Daß Orbán weg ist, ist die Hauptsache

von Jörg Seidel -- "Rendszert váltottunk!", riefen die jungen Leute beim gestrigen Autokorso durch die Budapester Innenstadt – "Wir haben das System gestürzt!" (wörtlich: gewechselt).

Damit stell­ten sie sich in die gro­ße Geschich­te, die der Satz zitiert: den Fall der Mau­er. Er ent­hält in sei­ner Hybris einen Groß­teil der Pro­ble­me, die zum Sturz Orbáns geführt haben, aber auch jener Pro­ble­me, vor denen Ungarn nun steht.

Die Geschich­te ist offen, Pro­gno­sen sind wohl­feil, aber so viel kann man wohl sagen: Wenn die Par­tei Tis­za mit ihrem Füh­rer Péter Magyar nicht lie­fert, dann droht Ungarn ein poli­ti­sches Vaku­um, das im schlimms­ten Fall zum Kol­laps füh­ren kann. (So gese­hen muß man Tis­za Glück wün­schen und ein gewis­ses Ver­trau­en aussprechen.)

Denn die ein­zi­ge vali­de Gegen­kraft ist und bleibt der Fidesz. Der steht aber vor einer exis­ten­ti­el­len Kri­se und wird in den nächs­ten Mona­ten um sei­ne Exis­tenz kämp­fen müssen.

Die ers­te Fra­ge wird sein, wie man mit Orbán, Herz, See­le und Hirn der Par­tei, umge­hen wird, wie er sich selbst ver­hält. Macht er Platz, tritt er zur Sei­te oder wird er an sei­nem Stuhl kle­ben? Bei­de Sze­na­ri­en sind stark risikobehaftet.

Wird man ihn stür­zen müs­sen, wird es ein Schis­ma, den Vater­mord geben? Und wer soll ihm fol­gen? Öffent­lich­keits­wirk­sam tra­ten bis­her nur Péter Szi­j­jár­tó und Ger­ge­ly Gulyás auf, Außen­mi­nis­ter und Kabi­netts­mi­nis­ter ihres Zeichens.

Der cha­ris­ma­ti­sche­re Szi­j­jár­tó wird – das hat Magyar in sei­ner Sie­ges­re­de schon deut­lich gemacht – wegen sei­ner Bezie­hun­gen zu Ruß­land unter­sucht und wohl ver­klagt wer­den, der ein­schlä­fern­de Büro­kra­ten­typ Gulyás hat weit weni­ger Appeal, und die meis­ten ande­ren Gran­den der Par­tei sind durch ihre Ver­stri­ckun­gen ver­braucht. Es bräuch­te einen Cha­ris­ma­ti­ker aus der zwei­ten oder drit­ten Rei­he, der jetzt sei­nen Hut in die Are­na wirft und ris­kiert, leben­dig zer­ris­sen zu werden …

Man kann sich das Aus­maß der Orbán-Satt­heit, des Frus­tes, Has­ses und Spot­tes in wei­ten Tei­len der Bevöl­ke­rung kaum vor­stel­len, frei­lich durch einen Orbán-Kult am ande­ren Spek­trum kom­ple­men­tiert. Tat­sa­che aber ist: Vie­le Men­schen haben nicht Péter Magyar gewählt, son­dern Orbán abge­wählt. Daß er weg ist, war die Haupt­sa­che, womit die Leer­stel­le gefüllt wird, weni­ger wichtig.

Die Rech­te tut sich schwer mit sol­chen Zuge­ständ­nis­sen, denn sie hat in Orbán immer eine idea­li­sier­te Figur gese­hen und woll­te sich lie­ber die eige­nen Vor­stel­lun­gen bestä­ti­gen, als der Rea­li­tät ins Auge zu schau­en, eine Stra­te­gie im übri­gen, die auch den Fidesz in den Abgrund geführt hat. Man sprach von einer „kul­tu­rel­len Hege­mo­nie“, mein­te, daß Orbáns Lek­tü­re Gramscis schon ein Ver­dienst sei und ließ sich von ent­spre­chen­den Think Tanks das Gewünsch­te aufsagen.

Aber ob Orbán Gramsci tat­säch­lich gele­sen hat, bleibt wohl eher ein Gerücht, viel wahr­schein­li­cher ist es, daß ihn sei­ne Spin­dok­to­ren mit den ent­spre­chen­den Paro­len ver­sorg­ten. Bei all­dem hat die Neue Rech­te über­se­hen, daß es die „kul­tu­rel­le Hege­mo­nie“ nie gege­ben hat, außer in den Ver­tre­tern die­ser Theo­rie selbst. Sie ist in der Nacht zu Mon­tag kra­chend geschei­tert – die Aus­wir­kun­gen auf die Theo­rie­bil­dung müs­sen ver­stan­den werden!

Damit man nicht falsch ver­steht: Orbán war ein Aus­nah­me­po­li­ti­ker, ein Voll­blut­po­li­ti­ker, ein poli­ti­sches Tier, wie es sie heu­te kaum noch gibt. Aber vier auf­ein­an­der­fol­gen­de Wahl­pe­ri­oden haben ihn sicht­bar dick und selbst­si­cher gemacht – wes­halb Magyars For­de­rung zum Natio­nal­fei­er­tag am 15.3., die Wahl­pe­ri­oden auf zwei zu beschrän­ken, ein wei­te­rer Plus­punkt für ihn war. Man kann Orbán jetzt stu­die­ren, wie man Chur­chill oder Kis­sin­ger oder de Gaul­le stu­diert. Selbst wenn er hin­ter Git­tern lan­den sollte.

Intrin­si­sche Grün­de dafür gibt es genü­gend, und sie haben ganz wesent­lich zu sei­ner Nie­der­la­ge bei­getra­gen. Die Kor­rup­ti­on an ers­ter Stel­le, die Pro­pa­gan­da an zwei­ter. Bei­de sind sys­te­misch, haben den rea­len Orbá­nis­mus lan­ge getra­gen und sich letzt­lich gegen ihn gewen­det. Mit sehr lan­gen Vor­lauf­zei­ten. Schon die Wahl vor vier Jah­ren oder die letz­ten Regio­nal- und Euro­pa­wah­len hät­ten alle Warn­lich­ter zum Erglü­hen brin­gen müs­sen, wenn noch Leben in der Fidesz-Bewe­gung gewe­sen wäre. Sie hat­ten die gro­ße Unzu­frie­den­heit signa­li­siert, die im Vol­ke herrsch­te und der nur eine wähl­ba­re Oppo­si­ti­on fehl­te, um sie zum Aus­druck zu bringen.

Vor vier Jah­ren schei­ter­te die Clowns­ko­ali­ti­on um Péter Már­ki-Zay – alle in ihr ver­ein­ten Par­tei­en wur­den seit­her pul­ve­ri­siert, auch die „Demo­kra­ti­sche Koali­ti­on“ um Klá­ra Dobrev und Ehe­mann Ferenc Gyurcsá­ny, einst mäch­ti­ge Sozi­al­de­mo­kra­tie, ist nun kom­plett zer­stört wor­den. Es gibt in Ungarn der­zeit kei­ne nen­nens­wer­te poli­ti­sche Lin­ke, auch wenn das Buda­pes­ter Milieu das her­gä­be – das muß man verstehen!

Die Kor­rup­ti­on in Ungarn ist sys­te­misch – ich wie­der­ho­le das als Merk­satz! Auch für das Sys­tem Orbán war es die Nabel­schnur. Über Vor­teils- und Schuld­kom­ple­xe wur­den Loya­li­tä­ten und Abhän­gig­kei­ten bis in das gesell­schaft­li­che Kapil­lar­sys­tem hin­ein geschaffen.

Es ist aber nicht sein Allein­stel­lungs­merk­mal, son­dern die Kor­rup­ti­on hat sich nur von den Kom­mu­nis­ten auf die Sozi­al­de­mo­kra­ten und wei­ter auf Fidesz ver­erbt und wenn man die alten unga­ri­schen Autoren wie Mór Jokai, Kál­mán Mik­száth oder Zsig­mond Kemé­ny liest, dann wird einem deut­lich, daß die­ses Phä­no­men der unga­ri­schen Gesell­schaft eben­so tief ein­ge­schrie­ben ist wie der Ukrai­ne oder Rußland.

Zwar hat sich Magyar den Kampf gegen die Kor­rup­ti­on auf die Fah­nen geschrie­ben, und sei­ne ers­ten Schrit­te dürf­ten sich auch dage­gen wen­den, doch ist die Wahr­schein­lich­keit groß – je län­ger er an der Macht ist, umso wahr­schein­li­cher –, daß auch sei­ne Par­tei in die Struk­tu­ren über­glei­ten wird. Vie­les wird davon abhän­gen, wie die bis­he­ri­gen Struk­tu­ren reagie­ren wer­den: Wer­den sie koope­rie­ren oder in den Über­le­bens­kampf­mo­dus wechseln?

Sel­bi­ges gilt für die media­len Ver­stri­ckun­gen. Wäh­rend – nur als anek­do­ti­sche Evi­denz – den gest­ri­gen Wahl­kampf auf den regie­rungs­treu­en Kanä­len M1Híradó und hír.tv nur weni­ge tau­send Zuschau­er ver­folg­ten, kleb­ten bei den oppo­si­tio­nel­len Sen­dern Par­ti­zán und Telex jeweils 200 000 Leu­te an den Bild­schir­men via You­Tube. Seit Jah­ren wird das Staats­fern­se­hen von den meis­ten Ungarn igno­riert und lächer­lich gemacht, so wie man sich in der DDR über die Aktu­el­le Kame­ra oder den Schwar­zen Kanal erhei­ter­te. Aber nie­mand schien die Dis­kre­panz in Regie­rungs­krei­sen noch wahr­neh­men zu wol­len, statt­des­sen ergötz­te man sich an den angeb­li­chen Erfolgen.

Auch Orbáns Pla­kat-Kam­pa­gnen unter­la­gen die­sem Para­dox. Vor ein paar Jah­ren war Sor­os auf jedem Pla­kat zu sehen, aber kein Ungar inter­es­sier­te sich für einen Mil­li­ar­där, der nur noch gebro­chen Unga­risch sprach und angeb­lich das Schick­sal der Welt, Euro­pas und vor allem Ungarns bestim­men soll­te. Dann wur­de Sor­os gegen die EU-Büro­kra­tie ersetzt oder Selen­skyj, und fast immer in par­odis­ti­scher, her­ab­wür­di­gen­der Façon.

Die Ungarn – zumin­dest die, die nicht am Fidesz-Tropf hin­gen – lach­ten nur dar­über. Man muß frei­lich den Vor­teil genie­ßen, unter ihnen zu leben, mit ihnen zu spre­chen, um das sehen zu kön­nen, denn sie sind seit lan­gem eher scheu und gebückt, wenn es um Poli­tik geht. Magyar war nun der leben­de Beweis dafür, daß man gegen die Macht auf­ste­hen kann, ohne zusam­men­ge­staucht zu werden.

Magyar hat das jetzt geän­dert! Mit dem Mann aus dem eige­nen Estab­lish­ment konn­te der ver­knö­cher­te Appa­rat nichts anfan­gen. Man ver­folg­te die alten Sor­os-Ley­en-Selen­skyj-Stra­te­gien, war nicht mehr in der Lage, die neue Qua­li­tät des Phä­no­mens zu erken­nen und ver­fiel in die alten Her­ab­wür­di­gungs­mus­ter, die Magyars Auf­tritt aber doch nur bestätigten.

Und als Orbán in sei­ner Rede zum unga­ri­schen Natio­nal­fei­er­tag 2025 sei­ne Geg­ner als „polo­s­kák“, als Wan­zen bezeich­ne­te, da ging ein Mur­ren durchs Land – das Wort mach­te Kar­rie­re und wur­de auch ges­tern eif­rig zitiert.

Nicht etwa, daß Magyar zim­per­lich mit sei­nem Geg­ner umging, aber wer den Staats­mann gibt, der muß sich auch staats­män­nisch gebär­den. Das ist Orbán erst ges­tern wie­der gelun­gen, als es zu spät war, als er zer­knirscht sei­ne kra­chen­de Nie­der­la­ge vor der Nati­on ein­ge­ste­hen muß­te – was es wert ist, wer­den wir sehen.

Magyar hat den gebeug­ten Ungarn das Rück­grat wie­der gera­de­ge­bo­gen, vor allem den jun­gen. Wäh­rend Orbán eine dunk­le Kam­pa­gne führ­te, von unmit­tel­bar bevor­ste­hen­dem Krieg gegen Ruß­land und vom Unter­gang des Abend­lan­des sprach, von Sou­ve­rä­ni­täts­ver­lust und der Euro­päi­schen Kra­ke, wenn er nicht fort­füh­ren kön­ne, ver­sprach Magyar eine hel­le Zukunft, einen Neu­an­fang, eine Befrei­ung und üppi­ge Geld­strö­me, die von Brüs­sel nach Buda­pest flie­ßen und das maro­de Gesund­heits­sys­tem oder die Infra­struk­tur wie­der auf­bau­en wer­den. Und Jugend will Zukunft, Jugend wählt nicht die Apo­ka­lyp­se, Jugend will etwas vor sich haben – selbst wenn es unrea­lis­ti­sche Ver­spre­chun­gen sein soll­ten. Sie hat auch ein Recht darauf.

Pas­send dazu auch Orbáns Bin­dung an die his­to­ri­sche Ver­gan­gen­heit in den Per­so­nen Putin und Trump. „Rus­sen raus!“ wur­de einer der Kampf­slo­gans der Tis­za-Anhän­ger. J. D.Vances Zwi­schen­stop in Buda­pest war ein Bärendienst.

Wer sich die Wahl­kampf­re­den bei­der Kon­tra­hen­ten ange­schaut hat, der konn­te die Ener­gie­un­ter­schie­de nicht über­se­hen. Man sah und hör­te Orbán an, daß er ein Mann der Ver­gan­gen­heit war, ver­braucht, ver­baucht, aus­ge­laugt, nicht mehr wand­lungs­fä­hig, und da hal­fen auch die Rei­hen kahl­köp­fi­ger und schwarz uni­for­mier­ter Fleisch­ber­ge nicht mehr, die sei­ne Ver­an­stal­tun­gen „schüt­zen“, in Wirk­lich­keit aber die Tis­za-Anhän­ger ein­schüch­tern soll­ten. Man sehe sich den Auf­tritt vom 27.3. in Győr an, um zu begrei­fen, was ich meine.

Es war vor allem die Jugend, die Magyar wähl­te, und man sah das auch bei sei­nen Demons­tra­tio­nen oder der gest­ri­gen Sie­ges­fei­er. Wie oft ich den Satz jun­ger Leu­te gehört habe, daß sie das Land ver­las­sen wer­den, soll­te Orbán noch ein­mal gewin­nen, kann ich nicht mehr sagen, er ist so eine Art Stan­dard­flos­kel gewor­den. Der Tis­za-Mann hat­te es auch eilig, die Aus­lands­un­garn in sei­ner Sie­ges­re­de anzu­spre­chen und sie zur Heim­kehr auf­zu­for­dern, um das Land neu auf­zu­bau­en. Und unter den 750 000 Ungarn, die im Wes­ten ihr drei- bis vier­fach bes­se­res Geld ver­die­nen, sind sehr vie­le jung und gut ausgebildet!

Natür­lich wäre es naiv, anzu­neh­men, daß all die­se jun­gen Leu­te voll­be­wußt gewählt hät­ten. Nein: Tis­za ist zum Meme gewor­den, zum Hype, wenn nicht zur Hys­te­rie, zur aus sich selbst rol­len­den Wel­le, es war das, was man wählt, wenn man jung ist. Die Inter­net­af­fi­ni­tät der Jugend trug zur unkon­trol­lier­ten Ver­brei­tung bei. Die­se Pro­zes­se sind über­haupt nur mar­gi­nal poli­tisch zu beein­flus­sen und viel­leicht ist es klü­ger, die Wel­le zu rei­ten, als sich ihr als Bre­che stur ent­ge­gen­zu­stel­len – denn hin­ter ihr war­tet ein Meer, um anzubranden.

Zu die­sem Sturz­bach gehö­ren auch die qua­si natur­wüch­si­gen Migra­ti­ons­strö­me in einer Welt der kom­plet­ten Ver­flüs­si­gung. Magyar ver­sprach in sei­nen ansons­ten inhalt­lich eher vagen Anspra­chen, das Gute des Fidesz zu über­neh­men, und mein­te damit in ers­ter Linie den Grenz­zaun, die Ver­wei­ge­rung der Mas­sen­mi­gra­ti­on ins eige­ne Land – immer­hin stellt die unga­ri­sche Spra­che eine wei­te­re natür­li­che Gren­ze dar – und die Pro-Fami­li­en-Poli­tik. Ob er der euro­päi­schen Nomen­kla­tu­ra in die­sen Fra­gen wird wider­ste­hen kön­nen, dürf­te eine der Schlüs­sel­fra­gen wer­den. Die Gel­der kom­men wohl nur gegen Sou­ve­rä­ni­täts­ver­lus­te – ande­res anzu­neh­men, wäre naiv.

Denn auf der ande­ren Sei­te gab er sich voll­kom­men pro-euro­pä­isch, und das ist es auch, was sei­ne jun­ge Kli­en­tel hören woll­te. Die­ser Spa­gat zwi­schen dem Natio­nal­cha­rak­ter – dem höchs­ten Hun­ga­ri­kum – und den Geset­zen des Glo­ba­lis­mus wird der Grund­kon­flikt werden.

Magyar muß lie­fern und ver­mut­lich schnell. Beson­ders die Jugend ist unge­dul­dig. Die Zwei­drit­tel­mehr­heit gibt ihm alle Mit­tel in die Hand, auch ver­fas­sungs­än­dern­de. Zuerst dürf­ten die Medi­en, die Jus­tiz und die Wahl­for­ma­li­tä­ten auf Reset gestellt werden.

Nun muß Magyar die Ener­gie­fra­ge lösen. Wo will er sein bezahl­ba­res Öl und Gas her­be­kom­men, wenn nicht aus Ruß­land? Was soll mit dem rie­si­gen rus­si­schen Atom­mei­ler Paks wer­den, des­sen Aus­bau – Paks 2 – eigent­lich schon beschlos­se­ne Sache war, wie will er die unver­schämt hohe Infla­ti­on bekämp­fen, die Staats­ver­schul­dung brem­sen? Wie will er den durch die Wahl offen zuta­ge tre­ten­den Gene­ra­tio­nen­kon­flikt lösen? Wie die schier unlös­ba­re demo­gra­phi­sche Frage?

Über­nom­me­ne Las­ten – aber man hört wenig Kon­kre­tes und die paar Euro-Mil­li­ar­den wer­den struk­tu­rell nichts ändern. Hat er über­haupt die Leu­te dazu, um auch die zwei­te, drit­te und vier­te Rie­ge anfor­de­rungs­ge­mäß zu beset­zen? Wo sind die fähi­gen Minis­ter, Staats­se­kre­tä­re, Ver­fas­sungs­recht­ler, Wirt­schafts­exper­ten? Vie­le sei­ner Leu­te sind ent­we­der Ex-Fidesz-Tech­no­kra­ten, libe­ra­le Akti­vis­ten oder weit­ge­hend unbe­kannt. Sind beim Per­so­nal die Skan­da­le und das Abglei­ten in die Selbst­be­rei­che­rung nicht schon programmiert …?

Soll­te Tis­za aber schei­tern, dann droht das poli­ti­sche Vaku­um. Und daß Mi Hazánk und László Toro­cz­kai eine zukünf­ti­ge Alter­na­ti­ve wären, wie Maxi­mi­li­an Krah her­aus­po­saun­te, ist ein Gerücht, denn so lan­ge man sich dort in der Öffent­lich­keit mit frag­wür­di­gen Gestal­ten umgibt, das Tria­non-Dik­tat rück­gän­gig machen und ein Groß-Ungarn anstre­ben will, wird die­se Par­tei für eine moder­ne Wäh­ler­schaft unwähl­bar blei­ben und die 10 Pro­zent nie überwinden.

Die Geschich­te Ungarns ist wie­der offen. Und sie wird gna­den­los mit denen abrech­nen, die ihre Ver­spre­chen nicht einlösen.

PS: Und soll­te es jeman­den geben, der mir nun Alt­klug­heit und nach­he­ri­ge Bes­ser­wis­se­rei vor­wer­fen will, den ver­wei­se ich auf mei­ne zahl­rei­chen Arti­kel zu Ungarn und Orbán in den letz­ten acht, neun Jah­ren, in denen das meis­te schon steht und für die ich immer und immer wie­der ange­fein­det wur­de … Weil man zum einen lie­ber sei­nen Illu­sio­nen glaubt und weil man meint, daß Kri­tik durch den Geg­ner per se falsch sein müsse.

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Kommentare (79)

Ein gebuertiger Hesse

14. April 2026 08:59

To the point & snappy. Das dürfte der klügste Artikel sein, der in ganz Deutschland zu diesem Thema zu lesen ist. 

Karl Otto

14. April 2026 09:08

Dass das U-Boot der Ruschisten in Europa versenkt wurde ist in jedem Fall zu begrüßen.

Le Chasseur

14. April 2026 09:46

"Passend dazu auch Orbáns Bindung an die historische Vergangenheit in den Personen Putin und Trump. „Russen raus!“ wurde einer der Kampfslogans der Tisza-Anhänger. J.D.Vances Zwischenstop in Budapest war ein Bärendienst."
Dass Orban sich an den Kriegsverbrecher Netanjahu rangewanzt hat, war sicherlich auch kontraproduktiv.

RMH

14. April 2026 10:08

Von ungarischen Verhältnissen können wir in D doch nachwievor nur träumen, auf eine patriotisch-rechts-konservative Regierung folgt die Nächste, bei der die hiesigen Gralshüter des vermeintluch wahren Rechten jetzt das Nässchen leicht hoch ziehen, weil die neue Regierung, OMG, vermutlich der Spur des Geldes nach Brüssel folgen will und gegenüber Russland nur "pragmatisch" sein will. Was passiert eigentlich bei uns, wenn die Regierung wechselt? Bislang wurde auf das Versagen linker Regierungen, zuletzt sogar entgegen des Wählervotums, vom Establishment mit noch mehr links gentwortet (auch wenn im Wahlkampf natürlich ein paar bürgerlich-konservative, ja sogar rechts-patriotische Nebelkerzen gezündet wurden) und mit noch mehr Zement und Beton ins System gießen.
Insofern: Felix Hungaria?

Monika

14. April 2026 11:21

Danke für den sehr guten Beitrag, der auch einem in der Sache unkundigen Rechten/ Konservativen die Augen öffnet und den Horizont erweitert. Sei es der Klischee-Boomer oder "unproduktive Online-Drama-Rechte" ( Sellner), der stereotyp mit seiner Auswanderung nach Ungarn droht, falls es hier noch schlimmer kommt, oder sei es der identitäre Student M.M., der das Fremde Land genießt, in dem seine Freundin nachts unterwegs sein konnte, ohne belästigt zu werden. Nun hört man, daß die jungen Ungarn diese Vorteile nicht zu schätzen wissen und gar selbst auswandern wollen. "Jugend will Zukunft. Auch wenn es unrealistische Versprechungen sind". Auch syrische oder somalische Jugend will Zukunft. Ukrainische Mädchen wandern nach Deutschland aus und werden von irakischen abgelehnten Asylbewerbern vor den Zug gestoßen. Ja, der "Spagat zw. Nationalcharakter u. den Gesetzen des Globalismus wird zum Grundkonflikt"  der jungen Generation werden. Ob die Alten am Balaton oder auf Mallorca ihren Lebensabend verbringen, ist unwichtig. Die Jugend wird die Last tragen müssen.

Monika

14. April 2026 11:31

Sehr wichtig auch der Hinweis Seidels auf die ideologische Einengung der Rechten ( Idealisierung Orbáns) mit dem Glauben an eine "kulturelle Hegemonie ". Vielleicht gibt es diese "kulturelle Hegemonie " nur in den Köpfen linker und rechter Theoretiker und die Wirklichkeit ist im alten, guten Sinne vielfältiger. Dazu ein Beitrag kürzlich in der "Welt" von Alan Posener, der in die gleiche Richtung geht.https://www.welt.de/debatte/plus69c914a504eeb30f4b108c6b/kulturkampf-linke-oder-rechte-hegemonie-gramscis-gefaehrlicher-irrtum.html

gluecklichetage

14. April 2026 12:49

auch lesenswert zum thema: https://t.me/martinkohlmann/110

321Alpha

14. April 2026 12:59

In der Trianon-Frage ist es wahrscheinlich politisch klug, Zurückhaltung zu üben. Mittelfristig, mit einer durch die Beendigung des Ukraine-Krieges erforderlichen Neuordnung der Ukraine, wird es jedoch zu einer Rückgabe der ungarischen Gebiete im Westen der Ukraine an Ungarn und der ehemals polnischen Gebiete um Lemberg im Nordwesten an Polen kommen. Mark my words.

Laurenz

14. April 2026 13:46

Diese Ungarische Wahl ist vielleicht nachvollziehbar, aber als Außenstehender völlig lächerlich. Ungarn hat mit die niedrigsten Löhne in der EU. Deswegen investieren dort Firmen, wie Daimler. Wollen die Ungarn Putin jetzt den Stinkefinger zeigen & den teuren Sprit aus dem Westen kaufen, mit ihren mageren Löhnen? Sollen die Energiekosten für die anzuwerbende Industrie steigen? 600k-700k (von 10 Mio.) Ungarn arbeiten deswegen im Ausland. Wie will Magyar die zurückholen, wenn die Löhne nicht wirklich steigen sollen? Aufgrund der Armut Ungarns ist das Sozialsystem recht dünne. Die EU will aber, daß Ungarn IQ80-Migranten in die Sozialsysteme aufnimmt & keine Facharbeiter, die überall gebraucht werden, aber aus EU-Europa abhauen, anstatt einzuwandern. Da ist der Ungarische Sozialstaat sofort pleite. Und dann auch noch Magyars Leute, die jetzt auch endlich an die Futtertröge wollen, also genauso korrupt sind, wie Orbans Leute auch. Magyars Wahlkampf wurde ja von irgendwem finanziert, wahrscheinlich von Leuten, die unter Orban zu kurz kamen. Die wollen dann von den enteisten 17 Mrd. € aus den EU-Töpfen ihren Teil mit Rendite abhaben. Will Magyar tatsächlich der EU-Staatsanwaltschaft beitreten? Die EU ist noch korrupter als der Ungarische Apparat. Die EU kann 6% aller Ausgaben nicht belegen, ein einziger Korruptions-Sumpf aus Bananen-Republiken ohne Bananen. Also irgendwer hat sich bei dieser Wahl ins Knie geschossen, entweder die Ungarn oder die EU.

Ekstroem

14. April 2026 13:53

Danke für den erhellenden Artikel. 

Arvid

14. April 2026 13:54

@Monika na ja, kulturelle Hegemonie bedeutet ja nicht, dass die selbe Partei/Person bis ans Ende aller Tage gewählt wird. Tisza/Magyar gibt sich immerhin auch konservativ-patriotisch (ob dem wirklich so ist, ist eine andere Frage). Also wenn eine rechte Partei von einer anderen rechten Partei an der Regierung abgelöst wird während die politische Linke komplett am Boden liegt und keine Rolle in Staat und Gesellschaft spielt, würde ich schon von einer rechten kulturellen Hegemonie sprechen.

Le Chasseur

14. April 2026 14:03

Wie steht Magyar eigentlich zu einem EU-Beitritt der Ukraine?

dojon86

14. April 2026 14:43

Die Mehrheit der Ungarn wollte nach 16 Jahren Orban mal etwas anderes. Den meisten Menschen im Land ist der Ukraine-Russland Konflikt und Orbans Vermittlungsversuche völlig gleichgültig. Sie wollen einfach, dass das  Steuergeld der Nettozahler wieder fließt. Wenn man die Regionen des Landes östlich von Budapest kennt, ist das auch verständlich. Da sieht's oft schlechter als im benachbarten Siebenbürgen aus. 1990, als ich das erste Mal durch diese Gegend kam, war's noch umgekehrt. Ich bewundere eigentlich Orban, dass er sich gegen den Kraken (die EU) so lange halten konnte. Was Peter Magyar betrifft, er erinnert mich an Macron und Kurz. Ein typischer Politiker aus der Retorte und wie Macron (La France en marche) Chef einer Retortenpartei. Die Enttäuschung ist nur eine Frage der Zeit. Hängt alles davon ab wie viel die EU und die Globalisten jetzt spendieren.

heinrichbrueck

14. April 2026 15:06

Gramsci hat nicht gesagt, wer Hegemonie hat, sondern wie sie funktioniert. 
Macht funktioniert langfristig nur, wenn sie als legitim empfunden wird. 
Ist Anti-Korruption heute vielleicht die neue universelle Ideologie – quer durch links und rechts? 
Hegemonie funktioniert, indem eine Ordnung so dargestellt wird, daß sie als natürlich, sinnvoll und alternativlos erscheint - und die meisten Menschen das akzeptieren. Die Wähler wechseln nicht „links oder rechts“, sondern: welche Form von Ordnung sie als legitim empfinden. 
Für Deutschland gilt: Die alte Ordnung stirbt, die neue ist noch nicht geboren. (Gegen fehlende Leidensbereitschaft gibt es nur einen Ausweg: Untergang.) 
Der Staat muß wieder funktionieren ... 

A. Kovacs

14. April 2026 15:07

Fidesz hat jetzt 38,4% erreicht, was in etwa der Stammwählerschaft entspricht. Die Wechselwähler sind verführt worden vom Schein-Rechten Ex-Fidesz-Mann Magyar, der nur die Korruption zu bekämpfen und ansonsten "das, was gut sei", beizubehalten vorgibt. Eine glatte Lüge dieser idealen EU-Marionette, wie sich bald zeigen wird. Gegen rechte Institutionen wie das MCC wird ja schon vorgegangen. Für die Linken und linksextremen Wähler, die sich ja nicht in Luft aufgelöst und natürlich Magyar gewählt haben, ist dieser Kandidat ebenfalls ideal, weil sie ihn in der Hand haben: Er hat seine ehem. Partei verlassen, was unter den gegebenen Umständen Verrat ist – das kann er sich nicht noch einmal erlauben, was ihn zur Geisel macht –, und hat selbst einige Skandale auf dem Buckel. Summa summarum wird er alles rückgängig machen, was Orbán erreicht hat, bis hin zur Verfassung. Sonst gibt es kein Geld aus Brüssel, das er dringend braucht. Er wird also zum "Brüssel-Knecht", was natürlich besser ist als "Putin-Knecht", "Trump-Knecht", "Netanjahu-Knecht" und "Xi-Knecht", wie die absurden Bezeichnungen Orbáns auch unter Rechten lauteten.

Corvusacerbus

14. April 2026 15:20

Letztlich wird aus Ungarn EUngarn, dessen bin ich gewiß, so wie es Deutschland ja nur noch als Konzept, als Idee, Idealtyp, als mehr und mehr verwehende und verwesende Erinnerung gibt, während es realiter nur DEUtschland gibt, in dem auch eine Bundesregierung, geführt von einer Bundeskanzlerin Alice Weidel, an der "Brüsselisierung" von Politik und Justiz nichts substantiell ändern könnte, denn wenn der EuGH urteilt, gestützt auf die staatsrechtliche Bindung DEUtschlands an die Menschenrechts- und Flüchtlingskonventionen der UNO, ist Schluß mit lustig, rechten Illusionen und mit Demokratie und all dem. Um einen bekannten Spontispruch zu paraphrasieren: Wenn Politik wirklich etwas ändern will, wird sie verboten. Orban hat mit seinem kleinen mitteleuropäischen Land Ungarn seine Chancen genutzt, die auch darin bestanden, daß sein Hungarismus manchen EU'lern klammheimlich sympathisch war und von ihnen benutzt wurde, um von der Leyens Durchregieren und das aus Berlin und Paris zu behindern, zu verzögern oder auch mal ein Projekt zu verhindern (das Konzept EU kann man so nicht verhindern!). Der Hungarismus als Werkzeug fällt nun weg in Brüssel ... außer Peter Magyar ist klug und mutig, gibt den "Orban mit bella figura" und versucht, Ungarn vor der Vernichtung durch die  EUisierung zu retten. Womöglich fände er dafür südlich der Alpen eine "bella figura" und Partnerin. 

Artabanus

14. April 2026 16:04

Ein Wahlergebnis bei dem sich Von der Leyen, Merz, Zelensky und Co. freuen muss zwangsläufig sehr schlecht sein. Die innenpolitischen Ursachen sind sicherlich verständlich, man sollte aber den Einflussnahme aus Brüssel nicht unterschätzen. Die EU wird zur Diktatur umgebaut und gleichzeitig wird ein Krieg gegen Russland immer wahrscheinlicher. Ein Beitritt der Ukraine zur EU, den Magyar im Moment angeblich 'noch nicht' befürwortet, wird in einer Katastrophe für ganz Europa enden.

Majestyk

14. April 2026 16:19

Egal wer in Ungarn regiert, das Land bleibt einer der größten Nettoempfänger. Der Transfer von deutschem Geld ins Ausland muß beendet werden, dann kann von mir aus in Ungarn auch Piroschka regieren. 

Ernestina

14. April 2026 17:12

Vielen Dank für den fundierten Beitrag!
Der unreflektierte Jubel der Menge nach der Wahlniederlage Orbans zeigt, dass die Menschen in Ungarn wie überall im Westen (bis auf eine kleine Gruppe) politisch völlig ungebildet und unreflektiert sind. Da kommt irgendein Scharlatan daher gelaufen, verspricht das Blaue vom Himmel, die Emotionen kochen hoch, der Wahlsieg ist errungen und dann, komme was wolle... 

RWDS

14. April 2026 17:19

Ein weiteres Land fällt an den EU-Moloch. Der ungarische Sonderweg bei Migration und Islamisierung (ähnlich dem Polens) wird mit Linientreue beim ukrainischen Foreverwar erkauft.
2026 bisher ein einziges Jahr zum schwarzpillen.

fw87

14. April 2026 18:02

Dass es eine kulturelle Hegemonie ("Vorherrschaft") westlicher Werte, oder eben was man dafür hält, gibt, scheint mir unbestreitbar.
Eine andere Frage ist, ob die politische Rechte das anstreben sollte und wenn ja mit welchen Mitteln. Sicher spielen bei der Bildung und Stabilisierung von Kulturhegemonie der polit-mediale Komplex, NGOs, die Zivilgesellschaft usw. eine entscheidende Rolle. Soll man das alles einfach nehmen und auf rechts drehen? Das scheint mir nicht richtig. Denn dieser ganze Apparat gehört zwangsläufig zum Links-Staat. Im allgemeinen brauchen linke Organisationen den staatlichen Tropf um lebensfähig zu bleiben, bei rechten ist das weniger so. Rechts ist richtig und entspricht dem Menschen. Deshalb braucht es hier nicht die staatliche Unterstützung, die das Kartenhaus künstlich aufrecht erhält. Menschen sind von allein rechts (z.B. eher ablehnend Fremden gegenüber), es sei denn, es wird ihnen systematisch aberzogen. Also kurz gesagt: Linke brauchen Manipulation und Zwang, Rechte nicht. Ich spreche deshalb lieber von einer kulturellen Homogenität, die es wieder zu erreichen gilt. Würde man den Staat und die Massenmedien schrittweise zurückbauen, würde sich vermutlich, vieles von allein in diese Richtung bewegen. 

Mitleser2

14. April 2026 18:06

Offensichtlich wollten die Ungarn Orban nicht mehr. Muss man akzeptieren. Fällt trotzdem schwer, weil es für die korrupte, russophobe EU einfach Auftrieb und Durchmarsch bedeutet. Und Soros hat auch schon gratuliert. 
Und man kann lesen: Das Mitglied der linksterroristischen Hammerbande wird zitiert: „Hoffe, dass es nun besser wird“ – Inhaftierte Maja T. nach Niederlage Orbáns optimistisch. Mehr muss man eigentlich nicht wissen.

RMH

14. April 2026 18:23

"Also irgendwer hat sich bei dieser Wahl ins Knie geschossen, entweder die Ungarn oder die EU." (Laurenz)
Ich tippe hier doch eher auf die EU, die sich ins Knie geschossen hat. Der neue kommt faktisch aus dem gleichen Stall wie der alte. Der wird noch ... geben wir ihm und seiner Truppe einmal die berühmten 100 Tage Zeit und schauen, was bis dahin passiert ist. Die Ungarn sind ja auch keine Deppen, die werden schon wissen, wen sie mit so einer Mehrheit wählen. So wie die Amis auch keine Deppen waren, als sie Trump wählten. Nur bei uns Deutschen darf man schon fragen, was in den Unions-Wählern vorging. Aber so dreist gelogen wie im Wahlkampf von Merz wurde wohl noch nie ... immerhin etwas, womit Merz & seine Union neue Maßstäbe gesetzt haben.
Im Übrigen hat @Arvid, #14. April 2026 13:54, nicht unrecht. Es ist schon eine beachtliche, kulturell-hegemoniale Leistung der Orban-Ära, wenn man konservativ-rechts-patriotisch nur mit konservativ-rechts-patriotisch weg bekommt. Wie ich geschrieben habe: Davon können wir in D nur träumen.

Platon

14. April 2026 18:41

Der Artikel spiegelt eine ausgezeichnete Analyse der politischen Niederlage Orbans wider und sollte Mahnung sein, sich endlich auf sich selbst zu besinnen. "Hilf dir selber: dann hilft dir noch jedermann." Die Zeit Orbans war abgelaufen und er hatte es versäumt, einen geeigneten Nachfolger aufzubauen. Er handelte also wie alle Machtmenschen, die von dieser Droge Macht nicht ablassen können. Ihm am Ende – nach 16 Jahren: s. Merkel! – noch zu huldigen, wie dies Vance oder Weidel taten – zeugt von wenig politischem Fingerspitzengefühl. Nach 8 Jahren sollte Schluss sein.
Sinnbildlich – nämlich für Dekadenz – wird hier im Artikel die Leibesfülle erwähnt, nun, man nehme sich ein Beispiel an einer gewissen Politikerin, die jetzt Halbmarathon läuft. An Wohlstandsverwahrlosung zu scheitern, ist kein Privilgium der Linken oder der Extremisten der Mitte. Das Äußere macht das Innere nur überdeutlich sichtbar. Die Grüne z. B. hat es verstanden, Orban und einige andere nicht.

Franz Bettinger

14. April 2026 18:51

Orban’s Fidesz hat beim popular vote 38,4% der Stimmen erreicht. Das ist nicht gering & drastisch anders als die Verteilung der Parlaments-Sitze (27,6 % für Fidesz). Nur das von Orban neu eingeführte und nun zurückfeuernde Mehrheits-Wahlrecht lässt (wie in GB & USA) die Wahl wie einen Erdrutsch aussehen. Hinzu kommt das perfide, GB abgekuppferte „gerrymandering“, das heißt ein willkürlicher Zuschnitt der Wahlkreise. 

Majestyk

14. April 2026 19:03

@ Mitleser2:
Das Imperium schlägt zurück. Auch interessant, daß sich Meloni nun endlich selber demaskiert. In Europa gibt es einfach keine ernstzunehmende Opposition gegen das globalistische Linkssystem, die trotzdem prowestlich ist und nicht pro China oder pro Islam. Und wo doch, schießt sich die Opposition stets selber ins Knie. 

Le Chasseur

14. April 2026 19:34

"Sinnbildlich – nämlich für Dekadenz – wird hier im Artikel die Leibesfülle erwähnt, nun, man nehme sich ein Beispiel an einer gewissen Politikerin, die jetzt Halbmarathon läuft. An Wohlstandsverwahrlosung zu scheitern, ist kein Privilgium der Linken oder der Extremisten der Mitte. Das Äußere macht das Innere nur überdeutlich sichtbar. Die Grüne z. B. hat es verstanden, Orban und einige andere nicht."
Wobei Ricarda Lang das auch erst geschafft hat, nachdem sie kein Spitzenamt mehr inne hatte. Bei Fischer war's andersrum: Als Marathonläufer als  Außenminister gestartet, dann schnell wieder moppelig, weil weniger Zeit fürs Training und mehr Stress, der dann vermutlich auch durch Essen kompensiert wurde.

Laurenz

14. April 2026 19:39

@Le Chasseur ... "steht Magyar eigentlich zu einem EU-Beitritt der Ukraine?" ... Ist das eine rhetorische Frage? Hier finden wir das geo-politsche Paradoxon in der EU. Wenn wir davon ausgehen, daß die EU nur deshalb existiert, weil es Netto-Zahler gibt, ist das der entscheidende Faktor. Historisch gibt es dafür nur den Vergleich zur Osterweiterung der EU durch Schröder. Bis dahin erhielt Portugal als Netto-Emüfänger 15 Mrd. Deutschmark p.a. (andere Quellen behaupten 6-7 Mrd. Deutschmark), welche mit der Osterweiterung sofort nach Osteuropa flossen. Das löste in Portugal eine Wirtschaftskrise aus, die sich gewaschen hatte. Die 15 Mrd. Deutschmark entsprechen heute inflationsbereinigt 12,3 Mrd. Euro. Das portugiesische BIP/GDP stieg rein statistisch, weil der Durchschnitt der EU durch die Osterweiterung sank, was eben den geringeren Förderanspruch generierte. Durch den Corona-Aufbau Fond erhält Portugal aktuell insgesamt 3-4 Mrd. € netto. Polen ist aktuell & nominal der größte Profiteur mit Netto-Zuschüssen von ca. 8,1 Mrd. Euro. Würde die Ukraine der EU beitreten, so gibt es ein BIP-Cap, was die Nettozuwendungen der EU auf ca. 27 Mrd. p.a. zugunsten der Ukraine begrenzen würde. Somit sind die Freunde der Ukraine, wie Polen & das Baltikum die größte Gegner eines EU-Beitritts der Ukraine, aber das trifft mutmaßlich für alle Netto-Empfänger zu. Stalin von der Leyen wird das völlig egal sein.

Laurenz

14. April 2026 19:43

@Platon ... Sie dürfen natürlich gerne, wie HB, für eine spartanische Lebensart werben. Aber dämliche Urteile zu fällen, können Sie uns ersparen. Der mutmaßlich korrupteste Ministerpräsdent in der Deutschen Nachkriegsgeschichte, Franz-Josef Strauß, hob Bayern aus der Armut zum erfolgreichsten Bundesland Deutschlands. Da müßten sich ja alle Schlankis jetzt mal eine richtige Wampe anfressen, wenn sie mit Strauß mithalten wollen, oder, Sie Flachwitzbold?

RMH

14. April 2026 19:45

"Die Grüne z. B. hat es verstanden,"
@Platon, was genau hat sie verstanden? Wie man gezielt eine mit Bundestags-Diäten gepamperte 2.0 Comeback- Strategie für "höhere Posten" aus der 2. Reihe aus aufbaut? Rein inhaltlich hat die Gewichtsabnahme leider nicht zu einer Niveau-Zunahme geführt. Immer noch der gleiche Klima-Kult, das sich auf jedes Thema setzen, das (NLP-) Rhetorik-Arme & Hände Fuchteln beim Reden etc., jetzt garniert mit der Attitude, "man hört ja zu und habe ja (angeblich) gelernt" (was? Und wenn ja, hat man es auch begriffen und ernsthaft etwas geändert?). 
Wenn schlank werden so wenig bringt, dann "lasst dicke Männer um mich sein" (Shakespeare).

Mitleser2

14. April 2026 20:00

@karl Otto: "Dass das U-Boot der Ruschisten in Europa versenkt wurde ist in jedem Fall zu begrüßen." Sie jubeln also zusammen mit vdL und Soros und Konsorten?
Was besseres fällt Ihnen nicht ein? Deutschland braucht einen Ausgleich mit Russland. Der unverdächtige Henry Kissinger wusste das schon 2014: "Eine Dämonisierung Putins ist keine Politik". 

Marcus AC Severus

14. April 2026 20:43

Orban hat lange durchgehalten und viel für die westliche Rechte getan. Das bleibt sein Verdienst. 

FraAimerich

14. April 2026 22:39

Verstehe zwar nach wie vor nicht, welchen Narren Sie an Trump und dem "Westen" gefressen haben. Aber ich schätze es, wie Sie "gegen eine Welt von Feinden" Haltung wahren.
Trump, zu dem ich schon anläßlich des Attentats auf sein Ohrläppchen das Nötigste gesagt habe, wofür ich von abwartenden Beobachtern und Wächtern des Foren-Renommees prompt in die Nähe kristallkugelschauender Irrer gerückt wurde, schadet sich und dem Westen, nicht zuletzt Israel in seinem suizidalen Wahnsinn, mehr, als es der Islam, China & Rußland könnten.
Was man ansonsten noch "Gutes" über Trump sagen kann, hat @Umlautkombinat ja erst vor wenigen Tagen pointiert auf den Punkt zu bringen versucht. 
Und den Bewunderern pseudomessianischer Selbstüberschätzung und österlicher Kulturvolkvernichtungsphantasien bleibt nach der "inakzeptablen" Meloni ja immerhin noch Marina Abramović als Cheerleaderin...

ofeliaa

15. April 2026 00:08

Ich hatte schon auf einen Beitrag gewartet. Habe selbst herumdiagnostiziert und bin tatsächlich (es hat mich beim Lesen gewundert) zu ähnlichen bzw. identischen Ergebnissen gekommen. Natürlich kann man hier nicht so viel schreiben, weil man ist im Bestfall nur Kommentator, aber ich möchte eigtl. gerne an dieser Stelle noch einmal vor Russland warnen. Es gab Gerüchte, dass man in Russland Interesse hat, uns gezielt Menschen aus fremder, vorwiegend arabischer Kultur zu senden. Natürlich bin ich Laie, weiß nicht, ob es stimmt. Aber ich denke, falls Russland Tendenzen hätte, das "Herz Europas", wie Deutschland von manchen genannt wird, zu schwächen, so hätte es nun vielleicht ein Problem auf einer Ebene. Ich weiß dass Ungarn die Grenzen stark geschützt hatte, und war nach Abwahl Orbans erst besorgt, aber vermutete dann, dass es eine gute Entwicklung sein könnte. Betonung liegt auf "könnte". Aber es hätte schlimmer kommen können. Man kann als AfD etwas abwarten und sich dann erneut an das Land annähern um Vertrauen zu festigen, es sei denn EU und junge Wähler in Ungarn würden dies irgendwie unterbinden, dann wäre Freundschaft mit Ungarn jetzt weniger leicht zu erwirken als zuvor. Das wäre natürlich schade. Wichtig ist nur, was Deutschland nützt. 

Volksdeutscher

15. April 2026 00:21

Alles in allem ist Jörg Seidels Analyse unnötigerweise melodramatisch im Ton. Er hat freilich recht in manchen Dingen, so z.B. wenn er behauptet, daß Tisza (benannt nach dem gleichnamigen ungarischen Fluß im Osten des Landes, auf deutsch Theiß) in absehbarer Zeit liefern muß. Er hat auch darin recht, daß viele Menschen nicht Péter Magyar gewählt, sondern Orbán abgewählt haben. Er war sowohl von Linken als Rechten verhaßt. Wenn man aber Magyar in diesem Video aufmerksam zuhört (https://www.youtube.com/watch?v=x4c6KtDyutY) kommt es einem so vor, als gäbe es in Bezug auch auf Magyar zwei Möglichkeiten: Entweder ist er ein professioneller Lügner, der das Volk geschickt auf Glatteis führt oder er ist sehr ehrlich und weiß, was er will, denn er widerspricht schon in seinen ersten Aussagen der EU-Führung. Es ist bemerkenswert, daß er die Fragen der Journalisten sehr schnell und spontan beantwortet, was perfekt mit seiner Körpersprache harmoniert. Anders als Politiker oft tun, redete er nicht um den heißen Brei herum. 

SMHJanssen

15. April 2026 01:27

Kluge Wahlanalyse von Seidel! Nicht alles wird für einen überzeugten EU-Anhänger wie mich jetzt gut im Bezug auf Ungarn, aber sehr vieles viel besser. Orban hat Ungarn mit Korruption, Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit und einer pseudo-konservativen Liebe für Autokraten a la Trump und Putin letztlich doch noch verloren - trotz Wahlkreismanipulationen, Freund-Feind Definitionen und Anti-EU Furor. Die Ungarn haben gesehen: außer tumber illiberaler Ideologie nichts gewesen. Ökonomisch desaströs plus die Vetternwirtschaft für die Freunde des Hauses...eine Art ideologisch-ökonomischer Overkill für die Ungarn! Gut das diese national-autoritäre Schmierenkommödie endlich, wenn auch viel zu spät, ein Ende hat! Viel Erfolg dem neuen, liberal-konservativen, Ministerpräsidenten!
Herzlichst aus Dublin,
 
Siebo M. H. Janssen
 
    

ede

15. April 2026 01:38

Was @Kovacs schreibt kommt mir authentisch vor (ist er Ungar?). Der prozentuale Abstand in Stimmen beträgt etwa 15%, also mithin das Brandmauerergebnis bei ostdeutschen Landratswahlen. Alle Wokisten haben also einen Rechten gewählt, Hauptsache nicht nicht Orban. 
Skurril. 
In der Tat die Frage, wie der Anti Orban das ausbalancieren kann? 
Ich nehme an wie Merz. 
Insofern hat wohl auch Seidel recht, das System und das Personal hinter der schmucken Fassade Orban war verbraucht.
Einerseits. 
Andererseits denke ich, daß Orban das Menschenmögliche getan hat. 
Er muss nun auf Trump und Weidel hoffen. Und wir auch. 
 

Mitleser2

15. April 2026 08:36

@SMHJanssen: Ein vdL-Groupie hat aus Dublin gesprochen. Mehr muss man nicht wissen.

FraAimerich

15. April 2026 09:37

@Majestyk  -  Pardon, mein gestriger Beitrag galt natürlich Ihnen!

Andreas Stullkowski

15. April 2026 09:48

Es das Risiko der personifizeiren Alleinherrschaften: In Wahlsystemen kann es schnell und heftig umschlagen. Analog zu Trump (sowohl sein Erfolg, als auch seine mögliche Abwahl in 2 Jahren.)
Ein guter VErgleich zu Deutschland, in dem kein einzelnes Gesicht herrscht, sondern die Bürokratie. Es gibt keine Einzelperson, die man für einen Systemwechsel abwählen könnte.Stabilität durch Gesichtslosigkeit. Eigentlich ganz schlau gemacht.

Platon

15. April 2026 10:50

@ Laurenz, RMH
Es geht um Sinnbildlichkeit und nicht um Wortwörtlichkeit (= striktes Festhalten am wörtlichen Sinn einer Aussage, ohne Berücksichtigung von Kontext, Metaphern oder Ironie). Es handelt sich auch nicht um ein Plädoyer für eine spartanische Lebensführung, sondern – und dafür steht wiederum sinnbildlich der Marathon - um Ausdauer, Beharrlichkeit, Disziplin/Selbstdisziplin, die Fokussierung auf ein Ziel hin und es geht dabei darum, nicht das richtige/rechte Maß und die Mitte zu verlieren. Sie kennen das faustische Prinzip?
Im Übrigen: "Wir müssen hier raus, das ist die Hölle - Wir leben im Zuchthaus - Wir sind geboren, um frei zu sein - Wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein - Und wir werden es schaffen, wir werden es schaffen" – da kann ein starres Festhalten an Sparta eher hinderlich sein. Magyr ist es gelungen, dieses Narrativ des Rebellischen, Wütenden vor allem bei jungen Menschen zu erzählen: https://youtu.be/HubxVl6Cnr4?si=L_wPEwDPM47AJnoi
Auch hier gilt, den Text im übertragenen Sinne zu lesen. 

Adler und Drache

15. April 2026 10:57

Schon erstaunlich, wie dem deutschen Rechten eine Krücke nach der anderen weggeschlagen wird. Das wird wohl so weitergehen, bis wir es lernen, ein für allemal auf eigenen Beinen zu stehen und uns geistig, politisch oder gar finanziell nicht an Politiker und/oder Aktivisten aus anderen Ländern zu hängen. 

Artabanus

15. April 2026 10:57

"Es gab Gerüchte, dass man in Russland Interesse hat, uns gezielt Menschen aus fremder, vorwiegend arabischer Kultur zu senden."
Köstlich. Das kann doch nur als Satire gemeint sein, oder? 

Laurenz

15. April 2026 11:12

@FraAimerich ... Marina Abramović ist vor allem gut darin, Steuermittel oder Mäzene abzugreifen, die steuerbegünstigt durch Stiftungen ihren Schrott kaufen. Dasselbe gilt für Museen, etc. Ich kann auch keine Anna Netrebko CD von der Steuer absetzen & Schnellroda wird auch nicht begünstigt, wenn dort eine Kulturveranstaltung stattfindet. Die Besucher müssen alles aus ihrem versteuerten Einkommen finanzieren. ... @Ofeliaa ... natürlich übt Rußland Macht aus. Aber, in Rußland ist was zu holen, vor allem Rohstoffe. Deswegen hat der Westen immer noch die Absicht, Rußland zu zerschlagen. Hier nochmal für Sie eine ARTE-Doku aus 2021, welche die Geschichte Rußlands seit über 30 Jahren erklärt. https://youtu.be/nFOcPghK0sY & wenn wir die Ukraine mit Waffen & Geld unterstützen, schickt uns Rußland Araber. Würden Sie, als Russischer Präsident, auch so machen. ... @Franz Bettinger ... Ungarn besitzt kein reines Mehrheitswahlrecht, welches als Direktwahl die meiste Demokratie verbrieft. Das Verhältniswahlrecht sorgt dafür, daß Leute Politik machen, die nicht gewählt wurden & die Wahlverlierer immer noch mitmischen. 106 von 199 Sitzen werden in Ungarn direkt gewählt & Orban nutzte das sogenannte "Gerrymendering".

Laurenz

15. April 2026 11:34

@Ede ... Was @A.Kovacs schreibt, sind reine Mutmaßungen & persönliche Frustrationen. Der Spielraum für Magyar irgendwas zu bewegen, ist arg begrenzt. In Ungarn ist der materielle Betroffenheitsfaktor wesentlich größer als bei uns. Und die Armee ist zu popelig, um sie gegen die Bevölkerung einzusetzen. Das ist der Grund, warum die Ungarn überhaupt konservativ wählen. Jeder weiß da, Linke reißen einen Scheiß. ... @SMHJanssen ... schön von Ihnen aus dem revolutionären Dublin zu hören, wo die gesichert linksextreme, EU-freundliche Regierung vor dem Aus steht. In Irland hat eben keiner mehr Bock, durch Migrationskosten & CO2-Scheißabgaben enteignet zu werden. Schauen Sie bloß, daß Sie als 150%-Marxist dort nicht die Fresse poliert bekommen. Wäre doch schade, wenn Sie nicht mehr kommentieren könnten, weil man Ihnen die Finger gebrochen hat. Daß Sie mit Ihrem Verständnis von "unserer Demokratie" die EU gut finden, war zu erwarten. Die Stimmgewichtung in EU-Land bei Wahlen in den einzelnen Staaten ist hanebüchen. Warum treten Sie nicht dafür ein, daß Zahlungen an die EU vom Vermögen der Bürger abhängen, anstatt vom BIP & dem Steueraufkommen? Sie versagen als Linker völlig.

Le Chasseur

15. April 2026 11:43

@FraAimerich
"Und den Bewunderern pseudomessianischer Selbstüberschätzung und österlicher Kulturvolkvernichtungsphantasien bleibt nach der "inakzeptablen" Meloni ja immerhin noch Marina Abramović als Cheerleaderin..."
Die Dame lässt ja keine Zweifel darüber aufkommen, auf wessen Seite sie steht:
https://x.com/drhossamsamy65/status/2025211344136368365
https://art-for-a-change.com/blog/wp-content/uploads/2017/05/marina_abramovic-400x495.jpg
"Trump is here to create confusion (...) completely turning things upside down"
Diábolos bedeutet „der Verleumder, Durcheinanderwerfer, Verwirrer“.

Maiordomus

15. April 2026 11:45

Dieser Beitrag kommt mir als Indiz vor, dass Sezession in Sachen illusionsloser Hintergründigkeit herkömmliche auch rechtsalternative Gazetten überholt, betrifft nicht nur den nach wie vor hochwertigen Feuilleton- und Rezensionsteil, in der neuesten Nummer wieder vortrefflich, gilt u.a. für den Mitarbeiter, der als "Engelforscher" bekannt geworden ist, wiewohl noch nicht in der geistigen Breite von weiland Kaltenbrunner. Wichtig bleibt, dass man sich politisch mit keiner Personalie gemein macht, spätestens dann nicht, wenn diese an die Macht gekommen ist.  Letzteres müsste auch für AfD-Granden gelten, nicht nur betr. den sich verrannt habenden Krah. Zu Weidel hat man zwar Abstand bis hin zum Feindbild, was auch wieder nicht nötig wäre, aber klar ist, dass Lob bis Schmeicheleien aus Lagern wie Putin, Trump, Vance und Orban zunächst als Versuchung ins Auge gefasst werden muss, selbst wenn es eher verdankt zu werden verdient, was aber nicht öffentlich geschehen müsste, weil man sich sonst ins Risiko des Kompromittiert-Werdens begibt. Eine Euro-Rechte mit einer Achse Le Pen - Meloni - Orban funktioniert nicht. Gründlich blamiert haben sich im Bestreben, politisch wichtig sein zu wollen, Köppel und der bis anhin angesehene Pressekritiker Kurt W. Zimmermann. Broder scheint sich diesbezüglich weniger auf die Äste rausgelassen zu haben. SiN hat aber wie wenige vorwärts gemacht, nicht nur via die Buchhandlung in Loschwitz.       

Le Chasseur

15. April 2026 11:47

@Andreas Stullkowski
"Analog zu Trump (sowohl sein Erfolg, als auch seine mögliche Abwahl in 2 Jahren.)"
Trump kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren. Und ich hoffe, dass er baldigst wegen geistiger Unzurechnungsfähigkeit des Amtes enthoben wird.

Platon

15. April 2026 11:58

@ RMH
Ach, noch ein Nachtrag zu Shakespeare: Sie haben den Kontext, in der die Aussage getätigt worden ist, nicht berücksichtigt. Insofern ist Ihre Schlussfolgerung falsch. Shakespeare Aussageabsicht war eine andere. 
@ Laurenz
Ja, ja, der vollschlanke Strauß hat Bayern mit übergewichtigen Rollmöpsen modernisiert. Nein, Völlerei ist keine Todsünde.

SMHJanssen

15. April 2026 11:58

@Mitleser2: Ich muss Sie enttäuschen: ich bin weder ein Troll, wie von Ihnen in einem früheren Post behauptet, noch bin ich ein von der Leyen Groupie. Im Gegenteil: ich sehe Ihr Wirken im Bezug auf Klimaschutz und Flüchtlingspolitik äußerst kritisch, auch die geopolitische Schwäche der EU hat teilweise mit der Unentschlossenheit der EUK zu tun, wenn die Hauptverantwortung dort allerdings eindeutig bei den Mitgliedsstaaten liegt. Was wäre denn Ihre Alternative zur EU? Glauben Sie wirklich in der neuen völkerrechtlichen Großraumordnung wird Deutschland politisch und ökonomisch eine Rolle spielen? Wäre auf Ihre Gedanken gespannt! Was Sie gegen Dublin haben erschließt sich mir nicht.
Herzlichst,
Siebo M. H. Janssen

Maiordomus

15. April 2026 12:16

@SMH Jansen. Dass Sie hier oben quasi "die Fresse poliert" bekommen haben, um mich in der Art des Polemikers auszudrücken, ändert nichts daran, dass Sie hier zur Breite des "universe of discourse" beitragen. Bekenntnis "überzeugter EU-Anhänger" wirkt indes kaum glaubwürdigkeitsfördernd, so wenig wie bei alternativen Bloggern die Begrüssung "Willkommen, meine patriotischen Freunde", was bedeutet, sich ausschliesslich an Gleichgesinnte wenden zu wollen. Letzteres kann bei einigen, etwa Religiös-Konservativen" bzw. als "liebe Mitchristen" Angesprochenen angemessen sein, weniger bis gar nicht aber bei einem offenen Stammtisch von Kriikern, Nonkonformisten und ernsthaft Alternativen. Für solche war bedingungsloser Orbanismus oder gar Zugehörigkeit zu einem Trump- oder Netanjahu-Fanclub nie eine Alterrnative. Rechtsliberal in Richtung Weidel oder nationalkonservativ, eher Chrupalla, waren oder sind zwar hier Optionen, wohl kaum ein Muss. Nicht zu unterschätzen wären, auch in Oesterreich, die Erzföderalisten, generell solche, die man auf dem Gebiet der Kommunalpolitik gebrauchen könnte. Mir bekannte Ungarn, völlig frei von Linksdrall, waren unter diesem Gesichtspunkt "orbanüberdrüssig". Was nicht heisst, dass es jetzt besser werden muss, aber genug war es nach diesen 16 Jahren ganz sicher!    

MarkusMagnus

15. April 2026 12:56

"I very much look forward to cooperating with Germany. I would also like to have a good personal relationship. I studied in Hamburg, and I love that city too. I love Germany very much."
Das hört sich schonmal gut an. 
Vielleicht hat Orban einfach nur das Staffelholz an Péter Magyar übergeben? 
 

Mitleser2

15. April 2026 14:03

@SMHJanssen: Es gibt keine Alternative zur EU. Dieses Konstrukt ist ein völliger Irrweg. Extrem teuer, ohne Kontrolle, zentralistisch, Abstellgleis für abgehalfterte Politiker, oder Möchtegerne wie Kallas.  Sinnlose, erstickende bürokratische Regelungen, ...
Man muss zurück zum Europa der Vaterländer. Eine Zollunion reicht völlig. Und die Behauptung, dass die EU die Repräsentation Europas in der Weltpolitik gestärkt hätte, entlarvt sich permanent. Europa war noch nie so bedeutungslos wie jetzt.

Ekstroem

15. April 2026 14:31

Deutschland und die Deutschen können es nur selbst tun. Der Wind weht stetig. Hier eine Analyse von RT, die mit dem Artikel von JS harmoniert:https://test.rtde.xyz/europa/277171-der-schluessel-zur-festung-welchen-weg-wird-ungarn-unter-peter-magyar-einschlagen/

Den letzten Satz des Artikels von RT (Netzverweis oben) gilt es hervorzuheben: "Im breiteren Kontext des globalen Wandels sollten solche Entwicklungen als Teil eines Musters und nicht als Zufälle betrachtet werden." Der Wind weht und schafft dabei Muster. 

Majestyk

15. April 2026 17:46

@ FraAimerich:
Ich sehe zwar keinen Zusammenhang zwischen unseren Kommentaren, da ich Trump mit keinem Wort erwähnt habe. Demokratie, Gleichheit vor dem Gesetz oder Redefreiheit sind in Europa und seinen Ablegern entstanden, ergo abendländische bzw. westliche Werte. Wenn Ihnen solche Errungenschaften nicht gefallen, so ist dies Ihr gutes Recht. Ich mag nicht in muslimischen Feudalsystem nach der Scharia leben und auch nicht nach chinesischem Modell. So viel als Antwort welchen Narren ich an westlichen Werten gefressen habe.
Sie können mir aber gern erklären, was daran so doof ist, warum islamische Welt oder China Alternativen sollen oder das Putins Rußland. Ich wende mich doch nicht von Überzeugungen ab, nur weil man massenhaft Fremde einschleust, Industrie nach Asien auslagert und ein Bevormundungssystem à la DDR errichtet. In deutscher Erde lagert massenhaft Kohle, es gibt Schiefergas, Gas in der Nordsee, man hatte erstklassige Kernkraftwerke. Abhängigkeiten von Rußland oder China wurden mutwillig erzeugt, davon kann man sich frei machen, genau wie von der militärischen Abhängigkeit von den USA oder der angeblichen Abhängigkeit von fremden Arbeitskräften. Wenn man schon kognitive Beeinflußung hierzulande berechtigterweise kritisiert, wüßte ich gern, warum es so schwer ist zu akzeptieren, daß die andere Seite keinen Deut besser ist. Waren zwar nicht Sie, aber ich finde es peinlich sich auf Berichte von RT zu beziehen und so zu tun als seien dies seriöse Quellen. 

RWDS

15. April 2026 18:10

@ofeliaa
Orientale auf die Reise zu schicken, funktioniert genau so lange, wie das Aufnahmeland nicht einfach "NEIN!" sagt. Putin ist prodeutscher als unsere eigenen Politiker, insofern ist es albern vor Russland zu warnen.
Unsere schlimmsten Feinde regieren uns.
Ich habe Verwandschaft in Russland und mache dort gelegentlich (letztes mal 2025) Urlaub. Ich lasse mich weder aufhetzen, noch mir einen Bären aufbinden.

Liselotte

15. April 2026 19:42

Nun ja, 16 Jahre sind schon eine lange Zeit, nach der man die Regierenden schon mal ausgetauscht sehen will. Die Leute sind nicht mehr so geduldig wie zu Erbmonarchenzeiten. - In welchem Maße Magyar den Spagat EU-Ungarn beherrscht, wird sich noch herausstellen, für möglich halte ich sowohl einen gewissen Erfolg wie auch deutlichen Mißerfolg.

Mitleser2

15. April 2026 19:53

@Majestyk: Der von Ekstroem verlinkte RT-Beitrag scheint mir alles andere als Propaganda. Ich lese auch ab und zu Anti-Spiegel und finde das hilfreich. Können Sie nicht zwischen den Zeilen lesen? 

dojon86

15. April 2026 20:07

@Platon (Mal wieder den Ofen von 1618 bis 48 anheizen) Besser übergewichtige bayrische Genussmenschen und politische Realisten als moralinstarke Pietisten. 

FraAimerich

15. April 2026 21:14

@Majestyk  -  Dann gleich noch mal Pardon. Dachte, Ihr Kommentar zielte - wie zuletzt häufiger - auf die Feiglinge und Antisemiten, die die USA nicht aureichend im Kampf gegen das Böse unterstützen. Wie zuletzt auch Meloni. Oder wodurch sonst hat sich diese "nun endlich selber demaskiert"? - Doch nicht dadurch, daß sie Magyar zum Wahlsieg gratuliert hat. Das gehört wirklich schlicht zur Etikette.
Von "westlichen Werten" habe nun wiederum ich nicht gesprochen. Das erschiene mir so peinlich/unseriös, wie Ihnen RT als Quelle. Handelt es sich dabei doch im wesentlichen um reine Worthülsen und Auskunftstitel, deren Versprechen in der Regel nur "eingelöst" werden, wenn sich's ohnehin passend ergibt. Der eigenen Bevölkerung hält man diese "Errungenschaft" als Köder vor die Nase, außenpolitisch nutzt man sie zur Markierungen von Feindstaaten oder um "diplomatischen Druck" aufzubauen. Klappt in letzter Zeit aber nicht mehr so recht - aus naheliegenden Gründen.
Eine vernünftige, verantwortungsvolle Energiepolitik unter Einbeziehung bestehender eigener Ressourcen wäre natürlich wünschenswert und möglich gewesen. Aber Outsourcing galt in einer Welt von Freunden nun mal als der "heiße Scheiß" der New Economy, um nicht zu sagen - als "westlicher Wert"...

Majestyk

15. April 2026 21:32

@ Mitleser2:
Alles was medial produziert wird ist Propaganda. Mal von der einen, mal von der anderen Seite. Könnte man mit Medien das Denken nicht beeinflußen, gäbe es keine Medien. Sie brächten weder Nutzen, noch Gewinn.
Warum nutzen Menschen Medien? Um sich zu informieren, die eigene Meinung zu prüfen oder um sich selbst zu bestätigen? 
Zu Röper könnte ich allerhand schreiben, will aber eh keiner lesen, also lassen wir das. 

Majestyk

15. April 2026 21:44

@ dojon86:
"Besser (...) politische Realisten als moralinstarke Pietisten."
Schon richtig. Stellt sich aber die Frage, warum die AfD regelmäßig Realisten opfert um Ideologen nach vorne zu bringen. Siehe Rauswurf von Fest zugunsten von Krah oder nun den Abschuß von Lucassen. Realpolitik geht anders. 
 

Gracchus

15. April 2026 23:20

@Fra Aimerich: Ist "etwas pointiert auf den Punkt bringen" nicht doppelt gemoppelt? Lässt sich etwas auch unpointiert auf den Punkt bringen? 
@Majestyk: Wer aus Forum will denn hier China, Putin oder Feudalismus einführen? Wer hat etwas gegen die von Ihnen genannten Werte? (Wobei Demokratie als Wert definiert schon haarig ist). 

Laurenz

16. April 2026 11:01

@Maiordomus ... nur, damit Sie aktuell die Situation in SMHJanssen-Land verstehen, so gar nicht SMHJanssen-freundlich. Hier ein recht aktueller Clip einer bekannten Irischen Gärtnerin mit 241k Abos auf YouTube. https://www.youtube.com/shorts/lUg6ao3HmwA?feature=share Wenn Sie oben auf cc klicken, können Sie den Wortlaut mitlesen. Können Sie Sich vorstellen, was in der Schweiz passiert, wenn die Armee gegen die Bauern mobil machte? Sie kriegen auch nicht mit, was gerade in der Welt passiert, oder? Der Informations- & Recherche-Mangel im SiN-Forum ist so desaströs, wie nie zuvor.

FraAimerich

16. April 2026 13:33

@Gracchus  -  Etwas gewitzt statt nur polemisch zugespitzt (und dann auch noch stilsicher!) auf den Punkt zu bringen, ist durchaus eine hohe Kunst. Sehen Sie mir mein alliterierendes Dilettieren bitte nach.

Diogenes

16. April 2026 16:21

@Majestyk""Besser (...) politische Realisten als moralinstarke Pietisten."Schon richtig. Stellt sich aber die Frage, warum die AfD regelmäßig Realisten opfert um Ideologen nach vorne zu bringen. Siehe Rauswurf von Fest zugunsten von Krah oder nun den Abschuß von Lucassen. Realpolitik geht anders."
 
Wer den politischen Willen im Sinne Deutschlands nicht mitträgt und auf Alt-Bundesrepublikaner "macht", hat das Glockengeläut der "Kommenden" noch nicht mitbekommen und sollte von sich aus aus dem Rampenlicht treten. Wer eine 80er Jahre CDU will, der ist bei der AfD falsch! Wer eine israelfreundlich-libertäre Milei-Parei möchte, ist ebenfalls bei der AfD falsch! 

Majestyk

16. April 2026 21:20

@ Gracchus:
Wollen Sie mich wieder einmal veräppeln? Sie selber schwärmen häufig von Monarchie, halten Demokratie als Wert für "haarig". Es gibt regelmäßig Kommentare pro autoritärem Staat. MM wünscht sich irgendeine Heinlein-Variante. Es ist keine zwei Wochen her, da hat LC offen ausgesprochen, daß er sich ein Bündnis mit China wünscht. Muß ich es heraussuchen? Die Begeisterung für die "arischen" Kämpfer des Iran ist kaum verhohlen, die Abneigung gegen Israel oder amerikanische Juden wird immer weniger verborgen. Trump hat nur kurz den Antiamerikanismus verdeckt, jetzt ist der wieder voll da. Als wären nur USA und Israel für den Krieg in Nahost verantwortlich, nicht aber der Barbareskenstaat an der Straße von Hormus. Im Nebenstrang lebt die DDR-Parole "Ami Go Home" wieder auf. Paßt dazu, daß mindestens zwei Teilnehmer sich "Auferstanden aus Ruinen" als Nationalhymne wünschen. Die Mehrheit würde sich lieber gestern als morgen Rußland anschließen und die NATO verlassen. Im Grunde existiert für dieses Forum nur eine einzige Himmelsrichtung. Haben Sie hier schon einmal einen Artikel über die Niederlande gelesen? Ich in meiner Zeit noch nie, aber gefühlt hundert über Polen. Prowestlich ist hier nur eine handvoll Teilnehmer, die üblichen Verdächtigen. Wir bekommen aber nur eine Skatrunde zusammen, allerhöchstens reicht es für Doppelkopf.

Kurativ

16. April 2026 23:06

Kohl und Orban sind an einer ungünstigen wirtschaftichen Entwicklung gescheitert. Warum Orban nicht einfach einen eigenen Zentralbankpräsidenten eingesetzt hat, ist unklar. In Deutschland konnte Kohl nicht viel an den Leitzinsen ändern. Die Zentralbank konnte aber an der Regierung etwas ändern. Warum das geschar, ist unklar. Mit Schröder/Fischer kam dann das Desaster. Es kann auch immer noch schlimmer werden...
Sechzehn Jahre sind zu lang. Es wird langweilig und sieht hoffnungslos aus.
Ungarn zeigt: Die NATO regiert die EU. Es ist eine versteckte Millitärdiktatur im Goldkäfig. Mit Demokratie hat das nichts zu tun.
Die Gelder und Waffen für die Ukraine werden in der ganzen Welt wiederverwendet, um die Interessen der Eliten durchzusetzen. Ob nun der Wahlkampf in der Ukraine, Waffen für die Hamas im Angriff gegen Israel oder irgendein kleines Entwicklungshilfeland, im welchem ein Umsturz organisiert wird: Die Ukraine als Verteiler dient. Der zweck heilt die Mittel. Und die werden sollen sich jetzt durch die 90 Mrd vervielfältigen

Kurativ

16. April 2026 23:10

Orbans Dogmen widersprechen sich. Isael und USA sind die schlimmsten Treiber von Unruhen und Migration in Richtung Europa. Putin und China sind die einzigen Partner gewesen, welche den Nationalstaaten und dem Gefühl der Nationalstaatloichkeit aus logischen Gründen eine gewisse Eigenständigkeit belassen

Le Chasseur

16. April 2026 23:49

@Majestyk
"Als wären nur USA und Israel für den Krieg in Nahost verantwortlich, nicht aber der Barbareskenstaat an der Straße von Hormus."
Saudi-Arabien liegt nicht an der Straße von Hormuz.

Laurenz

17. April 2026 07:19

@Diogenes @Majestyk ... Sie sollten wenn, den Konflikt der Dr.en Fest & Krah schon näher beleuchten. Der Ausschluß Fests fand nicht zugunsten Krahs statt. Die beiden geben sich auch nichts. Beide sehen im Wandspiegel immer eine Art Zwergen-Bonaparte, Le Parti, c'est moi. Das funktioniert in beiden Fällen nicht gut. Fest, wie Lucassen sind reine Transatlantiker, also Ideologen. Hier liegt Ihr eklatanter Analysefehler. Lucassen wurde auch nicht gefeuert, sondern trat von allen Parteiämtern zurück, sitzt aber immer noch im Verteidigungsausschuß des BuntenTags. Hier die arg Maiordomus-mäßige (lehrerhafte) Video-Analyse von Clownswelt über Frohnmaier bei Lanz. Frohnmaier sagt es klar. https://youtu.be/9SqnfAG4Dys Die AfD wünscht eine an Deutschland ausgerichtete, interessengeleitete Außenpolitik mit einem guten Verhältnis zu allen Weltmächten. Insofern betreiben Sie eine Art Ideologen-Realisten-Umkehr.

Le Chasseur

17. April 2026 09:09

@ofeelia
"Es gab Gerüchte, dass man in Russland Interesse hat, uns gezielt Menschen aus fremder, vorwiegend arabischer Kultur zu senden."
Es war nicht Russland, das 2014 und 2015 die Hilfsmittel für syrische Flüchtlinge gestoppt hat:
https://www.sueddeutsche.de/politik/welternaehrungsprogramm-un-kuerzen-lebensmittelhilfen-fuer-syrische-fluechtlinge-drastisch-1.2172709
https://de.wfp.org/pressemitteilungen/wfp-muss-nothilfe-fuer-syrische-fluechtlinge-weiter-kuerzen
Erst danach setzte die massive Fluchtbewegung Richtung EU und vor allem Deutschland ein.
 

Mitleser2

17. April 2026 12:41

@Le Chasseur: Natürlich mögen die Saudis den Iran nicht, und umgekehrt. Geht uns das was an? Sind sie deswegen schlecht?

Diogenes

17. April 2026 15:29

@Mitleser2 ...
 
Was ist des Deutschen Interesse in "Nahost"? Interessengeleitete Außenpolitik dient keinem Fremdinteresse, keinem Fremdvolk, sie sucht in Geschick des Einsatzes der zur Verfügung stehenden Mittel die Grundlagen der eigenen Industrie (Stabilität von Energiestraßen & Rohstoffzufuhr sichern!); den Bedarf des Volkes zum Lebenserhalt eigenen Bestandes und als Langzeitziel dessen Adelung/Veredelung auf höhere Stufe (das Weiterentwickeln im Sinne Deutschlands als Teil politischen Willens - erwachsen aus Liebe und Dienst/Wacht/'Ehre dem Ganzen erweisen' an diesem Land der Arbeiter der Stirn und Faust, diesem Volk, seiner Nation Herrlichkeit unter der Sonne!) zu erreichen. Das ist Dienst am Ganzen! Wenn durch einen glücklichen Zufall die Interessen einer ausländischen Macht mit diesem, unserem Zielinteressen übereinstimmt ist das so, aber die identitäre (oder völkische) und nationale Selbstaufgabe zu Gunsten irgendwelcher Auslandsmächte die uns mit ihrem Siegeskult in der Zwinge "Schuldkult" halten, ist in den Augen stolzer und selbstbewusster Deutscher Volks-, Landes- und Hochverrat! Verrat an jeder Deutschen Familie! Am ungeborenen wie am bereits am Ganzen teilhabenden Leben dessen was in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besteht (unser Volksbegriff ist kein schwabeliger nur in der Gegenwart der Beliebigkeit unterworfener, sondern hat seinen Anker in der Vergangenheit; tritt in der Gegenwart in den Fußspuren der Alten um die Zukunft der Kommenden zu formen).  

Majestyk

17. April 2026 16:38

@ Laurenz:
"Die AfD wünscht eine an Deutschland ausgerichtete, interessengeleitete Außenpolitik mit einem guten Verhältnis zu allen Weltmächten. "
In einer Welt, in der die Weltmächte nun einmal gegeneinander konkurrieren kann, eine bedeutende Nation wie Deutschland nicht ein gleich gutes Verhältnis mit allen Weltmächten haben, was bedeuten würde zwischen allen Stühlen zu sitzen. Das ist Wunschdenken à la Astrid Lindgren. Nicht einmal die scheinneutralen Staaten wie Schweiz, Österreich, Schweden oder Finnland waren jemals derart neutral. Finnland hing früher am langen Arm der Russen. Schweden oder die Schweiz waren immer wichtige nachrichtendienstliche Partner der Amerikaner. Diese Länder lassen seit vielen Jahren ihre Soldaten in den USA ausbilden oder US-Kräfte bei sich trainieren. Neutral kann man sein, wenn man unbedeutend ist.
Will man Handelsmacht sein wird man entweder Hegemon oder hat einen bevorzugten Partner. Eine solche Partnerschaft hat Westdeutschland wirtschaftlich wieder groß gemacht und zum Ingenieursbüro der ganzen Welt. Da muß man wieder hin. China braucht aber kein Ingenieursbüro und man kann nicht Rußland sagen ohne China. Die Alternative wäre der Versuch selber Weltmacht zu sein, aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Mal schauen, wie viel diesmal übrig bleibt. 

Mitleser2

17. April 2026 18:44

@Majestyk: "kann eine bedeutende Nation wie Deutschland nicht ein gleich gutes Verhältnis mit allen Weltmächten haben"
Wie kommen Sie darauf? Aber Ihr Satz is eh falsch. Was ist an Deutschland noch bedeutend? Die Bundeswehr? Die Deutschland AG? Die Pharma-Industrie? (D war mal die "Apotheke der Welt"). BASF (mal Perle gewesen) investiert Milliarden in China. Die Kernkraft? Die Autoindustrie? "Made in Germany"?
Da ist nicht mehr viel. Und es wird weiter bergab gehen mit Merz und Klingbeil. Lesen Sie Daniel Stelter. 

Diogenes

17. April 2026 22:37

@Mitleser2
 
Das ist eindimensionales Denken. Deutschland ist mehr als Wirtschaftsstandort! Sie begrenzen sich vollkommen und völlig auf diese volksmissachtende Dimension, anstatt das ->Ganze<- in all seiner Dimensionen zu betrachten. Vielleicht "kommen" Sie ja noch drauf - stoßen zu den Kommenden!
 
Alles Probleme der Gegenwart sind hausgemacht von Leuten die wir Antideutsche nennen und die es mit "uns" nicht gut meinen; die uns hassen, dafür, das wir öffentlich aussprechen Deutschland zu lieben. Die Zeit wird einmal vorbei sein wo die Verbreher noch mit Staatsgeldern gefüttert in Banden organisiert uns mit Terror überziehen! Dann ist auch die Zeit von Leuten wie ihnen abgelaufen. Schauen Sie sich lieber mal um, ob Sie sich nicht ein anderers Opfer zum Ausweiden bekommen können, bevor die Uhr ´jene Stunde schlägt wo Deutschenhass im deutschen Land unter Strafe gestellt >ist<!  

Gracchus

17. April 2026 22:50

@Majestyk: Man meint, Sie führen über jeden Foristen eine Akte. Ein Beitrag über die Niederlande wäre durchaus sinnvoll, ist diese doch Monarchie und - demokratisch. Meine "häufige" "Schwärmerey" von der Monarchie muss also nicht antidemokratisch sein. Mir ist es etwas zu blöd, ein Bekenntnis zur Demokratie abzuliefern - auch wenn ich dafür nicht Heuchelei müsste. Vielleicht hätte ich sagen sollen: Die Wertedemokratie ist eine haarige  Sache. Wenn Sie nicht sehen, wie im Namen westlicher Werte der Bürger entmündigt wird - tja dann... Wer für ein Bündnis mit China, Putin oder sonstwem eintritt, muss nicht zugleich deren Staatsform oder Regierungssystem übernehmen; wer für Rechtsstaat und Demokratie - die von ihnen genannten Werte - eintritt, muss nicht prowestlich sein und für den amerikanischen Interventionismus eintreten.  Dessen glorioses Ergebnis im Kampf gegen die Scharia - sieht man auch in gut in Afghanistan und Syrien?!? Die Jubler über die Iran-Bomberdierung sind inzwischen sehr kleinlaut geworden.

Mitleser2

18. April 2026 08:07

@Diogenes: "Dann ist auch die Zeit von Leuten wie ihnen abgelaufen."
Geht's noch? Wirtschaftliches Denken ist eine "volksmissachtende Dimension"? Gerade Ihre kruden Ansichten werden Deutschland nicht retten. Im Gegenteil.