt aus der Alice-Miller-, Erich-Fromm-, Wilhelm-Reich-, Michel-Foucault-Mottenkiste der Sechziger und Siebziger Jahre, und war immer schon eher ein recht durchsichtiges antifaschistisches Lieblingsideologem der Linken als eine gesicherte historische Tatsache.

In dieser Logik würde Klara, die Tochter des Pfarrers, zwanzig Jahre später zu einer Ilse Koch werden, weil sie im Geiste (Haneke: "der Ideologie") des protestantischen Christentums erzogen wurde. Das ist im Grunde fast schon beleidigend plump.  (Denken wir an dieser Stelle auch daran, daß auch die semi-pornographische "Ilse Koch"-Legende im wesentlichen eine geschickt eingefädelte politische Fabrikation war). Ähnliches gilt für die ärgerliche und auch etwas alberne Reduzierung des "Terrorismus", sei es des islamistischen oder linksextremistischen, auf Erziehungszusammenhänge und Psychoschäden, wie Haneke in Interviews nahelegt. Das ist linksliberale Bequemlichkeit reinsten Wassers.

Es ist verwunderlich, daß kein Interviewer oder Kritiker bisher darauf den Finger gelegt hat.  Ebenso scheint niemandem aufzufallen, daß die im Film gezeigten pädagogischen Praktiken und sozialen Ordnungen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa des Jahres 1913 akzeptierter Standard waren.

Ohne den affektiven Mehrwert und das ergänzende ideologische Gefüllsel seiner Interpreten entpuppt sich "Das weiße Band" bei aller stupenden Kunstfertigkeit als zielloses Unterfangen,  dessen bewußte Ungreifbarkeit zur Nebelwand wird, und dessen sozialkritische Absichten ins Leere schlagen, weil sie keinen Gegner haben, den sie treffen könnten.  Hier machen sich deutlich Hanekes eigene 68er-Prägungen bemerkbar, und es wird sich zeigen, ob es genau diese Disposition war, die ihn von der  problematischen Gegenwart von "Caché" in die schon so oft kritisierte und verurteilte Welt von "Das weiße Band" flüchten ließ.

Immerhin haben beide Filme gemeinsam, daß sie soziale Pulverfässer kurz vor der Explosion zeigen.  Die Fixierung auf die Pulverfässer von Gestern kann allerdings einschläfernd und lähmend wirken. "Das weiße Band" bietet nur einen geringen Erkenntniswert für die Gegenwart, und gibt vielmehr denen ein gutes Gewissen und eine Genugtuung, die dabei sind, zum Teil ahnungslos, zum Teil fahrlässig die Pulverfässer der Gegenwart und der Zukunft zu stopfen.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


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