Jedenfalls war diese Orientbegeisterung total! Sie reisten durch die Lande, hatten zeitenlang ein eigentlich ortloses (glückliches!) Dasein im Orient. Sie liebten Land & Leute.
Die Begeisterung für die ferne Kultur ging soweit, daß sie ihren Kindern (alle im „freien Feld“ geboren, lange bevor das Mode wurde) neben germanischen Zweitnamen (soviel Herkunftsbewußtsein gab es durchaus) orientalische Rufnamen gaben.
(Hier gleich ein Einwurf von Gertrud: „Na ja, Esther, Judith, Maria, Joseph, Jonas, Johannes und so weiter stammen ja ursprünglich auch aus dem Morgenland.“ Wo sie recht hat…)
Diese Freunde (längste Freundschaft meines Lebens) sind längst rechts, seit Jahrzehnten nämlich. Wie ich sie kennenlernte (Friedrich als Diskutant auf einer „Montagsdemo“ in FfM in den Neunzigern, damals, als Horst Mahler noch nicht „verbrannt“ war, sondern als „Linker“ galt) wäre ein eigenes Kapitel.
Trotz all dieser langen Verbundenheit: Für mich ist „Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben“ unverhandelbar; das war oft Debattenstoff unter uns. Denn die besten Freunde sind keine Christen. Ich spreche mit Gertrud, die mir den Orient-Impuls vielleicht erklären kann.
Ellen: Gertrud, Du bist staatlich geprüfte Erzieherin und hast ein paar Jahre in einem Waisenhaus gearbeitet, ist das richtig?
Gertrud: Ja. Kinder habe ich schon immer geliebt, deshalb entschied ich mich für diesen Beruf. Aber ich wollte auch selber fünf Kinder haben – und reisen. Jeder sagte mir, beides wäre unmöglich. Doch dann lernte ich einen Typen kennen, der in einem bunten Wagen lebte und herumreiste. Nachdem klar war, daß wir beide viele Kinder haben wollten, funkte es ziemlich schnell zwischen uns.
Ellen: Warum habt Ihr Euch gerade in die Türkei aufgemacht? Hättet Ihr nicht auch nach, sagen wir, Skandinavien gehen können, um eine andere Kultur zu entdecken?
Gertrud: Da wir Hunde hatten – Bullterrier – kamen die skandinavischen Länder wegen der dortigen Quarantäne-Vorschriften nicht in Frage. Ich selbst hatte schon die USA und mit dem Rucksack südeuropäische Länder, besonders Griechenland bereist. Noch nachdem wir uns kennengelernt hatten, reiste ich – ebenfalls mit dem Rucksack – mehrere Monate durch Bolivien und Peru. Es war nicht so, daß ich bestimmte Favoriten hatte. Ich wollte reisen, in möglichst verschiedene Länder.
Die Orientbegeisterung ging von meinem Geliebten aus. Der hatte auf Anregung seines älteren Bruders Gobineaus Buch Asiatische Novellen, die Märchensammlungen von Elsa Sophia von Kamphoevener An Nachtfeuern der Karawan-Serail, Goethes West-östlichen Diwan und Fritz Steubens Der weite Ritt gelesen – um nur einige zu nennen. In seiner frühen Jugend rückte er von zu Hause aus und kam – über Italien, Jugoslawien, Griechenland, die Türkei, den Libanon, Syrien, den Irak und Persien bis nach Afghanistan.
Was er seinen Eltern damit antat, liegt ihm bis heute auf dem Gewissen. Aber was er erlebte, hat ihn gebannt. So kam es, daß wir – als ich nach meiner Rückkehr aus Südamerika in seinen Wagen stieg, den ich bald “Palast” taufte – als erstes gemeinsam in die Türkei reisten. Später fuhren wir noch öfter dorthin, zwischendurch aber auch nach Nordafrika.
Ellen: Es gab anscheinend einen Kippunkt, wo Ihr dachtet – nun ist es wohl Zeit, sich den eigenen Wurzeln zuzuwenden. Wann war das?
Gertrud: Nein, einen Kippunkt gab es nicht. Es war eine allmähliche Erkenntnis, die immer klarer wurde: Die meisten Menschen, denen wir begegneten, hingen mit Liebe an ihrem Land. Sie waren oft scheinbar ungebildet, aber trugen in sich mehr von der Geschichte und Kultur ihres Volkes als der durchschnittlich gebildete Deutsche. Ihre Gastfreundschaft – besonders gegenüber Deutschen – war so überwältigend, wie mein Mann sie schon als Jugendlicher kennengelernt hatte. Daß er damals nicht verlorenging, betrachtet er heute noch als Wunder. Ihr Stolz war nicht überheblich, sondern einfach nur selbstbewußt, ihre Frömmigkeit nicht aufgesetzt, ihre Höflichkeit vollendet – ob das nun Kurden, Türken, Armenier, Berber oder Araber, Muslime oder – selbstverständlich seltener – Christen waren. Sie hatten ihre Geschichte, ihre Trachten, ihre Musik, ihre Mythen. “Ne mutlu Türkum diyene” lasen wir in großen Steinbuchstaben an den Hängen der Türkei: “Welch ein Glück zu sagen, ich bin Türke!”
Und was hatten wir? Einmal beobachteten wir in Tunesien eine Art Party mit Einheimischen, aber auch verschiedenen Touristen. Irgendwann wurde gesungen. Die Tunesier, die Schotten, die Franzosen – alle hatten etwas beizutragen. Die Deutschen brachten – nach vielen Aufforderungen – ein gequältes “We are the Champions” mehr schlecht als recht hin.
Einmal wollten wir in einem Nest am Rande der Sahara Wolle für meinen Webrahmen kaufen. Ich staune heute noch, was wir alles mit uns herumschleppten. Selbstverständlich wurde gefeilscht. Ich bin ganz gut darin, obwohl so etwas sich manchmal schier endlos in die Länge zieht. Zwischen den einzelnen Verhandlungsrunden wird Tee getrunken und geplaudert. Unvermeidlich die Frage nach unserem Herkommen. Wie immer, ging die Sonne auf dem Gesicht unseres Gegenübers auf, als wir uns als Deutsche zu erkennen gaben.
Dieses Mal blieb es aber nicht dabei. Der Händler erzählte, daß er als Kind Feldmarschall Rommel gesehen hätte. Er hat das nie vergessen! So viel Hoffnung lag auf der Aussicht eines Sieges der Deutschen! Wir bekamen die Wolle für einen Preis, den wir nie hätten erhandeln können.
Es gab viele ähnliche Erlebnisse. Langsam drang unsere Volkszugehörigkeit uns ins Bewußtsein. Uns wurde klar, daß wir niemals etwas anderes sein könnten, als wir sind: Deutsche! Doch was heißt das? Ja, die uns eingebläuten Unheilsgeschichten, die geisterten irgendwie im Kopfe herum. Aber sonst? Also gingen wir auf die Suche nach dem Unseren. Es begann unsere längste Reise, auf der wir heute noch sind, und unsere spannendste.
Ellen: Unsere Autorin Bettina Gruber schreibt ja (sinngemäß), daß Islamophilie heute eine Art „Staatsräson“ sei. Ich sehe das ein wenig anders. Es gibt meines Erachtens doch relativ deutlichen Islamhaß. Wie siehst Du, wie seht Ihr das?
Gertrud: Nee, “staatliche Islamophilie” gibt es meines Erachtens nicht. Es gibt nur die staatlich verordnete Gleichheitslüge und den Selbsthaß. Ich staune immer wieder, wie wenig die Multi-Kulti-Anhänger wirklich von anderen Kulturen wissen. Eigentlich gar nichts! Die können sich vielleicht nicht vorstellen, daß es Menschen gibt, die einfach anders ticken.
Na ja, und den Islam gibt es sowenig wie das Christentum! Ich glaube, die Furcht vor dem Islam – nicht Haß! – ist die Furcht vor den fremdartigen Menschen, die ihn hierherbringen. Wieviele deutsche Moslems gibt es denn? Verschwindend wenige. Die meisten Moslems hier sind fremdvölkisch, und viel zu viele von ihnen verhalten sich hier so, wie sie es in ihren Heimatländern niemals wagen würden. Sie wären tot.
Eine Türkin sagte mir einmal in der Türkei “Das, was Ihr in Deutschland habt, das ist der Abschaum, den wir hier nicht haben wollen.” So allgemein stimmt das sicherlich nicht. Wie sich manche Weiße einem nordamerikanischen Indianerstamm anschlossen oder zumindest gegen dessen Verdrängung empörten, so gibt es auch hier Menschen aus fremden Ländern, deren Herz für Deutschland schlägt, ohne daß die verlassene oder verlorene Heimat zu schmerzen aufhört. Die sind wirklich eine Bereicherung! Aber ein Gran Wahrheit steckt doch in der Behauptung der Türkin.
Deshalb wird hier der Islam und die erkennbar Fremden, die die Gesetze der Gastfreundschaft und des Anstandes mißachten, in eins gesetzt. Dazu kommt, daß die Orientalen in gewisser Weise hemmungslos zu sein scheinen – in ihrer Hingabe, ihrer Liebe und natürlich auch ihrem Haß. Wehe, ihre Liebe schlägt in Haß, ihre Bewunderung in Verachtung um! Das macht sie uns kühl abwägenden Deutschen oft unheimlich. Aber hat das nicht eher mit dem Blut als mit der Religion zu tun?
Du kennst doch sicher die Szene in dem Film “Alexis Sorbas”, in der eine schöne kretische Witwe von ihren Nachbarn gesteinigt und von einem schließlich abgestochen wird, weil sie sich mit einem Fremden eingelassen hat? Solche Geschichten gibt es auch aus Sizilien, Spanien oder Korsika.
Ellen: Man mag mich schelten, aber „Alexis Sorbas“ war mir etwas zu langweilig (ich mußte viel gähnen) und stereotypisch. Ob etwas „Religion“ oder „Blut“ ist, scheint mir eine heikle Frage zu sein. Ich bin „blutmäßig“ sicher germanisch mit slawischen Einsprengseln, religiös bin ich aber Christin. Zeit meines Lebens mehr oder weniger überzeugt, aber letztlich doch voll und ganz. Ein Highlight in meinem ganzen Lebensvollzug: Ich wache jeden einzelnen Morgen auf, bin so was von froh und danke meinem Herrn aus voller Seele. Das finde ich wunderbar. Du, Gertrud, aus katholische Elternhaus, kennst die Wucht des Glaubens von mehreren Seiten her. Ich weiß, daß Du diverse Wunder erlebt hast auf Deinen Reisen. Bist Du jetzt das, was man ungefähr „lebensfromm“ nennt? Also weder Allah/Mohamed noch Gottvater/Jesus als Erlöser? Manchmal denke ich, Ihr habt eine Art Privatreligion? Oder was ist das?
Gertrud: Ich bin nicht nur streng katholisch aufgewachsen, sondern habe einen Teil meiner Ausbildung auch in einem von Nonnen geführten Internat gemacht. Doch je mehr ich mein Leben in die eigenen Hände nahm, umso ferner und fremder wurden mir Kirche und Glaube. Aber, Ellen, Du weiß doch noch, daß das ein Minenfeld ist? Nichts fruchtloser und furchtbarer als religiöse Auseinandersetzungen! Deshalb soll jeder für sich seinen Glauben pflegen und andere damit in Ruhe lassen. “Privatreligion”? Ich weiß nicht. Wir schauen – und finden immer mehr. Das ist alles.
Ellen: Du klingst jetzt wie eine Liberale. Ich weiß, daß Du keine bist.
Gertrud: Kein Volk der Welt möchte, daß seine Heimat von fremdartigen Menschen überflutet und mehr und mehr bestimmt wird. Unsere deutschen Landsleute, die keine mehr sein wollen, sind die Ausnahme von der Regel. Sie sind zutiefst Verletzte. An keinem Volk der Erde wurde so ein Seelenmord verübt wie an unserem. Doch sonst versteht jeder Mensch, wenn sich gegen Fremdbestimmung oder Einmischung gewehrt wird. Dies wurde uns einmal in der Türkei bei aller Gastfreundschaft klargemacht: Wir waren bei einer befreundeten Familie. Gerade hatte wieder einmal die Armee geputscht. Entlang aller Ausfallstraßen waren Soldaten mit Sturmgewehren und aufgepflanztem Bajonett postiert oder patroullierten durch die Ortschaften. Die Stimmung war beklemmend. Unsere Gastgeber fluchten darüber. Als wir äußerten, daß wir das Verhalten des Militärs auch scheiße fänden, freute man sich nicht über unsere Zustimmung, im Gegenteil: Es herrschte einige Augenblicke lang eine eisige Stille. Dann sagte einer freundlich, doch bestimmt: “Ihr seid unsere Gäste, aber das geht Euch nichts an. Wir schimpfen auf die Regierung. Ihr habt kein Recht dazu.” Dann lachte er, es wurde Tee nachgeschenkt und die Mienen hellten sich wieder auf.
“Dies ist unser Land, Ihr habt Eures! Wir wollen nicht, daß Ihr in Massen hierherkommt – genausowenig, wie Ihr wollt, daß wir uns bei Euch reinhängen!” Das ist eine klare Ansage, die jeder nachvollziehen kann. Aber sage ein Wort gegen Gott und Du schaffst Dir einen erbitterten Feind. Der alleinige Gott ist nicht verhandelbar.
Ellen: Und das findest Du stark und bewundernswert?
Gertrud: Nein, das ist etwas, was mich am Islam abstößt: Seine Unerbittlichkeit gegen die Nicht-Buchreligionen, also jedes Heidentum. Wobei noch zu fragen wäre, ob das germanische Heidentum wirklich so ohne schriftliche Zeugnisse ist wie behauptet: Warum hat Karl ‘der Große´ – für uns „der Schlächter“ – bei Androhung der Todesstrafe denn die Aufbewahrung heidnischer Schriften verboten, und was hat sein Sohn Ludwig der Fromme später verbrannt?
Wären 2015 Skandinavier, Balten, Niederländer oder was weiß ich was für Nachbarn zu uns hereingeströmt, hätte es, auch wenn sie Moslems gewesen wären, keine solche Verwerfungen in Deutschland gegeben, wie wir sie seitdem erdulden.
Aber das ist ja wirklichkeitsfern, weil der Islam mit seiner unbedingten Ergebenheitsforderung zu uns Europäern überhaupt nicht paßt. Im Ursprungsland des Islam, in Arabien ist die Sonne heiß, grausam, unerbittlich. Sie verzeiht keinen Fehler. Wenn sie über dem Wüstenrand aufgeht und vom Minarett der Ruf ‘Gott ist groß´ ertönt, durchschauert es einen.
Aber hier, im “Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen” ist die Sonne mild, lebensspendend, freundlich und die Natur voller Geister, Götter, Kobolde, Zwerge, Nöcken, Nymphen und Elfen. Auch das Christentum konnte hier – mit aller Gewalt – nur Erfolg haben, weil es von artverwandten Missionaren gepredigt wurde und vieles aus dem Heidentum übernahm. Ich halte es deshalb auch für falsch, von Islamisierung zu sprechen. Wir haben eine Christianisierung gehabt. Jetzt haben wir eine Überfremdung. Die ist unser Problem!
Ellen: Also, trotz Eurer (zeitweisen) Hingezogenheit zum Orient findest Du nicht, daß wir „mehr von dem“ bräuchten, mehr, nunja, „Buntheit“? Ich weiß es ja, möchte es aber klargestellt wissen…
Gertrud: Was Europa so großartig macht, ist, daß es trotz seiner Kleinheit so viel wunderbar Verschiedenes an Musik, Literatur, Kunst und Philosophie hervorgebracht hat: Wir Europäer wollten immer, egal wie klein wir als Völker sind, ‘wir selbst´ sein. Deshalb waren wir stets auch allergisch gegen alle Vormachtbestrebungen. Man mag das mit einigem Recht Zerstrittenheit und damit Schwäche nennen, aber in Wirklichkeit ist diese Verschiedenheit unsere Stärke. Was wir schaffen müßten, wäre der Zusammenhalt gegen alle Versuche der Vereinheitlichung. Was übrigens für alle Völker der Welt gilt. Masseneinwanderung zieht Verdrängung und Entrechtung der alteingesessenen Völker nach sich und Barbarisierung der Einwanderer durch Entwurzelung. Alle verlieren dabei!
Ellen: Und woher dann, ohne Religion, Euer Lebensmut? Ihr seid zu großen Teilen Selbstversorger, ja. Ihr feiert regelmäßig rauschende Feste, ja. Aber was gibt letztlich den Halt?
Gertrud: Wir leben wirklich von und aus unserer Erde. Und wir feiern mit viel Gesang und Tanz, aber auch Einkehr. Übrigens etwas, was wir bei vielen rechten Landsleuten schmerzlich vermissen: Es wird erbittert geschimpft und leidenschaftlich debattiert, aber das Deutschsein viel zu wenig gelebt und gefeiert. Und ja, wir haben einiges –vieles – an Wunderbarem erlebt. Aber wir können nicht auf Wunder bauen, nur auf unsere Kraft und unser Geschick. Du weißt, daß uns auch wirklich Schlimmes, im wahren Sinne des Wortes Trostloses widerfahren ist. Eine Versicherung gegen das Scheitern, gegen Not, Krankheit und Tod gibt es nicht. Es gibt nur die Forderung an sich selbst, auch dann gerade und aufrecht zu bleiben.
Ich bin ebenfalls dankbar für das Geschenk eines jeden Tages! Wem? Ich ahne, daß etwas Heiliges in der Welt ist. Wir sind Heiden, aber das heißt nicht, daß wir statt Gott oder Allah Odin, Holle, Thor, Loki oder Freya anbeten. Während das Christentum und der Islam Bekenntnisreligionen sind, ist das Heidentum eine Erfahrungsreligion: Jeder, der nicht ganz stumpf ist, spürt die Geistigkeit der Welt, die sich unseren Sinnen zeigt – ob beim Anblick eines Baumes, eines Felsens, eines Flusses, der See, einer Landschaft, einer Blume, der Schönheit überhaupt. Im Werden des Lebens, aber auch in ihren zerstörerischen Gewalten offenbaren sich die Natur- und Geisteskräfte, die uns umgeben. Die genannten und andere Götter sind ja nur Namen für das, was da wirkt. Über dieser Götterwelt scheint wohl noch etwas zu sein, alles umfangend und durchdringend. Aber es ist so rätselhaft, unfaßbar, unnennbar, mit einem Wort übermenschlich, daß jede Zuschreibung es vermenschlichen, also herunterziehen würde. Also maßen wir uns nicht an, darüber irgendetwas zu sagen. Da wir ins Leben gesetzt sind (wer weiß, vielleicht wollten wir das ja?), sollten wir es annehmen, hegen, weitergeben und daran wachsen. Im Menschen wird sich die Schöpfung ihrer selbst bewußt. All das – trotz allem! – Wunderbare zu sehen und zu trinken wie Wein oder klares Wasser, das gibt den Halt. Manchmal ist das Leben Mühsal, und wir Abendländer neigen zur Schwermut. Aber es ist eben auch eine Lust und wir haben immer noch, obwohl wir nun schon alt sind, einen Heidenspaß daran.
Ellen: Heidenspaß ist jedenfalls ein schönes deutsches Wort. Gertrud, danke für das Gespräch!
Franz Bettinger
Ich fand immer Eltern toll - & ich traf einige davon - die mit ihren Kindern vom Baby bis zum 11-Jährigen durch die Welt reisten. Erstens weil ich selbst gerne (lange) verreiste. Zweitens weil ich Ausreden widerlegt sehen wollte, Monate- und Jahre-lange Fernreisen und Kinder Managen schlössen sich aus. Allein die Schulpflicht blabla. Ich sah solche Familien in VW-Bussen, auf Motorrädern und auf Segelbooten; einmal auch als christliche Missionare, die in Indonesien, dann in NZ Station machten. Immer erfuhr ich dieselbe Geschichte: Die Kinder fühlten sich wohl, gediehen großartig und lernten Vieles und vor allem viel Praktisches, was sie "zuhause" nie lernen würden. Die so reisten, sahen nicht unbedingt reich aus, nur abenteuerlich. Fazit: Es lassen sich Sachen kombinieren, auch wenn viele davon abraten. Folgt euren Träumen!