Regieren als politische Identitätsprüfung

Politischer Erfolg schafft Verantwortung und Erwartungen. Sowohl Freund als auch Feind blicken mit Sorge, Demut und vor allem Ungewissheit auf die Wahltermine im Herbst 2026, wenn sowohl in Sachsen-Anhalt als auch Mecklenburg-Vorpommern, der blaue Balken an den Wahlabenden auf mehr als 40% hochschießen sollte und regieren ohne AfD-Beteiligung arithmetisch nicht mehr möglich ist.

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Umfra­gen der letz­ten Wochen deu­ten zwar lang­sam auf einen etwas gedämpf­ten Höhen­rausch und Sät­ti­gungs­ef­fekt hin. Die Grund­fra­gen aber blei­ben: Wel­che trans­for­ma­ti­ven Kräf­te wir­ken in einer Par­tei, wenn sie selbst an die Macht kommt und wie ver­än­dert das vor allem ihre eige­nen Wäh­ler­schich­ten und die gene­rel­le Zustimmungsbasis?

Die Hypo­the­se liegt nahe, dass der Schritt vom oppo­si­tio­nel­len Modus hin­ein in eine real­po­li­ti­sche Mach­bar­keits­lo­gik auch mit neu­en stra­te­gi­schen Mobi­li­sie­rungs- und Wäh­ler­bin­dungs­fra­gen ver­bun­den sein wird. Wel­che pro­gram­ma­ti­schen und welt­an­schau­li­chen Posi­tio­nen wer­den dann a.) neu und/oder b.) auf ande­rer Ebe­ne ver­han­delt? Wie baut man ein vor Ent­täu­schun­gen und Frus­tra­tio­nen abge­si­cher­tes Erwar­tungs­ma­nage­ment kom­mu­ni­ka­tiv und struk­tu­rell auf?

Es gibt inner­par­tei­li­che Stim­men, die den Pro­fes­sio­na­li­sie­rungs- und Rei­fe­grad der Par­tei für noch nicht aus­rei­chend hal­ten, um die nächs­ten Macht­etap­pen zu gehen. Doch wenn die­se Fra­gen an die AfD her­an­ge­tra­gen wer­den, soll­te sie die­se selbst­be­wusst beant­wor­ten kön­nen. Das Jahr 2026 wird so oder so zum Iden­ti­täts­prüf­stein für die Partei.

In der Bun­des­re­pu­blik gibt es kaum Bei­spie­le von Regie­rungs­be­tei­li­gun­gen von Par­tei­en die rechts der CDU stan­den (Ham­burg und die Schill­par­tei 2000 als Son­der­fall aus­ge­nom­men). Somit kann die poli­tik­wis­sen­schaft­li­che For­schung nur inter­na­tio­na­le Refe­renz­fäl­le her­an­zie­hen Eine jüngst erschie­ne­ne Stu­die von Her­mes und Klü­ver unter­such­te welt­weit 1.237 Regie­rungs­ka­bi­net­te, 57 demo­kra­ti­scher Län­der seit 1976 in denen rech­te Par­tei­en in unter­schied­li­chen Rol­len (Seni­or, Juni­or oder Mehr­heits­be­schaf­fer für gedul­de­te Min­der­heits­re­gie­rung) betei­ligt waren.

Wider­le­gung der „Ent­zau­be­rungs­the­se“

Wo viel­fach aus kon­ser­va­ti­ven oder christ­de­mo­kra­ti­schen Krei­sen die „Ent­zau­be­rungs“ The­se bemüht wird, konn­te in der Stu­die kein robus­ter Zusam­men­hang zwi­schen rech­ten Regie­rungs­be­tei­li­gun­gen und signi­fi­kan­ten Stim­men­ver­lus­ten bei dar­auf­fol­gen­den Wah­len fest­ge­stellt werden.

Im Gegen­teil: In der Gesamt­heit aller Daten­sät­ze der Stu­die konn­ten je nach poli­ti­schen Kul­tur­kreis Zuwäch­se zwi­schen zwei (in mit­tel- und west­eu­ro­päi­schen Par­tei­en­sys­te­men) bis sechs (rech­te ost­eu­ro­päi­sche Regie­rungs­ka­bi­net­te) Pro­zent fest­ge­stellt wer­den. Min­des­tens zeigt die­ses gro­ße empi­ri­sche Pan­ora­ma kei­ne beson­de­re Vola­ti­li­tät rech­ter Wäh­ler­be­we­gun­gen im Ver­gleich zu poli­ti­schen Mainstreamparteien.

Ihr fort­lau­fen­der Erfolg oder Miss­erfolg bei nach­fol­gen­den Wah­len hängt nicht allein von der Poli­cy-Per­for­mance, wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len oder Moder­ni­sie­rungs­pro­zes­sen ab. Viel­mehr stel­len die Autoren ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die Aus­rei­ßer in dem Daten­pool (unter ande­rem auch die öster­rei­chi­sche FPÖ oder die ita­lie­ni­sche LEGA), dass Umfra­ge- und Stim­men­ver­lus­te nicht aus der objek­ti­ven Regie­rungs­leis­tung abge­lei­tet wer­den, son­dern durch wahr­ge­nom­me­nen Dilet­tan­tis­mus, Streit und Unpro­fes­sio­na­li­tät entstehen.

Sta­bi­li­tät vor ideo­lo­gi­scher Kohärenz 

Die Stu­die „Radi­cal Right Par­ties in Office“ von Akker­man und De Lan­ge aus dem Jahr 2012, die ich ergän­zend her­an­zie­he, kon­sta­tiert (über­setzt aus dem Englischen):

Unser Ver­gleich der Regie­rungs­bi­lan­zen von BZÖ, DF, FPÖ, LN, LPF und SVP zeigt, dass poli­ti­sche Errun­gen­schaf­ten [eine begrenz­te Rol­le bei der Erklä­rung die­ser Varia­ti­on [des Wahl­er­folgs] spie­len. […] Drei radi­ka­le Rechts­par­tei­en zeig­ten eine schwa­che Leis­tung und konn­ten inter­ne Par­tei­strei­tig­kei­ten nicht bewäl­ti­gen: die FPÖ, das BZÖ und die LPF. Eine schlech­te Aus­wahl von Kan­di­da­ten für Ämter, aber vor allem Par­tei­spal­tun­gen und Kabi­netts­in­sta­bi­li­tät sind wahr­schein­li­che Grün­de, war­um Wäh­ler die­se Par­tei­en nach ihrer Amts­zeit hart bestraften.

Die aka­de­mi­sche Arbeit von Tan­ja Klein „Rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tei­en in Regie­rungs­pro­zes­sen“ ergänzt in einer umfas­sen­den Vergleichsuntersuchung:

Eine Ent­zau­be­rung rech­ter Par­tei­en kann gelin­gen, wenn Rich­tungs­kon­flik­te auf­tre­ten… kei­ne Erfah­run­gen mit inner­par­tei­li­cher Kon­flikt­lö­sung bestehen oder die Auto­ri­tät der Füh­rung schwindet.

Anders gespro­chen: Der Wäh­ler mag Prag­ma­tis­mus, ideo­lo­gi­sche Mäßi­gung und Sach­zwän­ge ver­zei­hen – nicht jedoch Zer­strit­ten­heit, Spal­tung, fal­sche Per­so­nal­aus­wahl und sicht­ba­re Dysfunktionalität.

Regie­rungs­be­tei­li­gun­gen haben immer einen Preis gegen­über der eige­nen Wäh­ler­schaft. Die popu­lis­ti­sche Mobi­li­sie­rungs­en­er­gie defi­niert sich aus einer grund­sätz­li­chen Anti-Estab­lish­ment-Hal­tung. Die antie­li­tä­re Deu­tungs­macht ver­liert ihr Allein­stel­lungs­merk­mal und wird über neue ideo­lo­gi­sche Koor­di­na­ten ver­mes­sen. Kommt dann auch noch eine gestei­ger­te Inkom­pe­tenz- und Cha­os-Wahr­neh­mung hin­zu, sit­zen die vor­ma­li­gen Wäh­ler auf gepack­ten Kof­fern, um wie­der zu ande­ren Par­tei­en abzuwandern.

Der Über­gang in den Regie­rungs­mo­dus akti­viert unter­schied­li­che „Erwar­tungs­ho­ri­zon­te“ in ver­schie­de­nen Teil­grup­pen der­sel­ben Wäh­ler­schaft. Kern­wäh­ler erwar­ten Sym­bol­treue, Grenz­zie­hung und iden­ti­tä­re Bestä­ti­gung. Sie tole­rie­ren häu­fig prag­ma­ti­sche Manö­ver, solan­ge die Par­tei geschlos­sen wirkt und die „Mis­si­on“ erkenn­bar bleibt. Rand- und Wech­sel­wäh­ler erwar­ten vor allem Kom­pe­tenz­si­gna­le, Ord­nung, Nor­ma­li­tät. Sie sind oft weni­ger ideo­lo­gisch gebun­den, aber sen­si­bel für öffent­li­che Unfä­hig­keit, Per­so­nal­cha­os und Dauerstreit.

Die FPÖ als mah­nen­des Beispiel 

Ein öster­rei­chi­sches Lehr­stück illus­triert die­sen Mecha­nis­mus in einer extre­men Form. Die Ana­ly­se von Ruth Picker, Eva Zeglo­vits und wei­te­ren rekon­stru­iert, wie der Rol­len­wech­sel der FPÖ in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung ab 2000 unmit­tel­bar mit mas­si­ven Ver­lus­ten bei nach­fol­gen­den Wah­len ein­her­ging und bei der Natio­nal­rats­wahl 2002 ein his­to­ri­scher Abs­trom zur ÖVP sicht­bar wurde.

Sowohl bei Land­tags- als auch Bun­des­wah­len eröff­ne­ten sich zwei mas­si­ve Ver­lust­ka­nä­le in Rich­tung ÖVP und Nicht­wäh­ler – unter ande­rem moti­viert durch die Ent­täu­schung über die FPÖ und die gewach­se­ne Zufrie­den­heit mit der Regie­rungs­ar­beit des Kabi­netts Schlüs­sel Eins.

Der Befund ver­deut­licht die Risi­ko­ma­trix, die durch eine dop­pel­te Erwar­tungs­last in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung ent­steht (Lie­fern + Skan­dal­frei­heit). Sobald Kom­pe­tenz- oder Inte­gri­täts­zwei­fel öffent­lich wer­den, wech­seln die Wäh­ler ins ande­re Lager.

Wie die Autoren Picker und Co in der FPÖ-Stu­die zei­gen, ist die­ser Wech­sel auch weni­ger durch eine ideo­lo­gi­sche Läu­te­rung oder Prä­fe­renz­ver­schie­bung ver­bun­den, son­dern aus einem „Ord­nungs­im­puls“. Man prä­miert am Ende den Koali­ti­ons­part­ner, der als hand­lungs­fä­hi­ger erscheint, wäh­rend die grund­le­gen­den rech­ten Ein­stel­lungs­mus­ter (bspw. waren vor­ma­li­ge FPÖ-Wäh­ler, die zur ÖVP wech­sel­ten in der Migra­ti­ons­fra­ge genau­so strikt wie vor­her) erhal­ten blei­ben. Ein ähn­li­ches Mus­ter wie­der­hol­te sich für die frei­heit­li­che Par­tei nach dem Ibi­za-Skan­dal und der zer­bro­che­nen Kurz-Stra­che-Koali­ti­on im Jahr 2019.

Fall­bei­spiel aus Italien 

Das Gegen­bei­spiel lie­fert die aktu­el­le ita­lie­ni­sche Regie­rungs­ko­ali­ti­on unter Gior­gia Melo­ni. Seit 1946 hat das Land 67 Regie­run­gen ver­schlis­sen, die eine durch­schnitt­li­che Halt­bar­keits­dau­er von etwas mehr als einem Jahr hat­ten. Melo­ni regiert inzwi­schen seit drei Jah­ren unan­ge­foch­ten die Repu­blik und hält sich in den Umfra­gen bei sta­bi­len 28–30%. Ihr außen­po­li­ti­scher Oppor­tu­nis­mus und die maxi­mal zöger­lich umge­setz­te Migra­ti­ons­wen­de schei­nen der Popu­la­ri­tät inner­halb der Kern­wäh­ler­schaft kei­nen Abbruch zu tun, solan­ge eine zumin­dest abs­trak­te Sta­bi­li­täts­wahr­neh­mung erzeugt und kom­mu­ni­ziert wer­den kann.

Die Nega­tiv-Folie lie­fer­te ihr Regie­rungs­part­ner Matteo Sal­vi­ni und sei­ne LEGA-Par­tei, der – rück­bli­ckend betrach­tet – ideo­lo­gisch kon­sis­ten­ter und durch­grei­fen­der erschien, aber durch sein Manö­ver 2019 an der Spit­ze sei­ner Beliebt­heit, die Koali­ti­on mit der Fünf-Ster­ne-Bewe­gung plat­zen ließ und durch die spä­te­re Alli­anz mit einer Tech­no­kra­ten­re­gie­rung unter Füh­rung von Mario Draghi sowohl sei­ne inner­par­tei­li­che Glaub­wür­dig­keit als auch die Repu­ta­ti­on sei­ner Stamm­wäh­ler­schaft ver­spiel­te. Das auf­ge­bau­te poli­ti­sche Kapi­tal als innen­po­li­ti­scher Hard­li­ner war damit voll­ends ver­spielt und die LEGA fris­tet nun nur noch ein Kleinst­par­tei-Dasein unter 10%.

Ver­än­de­run­gen rech­ter Wäh­ler­schaf­ten in Ungarn 

Eine Lang­zeit-Ana­ly­se zur Wäh­ler­schaft der unga­ri­schen Fidesz-Par­tei lie­fert schließ­lich gera­de im Hin­blick auf sozio­de­mo­gra­phi­sche Ver­än­de­run­gen unter Regie­rungs­be­tei­li­gung eini­ge erhel­len­de Erkennt­nis­se. Die Stu­die „20 years of Fidesz core voters“ zeigt auf, wie sich die poli­ti­schen Ein­stel­lun­gen und Loya­li­tä­ten der Fidesz-Kern­wäh­ler­schaft zwi­schen 2002–2021 ver­scho­ben oder kon­so­li­diert haben.

Orban gilt unter vie­len Rech­ten als die Blau­pau­se erfolg­rei­cher Wäh­ler­mo­bi­li­sie­rung, meta­po­li­ti­scher Sen­so­rik und sta­bi­ler Regie­rungs­füh­rung. Den­noch zeigt die Stu­die kla­re Ver­schie­bun­gen in der sozia­len und abso­lu­ten Zusam­men­set­zung von Kern- und Wech­sel­wäh­lern über die letz­ten Jahr­zehn­te, was Orb­ans Par­tei jedoch ver­nünf­tig zu mode­rie­ren scheint. Ein zen­tra­ler Wan­del zeigt in der ver­än­der­ten Stamm­wäh­ler­ba­sis. 2021 mach­te der har­te Kern der Fidesz-Stamm­wäh­ler 19% aus (bei einem Gesamt­wahl­er­geb­nis von 39%) – ein Rück­gang gegen­über 21% im Jahr 2002 und 30% im Spit­zen­jahr 2010.

Die Wäh­ler­vo­la­ti­li­tät hat somit auch im unga­ri­schen Par­tei­sys­tem stark zuge­nom­men und Fidesz ist zuneh­mend auf Rand­wäh­ler ange­wie­sen, um Mehr­hei­ten zu sichern. Ins­be­son­de­re in den bei­den sozia­len Fak­to­ren wie Alter und Frau­en­an­teil zeigt sich unter den Kern­wäh­lern eine deut­li­che Verschiebung.

Wäh­rend das Geschlech­ter­ver­hält­nis 2002 noch weit­ge­hend aus­ge­gli­chen war, hat Fidesz inzwi­schen einen 60% Frau­en­an­teil unter den Kern­wäh­lern (anders als ande­re rech­te west­eu­ro­päi­sche Par­tei­en). Dies könn­te unter ande­rem an der über vie­le Jah­re gestärk­ten fami­li­en­po­li­ti­schen Agen­da und Fokus­sie­rung liegen.

Zugleich konn­te eine Durch­schnitts­al­te­rung um fast 10 Jah­re von 43 auf 54 Jah­re bei der Kern­wäh­ler­schaft fest­ge­stellt wer­den. Die­se Alte­rung deu­tet auf einen Kohor­ten­ef­fekt hin, wonach Fidesz Schwie­rig­kei­ten hat, jün­ge­re Kohor­ten in den „har­ten Kern“ zu inte­grie­ren, und statt­des­sen mit sei­ner Wäh­ler­schaft altert.

Die Stu­die unter­such­te schließ­lich auch ver­ein­zel­te Ein­stel­lungs­pro­fi­le und kul­tu­rel­le Prak­ti­ken, die durch den Fidesz immer wie­der akti­vie­rend und appel­lie­rend pro­pa­giert wur­den. Auch hier zeigt sich, dass die erfolg­rei­che Macht­for­mel rech­ter Par­tei­en nicht allein in der pro­gram­ma­ti­schen oder ideo­lo­gi­schen Kohä­renz liegt. Reli­giö­se Prak­ti­ken wie der Kirch­gang sta­gnier­ten in Ungarn über 20 Jah­re (ca. 27 % monatlich).

Dies ver­deut­licht, dass die inten­si­ve christ­lich-natio­na­le Iden­ti­täts­po­li­tik der Regie­rung Orban eher eine kul­tu­rel­le Mar­kie­rung ist, die kei­ne reli­giö­se Renais­sance in der Basis aus­löst. Inter­es­san­ter­wei­se stieg der Wäh­ler­an­teil der Nicht-Kirch­gän­ger nach kri­ti­schen Wahl­jah­ren (2010, 2016), was dar­auf hin­deu­tet, dass Fidesz erfolg­reich säku­la­re Wäh­ler­grup­pen inte­grie­ren konnte.

Fazit

Aus den dar­ge­stell­ten Fall­bei­spie­len und Erkennt­nis­sen könn­te man nun zu dem Schluss kom­men, dass die Prio­ri­tät einer AfD-Regie­rung aus­schließ­lich auf die Aus­sendung von Sta­bi­li­täts- und Kom­pe­tenz­si­gna­len bestehen müss­te und die ideo­lo­gi­sche Kohä­renz und pro­gram­ma­ti­sche Umset­zung nur an zwei­ter Stel­le ste­hen. Dass bei­de Fak­to­ren in einer Glaub­wür­dig­keits­sym­bio­se ste­hen, soll­te für jeden Leser eine Bin­se sein.

Es geht jedoch dar­um, daß jede kom­men­de „100-Tage-Regie­rungs­pla­nung“ und jede Schat­ten­ka­bi­netts­bil­dung die­se Dyna­mi­ken und Struk­tu­ren der Wäh­ler­bin­dung für rech­te Par­tei­en berück­sich­tigt wer­den müs­sen. Es gibt sicher kei­ne Patent­for­mel, die rech­te Par­tei­en in der Regie­rung vor Stimm­ver­lus­ten immu­ni­siert, aber durch­aus ein paar Fak­to­ren und Signa­le, die man eigen­stän­dig steu­ern kann.

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (5)

Franz Bettinger

2. Februar 2026 18:44

Das Schicksal der gescheiterten Sarah Wagenknecht und die sofort sinkenden Zustimmungsraten des BSW haben gezeigt, dass der Wähler nicht goutiert, wenn der Wille zur Macht nicht konsequent umgesetzt wird und damit die Option zur realen Politik-Gestaltung weg bricht. Statt kühn an der Seite der AfD das Ruder in Sachen Krieg, Migration, Gender, EU und anderen Idiotien herumzureißen, geschah realpolitisch: nichts. Falsches Kalkül, Chance vertan! Das sollte der AfD eine Warnung sein, keinen Verrat an den großen Zielen zu üben, wenn ihr in Koalitionen verführeisch Posten angeboten werden. Die Wähler der AfD sind keine üblichen; sie sind von anderem Schlag, ernüchtert; und sie werden den großen Corona-Betrug & all die anderen Zumutungen des etablierten Gesocks nie vergessen. Nie! Sie sind treu. Vergrault sie nicht!

Hannah

2. Februar 2026 18:50

Seit 2016 wähle ich AfD, aber seit nicht allzu langer Zeit bin ich mir nicht mehr sicher, ob eine Regierungsübernahme durch diese Partei, wenn sie denn demnächst überhaupt einmal möglich werden sollte, unter den gegenwärtigen Umständen schon/noch wünschenswert ist (obwohll ich sie weiterhin wählen werde).
 Gießen, Minnesota u.v.a.m. zeigen, daß sie sich als allererstes auf bürgerkriegsähnliche Zustände im ganzen Land aktiv vorbereiten müsste. 
Zudem würde fast jede noch so wünschenswerte Maßnahme, vom Stopp der NGO-Finanzierung bis zur Kündigung des Rundfunkstaatsvertrages, von Zulassung des Baus neuer Kernkraftwerke bis zu neuen Lehrplänen für die Schulen, vom Auslaufenlassen von Gender-Lehrstühlen bis zum Öffnen des Verfassungsschutz-Auges nach links, die gesammelte Kraft des tiefen Staates, die sog. "Zivilgesellschaft", die staatsnahen Medien, die Justiz, den höheren Beamtenapparat u.v.m. zu erbitterter totaler Blockade herausfordern. Dazu, s.o., den Antifa-Pöbel, die "Omas" usw. auf Straßen und Plätzen.
Ich glaube inzwischen, dass es besser wäre, diejenigen, die das Land an die Wand (ge)fahren (haben), den elenden Zusammenbruch auch selbst ausbaden zu lassen, anstatt ihnen in ihrer "Opposition" gegen etwaige "Nazi"-Regierungen neues Leben einzuhauchen. 

Mitleser2

2. Februar 2026 20:06

@Hannah: Wer zurückweicht, hat schon verloren.

Majestyk

2. Februar 2026 20:12

Bezüglich Fidesz sollte man vielleicht anfügen, daß Orbans Erfolg auch an den Geldsegen von Brüssel und subventionierte Industrieansiedlung geknüpft ist, die mehrheitlich der bundesdeutsche Steuerzahler finanziert. Es wäre zu ergründen, warum ein Land mit gut ausgebildeter Bevölkerung auch mehr als 35 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs immer noch von Finanzhilfen abhängig ist und nicht selbstständig laufen kann. 
Auf Hilfe aus Brüssel kann die AfD jedenfalls nicht hoffen und noch regiert sie ja auch nicht. Und wenn, dann liegt @ Hannah völlig richtig, kann man sich hierzulande auf bürgerkriegsähnliche Zustände einstellen. Ist jetzt die Frage, was kommt zuerst, der Zusammenbruch oder die AfD Regierungsbeteiligung. So oder so, der politische Kampf um Deutschland hat noch nicht einmal richtig angefangen. 
Es verdichten sich ja Hinweise, daß der "Protest" in Minneapolis international gesteuert und finanziert wird. Laut Weltwoche beteiligt sich sogar das Schweizer Außenministerium an der Finanzierung der Krawalle. Das linke Imperium ist jederzeit bereit und fähig mit aller Macht zurückzuschlagen.
 

RMH

2. Februar 2026 20:23

Wie immer, wohltuend sachlich, der Beitrag von D. Fiß. Die Geschlossenheit der AfD ist natürlich ein Thema. Aktuell ist die Breite der AfD durchaus von Vorteil, da sie so vom Liberalen über Konserv. bis Rechte & sogar patr. Linke & geläuterte Grüne, kurzum alle, die sich in Opp. sehen, ansprechen kann. Bei einer Regierung kann es zum Nachteil werden, was im Beitrag schlüssig dargestellt wurde. Unabhängig davon sehe ich keine Koalitionsopt. für die AfD - auch nicht in Zukunft. Die Union könnte schon lange etwas für D tun, lässt das Land & seine Wirtschaft aber lieber mittäterschaftlich unter dem Sozialdemokratismus verrecken, weil die Union nicht daran glaubt, in einer Koalition mit der AfD als Gewinner heraus gehen zu können, sie sieht sich als Verlierer & koaliert daher eher mit der Linken, als mit der AfD. Für die AfD gilt daher: Es muss die eigene parl. Mehrheit her. Die MSM lenken daher konzertiert alles nach außen, triggern die mehrheitl. Antipathie der Wähler gegen Trump & im Westen gegen Putin. Intern ist das Parteiverbot zudem nicht vom Tisch. Dem Establ. ist ALLES zuzutrauen.