Diskussionsveranstaltung: Zündeln für den guten Zweck?

von Baal Müller

Es könnte ja auch mal so sein: Eine rechtsalternative Berliner Zeitung lädt in ihrem hauseigenen Café zu einer Diskussion über das Für und Wider des Anzündens von Autos.

 Gastbeitrag

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Seit eini­gen Jah­ren ist es in der Haupt­stadt näm­lich üblich, daß jeden Tag Autos abge­fa­ckelt wer­den, deren Besit­zer einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund haben – die Täter sind jun­ge Akti­vis­ten der rechts­aut­no­men Sze­ne, die auf die­se Wei­se gegen Über­frem­dung protestieren.

Gele­gent­lich gelingt es der Poli­zei sogar – trotz des ihr von der Regie­rung für die­se Art von Straf­ta­ten ver­ord­ne­ten Dees­ka­la­ti­ons­kur­ses –, einen Brand­stif­ter zu fas­sen, der jedoch oft genug straf­frei davon­kommt, da das “Zün­deln”, wie die Medi­en es ver­nied­li­chend aus­drü­cken, ihm nicht zwei­fels­frei nach­ge­wie­sen wer­den kann.

Die Dis­kus­si­ons­part­ner sind Ver­tre­ter der Frei­en Kame­rad­schaf­ten und Auto­no­men Natio­na­lis­ten, der diver­sen, mit staat­li­chen Gel­dern geför­der­ten Bünd­nis­se gegen Links sowie Poli­ti­ker von, z.T. an Regie­run­gen betei­lig­ten, Par­tei­en. Der Mode­ra­tor der rechts­al­ter­na­ti­ven Zei­tung hat ziem­lich viel Ver­ständ­nis für die hitz­köp­fi­gen jun­gen Men­schen, die Brand­stif­tung als Aus­druck legi­ti­men, wenn auch nicht unbe­dingt lega­len, poli­ti­schen Pro­tests anse­hen und dabei den größ­ten Teil des Publi­kums auf ihrer Sei­te haben.

Nicht wirk­lich durch­drin­gen kön­nen hin­ge­gen die Par­tei­en- oder Regie­rungs­ver­tre­ter mit ihrer halb­her­zig und defen­siv vor­ge­tra­ge­nen Spie­ßer­ar­gu­men­ta­ti­on (die ihnen viel­leicht sogar selbst etwas pein­lich ist), daß Brand­stif­tung ja eigent­lich ver­bo­ten sei, auch wenn sie einem guten vater­län­di­schen Zweck die­ne; ver­gli­chen mit dem schlag­fer­ti­gen Mode­ra­tor oder den enga­gier­ten jun­gen Leu­ten, die end­lich mal etwas tun, anstatt nur zu reden, wir­ken sie lang­wei­lig und blaß. Vom Publi­kum wer­den sie bes­ten­falls belä­chelt, wäh­rend die “Zünd­ler” laut­star­ken Applaus erhal­ten – sogar von sol­chen Gäs­ten, die zuge­ben, bei regie­rungs­na­hen Orga­ni­sa­tio­nen zu arbeiten.

So etwas gibt es nicht in Deutsch­land? Dann schau­en Sie mal hier – Sie müs­sen für “Über­frem­dung” nur “Glo­ba­li­sie­rung” oder “Kapi­ta­lis­mus” ein­set­zen und auch sonst eini­ge Begrif­fe aus­tau­schen, aber das ist nicht son­der­lich schwer …

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