Wahlanalyse Sachsen-Anhalt

Ulrich Siegmund und seine Mannschaft haben am Sonntag-Abend eine neue Phase der AfD eingeleitet. Noch nie erzielte die AfD bei einer Landtagswahl ein höheres Ergebnis, noch nie gewann sie gegenüber einer vorangegangenen Wahl so stark hinzu und noch nie war sie einer absoluten Mehrheit so nahe.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

Schon Tage und Wochen zuvor ver­mit­tel­ten sowohl Umfra­gen als aber noch viel mehr die emo­tio­na­len Ein­drü­cke das Bild einer bei­spiel­lo­sen Mobi­li­sie­rung, die zumin­dest im deutsch­spra­chi­gen Raum nur mit einem Phä­no­men wie Jörg Hai­der ver­gleich­bar ist.

Mit 43,8% der Stim­men gewinnt die AfD 23 Pro­zent­punk­te hin­zu und lässt eine auf 17,2% hal­bier­te CDU weit hin­ter sich. SPD, Grü­ne und Lin­ke blei­ben jeweils ein­stel­lig und das BSW zieht mit 5,3% knapp in den Land­tag ein. Die­se Zah­len doku­men­tie­ren eine poli­ti­sche Kräf­te­ver­schie­bung, deren Bedeu­tung weit über das Bun­des­land Sach­sen-Anhalt hinausweist.

Am Wahl­sonn­tag schau­te man schon 12:00 Uhr, 14:00 Uhr und 16:00 Uhr gebannt auf die Wahl­be­tei­li­gung, bei der sich ein neu­er Rekord für das Bun­des­land abzeich­ne­te. Die­ses Mus­ter zahl­te bei ver­gan­ge­nen Wah­len zwar zuver­läs­sig auf das Kon­to der AfD ein, aber ange­sichts der bun­des­wei­ten Bedeu­tung und pola­ri­sie­ren­den Zuspit­zung konn­te eine star­ke Gegen­mo­bi­li­sie­rung der lin­ken Mit­te zwi­schen­zeit­lich nicht aus­ge­schlos­sen werden.

Die Gewiß­heit kam dann schließ­lich mit der 18:00 Uhr Pro­gno­se. Mit einer Wahl­be­tei­li­gung von 77,8% war es die höchs­te Wahl­be­tei­li­gung in der Geschich­te Sach­sen-Anhalts nach 1990 und zugleich die zweit­höchs­te Wahl­be­tei­li­gung bei einer ost­deut­schen Land­tags­wahl. Ins­be­son­de­re in den länd­li­chen Wahl­krei­sen stieg die Wahl­be­tei­li­gung außer­ge­wöhn­lich stark an.

Abso­lut betrach­tet mobi­li­sier­te die AfD dop­pelt so vie­le Nicht­wäh­ler­stim­men wie CDU, SPD, Grü­ne und Lin­ke zusam­men. 70% der gesam­ten Nicht­wäh­ler­mo­bi­li­sie­rung ent­fiel auf die AfD. Inner­halb der eige­nen elek­to­ra­len Zusam­men­set­zung der AfD waren 30% Stamm­wäh­ler aus dem Jahr 2021. 38% waren hin­zu­ge­kom­me­ne Nicht­wäh­ler, 18% ehe­ma­li­ge CDU-Wäh­ler und der Rest der AfD-Gesamt­stim­men set­ze sich über die rest­li­chen Par­tei­en zusam­men. Abso­lut betrach­tet wuch­sen die Gesamt­stim­men von 231.000 auf 576.000 Stim­men um mehr als das doppelte.

Der AfD-Wahl­kampf in Sach­sen-Anhalt war kei­ne klas­si­sche und stau­bi­ge 0815-Pla­kat­kam­pa­gne, die immer wie­der in die glei­che völ­lig unin­spi­rier­te kom­mu­ni­ka­ti­ve Tool­kis­te greift. Statt­des­sen setz­te die Par­tei auf eine emo­tio­na­li­sier­te und vor allem „rol­len­de“ Life­style-Kam­pa­gne, die poli­ti­sche Bot­schaft und Gemein­schafts­er­leb­nis mit­ein­an­der verband.

Beson­ders sicht­bar wur­de dies bei den soge­nann­ten „Sim­son-Tou­ren“. Hun­der­te bis Tau­sen­de Bür­ger und ins­be­son­de­re jun­ge Leu­te, fuh­ren gemein­sam mit Spit­zen­kan­di­dat Ulrich Sieg­mund auf den kul­tisch auf­ge­la­de­nen DDR-Mopeds durch Dör­fer und Klein­städ­te des Lan­des. Die­se Even­ti­sie­rung des Poli­ti­schen erin­ner­te zuwei­len an hoch­gra­dig pro­fes­sio­nel­le Tona­li­tä­ten des US-ame­ri­ka­ni­schen Kampagnenhandwerks.

Wäh­rend die CDU mit einer eher staats­män­ni­schen und büro­kra­tisch wir­ken­den Ästhe­tik auf­trat, insze­nier­te die AfD Wahl­kampf als gemein­schaft­li­ches Erleb­nis. Gera­de dies wirk­te als effek­ti­ver sozia­ler und milieu­ori­en­tier­ter Bin­dungs­me­cha­nis­mus, der emo­tio­na­le Distanz abbau­te, Zuge­hö­rig­keit erzeug­te und vor allem bei Jung­wäh­lern wie­der ein attrak­ti­ves Poli­t­an­ge­bot mit Ereig­nis­cha­rak­ter schuf.

Die­se Attrak­ti­vi­tät und Anzie­hung der Jung­wäh­ler mach­te sich schließ­lich auch in den Mobi­li­sie­rungs­zah­len deut­lich bemerk­bar. Die AfD wur­de in allen Alters­grup­pen bis 70+ zur stärks­ten Kraft. Ledig­lich die Tat­sa­che, dass 47% der Bevöl­ke­rung in Sach­sen-Anhalt über 60 Jah­ren sind, lie­fe­re den letz­ten, dün­nen Schutz­schild für die CDU und ihren Minis­ter­prä­si­den­ten Sven Schul­ze. Auch bei der Direkt­wahl­fra­ge zum Minis­ter­prä­si­den­ten lag Schul­ze ein­zig bei den über 60-Jäh­ri­gen vorn. In der gesam­ten Alters­span­ne der 18- bis 49-Jäh­ri­gen schlug Ulrich Sieg­mund den Amts­in­ha­ber in die­ser Kate­go­rie deut­lich. Bei den unter 25-Jäh­ri­gen hol­te die AfD Ergeb­nis­se nahe ihrer abso­lu­ten Dominanz.

Die Rebel­li­on kommt nicht mehr von links. Im Osten ist sie blau und jung. Die poli­ti­sche Mit­te ver­wal­tet der­weil nur noch ein schrump­fen­des, altern­des Depot der Ver­gan­gen­heit, wäh­rend die pro­duk­ti­ve Zukunft des Lan­des längst auf der Gegen­sei­te steht.

In den meis­ten sozio­de­mo­gra­phi­schen und geo­gra­phi­schen Fak­to­ren zeig­te sich bei der AfD ein Mus­ter, wel­ches auch schon aus den ver­gan­ge­nen Wahl­er­fol­gen bekannt gewor­den ist, aber in Sach­sen-Anhalt noch­mals ein ande­res Niveau erreicht. Die AfD erschließt nicht per­ma­nent völ­lig neue Wäh­ler­seg­men­te, son­dern ver­dich­tet bestehen­de Hoch­bur­gen, sta­bi­li­siert ihre Kern­mi­lieus und erwei­tert die­se schritt­wei­se um angren­zen­de Grup­pen. Beson­ders deut­lich zeigt sich das bei den Arbei­tern, von denen 61% für die AfD stimm­ten. Auch bei Wäh­lern mit ein­fa­cher for­ma­ler Bil­dung erreich­te die Par­tei außer­ge­wöhn­lich hohe Wer­te und vor allem Zuwächse.

Ähn­lich ein­deu­tig fällt das geo­gra­phi­sche Mus­ter aus. In allen 218 Gemein­den Sach­sen-Anhalts wur­de die AfD zur stärks­ten Kraft. Zum Ver­gleich: 2021 waren es nur 4! In Orten mit weni­ger als 5.000 Ein­woh­nern liegt die Par­tei im Durch­schnitt bei etwa 51%, in mit­tel­gro­ßen Gemein­den zwi­schen 20.000 und 50.000 Ein­woh­nern bei unge­fähr 45%. Hal­le, Mag­de­burg und Des­sau-Roß­lau kom­men zusam­men­ge­nom­men dage­gen nur auf etwa 32%. Auch hier wird somit deut­lich, dass die Par­tei vor allem dort stark hin­zu­ge­winnt, wo sie auch schon vor­her ihr größ­tes Poten­ti­al abru­fen konnte.

Wäh­rend auf Wahl­kreis­ebe­ne sich das flä­chen­de­ckend länd­li­che Sach­sen-Anhalt blau ein­färb­te, boten die urba­nen Zen­tren Hal­le und Mag­de­burg das Bild fast schon ver­zwei­fel­ter, hoch­gra­dig tak­ti­scher Abwehr­kämp­fe. Das prä­gnan­tes­te Labo­ra­to­ri­um hier­für war der Wahl­kreis Hal­le III. Jan­nik-Loris Bal­int von der Links­par­tei gewann dort mit 39,9% der Erst­stim­men sou­ve­rän das Direkt­man­dat, obwohl die Lin­ke bei den Zweit­stim­men ledig­lich 13,8% erreich­te. Gleich­zei­tig erziel­ten die Grü­nen, deren Direkt­kan­di­dat nur auf 12,2%kam, bei den Zweit­stim­men außer­ge­wöhn­li­che 33,7%.

Die Dif­fe­renz zwi­schen Per­so­nen- und Par­tei­stim­me war damit kla­rer Aus­druck einer bewuss­ten tak­ti­schen Koor­di­na­ti­on. Ein Teil des aka­de­misch-urba­nen Elek­to­rats bün­del­te die Erst­stim­me auf den aus­sichts­reichs­ten Gegen­kan­di­da­ten zur AfD und nutz­te gleich­zei­tig die Zweit­stim­me zur Stär­kung des Grü­nen-Ergeb­nis­ses, um die­se über die not­wen­di­ge 5%-Hürde zu tra­gen. Ein Trend der im lin­ken Par­tei­en­block des Ostens womög­lich Schu­le machen könn­te, denn auch in Meck­len­burg-Vor­pom­mern rufen die Grü­nen bereits aktiv zu einer tak­ti­schen Zweit­stim­men­kam­pa­gne für sich auf.

In mei­nem jüngst beim Ver­lag Antai­os erschie­nen Buch „Auf dem Weg zur Volks­par­tei“ habe ich in Rei­he von Merk­ma­len beschrie­ben, die den Cha­rak­ter einer Volks­par­tei in der Ver­gan­gen­heit und für die Zukunft prä­gen könn­ten. Neben star­ken Wahl­er­geb­nis­sen, brei­tem Wäh­ler­spek­trum, offe­nen Milieu­zu­gän­gen gehört dabei auch eine wach­sen­de pro­gram­ma­ti­sche Ver­trau­ens­wahr­neh­mung dazu. Die­ser Fak­tor wird zwar häu­fig auch durch die pro­ji­zier­ten Wäh­ler­wahr­neh­mun­gen ver­zerrt, aber den­noch ist er für die lang­fris­ti­ge Ver­an­ke­rung einer Par­tei von Bedeutung.

Die AfD wird längst nicht mehr nur aus­schließ­lich mit ihren klas­si­schen Kern­the­men Migra­ti­on, inne­re Sicher­heit oder Asyl­po­li­tik ver­bun­den. Sie konn­te ihre Kom­pe­tenz­zu­schrei­bun­gen auch auf jene Fel­der aus­wei­ten, die tra­di­tio­nell das Fun­da­ment ande­rer Par­tei­en bil­de­ten. Beson­ders deut­lich wird dies im Bereich der Wirt­schafts­po­li­tik. Gegen­über der vor­he­ri­gen Land­tags­wahl leg­te die AfD bei der zuge­schrie­be­nen Wirt­schafts­kom­pe­tenz um knapp 22% zu, wäh­rend die CDU aus­ge­rech­net auf ihrem tra­di­tio­nel­len Kern­feld 13 Punk­te verlor.

Auch bei Arbeits­plät­zen und sozia­ler Gerech­tig­keit gewann die AfD deut­lich an Ver­trau­en. Genau dar­in liegt eine qua­li­ta­tiv neue Ent­wick­lungs­stu­fe. Solan­ge eine Par­tei ledig­lich bei ein oder zwei kon­flikt­ge­la­de­nen The­men domi­niert, bleibt ihre gesell­schaft­li­che Reich­wei­te struk­tu­rell begrenzt. Erst wenn ihr Wäh­ler zutrau­en, auch Wirt­schaft, Sozi­al­staat, Bil­dung oder Infra­struk­tur poli­tisch gestal­ten zu kön­nen, ent­steht die Mög­lich­keit einer umfas­sen­de­ren par­tei­po­li­ti­schen Bindung.

Die AfD beginnt damit in Sach­sen-Anhalt, das klas­si­sche Instru­ment einer rei­nen Pro­test­par­tei des „Issue Owner­ship“ auf­zu­bre­chen. Das alte Par­tei­en­sys­tem ver­liert damit zuneh­mend etwas von sei­ner alten funk­tio­na­len Zuschrei­bung, dass die CDU klas­sisch wirt­schafts­ori­en­tiert sei und die SPD für sozia­le Gerech­tig­keit stün­de. All die­se frü­he­ren Gewiss­hei­ten, wer­den durch die Erfolgs­wel­le der AfD in Fra­ge gestellt und rekonfiguriert.

Mit 43,8% hat die AfD in Sach­sen-Anhalt die Schwel­le zur Volks­par­tei fak­tisch über­schrit­ten. Die schwie­ri­ge­re Schwel­le besteht nun jedoch dar­in auch aus die­ser Domi­nanz mit­tel­fris­tig poli­ti­sche Macht zu for­men. Volks­par­tei­en waren his­to­risch betrach­tet nicht nur Sam­mel­be­cken ver­schie­de­ner Milieus, son­dern zugleich effek­ti­ve Macht­or­ga­ni­sa­tio­nen. Sie ver­füg­ten über insti­tu­tio­nel­le Ver­an­ke­rung und die selbst­ver­ständ­li­che Mög­lich­keit, Regie­rungs­ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Dies bleibt bei der AfD jedoch ein Sonderfall.

Die poli­ti­sche Mit­te exis­tiert in Sach­sen-Anhalt par­la­men­ta­risch nun nur noch als Nega­tiv­ko­ali­ti­on gegen den stärks­ten Block. Es las­sen sich aus dem Wahl­abend eini­ge Leh­ren zie­hen, die ich hier aus­ge­brei­tet habe. Die tak­ti­schen Über­le­gun­gen einer mög­li­chen Trans­for­ma­ti­on zum rea­len Macht­fak­tor, soll­ten aber zumin­dest zu die­sem Zeit­punkt ande­re anstellen.

Daniel Fiß

Daniel Fiß ist freier Publizist.

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Kommentare (5)

RMH

8. September 2026 10:48

Vielen Dank für die, wie immer, fundierte Aufbereitung und Analyse! Bei der Wahl gibt es 3 Punkte, die ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen kann:
1. Wie konnte das "totgesagte" BSW, welches sich direkt vor der Wahl auch noch in Thüringen selber zerlegt hat & damit eigentlich nicht mehr zur Wahl empfohlen hat, auf einmal es über die 5% Hürde schaffen?
2. Ist Halle wirklich derart "links"? Gut, einschlägige Erfahrungen mit der Antifa gibt es ja, aber die Antifa macht keine Wahl aus, zumindest nicht in dem Umfang.
3. Warum gibt es derart eklatant weniger Briefwahlstimmen für die AfD? Ist das alleine dem Umstand zuzuschreiben, dass die AfD aktiver zur Wahl an der Urne aufruft, als andere Parteien? Warum trauen sich die "Protestwähler" des BSW, die ja seit der BT Wahl auch schon ihr Wahlmanipulationstrauma hatten & mindestens genauso "systemkritisch" sind, wie die AfD-Kernwähler, offenbar deutlich häufiger per Briefwahl zu wählen als AfD Wähler? Und: Schaffen es von den Ü 70 wirklich nur noch so wenige ins Wahllokal? Was ist das los, dass die Menschen derart "bequem" wurden & nicht mehr persönlich die Stimme abgeben wollen?
FAZIT: Jetzt muss die AfD nochmal Vollgas in MVP geben. Bei dem Flächenland sollte eigentliche jeder Tankvorgang den Wählern genug Motiviation für eine Stimme für die AfD geben. Für Berlin hoffe ich auch, dass die AfD noch zulegt.

Maiordomus

8. September 2026 10:49

Wahlergebnisse sind nur bedingt "historisch". Auch das Charisma eines Spitzenkandidaten ist ein "flüchtiger Eros", doch zweifellos ein Faktor, der den Unterschied ausmachen kann. Dies trifft nüchterne Analyse haargenau."Historisch" ist hingegen, was nach den Wahlen passiert oder nicht passiert. Das beste Beispiel, in diesem Fall negativ, ist Friedrich Merz. Spätestens seit der Bundestagsabstimmung mit dem alten Bundestag mit gigantischen Beschlüssen, die Schuldenkapazität betreffend, scheint mir klar, siehe das Geschwätz von demokratischen und angeblich nicht demokratischen Parteien, dass wer kollektiv auf diese Weise Politik betreibt, vom Sinn und Gehalt parlamentarischer Politik gar nichts verstanden hat. Genau diese Art "Foul" hat die angeblich "demokratischen Parteien" überführt. Wer mit diesem Zungenschlag behauptet , "nur mit demokratischen Parteien zusammenzuarbeiten", scheint mir des Betrugs überführt. Es wirkt und ist, besonders bei der Union, konstitutiv unehrlich. Der Wähler hat gezeigt, dass dieser "Kaiser" in der Unterwäsche dastand!  

das kapital

8. September 2026 11:07

"Die politische Mitte existiert in Sachsen-Anhalt parlamentarisch nun nur noch als Negativkoalition gegen den stärksten Block." Ulli Siegmund i s t die Mitte. Nur deshalb hat er dieses grandiose Ergebnis erzielt und nur deshalb kann und wird er Sachsen-Anhalt gut und erfolgreich regieren. Weil er die Mitte ist und die Bundesregierung und die Bundes-CDU die Normalbürger ganz und gar aufgegeben hat. Die Union ist nach links bis linksextrem abgestürzt und hat alles Christliche und alles Konservative über Bord geworfen und alle historischen Erfahrungen und Erfolge. Nur noch woker Müll, Zerstörung der Wirtschaft, der bürgerlichen Werte und der inneren Sicherheit. Deutschland wird nie wieder so lebenswert, liebenswert und erfolgreich sein, wie es am 3. Oktober 1990 war. Das ist das Werk der Union, die sich ganz und gar vom Konservativen u n d von der Mitte verabschiedet hat. Mittelschicht und Mittelstand hat sie vernichtet und vernichtet sie weiter. Deshalb trägt die Mitte jetzt die AfD. /// Na klar, viele in der AfD haben ein rechtes Selbstverständnis. Nur wenn eine solide Politik für Mittelstand und Mittelschicht gemacht wird, kann die AfD diese Mitte dauerhaft für sich gewinnen. Ulli Siegmund kann das und andere dürfen sich daran ein Beispiel nehmen. Die Mitte ist der Königsweg zur Bundesregierung. Da müssen wir hin.

das kapital

8. September 2026 11:36

@ RMH Auch mich überrascht, dass die Linke 3 Direktmandate abgefasst hat, das dürfte aber den ganzen Kampagnen des "strategisches Wählens" geschuldet sein. In 39 Bezirken wurde ja nun ganz und gar strategisch richtig AfD gewählt. Mit den 3 Ausreißern wird man leben müssen. Null Direktmandate für die Union. Das zählt. /// Differenz zwischen Wahllokal und Briefwahl. Dieser Effekt entsteht im Wesentlichen dadurch, dass die AfD die Briefwahl diskreditiert und zur Direktwahl aufruft. Die anderen sind da professioneller. Die nehmen alles, was sie auch vor dem Wahltag schon bekommen können. Natürlich gibt es a u c h Wahlbetrug. Dieser Effekt ist aber wesentlich geringer, als der Effekt durch die eigene Empfehlung keine Briefwahl sondern Wahllokal. Das steigert die Stimmen im Wahllokal und reduziert die bei der Briefwahl. /// In brandenburgischen Gemeinden habe ich mich selbst schon als Wahlbeobachter davon überzeugt, dass bei der Auszählung als solcher alles mit rechten Dingen zugeht.

Maiordomus

8. September 2026 11:43

@Das Kapital. Der Begriff "politischen Mitte" ist Unort, der nicht von einem politischen Willen oder Programm noch von einer Ideologie abhängt. Ich gehe davon aus, dass es im Volkskongress in Be-jing eine Mitte gibt, sagen wir mal zwischen Altmaoisten und eher Westkapitalisten, wobei man dort fast immer, auch bei Wendungen um 360 Grad (Baerbock) oder "nur" 180 Grad, gerne einstimmig entscheidet. In Thüringen hält sich verbotsfreudige Kommunistin Wolf für eine Mitte-Politikerin usw. Gysi ist vermutlich der Mitte-Politiker der Linken. 
Wenn ich Sie richtig verstehe, meinen Sie Mitte gesellschaftlich-ökonomisch, den "Mittelstand". Der war leider noch zur Zeit der von Zollschranken geschützten Grenzen, herkömmlicher Landwirtschaft und Tante-Emma-Läden an jeder Hausecke noch klar was anderes. Man müsste Begriff ändern in Netto-Steuerzahler ausserhalb des Staatssektors, wobei dies heute komplexer ist als auch schon. Hingegen würde sich bei SiN wohl ein Mittelstandsseminar, diesen Wandel beschlagend, eher lohnen als etwa eine Remigrationskonferenz. Letzteres gehört praktiziert und nicht zu sehr verschwatzt, auch nicht ideologisch.