Seyran Ates fordert sexuelle Revolution für den Islam

Wenn Seyran Ates für ihre islamkritischen Einlassungen nun bedroht wird, ist das natürlich schlimm. Wenn Seyran Ates den Grünen für ihre kniefällige Moslemfreundlichkeit Doppelzüngigkeit vorwirft, hat sie natürlich recht. Ja, ja – schon gut. Nur ist mir die Rechnung, daß meines Gegners Gegner gleich mein Freund wäre, allzu simpel.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Aus meh­re­ren Grün­den erschei­nen mir die­ser Reflex (unter dem kei­nes­wegs nur dezi­dert Kon­ser­va­ti­ve lei­den!), Ates nun als Kron­zeu­gin des mul­ti­kul­tu­rel­len Irr­sinns zu prei­sen, als verfehlt.

Da wäre zum einen die nun allent­hal­ben zu hören­de Kla­ge, daß Frau Ates’ Öffent­lich­keits­flucht auf­grund von Dro­hun­gen “kei­nen” küm­me­re. Daß das nicht stimmt, kann leicht her­aus­fin­den, wer ein­mal die goog­le-news-Suche bemüht: Nicht nur Welt, Spie­gel und Deutsch­land­ra­dio berich­ten sehr wohl dar­über, in etli­chen reich­be­such­ten Blogs und Netz­fo­ren ist die femi­nis­ti­sche Kur­din The­ma Nr. 1, auch ihr Buch wur­de durch eine selbst­er­klär­te Mein-Bauch-gehört-mir Vor­kämp­fe­rin hym­nisch besprochen.

Es kann kei­ne Rede davon sein, daß Frau Ates (die 2005 den „Preis für Zivil­cou­ra­ge“ des Ber­li­ner Chris­to­pher Street Day ver­lie­hen bekam) von ihren deut­schen Kom­bat­tan­tin­nen im femi­nis­ti­schen Geis­te nun allein­ge­las­sen wür­de. Gewiß ist nur, daß einer auto­chtho­nen Deut­schen, die sich der­art abfäl­lig über den Islam äußer­ten, kein Groß­ver­lag und kein Feuil­le­ton die Türen öff­nen würden.

Selbst für nicht­mus­li­mi­sche Ver­hält­nis­se dürf­ten Frau Ates’ sexu­al­po­li­ti­sche Vor­stel­lun­gen als pro­gres­siv gel­ten. Im Inter­view mit Thea Dorn bekann­te die Allein­er­zie­hen­de ein­mal, um jeden Preis ver­hin­dern zu wol­len, daß ihre Toch­ter überhaupt„als Mäd­chen“ erzo­gen wür­de. Und daß sie in Kin­der­bü­chern sol­che Sei­ten, auf denen tra­di­tio­nell-deut­sche Fami­li­en­rol­len­mus­ter dar­ge­stellt wer­den, immer über­blät­tert. „Voll­zeit­müt­ter“, so klag­te Ates, „machen“ sie beson­ders gern „an“. Unmög­lich fin­det sie auch, daß es noch kei­ne Kin­der­gar­ten­pflicht auch für deut­sche Kin­der gebe. Hier kämpft eine an allen Fronten.

Vor zwei Wochen befrag­te sie eine Mode­ra­to­rin des Deutsch­land­ra­di­os zu einem ande­ren The­ma. Hier ging’s dar­um,  ob Deutsch als offi­zi­el­le Spra­che ins Grund­ge­setz auf­ge­nom­men wer­den sol­le. O‑Ton Sey­ran Ates:

Wir leben mit vie­len Kul­tu­ren, und das muß sicht­bar wer­den. Wenn schon, dann geht es dar­um, daß wir hier eine Inter­na­tio­na­li­tät zei­gen und ande­re Spra­chen eben­so ges­he­hen wer­den. Was ist mit Ita­lie­nisch, Spa­nisch, Grie­chisch, was ist mit den vie­len Asia­ten und schwar­zen Men­schen, die inzwi­schen auch in Deutsch­land leben? All die­se Men­schen füh­len sich neben Deutsch und Tür­kisch (weil Chris­ti­an Stö­be­le für die deut­sche Natio­nal­hym­ne auf tür­kisch plä­dier­te, E.K.) minderwertig.

Tja, wie nen­nen wir das? Um mit Sey­ran Ates (die seit ihrem sieb­ten Lebens­jahr in Deutsch­land wohnt, SPD-Mit­glied ist und früh & vehe­ment for­der­te, Deutsch­land müs­se Ein­wan­de­rungs­land sein) ) zu spre­chen: trau­rig. Natür­lich nicht so trau­rig wie die Tat­sa­che, das Tei­le der tür­ki­schen „Com­mu­ni­ty“ (wie Frau Ates gern sagt) nun die sexu­el­le Wider­ständ­le­rin bedro­hen. Genau dazu – und zwar, ohne ihrer Aus­sa­ge zu miß­trau­en – wüß­te man übri­gens wirk­lich gern Genaueres.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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