Buchhandlungspreis: erbärmlich unabhängig

Drei Buchhandlungen sind von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis 2026 gestrichen worden – und ein wuchtiger „Ruck“ (Roman Herzog) geht durch Kultur-Deutschland.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Der (ohne­hin und qua­si von Beginn an ange­zähl­te) Kul­tur­staats­mi­nis­ter Wolf­ram Wei­mer hat die drei Läden kur­zer­hand von der Lis­te genom­men: „Gol­den Shop“ in Bre­men, die Buch­hand­lung „Rote Stra­ße“ in Göt­tin­gen und „Zur schwan­ken­den Welt­ku­gel“ in Ber­lin. Alle drei sind lin­ke Insti­tu­tio­nen, die sich selbst als eman­zi­pa­to­risch und kri­tisch verstehen.

Durch das „Haber-Ver­fah­ren“ sei offen­bar gewor­den, daß über die betref­fen­den Buch­hand­lun­gen „ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te“ Erkennt­nis­se vorlägen.

Haber – was? Irgend­was mit Ammo­ni­ak? Nein, die Bon­ner Staats­se­kre­tä­rin Emi­ly Haber (damals: Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren) hat­te vor zwan­zig Jah­ren ein inter­nes Ver­wal­tungs­ver­fah­ren der Bun­des­re­gie­rung etabliert.

Es erlaubt Bun­des­mi­nis­te­ri­en und Behör­den, vor der Ver­ga­be von staat­li­chen För­der­mit­teln, Prei­sen oder Sub­ven­tio­nen eine Abfra­ge beim Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) zu stel­len. Das BfV teilt dann nur mit, ob „ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te Erkennt­nis­se“ zu der Per­son, Orga­ni­sa­ti­on oder dem Pro­jekt vor­lie­gen – ohne (aus daten­schutz­recht­li­chen Grün­den) die Inhal­te oder Bewei­se zu nen­nen. Die anfra­gen­de Stel­le kann dar­auf­hin ent­schei­den, die Förderung/den Preis zu verweigern.

Das Ver­fah­ren soll ver­hin­dern, dass Steu­er­gel­der an extre­mis­ti­sche Grup­pie­run­gen oder Per­so­nen flie­ßen, deren Arbeit sich irgend­wie gegen die frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung rich­tet: Der Staat darf und soll kei­ne Steu­er­gel­der an Gruppen/Organisationen geben, die die Demo­kra­tie bekämp­fen oder ter­ro­ris­ti­sche Struk­tu­ren unterstützen.

Es geht also um Extre­mis­mus­prä­ven­ti­on. Aber wie wir alle wis­sen: Es gibt kei­nen neu­tra­len Stand­punkt, von dem aus eine Bewe­gung oder eine Insti­tu­ti­on als „extre­mis­tisch“ eti­ket­tiert wer­den kann.

Das Haber-Ver­fah­ren wird jeden­falls seit über 20 Jah­ren stän­dig in vie­len Res­sorts genutzt (Bil­dung, Ent­wick­lungs­hil­fe, Kul­tur usw.), oft ohne Auf­se­hen –  es ist also kein „neu­es Repres­si­ons­in­stru­ment“. Nun aber brach in der gesam­ten Buch­bran­che und weit dar­über hin­aus ein kol­lek­ti­ves Ent­set­zen aus – als wäre Zen­sur gera­de eben erfun­den wor­den und stün­de nun erst­mals vor der Tür.

Beson­ders anschau­lich wird der Fall beim „Gol­den Shop“ in Bre­men. Über dem Ein­gang prangt in gro­ßen Let­tern der Slo­gan „Deutsch­land ver­re­cke bit­te“. Ein Spruch, der den Staat nicht bloß kri­ti­siert, son­dern ihm den bal­di­gen Unter­gang an den Hals wünscht. Dane­ben noch „bai­se la poli­ce“ – fick die Poli­zei (für alle, die des Fran­zö­si­schen nicht mäch­tig sind).

„Ver­fas­sungs­schutz­re­le­van­te Erkennt­nis­se?“ Man muß schon reich­lich krea­tiv argu­men­tie­ren, um das als harm­lo­se Mei­nungs­äu­ße­rung durch­ge­hen zu las­sen. Die Betrei­ber füh­len sich den­noch dis­kri­mi­niert und kün­di­gen Kla­ge an – sowohl gegen den Minis­ter als auch gegen den Ver­fas­sungs­schutz. Die drei Läden wol­len Aus­kunft, Akten­ein­sicht und eine gericht­li­che Über­prü­fung des soge­nann­ten Haber-Ver­fah­rens erzwingen.

Die Soli­da­ri­täts­wel­le, die dar­auf­hin los­brach, ist beein­dru­ckend orches­triert. Die unab­hän­gi­ge Jury distan­zier­te sich stan­te pede von Wei­mer und erklär­te, sie ste­he aus­drück­lich hin­ter allen 118 Nomi­nier­ten und wer­de die drei gestri­che­nen Plät­ze bewußt nicht nachbesetzen.

Der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels und sei­ne Lan­des­ver­bän­de spra­chen von „Gesin­nungs­schnüf­fe­lei“ und for­der­ten die Rück­nah­me der Ent­schei­dung. Der Ber­lin-Bran­den­bur­ger Lan­des­ver­band rief zur „Rote-Kar­te-Akti­on“ auf. Die Schrift­stel­ler­ver­ei­ni­gung PEN Deutsch­land warn­te via Prä­si­dent Mat­thi­as Poli­ty­cki vor „ame­ri­ka­ni­schen Zustän­den“, bei denen die jeweils Regie­ren­den das kul­tu­rel­le Ange­bot kura­tie­ren. (Nein, klei­ner hat­te er es nicht.)

Die 115 ver­blie­be­nen nomi­nier­ten Buch­hand­lun­gen erklär­ten sich geschlos­sen soli­da­risch und kün­dig­ten an, sie wür­den den aus­ge­schlos­se­nen Kol­le­gen ihr Preis­geld erset­zen. 115 soli­da­ri­sche Buch­hand­lun­gen wür­den dem­nach je 210 Euro spen­den, um drei­mal 7000 € zusammenzutragen.

Der Han­ser Ver­lag sprang jetzt eben­falls ein: Nach­dem Wei­mer die offi­zi­el­le Preis­ver­lei­hung auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se abge­sagt hat­te, lud Han­ser alle 118 ursprüng­lich nomi­nier­ten Läden zu einer eige­nen gro­ßen Par­ty ein. Gra­tis­mut, aber groß­ge­schrie­ben und pompös.

Dazu kamen offe­ne Brie­fe, Insta­gram-Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen von Dut­zen­den Buch­hand­lun­gen und eine Spen­den­kam­pa­gne unter dem Mot­to „Lesen hilft!“ Die Empö­rung war so ein­hel­lig, daß man fast ver­ges­sen könn­te, wor­um es eigent­lich geht: Steu­er­gel­der für Läden, die das „Ver­re­cken“ des eige­nen Lan­des wünschen.

Auch die kon­ser­va­ti­ve Qua­li­täts­pres­se (hier nament­lich die WELT) fin­det es höchst nor­mal, daß links­ra­di­ka­le Buch­lä­den steu­er­geld­fi­nan­zier­te Geschen­ke erhal­ten. “Deutsch­land ver­re­cke” sei – so wird umständ­lich erklärt – “Kunst von Ver­fas­sungs­rang”. Berauscht von der eige­nen Tole­ranz wird geklugscheißert:

Klein ist der Laden. Und natür­lich kein Extre­mis­ten­camp. Eine inha­ber­ge­führ­te Buch­hand­lung mit Ursprün­gen im lin­ken Milieu Kreuz­bergs. Links? Ja, sicher. Aber eben folk­lo­ris­tisch-tra­di­tio­na­lis­tisch wie ein Trach­ten­ver­ein am Tegernsee.

Kul­tur­so­zio­lo­gisch ist es das Glei­che, ob sich der Mei­ers Sepp in der durch den gewach­se­nen Bauch zu engen Krach­le­der­nen um zwölf Uhr drei Hal­be am CSU-Stamm­tisch rein­knallt und dann gegen das Gen­dern pol­tert oder ob sich, wie an die­sem Mor­gen, eine jun­ge Frau erkun­digt, ob man das Buch „War­um ich nicht län­ger mit Wei­ßen über Haut­far­be spre­che“ da habe.

Wer sich an die Jah­re 2017 bis 2019 erin­nert, dem dürf­te bei die­sem Auf­schrei ein wenig schwin­de­lig wer­den. Damals ging es um unse­ren Ver­lag, um Antai­os, der auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se einen Stand hat­te. Der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels rief zwar zur „akti­ven Aus­ein­an­der­set­zung“ auf – aber der dama­li­ge Vor­sit­zen­de höchst­per­sön­lich zog mit Pla­ka­ten in der Hand direkt vor den Antai­os-Stand und demons­trier­te dort „gegen Ras­sis­mus und für Viel­falt“. Es gab hef­ti­ge und über­grif­fi­ge Tumul­te, die Poli­zei muß­te ein­grei­fen. (Antai­os und Ver­wand­te hat­ten logisch nie­mals pos­tu­liert, daß irgend­wer „ver­re­cken“ möge oder „gefickt“ gehöre.)

Nach 2018 wur­den alle als rechts gel­ten­den Ver­la­ge still und lei­se in eine Sack­gas­se der Mes­se­hal­len abge­scho­ben. Dort durf­ten sie wei­ter aus­stel­len – nur weit­ab vom Haupt­ge­sche­hen und ohne daß der Main­stream pro­tes­tiert hät­te. Kein offe­ner Brief von dort, kei­ne Wel­le der Empö­rung, kei­ne Ersatz-Party.

Man muß das auf­drö­seln: Wie unab­hän­gig ist die­se Jury eigent­lich, die Jahr für Jahr geld­wer­te Prei­se an Buch­hand­lun­gen vergibt?

Die­se Jury ist so zusam­men­ge­setzt, daß sie die links­li­be­ra­le Mit­te der Bran­che reprä­sen­tiert. Wir haben außer­dem je einen Her­ren vom Wagen­bach- und vom Auf­bau-Ver­lag – Publi­ka­ti­ons­häu­ser, die sich nicht weh­ren dürf­ten, wenn man sie als links-pro­gres­siv titu­lier­te; dann eine Frau vom kaum bekann­ten „Palo­maa-Ver­lag“, der „nicht-binär Schrei­ben­de“ und „Fema­le Con­tent Pro­ducts“ beför­dert. Die ande­ren Jury­mit­glie­der wird man als „neu­tral“ betrach­ten kön­nen und kei­nes­falls als Gegen­ge­wich­te. Eine auch nur „etwas rech­te“ Buch­hand­lung hät­te es bei die­ser Jury schwer, nomi­niert zu werden.

(Wie frei­sin­nig und tole­rant die drei inkri­mi­nier­ten Buch­hand­lun­gen sind, könn­te man übri­gens eigent­lich leicht über­prü­fen. Viel­leicht will einer dort ja mal ein Buch von Antai­os bestel­len oder Nie zwei­mal in den­sel­ben Fluß on Björn Höcke? Das wäre spannend.)

Die Empö­rung fällt ein­hel­lig aus, sobald lin­ke Läden betrof­fen sind: Es trifft das eige­ne Milieu. Bei rech­ten Ver­la­gen oder Läden in den letz­ten Jah­ren? Kaum ein Mucks aus der­sel­ben Ecke. Die „Unab­hän­gig­keit“ endet offen­bar da, wo die eige­ne Welt­an­schau­ung beginnt.

Die drei  lin­ken Läden haben in der Ver­gan­gen­heit den Preis alle übri­gens schon mehr­mals bekom­men. “Gol­den Shop” z. B. 2016, 2018, 2021, 2023. Bit­te? Es gibt knapp 3000 Buch­hand­lun­gen in Deutsch­land? Was ist das für eine Ein­engung? – falls man es nicht gar Vet­tern­wirt­schaft nen­nen sollte.

Wir fin­den es übri­gens nicht gut, wenn der “Ver­fas­sungs­schutz” her­an­ge­zo­gen wird – zu was auch immer. Wir spre­chen die­ser Insti­tu­ti­on die Legi­ti­mi­tät strikt ab – den drei Heul­su­sen, die Deutsch­land in die Höl­le wün­schen, aber unbe­dingt die Unab­hän­gig­keit und den Schneid. Gro­ße Klap­pe, aber dann: Kla­ge­weg, Main­stream­par­ty, mit­ten­drin – wie erbärmlich.

 

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (9)

Waldgaenger aus Schwaben

12. März 2026 09:22

Wieso muss der Steuerzahler so etwas wie einen Buchhandlungspreis finanzieren?Es ist ja nicht nur der Geldbetrag selbst, sondern auch der ganze Verwaltungsaufwand. 

Ein gebuertiger Hesse

12. März 2026 09:30

'Die „Unabhängigkeit“ endet offenbar da, wo die eigene Weltanschauung beginnt.'
Schon in diesem frühen Frühjahr einer der besten Sätze des Jahres.

Martha

12. März 2026 09:46

Kaufe seit Jahrzehnten kein Buch mehr in einer Buchhandlung, nur über den rechten Versandhandel. Alle, Buchhandlungen, die ich kenne, sind mit grün-linker Schlagseite. Gehe dennoch ab und zu hin und äußere mich kritisch über das Sortiment. Nützt leider gar nichts. Sollen sie doch alle zumachen. 

RMH

12. März 2026 10:13

Der Vorgang zeigt auch die Anspruchshaltung der Linken: Der Staat hat zu bezahlen, fördern & selbst wenn es keinen echten Anspruch auf etwas gibt, wie es bei "Preisen" eigentlich sein sollte, dann wird daraus ein fast schon einklagbarer Anspruch auf die Teilnahme am Preisausschreiben hergleitet.
"Ich bin Junkie und der fiese dealer hat mir doch das wirklich gute Zeugs zu verkaufen und die Kosten dafür hat der Steuerzahler zu bezahlen, denn ich bin krank und hilfebedürftig und daher habe ich ein RECHT auf Solidarität - dafür tue ich doch auch alles, was ihr wollt."
So ungefähr lässt sich die dt Kulturindustrie in einem Bild zusammenfassen. Kleine Ironie am Rande: Es waren gerade die linken Hausheiligen Horkheimer & Adorno, welche die Mechanismen der Kulturindustrie im Werk "Dialektik der Aufklärung" beschrieben haben.  Aber intellektuell ist die Linke in weiten Teilen schon lange nicht mehr. An die linke Kulturmafia geht daher die Aufforderung in Form des Zitats der "Antifaschistin" Dolores Ibárruri: Lieber stehend sterben, als kniend leben, oder: Finanziert Euren Dreck alleine! Dann zeigt ihr Würde.

Laurenz

12. März 2026 11:18

@EK ... Antaios & Verwandte hatten logisch niemals postuliert, daß irgendwer „verrecken“ möge oder „gefickt“ gehöre. ... Im politischen Kampf um den Leser liegt hier vielleicht der Hund begraben. Sind wir nicht längst im virtuellen Weimar? Wer schneller verflucht, gewinnt vielleicht?

Mitleser2

12. März 2026 11:49

Schöne Zusammenstellung der Zustände. Letztlich ist es aber mit fast aller "Kultur" so. Documenta, Berlinale und Grimme-Preise (die sich gerade wieder ARD und ZDF haben verleihen lassen) lassen grüßen. Auch hier hat der Marsch durch die Institutionen perfekt funktioniert. Am besten, man ignoriert den Dreck.

Maiordomus

12. März 2026 12:10

Toleranz hört auf, wo die wahren Meinungsverschiedenheiten anfangen. Klar, dass rechte Verlage machen können, was sie wollen, sie werden nie preiswürdig. Dass Weimer die Linken an sich keineswegs vorteilhaft einschätzte, liegt für mich umso mehr auf der Hand, als ich ihn vor mehr als 20 Jahren in Zürichs Gasthaus zum Storchen mal persönlich als höchst anregenden, im besten Sinn kulturkonservativen Gesprächspartner kennenlernen durfte. War indes umso skeptischer, als er den Ministerposten bei Merz annahm, den ich selber vor Jahren meinerseits noch falsch einschätze unter Vorbehalt, dass ich sozial nie seiner Klasse angehörte. Dies galt im Prinzip auch Weimer gegenüber, der mir doch weit gebildeter vorkam, als ich es gegenüber Politikern des eigenen Landes empfand, die ich dann und wann in Fragen von Kultur und Geschichte beraten durfte, wobei mir regelmässig, ohne Grund zur Überheblichkeit zu haben, deren geringes, von Zeitungslektüre abhängiges Grundlagenwissen auffiel. Dies galt in den Neunzigern auch bei der Zusammenarbeit mit prominenten als bürgerlich geltenden Münchner Verlagen, der Spitzenleute gewiss hoch professionell, aber erstaunlich unbelesen waren, eine Situation, die sich zwischenzeitlich zugunsten der polit. Korrektheit dramatisch verschlimmert hat. Weimer hätte ich es aber zugetraut, es ging ihm gut genug, der Versuchung zur Preisgabe seiner relativen Unabhängigkeit standzuhalten, so wie es etwa Helmut M., Focus-Gründer, noch einigermassen geschafft hat, zum Teil aus Altersgründen.  

Maiordomus

12. März 2026 12:26

@Martha. Kann Ihnen dies bestätigen für die grosse Mehrheit von Buchhandlungen zumal in Ba-Wü, wo ich jahrzehntelang Kunde war, auch wegen der Preisunterschied derselben Bücher in der Schweiz, ferner was die Bibliotheken betrifft. Ein über viele Jahrzehnte auch für kulturkonservative Autoren offener Literaturpreis in diesem Raum ging für einen der besten Autoren, die je für GKs Verlag publizierten, schon als in Betracht fallend verloren, weil eine mit der Buchbeschaffung für die Jury beauftragte Buchhändlerin auf diesen Umstand hingewiesen hatte, wobei schon der radikale Einspruch eines einzigen Preismitverantwortlichen erfahrungsgemäss für die Ausbootung genügte, weil man sog. "Umstrittenheit" für einen derlei Preis auch deswegen nicht gebrauchen kann, weil der lokalen und regionalen Literaturförderung ohnehin jederzeit das Weggespartwerden droht. Dabei gehörte das inkriminierte Buch von Antaios, Jahre zurückliegend, erst noch zu den am wenigsten "umstrittenen", die dort je gedruckt wurden. Das "Delikt" beruhte wie oft auf reiner Kontaktschuld.   

Maiordomus

12. März 2026 12:49

@Maiordomus. 12.10 Uhr. Korr. Rechte Verlage werden n i e   preiswürdig, muss es natürlich bei meiner ersten Wortmeldung oben heissen. Vergleiche noch mein Echo auf @Martha. Es hilft indes nichts, betreffend solche ausgebooteten Autoren, die bei "falschen" Verlagen publizieren, in eine Jammerorgie zu verfallen, weil es ihnen am Ende bei ihren eigenen Verlagen und Publikationsmöglichkeiten am Rande des sogenannt bürgerlichen Verlagsbetriebes zusätzlich schadet, siehe das zwiespältige Prädikat "umstritten".  Oder bei Wikipedia heisst es von nicht wenigen nicht zuletzt unter meinen Kollegen: "Publiziert (auch) bei Organen und Verlagen der Neuen Rechten."  Es bestätigt sich nur, dass der obige Artikel von Frau Kositza, zwar nicht gerade der erste mit solchen Hinweisen, kein Luxus war. Noch beeindruckend ein Motto von GK: "Mein gedult hat ursach." Diskutierbar bleibt für rechte Verlage, ob metapolitisch oft bedeutsame Kulturarbeit und politische Agitation im engeren Sinne, zumal parteipolitisch, getrennt gesehen und allenfalls unter anderem Verlagsnamen publiziert werden könnten.