Sezession
4. Dezember 2009

Presseschau, 4. Dezember 2009

Gastbeitrag

Auswahlpresseschau, erstellt aus diversen Zeitungen, Magazinen und Blogs. Schwerpunkte diese Woche: Neubewertung des Luftangriffs bei Kundus durch Verteidigungsminister Guttenberg, rot-rote Stasi-Querelen in Brandenburg und der Volksentscheid über Minarette in der Schweiz.


Äußeres, Kriegs- und Konfliktforschung

Kommentar zur Kundus-Affäre
Guttenberg hat seine Reifeprüfung bestanden
Von Thorsten Jungholt
Er hat eine lückenlose Aufklärung des Luftangriffs von Kundus angekündigt – und sein Versprechen gehalten: Verteidigungsminister Guttenberg. Im Bundestag revidierte der CSU-Politiker seine ursprüngliche Einschätzung des Bombardements und nahm gleichzeitig die Soldaten in Schutz.

Die Einsamkeit des Soldaten
Von Martin J.G. Böcker
Schon der Versuch, sich in die Lage des deutschen Obersts zu versetzen, der am 4. September in Kundus die Verantwortung trug, schnürt einem die Kehle zu. Es drängen sich Fragen auf, die unmöglich zu beantworten sind. Welchen Entschluß hätte man selbst gefällt? Wäre er richtig gewesen? Wie sehr würde man ob der Gewißheit leiden, daß der eigene Entschluß – egal ob richtig oder nicht – so viele Tote zur Folge hatte? Tote, die vielleicht tapferer waren als jene, die sich jetzt im eigenen Parlament das Maul zerreißen. Mit dem Oberst zu fühlen, kann nur schmerzhaft sein.

Was denkt die Truppe? Schaut auf die T-Shirts ...
Wer wissen will, was die Truppe irgendwo im fremden Land wirklich denkt, sollte mal einen Blick unter die Uniform werfen. Wie bei gleichaltrigen Zivilisten sind T-Shirts mit Aufdruck oft genug ein Ausdruck dessen, was die Truppe denkt – oder manchmal auch nur fühlt. Da spielt es keine Rolle, ob diese Aufdrucke auf hohem intellektuellem Niveau sind oder vielleicht sogar geradewegs geschmacklos: Die Baumwollhemdchen treffen einfach einen Nerv.
Deshalb ist das T-Shirt, das nach Bundeswehrangaben in Camp Marmal in Nordafghanistan verkauft wurde, auch so ein Symbol: Unter dem biblischen Gebot „Thou shalt not steal“ (Du sollst nicht stehlen) waren zwei Tanklastzüge abgebildet. Kommandeur Jürgen Setzer hat natürlich den Verkauf sofort verboten.

Afghanistan
Was wir unseren Soldaten schuldig sind
Eine Demokratie hat die Menschen zu achten, die sie in ihren Krieg schickt, meint der Schriftsteller Michael Kleeberg. Dieser Staat müsse Verantwortung übernehmen – nicht nur gegenüber der Bevölkerung in Afghanistan und den Bündnispartnern, sondern auch gegenüber den eigenen Bürgern in Uniform.


 Gastbeitrag

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