Schwul

von Wiggo Mann -- Grund für das Scheitern unserer westlichen Hochkultur ist nicht, daß sie verweiblicht, sondern, daß sie verschwult – sagt jedenfalls Milo Yiannopoulos.

Der bri­ti­sche Homo­se­xu­el­le und ehe­ma­li­ge Cam­bridge-Stu­dent galt 2016 im Vor­feld der Trump-Kam­pa­gne als einer der elo­quen­tes­ten jun­gen Befür­wor­ter einer rech­ten Zei­ten­wen­de in den USA.

Sei­ne Vor­trags-Tour mit dem Titel „Dan­ge­rous Fag­got“ (Gefähr­li­che Schwuch­tel) an den ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten wir­bel­te das Koor­di­na­ten­sys­tem der US-Kon­ser­va­ti­ven damals schwer durcheinander.

Sein im Selbst­ver­lag erschie­ne­nes Buch Dan­ge­rous ver­kauf­te sich in der Erst­auf­la­ge angeb­lich mehr als 100.000 Mal, wäh­rend die durch­schnitt­li­chen Zah­len für Hard­co­ver Non-Fic­tion in der Top 3 der NYT-Best­sel­ler­lis­te übli­cher­wei­se bei bes­ten­falls 50.000 Exem­pla­ren lie­gen. Gleich­zei­tig ver­öf­fent­lich­te er als Tech Edi­tor regel­mä­ßig Tex­te auf dem Online-Nach­rich­ten­ka­nal Breitbart.

Milo warn­te vor 10 Jah­ren davor, daß Deutsch­land die „Ver­ge­wal­ti­gungs­zen­tra­le Euro­pas“ wer­de. Nach dem Ter­ror­an­schlag des IS auf den schwu­len Nacht­club „Pul­se“ in Orlan­do mit 49 Toten und 53 Ver­letz­ten leg­te sich Milo wäh­rend einer New Yor­ker Per­for­mance-Akti­on in eine Bade­wan­ne vol­ler Schwei­ne­blut. Es sei ein Sym­bol für das Blut „unschul­di­ger Men­schen, die von ille­ga­len Ein­wan­de­rern getö­tet werden“.

Der Erfolg bei jun­gen Leu­te war ver­blüf­fend. Dem lin­ken Estab­lish­ment wur­de klar: Der Mann muß gestoppt wer­den. Man such­te nach dem Übli­chen. Steu­er­ver­ge­hen oder Kin­der­sex – und wur­de bei Letz­te­rem fündig.

In einem Video­in­ter­view plau­der­te sich der hyper­ak­ti­ve Schnell­red­ner Milo in eine gefähr­li­che Ecke. Die nach­sich­ti­ge „Romeo-und-Julia-Regel“ (clo­se-in-age-excep­ti­on), wel­che Bezie­hun­gen bei gering­fü­gi­gem Alters­un­ter­schied mit Min­der­jäh­ri­gen in vie­len Bun­des­staa­ten der USA unter bestimm­ten Umstän­den etwas kulan­ter behan­delt, woll­te er auch im Bereich der Homo­se­xua­li­tät diskutieren.

Aber nach brei­ter Streu­ung des Clips war nichts mehr zu ret­ten. Auch nicht mit der offe­nen und schnel­len Entschuldigung

I do not sup­port pedo­phi­lia. Peri­od. It is a vile and dis­gus­ting crime. I agree with the cur­rent age of consent.

Job weg, Buch­ver­trag weg, Vor­trags-Tour weg. Gecan­celt.

Milo Yiann­o­pou­los zog sich zurück, um zu grü­beln und eini­ge Jah­re spä­ter mit neu­er Agen­da auf­zu­tau­chen: „Nobo­dy is gay“. Schwul­sein ist eine Kon­di­tio­nie­rung, sagt er jetzt. Das kön­ne man in vie­len Fäl­len mit einer Kon­ver­si­ons­the­ra­pie abtrai­nie­ren wie eine Sucht. Milo hat es gemacht. Sein neu­es Buch „Ex Gay“ steht kurz vor der Ver­öf­fent­li­chung. Mal sehen, ob sich auch ein deut­scher Ver­lag traut, die Rech­te zu sichern. „Umstrit­ten“ wäre noch das vor­sich­tigs­te Adjek­tiv für die Thematik.

Ob Kon­ver­si­on funk­tio­niert, wird wis­sen­schaft­lich breit dis­ku­tiert und – zumin­dest gemäß bis­lang ver­öf­fent­lich­ter aka­de­mi­scher Sicht – mehr­heit­lich ver­neint. Schwul ist man, weil es haupt­säch­lich in den Genen liegt. Bas­ta. Dazu gibt es inter­es­san­te Ansät­ze, die sich bemü­hen, Evo­lu­ti­ons­theo­rie und Homo­se­xua­li­tät unter einen Hut zu brin­gen. Denn das Über­le­ben einer Unfä­hig­keit zur Repro­duk­ti­on gilt als Dar­wi­nis­ti­sches Paradoxon.

Eine The­se dazu ist die „Balan­cie­ren­de Selek­ti­on“. In einer Popu­la­ti­on kann ein gene­ti­scher Fak­tor erhal­ten blei­ben, obwohl er bei einem Teil der Trä­ger mit Nach­tei­len ver­bun­den ist, wenn er im Bevöl­ke­rungs­durch­schnitt Vor­tei­le bringt.

Die Wis­sen­schaft bezieht die­se Idee zum Bei­spiel auf das soge­nann­te Sichel­zell-Gen, wel­ches in Mala­ria-Gebie­ten unver­än­dert wei­ter­ge­tra­gen wird. Zwei Kopien des Gens kön­nen eine schwe­re Erkran­kung aus­lö­sen, aber eine Kopie schützt vor Malaria.

Über­tra­gen auf Homo­se­xua­li­tät bedeu­tet es, daß even­tu­ell betei­lig­te gene­ti­sche Vari­an­ten bei den meis­ten Trä­gern Merk­ma­le wie Frucht­bar­keit, Attrak­ti­vi­tät oder sozia­le Fähig­kei­ten erhö­hen. In sel­te­nen Fäl­len tra­gen sie zu einer homo­se­xu­el­len Ori­en­tie­rung bei.

Zwei­te The­se ist die „Ant­ago­nis­ti­sche Selek­ti­on“, wonach die­sel­be Gen-Kom­bi­na­ti­on bei Män­nern nach­tei­lig, bei Frau­en aber vor­teil­haft sein kann (oder umgekehrt).

Ange­nom­men, ein Fak­tor bewirkt bei Män­nern eine etwas höhe­re Wahr­schein­lich­keit homo­se­xu­el­ler Ori­en­tie­rung und dadurch im Durch­schnitt weni­ger eige­ne Kin­der, bei Frau­en aller­dings höhe­re Frucht­bar­keit, dann bleibt der Fak­tor womög­lich über lan­ge Zeit im Gen­pool.

Geht’s etwas genau­er? Erstaun­li­cher­wei­se nicht. Wir wis­sen zwar, daß blaue Augen ins­be­son­de­re in der HER­C2/O­CA2-Regi­on auf Chro­mo­som 15 loka­li­siert sind, aber wie Homo­se­xua­li­tät ent­steht, ist wei­ter unklar. Man wun­dert sich also über den Zick­zack-Kurs des deut­schen Staa­tes. Wenn Homo­se­xua­li­tät eine gene­ti­sche Prä­gung ist, dann erscheint die aus der NS-Zeit über­nom­me­ne Geset­zes­la­ge der Nach­kriegs­zeit gera­de­zu bestialisch.

Gün­ther und Oskar aus Ham­burg wur­den 1952/53 wegen „gleich­ge­schlecht­li­cher Unzucht“ ver­ur­teilt und woll­ten mit Ver­fas­sungs­be­schwer­de die Nich­tig­keit des ein­schlä­gi­gen §175 fest­stel­len las­sen. Der ers­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts lehn­te ab (Az. 1 BvR 550/52). Die Tor­tur ging wei­ter. Aller­dings mit einer gro­ßen Aus­nah­me: Bei Les­ben ist es egal. Ent­schei­dend war näm­lich laut obers­tem deut­schen Gericht,

…ob es sich von den bio­lo­gi­schen Ver­schie­den­hei­ten her bei der männ­li­chen und der weib­li­chen Homo­se­xua­li­tät um ver­schie­de­ne Tat­be­stän­de han­delt. Hier­von ist das Gericht auf Grund des Gesamt­ergeb­nis­ses der Beweis­auf­nah­me über­zeugt. Daher kann der Ver­fas­sungs­satz von der Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlech­ter hier kei­ne Anwen­dung finden.

Glück gehabt, Mädels. Doch kei­ne Gleich­be­rech­ti­gung. Das liegt dar­an, daß

…die Eigen­art der Frau als weib­li­ches Geschlechts­we­sen und die Eigen­art des Man­nes als männ­li­ches Geschlechts­we­sen den Tat­be­stand so wesent­lich und so ent­schei­dend ver­schie­den prä­gen, daß das ver­gleich­ba­re Ele­ment (…) zurück­tritt und les­bi­sche Lie­be und männ­li­che Homo­se­xua­li­tät im Rechts­sin­ne als nicht ver­gleich­ba­re Tat­be­stän­de erscheinen.

Man muß es den jün­ge­ren Gene­ra­tio­nen immer mal wie­der erläu­tern. Straf­bar­keit für Homo­se­xua­li­tät galt nur für Män­ner. Und zwar unter bestimm­ten Umstän­den bis zum 11. Juni 1994. Schwu­le Bezie­hun­gen waren in unse­rem „Rechts­staat“ bis kurz vor der Jahr­tau­send­wen­de gefähr­det, wenn einer der Betei­lig­ten noch nicht 18 war.

Schwu­le sind eine wun­der­ba­re Norm-Abwei­chung. Das ist unab­hän­gig vom Ursprung der Abwei­chung abso­lut kein Grund für Stolz („Pri­de“) der Betrof­fe­nen. Aber was auch immer die­se Mani­fes­ta­ti­on an posi­ti­ver Berei­che­rung bie­tet, soll­ten wir als Gesell­schaft anneh­men, wie ande­re Norm-Abwei­chun­gen, die den Stan­dard durch­bre­chen und neue Sicht­wei­sen ermöglichen.

Gera­de im Bereich krea­ti­ver Tätig­kei­ten kön­nen Schwu­le Erstaun­li­ches bewir­ken. Nicht ver­all­ge­mei­nernd, aber doch in Rela­ti­on auf­fal­lend häu­fi­ger, als sta­tis­tisch erwart­bar? Chris­ti­an Dior und Tom Ford. Peter Saville und Jop van Ben­ne­kom. Um nur mal die Berei­che Mode und Design zu streifen.

Aber wie so vie­les im Leben hat Homo­se­xua­li­tät zwei Sei­ten. Beson­de­re Gene­tik (oder doch Kon­di­tio­nie­rung?) pri­vi­le­giert nicht nur, son­dern setzt auch Gren­zen. Schon die staat­li­chen Ent­schei­dun­gen zu gleich­ge­schlecht­li­cher Ehe wur­den und wer­den des­halb in nicht uner­heb­li­chen Tei­len der Bevöl­ke­rung wei­ter­hin skep­tisch gese­hen. Wenn­gleich hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand.

Noch dra­ma­ti­scher wird es in der Dis­kus­si­on, wenn Schwu­le durch die gesell­schaft­li­che Auf­wei­chung des Fami­li­en­be­griffs Ansprü­che zu Kin­dern stel­len kön­nen. Die Kri­tik erklingt dann nicht mehr nur hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand – wie das aktu­el­le State­ment des Bischofs von Pas­sau ver­deut­licht, der unter dem Titel „Ware gegen Wür­de“ klug und emo­tio­nal verdeutlicht:

Die ein­zig­ar­ti­ge Bezie­hung von Mut­ter und Kind bewirkt eine tief gehen­de Prä­gung und auch Vor­aus­set­zung für das kom­men­de Leben. (…) Unse­re Tra­di­ti­on sagt, die Gemein­schaft von Mann und Frau, den jun­gen Eltern, ist ein Ute­rus Spi­ri­tua­lis. (…) Ich bin über­zeugt, dass jedes Kind vor allen ande­ren Rech­ten zunächst ein Recht auf sei­ne natür­li­chen Eltern hat. Und zwar viel mehr, als dass poten­ti­el­le Eltern ein Recht hät­ten, sich ein Kind anzuschaffen.

Die Geschich­te der homo­se­xu­el­len Män­ner in Deutsch­land und die Ver­schmel­zung ihrer Inter­es­sen mit belie­bi­gen sexu­el­len Abgrün­den in einem wir­ren Akro­nym hat über die letz­ten 30 Jah­re eine Eigen­dy­na­mik bekom­men, die erschüttert.

Die Chro­no­lo­gie ver­läuft von einem sinn­vol­len, ja huma­nis­tisch über­fäl­li­gen Rück­zug des Staa­tes aus dem Pri­vat­le­ben zu einem Inkre­men­ta­lis­mus, der mög­li­cher­wei­se schon seit Län­ge­rem das unter­läuft, was Tei­le der Gesell­schaft zu akzep­tie­ren bereit sind, aber aus Kon­flikt­scheu und falsch ver­stan­de­ner Kon­zi­li­anz nicht ansprechen.

Milo Yiann­o­pou­los hat­te kei­ne Lust mehr, „gay“ zu sein. Er ver­ab­scheu­te die eska­lie­ren­de Pro­mis­kui­tät und sucht­haf­ten Abgrün­de sei­ner ganz per­sön­li­chen Erleb­nis­se. Er hat sich einer Kon­ver­si­ons­the­ra­pie unter­zo­gen. Das wäre in Deutsch­land nicht mög­lich gewe­sen. Eine Kon­ver­si­ons­the­ra­pie ist in Deutsch­land vom Gesetz­ge­ber nicht gewollt. Von der Öffent­lich­keit wenig beach­tet, wur­de im Juni 2020 ein Kon­ver­si­ons­be­hand­lungs­schutz­ge­setz (KonvBehSchG) beschlos­sen und mit exakt sie­ben dürf­ti­gen Para­gra­phen ausgefertigt.

Seit­dem gilt der juris­ti­sche Trick: Selbst wenn ein erwach­se­ner Mann gern den Ver­such machen möch­te, sei­ne Homo­se­xua­li­tät hin­ter sich zu las­sen, wird es prak­tisch unmög­lich, weil Bewer­bung und Ange­bot einer sol­chen Behand­lung mit Buß­gel­dern bis zu 30.000 Euro geahn­det wer­den kann.

Der Staat läßt kei­ne per­sön­li­che Ent­schei­dungs­frei­heit für the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men, wenn Schwu­le unter ihrer Homo­se­xua­li­tät leiden:

Wir wol­len soge­nann­te Kon­ver­si­ons­the­ra­pien soweit wie mög­lich ver­bie­ten. Wo sie durch­ge­führt wer­den, ent­steht oft schwe­res kör­per­li­ches und see­li­sches Leid.

Zäh­ne zusam­men­bei­ßen und wei­ter Schwul­sein. Egal was kommt. Das sei „auch ein wich­ti­ges gesell­schaft­li­ches Zei­chen an alle, die mit ihrer Homo­se­xua­li­tät hadern“, konn­te man damals in der Pres­se­er­klä­rung zum Gesetz nachlesen.

Nun wun­dert man sich bei der deut­schen Legis­la­ti­ve ohne­hin kaum mehr über Aus­wüch­se im Bereich der Frei­heits-Ein­schrän­kung. Schon gar nicht, wenn die Regie­rungs­chefin zu die­ser Zeit Mer­kel hieß und ein Gesetz im Jahr 2020, also in hek­ti­schen Coro­na-Zei­ten kurz vor der par­la­men­ta­ri­schen Som­mer­pau­se durch­ge­wun­ken wurde.

Inter­es­sant mag hier nur ein klei­nes Detail sein. Im Fall des Geset­zes zum Schutz vor Kon­ver­si­ons­be­hand­lun­gen wur­de der Refe­ren­ten­ent­wurf sei­ner­zeit feder­füh­rend vom Minis­te­ri­um für Gesund­heit vor­be­rei­tet. Lei­tung: Jens Spahn.

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Kommentare (28)

das kapital

20. Juli 2026 16:16

Ist Schwulsein ein "Gendefekt". Nur eine Frage, und schon wird das Eis dünn. Das Menschsein kennt 2 Geschlechter, die von biologischer Bedeutung für die Zukunft der Menschheit sind. Alles andere ist nichtiges Gewäsch der Gestörten, mit dem ich mich nicht tiefer beschäftigen möchte. Wenn sich Männer wie Männer verhalten und Frauen sich wie Frauen verhalten, hat Deutschland eine gute Zukunft. Sonst nicht. Und besonders anmaßend: Frauen sind (noch mehr als Männer) in der biologischen Pflicht, Kinder in die Welt zu setzen, ihnen ein gutes Umfeld zu schaffen und aus ihnen glückliche und erfolgreiche Erwachsene zu machen. Männer können da nicht vollständig liefern, egal wie sehr auch an ihnen rumgeschnippelt wird, wie sehr sie chemotherapiert und umerzogen werden. Nicht das Mannsein ist toxisch, sondern die Angriffe auf das althergebrachte Geschlechtermodell. Respektvoller Umgang der Geschlechter ist unverzichtbar. Islamismus ist toxische Männlichkeit. Der durchschnittlich geistig kastrierte Mitteleuropäer nicht. Wenn ein Mann einen Mann liebt, dann soll er ihn lieben, wenn er ihn liebt. Er soll aber nicht versuchen, sein Leben wider die Natur zum Maßstab für die Zukunft dieses Landes zu machen.

Maiordomus

20. Juli 2026 16:23

Den Satz von "Verschwult-Sein" als nicht primäres aber mitlaufendes Symptom der Dekadenz der Zeit schrieb mir sinngemäss vor 44 Jahren ein damals bedeutender Schriftsteller aus New York, der Schwulsein ästhtetisch zwar als durchaus faszinierend empfand. Das mit den Konversionstherapien würde ich nicht überbetonen. Falls diese sinnvoll sind, so mutmasslich bei Bisexuellen, die wegen ihrer schwulen Abenteuer die Ehegattin nicht mit Geschlechtskrankheiten anstecken wollen. Dann und wann hängt die Frage, ob man schwul praktiziere, davon ab, welche Person man erotisch primär faszinierend finde. Was Dutzende v. Typologien betrifft, sei an Karl Heinrich Ulrichs erinnert, der zu diesem Thema längst so kompetent war wie Marx/Engels betr. Klassenkampf, obwohl er von beiden grässlich homophob verspottet wurde. Engels konnte sich damals nicht vorstellen, dass ausser dem Proletariat auch die "Mannliebenden" nach Befreiung ächzen. Ulrichs, brillanter Jurist und Redaktor einer lateinischen Zeitschrift, gehörte zu den gebildetsten Deutschen des 19. Jahrhunderts, übertraf wohl an geistigem u. ethischem Format die gegenwärtige "Woke"-Generation. Im päpstlichen Rom fühlte er sich weniger verfolgt als in Preussen.  

Ein gebuertiger Hesse

20. Juli 2026 16:33

Super Artikel zur Stunde, danke, Herr Mann!
 

Majestyk

20. Juli 2026 16:42

Ich persönlich vermute ja, daß die "Verschwulung" auch durch endokrine Disruptoren und Prägungen stattfindet. Man sollte sich vielleicht auch mal mit dem Rückgang des durchschnittlichen Testosteronspiegels seit den 1950ern beschäftigen, aber Männlichkeit ist ja out. Die Zunahme von Alleinerziehenden, fehlende Rollenvorbilder bzw. deren Diffamierung dürften ein Übriges tun. 
Ob Konversionstherapien sinnvoll sind, kann ich nicht beurteilen. Habe prinzipiell aber auch nichts gegen Schwule oder deren Zusammenleben, Kindesmißbrauch gibt es nicht nur bei Schwulen. Es gibt einen Kulturkreis, da ist es nicht unüblich Minderjährige zu ehelichen. Was mich stört, sind die Politisierung der Sexualität und Kritikverbote. Die Ehe für alle ist natürlich ein Irrweg, aber die Ehe als Institution wurde doch schon vorher ausgehöhlt. Da kommt man doch leichter raus als aus einem Mobilfunkvertrag. Auch hier hat die BRD von der DDR gelernt, die kannte aber wenigstens keinen nachehelichen Unterhalt oder Versorgungsausgleich. Selbst das aktuelle Thema bezüglich Leihmutterschaft sehe ich nicht unter dem Gesichtspunkt, daß Jens Spahn schwul ist. Für mich ist Leihmutterschaft oder das ganze internationale Adoptionsgeschäft nichts anderes als Menschenhandel. 
Dass die AfD diesbezüglich einen Weg zurück findet, daran glaube ich nicht. Nicht bei der Vorsitzenden und nicht beim Willen der AfD wirklich jeden als Wähler erreichen zu wollen. Man wird sich wohl am Schwulsein der Republik gewöhnen müssen. 

Boreas

20. Juli 2026 17:43

Zu diesem Thema hat sich der Philosoph Günther Zieschong erschöpfend geäußert:
https://youtu.be/ZBAO3W1CcrI?si=HvLYhdXDuPJVYCLZ

ede

20. Juli 2026 17:49

Das die Gesellschaft "verschwult", das aber als Verweiblichung wahrgenommen wird, klingt jedenfalls nicht abwegig.
Wenn es, beispielsweise, um den Islam geht, finde ich es befremdlich, wenn immer wieder von Inkompatilität mit unserer Kultur die Rede ist, und dann als Begründung irgendwelche Koran Suren mit finsterer Sorgenmine zitiert werden.
Wir sind das Problem!
Was kümmert uns der Islam, wenn wir wie Männer denken, handeln und wählen würden?
Ich denke im Übrigen, dass Homosexualität nicht monokausal ist, also weder eindeutig genetisch oder kulturell bedingt ist. 
Genauso wenig wie ich an eine eindeutige Zuordenbarkeit schwul-nicht schwul glaube. Das würde jeder Lebenserfahrung widersprechen. Jeder kennt schwule/halbschwule  Ehemänner, die vermutlich Väter eigener Kinder sind.
Das das "Problem", besser gesagt Phänomen, schon sehr alt ist, sieht man an Bibel und Koran. 
 

Hesperiolus

20. Juli 2026 20:17

Schwulereien, Urningereien, sind mir als Unbetroffenen persönlich egal, da werfe ich keinen Stein, jedoch frage ich mit adult-ludendorffendem Bi-Krahl (dessen kaum rezipierter lemmatischer Skizze) geistesgeschichtlich nach Dedukationen. Im klerikalen Pinochet-Umfeld genauso wie im neoliberalen: Westerwelle, Spahn, Weidel, Thiel. Hieran wäre detoxierend ideo – und physio-kritisch zu arbeiten. 

Christa

20. Juli 2026 21:09

Eigentlich wollte ich mich zu diesem Beitrag nicht äußern. Doch erstaunt es mich  schon dass in diesem Forum über Gendefekte  fabuliert wird, anstatt über die moralische Verkommenheit und Gottlosigkeit eines Jens Spahns und eines Hendrik Streeks. Mit Frauen wollen die keinen Sex haben aber Kinder können diese in den USA kaufen. Schlimmer als Epstein. Eigentlich gutes Potenzial für antisemitische Erzählungen.
WO bleibt der Aufschrei?! Die können so schwul sein, wie sie wollen. Aber dass diese korrupten Politiker sogar Kinder kaufen können und eben diese Leute in Deutschland das unter gesetzliche Strafe stellen (Leihmütter), ist das Schäbigste, was ein Politiker nur tun kann. Nur der Bosbach hat den Mut, das zu verurteilen. 
 
 

Kositza: Der Aufschrei war wirklich unüberhörbar,und zwar auf allen Kanälen. Gut! Leben Sie (apropos Social Media) so abgeschottet, daß Sie allein Bosbach hörten??

Maiordomus

20. Juli 2026 21:18

@Hesperiolus. Sie schreiben von "Urningereien". Das geht in Richtung Ulrichs, der die Theorie von einer grösseren Anzahl von Neigungen, die er keineswegs mit "Geschlechtern" gleichsetzt, so eingeteilt hat mit dem Hauptanliegen, die damalige gesellschaftliche Verachtung bei ihm vor allem der "Mannliebenden" einzudämmen, nachdem etwa Reden von ihm am deutschen Juristenkongress noch zusammengeschrien worden waren. Im übrigen fällt mir hier auf, dass die hier Beteiligten sicher nicht als homophob abgetan werden können, wiewohl natürlich schon Gedanken über die Sinngebung der Ehe aus staatlicher Sicht klar auf die zweigeschlechtliche Fortpflanzung und die Familie abzielen. Dies gilt indes heute längst als "homophob". Daneben finde ich jedoch, das Privatleben der Frau Weidel für ihre Position in der Partei zu problematisieren, sofern sie nie und so weit ich sehe in keiner Weise die Partei als ihre Interessenvertreterin zu instrumentalisieren trachtet, gerade hier auf strenge Trennung von Politik u. Privatem pocht. Sie hat sich nie so auf die Äste rausgelassen wie Spahn.   

RMH

20. Juli 2026 22:05

Ich hatte früher immer den Eindruck, dass schwule Menschen ihren eigenen Lebenstil haben & eben nicht wie "spießige" Hetero-Sexuelle leben wollen. Offenbar irrte ich & es gibt etliche, welche den klassischen hetero- Lebenstil mit Monogamie, Kindern, Familie nachahmen wollen. Ich denke aber nach wie vor, dass sie nicht die Mehrheit der Homosexuellen sind. Diese "schweigt" & lebt einfach ihr Leben (& wiederum die Meisten davon gehen niemanden mit Politik-Gedöns & Diskriminieruns-Opfer-Geschrei auf den Sack).
Leihmutterschaft halte ich für falsch (unabhängig davon, ob das "Empfangende" Paar hetero oder "homo" ist). Ebenso war ich immer ein Gegner von Samenspenden (da sehe ich im Wesentlichen die Rechte der Kinder für beschränkt). Da ich genug "Lesben" in meinem Leben kennengelernt habe, weiß ich aber auch, dass dort dann durchaus auch zum Sex mit einem Mann geschritten wird, um das "Ziel" zu erreichen. 
Insgesamt: Man hätte keine "Ehe für Alle" gebraucht, um das Bedürfnis von Homosexuellen Paaren nach rechtlicher Absicherung zu stillen können (Ausbau der Partnerschaftsregelungen). Das Homosexuelle meinen, einen auf Familie mit Kindern machen zu müssen, widerspricht aus meiner Sicht dem Kern der Homosexualität.

Martha

20. Juli 2026 22:29

Die These von der angelblich überdurchschnittlichen Kreativität von Schwulen hätte ich gerne mit Fakten untermauert. Ansonsten wäre es ein Märchen, das dazu beiträgt, das biologische Problem zu verharmlosen. Ein Problem ist es insofern, als Schwule überwiegend für die Reproduktion wegfallen.

Christa

20. Juli 2026 22:56

@Kositza: In den Medien wurde sich aufgrund anderer Umstände empört - Spahns Vorgeschichte und sein negatives Verhältnis zu Merz standen da im Vordergrund und nicht umbedingt seine Gottlosigkeit. Hat es eine große Welle gegeben zu Hendrik Streeck? Nein, das wurde kaum thematisiert. 

Ordoliberal

20. Juli 2026 23:19

"... lesbische Liebe und männliche Homosexualität [erscheinen] im Rechtssinne als nicht vergleichbare Tatbestände..." Bundesverfassungsgericht
"Liberal bedeutet im liberalen Sinne nicht immer liberal." Loriot.
Die Juristerei war immer, ist noch und wird immer sein: Ein Witz.

Franz Bettinger

20. Juli 2026 23:23

@Majestyk schreibt "Ich vermute, dass die Verschwulung auch durch endokrine Disruptoren und Prägungen stattfindet.“ So habe ich das 1976 auf der UCL (Löwen / Brüssel) gelernt. Wenn ich mich recht erinnere, kann man im Tierexperiment by Änderung des Testosteron-Spiegels in 1 ganz bestimmten Phase der Embryogenese regelmäßig Homosexualität erzeugen.
@Hesperiolus, ehrfürchtig gefragt was glauben Sie, wie viele (außer @MD) auf SiN ihre Sprache verstehen? Wer waren Sie vor jetziger Inkarnation? 
@Christa: Dem Kindchen von Jens Spahn wird es zumindest finanziell großartig gehen. Wer also hat einen Schaden? Spahn hat sich kein Kind gekauft (das wäre ja Adoption; auch nicht das Schlechteste), sondern sich selbst (wie ein ganz normaler Vater) fortpflanzen wollen und es auch getan; nur dass er nicht mit der Leihmutter kopuliert hat. Ich verstehe die ganze Aufregung über den biolog. Aspekt nicht. Dass Spahn Betrüger +Heuchler ist, geschenkt! Seltsam: alle Schwule, die ich kenne, sind großartige, höchst interessante Menschen. Kann Zufall sein. (Nur zur Klarstellung: Ich stehe total auf Frauen, bin homophob und bekennender Sexist.) Interessieren würde mich, nach welchen Kriterien Spahn die Leihmutter seines ! Kindes auswählte (Schönheit, Gesundheit, IQ, Multipara?). Gibt's Kataloge dafür? Bei einer Gage von > 150.000 USD wäre das nicht zu viel verlangt. 

MarkusMagnus

20. Juli 2026 23:27

Weder verweiblicht noch verschwult.
Eher verdummt. Volksverblödung halt..
Schuld sind die Massenverdummungswaffen namens GEZ-Medien.

Laurenz

20. Juli 2026 23:36

Fand den WM-Artikel interessant, weil er ein paar neue Informationen generierte, die mir so noch nicht bekannt waren. Weiterbringen tut uns der Artikel allerdings nicht. Nachdem ich Milo Yiannopoulos in der Suchmaschine recherchierte, hatte ich eher das Gefühl, daß Yiannopoulos einen Weg sucht, Aufmerksamkeit, also Klickzahlen zu generieren. Der Begriff "Verschwulung" ist auch ein tatsächlicher Mißgriff, in normalem Deutsch ein Fehler. Wenn, hätte WM von "Vertuntung" schreiben müssen. Die Indianer Nordamerikas bezeichneten Homosexuelle als 2-Seelen-Menschen, die besondere Jobs im Stamm bekamen, wie Medizinmann/frau oder ähnliches. In Thailand leben Schwule/Transen, was auch immer, ganz normal in ihren Familien. Normal heißt aber, die machen keinen Kack-CSD-Aufriß, der jedem Trottel zeigen soll, daß Homosexuelle nicht normal sind. Geht's noch? Um die Vertuntung nochmal von der Verschwulung zu abstrahieren. Weder Ernst Röhm, noch Friedrich Wilhelm von Steuben, noch Edward II Plantagenet von England waren verweichlichte Luschen. Anders als in Braveheart Mel Gibsons dargestellt, kämpfte Edward II in der Schlacht von Bannockburn (1314) tapfer an vorderster Front bis zur Niederlage. Man ist sich einig, daß Edward ein katastrophaler Militärtaktiker & ein schwacher Stratege war, aber ein Feigling war er gewiß nicht.

Ordoliberal

20. Juli 2026 23:51

Dass es schwule Männer gibt, ist ein Fakt, mit dem sich ein Erwachsener abfinden muss wie mit anderen Tatsachen des Lebens. Da gibt es eigentlich nichts Interessantes dazu zu sagen. Mein philosophischer Hausgott Wittgenstein war schwul. Ebenso mein Lieblingsschriftsteller Thomas Mann. Unter meinen geschätzten Kollegen dürfte jeder Vierte schwul sein. (Ich arbeite in den Medien.) Das Problem ist doch nicht, dass jemand schwul ist. Das Problem ist, dass jeder, der einer Minderheit angehört (oder eine Frau ist), neuerdings glaubt, Privilegien einfordern zu dürfen. Ein Freund meines Sohns hat zwei schwule Väter und kennt seine Mutter nicht (Leihmutter). Er tat mir unendlich Leid, als er mir das erzählt hat. Jedes Adoptivkind hat ein Problem damit, seine leiblichen Eltern nicht zu kennen. Wenn ein schwules Paar das Kind eines der beiden Partner groß zieht, kommt mir das natürlich vor, solange die leibliche Mutter bekannt ist. Wenn zwei alternde Schwule wie Spahn und sein Mann Familie spielen wollen und sich dafür ein Kind bei einer Leihmutter bestellen, packt mich der Abscheu. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich jemanden wie Spahn ohnehin zutiefst verachte.

Lady

21. Juli 2026 00:49

Homophile  haben keine Sexualität. Ihr antisexuelles Lebensmodell, das sich gegen Ehe und Familie richtet, schließt Elternschaft aus.
Homophile, die gute und bestdotierte Jobs in der Gesellschaft inne haben und  entsprechendes für ihresgleichen besorgen, gehören zu den wohlhabenden und reichen der Gesellschaft, während Mütter zu den armen und ärmsten der Gesellschaft gehören.

ede

21. Juli 2026 01:49

@Martha,
"Ich persönlich kann nicht erkennen, daß es irgendeinen Vorteil für die Nichtschwulen geben würde, dass Schule existieren".
Sehr gute Frage.
Ich sehe auch keinen, zumindest offensichtlichen Vorteil. Andererseits bin ich der festen Überzeugung das die Evolution nicht irrt. Homosexualität gab es ja auch schon in grauer Vorzeit.
Es wurde schon auf überdurchnittliche künstlerische, oder wissenschaftlichen Begabung hingewiesen. Vielleicht stimmt das aber gar nicht. Die Homosexuellen haben jedenfalls deutlich mehr Zeit außerhalb familiärer Verpflichtungen. Vermutlich sind sie deshalb auch in der Politik überdurchschnittlich präsenter und erfolgreicher. Wenn eigene Kinder versagt sind, wollen sie vielleicht auf auf andere Weise Bleibendes hinterlassen? 
Ich kenne auch Beispiele, die sich besonders aufopferungsvoll der eigenen Eltern oder von Familienmitgliedern annehmen.
Ein Gedanke: In meiner Jugend, 20 Jahre nach Ende des 2.WK, kamen schon wieder auf 100 Frauen, 103 Männer. 

RMH

21. Juli 2026 08:05

In 10 bis 15 Jahren wird es dann Kinder geben, deren Erbanlagen genetisch optimiert wurden & von einem künstlichen Uterus ausgetragen werden ("Brave new World"). Es braucht dann keine Frau als Leihmutter mehr. Evtl. der größte antifeministisches Angriff, denn es je in der Menschheit gegeben hat?
Der Homunculus aus Faust II und W.S. Maughams "Der Magier" kommt also. Das beim Buch "Der Magier" mit den Neo-Satanisten abgerechnet wurde und A. Crowley (der einen Sperma-Fetisch gehabt haben soll) als Vorbild diente, sei nur am Rande erwähnt.
Die schwulen "Eltern" sind mithin nur Avantgarde. Und Spahn ist ein talentierter Labersack, dessen moralischer Kompass im Zweifel nur in eine Richtung zeigt: "Ich". Vermutlich reüssiert er in einem halben Jahr durch Talkshows & verkauft sich als jemand, der Familie "über die Karriere" & über "persönliche Ambitionen" gestellt hat (Haha). Es ist halt immer das Gleiche: Wer Homosexuell ist und rechts oder konservativ sein will, der soll Homosexuell sein, leben, wie er will, aber die permanente, links-induzierte Auflösung der traditionellen Familie ist dann nicht sein Thema. Konservativ schwul zu sein bedeutet, sich mit dem Gegebenen abfinden, daraus Zufriedenheit entwickeln.

RMH

21. Juli 2026 08:56

Das kinderfeindliche Bild der Linken rundet die bei der Wahl zur BVerfG-Richterin gescheiterte Brosius-Gersdorf ab (Welt, Tagesspiegel, FR etc. - alle geben ihr Statement wieder, daher verlinke ich nicht). Bei ihr steht wieder einmal die vermeintlich "freie" Entscheidung der Frau im Mittelpunkt, ob sie Leihmutter sein will oder nicht. Wie bei ihrer Haltung zur Abtreibung kommen Rechte & Interessen des Kindes offenbar nicht vor oder allenfalls nur als Randnotiz. Da ist die im Artikel von W.M. zitierte kirchliche Auffassung, die ein zölibatär lebender Mann äußert, deutlich näher am Kindeswohl. Überhaupt: Eltern werden erweitert das "Ich" und "Du" zum "Wir". Eltern werden ist gerade kein reiner Egotripp, keine reine "Erfüllung eines eigenen, lang gehegten Wunsches", sondern die Schaffung neuen, menschlichen Lebens welches von Anfang an Rechte hat. Eltern zu sein bedeutet in erster Linie, Platz machen für ein neues Leben, sich einsetzen, sorgen für ein neues Leben, das Ich zurücknehmen für ein neues Leben. Wer das alles nicht kann und ein Kind nur als Zierde, Aushängeschild oder eben Erfüllung eines eigenen Wunsches sieht, der wird als Eltern dem Kind oder den Kindern nicht gerecht & für den wird die Elternschaft dann auch zur Last werden. Bei Bonzens wie Familie Spahn wird es daher sicher bald eine "Nanny", rund-um-Betreuung, KITA und Elite-Internat geben. Aber Hauptsache, man kann sich Vater nennen.

Franz Bettinger

21. Juli 2026 09:47

"Jens Spahn hat mit seinem eigenen Samen und einer ihm fremden Frau (Leihmutter) per Samen-Spende ein Kind erzeugt (das 50% Spahns Gene hat). Er hat, anders als bei normalen Verhältnissen, nur nicht mit der Mutter seines Kindes kopuliert. So hätte es sein können, und so hat sich die Affäre mir zuerst auch dargestellt. Aber die Sache lief möglicherweise anders: Es gibt keine Informationen, dass Spahn seinen eigenen Samen „gespendet“ hat, dass das Kind also genetisch von ihm (als genetischen Vater) abstammt. Die Leihmutter hätte auch den Samen eines anderen evtl. anonymen (wäre das in USA juristisch noch zulässig?) Mannes verwenden können. „Leihmutter“ bezeichnet eine Frau, die ein Kind für andere austrägt. Sie kann, muss aber nicht selbst die (genetische) Mutter dieses Kindes sein. Bei einer rein gestationellen Leihmutterschaft stammt die Eizelle von einer anderen Frau.

Waldgaenger aus Schwaben

21. Juli 2026 10:01

Ich kenne da andere Aussagen über vermutete Ursachen von  Homosexualität:  Ein falscher Hormonschwall zur falschen Zeit im Mutterleib. Jüngere Söhne, oft vierte oder fünfte, sollen öfter homosexuell sein: https://www.welt.de/wissenschaft/article171538709/Raetsel-geloest-Deshalb-sind-juengere-Soehne-oefter-homosexuell.html
Andernorts habe ich gelesen, dass eine vorhergegangene, gegengeschlechtliche Fehlgeburt das "Risiko" für Homosexualität erhöht.
Wie dem auch sei. Über den Punkt, dass homosexeulle Veranlagung irgendwie schuldhaft sei, sollten wir hinweg sein. 
Die Ehe für alle empfinde ich als Ausdruck eines übergriffigen Staates. Nicht die Natur legt fest was eine Ehe ist, eine Lebensgemeinschaft einer Frau und eines Mannes, die auch dazu eingegangen wird, um Kinder zu bekommen und groß zu ziehen, sondern der Staat maßt sich an, zu defnieren was eine Ehe ist. 
Gegen das Instrument einer auch standesamtlich "eingetragenen Partnerschaft" habe ich nichts. 
Zur Konversionstherapie: Das Verbot ist ein schwerwiegender Eingriff in das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. 

Rheinlaender

21. Juli 2026 10:02

Es gibt unterschiedliche Lebensformen, die man mit homosexuellen Neigungen verbinden kann, und die man m.E. einzeln bewerten sollte. Eine oft unsichtbare Lebensform ist z.B. die derjenigen, die diese Neigung soweit im Griff haben, dass sie ein weitgehend unbeinträchtigtes Leben führen und mit einer in gegenseitiger Treue verbundenen Frau eine Familie gründen. Eine andere ist die des kultivierten und kreativen Künstlers, der durchaus Beiträge für sein Gemeinwesen leistet. Zudem gibt es einen hypermaskulinen homosexuellen Typus, der zu verschiedenen Zeiten z.B. in den Streitkräften seine Berufung fand. Ein ganz anderer Fall ist der effeminierte, narzisstische und dekadente Typus, den Camille Paglia als prägend für die Spätphasen von Kulturen ansieht. Ein katholischer Denker, dessen  Name mir leider entfallen ist, wies übrigens darauf hin, dass liberal gestaltete Heterosexualität ihrem Wesen nach weitgehend identisch mit Homosexualität sei. Bei beiden stehe die Befriedrigung der eigenen Leidenschaft im Rahmen von nicht auf langfristige Bindung oder der gemeinsamen Sorge für Nachkommen ausgerichteten spontanen sexuellen Kontakten im Vordergrund.

Le Chasseur

21. Juli 2026 10:06

@Christa"Hat es eine große Welle gegeben zu Hendrik Streeck? Nein, das wurde kaum thematisiert."
"Die Bundesregierung sieht bei der Vaterschaft des Drogenbeauftragten Hendrick Streeck eine andere Situation als im Fall des zurückgetretenen Unions-Fraktionschefs Jens Spahn. Streeck habe seines Wissens keine Forderungen vertreten, "die seiner persönlichen Lebensführung entgegenstehen", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. Daher sei "bei Streeck kein Vorwurf der Doppelmoral zu erkennen"." Quelle
Streeck ist natürlich auch nicht haltbar, eigentlich. Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten Gründen verboten, und wer dieses Verbot umgeht, indem er im Ausland ein Kind kauft, hat in einer Partei, die sich auf christliche Werte beruft, nichts verloren.

Ein gebuertiger Hesse

21. Juli 2026 10:16

Anfang der 90er frequentierten einige Freunde und ich, Heteros, in Berlin-Schöneberg ab 2 Uhr nachts gerne mal Schwulenkneipen. Um dort Karten zu spielen. Alles andere hatte schon zu. Ab 5 Uhr kamen dann die müden Callboys rein und gaben am Tresen ihre die letzten Stunden verdienten Geldscheine ab. Aber ... uns ist nie was passiert, weder wurden wir angemacht noch scheel angeguckt. Irgendwie habe ich diese Zeit freundlich in Erinnerung. Da war nichts politisiert. Beim Rausgehen nickten die Barmänner und wir einander zu und fertig. Ich frage mich, ob dergleichen in entsprechenden Läden heute noch genauso liefe.

Le Chasseur

21. Juli 2026 10:48

@ede"Ich sehe auch keinen, zumindest offensichtlichen Vorteil. Andererseits bin ich der festen Überzeugung das die Evolution nicht irrt. Homosexualität gab es ja auch schon in grauer Vorzeit."
Trisomie 21 gab es vermutlich auch schon in grauer Vorzeit.
Natürlich irrt die Evolution, ständig. Wenn die Ursache für Homosexualität ein Gen-Defekt ist, dann wird dieser Gen-Defekt immer wieder auftreten.
Wie ist das eigentlich bei eineiigen Zwillingen? Gibt es da Fälle, wo ein Zwilling schwul ist und der andere nicht? Oder sind da immer beide schwul?

Le Chasseur

21. Juli 2026 10:55

@Franz Bettinger
Nicht Spahn ist der leibliche Vater des Kindes, sondern sein Lebensgefährte: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/spahn-und-sein-lebensgefaehrte-sind-eltern-geworden-166844/