Sezession
3. Dezember 2009

Larmoyanz und Verwesung

Gastbeitrag / 61 Kommentare

losgehtsvon Martin Böcker

Riechen wir noch nichts von der nationalen Verwesung? Auch Nationen verwesen. Deutschland ist tot. Deutschland müßte tot sein. Und wir hätten es getötet, wenn es wirklich in dem Zustand wäre, den wir herbeizittern: harmlos, wehrlos, alt.
Wie trösten wir uns -- wir, die wir totreden, was nur totzureden geht?

Die Nation fällt dem Prozeß der Verwesung dann anheim, wenn ihre Vertreter sich einhellig als Opfer stilisieren. Damit sind nicht die politischen Repräsentanten gemeint, vielmehr die Nationalstolzen. Letztlich sollen doch sie das Rückgrat sein. Versailles, die Vertreibung, Dresden, die "Befreiung". Fürwahr schrecklich, fürwahr erniedrigend, fürwahr aber das, was wir selbst auch schon konnten.

Trotz dieser großen Stürze hat sich das Volk in einem atemberaubenden Tempo erholt, friedlich wiedervereinigt und ist schon lange wieder das mächtigste in Europa. Denn Macht definiert sich ohne Zweifel über die Ökonomie und die Schlauheit der Politischen. Was hat also die Physikerin in Paris verloren? Was hat der Blonde gegen Erika Steinbach? Die Antwort ist einfach: Ich versteh’s nicht. Drauf geschissen. Das sind Erscheinungen an der Oberfläche. Die Größe der Nation liegt doch ganz woanders, in den Kräften, die in der Tiefe walten.

Diese ganze Larmoyanz, das Wühlen in Erniedrigungen und Gebietsverlusten, der permanente Selbstbeweis der eigenen Wunden löst da doch eifrig Widerwillen aus. Freilich gepaart mit Mitleid, so sind es doch die geistig Verwandten, die da jammern und trinken.

Es geht aber nicht nur um das Verhältnis zu den Nachbarn. Denn das sind nun mal unsere Brüder, und wir schätzen auch den Polen, den Angelsachsen und den Franzmann. Zumal sie mit ähnlichen Problemen kämpfen, wie wir. „Überfremdung“ heißt das Reizwort, das letztlich doch nichts anderes aussagt, als dieser Satz eines nordrhein-westfälischen Ministeriums: „Zuwanderung ohne Integration ist riskant für alle Beteiligten und deshalb ist Integration unverzichtbar.“ Die Wertung ist freilich eine andere.

Doch auch hier scheinen die Tränen des Selbstmitleids das nationale Selbstbewußtsein zu trüben. Damit soll nicht bezweifelt werden, daß einige Gegenden (scheinbar unrettbar) verloren sind. Der fehlende Respekt vor der deutschen Kultur, das Bestreben, sie durch die eigene zu verdrängen, ist mehr als nur ein Symptom, es ist schon eine Bedrohung. Aber durch wen? Wohl kaum von einer durchorganisierten, vom Eroberungswillen getriebenen Geheimorganisation von Islamisten. Die, die hier wohnen und als Bedrohung empfunden werden, sind selbst nur auf der Suche nach Identität. Ihnen diese zu geben, sie damit zu integrieren, wird doch wohl möglich sein.

Daher grenzt es an Defätismus, schon jetzt den Bürgerkrieg herbeizureden, schon jetzt von der mitteldeutschen Lösung zu träumen oder sich in politisch nicht durchsetzbaren Planspielen über die Abwanderung von Ausländern um Kopf und Kragen zu schreiben.

Deutschland verändert sich. So ist es immer schon gewesen. Im Bewußtsein über die Größe unserer Nation, der Stärke dieses Volkes verliert die Zuwanderung an Schrecken. Denn -- gutmenschlich relativiert -- der Fremde, der Zugewanderte ist ja nicht per se böse, häßlich und unrentabel. Moralisch, ästhetisch und ökonomisch entspricht sein arithmetisches Mittel durchaus dem unseren. Mit einem gelassenen nationalen Selbstbewußtsein und der daraus resultierenden Fähigkeit zur Konsequenz, kann Deutschland den Zugewanderten die Identität bieten, die sie ja selbst suchen.

Denn nicht der Fremde bedroht die Substanz, das Gegenteil ist der Fall. Bedrohlich ist also nicht nur der Selbsthaß von links, sondern auch das Selbstmitleid von rechts.

Schluß damit!


 Gastbeitrag

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Kommentare (61)

kolkrabe
3. Dezember 2009 09:59

Vielleicht sollte man Nietzsche endlich einmal ernst nehmen: Gott ist tot -- und die Entwertung der obersten Werte (wie z. B. die Entleerung des Wertes der "Nation") weder aufzuhalten noch gar rückgängig zu machen. Der "Nihilismus" ist keine Meinung oder Lehre, sondern mit Heidegger als seinsgeschichtliche Notwendigkeit zu begreifen. Da müssen wir eben durch. Ernst Jünger urteilte nüchtern, dass alle Versuche des 20. Jahrhunderts, auf den Mythos zurückzugreifen (Italien, Deutschland, Japan), scheitern mussten.

Vielleicht müssen wir weiter zurück - ins Anfängliche, Ursprüngliche, Vormythsiche, zu den Wurzeln des Menschseins - um neue Gestaltungskraft zu gewinnen. Anstatt weiter in der erloschenen Glut des Mittelalters und des 19. Jahrhunderts herumzustochern, sollten gerade wir Substanziellen nach Ansätzen Ausschau halten, die es erlauben, die Zukunft aus diesem Anfänglichen heraus neu zu gestalten. Verabschieden wir uns lieber vom frommen Selbstbetrug der Konservativen und der Poesiealbumslyrik vom Weiterreichens der Glut. Auch wenn der Schmerz unmesslich sein wird: Wir müssen da durch.

Hier treffen sich - ebenfalls frei nach Jünger (Die Schere) - die Aufgaben der Religion und der Kunst.

Gardeleutnant
3. Dezember 2009 10:00

Lieber Martin,

ich stimme dem Tenor Deines Beitrages zu.

"Daher grenzt es an Defätismus, schon jetzt den Bürgerkrieg herbeizureden, schon jetzt von der mitteldeutschen Lösung zu träumen oder sich in politisch nicht durchsetzbaren Planspielen über die Abwanderung von Ausländern um Kopf und Kragen zu schreiben."

- das ist wohlgesagt. Doch ein paar wichtige Ungenauigkeiten gilt es, zu korrigieren:

1. spricht doch niemand (?) von "Bürgerkrieg", geschweige denn, daß man ihn herbeireden wollte. Es geht um "Vorbürgerkrieg" als Metapher für einen Zustand, in dem die brD beginnt, zu zerfasern und (nicht territorial, sondern als Gemeinschaft) auseinanderzubrechen. Nach dem Entstehen einer breiten öffentlichen Opposition in den Sechzigern, der Formation von Subkulturen in den siebziger bis achtziger Jahren und schließlich dem Individualismus der vergangenen beiden Jahrzehnte ist völlige Defragmentierung nun die logische Konsequenz. In der Gesellschaft beginnen Gräben aufzureißen, was "wir" einerseits mir Argwohn oder Ablehnung beobachten können, weil Parallelgesellschaften entstehen und die öffentliche Diskussion über Schicksalsfragen immer weniger möglich ist (schlichtweg weil Massenmensch und elitär Gebildeter zunehmend nicht mehr die gleichen Begriffe verwenden und ein allgemein anerkannter Kanon dessen, was man gelesen haben und wissen sollte, um mitreden zu können, nicht mehr existiert). Andererseits ist ja auch das Projekt "Sezession" nur möglich und nur sinnvoll, weil diese gesellschaftlichen Schleuderkräfte da sind. Deshalb bedeutet für mich "Vorbürgerkrieg", daß Schluchten beginnen aufzureißen, die Lager voneinander trennen, wo sie bislang nur von Gräben geteilt waren. Welch ein Unterschied zwischen Kubitschek und Habermas! Kaum ein Unterschied zwischen Merkel und Ströbele.
Und deshalb heißt Hinz' Buch "Zurüstung zum Bürgerkrieg", nicht "Auf in den Bürgerkrieg!".

2. Wenn Du schreibst:

„Überfremdung“ heißt das Reizwort, das letztlich doch nichts anderes aussagt, als dieser Satz eines nordrhein-westfälischen Ministeriums: „Zuwanderung ohne Integration ist riskant für alle Beteiligten und deshalb ist Integration unverzichtbar.“ Die Wertung ist freilich eine andere.

dann klingt das in meinen Ohren, als hieltest Du Integration für eine grundsätzlich gute Sache. Korrigiere mich, wenn ich falsch liege. Ich halte solche Einstellungen auf der Rechten für fatal - wenn schon Einwanderung, dann nur als Assimilation, nie als Integration. Lieber schrumpfen wir uns gesund und leben mal ein paar Jahrzehnte mit 20 oder 30 Millionen Menschen (Deutschen!) weniger auf dem heutigen Staatsgebiet, als daß es uns als Volk, d. h. als Abstammungsgemeinschaft in 200 Jahren nicht mehr gibt. Dafür bin ich dann auch bereit, eine empfindliche Senkung des Wohlstandssniveaus in Kauf zu nehmen - und das sage ich als wohlstandsverwöhnter "Bequem-Wessi".
Daß wir eingewanderten Fremden eine Identität geben können, bestreite ich nachdrücklich. Und wenn doch, dann nur eine Identität, die nicht die meinige ist.

3. Nein, wir sollten nicht zuviel jammern. Aber wenn wir ganz aufhören zu "jammern", dann hören wir auf, auf Mißstände hinzuweisen und über ihre Abstellung zu diskutieren. Wenn wir nicht unseren Unmut darüber kundtun, daß "die Physikerin nach Paris fährt", dann bleibt konsequenterweise irgendwann nur noch der Rückzug in den Elfenbeinturm und in das Schweigen. Und da war die Rechte lange genug.

Thorsten
3. Dezember 2009 10:03

Erst Paulwitz bei der JF, nun Böcker bei der Sezession ...

Möglicherweise jammern die Nationalen zuviel. Dafür sollten aber gerade die Verständnis aufbringen, die in alternativer Reaktion auf die Realität und die Machtverhältnisse sich aktuell versuchen auf der Gewinnerseite zu positionieren. Und von der Position aus läßt sich freilich dumm daherreden. Leider nicht dumm genug, sonst würd der Blödsinn im taz-Blog landen. Drauf geschissen, um ein Zitat zu verwenden.

eo
3. Dezember 2009 10:07

Ein komischer
(nicht lustiger) sondern
ziemlich fragwürdiger Text -
nicht Fisch, nicht Fleisch. Jaja, alles
halb so schlimm, wenn man nur die Chancen
sieht, die sich aus der neuen ethnischen Zusammensetzung
eventuell vielleicht ergeben. So wie der Zwanziger
vom DFB, dem sie ein solches Projekt
übertragen haben, nämlich das
'neue Deutschland' schon
bald Wirklichkeit
werden zu
lassen
in Gestalt einer
Nationalmannschaft
à la francaise. Und wenn man
diese Entwicklung wohlwollend mit eim
'gelassenen nationalen Selbstbewußtsein' begleitet,
dann wird alles gut, oder wie oder was ?
Sicher, ohne Gelassenheit läßt
sich das Leben kaum
ertragen; aber
zuviel davon
macht nur
behäbig.

.exe
3. Dezember 2009 10:13

Ja merkwürdig, wie unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann. Denn im Bewußtsein über die Größe unserer Nation, der Stärke dieses Volkes gewinnt die Zuwanderung an Schrecken, jedenfalls für mich. Und natürlich bedroht auch der Fremde die Substanz, wenngleich hier noch nichts über Ursache und Wirkung gesagt ist. Das schauen Sie sich bitte an der Realität in Berlin, Frankfurt, Hamburg und vielen anderen Beispielen genau an. Aber was heißt das nun für uns Jammerlappen, daß wir uns wirklich jeder Realität (Wechselt die nicht von Dekade zu Dekade?) zu stellen haben? Soll das die Antwort auf unsere Fragen sein, daß wir die nationale Substanz der Tüchtigkeit deutscher Konzerne und Findigkeit politischer Winkeladvokaten überlassen müßen?
Ja doch, es mag politisch klug sein, sich einzurichten, die Ansprüche herunterzuschrauben, glaubhaft zu wirken, ein gefälliges Wort von ER zu ernten. Das ist vorzeigbar, damit läßt sichs leben. Aber haben Sie bitte Verständnis, daß diese Klugheit nicht jedem innewohnt. Und eine Maximalforderung, zur Geltung gebracht mit einem gutplazierten Faustschlag, ist gelegentlich einer ergebnisoffenen Endlosdiskussion vorzuziehen.
Ich hoffe sehr, daß das neue Leitbild der neuen Deutschen (Paulwitz/Stein) nur eine weitere, äußerst peinliche Episode bleibt. Und nein, Gelassenheit ist keine deutsche Eigenschaft – Gott sei Dank!

Herzlichst aus der ostdeutschen Provinz

kolkrabe
3. Dezember 2009 10:34

Rechts ist - ernsthaft betrachtet - weniger eine politische Kategorie, als vielmehr eine anthropologische. Es geht nicht um Meinungen, sondern um Entwürfe des Menschseins. Das ist die Basis, über die man sich zunächst einmal verständigen muss, bevor "politisch" argumentiert und diskutiert wird. Unterbleibt diese Grundlagenverständigung, sind die Nationalstolzen keine Jammerlappen, sondern Schwadroneure.

christian
3. Dezember 2009 10:34

Im Bewußtsein über die Größe unserer Nation, der Stärke dieses Volkes verliert die Zuwanderung an Schrecken

Wort drauf. schöner Satz. auf dass das deutsche Wollen weiterhin dem Weltgeist diene. vielleicht wird germanophilie ja neuer trend, immerhin lernen die Franzosen seit Tokio Hotel wieder gerne Deutsch.

Gardeleutnant
3. Dezember 2009 10:38

An Thorsten:

Die "Gewinnerseite" werden wir für Jahrzehnte noch nicht sein. Ich halte Ihren Vorwurf an Herrn Böcker für abwegig und weltfremd. Oder habe ich Sie falsch verstanden?

Thomas
3. Dezember 2009 11:29

Grundsätzlich Zustimmung, daß es auf der Rechen zuviel Larmoyanz, zuviel Selbstmitleid gibt. Allerdings muß man die richtige Balance halten. Rechte wissen nun mal, daß es die perfekte Welt niemals geben wird, daß der Mensch ein Mängelwesen ist und daß man deswegen keine Utopie für das Paradies auf Erden erstellen kann. Das darf freilich andererseits nicht dazu führen, daß man nur noch alles schwarz und negativ sieht. Aber eben auch nicht alles rosig und positiv. Eine realsitische Einschätzung der eigenen und der "Feind"lage sollte für Rechte selbstverständlich sein.

Gardeleutnant, es gibt schon einige Diskutanten hier, die in einen Bürgerkrieg herbeizusehnen schienen. In der naiven Erwartung, daß der deutsche Phoenix dann quasi automatisch aus der Asche steigen wird. Und ohne zu bedenken, daß das Chaos die Eigenschaft hat, chaotisch zu sein und einen völlig offenen Ausgang zu haben.

Der fehlende Respekt vor der deutschen Kultur, das Bestreben, sie durch die eigene zu verdrängen, ist mehr als nur ein Symptom, es ist schon eine Bedrohung. Aber durch wen? Wohl kaum von einer durchorganisierten, vom Eroberungswillen getriebenen Geheimorganisation von Islamisten. Die, die hier wohnen und als Bedrohung empfunden werden, sind selbst nur auf der Suche nach Identität. Ihnen diese zu geben, sie damit zu integrieren, wird doch wohl möglich sein.

So pauschal ist das falsch. Integration ist umso schwieriger, je größer der kulturelle Abstand zwischen Einwanderern und Autochthonen ist. Deswegen ist die Integration der Heimatvertriebenen, die der gleichen Sprach-, Volks- und Schicksalsgemeinschaft angehörten, relativ gut gelungen. Gerade mit muslimischen Einwanderern, sehe ich aber keine große Chance. Die haben sehr wohl Eroberungswillen. Das Angebot einer positiven deutschen Identität (die fraglos dringend notwendig ist), wirkt da bestenfalls bei Einzelnen. Kleiner Lektüretip: Die Rede Erdogan in Köln vom 13.2.2008

Thorsten
3. Dezember 2009 11:34

@Gardeleutnant

"Die „Gewinnerseite“ werden wir für Jahrzehnte noch nicht sein"

Eben. Vielleicht sogar nie. Aber manche können das offensichtlich nicht ertragen. Die einen jammern dann, die anderen wechseln nach und nach ins Gewinnerlager. Unerträglich wirds, wenn Letztere Erstere belehren wollen.

Toni Roidl
3. Dezember 2009 12:21

Einerseits - andererseits: Einerseits finde ich die lässig-joviale Bagatellisierung »... das wird doch wohl möglich sein.« ziemlich naiv. Andererseits hat er mit seinem Appell, sich mal gefälligst zusammenzureißen und nicht dauernd - ohje, ohje - alles längst verloren zu geben, wirklich Recht!

Tönnes Thielemann
3. Dezember 2009 12:44

Sehr geehrter Herr Böcker,

seit einiger Zeit lese ich Ihre Interviews und Beiträge für die JF. Ich halte sie für einen Gewinn.

Über den jetzigen Beitrag auf SiN, möchte ich mal sehr kurz eingehen:

Bedrohlich ist also nicht nur der Selbsthaß von links, sondern auch das Selbstmitleid von rechts.

Trifft zu.

Moralisch, ästhetisch und ökonomisch entspricht sein (der Zuwanderer) arithmetisches Mittel durchaus dem unseren.

Trifft nicht zu.

-

Worin besteht denn unsere "rechte" Schwäche? Was ist ihre Ursache?
Die rechte Rumheulerei kotzt mich an.

"Intergration" gibt es nicht, kann es nicht geben, wird es nicht geben. Die Türken werden Türken, die Italiener Italiener bleiben.
Assimilisation wird es noch weniger geben.

Nein "Deutschland" geht den Weg alles Irdischen. So einfach ist das, Herr Böcker. Das ist zudem ein weltweites Phänomen.

Zu retten gibt es nichts. Das ist kein Defätismus: Das ist die Aufforderung, in neuen politischen Formen zu denken. Die Zeit der Nationalstaaten ist vorüber. Punkt.
Neue politische Formen müssen voluntativer Natur sein. Missionarische Versuche, Deutschland im Ganzen noch einmal aufzuwecken, sollte man einstellen. Wer nicht will, der hat schon.

-

Was gilt heute als deutsch? Feigheit. Ängstlichkeit. Versteckt hinter Moralismus und Intellektualismus.
-
Ist das nicht gleichzeitig eine passende Beschreibung der deutschen "Rechten"?

Martin
3. Dezember 2009 13:10

Ein Advocatus Diaboli tut jeder Diskussion ganz gut und so verstehe ich zu einem Teil den Beitrag von Herrn Böcker.

Aber wenn er nicht zwischen München und Dresden pendeln würde sondern zwischen Kassel und Duisburg, dann würde er sicher von selbst auf die Idee kommen, dass man einen großen Teil seiner im Beitrag wiedergegeben Positionen evtl. noch Anfang der 80er Jahre hätte bejahen können - aber nicht kurz vor 2010.

Deutschland ist weit davon entfernt, souverän so gesattelt dazustehen, dass es der Deutschen Eiche wenig scheren könnte, welche Schweine welcher Herkunft sich an ihr reiben würden. Die Schweinchen reiben aber nicht mehr, sie fressen die Wurzeln an und die Saat auf.

Und das in Internet- Seiten wie hier auch mal ein gewisser Jammerton rüberkommt, liegt schlicht und ergreifend daran, dass die veröffentlichte Meinung immer mehr von der öffentlichen Meinung und der "gefühlten" Meinung vieler "rechter" abgewichen ist - aber das weis Herr Böcker sicher.

Insofern war das Projekt Sezession ja wohl auch als eine Form der "Gegenöffentlichkeit" von Anfang an geplant. Und das - wenn man sich endlich einmal auch Luft machen kann - das Pendel in der Anfangseuphorie über das Mittelmaß hinaus schwingen kann, ist logisch und daher eigentlich nicht der Rede wert.

Wichtiger ist, dass sich wohl tatsächlich in der letzten Zeit ein Hauch von Umschwung auch in der veröffentlichen Meinung zeigt. Ausgelöst durch die Sarrazin Debatte und jetzt verstärkt durch den Schweizer Volksentscheid zu den Minaretten. Es ist Zeit, dass man hier konsequent weiter arbeitet und sich eben nicht behäbig zurücklehnt und meint - alles wird gut.

Jeder, der eine "Soll-" Vorstellung hat, macht immer auch eine "Ist"- Aufnahme ... und die fällt in dieser heutigen Zeit nunmal aus konservativer, nationaler, rechter und auch liberaler Sicht so aus, dass man aufgeregtes Gerschrei aus diesen Kreisen voll nachvollziehen kann.

Nur eines zum Abschluss: Die Auffassung, das deutsche "Volk" (was jetzt: Volk, Nation, Land, Staat?) sei aufgrund seiner Ökonomie und auch aufgrund einer nicht pointiert auftretenden Kanzlerin das mächtigste "Volk" in Europa ist schlicht naiv ... absolut unterirdisch sogar und eines Autors, der hier veröffentlicht, nicht würdig.

Thorsten
3. Dezember 2009 13:44

@Thomas

Wer in der Integrationsdiskussion Vergleiche zwischen fremdländischen Negern und Muselmanen mit Deutschen Heimatvertreibenen bemüht, kann weiß Gott nicht ganz dicht sein. Unabhängig davon ob noch Unterschiede ausgemacht werden oder nicht.

Die Heimatvertriebenen waren integriert. Sie waren "Teil des Ganzen", das man Deutschland nennt. Sie mußten sich also nicht mehr in das Ganze einfügen, sondern das Ganze wurde neu geordnet, weil der Raum kleiner geworden war. Setzt doch die Musels und Neger gemeinsam mit den Restdeutschen zwangsweise in eine Wohnung auf kleinstem Raum, wie es mit den Heimatvertrieben gemacht wurde. Wird so die Integration funktionieren? Mit den Heimatvertriebenen hat dies genau so funktioniert weil sie integriert waren.

Schumann
3. Dezember 2009 14:12

Vor kurzem kam was von der Kositza nach dem Motto "Der Türke hat Recht oder so", dann von Paulwitz in der JF ("Rösler ist eigentlich ein pima neuer Preusse, nicht?") und jetzt das hier nach dem Motto "ist doch alles schick, wo ist denn das Problem Mann"...
Defätisten! Geht doch einfach nach Hause. Es ist vorbei.

BK
3. Dezember 2009 14:39

der Fremde, der Zugewanderte ist ja nicht per se böse, häßlich und unrentabel. Moralisch, ästhetisch und ökonomisch entspricht sein arithmetisches Mittel durchaus dem unseren. Mit einem gelassenen nationalen Selbstbewußtsein und der daraus resultierenden Fähigkeit zur Konsequenz, kann Deutschland den Zugewanderten die Identität bieten, die sie ja selbst suchen.

Ich glaube nicht, dass das arithmetische Mittel der Zugewanderten dem unsrigen entspricht, da eben nicht unselektiv X % eines fremden Volkes zu uns gewandert sind, sondern zumeist die, die sich hier eine ökonomische Verbesserung erhoffen. Viele der Zugewanderten hätten ohne Schulbildung, ohne Ausbildung auch in ihrer Heimat kaum Arbeit gefunden. Nun sind sie bei uns. Die Statistiken zu Arbeitslosigkeit, Hartz IV und Kriminalität, die für zugewanderte (Kultur)-Fremde weitaus höhere Zahlen zeigen, unterstreichen dies.
Auch bezweifle ich, dass ein Großteil der Zugewanderten eine neue Identität sucht. Wenn jemand als Kind türkischer Eltern in Deutschland geboren wird, türkisch erzogen wird, großteils in der türkischen Kultur aufwächst, einen türkischen Namen hat, vielleicht auch Moslem ist, dann wird sich derjenige wohl in erster Linie selbst als Türken sehen und auch die Mehrheit der Deutschen wird ihn wohl nicht als einen der ihren sehen, gleichgültig, welchen Pass er hat. Wieso sollte derjenige seine türkische Identität ablegen wollen? Er genießt die Vorteile Deutschlands und bleibt eben Türke. Warum sollte er umdenken wollen, vor allem in der jetzigen demographischen Lage?
Der Glaube, man könne seine Identität einfach so ablegen und sich eine neue überstreifen, scheint mir eher nachkriegsdeutsches Wunschdenken zu sein. Mir fällt außer deutschen Berufsbetroffenen à la Stephan Kramer vom ZdJ auch kaum jemand ein, der dies ernsthaft wollte. Ich habe einen italienischen Freund, der in Deutschland geboren ist und akzentfrei Deutsch spricht. Trotzdem sieht er sich mit der größten Selbstverständlichkeit als Italiener. Nur ist das in so einem Fall weniger problematisch, da es hier doch weitaus mehr kulturelle Gemeinsamkeiten gibt.

Thomas
3. Dezember 2009 15:18

@Thorsten

Wer in der Integrationsdiskussion Vergleiche zwischen fremdländischen Negern und Muselmanen mit Deutschen Heimatvertreibenen bemüht, kann weiß Gott nicht ganz dicht sein. Unabhängig davon ob noch Unterschiede ausgemacht werden oder nicht.

Unsinn. Der Vergleich ist eine Methode durch die Gemeinsamkeiten oder Unterschiede erkannt werden sollen.

Die Heimatvertriebenen waren integriert. Sie waren „Teil des Ganzen“, das man Deutschland nennt. Sie mußten sich also nicht mehr in das Ganze einfügen, sondern das Ganze wurde neu geordnet, weil der Raum kleiner geworden war.

Nur daß dieses Ganze kein uniformer Block war, innerhalb dessen man die Menschen nach Belieben hin- und herschieben konnte, wie man Möbel zusammenrücken kann, wenn man in einen Raum eine Zwischenwand einfügt. Deutschland bestand schon immer aus Stämmen, die vieles gemeinsam hatten, zwischen denen aber auch beträchtliche Unterschiede bestanden. Eine protestantische Königsbergerin war keineswegs schon bei ihrer Ankunft in ein katholisches Schwarzwalddorf integriert. Auch heute wäre eine Gruppe Südtiroler, die nach Schleswig ziehen würden, dort nicht sofort integriert.

S.R.
3. Dezember 2009 15:59

Sehr geehrte Herr Böcker,

Das Wichtigste wurde ja bereits von meinen Vorrednern aufgegriffen. Ein paar Aspekte möchte ich dennoch hinzufügen:

Die von Ihnen kritisierte Larmoyanz der Rechten ist in der Tat ein beklagenswerter Zustand, den es zu ändern gilt. -Der einzige Teil Ihrer Analyse dem ich zustimmen möchte. Den Rest kann ich allerdings leider nur mit einem Kopfschütteln quittieren.

Wie kommen Sie dazu, über den Zuwanderer zu behaupten:

Moralisch, ästhetisch und ökonomisch entspricht sein arithmetisches Mittel durchaus dem unseren.

Die, die hier wohnen und als Bedrohung empfunden werden, sind selbst nur auf der Suche nach Identität. Ihnen diese zu geben, sie damit zu integrieren, wird doch wohl möglich sein.

Kommen Sie endlich weg von ihrem Vorurteil, gelungene Integration sei allein von der Haltung der Deutschen oder gar "der Rechten" abhängig!

.

Überhaupt: Wie können Sie den mythischen Gehalt der Zugehörigkeit zu einem Volk so gewaltig unterschätzen? Die Vaterlandsliebe entspringt tieferen Wurzeln, als bloßer materieller Geborgenheit oder einer oberflächlichen Zugehörigkeit zur Alltagskultur.

Ihre Kritik der rechten Larmoyanz hätte enden müssen in einem grandiosen Aufruf, endlich Anstehendes anzupacken und eigene Visionen zu verwirklichen. Sind Sie nicht soeben selbst Teil eines solchen Projektes geworden?

So aber hinterlassen Sie bei mir, um ehrlich zu sein, nur Ratlosigkeit.

Die von Ihnen beklagte Trauer - und daraus resultierende Unfähigkeit, politisch wirkmächtig zu sein, wie es einem wahrhaftig rechten politischen Flügel entspräche, - beruht doch in der Auswegslosigkeit, "das Ganze" noch retten zu können.
Um diesen Zustand zu überwinden, werden allerdings keine "Weichspüler" benötigt, sondern Visionäre mit der Bereitschaft, den "Kern des Alten/Bewahrenswerten" in neue Formen zu überführen

.

Natürlich kann man versuchen, an dem "neuen Deutschland" Merkels & Laschets mitzuarbeiten. Ich halte es für eine absolute Kraftverschwendung in eine Struktur, der ich auf Dauer jegliche Überlebensfähigkeit abspreche.

Zuletzt noch Eines:

Denn Macht definiert sich ohne Zweifel über die Ökonomie und die Schlauheit der Politischen. Was hat also die Physikerin in Paris verloren? Was hat der Blonde gegen Erika Steinbach? Die Antwort ist einfach: Ich versteh’s nicht. Drauf geschissen.

Täusche ich mich, oder liefern sie nicht schon mit der Fragestellung eine gänzlich andere Antwort? Natürlich haben wir es hier mit den Ausgeburten einer "Ökonomie und Schlauheit des Politischen" zu tun. Es sind allerdings nicht die Interessen des Deutschen Volkes, die hier vertreten werden. Darf man sich nun darüber nicht mehr beklagen?

Wie weit wollen Sie selbst noch formen, wie weit Subjekt/ Herr der Lage bleiben, Herr Böcker?

Rudolf
3. Dezember 2009 16:37

Moralisch, ästhetisch und ökonomisch entspricht sein arithmetisches Mittel durchaus dem unseren.

Hinsichtlich dem Grad der Zivilisiertheit, der Bildung, des Vermögens ist der Durchschnittszuwanderer sicher nicht ebenbürtig mit dem Durchschnittsdeutschen.

Ich hätte wahrlich gehofft, solchen Unfug auf "rechten" Seiten nicht vorfinden zu müssen.

Torsade
3. Dezember 2009 17:35

Dieser Artikel war überfällig, auch und gerade hier. Und es gibt gute Gründe, einen Nihilismus, gleich welcher Ausprägung, ob mythisch verklärt oder psychopathologisch übersteigert, zu hinterfragen. Ist dieser, auch im unterstellten Sinn Nietzsches, doch nur eines: ein Bekenntnis der Unfähigkeit im Angesicht von Vergangenheit und Gegenwart konkrete Visionen für eine Zukunft zu entwerfen.

Der auch im Umfeld des IfS nur bestürzend zu nennende Mangel an konkret verfassten wirtschafts-, sozial-, gesundheits- und umweltpolitischen Entwürfen für ein zukünftiges Deutschland offenbart dieses Unvermögen. Der Verweis auf einen „Vorbürgerkrieg“ oder „Überfremdung“ ist dann auch ein jämmerlicher Ersatz und Nihilismus wohlfeil: eine nur allzu bequeme Flucht vor dem Konkreten.

Und in Anbetracht der bisherigen Kommentatoren, ein Ausweg, welcher offensichtlich ausschließlich dem männlichen Geschlecht vorbehalten ist. Es ist auch kaum zu erwarten, dass Mütter ihren Kindern die in den Kommentaren prophezeite Zukunft wünschen. Auch dürften jenen Kommentatoren persönliche Erfahrungen mit den Konsequenzen des von ihnen Vorhergesagten, ja Herbeigesehnten, und sei es auch nur in Anfängen, fehlen. Die Meinung von Frau Kositza zu ihren konkreten Erwartungen in diesem Zusammenhang würde mich durchaus interessieren.

Für alle Anderen mag Alfred North Whitehead ein Ansporn sein:

Familiar things happen, and mankind does not bother about them. It requires a very unusual mind to undertake the analysis of the obvious.

Et tu, Sezession
3. Dezember 2009 18:14

Aha, das ist jetzt also die neue Mode. Angebliche Rechte erklären den rückständigen Jammerern, daß alles gar nicht so schlimm ist und man ja ohnehin nichts ändern kann. Einwanderung ist ein Naturgesetz, Integration ist kein Problem, sondern die Lösung (was auch immer es dann an deutschsprechenden, gebildeten, steuerzahlenden Eskandari-Grünbergs, Kolats und Mazyeks auszusetzen gibt) und ethnisch definierte Staaten sind was für Juden, aber niemals was für Europäer, womöglich noch Deutsche.

Ich weiß nicht, wie intensiv Herr Böcker bisher versucht hat, Ömer und Abimbola irgendwelche Identitäten anzudrehen, aber ich bin mir fast sicher, daß sich das bisherige Engagement im Rahmen hält. Bleibt die Frage, ob wir Salonrechte so viel dringender brauchen als Salonlinke.

Aber man muß es positiv sehen - die neu entstehenden Politszenen sind schon originell. Fassen wir kurz zusammen:

Antiislampopulisten/PI: Überfremdung ist schon in Ordnung, solange alle ihr Kopftuch absetzen und pro-amerikanisch und pro-israelisch werden.

Paulwitz: Überfremdung ist schon in Ordnung, so lange "die neuen Deutschen" "Klapprechner" statt "Laptop" sagen.

Böcker: Überfremdung ist schon in Ordnung, die deutsche Volksgruppe innerhalb der BRD und die anderen Menschenimland müssen sich nur eine gemeinsame Identität einreden; und wenn der Young Leader des American Council on Germany, äh, Verteidigungsminister, deutsche Soldaten für seine globalistischen Freunde schickt, dann soll er bitte so richtig schön staatsmännisch und patriotisch tun, damit man von Adel, Tapferkeit, Krieg und so romantischem Zeug träumen darf. Das tröstet über den Rest hinweg.

Arminius
3. Dezember 2009 18:14

Na, die Linkslenkung der 'Neuen Rechten' schreitet aber eifrig voran.

Vor allem geht's ja schließlich um's Mitverdienen, gell?

Mit diesen Aussage ist die Grenze zum Defaitismus weit überschritten:

Daher grenzt es an Defätismus [...], sich in politisch nicht durchsetzbaren Planspielen über die Abwanderung von Ausländern um Kopf und Kragen zu schreiben.

Deutschland verändert sich. So ist es immer schon gewesen. Im Bewußtsein über die Größe unserer Nation, der Stärke dieses Volkes verliert die Zuwanderung an Schrecken. Denn – gutmenschlich relativiert – der Fremde, der Zugewanderte ist ja nicht per se böse, häßlich und unrentabel. Moralisch, ästhetisch und ökonomisch entspricht sein arithmetisches Mittel durchaus dem unseren.

Deutschland hat sich ethnisch stets sehr langsam, unfreiwillig und unter strenger Auswahl verändert. Die jetzige Zukunft jedoch wird so aussehen, dass sich eine Zeit lang noch eine deutschstämmige Oberschicht wird halten können, die Unter- und Mittelschicht wird sich eifrig wegmutieren. In 100 Jahen wird Deutschland in allen gesellschaftlichen Ebenen nicht mehr von Russland zu unterscheiden sein. Das kann einem egal sein. Man ist ja gebildet. Man gehört ja zur Elite und glaubt seine Schäfchen im Trockenen. Mir ist und bleibt es nicht egal.

Zu kritisieren ist an der Rechten nicht das von Herrn Böcker imaginierte Jammern, sondern ihr Mangel an Trotz.

Mit besten Grüßen
Ein Unversöhnlicher

Rene Hoffmann
3. Dezember 2009 18:21

Auf den Punkt, viel zu selten gesagt -Danke.

Et tu, Sezession
3. Dezember 2009 18:34

PS: Wenn Herr Böcker und Herr Paulwitz schon mal vom Overton-Window gehört hätten, würden sie vielleicht begreifen, wie falsch solche Artikel sind, selbst wenn man allen Ernstes solche Meinungen vertritt. Man kann ja seine Meinung sagen, aber die Ansichten eines großen Teils der eigenen Leute als völlig abwegig darzustellen und die herrschende Ideologie als gottgegeben und beinahe schon wünschenswert (nur noch ein paar Korrekturen nötig), ist ein starkes Stück.

Aber sehr praktisch für den Gegner, wenn Rechte eifrig dabei mithelfen, den Gedanken, daß Deutschland ja eigentlich auch das Land der Deutschen sein könnte, aus der Kategorie "radikal" in die Kategorie "undenkbar" zu verschieben.

Schönen Dank auch!

Et tu, Sezession
3. Dezember 2009 18:35

https://en.wikipedia.org/wiki/Overton_window

Honoré de la Canardière
3. Dezember 2009 18:36

Ob Deutschland schon tot ist, glaube ich nicht. Eher sehe ich es als ein Feuer ohne Flamme, Glut unter der Asche ist immer noch reichlich genug da, kann aber auch jederzeit endgültig erlöschen.
Was das Verhalten bestimmter Politiker angeht – ein Volk hat auch die Politiker, die es verdient hat – denke ich an diesen Spruch aus dem griechischen Altertum: Die Götter blenden diejenigen, die sie ins Verderben stürzen wollen. Meinen die Götter es so schlecht mit Deutschland?

Andere Frage: Wenn so wäre - wenn so ist, ist es auch ein Grund, um sich den Multikulturalismus anzubiedern? Wie einer auf der JF-Blog schrieb: „Zuwanderung ist eine Tatsache, wie Rauschgifthandel und Umweltzerstörung auch“. Auszug aus meinem Kommentar:

« Ich kann mich sehr wohl an eine Versammlung der Studiengruppe (G.R.E.C.E.) um Alain de Benoist erinnern, als er der Multikulturalismus („le multicommunautaire“, Nebeneinander von Kulturen) als Tatsache hinnehmen wollte.
Dann hat ein flämischer Gelehrter eingegriffen, der ruhig und in einwandfreiem Französischen die entgegengesetzte Meinung vertreten und die Zustimmung des ganzen Saales für sich gewonnen hat. Stichwort: Reconquista. Aus der spanischen Wiedereroberung ist festzustellen, daß es um einen langwierigen und langatmigen Vorgang geht.
Was besonders hierzulande (und allgemein in Europa) fehlt ist einfach der politische Wille.
Die Zeiten können sich ändern, es müßte viel schlimmer werden als es schon ist. Der Kapitalismus und seine Schergen werden dafür sorgen, daß das Volk mit fettem Bauch weiter dösen kann. Ob das ihm immer gelingt, ist die Kernfrage. »

Erstaunlich, daß zwei CDU-Politiker vor ein paar Jahren bei der Christiansen dem grünen Volker Beck laut sagen konnten: „Multikulti ist gescheitert“; der verdutzte Schw. konnte sogar nur zustimmen. Einige Zeiten später wiederholte sogar die Physikerin den Spruch, und was haben wir jetzt: Multikulti ist im rechten Lager angekommen…

Kopfschütteln…

Nehmen wir den Fall „Rösler“. Glaubt irgend jemand im Ernst, daß dieser Mensch deutsch empfinden und somit handeln kann? Ich jedenfalls nicht. Das hat mit Intelligenz überhaupt nichts zu tun. Übrigens erhalten die Ostasiaten bei IQ-Tests noch bessere Werte als die Europäer (dazu- auf Französisch, aber nur einen Blick auf die Weltkarte werfen: https://www.polemia.com/pdf/differencesdesraces.pdf

Aber darum geht es auch nicht; hier sind wir nicht auf der geistigen Ebene, sondern auf der seelischen; die deutsche Seele bestimmt ein deutsches Denken. Wer nach Ausschwitz wagt es noch „deutsch“ zu denken? „Rösler“ kann es sowieso nicht, und die anderen (Physikerin, Blonder und Co.) wollen es nicht mehr.

Viel triftiger als die Beiträge von den Herren Böcker und Paulwitz (JF der letzten Woche) fand ich den eines sächsischen Politikers namens J.G. auf dem Internetauftritt seiner Partei, die so viele schaudern läßt. Manchmal denke ich, gegen Multikulti ist diese Partei mit den furchterregenden drei Buchstaben die einzige glaubwürdige Alternative.

Zusatzfrage: Kann ich selbst denn deutsch empfinden? Entschieden ja, denn im Gegensatz zu „Rösler“ habe ich viele deutsche Vorfahren, und damit sind nicht nur die Franken aus dem 7. Jahrhundert gemeint!

NS. Ich habe den Böcker-Aufsatz am frühen Morgen zum ersten Mal gelesen, aber je mehr die Zeit vergeht, desto mehr frage ich mich, ob das wirklich ernstgemeint war.

Jeder weiß aus seiner Pfadfinderzeit oder seinem Wehrdienst, daß der Geist sich unheimliche und unglaubliche Sachen in der Dunkelheit vorstellt. Jetzt ist die dunkle Jahreszeit da, bald kommen dann die rauhen bzw. geweihten Nächte. Das ist nicht einfach. Die deutsche Volksseele wußte dabei von märchenhaften Erzählungen zu berichten; andere mögen sich beim Schnaps oder Rauschgift trösten, aber dieser Aufsatz, dieser Aufsatz…

Harry
3. Dezember 2009 18:38

Die deutsche Rechte ist völkisch verseucht.

Mehr "Unfug" bitte.

Tönnes Thielemann
3. Dezember 2009 19:54

Zu den rechten Jammerlappen und Heulsusen, Wasch- und Klageweibern (mich eingeschlossen!): Seid Ihr zu DUMM oder zu FEIGE um zu verstehen, welcher EINZIGE Weg, die Situation Deutschlands noch zu ändern, bleibt?

Oder seid Ihr alle zu fett, zu satt, zu weichlich, zu egoistisch? - Unglückliche, aber satte und warm gebettete Sklaven?

Alle politische Veränderungen sind getragen von Gewalt oder vom Willen zur Gewalt. Nur und alleine. Da ihr und ich diesen Kampf offensichtlich nicht führen wollen, da jeder für sich glaubt, zuviel zu verlieren zu haben, müssen wir uns auch davon verabschieden, im Ganzen etwas zu verändern. Mit Deutschland ist es absehbar zu ende. Und wir werden nichts daran ändern. Mit einem ungeheuren Aufwand vielleicht Marginalien.

Was ist also statt dessen zu tun?
Es bleibt sich (privat!) zu organisieren und abzuwarten, bis die aussichtslose finanzielle Lage der westlichen Welt sich auszuwirken beginnt. Martin Böcker hat ganz recht: Man sollte aufhören, den Bürgerkrieg herbeizusehnen. Er wird nicht kommen, wenn man ihn nicht selbst anfängt. Nur die Rechte hat dabei zu gewinnen, alle anderen zu verlieren. Deswegen wird er von anderen nicht ausgehen. Sie werden ALLES tun, um ihn zu verhindern. Und sollte er doch wider erwarten ausbrechen: Ein solcher Bürgerkrieg wird dann nur zwei Parteien kennen; die Welt gegen die deutsche Rechte. Das kennen wir schon. Selbst im Niedergang würden der Bundesrepublik unendliche Personal- und Geldmittel im Kampf gegen Rechts zur Verfügung stehen.
Handyortung, Kommunikationsüberwachung, Videoüberwachung, Autobahnkennzeichenermittlung, Finanzüberwachnung? HumInt? Was glaubt ihr wohl, wie die Chancen stünden?

Genauso haben Böcker und Paulwitz (in der JF) unrecht, sich noch aktiv zum Positiven der Bundesrepublik zu beteiligen? Was soll das bezwecken? Das wären doch maximal Tröpfchen auf einem kochendheißen Stein. Man wird mit ein paar tausend Lesern nichts verändern, gar nichts. Weder die Sezession, noch die JF; ob angepaßt oder gradlinig.

Zur Lagebeurteilung ist langsam genug vorgetragen worden. Ein Entschluß muß her. Und der kann nur lauten, sich bereits heute so zu organisieren, wie es morgen erforderlich sein wird um zu selbständig zu überleben; und zwar ohne dabei dem niedergehenden System allzusehr auf die Füße zu treten.

Bleibt Euch treu: SEZESSION! - Oder ist das nur ein SCHÖNER Name? Es wird Zeit, die Loslösung vom Alten umzusetzen.

kolkrabe
3. Dezember 2009 19:58

Zur Moral, Ästhethik und Ökonomie von Durchschnittsdeutschen und Durchschnittszuwanderern:

Mit Verlaub, aber wie schaut denn der Durchschnittsdeutsche heute aus? Vollgefressener Dauerglotzer, konsumbetäubter Heimatloser, Ausbeuter staatlicher Leistungen, oft genug ein Leistungsverweigerer, zu bequem zum Denken, zu dumm zum rechten Handeln, infantil in allen wesentlichen Lebensregungen, seiner Muttersprache bis zur Kotzgrenze entfremdet und kulturell entwurzelt bis zur Sinnlosigkeit. DAS ist der Durchschnittsdeutsche, liebe Leute.

Wir könnten von Glück reden, wenn der Durchschnittszuwanderer, der ja zunächst meist durch eine gewisse Urwüchsigkeit, existenziellen Hunger und ungezügelte Vitalität Schlagzeilen macht, dieser Verhausschweinung bald ebenfalls anheimfällt. Dann hätte man von ihm genauso wenig zu befürchten wie vom Durchschnittsdeutschen.

Philipp
3. Dezember 2009 20:14

Das Problem des Deutschen Volkes ist, daß es ohne Führung ist. Eine Deutsche Führung würde zur Genesung des Deutschen Volkes führen. Ein gesundes Deutsches Volk würde zu einem blühenden Europa führen. Ein blühendes Europa würde eine freie und glückliche Menschheit bedeuten.

Es gibt Kräfte, die das nicht wollen. Darum schwächen sie bewußt die Völker, insbesonder sein schlagendes Herz.

Die Führungslosigkeit ist nur möglich, weil die Menschen "falschen Idealen" anhängt und sich so irreführen lassen. Der widernatürliche Weg führt zu Schwäche und Niedergang.

Ich darf einmal aus dem Schlußwort des von mir verfaßten Werkes Welt im Wandel zitieren:

Die Menschheit kann also weiter etwas von "Gleichheit" und "Toleranz" faseln und gleichzeitig sich auf jede erdenkliche Art und Weise gegen alles Natürliche wenden. Wann immer sie das aber tut, leugnet sie ihr höchstpersönliche Identität.
Diese Selbstkasteiung wird auf Dauer von der Natur allerdings nicht geduldet. Langfristig wird nur eine Menschheit überleben, die die natürlichen Prinzipien akzeptiert und nach ihnen lebt.
Die Frage ist also nicht, ob die Menschheit sich wieder in die natürliche Ordnung einfügt und ihre Vollendung in Harmonie findet, sondern wann und unter welchen Umständen sie das tut.
Die Natur ist von großer Geduld und verzeiht viele Fehler. Sie beläßt es anfangs bei kleineren und größeren Signalen und Lektionen, wenn gegen ihre Ordnung verstoßen wird. Hilft auch das nichts, greift sie jedoch korrigierend ein. Schließlich kann sie die entrückte Menschheit vergehen lassen und - vielleicht Äonen später - eine neue, natürlichere Menschheit entstehen lassen und ihr eine zweite Chance geben.
Es liegt an den Menschen selbst, welchen Weg sie wählen. Denn sie haben noch immer die Wahl. Werden sie sich weiterhin für den schmerzhaften Weg wider die Natur wenden, und daran schließlich zugrundegehen?
Oder werden sie endlich die Prinzipien der Persönlichkeit und der Verschiedenheit anerkennen und in gegenseitigem Respekt auf den Weg schöpferischer Kreativität zurückkehren?
Es liegt an Ihnen.

Vulture
3. Dezember 2009 20:14

Böckers Einstellung ist nicht die schlechteste. Einige unausgegorene Stellen in seinem Text, ja. ...Und?

Es ist halt nicht jeder Weißmann und Scheil, also Wissenschaftler. Bei Böcker kommts wohl mehr "von Herzen". Immer locker bleiben Jungs.

Vulture
3. Dezember 2009 20:41

Tönnes Thielemann

Zur Lagebeurteilung ist langsam genug vorgetragen worden. Ein Entschluß muß her. Und der kann nur lauten, sich bereits heute so zu organisieren, wie es morgen erforderlich sein wird um zu selbständig zu überleben; und zwar ohne dabei dem niedergehenden System allzusehr auf die Füße zu treten.

GENAU! Handlungsfähigkeit muss hergestellt werden. Alles andere ist Geistesgeschwurbel. Dieses hat HIER seine Berechtigung, weil ohne Denker die Qualität leidet. Aber unser einer gibt sich damit nicht zufrieden. Glück Auf!

Franz
3. Dezember 2009 21:59

Ich bin leider schon zu radikalisiert, um mich hier noch arrangieren zu können mit diesem Staat. Meiner Meinung nach liefert die von unseren "Volksvertretern" betriebene Politik schon lange die Legitimation sich auf Artikel 20/4 GG zu berufen (Lissabonvertrag etc.).

"Trotz dieser großen Stürze hat sich das Volk in einem atemberaubenden Tempo erholt, friedlich wiedervereinigt und ist schon lange wieder das mächtigste in Europa. Denn Macht definiert sich ohne Zweifel über die Ökonomie und die Schlauheit der Politischen."

Wo liegt unsere "Macht"? Ist unsere Aussenpolitik unabhängig?

"Diese ganze Larmoyanz, das Wühlen in Erniedrigungen und Gebietsverlusten, der permanente Selbstbeweis der eigenen Wunden löst da doch eifrig Widerwillen aus."

Was hat das mit Lamoryanz zu tun, wenn man die ausgeschütteten Lügen zurückweist? Wenn eine Merkel in Paris sagt, "Wir werden nie vergessen, wie sehr in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Franzosen durch Deutsche zu leiden hatten. Der schonungslose Umgang mit der eigenen Geschichte ist – davon bin ich überzeugt – die einzige Grundlage, um aus der Geschichte zu lernen und die Zukunft gestalten zu können.", ist das also eine Ausdruck von "deutscher Macht" und "Schlauheit der politischen Physikerin" und nicht eine Geschichtsverfälschung? Bin ich noch nicht genug "integriert" in dieses Deutschland , dass sich "verändert" , um da keine Hassgefühle zu bekommen?

"So ist es immer schon gewesen. Im Bewußtsein über die Größe unserer Nation, der Stärke dieses Volkes verliert die Zuwanderung an Schrecken. "

Wann ist es so gewesen? Wollen Sie Hugenotten oder Vertriebene mit Orientalen und Afrikanern gleichsetzen?
Wenn es nur "Zuwanderung" und nicht Masseneinwanderung bzw. Invasion wäre, könnte man es vielleicht verkraften.
Welche "Größe unserer Nation" und "Stärke dieses Volkes" meinen Sie?

"Mit einem gelassenen nationalen Selbstbewußtsein und der daraus resultierenden Fähigkeit zur Konsequenz, kann Deutschland den Zugewanderten die Identität bieten, die sie ja selbst suchen."

Ist das ein Aufruf CDU zu wählen? Es tut mir leid, möglicherweise bin ich Rassist oder "völkisch" , aber einen Afrikaner oder Muselmanen werde ich nie als Deutschen sehen. Wenn ich diese ständige Gefasel, erst gestern wieder vom unsäglichen Aiman Mazyek, höre, dass der Islam angeblich zu Deutschland gehören würde, wird mir schlecht.
Chef Türkenlobbyist Kenan Kolat bezeichnet sich auch als Deutscher.
El-Zayat spricht von seinem Land, Deutschland, welches es "positiv" zu verändern gelte ( also in die Ummah führen) usw. Wer da keinen Eroberungswillen sieht , den verstehe ich nicht.

Michael
3. Dezember 2009 23:40

Der Fremde bedroht unter Umständen sehr wohl die Substanz. Ob Integration in die nationale Gemeinschaft möglich und sinnvoll ist, hängt nicht zuletzt von der ethnisch-kulturellen Nähe oder Distanz der Zuwanderer ab (erst dann kommt der Faktor Quantität ins Spiel!). Die deutsche Nation ist eine Volksnation. Ihre Grundlage bildet also das deutsche Volk. Allzu vielen scheint nicht mehr bewußt zu sein, was ein solches Volk wirklich ausmacht. Eine rein kulturalistische Perspektive unter kompletter Ausblendung des Biologischen greift hier eindeutig zu kurz. Wie eine differenzierte Perspektive – bei selbstverständlichem Vorrang des Kulturellen vor dem Biologischen – auf diese für die Identität eines Volkes und ihre Bewahrung (Kontinuität) absolut entscheidenden und immer mitzudenkenden Fragen aussieht, dürfte der nachstehende Auszug aus Andreas Vonderachs „Anthropologie Europas“ (erschienen 2008) verdeutlichen – ein Buch, das ich jedem nur sehr ans Herz legen kann:

Nicht Rassen, sondern Völker sind die Träger der geschichtlichen Entwicklung. Völker oder Ethnien, wie der wissenschaftliche Terminus lautet, sind menschliche „Dauergemeinschaftsformen“ (Willy Hellpach), die sich durch eine gemeinsame Geschichte, Kultur und meist auch Sprache sowie ein aus dem Bewußtsein der gemeinsamen Herkunft und Verwandtschaft resultierendes Zusammengehörigkeitsgefühl auszeichnen. Die einzelnen Faktoren der ethnischen Zugehörigkeit können von Fall zu Fall von unterschiedlichem Gewicht sein; so ist z.B. bei manchen Völkern die Religionszugehörigkeit wichtiger als die Sprache. Die Historiker und Ethnologen betonen vor allem die subjektive Seite der ethnischen Identität, den Glauben an eine gemeinsame Abstammung und das „Wir-Gefühl“. Dagegen ist für die Anthropologie in erster Linie die bevölkerungsbiologische Seite von Völkern als Abstammungs- und Fortpflanzungsgemeinschaften von Belang: Völker zeichnen sich durch einen hohen Grad von Endogamie aus. Das heißt: Menschen heiraten vor allem innerhalb ihres eigenen Volkes und nur selten über die Volks- und Sprachgrenzen hinaus.

Der Prozeß der Umbildung und Neuentstehung ethnischer Gruppen wird Ethnogenese genannt. Die konkreten Ereignisse und Prozesse, die zur Entstehung neuer ethnischer Gruppen führen, sind geschichtlich-politischer Art, wie z.B. durch den freiwilligen Zusammenschluß mehrerer Stämme, durch Abspaltung von einem größeren Volk oder durch Eroberung und Unterwerfung einer anderen Bevölkerung. Allerdings ist die Anthropologie dabei nicht ganz bedeutungslos. Es besteht die Tendenz, daß sich kulturell und anthropologisch nahestehende Völker leichter zu neuen ethnischen Einheiten zusammenschließen als einander fernstehende. Zur Verschmelzung eher fremder Gruppen kommt es im allgemeinen nur im Anschluß an Eroberungen, und zwar meistens ungewollt – die Eroberer schotten sich in der Regel durch Heiratsverbote von den Unterworfenen ab – und nur über längere Zeiträume hinweg. Selbst die striktesten Heiratsgrenzen zwischen Eroberern und Unterworfenen werden schließlich durch die männliche Sexualität unterlaufen.

Einige Historiker und Ethnologen sehen die gemeinsame Abstammung einer Ethnie als nicht real an, als ein nachträgliches kulturelles Konstrukt zur Stabilisierung der ethnischen Identität, und betonen die oft heterogenen Ursprünge von Ethnien. Die Auffassung von Völkern als genealogischen Abstammungsgemeinschaften steht jedoch nicht im Widerspruch zu der Tatsache, daß viele Völker unterschiedliche anthropologische Elemente in sich aufgenommen haben. Die genealogische Einheit wird ja durch die Endogamie innerhalb des Volkes kontinuierlich hergestellt. Wer z.B. heute in Deutschland einen hugenottischen Namen trägt, hat unter seinen Vorfahren nur eine kleine Minderheit von französischen Ahnen, ist also auch biologisch ein Deutscher und kein Franzose.

Außerdem findet die Verschmelzung unterschiedlicher ethnischer Gruppen nicht wahllos statt, sondern geht als Assimilation durch ein ethnisch-kulturelles „organisierendes Zentrum“ (Wilhelm Emil Mühlmann) oder einen „Traditionskern“ (Reinhard Wenskus) vor sich. Die assimilierten Bevölkerungsteile nehmen die ethnische Identität des Traditionskernes an und verschmelzen gleichzeitig mit ihm durch Einheirat. So bedeutet Ethnogenese aus biologischer Sicht die Entstehung einer neuen Fortpflanzungsgemeinschaft durch die Aufhebung alter und die Errichtung neuer Fortplanzungsschranken sowie die daraus resultierende Umgliederung der anthropologischen Struktur einer Bevölkerung. Mit der Einschmelzung Fremder ändern die Völker ihre Gestalt und ihr Wesen – ein Vorgang, den man Ethnomorphose nennt.

(...)

Durch die Endogamie innerhalb eines Volkes und die Heiratsgrenzen gegen andere Völker entstehen neue kennzeichnende Merkmalskombinationen. Zu ihnen trägt auch die gemeinsame ökologische und kulturelle Umwelt bei. Auf genotypischer Ebene ist die Folge, daß die ethnische Zugehörigkeit eines Individuums aufgrund seiner genetischen Merkmale sehr genau bestimmt werden kann. Die sichtbaren Unterschiede auf phänotypischer Ebene werden von den Menschen mehr oder weniger bewußt wahrgenommen; sie sind als Selbst- und Fremdstereotypen Teil ihrer kulturellen Identität. Auf diese Weise hat jedes Volk einen als charakteristisch empfundenen morphologischen Norm- oder Idealtypus sowie eine mehr oder minder große Variationsbreite von nicht mehr unbedingt als typisch, aber auch noch nicht als fremd empfundenen Merkmalskombinationen. Dabei sind die Überschneidungen innerhalb Europas groß. Andere, im eigenen Volk nicht vorkommende Merkmale und Merkmalskombinationen werden als fremdartig wahrgenommen. (...)

(Andreas Vonderach: Anthropologie Europas. Völker, Typen und Gene vom Neandertaler bis zur Gegenwart, Graz 2008, S. 29 ff.)

Toni Roidl
4. Dezember 2009 08:06

Hallo Arminius! »Na, die Linkslenkung der ‚Neuen Rechten‘ schreitet aber eifrig voran. Vor allem geht’s ja schließlich um’s Mitverdienen, gell?« Pass mal auf, Bürschchen, was Du hier vom Stapel lässt...

S.R.
4. Dezember 2009 14:10

Mal zwei Videos zum Thema:

https://www.youtube.com/watch?v=S6a-YgZgwQ8&feature=related

https://www.youtube.com/watch?v=LHk1t3y7BhA&feature=related

Wie sind diese Leute einzuschätzen und zu behandeln? Wie groß der Einfluss solcher Gruppen?

Harald Demsetz
4. Dezember 2009 15:26

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen
Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

Nihil
4. Dezember 2009 17:23

Martin Böckers Analyse ist mir in gewissen Teilen zu "friedlich", mit dem "eigenen" und auch mit den "anderen" - aber die Intention ist völlig richtig: Die "Rechte", "Europa", etc. darf sich ihren "internen Diskurs" keinesfalls von außen bestimmen lassen - dh. konkret: sich in eine zeitgeistige Dichothomie flüchten, noch konkreter: den symmetrischen Gegenstandpunkt zur herrschenden Ideologie einnehmen. Letztlich übernimmt man damit nur die Rolle des "Bösewichts" im "Theater der anderen".

Wichtig sind also nicht: die "Ausländer", "Fremden", usw. (konkret natürlich - zB strafrechtlich, biologisch, usw. - aber nicht in der Theorie!). Vielmehr müssten endlich folgende Fragen auf die Agenda: Wer sind wir? Was sind wir? Es sind "gefährliche" Fragen, denn sie sind wesentlich schwerer zu beantworten und provozieren die Zersplitterung (den Fortschritt des Dissens) als jene die danach fragen, was wir nicht sind: Türken, Moslems, Juden, Linke, usw. Erst wenn die "Rechte" es schafft einen positiven, gehaltreichen Minimalkonsens zu organisieren, haben wir die "Linke" überholt - denn die hat (fast) nur noch den "Antifaschismus" und leidet an der gleichen Krankheit mit nur kleinen Unterschieden (zB dzt. a.d. Macht). Die Analyse des Jammerns ist insofern müßig, denn es folgt aus der Ahnung, daß wir uns dzt. im wesentlichen über das Negative definieren.

Diese "Jammerkonservativen" treten relativ häufig in Erscheinung, v.a. in Symptomdebatten um: die deutsche Sprache (am besten per Gesetz schützen - wie idiotisch!), Kopftücher (der anderen!), Minarette (ev. wirklich diskussionswürdig), die für uns unvorteilhafte Reproduktionsrate der "anderen", uvm.

Lydia
4. Dezember 2009 17:28

„Der fehlende Respekt vor der deutschen Kultur, das Bestreben, sie durch die eigene zu verdrängen, ist mehr als nur ein Symptom, es ist schon eine Bedrohung. Aber durch wen? Wohl kaum von einer durchorganisierten, vom Eroberungswillen getriebenen Geheimorganisation von Islamisten.“

Die Mechanismen der gegenwärtigen Landnahmen in Deutschland sind vielschichtiger. Und sie sind untrennbar mit dem besonderen Charakter des Islam verbunden. Wäre der Islam eine Religion, die ihren Gläubigen lediglich vorschreibt, wie sie ihren Gott anzubeten und sich innerhalb ihrer Glaubensgemeinde zu benehmen hätten, würden wir schwerlich diese Religion so kritisch sehen. Aber der Islam ist – und das wird von den türkischen Offiziellen und der deutschen Führungsschicht verschwiegen – eine Herrschaftsideologie, in der indoktrinäre Religion untrennbar mit politischen und juristischen Herrschaftsansprüchen gekoppelt ist. Islam als Religion per se gibt es nicht. Diese drei Säulen sind dem Islam inhärent und beeinflussen auch den normalen Muslim in allen Facetten seines Lebens. Aus dieser religiös geprägten sozio-kulturellen Gemengelage kommt dann jene seit Jahrzehnten andauernde Resistenz gegen europäische Werte und jene Salamitaktik, mit der scheibchenweise und nadelstichartig Terrain sondiert, beansprucht und eingenommen wird. So gesehen ist das tatsächlich nicht das Geschäft von Geheimorganisationen, sondern das Ergebnis des „normalen“ Lebens eines muslimischen Gläubigen in einem nichtmuslimischen Land. In dieser Situation gibt es meiner Meinung nach nur drei Lösungen: (1) der Islam übernimmt Europa; (2) alle Muslime verlassen Europa (undenkbar!); (3) die religiöse Säule des Islam trennt sich von der machtpolitischen und juristischen, eine Art islamische Reformation (denkbar?).

enickmar
4. Dezember 2009 19:50

Kaum zu glauben, daß sich nigerianische Jungmänner zum Deutschtum bekennen und entsprechend verhalten würden, bloß weil wir aufhören über ,,Dresden‘‘ zu ,,jammern‘‘.

Worum geht es denn eigentlich ? Um das formale Weiterbestehen einer Bevölkerung, die sich deutsch nennt, also den Erhalt eines Etiketts, so etwas wie Verfassungspatriotismus oder Bruttosozialprodukt ? Oder um den Erhalt etwas typischen, eines Volkscharakters ?
Aus anthropologischer Sicht dürfte klar sein, daß die Integration fremder Ethnien immer auch eine Veränderung des Volkscharakters mit sich bringt, das ehemals typische also tendenziell verloren geht. Letztlich womoglich dann auch die Verfassung und das Bruttosozialprodukt.

Die negroide Bevölkerung Amerikas empfindet sich als amerikanisch und identifiziert sich mit ihrem Land. Das schwarze Amerika ist aber von der Mentalität her etwas völlig anderes als das Amerika der WASP.

Man kann auf Identifikation und Integration setzen und hoffen wie man will, an den anthropologischen Konstanten kommt keiner vorbei.

Übrigens zählt das Argument, daß es bestimmte Vorgänge oder Sachverhalte immer schon gegeben hat, nicht im Hinblick auf deren Bewertung.

Torsade
4. Dezember 2009 19:58

Die Antwort von Herrn Lichtmesz ließ nicht lange auf sich warten. Leider ist ein direktes Kommentieren dieser Antwort nicht möglich.

Im deskriptiven Sinn fehlt es dieser Entgegnung an Bandbreite. Dort wo im Randbereich des inhaltlichen Spektrums das Konkrete zu erwarten gewesen wäre: Amorphie. Und auf der entgegengesetzten, grundlegenden Seite: Phlegma. Der Rest folgt der Mitte Maß.

Herrn Lichtmesz als einen der mutmaßlichen Initiatoren des Artikels des Herrn Böcker zu bezeichnen, liegt nahe.

Auch mit Martin Lichtmesz hat dasgespraech.de ein Gespräch geführt.

... Ich bin pessimistisch. Ich persönlich glaube, dass das System BRD genau so unrettbar ist, wie das System DDR. Kurz vor dem Zusammensturz, in Dimensionen, die weit über die deutsche Misere hinausgehen. ... Es ist alles zu spät. Ich bin eingefleischter Apokalpytiker. Wir warten nur mehr auf den großen Crash. ...

Nachdem ich diese Worte las, blieb zweierlei: zum einen die Hoffnung, dass dies nicht prävalent und infektiös sei in diesem Land. Und zum anderen der Gedanke, dass hier ein Mensch Hilfe braucht.

Johannes
5. Dezember 2009 01:32

Ich lese Böckers Beiträge von Tag zu Tag mit mehr Gewinn. Nicht, weil ich ihnen vorbehaltlos zustimme, sondern weil sie eine produktive Form des Diskurses vorantreiben. Nach über 40 Einträgen in diesem Weblog darf man die Hoffnung hegen, dass zehn Rechte mehr sich jetzt wenigstens einmal heftig artikuliert haben. Denn ihnen stieg bei der Lektüre des vermeintlich defaitistischen Textes offenbar der Gallensaft hoch - ein kleiner, aber feiner Geländegewinn in Zeiten behaglicher Carl-Schmitt-Lektüre vorm weihnachtlich geschmückten Ofen.

Da hilft es der Sache nur, wenn man Böckers Texten Ironie nur vermuten kann. Wie schrieb doch Céline sinngemäß: "Bei 36 Grad wird's langweilig." Weiter so!

Tönnes Thielemann
5. Dezember 2009 12:10

Das System BRD hat schon ökonomisch keine Chance.

Das Sytem BRD hat moralisch keine Chance. Schwäche ist Stärke und zwei plus zwei fünf.

Das Sytem BRD geht schon deswegen unter, weil die das System tragende Gruppe verschwindet. Der leistungsbereite und -fähige Deutsche.

Der Niedergang wird noch deutlicher als der, der DDR. Es gibt nämlich keine andere BRD an die man sich anlehnen kann. Der weltweiten Völkerwanderung stehen wir machtlos gegenüber.

Die Defaitisten sind deswegen zumeist gnadenlose Europäer. Umgkehrt: jeder Europäer ist zugleich ein nationaler Apokalyptiker. Nur bleibt er die Antwort schuldig, was man in diesem Europa zu gewinnen hat und verweigert die beantwortung der Frage, was man von vorneherein aufzugeben hat.

Hilfe braucht der, der seinen Kopf nicht mehr aus dem Sand ziehen kann.

Zu Herrn Lichtmesz: Es war schon 1949 zu spät.

Harry
5. Dezember 2009 17:42

@ Alexander Markovics

Es gibt eben Rechte, die sich nicht am Volkstum orientieren. Manche orientieren sich nicht einmal an der Nation. Sondern z.B. an der Religion, am Staat usw. Manche Kinder spielen im gleichen Sandkasten eben lieber Ancien Régime statt Afrikafeldzug 41 und trotzdem sind es nicht die bösen Kinder der anderen Kindergartengruppe.

GK hat ja Herrn Böcker auch als etwas andere Stimme vorgestellt, das ist aber wohl zuviel für manches Gemüt. Der linke "herrschaftsfreie Diskurs" funktioniert ebensowenig wie die rechte "männliche Aussprache".

Ihr Schlusssatz entwertet m.E. Ihren ganzen Beitrag. Wenn ich den lese, halte ich den Rest für Müll.

@ enickmar

Was ist den der Wert des deutschen Volkscharakters 2009?

Wäre es nicht möglich, dass die Ethnomorphose eine realistische Möglichkeit ist, eine neue rechte Ordnung zu installieren?

Thorsten
5. Dezember 2009 20:20

@Markovics

Nana, etwas hart formuliert, aber durchaus verständlich. Ich kann Kubitschek auch nicht verstehen, warum er derlei defätistisches Geschwätz hier abdrucken läßt. Aber es ist seine Seite, er kann tun was er will. Folglich hat er auch die Möglichkeit nicht Sinnvolles zu tun. Sicher kann man so eine Diskussion provozieren. Ob es aber sinnvoll ist die Jammerrechten mit dieser Art zersetzender Texte noch mehr zu Jammerern werden lassen? Erbauung tut Not. Erbauung, die zur Tat führt.

Vielleicht sollte man nicht den Fehler machen Menschen der Sympathie halber als politische Weggefährten zu betrachten. Eine scharfe politische Trennung halte ich für notwendig. Persönlich kann trotzdem alles anders sein.

@Thomas

Die Unterschiede bestehen gottlob und haben doch mit Integration nichts zu tun. Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen. Und lassen Sie sich die Diskussion und die Begriffe nicht vom Gegner diktieren. Derzeit gibt es im Berliner Prenzlauer Berg ein Problem zwischen zugezogenen Schwaben und Ostberlinern. Wollen Sie mir auch weißmachen, dass dies ein Integrationsproblem ist?

M.
6. Dezember 2009 23:01

Torsade schrieb:

Ich bin pessimistisch. Ich persönlich glaube, dass das System BRD genau so unrettbar ist, wie das System DDR. Kurz vor dem Zusammensturz, in Dimensionen, die weit über die deutsche Misere hinausgehen. … Es ist alles zu spät. Ich bin eingefleischter Apokalpytiker. Wir warten nur mehr auf den großen Crash.

Nachdem ich diese Worte las, blieb zweierlei: zum einen die Hoffnung, dass dies nicht prävalent und infektiös sei in diesem Land. Und zum anderen der Gedanke, dass hier ein Mensch Hilfe braucht.

Warum braucht ein Mensch, der einen realistischen Blick auf die Dinge hat, Hilfe? Sehen Sie sich doch die Staatsverschuldung an. Sehen Sie sich die mediokren und korrupten Gestalten an, die dieses Land regieren. Sehen Sie sich doch die deutsche Jugend an, die sich an jedem Wochenende bis zur Besinnungslosigkeit zulaufen läßt.

Seien wir ehrlich: wir stehen nicht am Beginn eines neuen Aufstieges, sondern vor dem Ende des alten Zusammenbruches. Dieses Ende liegt noch vor uns. Wir müssen erst noch durch das Schlimmste hindurch, ehe wir ans neue Werk gehen können.

Jetzt heißt es, sich auf persönlicher Ebene ethisch zu verhalten, sich selbst treu zu bleiben, zu bewahren, was des Bewahrens wert ist und den Rest durch sein eigenes, sterbendes Gewicht zusammenbrechen zu lassen.

Thomas
7. Dezember 2009 15:54

@ Thorsten
Freut mich, daß die Unterschiede für Sie "gottlob" bestehen. Ihre vorigen Ausführungen hatten mich befürchten lassen, daß Sie einem linken, jakobinischen Nationverständnis huldigten, das die stammesmäßigen Unterschiede leugnet oder einebnen will.
Vielleicht reden wir aneinander vorbei, weil wir unter "Integration" Unterschiedliches verstehen. Ich hätte keine Probleme, zu sagen, daß die Schwaben in Berlin noch nicht integriert sind, und bin zuversichtlich, daß ihre Integration funktionieren wird, weil sie demselben Volk, derselben Nation, derselben Sprach- und Kulturgemeinschaft angehören, wie die Berliner. Ihre Integration in Berlin, wohlgemerkt, nicht in Deutschland! Wenn Sie das anders formulieren wollen, bitte.

@ Alexander Markovics
Es steht Ihnen frei, ein eigenes Netztagebuch zu begründen und dort über Abstammungstheorien und ihre Konsequenzen zu debattieren oder ihrer Verachtung freien Lauf zu lassen. wenn Sie mit Junger Freiheit und Sezession unzufrieden sind. Mit taz und Jungle World wären diese Organe erst dann vergleichbar, wenn sie sich von der Rechten ebenso Tabus auferlegen lassen würden, wie jene von der Linken.

Ich persönlich halte weder den Paulwitz- noch den Böcker-Beitrag für der Weisheit letzter Schluß. aber es ist notwendig, daß auch die Rechte über Integration diskutiert: ergebnisoffen und ohne Tabus.

enickmar
7. Dezember 2009 16:23

@ Harry

Weil es nicht um irgendeine rechte Ordnung an sich, sozusagen als Selbstzweck, geht, sondern um uns selbst. Man kann sich alle möglichen rechten Ordnungen vorstellen, in denen wir nicht als ,,wir selbst‘‘ leben können.
Ein reaktionärer muslimischer Kalifatsstaat wär ja auch eine rechte Ordnung.
Im Kern geht es eben um das Seinsmäßige.
Und das seinsmäßige Deutsche ist bei den ethnischen Deutschen immer noch vorhanden, trotz aller Dekadenz. Dies im speziellen auszuführen, würde hier jetzt aber vielleicht zu weit führen. Man muß differenzieren. Die dekadenten ,,Verhaltensauffälligen‘‘ eines neurotisierten Volkes 2009 sind mit dem Volkschrakter an sich aber nicht gemeint, obwohl es hier auch besonders deutsche Formen gibt.

enickmar
7. Dezember 2009 17:19

Man darf bei der ganzen Diskussion nicht vergessen, was der Mulikulturalismus oder besser der Multiethnizismus mitsamt der Integrationsbemühungen oder –wünschen, für ein soziologisches und anthropologisches Menschenexperiment ist, das in seinen verschiedenen Formen und Motivationen (auch die oben formulierte Variante) ein riskantes Potential besitzt. Vereinfachende theoretische Postulate wie die der Gleichheit (,,arithmetisches Mittel‘‘) reichen nicht aus um die Auswirkungen solcher Experimente verantwortungsvoll abschätzen zu können. Das hat sich auch in der Geschichte gezeigt.
Das menschliche Verhalten ist zu komplex, als daß wir es mit der Methode des ,,de novo‘‘ aufgestellten, also nicht stabil abgeleitet rückgebunden soziologischen Postulats, nach unseren Wünschen, vor allem ,,schöpferisch‘‘ berechnen und konstruieren können.
Hier kann uns aber die Tradition Hinweise und Hilfestellung geben.

Harry
7. Dezember 2009 18:39

@ enickmar

Es geht natürlich nicht um irgendeine, sondern um eine bestimmte rechte Ordnung, durch welche Probleme gelöst werden können. Diese lösen sich aber nicht plötzlich, wenn nur noch ethnische Deutsche in diesem Land leben, nachdem wir alle "Ausländer" hinausgeworfen haben.

Und das "seinsmäßige Deutsche" ist mir - mit Verlaub - zu nebulös. Ein paar Sätze zur Bestimmung des Ideals hätten mir zwar gereicht, aber gut. Ob es da noch was unter dem Schutt der Dekadenz gibt, mag sein, who knows? Alles nur Spekulation.

Aber ich gebe Ihnen durchaus in einem Punkt recht, es geht "um uns selbst". Nur als "uns" empfinde ich durchaus auch meinen zu 100% vietnamesischstämmigen Sportkameraden (ein Runenfan übrigens) oder meine persischen Trainer... weniger "uns" ist für mich z.B. ein "reinrassiger" deutscher Asozialer.

Letzlich geht es doch nur um die Frage, ob man auf dem aufbaut, was ist (wie Martin Böcker), oder ob man die Uhr zurückdrehen will (in welches Jahr auch immer).

Thorsten
7. Dezember 2009 21:27

@Harry

"Uns" ist also bei Ihnen jeder, der von selbst mitkommt. Eine Gemeinschaft, die nur aus denen besteht, die keiner Unterstützung, keiner Hilfe bedürfen. Wer nicht mitkommt ist assozial. Keine Gemeinschaft also sondern Gesellschaft. Die bestehende Gesellschaft ohne den ganzen Sozialkram. Oder mal auf die Familie runtergebrochen: Anstatt ihr lernschwaches Kind zu akzeptieren und zu umsorgen, würden Sie lieber das Gesunde eines anderen adoptieren. Ist doch ehrlich.

Die Rechte ist neoliberaldarwinistisch verseucht.

Harry
7. Dezember 2009 22:23

@ Thorsten

In einen Text sollte man nichts hineininterpretieren, was da nicht steht.

Asozial meint bei mir nicht hilfsbedürftig.

Michael
8. Dezember 2009 10:09

@Harry:

Aha, ein vietnamesischstämmiger Freund von Ihnen, den Sie selbst als vietnamesisch identifizieren, und einige Iraner, die Sie ebenfalls als solche zu identifizieren vermögen, gehören also zu „uns“. Da hat wohl jemand, ein wenig Probleme, Eigenes und Fremdes, Wir und Nicht-Wir zu unterscheiden. Ihre persönlichen Freundschafts- oder Bekanntschaftsverhältnisse begründen nun einmal keine Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, einer kollektiven Identität, wie sie eben ein Volk bzw. eine Nation darstellen (daran änderte auch ein eventuell vorhandener deutscher Paß dieser Personen nichts!). Wie kommen Sie überhaupt zu der absurden Behauptung, es ginge irgendeinem der hier Mitdiskutierenden darum, alle Ausländer aus dem Land zu schmeißen und ein ausschließlich von Deutschen bewohntes Deutschland zu schaffen. So unrealistisch dürfte wohl kaum jemand hier sein.

Natürlich dürfte es den meisten hier um die schiere Selbstverständlichkeit gehen, daß Deutschland – zumindest primär – das Land der Deutschen bleibt und dieses Volk, das nun einmal die Grundlage der Nation bildet, seine Identität bewahren kann und die Fähigkeit zu nationaler Selbstbehauptung zurückgewinnt (durchaus im europäischen Verbund!), so daß es seinen Weg in der Geschichte fortsetzen kann. Hierzu ist es nicht nötig, daß Deutschland „ausländerfrei“ wird, wie Sie in polemischer Absicht unterstellen. Dies ist auch mit Blick auf die Identitätsfrage gar nicht wünschenswert. Entscheidend ist, daß die Fähigkeit zur Unterscheidung von Eigenem und Fremdem aufrechterhalten und eine Zersetzung dieses Bewußtseins nicht zugelassen wird. Hier dürfte der Kontakt mit Menschen aus andereren Völkern, sofern ein bestimmtes Maß nicht überschritten wird und es zu keinen Verdrängungsprozessen kommt, zur Schärfung des Identitätsbewußtseins sogar eher förderlich sein. Von einem „Zurückdrehen der Uhr“ kann insofern keine Rede sein. Ich finde es weit befremdlicher, aufgrund bloßer Anwesenheit im Lande irgendwelche uns ethnisch-kulturell fernstehenden Personen einem von Ihnen willkürlich konstruierten „Wir“ zuzuschlagen (das im konkreten Fall im wesentlichen mit Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis identisch zu sein scheint) oder sie gar in fehlgeleiteter Homogenisierungsabsicht als „Deutsche“ zu vereinnahmen, wie es jüngst an anderer Stelle geschehen ist.

Ich habe bei Ihnen den Eindruck, daß Sie eine regelrechte Phobie gegen alles Ethnische (und erst recht vermutlich im engeren Sinne Rassische) haben. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, woran das liegen könnte? Ganz normal ist das nämlich nicht. Das Bedürfnis, nicht als „rassistisch“ zu gelten, scheint bei Ihnen jedenfalls sehr ausgeprägt zu sein. Die entsprechende Indoktrination ist ja auch nicht zu unterschätzen. Ein wesentlicher Teil der eigenen Identität wird damit jedoch ausgeblendet und somit ein „falsches Bewußtsein“ geschaffen. Dabei ist es doch gar nicht so schwer zu erkennen, daß es einen Unterschied zwischen zu verurteilendem Rassismus und ethnischem Bewußtsein gibt, das auch ein Bewußtsein für rassische Unterschiede einschließt.

Anbei ein Auszug aus einem Interview der Zeitschrift „Eléments“ mit Alain de Benoist, in dem er sich zum Thema Rassismus und dem Verhältnis von Rasse und Kultur äußert. In dem Zusammenhang vielleicht ganz interessant und inspirierend:

A. B.: Meiner Ansicht nach kann und muß die Kritik am Rassismus auf einer doppelten Ebene operieren. Zuallererst auf der Ebene der Ideologien des „biologistischen“ Typs. In Reaktion auf die herrschende Ideologie, welche dazu tendiert, unüberlegt alles wegzustreichen, was die Erblichkeit, die rassische Identität, die angeborenen Faktoren der Persönlichkeit etc. betrifft, läuft man Gefahr, sehr schnell bei einer Auffassung anzugelangen, nach der das Individuum umgekehrt total durch seine Vererbung determiniert wird und das Milieu keinerlei Rolle spielt. Der Mensch wäre dann „getrieben“, exakt wie das Tier durch seine Zugehörigkeit zur Art „getrieben“ ist. Diese völlig irrige Auffassung ist die Grundlage aller rassistischen Ideologien – etwa der des „Sozialdarwinismus“. Sie läuft darauf hinaus, die Soziologie auf die Zoologie zurückzuführen. Sie ist also im Grunde reduktionistisch: Der Mensch wird auf seine biologische Dimension reduziert. Paradoxerweise stößt man hier zugleich auf eine der schlimmsten Thesen des philosophischen Strukturalismus, der das Ego zur reinen Illusion erklärt und den „Tod des Menschen“, d.h. des Subjektes proklamiert. Wenn dem so wäre, würde sich die „Geschichte“ der menschlichen Gemeinschaften von der der Tiergemeinschaften nicht grundlegend unterscheiden. Letzten Endes würde sie vorhersehbar. Nun, sie ist es nicht, trotz aller Bemühungen der „Futurologie“, eben deshalb nicht, weil sie Imponderabilien enthält, die unter anderem von der Wahl abhängen, die der Mensch in jedem Augenblick trifft. Dies hat die Schule der „Philosophischen Anthropologie“ (Gehlen, Plessner, Portmann etc.) gezeigt. Gewiß führt nicht jeder Biologismus zum Rassismus. Aber jeder Rassismus impliziert einen Biologismus. Es geht also darum, die Bedeutung des konstitutionellen, angeborenen Teiles der Persönlichkeit richtig einzuschätzen, da er es ist, der die ethnische Zugehörigkeit in sich einschließt.
Die biologische „Dimension“ der menschlichen Persönlichkeit ist von beträchtlicher Bedeutung. Alle neueren Entdeckungen beweisen es. Aus diesem Grunde und um noch einmal auf die herrschende Ideologie zu reagieren (um also das Gleichgewicht wieder herzustellen), scheint es mir notwendig, darauf mit Nachdruck hinzuweisen. Aber diese „Dimension“ ist nur ein Teil des Ganzen, sie ist nicht das Ganze. Der Mensch ist ein Tier, und die Biologie definiert alles Tierische in ihm. Aber der Mensch ist nicht nur ein Tier. Er besitzt eine eigene, spezifisch menschliche „Dimension“, die seine biologische „Dimension“ überlagert, wobei letztere nur ihre Basis ausmacht. Diese „Dimension“ ist vor allem durch das Geschichtsbewußtsein gekennzeichnet und durch die Kultur, die dessen Produkt ist. Der Mensch, sofern er Mensch ist, ist ein Kulturwesen. Die Natur legt den Rahmen fest, in dem sich die Kultur ausdrücken kann, aber sie legt nicht deren Form fest. Daher ist die natürliche Konstitution eindeutig, während die kulturellen Ausdrucksformen innerhalb eines vorgegebenen Spielraumes bis ins Unendliche veränderbar sind. Aus diesem Grunde kann sich ein und dieselbe „Natur“ in den Dienst des Besten wie des Schlechtesten stellen. Aus dem gleichen Grunde spielt die Erziehung eine so bedeutende Rolle: Sie schafft Gewohnheiten und Schaltkreise, sie prägt dem Gehirn mehr oder weniger irreversible Schemata ein. Wenn alles durch die Gene determiniert wäre, diente die Erziehung zu nichts.

Eléments: Aber welcher Art ist die Beziehung zwischen Rasse und Kultur?

A. B.: Es ist eine der Potentialität. Ich bin ganz der Ansicht von Francois Jacob, Professor am Collège de France, der Ende 1973 einer Pariser Wochenzeitung erklärte: „Die Vererbung determiniert die Kultur nicht, entgegen dem, was die Rassisten behauptet haben. Die Vererbung determiniert nur die Fähigkeit, eine Kultur anzunehmen.“
(Alain de Benoist: Kulturrevolution von rechts, Krefeld 1985, S. 58 f.)

Paracelsus
8. Dezember 2009 13:21

Ich beziehe mich nicht auf die Vorredner, sondern den Ursprungsautor M. Böcker.
Zunächst: das ist eine sehr gelungene, wirksame, notwendige Provokation! Sie entspricht meinem Gefühl von dem zunehmend nervenden Selbstmitleid von Rechts.
Aber: es bleibt dabei, dass von Rechts notwendige Fragen gestellt und Positionen beschrieben werden, die im mainstream völlig untergehen bzw. untergegangen werden. Stichwort Selbsthass, permanente Wiederholung von Schuldzuweisung an faktisch Unschuldige, negativer Rassismus (Antideutschtum) usw., auch und vor allem: Wertschätzung von geistiger Grösse, Dichtung, innerer Haltung usw.
Es ist bedauerlich, dass diese Geisteshaltung in der "veröffentlichten Meinung" mengenmässig so an den Rand gedrängt ist wie es derzeit ist.
Aber: ich habe den Eindruck, dass doch da einige Lieblingsthemen immer wieder bearbeitet werden, und dafür andere, vielleicht wesentlichere, ausser acht gelassen werden.
Zum Beispiel hier bei MB:
die Deutschen, "das mächtigste" Volk in Europa? Weil sich Macht an Ökonomie und politisher Schlauheit zeigt?

Wird in Deutschland Politik von und für Deutschland gemacht?

Was ist mit dem Militär? Wofür steht Miliär in einem Land? Warum gibt es hier amerikanische und britische Truppen?
Wer befiehlt wen in der Nato?
Gibt es eine Möglichkeit, die Politik insgesamt zu verändern, wenn es den Zielen widerspricht, die von den militärischen Oberbefehlshabern
verfolgt werden?

Wie war das 1989?
Waren nicht alle Reformbewegungen im Ostblock vorher vom Militär oder mittels des Militärs entschieden worden?

Hat nicht auch 1989 ein Entscheid, das Militär nicht einzusetzen, zum Zusammenklappen des Kartenhauses Ostblock geführt?

Also, wenn in ein militärisch besetztes Land Scharen von Menschen aus fremden Völkern kommen um da eine neue Heimat oder Arbeit oder... zu finden -
reicht es dann aus, sich Gedanken zu machen, ob das zu viele Leute sind?
Oder sitzt man mit der ständigen Beschäftigung mit der Bedrohung durch diese Zugereisten nicht dem alten Machtmittel auf, das da heisst:

TEILE UND HERRSCHE
?

enickmar
8. Dezember 2009 13:30

@ Harry

Klar, auf gewissen Ebenen, im kleinen Kreis, im Persönlichen kann das natürlich durchaus funktionieren. Das ist ja ein altes, häufig gebrachtes, aber genauso oft widerlegtes Argument. Der Sport-Kumpel, der Gemüsehändler von nebenan, der Arbeitskollege. Vor allem auch in gebildeteren Schichten ist es einfacher sich zu verständigen. Im engen persönlichen Kontakt mit dem einzelnen Menschen liegt es ja auch nahe, manchmal schon alleine aus Sachzwängen, sich zu verständigen und dann u.U. Sympathien zu ent.wickeln. Das ist ja auch wünschendwert. Und sicher hat man mit manch Zugewanderten lieber zu tun, als mit manch autochtonen Deutschen.
Aber in der Masse in ganzen Gesellschaften funktioniert das eben nicht so einfach. Die Anonymität, die Möglichkeit sich doch immer wieder in die Gruppe seiner Ethnie zurückzuziehen und rückzubinden, der Hang zur Separation durch die Indentifikation mit der Herkunftskultur, ist hier natürlich viel eher gegeben. Die Rolle von instinktiv wahrgenommenen Äußerlichkeiten sollte man hier nicht unterschätzen. Viele der Zugewanderten spüren natürlich auch selbst, daß sie anders ,,ticken‘‘ als wir Deutsche. Da hilft es wenig, wenn man Ihnen eine stolze Fahe anbietet, mit der sie sich indentifizieren sollen.

Harry
8. Dezember 2009 18:38

@ enickmar

Da haben Sie völlig recht, dass ist ein großer Unterschied, ob man "uns" als kleine Gruppe betrachtet oder als größere Gemeinschaft. Ich war da wohl etwas zu kurz angebunden, um mich verständlich zu machen, mea culpa. Also: mir geht es darum, dass ein wirkliches "uns" nur in kleineren Gruppen möglich ist, und da sind wir ja auch einer Meinung, dass es dort kein Problem ist, weil persönliche Sympathien ethnischen oder kulturellen Differenzen überdecken (können). Gut.

Was ich aber verneine ist, dass es ein kollektives "uns" jemals gegeben hat, wenn nicht ein existenzielles Ereignis eine Masse an Menschen zusammengeschweisst hat; und das auch nur für begrenzte Zeit. Wann gab es den die vielbeschworene Volksgemeinschaft der ethnisch reinen Deutschen? Unter dem Deckmantel schöner Worte verschleiern nicht nur Sozialisten und Liberale ihr Tun, sondern auch andere Gestalten. Wenn die Nutznießer oder Sympathisanten eines Systems dieses als Gemeinschaft glorifizieren, muss dies nicht für alle Teile der Gemeinschaft gelten. Und das war auch nie der Fall, es gab und gibt immer Gruppen, die ausgesondert wurden, weil sie den Rahmen der erwünschten Gemeinschaft sprengten, oft gerade weil sie sich ein anderes "wir" vorstellen als die Mehrheit - nehmen wir doch einfach die Völkischen in der BRD 2009 als Beispiel.

Es gab immer nur eine bestimmte Schicht, welche eine bestimmte Idee des Zusammenhalts propagiert hat. Meist die "Intelligenz", siehe den Jubel der Studenten 1914, 1933 und 1968. Nichts als romantische Hirngespinste (die natürlich ihren Zweck erfüllten als motivierender Mythos). Die hier beschworene Gemeinschaft meinte tatsächlich immer nur einen Teil des Ganzen - auch eine ethnische Gemeinschaft müsste radikal in den eigenen Reihen aussondern, weil viele ethnische Deutsche sich einfach nicht diesem Ordnungssystem unterwerfen wollen. Und seit 1945 ist die Frage ein für allemal geklärt, ob es jemals wieder eine ethnische Mehrheit der Deutschen geben wird, welche sich auf ethnischer Basis als Teil des Ganzen für das Ganze selbst erklärt.

Ein Gegenargument gegen das Vorhandensein eines ethnischen "uns" sind m.E. übrigens nicht die ethnischen Bruchlinien, die sich ggf. im Krisenfall zeigen. Denn die Bruchlinien zeigen sich auch woanders: arm/reich, Einheimischer/Zugezogener, Freund/Feind usw.

Gleichwohl sind die Tendenzen der Auflösung in unserem Land nicht zu übersehen. Heilmittel mag es geben (starker Staat, Bildungsoffensive, aktive Bevölkerungs-, Ausländer- und Integrationspolitik usw; die Biologie sollte in Fragen der Bevölkerungspolitik i.Ü. auch eine Rolle spielen), jede rechte Gruppe ist jedenfalls weit davon entfernt, hier aktiv zu werden.

Darum geht es wohl auch Martin Böcker. Nämlich um die Idee, wie man das Beste aus der jetzigen Situation machen könnte (vielleicht auch, um die Rechte hierzulande wieder handlungsfähig zu machen). Wie gewinnt man die hier lebenden Menschen in unserem Land für dieses Land? Diese Frage steht im Raum und die Antwort wurde bisher nicht gegeben. Unzweifelhaft steht aber fest, dass man dies nicht schafft, wenn man sich in seiner völkischen Trutzburg verschanzt.

Wo stehen hier Sezession, IfS, BN und JF? Eine interessante Frage, deren Beantwortung nicht nur mich interessiert. Vermutlich aber im Niemandsland zwischen Trutzburg und BRD09 :D

@ Michael

Oh, der selbsternannte Forumssprecher. Habe die Ehre.

Deinen Beitrag habe ich zur Kenntnis genommen. Da hat wohl jemand Probleme zu erkennen, dass Du und ich - trotz meiner ethnischen Reinheit - nicht wir sind. Nicht mein Problem und nichts, was mich groß beschäftigt.

enickmar
11. Dezember 2009 01:00

@ Harry

Dieses kollektive ,,Uns‘‘ ist einfach da. Nicht unbedingt nur dadurch, daß es empfunden wird, sondern weil die einzelnen Mentalitäten einer Ethnie einfach eine bestimmte Entsprechung haben, im statistischen Mittel.
Tatsache ist aber auch, daß dieses ,,Uns‘‘ auch so empfunden wurde und großenteils auch noch wird. Eine geeinte deutsche Nation zu bilden war der Wille der Deutschen. Man denke nur an den Anschlußwillen der Österreicher noch nach dem 1. Weltkrieg, der in Volksabstimmungen mehrfach bewiesen wurde.
Vor allem aber hat die deutsche Nation als ethnisch relativ homogener Staat gut funktioniert. Das ist die historische Erfahrung.
Und es ist eben die Frage, wie gut solch ein ,,Gemeinwesen‘‘, solch eine Staat, als multiethnisches Gebilde funktioniert. Es gibt eine Menge Anhaltspunkte, Beispiele, und wissenschaftliche Analysen, daß es ungemütlich enden könnte ...
Dann bleibt noch die Ausflucht: ,,War halt nur so ‘ne Idee‘‘, a la Marx ... ?
Wahr ist zudem nicht nur der befreundete Sportkumpel, sondern auch die vielen Probleme die sich mit ,,Kumpels‘‘ mit Migrationshintergrund ,,im kleinen Kreis‘‘, Schule, Sportplatz, Musiklolkal, ergeben. Einzelbeispiele sind nie repräsentativ.
Der Film ,,Wut‘‘ hat dies Problem, daß viele von uns aus eigenem Erleben in ähnlicher Weise kennen, jedoch beispielhaft aufgegriffen. Hier zeigt sich, daß das, was im Großen funktionieren soll, sogar schon im Kleinen vielfach nicht funktioniert.
Die Statistiken und Erfahrungen in ganz Europa zeigen, daß dieses Beispiel im bestimmten Sinne repräsentativ ist und daß das Problem eine andere Qualität zu haben scheint, als Konflikte der Deutschen untereinander. Und das liegt nicht daran, daß die Rechten zuviel über ,,Dresden‘‘ jammern, eher schon an der Sattheit, dem Toleranzgefasel und eben den ethnischen Mentalitätsunterschieden, sowie den sich bald ändernden Mehrheitsverhältnissen. Warum sollte sich jemand integrieren, dessen Ethnie bald ohnehin schon keine Minderheit mehr darstellt ?

wutausliebe
11. Dezember 2009 03:59

An den schlauen Harry:

"Vermutlich aber im Niemandsland zwischen" (völkischer) "Trutzburg und BRD09"

Ja, genau das ist es, wozu sich Identitätsproblematiker wie Du hingezogen fühlen, irgendein hauptsache undefinierbarer Morast, in dem Ihr Euch wälzen könnt, ohne daß Euch dabei kalt oder warm werden muß, nä?

Weißte, und dennoch: auch Deinesgleichen zähle ich zu meinem Volk, und daher zu meinem wir, vorausgesetzt, ich spreche gerade von meinem Volk als solches. (hin und wieder meine ich mit "wir" auch engere Kreise wie z.B. meine Familie, meine Freunde, ...)
Schwer zu verstehen für so abgehobene Geister, jaja.

Nun habe ich mir tatsächlich die halbe Nacht um die Ohren geschlagen, um alle Kommentare zu lesen... ich muß sagen, das war es wert.

Erstaunlich, daß ich mir dabei meinen eigenen Reim drauf machen kann, auch wenn ich nicht studiert habe (...meinte er das mit asozial?), und mir nicht jeder Fachbegriff geläufig ist.
Und ich stelle fest, das muß auch garnicht sein.

Herr Böcker, ist Ihnen eigentlich bewußt, daß Sie hier regelrechte Fans haben???
Da wird fröhlich in Ihren Text hinein interpretiert, je nach eigenem Belieben, und anhand dieser Unterstellungen werden Sie dann in Ihrer vermeintlichen Haltung vor dem Kommunikationspartner gerechtfertigt oder verteidigt... hahaha, was für ein herrliches Beispiel für die Blüten, die infantile Verkopftheit so treiben kann...

Das kommt also dabei heraus.

Das ist also unsere Zukunft...

Na, ich dachte, die wollen Sie alle hier doch sein, nicht wahr?

Das ist doch hier eine Seite der "Vordenker", solche Leute braucht unser Land, Sie möchten hier doch die Ideologie gebären, die für uns "Fußvolk" dann den Weg in die bessere Zukunft weist?

Merken Sie nicht, wie sie sich in Theorien flüchten?

BEI ALLEN GÖTTERN...
Daß es in der heutigen Zeit sowas gibt, wo doch so viele Gelegenheiten Ihre Handlungsfähigkeit herausfordern könnten...!

Aber Sie flüchten, in Ihre wissenschaftlichen Begrifflichkeiten, in sinnlose Diskussionen, toben sich in der Anonymität dieses Mediums in endlosen, realitätsfremden Abhandlungen über Grundsätze und Thesen aus, deren lebendiges Gegenstück für Sie offensichtlich nie existiert hat...

Dies ist nicht Ihre Zeit.

Die Zukunft, über die Sie glauben diskutieren zu müssen, wird nie stattfinden, weil Sie zu feige dazu sind, sich schon der Gegenwart ehrlich zu stellen!!!

Man kann nichts tun?

Unser (für mich ist es mein, für Sie nur) Deutschland ist also unrettbar verloren?

Ach ja?

So weit ist es gekommen, die Umerziehung hat voll zugeschlagen, was?

Vor lauter Theorie-Gedresche ist Ihnen wohl völlig die Bodenhaftung abhanden gekommen?

Da draußen gibt es so unvorstellbar viele Deutsche!
Das sind keine Wissenschafts-Faktoren, sondern Menschen.
Die haben alle ein Hirn zum Denken, genau wie Sie, meine werten Herrschaften. Vergessen Sie das nie!
Und unterschätzen Sie das gefälligst nicht andauernd.

Nur weil hier wie anderswo, die Mehrheit der Leute mit den alltäglichen Wichtigkeiten rund um die Uhr beschäftigt ist, und auf diese Weise der Allgemeinheit mehr nützt als so mancher Philosoph, heißt das noch lange nicht, daß die Masse der Deutschen "dumm" ist.

Der größte Teil der Deutschen weiß längst um den Betrug.

Und, auch wenn sich das Ihrer Vorstellungskraft eventuell entziehen mag, unser Volk existiert nach wie vor als solches!
Ich sehe es jeden Tag vor der Tür, auf der Straße (auf der Sie ja nicht gehen, sondern schweben und folglich einen ganz anderen Blickwinkel haben und deshalb nicht wahrnehmen können was ich wahrnehme, gelle).

Jetzt schließe ich mich einer These eines meiner Vor-Kommentatoren an (und ich habe innerlich gejubelt, als ich es las):

Ja, unser deutsches Volk wird nur falsch geführt, bzw. regiert (was in gewisser Weise nicht ganz so schlimm ist... unsere Sprache hat so tiefen Sinn, denken Sie doch darüber einmal nach, das kann sich lohnen!).
Und wäre es ein anderes als das unsrige, es wäre vielleicht nicht so brav, aber auch nicht so anständig geblieben, trotz allem.
Verschafft man ihm eine Führung (die der Bezeichnung würdig ist), eine, die es mit ihm selbst gut meint, und nicht mit dem Rest der Welt, dann wird unser Volk aufblühen, und mit ihm natürlich Deutschland.

Das Wort "Umerziehung" war so schlecht nicht gewählt, drückt es doch aus, worum es hier geht...

Denn sehr wohl kann man ein Volk erziehen.
Und eine Führung, die es gut mit dem Volk meint, wird, gleich den Eltern eines Kindes, dieses Volk, mit sanfter und strenger Hand, aber von ganzem Herzen in aufrichtiger Liebe, dahin bringen, seine besten Eigenschaften voll zu entfalten.

Deshalb ist es nicht zu spät, solange es noch genug Deutsche gibt.

Sparen Sie sich lieber gleich Ihre Antworten, die ich schon allzu gut kenne.
Es hilft nichts.

Was Sie an wahrer Erkenntnis hindert, ist die Offensichtlichkeit der Dinge.
Die Einfachheit des Seins.

Wo wohnen Sie, daß Sie die Realität sich so prima wegdenken können?

Einerseits reden Sie von Integration.
In Wahrheit wollen das weder die, noch wir.
Andererseits trauen Sie unseren eigenen Leuten nichts zu.

Das ist nicht intelligent, das ist einfach nur traurig!

Wie viele Kinder haben Sie denn, denen Sie unsere Lebensart und Weisheit weitergeben können?

Wieviele Ihrer Nachbarn wissen denn, wie Sie zu unserer Heimat stehen und warum Ihnen Deutschland so wichtig ist?

Wie weit gehen Sie für uns alle denn wirklich?
Ach ja, ich vergaß, Sie können ja nichts ändern...

Warum könnte die richtige Führung alles ändern?

Weil es da draußen immer noch die gleichen Deutschen sind wie eh und je...
Menschen ändern sich nicht so schnell wie die Mode, sie neigen nur zu Vergesslichkeit...

Unsere Möchtegern-Führungen legen seit geraumer Zeit auf die Förderung eben dieser Neigung großen Wert (obwohl sie an anderer Stelle immer so "gegen das Vergessen" sind :)).

Wir sollen nicht wissen, wer wir sind...

Aber das, und nur das ist entscheidend für uns.

Und wenn Sie wirklich wüßten, wer wir sind, dann wüßten Sie auch, daß wir, und nur wir selbst, etwas ändern, alles ändern können...

Und nochmal an den schlauen Harry:

(darüber, daß angeblich jede rechte Gruppe "weit davon entfernt" sei, im Bezug auf die erwähnten Themen aktiv zu werden, lasse ich mich lieber erst garnicht weiter aus, nur: kennst wohl alle, wa? Also ich kenne keinen, der solch seltsame Ansichten hat wie Du, insofern können wir uns noch nie begegnet sein... hahaha... nee, und deshalb kannst Du ja garnicht wissen, was wir machen. So dünngeistig geht eben nur, wenn man weltfremd genug ist, sich einfach so über andere hinweg zu setzen. Denk mal drüber nach, eingebildet wie Du bist, wird's aber schwer...)

Tja, "Harry", meine Antwort auf die bisher unbeantwortete Frage:

"Wie gewinnt man die hier lebenden Menschen in unserem Land für dieses Land?"

...indem man nicht so bescheuerte Sätze wie Deine Frage formuliert, sondern klare Worte spricht !

Was soll denn der Quatsch: "die hier lebenden Menschen in unserem Land"?
Du meinst inklusive Deiner ausländischen Kumpels, darum die beknackte Formulierung, aber die wirst Du für "dieses Land" nie wirklich gewinnen !!!
Das wird ewig oberflächlich bleiben und nur solange funktionieren, wie Du ihnen hier ein feines Leben bieten kannst.
Wenn's hier nix mehr umsonst gibt und wir diverse Samthandschuhe ausziehen, dann sind sie plötzlich keine freiwilligen "Deutschen" mehr, dann sind sie schneller wieder zu Hause als Du "Integration" sagen kannst... :)

Und was das eigene, das deutsche Volk angeht, wie gesagt:

Klare Worte, frischer Mut, reines Herz!

Und vorleben, wovon man spricht, tun, was man sagt!

Ehrlich währt am längsten, Blödsinn hören sie schon von den etablierten Politikern genug...

...sich entscheiden, 100 Prozent das sein, was man für alle erreichen will...
...und daran glauben, es leben...
Vorbild sein! Nicht auf andere warten, sondern vorangehen!

Ich möchte Euch ein kleines Gedicht dalassen, zum Nachdenken:

Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an Deines Volkes Aufersteh'n!
Laß diesen Glauben Dir nicht rauben,
trotz allem, allem was gescheh'n.
Und handeln sollst Du so, als hinge
von Dir und Deinem Tun allein,
das Schicksal ab, der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär' Dein!

Darin steckt die Lösung, die so einfach ist, daß Ihr sie nicht seht.

Gruß

Harry
12. Dezember 2009 12:47

@ enickmar

Unbestritten, Integration kann nur gelingen, wenn es keine Reservate gibt, wenn gewisse Mehrheitsverhältnisse nicht kippen. Und dass es auch schlechte Erfahrungen gibt mit gewissen Personengruppen - wer hat das bestritten? Die deckt sogar mein Erfahrungshorizont ab ;) Ich kann Ihnen ja grundsätzlich noch folgen, wenn es um das Geistige (Nationalbewusstsein) geht, aber die Vermischung mit dem ethnischen halte ich für gewagt. Mich stört bei so einer Denke das Absolute. Da gibt es, konsequent umgesetzt, keine Grautöne. Dabei sind doch z.B. Vietnamesen oder Chinesen in Deutschland kein Problem (was nicht nur an der geringen Zahl liegt), und auch nicht jeder Türke stört. (Unbestritten, die Zahl der strenggläubigen Muslime - oder besser: durch archaische Semitenkulturen geprägte Personengruppen - in Deutschland ist auch mir als gottlosen Nihilisten zuwider). Mit Blick auf die Geschichte denke ich aber an Preußen, die Schweiz (die keineswegs immer so wohlhabend war, wie irgendjemand behauptet hat), die USA usw., da hat es ja auch funktioniert. Woran das lag/liegt? Ein weites Feld... jedenfalls ist mir die ethnische Ausschließlichkeit, die sich selbst mit fremden Federn schmückt (Zusammengehörigkeitsgefühl in Krisenzeiten, aus Tradition etc), zuwider. Es ist doch so: die ethnische Frage hat vor 1800 keine relevante Rolle gespielt. Man hat die männlichen Feinde umgebracht und sich die Frauen geschnappt; ohne Angst davor, den völkischen Genpool zu zerstören. Die Erfahrung unserer Vorväter hat dafür auch keine Anhaltspunkte geliefert, und die männliche Libido liefert zuverlässig multiethnische Experimente. Tausende von Jahren ohne Denken in Ethnien, und jetzt soll es der Weisheit letzter Schluß sein? Hm, vermutlich ist es einfach ein Glaubenssatz, ein Dogma. So kommen mir zumindest die meisten Kommentare der Befürworter vor. Ihnen, enickmar, sei aber Dank gesagt für die sachlichen Einwendungen, die ich gerne gelesen habe und über deren Argument ich gerne nachdenke.

@ wutausliebe

Ein langer Text. Nun, dass Du die Lösung siehst (und ich sie nicht), habe ich verstanden. Nicht jeder hat eben den Durchblick, gelle ;)

Viel mehr fällt mir aber zu Deinem Text nicht ein. Behauptungen ohne Belege und Deine Erfahrungen sind natürlich das Maß der Dinge, meine oben beschriebenen Erfahrungen sind natürlich nicht repräsentativ, jaja. Solche Texte wie Deiner sprechen für sich. Deine "klaren Worte" sind raunendes Geschwätz. Aber ich bin sicher zu eingebildet, um das zu verstehen, schon klar...

Ich merke schon: Du hast es gerne einfach und klar, keine Fragen bitte, keine Zweifel. Nun, ich bin anders als Du. Böse Welt.

Ehrlich gesagt, volkstreuer Deutscher, Thorsten ist mir lieber. Er schreib zwar auch dummdreiste Texte, aber die sind wenigstens kurz.

Asozial meinte bei mir auch nicht "nicht studiert"; wenn Du meinen obigen Text gelesen hättest, wären Dir meine Vorbehalte gegen gewissen Studentenbewegungen nicht entgangen.

Und (gleiche Nachhilfe in Hermeneutik ;) meine Ausführungen zu den inaktiven rechten Gruppen bezogen sich auf die politischen Handlungsmöglichkeiten im staatlichen Rahmen, erkennbar am Kontext und an den Anmerkungen in der Klammer. Dass Du und Deine Jungs irgendwo aktiv seid, mag ja sein. Aber dann solltest Du Deine Zeit nicht bei uns Schwätzern verbringen ;)

Nichts für ungut.

wutausliebe
14. Dezember 2009 03:23

Schade.
Bist ja doch kein schlauer Harry ;)

Wenn Du nur wüßtest, wie unwichtig Deine Hoffnungen auf die "glorreiche Multi-Kulti-Zukunft im Kleinformat" sind, bedenkt man die Größe unseres Volkes.
Ich bin jedenfalls heilfroh, daß es da draußen genug Deutsche gibt, die mehr im Herzen fühlen, deren Instinkte, deren Seelen noch lebendig sind.

Volkstreu - ja, was denn bitte sonst?

Sollen mir die Menschen, die mir am nächsten stehen, am ähnlichsten sind von allen auf der Welt, die, mit deren Abstammung die meinige über Jahrtausende eine Schicksalsgemeinschaft gebildet hat, sollen die mir heute einfach gleichgültig sein?

Nur weil uns die Großverdiener einer modernen Konsumwelt vorschreiben wollen, was wir nun gefälligst zu sein haben, nämlich am besten willenlose, seelenlose Konsumenten, sollen wir aufhören, Menschen zu sein?

Unsere Vorväter und -mütter haben Seite an Seite ums Überleben gekämpft (oder sich als Feinde bekriegt um sich dann doch zu einen), sind für den Boden, auf dem wir heute Autofahren und "shoppen" gehen, gestorben, haben mit Blut und Schweiß, mit ihrer Hände Arbeit dieses Land bewohnbar gemacht, haben Kinder aufgezogen, auch in schwersten Zeiten, und zum Kindsbett gehörte lange noch selbstverständlich das Sterbebett,... verglichen mit ihrem Mut und Lebenswillen, wo siehst Du da Dich?

Das Blut, das in Deinen Adern fließt, das hast Du von ihnen...
Wach' auf!

Wenn nicht Deinem Volk, wem willst Du treu sein?

Und bist Du Dir selbst wahrhaft treu, so bist Du's ihnen...

Denn Du bist ein Teil des Ganzen.
Niemals mehr, aber auch nie weniger.

Und das wiederum bedeutet nicht, daß Du ein unwichtiges, kleines Rädchen im Getriebe Deutschlads bist, nein, DAS wußten WIR DEUTSCHEN schon immer:
Teil dieses Volkes zu sein heißt, seine ganze individuelle Gabe, seine eigenen Talente, seine ureigenste Persönlichkeit zu entwickeln, einzubringen und so seinen Beitrag für alle zu leisten!

Nicht Individualität um jeden Preis, ich kann nicht einfach machen was ich will. Wenn Kinder in der Nähe sind, gehe ich aus Verantwortung ja auch nicht bei Rot über die Ampel... (Du weißt was ich meine. Man hat eben eine selbstverständliche Verantwortung der Gemeinschaft gegenüber.)
Will ich's anders, muß ich als Einsiedler irgendwo in der Tundra hausen.

"Einfach und klar" schließt doch keine Fragen und Zweifel aus!
Also, ich hab' Dich für intelligenter gehalten...

(Kleines Quiz am Rande:
1.Bei welcher Partei wäre ich Mitglied, hätte ich nie Fragen gestellt und Zweifel gehegt?
2.Würde ich hier schreiben, wenn ich Fragen und Zweifel meiner Mitmenschen nicht kennen wollte?
3.Bei welcher Partei bin ich Mitglied, weil ich mich jeden verdammten Tag mit Fragen und Zweifeln befasse???)

Mit einem umständlich formulierten Text, der dazu noch ungeläufige Begriffe enthält, ist es unmöglich, GEFÜHLE zu transportieren.
Aber genau das braucht er, um zu begeistern, aufzurütteln, mitzureißen!
Hast Du noch nie Goethe gelesen?
Warum, glaubst Du, wimmelt es in seinen Gedichten nicht von Fremdwörtern und Fachbegriffen?
War er etwa nicht so gebildet wie Du?
Und warum hatte Luther die Bibel übersetzt?
Dämmert's?

Und gerade in der Klarheit liegt doch auch die Kunst!!

Wie unglaublich schwer ist es oft, die vielen verschiedenen Probleme unserer Zeit, die unzähligen Varianten des alltäglichen Schwachsinns und Leidens in klare Sätze zu packen, in Worte zu fassen, die für sich sprechen und genauso brennen wie mein Herz...!

Übrigens müßte meine alte Dichterseele sich zur Unkenntlichkeit verbiegen, sollte ich es wagen, "raunen" zusammen mit "Geschwätz" zu benutzen... scheußlich fürwahr...
Weißt Du, was raunt?
Der sanfte Wind in den Blättern einer alten Eiche, der kann leise raunen, wenn Du zuhören kannst. Vielleicht wird Dir das Herz davon schwer, aber Du gewinnst an Stärke.
Ebenso kann es sein, daß Du bei einer Burgruine in Südtirol ein Raunen aus den Trümmern der Geschichte vernimmst...
Ein klares Wort (hahaha, da ist es wieder) auf der Bühne kann ein Raunen durch das Publikum gehen lassen...

Aber ich verbitte mir, dieses herrlich wundersame Raunen mit Geschwätz in Verbindung zu bringen!
Himmelherrgott, das ist ja obendrein noch so bescheuert wie:
schwafelndes Gerede, oder laufendes Gehen...

Ja, "nichts für ungut".
...und weder Fisch noch Fleisch.
(die Veganer sind ihm schon wieder zu radikal, hahaha ;))

Schreib' doch mal, WAS Du denn nun meinst, z.B. mit asozial

Würde ich mich über jede Dämlichkeit auslassen, wäre der Text garantiert dreimal so lang.

Gruß an alle die fühlen wie ich.

Und, "Harry", stell' Dir nur weiter Deine speziellen Fragen, das kann nicht schaden, aber mach' um Himmels Willen keine "Leitkultur" draus, sonst kommen wir hier nie aus'm Saft... hahaha.
Danke, daß es Dich gibt...

enickmar
29. Dezember 2009 03:16

Zu Harry:

Zu den Grautönen: Es geht nicht um ,,sterile Rassenhygiene‘‘. Damit würde etwas hineininterpretiert was hier nicht gemeint ist. Dies hängt vielleicht auch mit dem Ballast zusammen, den wir aus dem letzten Jahrhundert mit uns herumtragen. Ich weiß nicht, vermute aber, was sich mancher vorstellt, wenn er ,,völkische‘‘ Argumente hört: Die Rückkehr des ,,Dritten Reiches‘‘, als Abbild einer ,,Knoppschen Dokumentation‘‘, direkt aus dem Ferseher heraus, wonach der ,,Sportkumpel‘‘ alsbald im Viehwaggon deportiert wird ...

Es geht darum, anthropologische Verhältnisse und damit zusammenhängende soziologische Mechanismen zu erkennen und daraus Schlüsse zu ziehen und Prinzipien zu formulieren, die orientierenden Charakter haben.
Solch abgeleitete Ideale können, wenn man sie differenziert betrachtet, sie nicht zur ,,Ideologie‘‘ werden läßt, und man um die Gefahr der Utopie weiß, eine, bzgl. der Probleme der gescheiterten multiethnischen Realität, ,,korrigierende Formulierung‘‘ darstellen. Diese kann auch als Argument in der Diskussion zunächst, der ,,Praktikabilität‘‘ halber, eine Vereinfachung darstellen. Dessen muß man sich dabei aber natürlich schon bewußt sein.
Es geht um - zunächst mal nach Orientierung gebenden Prinzipien aufgestellte -Skizzen, die sich von den utopistisch ,,de novo‘‘ konstruierten Entwürfen, wie denen der Multikultur oder des marxistischen Sozialismus, oder auch des modernen Liberalismus dadurch unterscheiden, daß sie sich aus der Erfahrung (Tradition, Geschichte, wissenschaftliche Empirie) und nicht aus mit theoretischen Postulaten unterfütterten ,,Wunschdenken‘‘ abzuleiten versuchen.
Zu ,,differenzieren‘‘ heißt dabei z.B., daß man auch um andere anthropologische Konstanten weiß: den befruchtenden Charakter des interkulturellen oder gar biologischen interethnischen Austausches, die Bedeutung der Persönlichkeit (als ergänzendes, die Realtität beschreibendes athropologisches Faktum) im Gegensatz zur Bedeutung der (biologischen) Ethnie, usw.
Wie so oft im Leben gilt hier auch das richtige Maß zu halten.

Aber ist es nicht fahrlässig, die Bedeutung auch der biologischen Dimension der Ethnie für die Soziologie zu leugnen, bzw. zu bestreiten, nur weil man die soziologische Bedeutung der Persönlicheit entdeckt hat (und andersherum) ?

Die Realität, die Macht des Faktischen verlangt solchen Skizzen von alleine ihre Zugeständnisse ab. Doch: ,,Wie weit sprängen wir denn, wenn wir bereits geistig abrutschten?‘‘ ...

Zur Bedeutung der Ethnie in der Geschichte: Bei multiethnischen Gesellschaften gilt: je ähnlicher die verschiedenen Ethnien, desto besser funktioniert es und entsprechend andersherum. Verschiedene multiethnische Gesellschaften, sind nicht einfach miteinander gleichzusetzen, sondern es ist der Grad der Verschiedenheit der gemischen Ethnien und die Zahlenverhältnisse zu berücksichtigen.
Die USA sind kein funktionierender ,,Melting Pot‘‘, sondern ein Flickenteppich, der zunehmend auseinanderfällt.
Ausnahmen bestätigen die Regel. Auswirkungen wirksamer soziologisch-anthropologischer Mechanismen können durch andere solcher wirksamen Mechanismen überlagert, bzw. beeinflußt aber nicht unwirksam gemacht werden: Es ist immer eher von Multikausalität als von Monokausalität auszugehen.

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