Aktion Sorgenkind

Die sogenannte Inklusion ist ein Leitlinienbegriff der Berliner Republik.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

Mehr noch, er kann über­haupt für die Leit­kul­tur der gegen­wär­ti­gen Ent­schei­dungs­trä­ger und des sie tra­gen­den links­li­be­ra­len, links­öko­lo­gi­schen und links­in­tel­lek­tu­el­len Neu­bür­ger­tums ste­hen, also für jene, die sich als Eli­te der „neu­en urba­nen Schich­ten“ ver­ste­hen und trend­be­stim­mend wir­ken. Alle und alles soll “inklu­diert”, mit­hin gleich­ge­stellt, aber so auch gleich­ge­schal­tet, also ange­gli­chen und nivel­liert werden.

Dank arti­ger Anpas­sung und Leis­tungs­be­reit­schaft auf­ge­stie­gen und kraft Erfol­ges selbst­be­wußt, aber im Gegen­satz zur eige­nen Selbst­wahr­neh­mung „Wir sind mehr!“ eben nicht Bevöl­ke­rungs­mehr­heit, ent­wi­ckel­te die­se ver­gleichs­wei­se ver­mö­gen­de und in ihrer „Work-Life-Balan­ce“ betont hedo­nis­tisch ori­en­tier­te Grup­pe der “Anstän­di­gen” eine Sicht­wei­se auf die Benach­tei­lig­ten, die von mora­li­schen oder neu­ro­tisch beding­ten Kom­pen­sa­ti­ons­be­dürf­nis­sen bestimmt ist.

Die deut­sche Kom­fort-Gene­ra­ti­on ab Jahr­gang 1980 und die kar­rie­re­star­ken Migran­ten­nach­kom­men fol­gen in ihrer Welt-Anschau­ung den “Grund­ver­ein­ba­run­gen” der eigent­li­chen poli­ti­schen Wen­de in Deutsch­land, näm­lich jener von 1968 ff. Die davon aus­ge­hen­den Neu­be­stim­mun­gen, seit den spä­ten Sieb­zi­gern durch­weg schu­lisch ver­mit­telt und – im Ver­gleich zum Nach­krieg – einem völ­lig ver­än­der­tem Men­schen­bild ver­pflich­tet, wirk­ten über Jahr­zehn­te viel inten­si­ver als etwa die Wie­der­ver­ei­ni­gung, in deren Ver­lauf die post­acht­und­sech­zi­ger Wer­te einer betont anti­kon­ser­va­ti­ven, anti­na­tio­na­len und anti­rech­ten Bekenntnis‑, Schuld- und Süh­ne­kul­tur auf das Bei­tritts­ge­biet über­tra­gen wurden.

Mitt­ler­wei­le ent­stand dar­aus eine ver­fes­tig­te und bereits ein­ge­üb­te Ideo­lo­gi­sie­rung, die jedoch Unge­hor­sam und gar Wider­stand auf­ruft, der sich zuerst wäh­rend der ent­grenz­ten Flücht­lings­po­li­tik 2015 und nun aktu­ell im Zuge der Coro­na-Maß­re­ge­lun­gen und ‑Bevor­mun­dun­gen vita­li­sier­te. Die­ser Unmut folgt eher dem gesun­den Men­schen­ver­stand, als daß er eine aka­de­mi­sche Selbst­ver­ge­wis­se­rung nötig hät­te. Der gesun­de Men­schen­ver­stand, der com­mon sen­se, weiß, wie der Mensch ist – und daß er sei­ner Natur nach nicht so ist, nicht so sein will und sein soll­te, wie ihn sich die Apos­tel der gro­ßen Gerech­tig­keit kon­stru­ie­ren möchten.

Aktu­ell hält die Bun­des­re­gie­rung in Per­son des Finanz­so­zia­lis­ten Scholz den Unzu­frie­de­nen und den Lock­down-Kri­ti­kern ent­ge­gen, sie wer­de alle angeb­lich pro­phy­lak­tisch not­wen­di­gen Ein­bu­ßen und Ver­lus­te aus­zu­glei­chen wis­sen: „Wir kön­nen noch nach­le­gen!“ (“Wir!”) Die Regie­rung legt aber nach, indem sie Steu­er­gel­der ver­senkt, um die Gegen­wehr der Bür­ger zu dämp­fen. Die Exe­ku­ti­ve bezahlt die dem Bür­ger zuge­mu­te­ten Schä­den mit dem Ver­mö­gen des Bür­gers, hofft auf Burg­frie­den aus Seu­chen­angst und spricht fälsch­li­cher­wei­se, also dem­ago­gisch von einem “Wir”. Aber­mals ver­häng­nis­voll im Sin­ne von: “Wir schaf­fen das!”

Zurück: Die Christ­de­mo­kra­ten gaben ihre gut kon­ser­va­ti­ven Posi­tio­nen der Nach­kriegs­zeit – Leis­tungs­ori­en­tie­rung, vater­län­di­sche Gesin­nung, Tra­di­ti­ons­be­wußt­sein, christ­lich grun­dier­te Ethik, Maß­hal­ten und Spar­sam­keit – in einem ver­meint­li­chen Moder­ni­sie­rungs­pro­zeß seit den Acht­zi­gern voll­stän­dig auf, wäh­rend die FDP zwar wei­ter­hin wirt­schafts­prag­ma­tisch, also markt­li­be­ral agier­te, dabei aber ihr natio­nal­li­be­ra­les Erb­teil aus­schlug und betont auf die angeb­lich uni­ver­sel­len Rech­te einer Welt­bür­ger­ge­mein­schaft setzte.

Mehr noch als die C‑Parteien und die Res­te der Libe­ra­len ver­lor die SPD ihre Kon­tur, weil sie sich aus Grün­den des indus­trie­ge­schicht­li­chen Wan­dels zwar noch als gewerk­schafts­freund­lich, aber nicht mehr als Arbei­ter­par­tei ver­ste­hen konn­te und die wert­vol­len Tra­di­tio­nen der Arbei­ter­be­we­gung durch einem didak­tisch vor­ge­tra­ge­nen Mora­lis­mus ersetzte.

Rich­tung und Leit­li­ni­en bestimm­ten mehr und mehr die Grü­nen, zumal tat­säch­lich offen­bar wur­de, daß die Welt einem öko­lo­gi­schen Desas­ter ent­ge­gen­treibt, wenn der Wachs­tums­be­griff nicht rela­ti­viert, die Bio­sphä­re nicht geschont und die Arten­di­ver­si­tät nicht geret­tet wür­de. Grü­ner Poli­tik eig­net daher ein apo­ka­lyp­ti­scher Zug, der in den Gre­ta-Pro­tes­ten der Fri­day-for-Future-Kin­der­de­mos bei­na­he die Gestalt einer moder­nen Geiß­ler­be­we­gung gewann.

Die Tele­tub­bies-Gene­ra­ti­on klagt ihre Eltern an und gibt sich erschüt­tert dar­über, daß gesell­schaft­li­cher Reich­tum aus kapi­ta­lis­ti­schem Wirt­schaf­ten ent­stand. Sie ver­gißt, daß sie dem hoch­ge­dreh­ten Welt­markt ihren eige­nen Wohl­stand zu ver­dan­ken hat, den sie weder mis­sen könn­te noch woll­te. Alles, was sie ist, im Guten wie im Pro­ble­ma­ti­schen, ist sie durch den moder­nen Kapi­ta­lis­mus, der mit­tels so fest wie nie zupa­cken­der Tech­nik nun mal die Natur ver­schleißt und dank sei­ner infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­ten­den Sys­te­me alle Man­nig­fal­tig­keit in ein öko­no­misch ver­da­ten­des Ras­ter scannt. Die Natur allein wird für ihren enor­men Ein­satz nicht bezahlt.

Aber alle Par­tei­en der Bun­des­re­pu­blik rich­te­ten sich längst nach grü­nen Maß­ga­ben aus und ver­ban­den die­se mit sozia­len Gerech­tig­keits­vor­stel­lun­gen, die um so uto­pis­ti­scher und radi­ka­ler for­mu­liert wur­den, je erfolg­rei­cher – wenigs­tens ver­gleichs­wei­se – die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung nach Zah­len verlief.

Daß aber im Zuge der tief­grei­fen­den Effek­ti­vi­täts­stei­ge­rung des Wirt­schaf­tens, wesent­lich beschleu­nigt durch die digi­ta­le Revo­lu­ti­on und durch Dere­gu­lie­run­gen, immer mehr Men­schen für den Wert­schöp­fungs­pro­zeß nicht mehr gebraucht wur­den und als sozi­al abstei­gen­de Ver­wal­tungs­mas­se zu ali­men­tie­ren waren, beding­te die neu­ro­ti­sche Reak­ti­on der neu­en Eli­ten, min­des­tens noch sich selbst eine gesell­schaft­li­che Gerech­tig­keit sug­ge­rie­ren zu wol­len, die es natür­li­cher- und öko­no­mi­scher­wei­se nicht gab, die der Staat aber auf qua­si­so­zia­lis­ti­sche Wei­se über die Bereit­stel­lung von immer mehr Mit­teln her­zu­stel­len hät­te. Wer als Pro­du­zent nicht mehr benö­tigt wird, behält immer­hin als Kon­su­ment die Funk­ti­on, mit­tels der ihm zuge­wie­se­nen Trans­fer­zah­lun­gen noch die Kon­sum­ti­on im Sin­ne einer staat­li­chen Wirt­schafts­hil­fe auf­recht zu erhal­ten. Die Phra­sen von Wert und Wür­de klin­gen um so ein­dring­li­cher, je öko­no­misch uner­heb­li­cher immer mehr Men­schen werden.

Der Benach­tei­lig­te, der „Bedar­fe“ anzu­mel­den hat­te, avan­cier­te vom hilfs­be­dürf­ti­gen Son­der­fall längst zur Haupt­sa­che poli­ti­scher Anlie­gen. Ihm soll­ten, so die lin­ken Ideo­lo­gen, immer mehr Rech­te zuste­hen, wäh­rend die Fähi­gen, Talen­tier­ten und Tat­kräf­ti­gen zuerst in der Pflicht wären, die­se Schwa­chen über pro­gres­si­ve Sozi­al­trans­fers zu „inklu­die­ren“. Mehr noch: Die­se Ver­pflich­tung auf Soli­da­ri­tät bezieht sich nicht mehr nur auf den ein­hei­mi­schen Benach­tei­lig­ten, son­dern mitt­ler­wei­le auf die Armen und Bela­de­nen der gan­zen Welt, deren Flucht­be­dürf­nis aus dem „post­ko­lo­nia­len“ Elend eben­so selbst­ver­ständ­lich erschei­nen soll wie die von uns gefäl­ligst zu leis­ten­de Fluchthilfe.

Zwi­schen­spiel: Daß die Schrö­der-SPD 2003 in Nach­ah­mung von „New Labour“ mit der „Agen­da 2010“ einen so muti­gen wie not­wen­di­gen, für sich selbst aber poli­tisch selbst­mör­de­ri­schen Akt voll­zog, ver­setz­te alle ande­ren Kräf­te der Ber­li­ner Repu­blik in die beque­me Lage, jetzt um so mehr eine umfas­sen­de­re Gerech­tig­keit for­dern zu kön­nen, ohne dabei selbst in der Ver­ant­wor­tung zu ste­hen, denn kurio­ser­wei­se hat­ten die Sozi­al­de­mo­kra­ten in der Sozi­al­po­li­tik ja den Schwar­zen Peter gezo­gen. Beson­ders laut­stark for­der­te das zwar die sich zur gesamt­deut­schen „Lin­ken“ wan­deln­de eins­ti­ge ost­deut­sche Regio­nal­par­tei PDS, nur ver­füg­te sie schon aus Grün­den ihrer fort­schrei­ten­den Ver­grei­sung nicht über die Kraft, dar­aus nach­hal­ti­ge Vor­tei­le zu zie­hen. Immer­hin kam sie nun in der „Mit­te der Gesell­schaft“ an, also dort, wo alle ande­ren Par­tei­en bereits ein­heits­front­lich ver­sam­melt waren – modern huma­nis­tisch, öko­lo­gisch, gerech­tig­keits­so­zia­lis­tisch den Weg­wei­sun­gen der Grü­nen folgend.

Nir­gend­wo mani­fes­tiert sich die­ses Bestre­ben gegen­wär­tig so signi­fi­kant wie in der Inklu­si­ons­kam­pa­gne an den Schu­len. Sie wur­de mit enor­mer Rigo­ro­si­tät durch­be­foh­len. Als Auto­ri­täts­be­weis für die unsäg­li­che Beschä­di­gung eines völ­lig intak­ten, ja welt­weit vor­bild­li­chen Bil­dungs­sys­tem, das ins­be­son­de­re Kin­dern mit Han­di­caps zugu­te kam, wur­de die kurz­schlüs­sig und damit falsch aus­ge­leg­te UN-Behin­der­ten­kon­ven­ti­on auf­ge­ru­fen. Mit ihr begrün­de­te man die skan­da­lö­se Zer­schla­gung der deut­schen För­der­schu­len und die Ver­tei­lung ihrer Schü­ler und Lehr­kräf­te an die Regel­schu­len und sug­ge­rier­te, genau damit wäre end­lich die Dis­kri­mi­nie­rung benach­tei­lig­ter Her­an­wach­sen­der über­wun­den. Alles, was dann folg­te, waren Absichts­er­klä­run­gen und Schein­vor­gän­ge in Akten­ord­nern, die nur auf dem Papier eine posi­ti­ve Vor­stel­lung gene­rier­ten, die in der Pra­xis jedoch zum Desas­ter wur­de. Dies min­des­tens in den Wahr­neh­mun­gen aus­zu­glei­chen, warf man „For­schungs­pro­gram­me“ an, die den Irr­weg zu recht­fer­ti­gen hat­ten, und grün­de­te teu­re “Insti­tu­te für Qua­li­täts­si­che­rung”, die „Wei­ter­bil­dungs­pro­gram­me“ kon­stru­ier­ten, mit denen des­il­lu­sio­nier­te Leh­rer pflich­tig auf Linie gebracht wer­den sollten.

Nach einer aktu­el­len und reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge von For­sa im Auf­trag des Ver­ban­des Bil­dung und Erzie­hung (VBE) gibt es zum Fort­be­stand der För­der­schu­len kei­ne Alter­na­ti­ve. Sie hät­ten erhal­ten wer­den müs­sen, weil die nor­ma­len Schu­len Kin­dern mit beson­de­ren För­der­be­darf eben nicht gerecht wer­den kön­nen. Die Befrag­ten geben den Lan­des­re­gie­run­gen und Kul­tus­mi­nis­te­ri­en für die erzwun­ge­ne Inklu­si­ons­po­li­tik rea­lis­ti­scher­wei­se die Note 4,5. Man hät­te sie viel frü­her fra­gen sol­len, woll­te aber durch­re­gie­ren und aus rein poli­ti­schen Grün­den Zei­chen set­zen und Tat­sa­chen schaffen.

Nur 56 Pro­zent aller Lehr­kräf­te hal­ten heu­te die gemein­sa­me Beschu­lung für sinn­voll. Selbst von den Auf­ge­schlos­se­nen mei­nen nur 27 Pro­zent, daß die Inklu­si­ons­vor­ha­ben so, wie sie gera­de ablau­fen sol­len, prak­tisch tat­säch­lich umsetz­bar sind. Fast sieb­zig Pro­zent hiel­ten es für viel sinn­vol­ler, wür­den Kin­der mit Behin­de­rung und son­der­päd­ago­gi­schem För­der­be­darf in deren urei­ge­nem Inter­es­se in der über Jahr­zehn­te bewähr­ten Wei­se in spe­zi­el­len För­der­schu­len unterrichtet.

Noch besucht bun­des­weit eine Mehr­heit för­der­be­dürf­ti­ger Kin­der, 321.000, eine För­der­schu­le, 235.000 sind bereits an die Regel­schu­len über­ge­ben wor­den. Dort aber konn­ten erfor­der­li­che tech­ni­sche Maß­nah­men wie etwa die Bar­rie­re­frei­heit nicht rea­li­siert wer­den; vor allem aber sind die Klas­sen­grö­ßen nicht auf die Bedürf­nis­se der För­der­schü­ler ange­paßt wor­den: Seit 2015 liegt die durch­schnitt­li­che Grö­ße von Inklu­si­ons­klas­sen bei­na­he unver­än­dert bei 18,6 Kin­dern – bei durch­schnitt­lich 3,9 Kin­dern mit einem Förderbedarf.

An ihre Gren­zen sto­ßen die Regel­schu­len jedoch am aller­we­nigs­ten in der Bil­dung und Erzie­hung kör­per­lich behin­der­ter Schü­ler, obwohl auch die an beson­de­ren Schu­len bes­ser auf­ge­ho­ben waren. Viel­mehr fällt es schwer, die zahl­rei­chen Kin­der mit För­der­be­darf Ler­nen, also die eins­ti­gen „Hilfs­schü­ler“, tat­säch­lich zu inte­grie­ren. Sie wer­den ein­fach neben­her durch­ge­zo­gen und mit­tels soge­nann­ter Nach­teils­aus­glei­che „fair benotet.“

Eigent­lich pro­ble­ma­tisch ist die Inte­gra­ti­on von Kin­dern mit „sozia­len und emo­tio­na­len Ent­wick­lungs­stö­run­gen“, also ver­hal­tens­ge­stör­ten Schü­lern. Klas­sen­ver­bän­de, die an nicht­gym­na­sia­len Schu­len häu­fig schon in sich schwie­rig zu füh­ren sind, gera­ten nach Über­nah­me aus­neh­mend ver­hal­tens­auf­fäl­li­ger Schü­lern erst recht in Tur­bu­len­zen, ganz abge­se­hen davon, daß die „ESE-Schü­ler“ ihrer­seits in ein Reiz­feld gera­ten, das ihre Pro­ble­me mit sich selbst und ande­ren ver­schärft. Jeder zwei­te ESE-Schü­ler benö­tig­te inten­si­ve För­de­rung“, so der Ver­band Bil­dung und Erzie­hung. Das heißt aus, er müß­te geson­dert betreut wer­den – um selbst zu sei­nem Recht zu kom­men und um nicht ohne­hin labi­le Klas­sen aufzumischen.

Leh­rer kön­nen sich – besetzt u. a. von den Anfor­de­run­gen der Ganz­tags­schu­le – kaum eigens auf inklu­si­ven Unter­richt vor­be­rei­ten; nur knapp die Hälf­te der Lern­grup­pen ist par­al­lel mit Son­der­päd­ago­gen ver­sorgt. Vor dem Hin­ter­grund desas­trö­ser Erfah­run­gen, die vor allem zu Las­ten der Kin­der mit Han­di­cap gehen, wün­schen sich 83 Pro­zent aller Leh­rer den Erhalt bzw. eher die Ret­tung der bewähr­ten För­der­schu­len. Sie waren vor ihrer Zer­schla­gung Ein­rich­tun­gen, die hiel­ten, was sie ver­spra­chen, und eine Inklu­si­on zu rea­li­sie­ren ver­stan­den, die die­sen Namen ver­dien­te – nicht außer­halb der Gesell­schaft, son­dern mit­ten­drin, gebor­gen und opti­mal betreut. Den Kul­tus­mi­nis­te­ri­en ist das bis­her einer­lei. Aus Prin­zip rei­ten sie den toten Gaul “Inklu­si­on” weiter.

Heino Bosselmann

Heino Bosselmann studierte in Leipzig Deutsch, Geschichte und Philosophie für das Lehramt an Gymnasien.

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Kommentare (83)

Maiordomus

18. November 2020 10:16

Es sind  zwei Artikel; die erste Hälfte mit den allgemeinen Ursachen; die zweite Hälfte stärker konkret bildungspolitisch. Es gibt aber nicht nur das Problem derjenigen, die man früher "schwachbegabt" oder "behindert" nannte. Die Hochbegabten müssten eigentlich genau so aus vielen heutigen Schulen herausgenommen werden; ein altes Problem. Die Kinder der Familien Bernoulli, Euler und andere hatten im 18. Jahrhundert im damals grottenschlechten Basler Gymnasium keine Fördermöglichkeit, wären ohne Privatunterricht nicht geworden, was sie waren; vgl. noch Mozart, Goethe, die Bachs. Auch wenn es diese Liga heute nicht mehr gibt: Welcher wirklich Hochbegabte kann an den z.B. durch Sprachregelungsprogramme und Korrektheitsvorschriften usw. gegängelten geisteswissenschaftlichen Fakultäten von heute noch wirklich was lernen?  Max Weber wusste genau, was er sagte mit der Formulierung "Politik gehört nicht in den Hörsaal". Wie er es aber meinte, kann hier nicht kurz erklärt werden. 

Laurenz

18. November 2020 10:51

@Maiordomus

Es gibt quasi keine Hochbegabten. Wenn Sie Eltern aus der ehemaligen Bildungsschicht fragen, sind alle deren Kinder hochbegabt, und weil dadurch die Schule so langweilig ist, schreiben die Hochbegabten auch noch schlechte Noten. Ich würde gar nichts gegen staatliche Elite-Schulen einzuwenden haben, aber viele würden wir nicht brauchen.

Hatte in meiner Jugend mehrmals franzmännische Gymnasien erlebt. Dort wurde gedrillt wie auf einem preußischen Kasernenhof. Aber trotzdem sind diese ganzen Ecole - oder Lycée-français-Hanswurste nicht wirklich in der Lage, Unternehmen zu führen oder gar einen Mittelstand aufzubauen. Man ersetzt in Frankreich quasi heute noch den alten Adel durch den revolutionären Neu-Adel.

Lotta Vorbeck

18. November 2020 11:38

Klappentext

Leaks aus dem Lehrerzimmer

»Die Geheimhaltungsklausel in meinem Arbeitsvertrag sagt, ich darf dieses Buch nicht schreiben. Mein Gewissen sagt, ich muss dieses Buch schreiben.« Katha Strofe, Lehrerin

Leider nicht bloß Kinderkacke: Ein schwarzhumoriger Brennpunkt-Bericht aus dem Inneren einer gescheiterten Berliner Schule.

Lernen Sie, wenn schon die Kinder nichts lernen, wie man Problemschüler-Poker spielt, warum Lehrer und Schüler in der Schule die Mitarbeit verweigern, was Niveau-Limbo bedeutet, wie Rassismus in Kinderschuhen aussieht, weshalb Quereinsteiger schnell wieder gradlinig aussteigen, und wie die Politik durch beeindruckend schlechte Entscheidungen die Abwärtsspirale des Bildungssystems noch zusätzlich antreibt.

Nachdem die selbstbewusste Lehrerin Katha Strofe an einer Oberschule mit Wachschutz gearbeitet hat, glaubt sie mit allen Wassern gewaschen zu sein. Doch an der Kaspar-Hauser-Grundschule wird sie von ihrem hohen Ross direkt in ein Haifischbecken befördert.

Hilflosigkeit und Wut über die miserablen Zustände an dieser (Ein-)Bildungseinrichtung haben sie zu einer tragisch-komischen Tatsachenschilderung bewegt, die kein Auge trocken lässt.

Niekisch

18. November 2020 12:06

Werter Herr Bosselmann, wann jemals hatte die CDU eine wirklich vaterländische Gesinnung? Hat die F.D.P. jemals wirklich ein nationalliberales Erbe besessen? War die SPD wirklich jemals Arbeiterpartei? Hatten die Grünen wirklich jemals einen apokalyptischen Zug? 

Hat die CDU als Callgirl des Westens nicht bis zur letzten Sekunde vor dem Mauerfall die Teilvereinigung nicht ernsthaft gewollt? War die F.D.P. nicht von Anfang an Partei des Bundes mit den 3 Punkten zur Weltverbrüderung? "B u n d e s  republik. Strebte die SPD seit 1945 nicht immer zum Bürgerlichen? Ist die Apokalypse des Außerklimatischen nicht bei CDU/FDP/SPD von Anfang an anzusiedeln, so dass die Grünen erst jetzt eine Hauptrolle spielen?

Maiordomus

18. November 2020 14:59

@Laurenz. Natürlich gibt es Hochbegabte, nur sind die Eltern nicht die angemessenen Einschätzer, das habe ich selber erlebt. Aber natürlich können Sie und ich sich nicht z.B. mit meinem einstigen Kollegen vergleichen, der vom Mathematikunterricht dispensiert war. An Abitur kam er jedoch wie wir alle vorbei, sagte dann aber nach einer halben Stunde "tschüss", während unsereiner drei Stunden lang gegen ein drohendes Ungenügend anzukämpfen hatte. Euler war mit 14 Jahren schon mathematisch Weltspitze, was in Philosophie, Geschichte und auch Philologie nicht möglich wäre, wiewohl etwa Sprachengenies früh erkennbar sînd. Auch beobachtete ich, dass viele Lehrer klar intelligentere Schüler als sie selber nicht ertragen und diese mit schlechten Noten bestraften. Die Maximalnote ist z.B. die Problemlösung, wie sie auch der Lehrer gewählt hätte. Solche Fälle sind nicht selten. Lesen Sie mal noch die Autobiographie des klar hochbegabten Elias Canetti. Edison war auch kaum schultauglich. 

Maiordomus

18. November 2020 15:13

Nachtrag: Ein "Hochbegabter", der von einem gelegentlich unterdurchschnittlich genialen Psychologen nach Schematest, dem dieser Glauben schenkt,  so eingeschätzt wurde, zählt natürlich nicht. Das einzige wirkliche Kriterium für Hochbegabung bleibt "Hochleistung" mit nicht vorhersehbarem Überraschungsmoment, also geistige Kreativität. Im Musikalischen sieht man es besonders gut. Diejenigen, die "es könnten, wenn sie nur wollten", Originalton Eltern, kann man natürlich nicht ernst nehmen. Hatte selber mal eine Anfrage als Exkursionsleiter bzw. Kursleiter für einen "Elternverein hochbegabter Kinder". Bin sehr dankbar, dass meine Eltern nie einem solchen Verein beigetreten wären.  

RMH

18. November 2020 15:36

Inklusion ist Teil der totalen Mobilisierung des Faktors Arbeit. Zur Inklusion werden individuelle Fahrdienste und Schulbegleiter angestellt, vor Ort dann noch weiteres spezialpädagogisches Personal, plus Schulungen plus Invest in Barrierefreiheit etc, etc.

Am Ende der Schulzeit landen die Behinderten dann in einer Behindertenwerkstatt, wo nicht einmal der Mindestlohn gezahlt wird. Alles nur, um Teilhabe zu simulieren, aber in Wahrheit Sozialtransfers zu bewegen und Leute in Arbeit zu halten und das Geld von der einen in die andere Tasche zu bringen. Wenn nur arbeiten und sich selber schinden als menschenwürdige "Teilhabe" anerkannt wird, wie soll man das nennen? Ein anderer hat dazu einmal Sklavenmoral gesagt. In Irland im 19. Jhdt mussten die hungernden Iren sinnlose Straßen ins Nichts bauen, weil die Engländer der Auffassung waren, ohne Arbeit darf man nichts zu essen bekommen. 

Fuechsle

18. November 2020 15:50

Nur mal so eine Frage an Herrn Bosselmann und alle anderen Foristen. Obwohl ich Privatschulen kritisch sehe , könnten unsere Kreise nicht mal über die Gründung einer Privatschule nachdenken? Ich denke da nicht schon wieder an Akademikerzüchtung, sondern mehr an den Typus Real-/Mittelschule mit solider praktischer Ausbildung. 

Ich bin mir der gewaltigen Schwierigkeiten eines solchen Vorhabens  bewusst  ( Kosten, Beobachtung, Medienkampagnen, motivierte Eltern etc.)  geeignete Lehrer zu finden wäre vielleicht nicht mal so schwer. 

 

Laurenz

18. November 2020 16:39

@Maiordomus

Ja, das gibt es, keine Frage. An meinem Gymnasium, in meinem Jahrgang, war auch ein einziger, der Ihrer Beschreibung eines Hochbegabten entspricht. Einer von 1.000, einer von 10.000 vielleicht?

@Fuechsle

Ganz egal, ob das jetzt Sinn macht oder nicht, dazu brauchen Sie/wir viel Geld. Die FPÖ hatte nicht mal einen Sponsor im Rücken, der die Kronen Zeitung hätte kaufen können. Die Rechte ist so arm, wie eine Kirchenmaus.

Lotta Vorbeck

18. November 2020 16:54

@Fuechsle - 18. November 2020 - 03:50 PM

Nur mal so eine Frage an Herrn Bosselmann und alle anderen Foristen. Obwohl ich Privatschulen kritisch sehe , könnten unsere Kreise nicht mal über die Gründung einer Privatschule nachdenken?

---

Hatten Sie @Fuechsle schon mal Kontakt mit einer in der BRD lizensierten Privatschule?

Die Privatschulen unterstehen der staatlichen Schulaufsicht und unterrichten nach staatlichen Lernplanvorgaben.

Was Privatschulen von den Schulen in anderer Trägerschaft unterscheidet ist einzig der Umstand, daß diesen Schulen in der Auswahl des Lehrpersonals und der Schüler eine gewisse Eigenständigkeit zugestanden wird.

Heino Bosselmann

18. November 2020 17:32

@Lotta Vorbeck: Ihr Gedanke hat nicht nur Charme, sondern erscheint mir sinnvoll: Vor Jahren erarbeitete ich mit einem Gefährten die Konzeption einer privater Schule bzw. einer Schule in privater Trägerschaft, die sich in Zuschnitt und inhaltlicher bzw. erzieherischer Ausrichtung an den Idealen der bündischen Jugend orientierte. Dabei blieb es. Leider. - Interessant wäre, welche Auseinandersetzungen zu erwarten wären, um die staatliche Zulassung resp. die staatliche Anerkennung zu erlangen. Interessant ferner, ob und welche Eltern gewonnen werden könnten, und zwar nicht nur vom politischen Selbstverständnis her, sondern mit Blick auf Leistungsorientierung, Sport, Wertebildung. Wäre etwa mit Anmeldungen zu rechnen, wenn Eltern wüßten, daß tatsächlich auf Niveau geachtet würde? Und blieben sie interessiert, obwohl Abschlüsse anderswo leichter zu erhalten wären? - Das ist ein anderes Thema. Zu erwägen wäre also ein gesonderter Beitrag dazu. - Haben Sie Dank. Mit herzlichem Gruß und guten Wünschen. - H. Bosselmann

RMH

19. November 2020 07:41

Ich halte von dem Vorschlag "Privatschulen von rechts" nicht viel. Zeit- und Ressourcenverschwendung in einer bereits auf Anschlag der Beschleunigung stehenden Zeit. Außerdem zollt man damit dem linken Erziehungswahn Tribut. Man kann Menschen bis zu einem, individuell verschiedenen, gewissen Grad Wissen vermitteln, bis zu einem - schon deutlich eingeschränkter - gewissen Grad Moral, aber den schönen neuen, dann zur Abwechslung mal patriotischen Sekundärtugendstreber, der 5 mal die Woche Sport macht, wird man nur aus dem gleichen, im Grunde genommen bereits von Geburt an charakterlosen, universalen Menschenmaterial machen, welches das Rückgrat der grün-linken-Schulen bildet bzw. jeder systemtragenden Schule. Darauf kann man - in der aktuellen Lage - dann letztlich verzichten.

Nein, der kritische Geist - bei Schülern UND Lehrern! - wird geweckt bzw. entsteht aus der Reibung an den immer lächerlicher werden Turnübungen der ganz normalen Regelschulen. Wir brauchen aktuell mehr kritische Geister, um kritische Massen zu haben. Am Ende wird dann aber kein neu- rechter Traum von schlanken, schlaksigen Jungs mit Seitenscheitel und Kurzhaarschnitt und Mädels mit Zöpfen in Röcken stehen sondern etwas anderes, nicht Vorhersehbares, weil es eben Charakter sein werden, die noch echte Charakter sind. Charakter, die den Geist der Freiheit haben. Der Mythos der Freiheit ist aktueller den je, angesichts des sich immer scham- und zügelloser zeigenden Leviathans.

Maiordomus

19. November 2020 08:58

Alternative Schulen: Es geht nicht um Seitenscheitel und Kurzhaarschnitt bzw. Röcke und Zöpfe. Am Anfang der Schweiz als bundesstaatliche Nation stand das Projekt der Helvetischen Gesellschaft um 1761, mittels einer Privatschule sich endlich der nationalen Geschichte als Freiheitsgeschichte anzunehmen, welche Privatschule dann übrigens in Graubünden installiert wurde, wobei dann ausgerechnet ein Deutscher aus Magdeburg namens Heinrich Zschokke später ihr bedeutendster Lehrer wurde. Dessen Geschichtslehrbuch war dann konsequent als Freiheitsgeschichte konzipiert. Nächstes Jahr steht Zschokkes 250. Geburtstag an. Die Schwierigkeiten mit einer Privatschule seien hier aber voll eingeräumt. Indes ist es enorm, was zu ihren besten Zeiten, freilich stets politisch unterstützt, auf diesem Gebiet Jesuiten und Benediktiner geleistet haben. Die Jesuiten schon im 16. Jahrhundert gemäss Esslinger Regel mit Ablehnung von Gewalt in der Erziehung, bzw. Reduktion auf Rute, die aber erst nach mehrfacher Verwarnung durch ein Strich-System zum Einsatz kommen durfte. 

Monika

19. November 2020 09:11

Was soll die Diskussion über Privatschulen? Wo ein Wille, da ist normalerweise ein Weg. Das schafft etwa eine Gülen Bewegung in Deutschland locker,  die in 30 deutschen Städten Schulen betreibt. https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/die-guelen-bewegung-betreibt-schulen-in-etwa-30-deutschen-staedten-a2083093.html.Was ist das Gegenteil von Inklusion ? Eben. Exklusivität. Diese im eigenen Interesse gestalten. Es gilt:  Wo ein Wille, ...

RMH

19. November 2020 09:23

@M.D., H.B.,

Es dürfte klar sein, dass Lehrer eher den Standpunkt vertreten, dass Schule und damit Lehrer Menschen "bilden" und damit etwas bewirken können, denn diese Haltung ist ja quasi conditio sine qua non für den Beruf.

Nicht-Lehrer, die ein konservatives Menschenbild haben, sehen Anlagen ab Geburt vorhanden und diese Anlagen lassen sich bis zu einem Gewissen Grad entwickeln bzw. unterstützen, aber nur schwer verbiegen, wenn es nicht zu psychischen Schäden kommen soll. Kurz: Die Wirkmöglichkeiten von Schule aber auch Erziehung sind eher begrenzt.

Irgendwo zwischen diesen Polen dürfte die Wahrheit liegen.

Laurenz

19. November 2020 10:11

@Maiordomus

Kein Frage, die Jesuiten unterhalten die besten Schulen der Welt. Goebbels, Strauß, Stoiber hatten eine Jesuiten-Schule besucht, um mal bekannte Zöglinge zu nennen. Andererseits haben die Jesuiten natürlich die Prägung von Kindern & Jugendlichen im Fokus, was man auch als geistigen Mißbrauch verstehen kann, denn Kinder verstehen noch nicht, was man mit ihnen macht.

@Monika

Hinter der Gülen-Bewegung steht ein Milliarden-Vermögen, hinter uns nicht. Ein Nachteil der Rechts-Konservativen ist (mich eingeschlossen), daß wir Geld nur als Mittel zum Zweck sehen & keiner von uns es mit seiner Leidenschaft, seiner Passion verfolgt. Es ist natürlich nur ein Nachteil, wenn man es aus diesem Standpunkt betrachtet. Aber, wenn ich Ihren Beitrag richtig verstanden habe, scheinen Sie ja über genügend Mittel zu verfügen, dann kann HB ja endlich loslegen.

@RMH

Sie haben Recht, bin auch der Meinung, daß unser Volk die nächsten 50 Jahre einfach in die Jauchegrube muß, früher hieß es Jammertal, aber ein Jammertal wird nicht reichen, um einen Paradigmen-Wechsel zu provozieren.

quarz

19. November 2020 11:12

@RMH

 "... Anlagen ab Geburt vorhanden und diese Anlagen lassen sich bis zu einem Gewissen Grad entwickeln bzw. unterstützen, aber nur schwer verbiegen, wenn es nicht zu psychischen Schäden kommen soll. Kurz: Die Wirkmöglichkeiten von Schule aber auch Erziehung sind eher begrenzt."

Unabhängig von der Entwicklung von Fähigkeiten, die solchen Beschränkungen unterworfen sind, könnte jedenfalls Information vermittelt werden, die heute in Schulen oft unterschlagen oder gezielt durch Falschinformation ersetzt wird.

Der_Juergen

19. November 2020 11:24

Wie oft ein Bosselmann-Artikel, der im Grunde wenig Neues bringt, aber bereits Bekanntes auf vortreffliche Weise zusammenfasst und deshalb von Nutzen ist.

@RMH

Wiederum ist Ihre Wortmeldung eine der besten; prägnant und illusionslos. In einer Periode wie der heutigen, wo gewaltige Umwälzungen bevorstehen - sei es zum Schlechteren, was wahrscheinlich, oder zum Besseren, was immerhin möglich ist -, noch über die Gründung rechter Privatschulen nachdenken zu wollen, ist eine Verschwendung von Energie und Zeit, genau so wie es Energie- und Zeitverschwendung ist, sich noch über Wahlen, die Zukunft der AFD, neue Parteigründungen und dergleichen den Kopf zu zerbrechen. Kommt der Great Reset, wird an Schulen, in denen das kritische Denken gefördert wird, ohnehin nicht mehr zu denken sein. Allein schon darum, weil die Schüler dann ausschliesslich oder grossenteils im Heimunterrricht vor dem Computer hocken werden. Schliesslich ist die Zerstörung des gemeinschaftlichen Fühlens und Denkens, die totale Atomisierung und Vereinsamung des Individuums, ein Hauptziel des Reset. Ich verweise hier nochmals auf Jacques Attalis "Une breve histoire de l'avenir"; in diesem vor ca. anderthalb Jahrzehnten erschienenen Buch schildert der globalistische Chefdenker die Zukunft, wie er sie sich wünscht, recht klar. 

anatol broder

19. November 2020 11:31

@ rmh

Am Ende wird dann aber kein neu- rechter Traum von schlanken, schlaksigen Jungs mit Seitenscheitel und Kurzhaarschnitt und Mädels mit Zöpfen in Röcken stehen sondern etwas anderes, nicht Vorhersehbares, weil es eben Charakter sein werden, die noch echte Charakter sind. Charakter, die den Geist der Freiheit haben.

der geist der freiheit ist durch und durch körperlich. somit weiss man sicher drei dinge, die jeder freie mensch selbst bestimmen will: (1) wohin er sich bewegt; (2) was er sich zuführt; (3) wie er sich fortpflanzt. deshalb wird der freiheitsentzug an genau diesen punkten ausgerichtet.

hier beginnt der konflikt mit der tradition. nehmen wir doch drei bekannte, strenge, patriotische genies und fragen uns, was die christliche neu-rechte ihnen anzubieten hätte.

wilhelm von humboldt. dürfte er eine schreibreform durchführen? (weniger handbewegung beim schreiben, weniger augenbewegung beim lesen.)

ludwig wittgenstein. dürften er und sein mann kinder haben?

xavier naidoo. dürfte er gras rauchen?

 

Maiordomus

19. November 2020 12:31

@ Laurenz. Wissen Sie, was der Unterschied zwischen Voltaire und dem katholisierenden Rousseau ist? Voltaire war, wie Maupertuis und fast alle Atheisten der franz. Enzyklopädie Jesuitenschüler! Im Vordergrund stand weniger ideologische, sondern formale latinisierte Bildung, auch Mathematik, Logik und Dialektik. Der Atheismus wurde "durchgenommen", so in Form scholastischer Widerlegungen als nicht ungefährliche Hausaufgabe. Formale Schulung, historisch z.T. auf  Araber bzw. Iraner Avicenna und Averroes zurückzuführen, Aristoteles und Platon, erlaubte, die genossene Bildung gegen den Strich zu bürsten, wobei galt: Gelernt ist gelernt, nicht zuletzt die Latinität und die bei den Jesuiten äusserst wichtige Methodik! Was Sie Missbrauch nennen, ferner Kopfnüsse, Maulschellen, Tatzen, Dreinschlagen wurde abgelehnt, weil verhasste Lehrer an geistigem Einfluss einbüssen. Indes waren Freundschaften Lehrer - Schüler verboten, sogar Separatfreundschaften unter Schülern. Die von mir aufgearbeitete Zunahme der Pädophilenaffären in den letzten 150 Jahren ist auch auf Zerfall der alten Disziplin zurückzuführen. 

Maiordomus

19. November 2020 12:47

@Ludwig Wittgenstein. In der älteren Geschichte der Homosexualität war "Durften er und sein Mann Kinder haben?" keine Frage, es ging damals noch wie bei Platon um "geistige Kinder", siehe Mönchsregeln, die im Kleingedruckten als Programme einer voll sublimierten Homosexualität zu verstehen sind, was aber dann und wann buchstäblich bös "in die Hosen ging", aber als Programm trotzdem beispielhaft bleibt mit kulturhistorischen Resultaten. Die Würde der homosexuellen Menschen besteht gemäss Platon in der Praxis der Freundschaft und Kreativität, wie völlig einmalig in dessen "Gastmahl" dargetan. Dabei dachte Platon menschenverachtend heterophob, siehe seine Geringschätzung für Xanthippe; ging eher davon aus, dass kreative Menschen meist homosexuell sind, wobei aber der Analverkehr leider weder ästhetisch noch kreativ viel bringt, noch heute im Pornogeschäft eher gemieden. Die Genossen wollte Platon als eine Elite sammeln, vgl. im 20. Jahrhundert St. George, der sich von den hedonistischen Street-Parade-Exhibitionisten wohl ekelvoll abgewandt hätte. 

sok

19. November 2020 12:48

Der Kulturksmpf zwischen Patrioten und Unpatrioten wird meiner Ansicht nach in der Schule entschieden, da man jahrzehntelange Gehirnwäsche nicht gut nachträglich krorrigieren kann. Die Frage ist, wie man den Kulturkampf gewinnt.

Schmnidt-Denter hat mit seinen umfangreichen Umfragen die Basis dafür gelegt, den Kulturkampf zu gewinnen.

Wenn man Schmnidt-Denter etwas verkürzt darstellt, dann wird in den Schulen den Schülern beigebracht, dass Polizisten Nazis sind. Man könnte nun vorschlagen, die Untersuchung  der Polizei durch eine Evalutaion der Holocaust-Erziehung zu ersetzen.

Nach Schmidt-Denter hätte  man 2/3 der Schüler und 2/3 der Eltern hinter sich. Auch ohne Umfrage ist klar, dass die Mehrheit der Polizisten den Vorschlag gut finden würde. Zumindest bei dieser Schlacht würde man die Meinungsführerschaft erringen.

RMH

19. November 2020 14:12

"... beigebracht, dass Polizisten Nazis sind."

@sok

Wenn man sich aktuelle Bilder vom Verhalten von Polizisten gegenüber Demonstranten, bspw.  bei der gestrigen Demo gegen die Novelle des IfSG in Berlin, ansieht, fällt einem selbst als Konservativer der Widerspruch gegen diese These mittlerweile schwer.

limes

19. November 2020 15:38

@ RMH (19. November 2020 09:23): Mit der These von Anlagen ab Geburt bin ich einverstanden. Dennoch macht es für die weitere Entwicklung einen entscheidenden Unterschied, in welchem Milieu ein Mensch aufwächst, wie nicht zuletzt das Beispiel der Janitscharen zeigt.

Auf den Einfluss des Milieus im weitesten Sinne führe ich den »inneren Kompass« zurück, der nur bedingt von Erziehung im Sinne von Bildung und Vermittlung von Sitten abhängig ist. Mein innerer Kompass beispielsweise, der mich nach politischen Irrwegen zur Beschäftigung mit neurechten Positionen brachte, beruht maßgeblich auf Naturverbundenheit, der ich es auch zu verdanken habe, mich stets von allem fernzuhalten, was mir wider die Natur erscheint, wie Esoterik und Drogen, und ich habe auch nie das Bedürfnis gehabt, zu rauchen.

Mein Kompass gebendes Milieu war ein Elternhaus am Waldrand, in dem ein chemiefreier Hausgarten mit Obstbäumen, Beeren, Möhren, Kartoffeln und Kräutern selbstverständlich war, obgleich meine Eltern auf Selbstversorgung keineswegs angewiesen waren. Kopfsalat wurde aus Samen für »Grazer Krauthäuptl« gezogen, den die österreichische Oma schickte. Heimatliebe geht halt auch durch den Magen. Mit Wärme versorgt wurde mein Elternhaus, der Unabhängigkeit vom Ausland wegen, mit einer Kohle-Zentralheizung, die mein Vater als Ingenieur selbst entwickelt hatte.

Im Konzept einer neurechten Schulgründung wäre Vermittlung alltäglicher Naturerfahrung wichtig. Es wäre eine »Aktion Deutschlandkind«.

limes

19. November 2020 15:51

RMH (19. November 2020 14:12): » Wenn man sich aktuelle Bilder vom Verhalten von Polizisten gegenüber Demonstranten, bspw.  bei der gestrigen Demo gegen die Novelle des IfSG in Berlin, ansieht«, fällt mir ein Beitrag von »Neues Deutschland« ein.

Der Grünen-Politiker Benedikt Lux, laut seiner eigenen Internetpräsenz seit 2006 Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, Mitglied im Innenausschuss und im Rechtsausschuss, verriet im Interview mit "Neues Deutschland" (veröffentlicht am 15.08.2020):

"Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht. Bei der Feuerwehr, der Polizei, der Generalstaatsanwaltschaft und auch beim Verfassungsschutz. Ich hoffe sehr, dass sich das in Zukunft bemerkbar macht."

Martin Sellner hat vor einiger Zeit auf diese entlarvenden Aussagen aufmerksam gemacht.

brueckenbauer

19. November 2020 16:34

Ich denke nicht, dass wir Privatschulen gründen sollten, um diese oder jene Erziehungsidee umzusetzen. Wir sollten aber die Mittel vorhalten, um eine Schule - notfalls in einem Nachbarland - zu gründen, die die zu erwartenden geschassten Lehrer und Schüler auffängt! Wenn das in den 30er Jahren möglich war, sollte es auch heute möglich sein.

Und wir sollten auch mal schauen, wie andere so etwas erfolgreich machen. Z.B. die Anthroposophen. Oder die Evangelikalen. Stecken da wirklich so große Vermögen dahinter? Oder nicht vielleicht der Mut, ins Ungewisse zu planen? Ist es nicht vielleicht auch hier so, dass das Angebot sich eine Nachfrage schafft? Es reicht einfach der Informationsstand nicht aus, um sich positiv oder negativ festzulegen..

Beowulf

19. November 2020 16:49

@Laurenz

"Kein Frage, die Jesuiten unterhalten die besten Schulen der Welt. Goebbels, Strauß, Stoiber hatten eine Jesuiten-Schule besucht, um mal bekannte Zöglinge zu nennen."

Also ich würde die drei Personen jedenfalls nicht anführen, um die Qualität von Jesuiten-Schulen zu beweisen. Wenn diese Personen repräsentativ sein sollten, dann lieber gar keine Schule als Jesuiten.

Lotta Vorbeck

19. November 2020 17:58

@RMH - 19. November 2020 - 02:12 PM

""... beigebracht, dass Polizisten Nazis sind."

@sok

Wenn man sich aktuelle Bilder vom Verhalten von Polizisten gegenüber Demonstranten, bspw.  bei der gestrigen Demo gegen die Novelle des IfSG in Berlin, ansieht, fällt einem selbst als Konservativer der Widerspruch gegen diese These mittlerweile schwer."

---

Eine Freundin fragte gestern während der Demonstration in Berlin einen der uniformiert-maskiert Behelmten, wie lange er das noch mitmachen wolle. Dessen Antwort lautete: "Bis zum Bitteren Ende."

Der Behelmte war geschätzt höchstens 20 Jahre alt. Es gab Zeiten, da war man mit 21 volljährig. Dieser sich in seiner Uniform unangreifbar wähnende Bubi dürfte mental kaum erfassen, was jenes "bis zum bitteren Ende" auch für ihn praktisch bedeuten könnte.

Niekisch

19. November 2020 18:17

"eine Jesuiten-Schule besucht"

@ Beowulf 19.11. 16:49: Joseph Goebbels besuchte zunächst die Volksschule in unmittelbarer Nähe des Elternhauses, dann die städtische Oberrealschule mit Reformgymnasium in der Rheydter Augustastrasse ab Ostern 1908, März 1917 bestand er das Abitur. Anschließend schrieb er sich an der Bonner Universität ein, schrieb 1921 seine Dissertation, beendete im November 1921 sein Studium ( Reuth, Ralf Georg, Goebbels, Piper 1990, S. 16 ff. )

Wann und wo soll er eine Jesuitenschule besucht haben?  

Pferdefuss

19. November 2020 18:30

Die bisherigen Kommentare passen zum Thema 'Gründung rechter Schulen' oder 'Homosexualität', wobei die Kombination doch zu der Erkenntnis führt, dass ausgerechnet homophil veranlagte Männer von Platon bis zur Reformpädagogik über eine Odenwaldschule mit sexuellem Missbrauch  der 'Neuen Schule' zugetan waren. Bei Berufen/Berufungen Mönch, Barbier, Schneider, Tänzer leuchtet eine gelungene Sublimation des Homoerotischen ein als bei der Erziehung, der 'Knabenliebe', der Hofmeister ist die Versuchung stärker als die Sublimation. 

Aber ging es hier nicht eigentlich um 'Inklusion'? Gab es denn in früheren Zeiten schon einmal Inklusion? In den Dorfschulen gewiss. Nach Kriegen, auf der Lehrerseite. Da wurden Kriegsversehrte, um ihnen eine Aufgabe zu geben, zu Erziehern. War das ein Erfolgsmodell? @ Majordomus, Sie sind gefragt! Was war mit der Inklusion 'Neulehrer' in der sowj.  Besatzungszone bzw. DDR? Und wie steht es mit der Inklusion heutzutage von sog. 'Quereinsteigern' bei Lehrermangel (burn out, frühzeitige Pension, Berufswechsel, z. B. in die Politik) aus?

Inklusions-Erfahrung selbst mit einem Sohn in einer Schule im Musterland Schweden Anfang der 80er. Nur fröhlicheBerichte darüber, wie sie den im Rollstuhl (Muskelschwund) spielerisch im Schuhof hin- und her- und herumgefahren haben. Hatte immer eine exklusive Begleitung an seiner Seite. Soziales Schweden halt!      

Lotta Vorbeck

19. November 2020 18:37

@RMH

nachgetragen

Mario Buchner  --->  Gedanken zum 18. November 2020 in Berlin

"Die Guten werden verbrannt und die Anderen stehen drumrum."

Volksdeutscher

19. November 2020 18:46

@RMH - "Wenn man sich aktuelle Bilder vom Verhalten von Polizisten gegenüber Demonstranten, bspw.  bei der gestrigen Demo gegen die Novelle des IfSG in Berlin, ansieht, fällt einem selbst als Konservativer der Widerspruch gegen diese These mittlerweile schwer."

In der BRD wird gleich alles auf "Faschismus" geeicht. Dieser primitive Reflex ist mittlerweile generationsübergreifend eingeübt: bei Querdenkern, Ken FM, Schrang, Dr. Krall, Dr. Füllmich, Eckert, Haintz, Elsässer und anderen. Sogar der ehrenwerte Herr Sellner hatte dieser Rhethorik einst gehuldigt. Alle Verwerfungen im Staate werden sofort mit "Faschismus" in Verbindung gebracht. Keiner jener politischen Akteure würde auch nur ein einziges Mal den Vergleich mit dem Kommunismus gebrauchen oder zu gebrauchen wagen. Sogar Björn Höcke rührte neulich die antifaschistische Trommel in Cottbus. Was wollte der Mann damit zwanghaft beweisen? Was sollte dieses Posieren? Wem wollte er damit gefallen? Langsam sieht es so aus, als hätten Faschisten und Nationalsozialisten einst gegen sich selbst auf  Deutschlands und Italiens Straßen gekämpft... und weder vor noch nach dem 2. Weltkrieg gab es Kommunismus, verbrecherische Planwirtschaft, Ausmerzung fremder Ethnien, Staatspolizei, Gulag, Tscheka, kommunistischen Folterkeller, sibirischen Konzentrationslager, Ostblock, Internierungslager, Niederknüppeln und Liqudieren von politischen Feinden. Nichts, nur Faschisten, soweit das Auge sieht nur Faschisten, bis an den Horizont!

anatol broder

19. November 2020 18:47

@ brueckenbauer 16:34

Und wir sollten auch mal schauen, wie andere so etwas erfolgreich machen.

das ist ein guter einfall. aber wie verträgt er sich mit dem motto etiam si omnes, ego non?

RMH

19. November 2020 19:15

@Volksdeutscher,

ich kann gut verstehen, was Sie meinen, und ich selber versuche jeden N-Vergleich nach Möglichkeit zu vermeiden, wo es geht ... aber was unsere Ordnungsmacht betrifft, werde ich bestimmt niemandem mehr widersprechen, der diese Leute mit irgendwelchen Vergleichen überzieht. Die brauchen keinen Schutz mehr. Die sind - Ausnahmen bestätigen die Regel - mittlerweile bis ins Mark verkommen, siehe bedingungsloses Mitmachen von internen Säuberungsmaßnahmen, Verpfeifen von Kollegen, die Patrioten sind, keinerlei Gespür für Verhältnismäßigkeiten, kritikloses Ausführen von Befehlen etc. Das ist keine deutsche Polizei mehr und ihre Führung wird auf diesen Einwand sagen: "Und das ist auch gut so". Diese Institution ist verfallen  ---- und was fällt, das soll man auch noch stoßen.

Niekisch

19. November 2020 19:28

"Nichts, nur Faschisten, soweit das Auge sieht nur Faschisten, bis an den Horizont!"

@ Volksdeutscher 19.11.18:46: Na ja, wenn es auf der anderen Seite bis über den Horizont  hinaus, im Rücken, selbst im Weltraum nur Antifaschisten gibt, dann ist das nicht ungewöhnlich. Wie in einem Kommentar zu einem früheren Artikel versprochen, habe ich in meinem Archiv gesucht, wann der Begriff "Antifaschistisch" erstmals aufgetaucht ist. Vorbehaltlich der Richtigkeit: In der Wochenzeitung "die tat- deutsch-unabhängig-antifaschistisch-demokratisch - Extrablatt"  v. Januar 1969 findet sich auf Seite 4 das Foto einer Demo mit einem Transparent: "Gebot der Stunde: Antifaschistische Aktionseinheit".

Wer kommt zeitlich noch weiter zurück?

 

anatol broder

19. November 2020 19:45

@ pferdefuss 18:30

es ging um die förderung der hochbegabten, die maiordomus ansprach (10:16). ich fragte darauf, ob alle hochbegabten gefördert werden sollen oder manche doch nicht würdig sind. ich suchte nach dem pferdefuss, du verstehst.

danke für den bericht über deinen sohn in schweden. ich kann mich an ein interview mit abba erinnern, in dem sie von 80 prozent steuer erzählten.

ich habe erst kürzlich einen wildfremden rollstuhlfahrer zur nächsten busstation geschoben. er sah etwas verloren aus und nahm meine hilfe gerne an. vielleicht werde ich eines tages auch geschoben, wer weiss das schon.

Volksdeutscher

19. November 2020 20:20

@Niekisch - Haben Sie vielen Dank für den Hinweis. Mich nerven die Leute langsam, aber sicher, die sie benutzen. Sie wollen damit etwas Bombastisches sagen, um einen zu beeindrucken, einem beweisen zu wollen, daß sie "gute" und wie "gute" Menschen sind und daß sie auf der "richtigen" Seite stehen. Ekelhafte rhetorische Anpassungsorgien sind das.

Ich glaube jedoch, daß es ehemals ein rhetorischer Trick der Sowjetkommunisten war, um den Russen und den Menschen in aller Welt einzuimpfen, daß der Faschismus das ultimative Böse sei, um von ihren eigenen Verbrechen abzulenken. Nazi ist ein Schimpfwort - Bolschi ist keines. Ihr militärischer Sieg lieferte auch noch die Legitimation dazu. Der Genosse Putin benutzt ihn bis zum heutigen Tage ausgiebig, wenn es darumgeht, dem russischen Volk etwas Selbstbewußtsein einzuflößen. Die Austauschbarkeit der Begriffe Faschismus - Nationalsozialismus ist inzwischen auch durchgängig. Es waren ebenfalls die Sowjetkommunisten, die, wenn es vom Nationalsozialismus die Rede war, nur noch vom Faschismus redeten, um den Begriff Sozialismus nur für sich zu beanspruchen.

Volksdeutscher

19. November 2020 20:33

RMH - "....und was fällt, das soll man auch noch stoßen."

Ein schönes Zitat von Nietzsche.... Dann erlaube ich mir, mich mit einem Zitat von Konfuzius zu revanchieren:

"Wenn die Begriffe nicht richtig sind, so stimmen die Worte nicht; stimmen die Worte nicht, so kommen die Werke nicht zustande; kommen die Werke nicht zustande, so gedeiht Moral und Kunst nicht; gedeiht Moral und Kunst nicht, so treffen die Strafen nicht; treffen die Strafen nicht, so weiß das Volk nicht, wohin Hand und Fuß zu setzen. Darum sorge der Edle, daß er seine Begriffe unter allen Umständen zu Worte bringen kann und seine Worte unter allen Umständen zu Taten machen kann. Der Edle duldet nicht, daß in seinen Worten irgend etwas in Unordnung ist. Das ist es, worauf alles ankommt.”

limes

19. November 2020 21:16

@ Niekisch, @ Volksdeutscher

Zwar archiviere ich erst seit wenigen Jahren und keineswegs auf eine Weise, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen könnte. Vielleicht kann ich dennoch ein wenig beitragen mit folgendem Link:

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/ueber-80-jahre-antifa-bis-heutewirkt-ihr-kommunistisches-erbe-a2211238.html

Zitat: »Die Geschichte der Antifa als kommunistische „Einheitsfront“ lässt sich zurückverfolgen bis ins Jahr 1921: Damals tagte der „Dritte Weltkongress“ der Kommunistischen Internationale der Sowjetunion in Moskau. Das berichtet die Broschüre „80 Jahre antifaschistische Aktion“ von Bernd Langer, die vom Verein zur Förderung antifaschistischer Kultur e.V. herausgegeben wurde.«

Beowulf

19. November 2020 23:33

@Niekisch

Die Behauptung, dass Goebbels eine Jesuiten Schule besucht hat, stammt nicht von mir, sondern von Laurenz (19. November 2020, 10:11).

Habe die Aussage aber nicht nachgeprüft, und eine kurze Recherche hat ergeben, dass von einigen fälschlicherweise behauptet wird, dass Goebbels Jesuit war. Man muss hier also die Jesuiten von jeder Schuld freisprechen.

Maiordomus

19. November 2020 23:42

@Pferdefuss. Mit Neulehrern in der sowj. Besatzungszone kann ich Ihnen mangels auch geringster Kenntnisse nicht dienen. Das mit der Knabenliebe ist heikel. Platon verabscheute jegliche Schändung, vgl. die platonische Liebe. Im alten Griechenland war Knabenmissbrauch durchaus todeswürdig.  Bei Heinrich Hössli und Karl Heinrich Ulrichs, den bedeutendsten Schwulenpionieren des 19. Jahrhunderts, werden Sie auf der Suche nach "Dreck" nicht fündig; die standen ethisch auf sehr hohem Niveau. Bei der Odenwaldschule war wohl hauptsächlich der Hedonismus der Grund, warum es schlecht ausging; in katholischen Schulen usw. nicht zuletzt die riesige Tabuisierung des Elefanten im Raum. Aber ein weites Feld. So können etwa die homoerotischen Träume des heiligen Don Bosco, die er naiv aufschrieb und sich unfreiwillig belastete, nicht als Indiz genommen werden, dass er als Erzieher nicht vielleicht doch ein heiliger Mann war.  

Lotta Vorbeck

20. November 2020 02:20

@anatol broder - 20. November 2020 - 00:58 AM

Die mit "нацистская, фашистская Германия" beschriftete карта игральная wird von russischer Seite erst wieder offensiv ausgespielt, seit die aufgeblasen-bornierte Merkel-Regierung Russland mit Sanktionen ökonomisch schädigt, derweil aber preiswertes russisches, durch einen überflüssigen Zwischenhändler verteuertes Erdgas bezieht und dieses dann gar noch teilweise "reverse" an den notorischen GAZPROM®-Schuldner und Russland-Feind Ukraine liefert.

Volksdeutscher

20. November 2020 06:58

@limes - Ich danke Ihnen für den Hinweis

@anatol broder - Ich danke Ihnen für den Hinweis. Es ist typisch für die russische Führung, in geschichtlichen Fragen zu lügen und Tatsachen zu verdrehen. Zuletzt fuhr die Regierungssprecher Russlands Maria Sacharowa die Ungarn scharf an (es ging um die Beseitigung des einst von den Kommunisten aufgestellten "Befreiungsdenkmals" in Budapest, das gerade auf einem Platz steht, der den Namen Platz der Freiheit trägt) und behauptete, daß die Ungarn Kriegsverbrechen an der russischen Zivilbevölkerung begangen hätten (Beispiele nannte sie wie üblich nicht), sie gegen den "faschistischen Ungarn" gekämpt und Ungarn "befreit" hätten. Da haben wir es wieder, wie im Falle Deutschlands auch: Jahr für Jahr die kommunistische Dogmatik von der "Befreiung". Sacharowa hat ihre Geschichtsverdrehungen im Stile der sattsam bekannten kommunistischen Agitationpropaganda vorgetragen. Einen ähnlichen rhetorischen Streich beging die russische Führung vor einigen Jahren gegen die Polen, als ein polnischer Bildhauer die Vergewaltigung polnischer Frauen durch die russische Soldateska darstellte: sie waren entrüstet, wie er es bloß gewagt hatte. Hätte er sie danach fragen müssen?

Der_Juergen

20. November 2020 08:20

Zum unerfreulichen Thema Geschichtsfälschung in Russland: 

Teil 1

Dem Russland Putins fehlt es an einer Staatsideologie, die das durch den verschwundenen Marxismus-Leninismus hinterlassene Vakuum ausfüllt. Parlamentarische Demokratie und freie Marktwirtschaft eignen sich nicht als ideologische Basis: für diese Werte will keiner notfalls sein Leben opfern. Die orthodoxe Kirche wird zwar gefördert, doch kann sich der Staat nicht als "christlich" oder "orthodox" erklären, schon darum nicht, weil in Russland über 20 Millionen Muslime leben (abgesehen davon, dass nur eine Minderheit der formal Orthodoxen wirklich gläubig ist).

Als Ideologiesurrogat dient unter diesen Umständen eine merkwürdige Synthese aus zwei Postulaten: Dass Russland heute im Gegensatz zum entarteten Westen für traditionelle Werte stehe und dass die Sowjetunion Europa, ja die Welt, vor dem "Faschismus" gerettet habe. Das erste Postulat ist zumindest teilweise plausibel; den Krieg gegen die Familie, den Schwulen- und Genderwahnsinn, den das russische Fernsehen als abschreckendes Beispiel liebend gerne zeigt, macht Russland tatsächlich nicht mit. 

Der_Juergen

20. November 2020 08:28

Teil 2

Das zweite Postulat ("Die UdSSR rettete die Welt vor dem Faschismus") ist so weit von den historischen Tatsachen entfernt, dass es sich nur mittels massiver Geschichtsfälschungen aufrechterhalten lässt. Um die zahllosen Grausamkeiten der Rotarmisten in den eroberten Ländern sowie die anschliessende Einführung des totalitären kommunistischen Systems in der östlichen Hälfte Europas und Deutschlands als "Befreiung" verkaufen zu können, muss der besiegte Feind, das Dritte Reich, in den allerschwärzesten Farben gemalt werden; da gibt es keinen Raum für Differenzierung, für irgendeine Entlastung Deutschlands zumindest in Teilbereichen. Allerdings macht es das BRD-Regime den russischen Propagandisten auch sehr leicht: Nirgends wird die ahistorische Darstellung des Dritten Reichs als Verkörperung des absoluten Bösen zu verbissen betrieben wie im heutigen Deutschland selbst. - Wer, wie der verstorbene Hans Dietrich Sander, meint, die Erlösung Deutschlands werde aus dem Osten kommen, ist auf dem Holzweg. Das können die Deutschen nur selbst bewirken; zumindest vom Putin-Regime ist nichts dergleichen zu erhoffen.

RMH

20. November 2020 09:27

@Der_Juergen,

Zustimmung zu Ihren Ausführungen zu Russland. Mancher ist aber in seiner Abneigung gegen USRAEL im Blick nach Osten stark eingetrübt. Deutschland steht sehr isoliert, eigentlich alleine da und das etablierte Regime weiß das sehr genau. Nicht umsonst versucht man es mit der EU, aber auch hier ist Deutschland nur als Zahlmeister beliebt aber als vermeintlicher Zuchtmeister mehr als unbeliebt. 

Aber jetzt müssen wir wieder einen Weg zur Inklusion finden ...  im Grunde hat Bosselmanns Recht. Inklusion bei rein körperlichen Einschränkungen soweit wir möglich ja, bei geistigen und oder Verhaltens- Defiziten ist die Spezialschule schlicht besser.

Volksdeutscher

20. November 2020 09:42

@Der_Jürgen - Zustimmung! Wie Sie die Thematik in skizzenhafter Form darlegen, ist beispielhaft. Die Orwellsche Doppelrede Frieden=Krieg, Befreiung=Eroberung ist in der Staatspropaganda Russlands allzu deutlich. Gute Beziehungen zu den Russen sind wichtig, aber die erforderliche Distanz zu ihnen einzuhalten auch.

Gustav Grambauer

20. November 2020 09:51

Volksdeutscher

I

Sie stecken ja noch unglaublich tief im Blockdenken des Kalten Krieges drin, was Sie schreiben ist sowas von 80er. Kann Ihnen sagen, daß Sie damit nicht weiterkommen und auch keinen anderen voranbringen werden. Und zwar nicht deshalb, weil sich die russische Geschichtsschreibung über den WK-II weltweit durchsetzen wird, sondern ganz einfach weil die Welt nun mal nicht aus homogenen und in sich ideologisch bzw. hegemonialpolitisch konsistenten Blöcken besteht (was für die Nazi-Bewegung und für das Nazi-Reich immer noch in einem sehr viel höheren Grade als für die UdSSR bzw. Rußland zutraf bzw. zutrifft, weshalb man von hier aus gern diese - in der subjektiven Wahrnehmung der nicht-politisch denkenden Leute ja geradezu vorausgesetzte - Konsistenz auf sowjetische bzw. russische Verhätnisse zu projizieren geneigt ist). Insofern mein Tipp: fangen Sie endlich an,

Marxsche Lehre
Marxismus
Marxismus-Leninismus
Kulturmarxismus
Sozialismus
real-existierender Sozialismus
Demokratischer Sozialismus
Kommunismus
Stalinismus
Trotzkismus
Maoismus
--- --- --- ---
(versus) Bolschewismus

sauber voneinander zu unterscheiden. Schauen Sie sich auf der Basis einer solchen sauberen Unterscheidung die Machttektonik auf sowjetischer bzw. russischer Seite genau an, mit besonderem Fokus auf den Krieg um die Macht zwischen Roter Armee (aber erst nach dem Rauswurf Trotzkis) bzw. Sowjetarmee auf der einen Seite und und Geheimdienst auf der anderen Seite.

- G. G.

Gustav Grambauer

20. November 2020 09:52

II

Ziehen Sie einige nicht so gaaanz unmaßgebliche ethnisch-elitensoziologische Grundzüge

https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/ares-verlag/1251/juedischer-bolschewismus.-mythos-und-realitaet

in Betracht (auch wenn - notorisch - der Titel irreführend ist). Ziehen Sie in Erwägung, daß die Fünfte Kolonne dort gigantische Dimensionen hatte und hat und bis tief in die Streitkräfte hinein tätig war und ist, immer mit dem Ziel, der UdSSR bzw. Rußland hintenrum den Sand der obigen 11 ins Getriebe zu streuen. Ziehen Sie in Betracht, daß die UdSSR ohne den ihr von den Globalisten qua Litwinow-Schiene aufgenötigten Land-Lease-Act gleich `45 den Marxismus als Staatsdoktrin abgestoßen hätte. Ziehen Sie in Betracht, daß die KOMINTERN erst 1945 von Stalin zerschlagen werden konnte, und zwar übrigens nur duch den Sieg im Großen Vaterländischen (sic!) Krieg, der wiederum nur dadurch möglich war, daß sich die UdSSR nicht von der KOMINTERN in deren (!) Spanienkrieg hatte hineinziehen lassen. Ziehen Sie in Betracht, daß die KOMINTERN-Kader auch danach informell in der Sowjetunion weitergewühlt und weitergezündelt haben und daß die sogenannten Oligarchen nur das spätere Substitut der KOMINTERN sind, die alle das Ziel gemeinsam hatten und haben, die ganze Welt in Brand zu stecken. Zugegeben klingt das Folgende nach Personenkult, aber es ist nun mal objektiv wahr: Sie sollten Putin dankbar sein, daß er hiergegen das Bollwerk ist.

- G. G.

Gustav Grambauer

20. November 2020 09:52

III

Und noch eines: Faschismusdefinitionen auf der Basis von Ressentiments sind indiskutabel. Sowieso kann doch wohl kein denkender Mensch ernsthaft das "Geopolitik"-Kindermärchen glauben, die oben aufgelisteten 11 Doktrinen einerseits und der Faschismus andererseits seien geographisch originär, d. h. auf Basis Schmittscher Geo-Räume entstandene Antipoden gewesen, womöglich noch "moralisch" sauber zu unterscheiden in "böse" und "gut". Psst!, ich verrat`s Ihnen: alle sind sie Globalistenwerk, und ebenso die Nazi-Bewegung, Wall Street and the Raise of Hitler. Genau das ist der wohlreflektierte Grund für das Motto "Die Hitler kommen und gehen, das deutsche Volk bleibt". Die m. E. tiefgründigste Faschismusdefinition finden Sie hier, wenn Sie mit dem Seitensucher auf "sternenklar" gehen,

https://sezession.de/63454/susanne-kerckhoff-berliner-briefe-ein-briefroman

weil wir hier bei Inklusion sind: sie schließt die 11 obigen Doktrinen mit ein und sie war in der UdSSR - soweit diese frei von den obigen 11 Doktrinen war -, tragend, insbesondere bis tief in die Kunst und die Literatur hinein. Das gilt z. B. auch für die Musik, oder finden Sie irgendetwas an Schostakowitsch marxistisch, zumal (!!!) er die Leningrader Sinfonie komponiert hat? Wie gesagt, m. E. wird sie sich weltweit durchsetzen, auch wenn Ihnen das nicht gefällt.

Um noch Mißverständnissen vorzubeugen: nur wenn ich sage, daß der Bolschewismus originär im russischen Volk wurzelt bin ich noch lange kein Bolschewik.

- G. G.

Niekisch

20. November 2020 10:29

"Man muss hier also die Jesuiten von jeder Schuld freisprechen."

@ Beowulf 19.11.23:33: Wieso wären Jesuiten schuldig, hätten sie einen späteren Nationalsozialisten erzogen? Für das Verwechseln mit @ Laurenz Entschuldigung bitte.

@ Volksdeutscher 19.11. 18:46: Jawoll, das war deutlich..

@ limes 19.11. 21:16: Besten Dank für die Hinweise. Mich interessiert aber derzeit besonders, seit wann der antifaschistische Knüppel in der BRD geschwungen wird.

 

Volksdeutscher

20. November 2020 10:44

"Mit ihr begründete man die skandalöse Zerschlagung der deutschen Förderschulen und die Verteilung ihrer Schüler und Lehrkräfte an die Regelschulen und suggerierte, genau damit wäre endlich die Diskriminierung benachteiligter Heranwachsender überwunden."

Die sogenannte "Chancengleichheit" ist ein perverses linksideologisches Postulat, die in soziologischen Theorien immernoch ihr Unwesen treibt. Das Wort impliziert die versteckte Voraussetzung, daß alle Menschen gleich seien. Es gebe demnach keine Begabten und Nichtbegabten, denn wo alle Menschen gleich seien, seien auch alle gleich begabt. Jeder sei ein Künstler, würde Joseph Beuys sagen. Die Benachteiligung selbst komme zustande durch "Diskriminierung" der Betroffenen durch ihre Umwelt (da kann sich die Linke dann wieder als Befreier und Erlöser anbieten). Die "Benachteiligten" könnten von Natur aus wohl die gleiche Leistung erbringen wie die Begabten, wenn sie nur die gleichen materiellen Voraussetzungen besäßen. Die Theorie der Chancengleichheit ist eine environmentalistische, die leugnet, daß das Keim der natürlichen Begabung die Vererbung ist. Für sie ist alle Begabung letztenendes auf Umweltfaktoren zurückzuführen. Wenn sie auf Umweltfaktoren zurückgeht, dann ist es nur folgerichtig, daß ein neues, nunmehr gerechtes Gesellschaftmodell versprochen und die Befreiung von der ungerechten Ungleichheit hinausposaunt wird.

Maiordomus

20. November 2020 11:41

@Niekisch. Bei allen Verdiensten der Jesuiten, die zwar längst nicht mehr sind, was sie mal waren, nicht mal punkto Gefährlichkeit: "Unschuld" ist ein Begriff, der für die Geschichte des Jesuitenrordens als Oberbegriff etwas schräg anmutet. Man sollte auch bei den Geheimdiensten den Begriff der Unschuld nicht überproportional in den Vordergrund stellen. 

Laurenz

20. November 2020 12:14

 

@Maiordomus

Danke Ihnen für Ihren Beitrag. Allerdings kann man dem nicht in allen Punkten zustimmen. Man stand in einer Jesuitenschule schon mal stundenlang in einer Ecke. Jesuiten, auch der jetzige Papst, sind sicher der skrupelloseste katholische Orden im politischen Sinne, und waren in ihrer Geschichte desöfteren (von der Kurie) verboten. 

Hier für Sie die sicherlich nicht fremdbestimmte Wikipedia der Jesuitenschule.  https://de.wikipedia.org/wiki/Jesuitenschule

Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Pädagogik der Jesuiten an sich, aber die festzustellende ideologische Prägung hat bei Kindern nichts verloren.

Laurenz

20. November 2020 12:23

@Niekisch @ Beowulf 

"Man muss hier also die Jesuiten von jeder Schuld freisprechen."

In Ordnung, ich muß mich korrigieren. Goebbels ging nicht bei den Jesuiten zur Schule, sondern er studierte bei diesen. Was liegt es an Ihnen Beiden, irgendjemanden "freizusprechen". Alleine die Geschichte der Jesuiten in Japan und anderswo reicht aus, um ihnen einen politischen Strick zu drehen.

http://gerasjuta.ch/geschichte/geschichte3.php

Was die schulischen Leistungen von Goebbels angeht, so werden diese auch hier erwähnt.... https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Goebbels

anatol broder

20. November 2020 12:37

es gibt an schulen ein neues problem, das einen nicht zu vernachlässigenden teil der kinder betrifft. ich spreche von der verwendung der serifenlosen schriftarten für lesestoff. schlimmstenfalls sind die schriftarten geometrisch, wie hier auf sezession im netz.

bei solchen schriftarten sind die buchstabenpaare b–d und p–q spiegelgleich. manche gehirne vermögen den unterschied nicht aufzulösen. im deutschen ist der buchstabe q selten, so dass das paar p–q erst bei romanischen fremdsprachen stört.

anstatt den fehler bei sich zu suchen, bietet die lehrerschaft den betroffenen «lustige merkhilfen» an (beispiel). zur unterstützung wird ein heer an sozialarbeitern herangezogen, die animismen und ähnliche konzepte an den armen kindern ausprobieren.

genauso wie bei sezession im netz, besteht nicht die geringste hoffnung auf verbesserung, sprich die rückkehr zu serifen.

Niekisch

20. November 2020 12:51

@ Maiordomus 11:41: Den Schuldbegriff habe ich nur verwendet, weil @ Beowulf ihn eingeführt hat. Erziehung ist ein ziemlich unbestimmter Begriff, zu dem Schuld oder Unschuld nicht passt. Dennoch begeben sich insbesondere medizinische Psychiater auf dieses Minenfeld. Ich habe es schon dreimal im Bekanntenkreis erleben dürfen, dass abweichendes Verhalten an der Erziehung der Eltern festgemacht wird. 

Wahrheitssucher

20. November 2020 14:27

@ anatol broder

gestatten Sie mir eine Bemerkung und Erfahrung zu der von Ihnen praktizierten Schreibweise der konsequenten Kleinschreibung: Sie erschwert das Lesen nicht unerheblich, stimmt verdrießlich, mit der Konsequenz, dass man gar nicht mehr weiterlesen mag, die Lektüre unterlässt, und das von Ihnen Geschriebene gar nicht ankommt...

Beowulf

20. November 2020 16:09

@Laurenz

Ich spreche von Schuld frei bzw. gebe Schuld, wie es mir beliebt.  Bei einem Charakter wie Goebbels stellt sich mir halt schon die Frage, wer daran die Schuld trägt. Waren es die Gene, die Erziehung, der Schulhof?

An den schulischen Leistungen von Goebbels sieht man schön, dass schulischer Erfolg nicht zu einer Sinn erfüllten Identität führen muss. 

Niekisch

20. November 2020 16:13

"In Ordnung, ich muß mich korrigieren. Goebbels ging nicht bei den Jesuiten zur Schule, sondern er studierte bei diesen. Was liegt es an Ihnen Beiden, irgendjemanden "freizusprechen"."

@ Laurenz 12:23: Wie kommen Sie darauf, ich habe irgendjemanden "freigesprochen"? Wann und wo studierte Josef Goebbels bei den Jesuiten? Bitte Butter bei die Fische! 

anatol broder

20. November 2020 16:58

(fortsetzung zu 12:37)

dann sind da noch kinder mit schwachen augen. die ahnungslos betriebene digitalisierung beschert ihnen lesestoff, der aus grauen buchstaben auf grauem hintergrund besteht. dabei haben wissenschaftler untergrenzen des kontrastes für fliesstext ermittelt. diese sind einfach einzuhalten.

ich führe es am beispiel dieses kommentarbereichs vor, denn das geschätzte durchschnittsalter von über 60 jahren bedeutet nun mal schwache augen.

kurz

der techniker behebt das problem, indem er drei nullen eintippt.

lang

die kontrast-untergrenze für die zielgruppe (level aaa) liegt bei 7:1.

der tatsächliche kontrast liegt mit hintergrundfarbe #efefef und schriftfarbe #555555 bei 6,5:1. bereits eine leichte verdunkelung der schriftfarbe zu #505050 entschärft das problem.

das ist der unterschied zwischen pi-mal-daumen und wasserwaage.

anatol broder

20. November 2020 17:13

@ wahrheitssucher 14:27

danke für die anmerkung. ich habe die beschwerde an das israelische bildungsministerium weitergeleitet. die antwort kam prompt: die grossbuchstaben sind dem goi sein gendersternchen. schabbat schalom!

Niekisch

20. November 2020 18:22

"Waren es die Gene, die Erziehung, der Schulhof?"

@ Beowulf 16:09: Liegt die Problematik hier?: "Als Kleinkind wäre er beinahe an einer Lungenentzündung mit "grausigen Fieberphantasien" gestorben. Er kam durch, blieb aber ein "schwächliches Kerlchen". Kurz nach der Jahrhundertwende erkrankte Joseph an einer Knochenmarksentzündung, einem "der richtunggebenden Ereignisse" seiner Kindheit, wie er selber meinte. ...Lähmungen am rechten Bein....Später, als er schon eine Zeitlang mit einer unansehnlichen orthopädischen Apparatur, die den gelähmten Fuß gerade halten und stützen sollte, operierten die Chirurgen des Maria-Hilf-Krankenhauses in Mönchengladbach den inzwischen zehn Jahre alten Jungen. Der Eingriff mißlang, weshalb die Hoffnung, dem Knaben würde der Klumpfuß erspart bleiben, endgültig aufgegeben werden mußte ( Reuth, Ralf Georg, Goebbels, Piper 1990, S. 15 )

Hänseleien, Verbitterung, Einsamkeit, Verzweiflung am Glauben, Schläge durch Lehrer....Verwundert es da, dass er mit fast allen Mitteln um einen, ja seinen Platz in der Gesellschaft kämpfte? 

 

Laurenz

20. November 2020 19:09

@Niekisch

einfach angegebene Quellen lesen.

@Beowulf

Bin gewiß kein Freund des Herrn Goebbels, aber wenn wir ihn mit Herrn Seibert als heutigem Propaganda-Chef vergleichen, wird einem doch klar, wo der Unterschied ist, nicht? Goebbels war einer der wenigen Deutschen in unserer jüngeren Geschichte, der mit den Propaganda-Mechanismen der Briten oder US-Amerikaner mithalten konnte.

Wahrheitssucher

20. November 2020 19:16

@ anatol broder

Vergeblicher Versuch, Ihrer Antwort einen Sinn abzugewinnen, helfen Sie mir auf die Sprünge!

Der_Juergen

21. November 2020 08:31

@G. G. 

Teil 1

Sie argumentieren wie Pjakin, den Sie vermutlich kennen. Ich behaupte durchaus nicht, Sie hätten pauschal unrecht, aber Sie müssten  schon verständlicher schreiben, damit es auch der nicht mit tiefschürenden Kenntnissen der russ. Geschichte Gesegnete begreift. Unrecht haben Sie, und Pjakin, mit der These, der Bolschewismus sei tief in der Geschichte des Landes verwurzelt. Um das  behaupten zu können, muss man den Begriff des Bolschewismus umdeuten, wie eben Pjakin, der schon in früheren Jahrhunderten in Russland schöpferische "Bolschewiken" am Werk sah. Dass die meisten bolschewistischen Führer der sowjetischen Anfangsphase Juden waren, wissen Sie natürlich; das hat ja sogar Putin öffentlich gesagt.

 

 

 

Der_Juergen

21. November 2020 08:33

@G. G.

Teil 2

Unstrittig ist, dass Stalin ca. ab Mitte der dreissiger Jahre begann, nationale und nicht internationalistische Politik zu betreiben, und dass die UdSSR den Krieg gegen Deutschland unter Trotzki innerhalb einiger Wochen verloren hätte. Auch damit, dass die Globalisten der Perestroika die geistigen Nachfahren Trotzkis waren und sind, haben Sie recht.

Mit seiner Unterstützung des Coronawahnsinns hat sich Putin, der es Sobjanin und anderen Duodezfürsten erlaubt, das Volk zu terrorisieren, für mich als Bestandteil und nicht als Gegner der NWO entlarvt. Ja, er hat die angloamerikanischen Intrigen im Kaukasus und in Weissrussland relativ erfolgreich gekontert, aber vermutlich ist er lediglich bestrebt, für Russland möglichst günstige Bedingungen im Rahmen der geplanten Weltregierung herauszuschinden. Die untertänigen Lobhudeleien Pjakins (und Panarins) auf den genialen Führer gehen mir mittlerweile auf den Keks.

Niekisch

21. November 2020 09:58

"einfach angegebene Quellen lesen."

@ Laurenz 20.11. 19:09: Die erste von Ihnen angezogene Quelle http://gerasjuta.ch/geschichte/geschichte3.php behauptet zwar, J.G. sei auf einer Jesuitenschule in Kerkrade gewesen, macht aber keine zeitliche Angabe. Deshalb erneut die Frage: Wann zwischen Abitur und Studienaufnahme soll das gewesen sein? Haben Sie eine andere Quelle? 

RMH

21. November 2020 11:22

Die Jesuiten dürfen schon ganz schön herhalten - auch Leo Naphta, die Figur aus Thomas Manns Zauberberg war, um seinen Charakter als Reactionär besonders auszuschmücken, nicht nur zum Katholizismus konvertierter Jude, sondern auch, als Steigerung, Jesuit. 

Beim "Dr. G." doch eher irrelevant. Belegt ist seine katholische Anfangszeit - für einen Rheinländer nun wahrlich keine große Überraschung - allerdings.

"Die untertänigen Lobhudeleien ..."

@Der_Juergen,

so etwas kann heutzutage - ganz unabhängig von Russland - durchaus auch ein notwendiger Tribut sein, um überhaupt etwas veröffentlichen zu können.

Bei der "was wäre wenn" Spekulation um die Vorzeit des WK II fällt immer wieder auf, dass man Spanien evtl. besser kommunistisch hätte werden lassen sollen, denn dann hätten sich Frankreich und evtl. auch das perfide Albion anders aufstellen müssen (aus den Schilderungen George Orwells in seinem Buch "Mein Katalonien" könnte man auf die Idee kommen, dass Stalin seinerseits Spanien aufgegeben habe, um Frankreich und UK die "Bedrohung" durch den Faschismus vor Augen zu führen, sie auf seine Seite zu bekommen und von der Bedrohung durch den Bolschewismus abzulenken).

anatol broder

21. November 2020 12:39

@ wahrheitssucher 19:16

vielleicht kann professor thomas zimmermann helfen? seine einführung in die semantik (2014) beginnt mit dem satz:

Das vorliegende Buch wendet sich in erster Linie an StudienanfängerInnen der Germanistik […]

hat er gerade einen grossbuchstaben mitten im wort benutzt? für wen hält er sich?

So ist uns deutschen MuttersprachlerInnen bekannt, dass […]

ich verstehe, zimmermann spricht gerne für alle. er legt nach:

[…] auch wer – wie jedeR MuttersprachlerIn – die Regeln des deutschen Satzbaus perfekt beherrscht, […]

ein grossbuchstabe am ende? während ich weine, dreht sich jakob grimm im grab.

Liebe*r Wahrheitssucher*in, es tut mir Leid und leid, aber die Deutschen sind sprachlich verloren. Echte Hochkulturen schreiben deskriptiv, nicht preskriptiv.

brueckenbauer

21. November 2020 12:42

Noch mal, weil es auf Dauer wichtig bleibt: die Privatschulfrage. Die Ethnodeutschen sind schon eine ethnische Minderheit, müssen sich aber als Teil-, Sub- und partiell Gegenkultur erst etablieren. Der Aufbau eigener Schulen gehört nicht zur ersten Stufe in diesem Prozess, wird aber später unausweichlich.

In vielen protestantischen Ländern haben die Katholiken ein eigenes Schulsystem aufgebaut und aufrechterhalten, obwohl sie keine reichen Gönner und keine staatliche Unterstützung hatten. Dasselbe gilt für manche kleineren Gruppen, wie strikte Mennoniten oder orthodoxe Juden. Und die katholischen Schulen haben und hatten Niveau. Was konnten amerikanische katholische Einwanderer, was wir nicht können?

limes

21. November 2020 16:15

@ brueckenbauer (21. November 2020 12:42): »Was konnten amerikanische katholische Einwanderer, was wir nicht können?«

Sie konnten sich auf eine Unabhängigkeitserklärung berufen, die Ihnen unveräußerliche Rechte zusprach, darunter das Recht auf Freiheit; und ebenso das Recht, jede Regierung, die sich für den Schutz der unveräußerlichen Rechte des Volkes als schädlich erweist, durch eine neue zu ersetzen, die am besten geeignet erscheint, seine Sicherheit und Zufriedenheit zu gewährleisten.

Hier die (stellenweise diskutable) Übersetzung der Unabhängigkeitserklärung ins Deutsche.

»Aufgeben ist keine Option«, erklärte der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hess im Mai 2019 bei einer Wahlveranstaltung, die bereits unter Bedingungen stattfinden musste, die eines freiheitlich demokratischen Rechtsstaates unwürdig sind.

Später November des Jahres 2020, schlimme Erfahrungen später: Ihr Kommentar bringt mir das Februarblatt des Antaios-Kalenders 2020 in den Sinn. Darauf abgebildet ist eine Wehranlage in Deutschweißkirch, und der Text erklärt: »Verteidigt wurde nach dem Rückzug hinter diese Mauern nur noch das Eigentliche […], das, was zum Wiederaufbau unabdingbar war und was nie verlorengehen durfte.«

Wahrheitssucher

21. November 2020 16:51

@ anatol broder

Dank für Ihre Antwort. Wenn Sie Ihre konsequente Kleinschreibung als eine Maßnahme gegen solche Unarten wie das Binnen I verstehen, dann bin ich voll auf ihrer Seite!

Doch ist das nicht ein zu hoher Preis?

Was wird aus Übersichtlichkeit und besserer Verstehbarkeit? Außerdem glauben Sie doch bitte nicht, dass der Irrsinn dieser Zeit sich irgendwie begrenzen lässt. Die bringen es auch noch fertig, in eine Kleinschreibung das Binnen I hinzufügen...

Zu Ihren Hinweis auf die Hochkulturen: Das präskriptive der deutschen Klein- und Großschreibung ist ja bis dato auch immer nur formal, grammatikalisch und nie inhaltlich verstanden worden.

Cugel

21. November 2020 17:32

@brueckenbauer, limes

„Was konnten amerikanische katholische Einwanderer, was wir nicht können?“

Die Kohäsion ist in der Diaspora immer größer als zuhause, und das Milieu war ein anderes. Hier ist der existenzielle Druck erst seit relativ kurzer Zeit für die Masse erkennbar, die es dennoch vorzieht, den Biedermeier zu geben, idealtypisch als beamteter grüner Spießbürger, der samstäglich mit seinem elektrisch getriebenen Lastenrad durch die verkehrsberuhigte Innenstadt zum Biobauernmarkt fährt.

Im Land der Freien konnte jeder Flicken im Teppich nach seiner Facon selig werden, der Raum machte es möglich. War aber die Möglichkeit einer Ersetzung einer nichtgenehmen Regierung dort tatsächlich je gegeben? Mit welcher Erfolgsaussicht könnten wir uns auf Art. 20 GG berufen? Keine Massendemokratie bietet diese Option. Bereits im Sezessionskrieg wurde deutlich, wie der Hase im Land der Freien läuft. Die Masseneinwanderung um die vorvorige Jahrhundertwende bereitete dann den Boden für das, was nun global verheert.

Laurenz

21. November 2020 18:42

@Wahrheitssucher

In der persönlichen Anrede schreibe ich heute noch Korrespondenten in Ihren Attributen & Pronomen groß, solange ich Ihnen Achtung zolle. Zolle ich keine Achtung, schreibe ich "klein".

@Niekisch

Antwort kommt, macht etwas Arbeit.

@Cugel, brueckenbauer & limes

Die USA verfügen nur über eine formale Demokratie. Egal, was man dort wählt, man wählt immer Freimaurer.

Niekisch

21. November 2020 18:51

"Antwort kommt, macht etwas Arbeit."

@ Laurenz 21.11. 18:42: Lassen Sie sich Zeit. Hauptsache, der Hinweis ist fundiert. Viel Spaß! 

Volksdeutscher

21. November 2020 22:28

@Gustav Grambauer - ".... alle sind sie Globalistenwerk, und ebenso die Nazi-Bewegung, Wall Street and the Raise of Hitler."

Daß die Globalisten am Anfang die NS-Bewegung finanzierten, ist kein Geheimnis. Das taten sie jedoch nur für eine kurze Zeit. Zudem entstand die nationalsozialistische Bewegung nicht zu dem Zweck und drängte nicht deshalb an die Macht, um in Deutschland die Interessen der Wall Street zu vertreten: -“Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mitverdienen konnte.” Hitler wollte - zurecht - die Früchte des deutschen Wohlstandes nicht mit den Bankern von der Wall Street teilen. Deutschland mußte aus dem Weg geräumt werden, es wurde für seine Feinde zu stark.

Die Nationen Europas sollten sich auf gebührender Distanz zu Russland halten. Es kann zwischen Deutschland und Russland keine "Freundschaft" geben, solange Russland den Sieg der Sowjetunion über uns Jahr für Jahr feiert, gleichzeitig aber behauptet, Russland sei nicht die Sowjetunion. Russland ist nicht vertrauenswürdig, solange es geschichtliche Tatsachen leugnet und den Zugang zu geraubten Dokumenten selbst für Geschichtswissenschaftler verweigert. Putins Verteidigung des Ehrendenkmals in Budapest zeigt, worum es ihm geht: ein ehemaliges Herrschaftsgebiet des sowjetkommunistischen Regimes zum geopolitischen Interessengebiet zu erklären und zu behaupten.

Laurenz

22. November 2020 07:17

@Niekisch (1)

Hab mich für gut 2 oder 3 Stunden durch das Netz & 2 Doktor-, bzw. Magisterarbeiten gelesen, die aber auch nicht mehr Erhellung in die Sache bringen. Einige Historien-Blogs schreiben so wie ich, & andere bezeichnen es als Falsch-Behauptung, die Goebbels vielleicht sogar selbst in Umlauf brachte. Meine Aussage scheint die mehr plausible zu sein. Warum?

Der Orden der Gesellschaft Jesu ist der größte katholischen Orden überhaupt, mit aktuell unterschiedlich angegeben Mitgliedern zwischen 20k & 22k, in der historischen Spitze bis 36k. Der Orden der "Soldaten Christi" verzichtet auf ein Klosterleben oder eine Ordenstracht, ist weltweit vor allem in Bildung und Mission unterwegs (3730 Bildungs-Instutionen). In der jüngeren Geschichte Deutschlands war der Orden in Deutschland unter Bismarck bis 1917 & im III. Reich (als Volksschädlinge) verboten.

(@Beowulf) .. berühmte Jesuitenzöglinge sind u.a. Mozart sen., Fidel Castro, Mario Monti, Thomas de Maizière, Heiner Geissler, Bill Clinton, Madeleine Albright, Mario Draghi, José Barroso, Kurt Biedenkopf, Felipe von Spanien, Stefan Raab, etcetc.

Es gibt eindeutige Bildungseinrichtungen, wie das Aloisius- Kolleg in Bonn., aber viele Jesuiten arbeiten auch in anderen Bildungseinrichtungen, wie zB die

 https://de.wikipedia.org/wiki/Maria-Ward-Schule_Aschaffenburg für Mädchen. Auch dort arbeiten ua Jesuiten. Kenne jemanden persönlich, der dort zur Schule ging.

Laurenz

22. November 2020 07:54

@Nikisch (2)

Der Erfolg der Jesuiten, weltweit, basiert auf dem kostenlosen Angebot, Lehrkräfte zu Verfügung zu stellen. Es werden eben nicht nur Zöglinge reicher Weltbürger geschult, sondern auch arme. Entscheidend sind Intelligenz & Talent.

Von daher, Niekisch, können wir davon ausgehen, daß alle Bildungseinrichtungen, die sich zum Katholizismus bekennen, durch Jesuiten gefördert sind, einerseits wegen der Bedeutungslosigkeit anderer Orden, andererseits wegen der Verfügbarkeit der Ordens-Mitglieder ohne ein bindendes Klosterleben, siehe GKs Kloster-Berichte. Desweiteren wird berichtet, daß Goebbels das Augustiner-Seminar in Kerkrade besuchte. Und Sie, Niekisch, können sich jetzt selbst überlegen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, daß dort Jesuiten unterrichteten. In der Wikipedia-Darstellung zu Kerkrade werden "Franziskaner", welche vor dem Kulturkampf in Preußen flüchteten, als Urheber des Seminars bezeichnet. In Anbetracht dessen, daß es kaum Franziskaner gibt & der gegenwärtige Jesuiten-Papst sich Franziskus nennt, wird in der Wiki https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf nur von einem Verbot der Jesuiten durch Bismarck berichtet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Augustiner-Chorherren 

Laurenz

22. November 2020 07:55

@Niekisch (3)

In der Wikipedia wird die Ursprungs-Familie von Goebbels als streng katholisch bezeichnet & es wird über deren Enttäuschung berichtet, als Goebbels nicht Theologie studierte. Zumindest die https://de.wikipedia.org/wiki/Julius-Maximilians-Universit%C3%A4t_W%C3%BCrzburg ist eine  katholische Fakultät (bis 1773 eine Jesuiten-Fakultät).

RWDS

22. November 2020 09:29

Ich bin zwischen 95 und 06 in Dresden beschult worden. Zuerst auf der Grundschule und dem Gymnasium, dann aufgrund eigener Versäumnisse auf der Realschule. In dieser Zeit habe ich genau einen körperbehinderten und vielleicht ein Dutzend Mitschüler mit Migrationshintergrund gehabt.

Die Vorstelllung, heute in die Schule gehen zu müssen, ist der absolute Horror, da meine Mutter nicht in der Lage wäre, mich auf eine Privatschule zu schicken.

Ich denke, die Übernahme der Bildungseinrichtungen ist der wahre Sieg der Linken im Kulturkampf.

anatol broder

22. November 2020 10:17

@ wahrheitssucher 16:51

ich und weitere drei milliarden menschen (u a in israel) schreiben nicht aus protest immer klein, sondern weil wir in gross keinen nutzen sehen.

apropos sehen, ich markiere deinen blinden fleck:

[…] dann bin ich voll auf ihrer Seite! […] Zu Ihren Hinweis auf die Hochkulturen: Das präskriptive der deutschen Klein- und Großschreibung ist ja bis dato auch immer nur formal, grammatikalisch und nie inhaltlich verstanden worden.

das i hat hier sehr wohl einen inhaltlichen bezug. das siezen ist somit der vorbote des genderwahns, weil der identität allein geschuldet. das ist der preis der zeitgleichen verwendung von zwei alphabeten: klein und gross. ich bitte, diese erkenntnis sacken zu lassen.

RWDS

22. November 2020 10:42

@Volksdeutscher

Welches Problem haben Sie denn mit Russland? Man könnte meinen aus Ihnen spricht der Frust, dass man mit den Russen ein Volk hat, welches sehr wohl noch weiß, was "russisch" bedeutet. Als jemand mit Verwandtschaft in Moskau würde ich es bevorzugen, wenn allzu primitive Russophobie sich auf die Systemmedien beschränken würde. Kennt man das Land nämlich aus erster Hand, kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln, was man uns hier täglich auftischt. Und geschichtsrevisionistische Überhöhung der eigenen (Kriegs-)Geschichte ist ja nun weiß Gott kein russisches Phänomen.

Ihrer Kritik am Übernehmen der Sprachgebilde "Faschismus" und "Nazi" stimme ich allerdings zu.

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