Das Ziel des Save Europe Acts

Im Juni 2026 initiierte ich mit Eva Vlaardingerbroek den „Save Europe Act“, eine Europäische Bürgerinitiative, die ein Ende der Masseneinwanderung sowie Remigration fordert. Die strategische Bedeutung dieses Vorhabens reicht jedoch weit über das Ziel einer Petition hinaus.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Was ist eigent­lich eine euro­päi­sche Bür­ger­initia­ti­ve? Die EU preist das Instru­ment als Mög­lich­keit zur demo­kra­ti­schen Teil­ha­be an. Sie­ben Bür­ger aus sie­ben ver­schie­de­nen Mit­glied­staa­ten haben die Mög­lich­keit, eine Geset­zes­än­de­rung zu for­dern. Errei­chen sie in einem Jahr eine Mil­li­on Unter­schrif­ten, dann muß die Kom­mis­si­on sich damit aus­ein­an­der­set­zen. Es könn­te theo­re­tisch sogar dazu kom­men, daß die Kom­mis­si­on die­se Geset­zes­vor­la­ge beschließt.

Bis jetzt machen vor allem lin­ke Grup­pen von die­sem Instru­ment Gebrauch. Mit dem Save Euro­pe Act woll­ten Eva und ich erst­mals eine gro­ße patrio­ti­sche Bür­ger­initia­ti­ve star­ten. Gesagt, getan. Wir sam­mel­ten die sie­ben Euro­pä­er, einer von ihnen ist Götz Kubit­schek, und star­te­ten die Initia­ti­ve. Im Text for­der­ten wir ein Ende der nicht abend­län­di­schen Mas­sen­mi­gra­ti­on und eine Kehrt­wen­de in der Migrationspolitik.

Wir hat­ten mit vie­lem gerech­net, aber nicht mit die­sem mas­si­ven Erfolg. Bin­nen einer Woche erziel­ten wir hun­dert­tau­sen­de Unter­schrif­ten. Die Kam­pa­gne wur­de offi­zi­ell von Vic­tor Orbán, Sant­ia­go Abas­cal, Rupert Lowe, Domi­nik Tar­c­zinski, Rober­to Van­ac­ci, Björn Höcke, Susan­ne Fürst und vie­len ande­ren Poli­ti­kern und Influen­cern unterstützt.

Viel­leicht auch des­halb reagier­te die Euro­päi­sche Uni­on rasch. Die Bür­ger­initia­ti­ve wur­de zurück­ge­wie­sen. Die Begrün­dung ist faden­schei­nig. Angeb­lich wür­den unse­re For­de­run­gen den Grund­wer­ten der Euro­päi­schen Uni­on wider­spre­chen. Dabei wird nicht nur ein Ein­wan­de­rungs­stop für nicht west­li­che Migran­ten fälsch­li­cher­wei­se als eth­ni­sche Dis­kri­mi­nie­rung gewer­tet. Die Euro­päi­sche Uni­on behaup­tet, daß jede migra­ti­ons­po­li­ti­sche Maß­nah­me gegen die Grund­wer­te ver­stößt, wenn ihr Ziel der Erhalt der eth­no­kul­tu­rel­len Kon­ti­nui­tät ist.

An die­ser Stel­le zeigt sich, wie wich­tig es war, daß wir eine eige­ne digi­ta­le Infra­struk­tur auf­ge­baut hat­ten. Bereits vor der offi­zi­el­len Annah­me auf der Sei­te der Euro­päi­schen Uni­on haben wir begon­nen, eige­ne Unter­schrif­ten zu sam­meln. Das Ziel war es, die­se nach einer Aner­ken­nung der EU auch zu einer Unter­schrift der Bür­ger­initia­ti­ve zu mobilisieren.

Nach der Ableh­nung grif­fen wir zu prak­ti­sche­ren Mit­teln. Am 15. Juli reis­ten Eva und ich nach Brüs­sel. Beglei­tet von hun­der­ten Patrio­ten lie­fer­ten wir 500.000 Unter­schrif­ten anony­mi­siert in zwei Schub­kar­ren ab. Die Euro­päi­sche Uni­on, die sonst beim Grenz­schutz kon­se­quent ver­sagt, errich­te­te tat­säch­lich eine Sta­chel­draht­bar­ri­ka­de um das Euro­pa­par­la­ment. Der Effekt war ein wei­te­rer mas­si­ver Anstieg in Unter­schrif­ten und eine öffent­li­che Unter­stüt­zung durch Elon Musk.

Spä­tes­tens an die­sem Tag wur­de uns und allen Unter­zeich­nern klar, wor­um es bei dem Safe Euro­pe Act eigent­lich geht. Weit über die blo­ße Peti­ti­on hin­aus ist es der Beginn eines euro­päi­schen Akti­vis­ten- und Kam­pa­gnen­netz­werks. Das war von Anfang an Teil des Pla­nes. Beim Unter­zeich­nen auf unse­rer Sei­te kann man die Opti­on anwäh­len, als Frei­wil­li­ger an der Kam­pa­gne mit­zu­ar­bei­ten. Im Augen­blick haben sich bereits über 150.000 Unter­zeich­ner als Akti­vis­ten gemel­det. Im Hin­ter­grund bau­en wir seit Wochen ein umfas­sen­des Sys­tem zur Akti­vie­rung und Ver­net­zung die­ser Unter­zeich­ner auf. Ein Netz aus 13 natio­na­len Orga­ni­sa­to­ren schmie­det aus die­ser schie­ren Mas­se gera­de eine euro­pa­wei­te Aktionsbewegung.

Unse­re Flug­zet­tel, Auf­kle­ber und Pla­ka­te tau­chen von Madrid über Paris und Wien bis nach Prag und Lai­bach auf. Direkt nach der Demons­tra­ti­on am 15. Juli star­te­te eine ein­zig­ar­ti­ge euro­pa­wei­te Kam­pa­gne. Das 20x20m-Groß­ban­ner, das wir direkt vor die Haus­tür der EU brach­ten, begibt sich jetzt auf einen Weg durch Euro­pa. Beim ers­ten Stop in Utrecht am 2. August kamen 450 Akti­vis­ten zusam­men. Am sel­ben Tag fand in Prag eine groß­an­ge­leg­te Unter­schrif­ten­ak­ti­on statt. Zugleich reis­te eine Divi­si­on der Save Euro­pe Act-Akti­vis­ten nach Ceu­ta, um dort über die Vor­gän­ge auf­zu­klä­ren und die Bür­ger zu unterstützen.

Durch mas­si­ven Arbeits­ein­satz ent­steht vor unse­ren Augen das ers­te pro­fes­sio­nel­le patrio­ti­sche Kam­pa­gnen­werk Euro­pas. Die zahl­rei­chen Unter­schrif­ten ent­pup­pen sich als ent­schei­den­de Mobi­li­sie­rungs­da­ten­bank. Lin­ke Krei­se arbei­ten bereits seit Jahr­zehn­ten erfolg­reich auf die­se Art und Wei­se. Sie ver­fü­gen über ein dich­tes, eta­blier­tes Öko­sys­tem aus NGOs, Stif­tun­gen und Akti­vis­ten­netz­wer­ken, das abs­trak­te Zustim­mung jeder­zeit in kon­kre­te Mobi­li­sie­rung umwan­deln kann.

Wenn es uns gelingt, die­se gewal­ti­ge Wel­le zu rei­ten und den unfaß­ba­ren admi­nis­tra­ti­ven, juris­ti­schen und finan­zi­el­len Auf­wand zu stem­men, könn­te das die Geburts­stun­de eines ein­zig­ar­ti­gen meta­po­li­ti­schen Werk­zeugs sein.

Neben der akti­vis­ti­schen Schie­ne läuft auch der juris­ti­sche Kampf wei­ter. Wir erhe­ben Ein­spruch gegen die Zurück­wei­sung durch die Euro­päi­sche Uni­on und brin­gen das Ver­fah­ren vor den Euro­päi­schen Gerichts­hof. Wir wol­len Brüs­sel dazu nöti­gen, Klar­heit zu schaffen.

War­um wider­spricht der Erhalt unse­rer eth­no­kul­tu­rel­len Kon­ti­nui­tät den Grund­wer­ten der Euro­päi­schen Uni­on? Wie­so darf jede links­ra­di­ka­le Grup­pe eine Bünd­nis­in­itia­ti­ve star­ten, wäh­rend Patrio­ten das ver­wehrt bleibt? Wir rech­nen uns gewis­se Chan­cen für ein Ver­fah­ren aus, haben aber auch im Fall der Nie­der­la­ge ein wei­te­res juris­ti­sches As im Ärmel.

Eines steht aber auf jeden Fall fest: Sobald wir die eine Mil­li­on Unter­schrif­ten auf unse­rer Kam­pa­gnen-Sei­te erreicht haben, kom­men wir wie­der mit Schub­kar­ren nach Brüs­sel. Es wird ver­mut­lich die größ­te patrio­ti­sche Kund­ge­bung, die die Eli­ten dort jemals erlebt haben!

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (2)

das kapital

3. September 2026 12:51

Danke für eure Initiative. "Fortresse Europe" ist genau das Konzept, das gebraucht wird. Gerade weil verblödete EU Kommissionen, Bundesregierungen, Landesre-gierungen, Politiker und Parteien es hassen und verächtlich machen. Es darf und muss unterschieden werden zwischen einer durch und durch wünschenswerten innereuropäischen kulturnahen und einer abgrundtief schadenstiftenden außer-europäischen kulturfremden Migration. Ceuta müsste das "eigentlich" selbst den letzten staatssozialistischen Hirntoten einprügeln. Macht es aber nicht. Der illegale Grenzübertritt ist keine Straftat, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit die mit einer Geldbuße geahndet wird. Die sozialistischen Spinner in Madrid werden das auch sobald nicht ändern. Es wäre wünschenswert, dass die spanische Opposition hier einen Gesetzesentwurf einbringt. Ihr kennt da sicher Leute und könntet das mit anstoßen. /// Im Übrigen, überlegt, ob ihr euch des Falls Jacques Baud mit annehmen könnt. Carl von Ossietzky kam in den 1930er Jahren ins Moorlager. Baud erhielt von der Brüsseler "'Elite" formell/informell Hausarrest ohne Wasser und Brot. Was die da treiben ist das Ende aller bürgerlichen Freiheiten. "Free Baud!" Wäre schön, wenn ihr auch dieses Thema mit aufgreift. Baud darf nicht schutzlos den korrupten Oligarchen in Brüssel und den Ländern ausgeliefert bleiben. Schluss damit!

Karl Otto

3. September 2026 13:35

Könnten sie mal ethnokulturelle Kontinuität bzw. Identität definieren? Kann mir darunter nichts konkretes vorstellen.