Sezession
26. Oktober 2011

Über Michels und Alis Demokratie

Martin Lichtmesz

Die bürgerlichen Medien, allen voran die alte Tante FAZ, sind also fleißig dabei, die Piratenpartei "hochzuschreiben". Mir fällt dazu nun wirklich nichts mehr ein, was nicht ohnehin schon offensichtlich ist. Diese Gestalten sind wandelnde Selbstparodien, jenseits vom Gut und Böse jeglicher Kommentierbarkeit. Sie sind Konformisten, die linksliberale Gemeinplätze in einer modisch angesagten Fassung präsentieren. Die Grenze zu Spaß- und Parodieparteien wie der APPD oder der "Bergpartei" ist dabei fließend.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Das ist nicht bloß, wie Karlheinz Weißmann meinte, eine "merkwürdige Polittruppe, die alles andere als vertrauenswürdig wirkt", das ist die bis dato unterste Stufe der laufenden infantilen Regression nicht nur des politischen Bewußtseins. Wenn ich als Kreuzberger das sage, muß das was heißen.  Da hatte man nun wochenlang die großzügige Wahl zwischen fünf bis sechs linken Parteien. Die Slogans der Piratenpartei unterscheiden sich im Kern in nichts von den Wellness-Parolen, die die Grünen, die Linke, SPD, CDU und Kleinparteien wie BIG, Büso, PSG, etc streuten. Alle sind irgendwie für "Demokratie", "Toleranz", "Gleichheit", "Vielfalt" und "Transparenz", was immer das auch heißen mag.

Im Stadium der Demokratiesimulation ist der Gang zur Wahlurne nichts weiter als die rituelle Bekräftigung eines Konsensus von diffusen "Werten". Das ist wohl der Grund, warum die Wähler trotz des wachsenden Mißtrauens gegen die herrschende Oligarchie ihr Wahlverhalten nicht ändern: niemand kann sich mehr eine Option jenseits des "kulturhegemonialen", volksopiatischen All-Gemeinheiten-Konsensus auch nur vorstellen.

Sehen wir uns auch mal an, was die bürgerlichen Medien so alles nicht interessiert.  Nehmen wir einmal zum Beispiel unsere beinah täglich wachsende Liste von Gewalttaten mit "deutschen Opfern, fremden Tätern". Allein in diesem Monat ereigneten sich bisher ein paar besonders markante Fälle: einer davon wieder einmal in Berlin, als ein junges deutsches Pärchen in der U-Bahn von "sechs bis sieben jungen Türken oder Arabern" grundlos zusammengeschlagen wurde, während rundherum niemand wagte, einzugreifen. In Plauen überfiel eine Gruppe von 25 Asylbewerben aus arabischen Frühlingsländern ein paar "scheißdeutsche Kartoffeln" in einer Discothek mit Baseballschlägern und Pflastersteinen. In Dortmund kam es zu Massenschlägereien und Übergriffen, die von türkischen und marokkanischen Fußballfans ausgingen.

Es ist fast schon ein Kalauer, diese Pointe zu bringen, aber erinnert man sich noch an das bundesweite, wochenlang anhaltende hysterische Blätterrauschen in den Fällen "Erymas M." und "Mügeln"? (Wer es schon vergessen haben sollte, bitte googlehoopfen). Beide Fälle von "Ausländerfeindlichkeit" haben sich weitgehend als Aufbauschungsenten herausgestellt. Wirkliche "Mügeln"-Fälle aber, in denen Deutsche die Opfer waren, und die sich seither mehrfach ereignet haben, haben nicht annähernd soviel Publicity erfahren, wenn überhaupt. Warum?

Was an den genannten Taten auffällt, ist, daß es sich bei den Tätern jedesmal um Männer aus moslemischen Ländern handelt, die in durchsetzungsstarken und gewaltbereiten Gruppen auftreten. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, dann kann der Gruppendruck allerdings auch ohne direkte Gewalteinwirkung stattfinden.  Wie sich ethnozentrisches Mobbing auch "demokratisch" bewerkstelligen läßt, kann man etwa in einem jüngst veröffentlichten Brief eines Vaters an Michael Mannheimer von pi-news nachlesen. Es lohnt sich, ihn in voller Länge zu zitieren:

16. Okt 2011

Sehr geehrter Herr Mannheimer,

ich muss Ihnen einen Fall schildern und bitte Sie, mir einen Ratschlag oder Vorgehen zu empfehlen.

Unser Sohn (11) geht in ein XY- Gymnasium, 6. Klasse. Schon in der 5. Klasse an diesem Gymnasium ist unser Sohn von einem Kind (ich nenne es Ali) in den Klassenräumen, Pausenhof oder S-Bahn bedrängt, beschimpft und beleidigt worden. Gespräche mit der Lehrerschaft brachte kurzfristige Entspannung, aber keinen Frieden auf Dauer.

Jetzt in der 6. Klasse ist Ali zum Klassensprecher und Mediator auf drei Jahre gewählt worden. Ein Mediator spricht einmal in der Woche vor der Klasse und nimmt Probleme und Anregungen auf und bespricht sie, vor den Kindern und Lehrern.

Der Ärger in S-Bahn etc. zwischen Ali und unserem Sohn verschärft sich. Auch Klassenkameraden sehen es, was abläuft (Beleidigungen, Beschimpfungen, Wegstoßen) und verteidigen unseren Sohn. Die Klassenkameraden sagen, es geht nicht von unserem Sohn aus.

Am letzten Freitag nahm Ali die Gelegenheit wahr und zitierte unseren Sohn VOR die Klasse unter den Augen der Klassenleiterin. Es begann eine verhörähnliche Befragung unseres Sohnes durch Ali. Das Ziel des Gespräches ist, unseren Sohn als den zu verurteilen, der den Streit beginnt. Unser Sohn soll sich Ali demnach weder in S-Bahn noch Pausenhof etc. nähern und auf Abstand bleiben. Alles andere wird als offene Aggression gewertet. Das geschah vor den Augen der Klassenleiterin.

Unser Sohn heulte bei dieser Demütigung vor der Klasse.

Weiterhin wird unserem Sohn aggressives Verhalten unterstellt. Deshalb überwachen (!) weitere fünf Alis aus der Klasse unseren Sohn in seinem Verhalten in der kommenden Woche und berichten es an Ali. Dieser wird vermutlich ein Urteil fällen dürfen, wie es weitergeht mit unserem Sohn. Das alles mit Unterstützung der Klassenleiterin.

Herr Mannheimer, es klingt wie ein übler Streich. Aber diese Verhältnisse laufen derzeit in einem XY Gymnasium ab.

Deutschendiskriminierung ist wohl ein passender Ausdruck. Ausländerkinder stimmen über das Wohl eines Klassenkameraden ab.

Was kann in diesem Fall gemacht werden?

Vielen Dank im voraus.

Viele Grüße

XY

Klein-Ali übt wohl schon mal für eine Karriere als zum Gärtner promovierter Bock im öffentlichen Dienst, und er hat dabei gar keine so schlechten Chancen: unsere geliebte, "lebensfreudige" Tante Böhmer ist bereits emsig dabei, ihm den Weg per Quotenregelung frei zu machenAygül Özkan hat ja vorgemacht, wie das geht. Ali muß es nur noch lernen, ein bißchen seriöser aufzutreten, damit niemand das mulmige Gefühl bekommt, er könnte im kommenden Vielvölkerstaat verdeckte gruppenzentrierte Politik betreiben.  Als "Mediator" seiner Klasse kann er ja schon mal üben. Es besteht auch gewiß kein Grund zur Beunruhigung, wenn eines Tages eine Mehrheit unserer Lehrer, Polizisten, Richter, Integrationsbeauftragten, vielleicht sogar der Bundespräsident und der Innenminister, türkische und arabische Namen tragen, oder?

Aber machen wir uns nicht zuviel Sorgen um demokratische Formalitäten. Wenn einmal die "bloß" kulturell geprägten Moslems wie der aufstrebende Klassensprecher "Ali", die Berliner U-Bahnschläger und die Dortmunder Hooligans von denen, die es mit ihrem Glauben wirklich ernst meinen, überholt werden, ist ohnehin Sense mit Demokratie, die nach dem großen Führer Erdogan ja ohnehin "nur der Zug" ist, "auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind."

Darum zum Abschluß noch ein Video von einer Podiumsdiskussion zwischen Filip Dewinter (Vlaams Belang) und dem fließend flämisch sprechenden jungen Moslemführer Abu Imram. Dieses verdient weitestmögliche Verbreitung. Man darf Abu dankbar sein, daß er seine politischen Ziele - die Einführung der Sharia in Belgien, die Vertreibung der "Ungläubigen" und die Abschafffung der Demokratie, die mit dem Islam unvereinbar sei - so unverblümt ausspricht. Er ist sich seiner Sache so sicher, daß offenbar nicht einmal mehr irgendeine Form von "Taqqiyah" nötig ist. Heute gibt es in jedem einzelnem Land Westeuropas Männer wie ihn, die an der Spitze von stetig wachsenden dschihadistischen Netzwerken stehen.

https://www.youtube.com/watch?v=RN2nUd6PtYw

Wenn ein Islamkritiker dasselbe sagt, gilt er als "islamophob". Dieser Mann glüht in einem monolithischen, fanatischen, schwarzweißen Glauben, in voller Hingabe an die Umma der Gläubigen, in der auch Terroristen nur gottgefällige Brüder sind. Man merkt ihm rein am physischen Habitus seine Militanz und Gewaltbereitschaft an, und daß er sich vor seinem Gott absolut gerechtfertigt fühlt, keinen Zweifel und kein Schuldgefühl kennt. Dagegen wirkt selbst Filip DeWinter zögerlich und vorsichtig.

Das erinnert an die berühmten Zeilen aus William Butler Yeats' Endzeitgedicht "The Second Coming" :

The best lack all conviction, while the worst
Are full of passionate intensity.

Die Besten sind des Zweifels voll, die Ärgsten
Sind von der Kraft der Leidenschaft erfüllt.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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