01. Dezember 2011

Deutsche: Schreibt nicht für Sezession!

von Götz Kubitschek / 52 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Wie es der Zufall will, schaltete ich gestern zunächst den Beitrag von Martin Lichtmesz über das Meinungsfreiheit-Kolleg des Instituts für Staatspolitik frei - und konnte wenig später eingehende Mails mit einem schockierenden Beispiel aus dem Alltag abrufen: Ein Sezession-Rezensent verliert seine Arbeitsstelle.

Sebastian Pella ist 29 Jahre alt und Gelegenheitsrezensent der Sezession. Auch für die Preußische Allgemeine, Neue Ordnung (Österereich) und eigentümlich frei schreibt er. Seine Arbeit über den Anthroplologen Ludwig Woltmann (1871-1907) erschien 2009 im Forsite-Verlag, Bottrop. Pella war bis vor einigen Tagen CDU-Mitglied, Referent für drei Landtagsabgeordnete in Hessen und Stadtverordneter in Riedstadt bei Frankfurt. Pella war dies alles: Er ist mittlerweile aus der CDU ausgetreten und hatte zuvor schon seinen Arbeitsplatz im Landtag verloren. Den Auslöser dafür nennt hr-online in einem Beitrag vom 30. 11., in dem es unter anderem heißt:
Ein anonymer E-Mail-Schreiber hatte in den vergangenen Tagen die Kommunalpolitik darüber informiert, welche Ergebnisse eine Google-Suche im Internet über das 29 Jahre alte CDU- und Junge-Union-Vorstandsmitglied, den Riedstädter Stadtverordneten sowie Mitarbeiter des CDU-Landtagsabgeordneten Günter Schork auswirft. Pellas Name tauche "immer wieder in Zusammenhang mit der rechten Szene" auf. Konkret weist der E-Mail-Verfasser laut "Darmstädter Echo" auf Veröffentlichungen hin, in denen er klar rechtsextreme Tendenzen zu erkennen glaubt.
Eine Google-Recherche ergibt in der Tat, dass Pella, der auf den Internetseiten der CDU Riedstadt als Beruf "Historiker" und als Hobby "Geschichte" angibt, seit Jahren in Zeitschriften publiziert, die als Sprachrohr einer neuen Rechten gelten. Dazu gehören "eigentümlich frei", "Sezession", "Preußische Allgemeine" und "Neue Ordnung". Zu finden sind Besprechungen von Büchern über das Dritte Reich, Aufsätze über die möglichen Motive des Hitler-Attentäters Stauffenberg oder ein Kommentar über die nach Ansicht des Autors fehlende öffentliche Beachtung ausländischer Schwerkriminalität in deutschen Großstädten.

Muß ich das noch kommentieren, noch ein Wort darüber verlieren, was es für die Meinungsfreiheit bedeutet, daß ein junger CDU-Mann seinen Arbeitsplatz verliert, weil er sich für die Denkpfade jenseits der großen Heerstraße interessiert? Sebastian Pella

+ ist keinem seiner Mitarbeiter, seiner Parteifreunde, seiner Arbeitgeber bisher als denk- oder tatgefährlicher Rechtsextremist aufgefallen;
+ wird von einem feigen Denunzianten anonym angeschwärzt und verliert sofort seinen Arbeitsplatz, wird also trotz jahrelanger Einbindung und Mitarbeit sowie einer kleinen CDU-Karriere innerhalb von wenigen Stunden und mittels einiger geradezu mechanischer Polit-Hebel über Bord geworfen;
+

Ich muß an mich halten, um angesichts dieses Vorgangs nicht ebenso ausfällig zu werden wie Emma West, jedoch einer anderen Zielgruppe gegenüber. In mir rasselt in solchen Momenten eine ganze Assoziationskette ab: Sie beginnt wahllos dort, wo der FAZ-Ladenhüter Lorenz Jäger es bei uns "bequem" fand: "Lachen konnte man immer"; sie geht dort weiter, wo ich die Dutzenden Absagen in Ordnern gesammelt habe, die wir für stinknormale Buchpräsentationen und Vortragsveranstaltungen von Referenten, Tagungsorten, Pressevertretern einstecken mußten und müssen; mir fällt der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld ein, der aus einer Gastdozentur in Trier entfernt wurde, weil er nicht gender-gerecht vortrug; ich assoziiere den Geschichtsunterricht der Kinder (die Lobliedern auf Hans und Sophie Scholl und den Tiraden auf die deutsche Alltagsdrecksau, die noch jeden Juden verpfiff, der sich in einem Kohlenkeller verbarg) mit der Gewißheit, mit der heute jede anonyme Google-Drecksau Leute zur Strecke bringen kann, die unter ihrem Klarnamen Rezensionen und historische Beiträge verfassen (in einem Ton, der mir manchmal zu CDU-konservativ ist) - und kein Hans und keine Sophie stehen auf oder sind in den Landtag von Hessen gewählt worden; mir geht die Beckstein-Interview-Passage vom 15. November durch den Kopf, in der er auf die Frage nach möglichen Versäumnissen im Kampf gegen rechts antwortete:
Im Gegenteil: Wir sind bei Rechtsextremisten härter vorgegangen als bei Linksextremisten – weil die Zustimmung in der Bevölkerung hier viel größer ist. Manchmal gingen wir sogar weiter, als der Rechtsstaat eigentlich erlaubt.

Und nun? Vielleicht ist dieser Fall doch die beste Antwort auf einen Teil unserer Kommentatoren, die ein bißchen oder lauthals lachen über unsere zeitweilige Angst und Vorsicht vor und unsere Hinweise auf die stille, quasitotalitäre Zerstörung der Meinungsäußerungsfreiheit.

Ich frage ja schon jeden neuen Autor fünf Mal, ob er es wagen möchte, seinen Namen herzugeben. Und ich sende hiermit heute einmal mehr die Botschaft, die vom "Fall Pella" ausgeht: Deutsche, schreibt nicht für Sezession!
Test

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (52)

CitizenKane
01. Dezember 2011 13:32
Warum an sich halten Oberleutnant?
Alles Intellektuelle ist für die Katz. "Fuck You!" (Emma West)
CK
PS.: Quasi totalitär ??
Landser
01. Dezember 2011 13:35
1) Dieser Vorfall zeigt, wie viele andere auch, was unser (?) Grundgesetz wert ist. Heißt es da nicht irgendwo, niemand dürfe benachteiligt werden aufgrund von diesem und jenem, inkl. seiner Anschauungen? Mit diesem GG kann sich bestenfalls den Allerwertesten wischen!
2) Soviel dann auch zur Christlich (hahahaha)-Demokratischen (lach-prust-wieher)-Union!
3) Wo es keine Demokratie und keinen Rechtsstaat gibt, kann und darf man auch nicht auf demokratische und rechtsstaatliche Verhältnisse od. Spielregeln zählen. Änderungen kann es niemals innerhalb oder mit diesem System geben!
4)Sind wir nicht alle Emma West? Also warum überhaupt Klarnamen benutzen? Die Gegenseite spielt auch nicht fair. Sezession und Subversion!
5) Das größte Dreckschwein im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant!
A. Strunz-Korrekt
01. Dezember 2011 13:39
"Muß ich das noch kommentieren, noch ein Wort darüber verlieren, was es für die Meinungsfreiheit bedeutet, daß ein junger CDU-Mann seinen Arbeitsplatz verliert, weil er sich für die Denkpfade jenseits der großen Heerstraße interessiert?"

Nein.

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Mutiger wäre es allerdings gewesen, die CDU, die ja wie man jetzt zunehmend erkennen kann, das Scharnier zwischen dem bürgerllichen Lager und den freien Kräften der rechten Szene bildet, hätte gleich zwei Schritte in die korrekte Richtung gemacht und sich unter dem Motto ihres Kampfes gegen Rechts gleich selber aufgelöst.

Auch bei der SPD und den Grünen sollte man sich allmählich ernste Gedanken machen, daß diese Gruppierungen einen RECHTEN Flügel besitzen.

Mal als thematische Anregung: Strategien besprechen! (Tarnung? - Offenheit?).

Phantasie: Völlige Tarnung, Mitteilungen in der Öffentlichkeit nur noch in perfektem Neusprech, allenfalls mit sehr, sehr winzigen Über- oder Untertreibungen - dann gewaltiger unvermittelter Schnitt und - nach Absprache - kommen unzählige Leute auf einmal an die Öffentlichkeit und alle Nazo-Meter der Republik geraten so in Daueralarm.
Freidenker
01. Dezember 2011 13:47
Und wieder ein interessanter Mann mehr,der das Reservoir füllt,aus dem eine zukünftige neue Rechtspartei wird schöpfen können.
Weiter so,CDU,schaff dich nur schön selbst ab!
Meister Herrmann
01. Dezember 2011 14:03
Er sollte zumindest sein Mandat behalten uns sich einer Alternative, wie z.B. pro Deutschland anschließen. Damit könnte er die CDU wenigstens ärgern.

Vielleicht wächst so die "Opposition" auf eine wahrnehmbare Größe heran.
LS
01. Dezember 2011 14:13
Mich würde interessieren - auch wenn es blöd klingt - wie genau er seinen Arbeitsplatz verloren hat?

Gibt es nicht soetwas wie einen Rechtsstaat? Herr Pella hat nichts Gesetzeswidriges getan, ist ein gebildeter, junger, engagierter Mann. Wie kann er aufgrund seiner politischen Meinung entlassen werden?


Es ist auch immer wieder lustig wie ungebildet, einfältig oder einfach nur dumm die meisten Menschen sind: Viele Konservative, Rechte, waren selbstverständlich gegen den Nationalsozialismus und seine linken, gleichmacherischen Triebe. Dennoch werden wir, die wir uns genau diese Menschen orientieren, als Nazis bezeichnet. Das resultiert wahrscheinlich nur aus der Wörtergleichmacherei in Sachen rechts=rechtsextrem=nationalsozialistisch- und neuerdings - = rechtsterroristisch. Diese grenzenlose Dummheit der toten Menschen, ach...


Es lebe das Geheime Deutschland!
Kreuzweis
01. Dezember 2011 14:30
Es gibt ein Drittes: einen "nom de guerre" verwenden!

Ja, das liegt den Rechten nicht, das geht ihnen gegen den Strich: man will doch so gerne mit offenem Visier kämpfen!
Woher diese romantische Neigung kommt, ist mir ein Rätsel, denn spätestens seit der Erfindung von Pfeil und Bogen hat kein noch so rittelicher Ritter, der noch alle Sinne beisammen hatte, mit offenem Visier gekämpft.

Man hört zwar immer wiedermal in rechten Kreisen, daß wir uns in einem Krieg gegen alles Rechte und Konservative befänden, doch praktische Konsequenzen aus dieser Erkenntnis werden praktisch nicht gezogen!!!

Indikator dafür ist mir die Durchdringung der an sich kinderleicht(!) benutzbaren Verschlüsselungstechnik unter den Rechten. Wer der edlen Ritter hier kann seine Epost mit PGP verschlüsseln, welcher Burgherr hat seine Computerfestplatten mit TC verrammelt?

Ich fürchte, die Anzahl jener, die den Arm strecken, dürfte sehr überschaubar sein ...
David
01. Dezember 2011 14:53
Nur am Rande: woher wissen Sie, dass er quasi "gegangen wurde" - in der Presse ist nur von einem Austritt aus der CDU die Rede. Was wäre passiert, wenn er es hätte darauf ankommen lassen, was sind seine Gründe für einen freiwilligen Austritt? Sarrazin tritt ja auch nicht aus der SPD aus, obwohl das viele gerne sähen. Bei aller verständlichen Wut über solche Vorgänge - ein wenig mehr journalistische Objektivität - oder etwas weniger hoch gegriffen: Sorgfalt - würde ich mir manchmal schon wünschen. Auch wenn es etwas hart klingen mag: Betroffenheitstheater finde ich in jedem x beliebigen Forum. Was ich hier suche sind Informationen und Analysen rechts vom Mainstream, Denkanstöße - aber bitte nicht so viel Tagebuchprosa. Meine persönliche Meinung als gelegentlicher Leser, mehr nicht.
S. W.
01. Dezember 2011 15:09
Der Möbelkonzern hat einen Mitarbeiter kürzlich u.a. deshalb entlassen, weil er sich möglicherweise positiv über die Thesen des libertären Volkswirts Hans-Hermann Hoppe geäußert haben soll. In DDR-Sprache wird dies in der SPD-eigenen FR als "auffälliges" Verhalten beschrieben und Unverständnis darüber bekundet, daß man nicht früher gegen den "Rechten" vorgegangen sei:
http://www.fr-online.de/frankfurt/wallau-ikeas-rechter-richter-,1472798,11207522.html
Ein Fremder aus Elea
01. Dezember 2011 15:23
Dieser spezielle Fall ist offensichtlich eine CDU-interne Angelegenheit.

Die CDU will mit der Sezession etc. nichts zu tun haben.

Ob das nun klug von ihr ist oder nicht, es ist ihre Entscheidung. Sonderlich souverän sieht sie freilich nicht gerade aus, wenn man die Gewichte bedenkt.
Turmkönig
01. Dezember 2011 15:42
Es ist wie bei einer Folge von der alten Kinder- und Erwachsenenserie "Die Dinos":
Teil 1: http://www.youtube.com/watch?v=F5HAyeuyYwg
Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=LzDRJOCG69U&feature=related

"Die Oberen" (Staats-, Regierungs- und Wirtschaftschefs) lenken von ihrem eigenen Versagen als Verursacher der Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise ab, indem sie "die Zweibeiner" (Ottonormalbürger, -fernsehglotzer, -steuerzahler, -allesdulder) gegen "die Vierbeiner" (die augenscheinlich Andersartigen: sinnbildlich die Juden, die Neger oder heute: die Rechten) aufstacheln. Die Zweibeiner, autoritäts- und machthörig, wie sie sind, lassen sich von den Mainstreammedien natürlich sofort nach Strich und Faden veräppeln usw. usf.

Es gab und gibt viele US-Serien, die auf solche subtile oder weniger subtile Art und Weise der Politik und Gesellschaft fast so deutlich den Spiegel vorgehalten haben wie die SEZESSION. Die meisten Zuschauer scheinen die Botschaften zu verstehen und lachen über die gelungenen Satiren im Fernsehen.
Real ändert sich jedoch nichts, findet die Geschichte kein happy end, sondern verharrt in ihrem kranken Trott. Es ist kaum zu fassen.
Afrikaforscher
01. Dezember 2011 15:44
Na dann wollen wir doch gleich mal das Gegenteil von dem was die Politkaste will, tun. Da dieser Bereich hier noch unterrepräsentiert ist, möchte ich mit einem Wirtschaftsthema beginnen:


Wenn die Politkaste sich nur nicht vertut: Die Ruhe vor dem Sturm

Der deutsche Finanzminister sieht den Aufruhr, an den Märkten, nicht als Hindernis, sondern als Notwendigkeit: "Wenn es klar ist, dass wir Ende 2012, Mitte 2013 alle Zutaten für neue gestärkte und vertiefte politische Strukturen zusammenhaben, denke ich, das wird funktionieren. ... Wir können eine politische Union nur erreichen, wenn wir eine Krise haben", lässt Schäuble in einem Interview mit der New York Times vom 18 Nov. 2011 die Katze aus dem Sack.
Eventuelle Interessen des deutschen Volkes spielen dabei keine Rolle, und die Euliten plus Finanzkapital haben durchaus die Macht, dies zur Not gewaltsam durchzusetzen. Dazu kann man schon mal Ablenkungsmanöver wie den derzeit laufenden "National Scare" inszenieren.

Aber bis Ende 2012, Mitte 2013 ist es noch einige Zeit hin, währenddessen der Sturm an den Märkten jederzeit losbrechen kann; und um das Ziel zu erreichen, muss man die geheiligten Spielbanken bis dahin über Wasser halten.
Der EFSF ist, Papandreu sei dank, eine Pleite: Durch sein Versprechen eines Referendums hat er den Euliten ihre Verkaufsveranstaltung in Cannes vermasselt: China zog eine "Hilfs"-Zusage von 100 Milliarden Euro - die es sich natürlich später von Deutschland erstatten lassen wollte - zurück. Zum alles Volksvermögen aufsaugenden ESM (Europäischer Selbstbedienungs- oder Selbstversenkungs-Mechanismus?) wird es deshalb vielleicht gar nicht mehr kommen. Man wird also versuchen, unbegrenzt Geld zu drucken und die EZB unbegrenzt wertlose Euro-Südstaatenanleihen kaufen zu lassen.
Was die "Märkte" vielleicht beruhigen könnte - nicht aber die Sparer.

Beim Geld hört der Spass auf: Die Sparer beginnen bereits nervös zu werden, und es ist absehbar, dass sie ihr Geld aus den Banken abziehen und in Sachwerte oder solidere Fremdwährungen stecken.
Worauf die Politik die fehlenden Beträge einfach in noch stärkerem Masse nachdrucken lassen und mit dem Einfrieren der Sparkonten reagieren kann (Die privaten Ersparnisse der Bürger sind die Basis der Euro-Banken-Bürgschaften).
Was wiederum Reaktionen auf seiten der Bürger nach sich zieht.
Usw.

Das Kalkül der Politkaste, den Aufruhr an den "Märkten" zum Erzwingen einer Fiskalunion zu benutzen, hat durchaus das Zeug, in echten Aufruhr umzuschlagen.
Und dann wirds spannend.
Was wir jetzt erleben, ist die Ruhe vor dem Sturm.
PB
01. Dezember 2011 15:47
Und wie ist es Sezession-Autor Erich Vad inzwischen ergangen?

"Dass der General in spe Erich Vad nun ähnlich große Schwierigkeiten bekommt, ist kaum zu erwarten.
Dafür ist er für Merkel zu wichtig."

Merkels rechte Hand

Offenbar hat die taz mit ihrer - seinerzeit mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns aufgestellten - Prognose bis heute recht behalten.
Dema Goge
01. Dezember 2011 15:57
'Sebastian Pella + ist keinem seiner Mitarbeiter, seiner Parteifreunde, seiner Arbeitgeber bisher als denk- oder tatgefährlicher Rechtsextremist aufgefallen'

Würde seine Entlassung gerechtfertigt sein, wenn er ein 'denkgefährlicher 'Rechtsextremist' ' wäre ?

'Rechtsextremist' ist substanzloser, beliebig aufüllbarer Begriffsschrott zum Zwecke der Verunglimpfung Andersdenkender und sollte daher nur in Anführungszeichen gesetzt verwendet und dadurch ironisiert werden.
KW
01. Dezember 2011 16:35
Naja, ich habe Hoffnung, im Januar 1989 wurde noch ein Mann an der innerdeutschen Grenze erschossen, im November wurde diese Grenze gestürmt. Die DDR hatte fertig. Sebastian Pella sollte sich in Geduld üben, der Moloch BRD ist am Taumeln.
franz spitzauer
01. Dezember 2011 17:23
Ein wahrlich ungustiöser Vorgang! Und typisch für die Einknickermentalität der CDU. Und weil es so schön dazu passt - und ich aus Österreich komme: Die Wiener Hofburg hat heute bekannt gegeben, dass sie ihre Räumlichkeiten künftig nicht mehr an den Wiener Korporationsring, also den Zusammenschluß der dortigen national-freiheitlichen Studentenverbindungen, für die Abhaltung des traditionellen WKR-Balles vermieten wird. Vielleicht sollte die Sezession mal ein "Handbuch der politischen Treibjagd" herausgeben und diese beiden und andere Fallbeispiele festhalten. Ich bin selten schockiert, aber angesichts des Falles Pella bin ich tatsächlich erschüttert. Ekelhaft, das Ganze!
Dicky
01. Dezember 2011 18:07
"Rechts sein" soll sich finanziell eben nicht auszahlen - momentan funktioniert das auch ganz gut.

Diejenigen "Rechten" die dennoch gut an der "Szene" gut verdienen, können sich natürlich immer schön zum Grundgesetz bekennen - mit vollem Bauch philosophiert es sich gut.
Froschkönig
01. Dezember 2011 18:20
Na und? Der Mann war Mitglied in einer Partei, die (ebenso wie die SPD) jahrelang Berufsverbote gegen Linke durchgesetzt hat. Dann sollen er und die Sezessionisten sich jetzt AUCH nicht beschweren, wenn er nun selbst betroffen ist.
a.t.
01. Dezember 2011 20:16
Bei aller Sympathie fuer Herrn Pella und seine jetztige Lage, so stellt sich mir doch eine Frage:
Hat Herr Pella ernsthaft geglaubt, dass er damit durchkommt Rezensionen in solchen "Pfui-Blaettern" wie der Sezession et pares mit Klarnamen zu publizieren und dann ausgerechnet noch in der CDU sich eine kleine Karriere aufzubauen?
Ich erinnere nur an Rohbohm und die schleimige Niedertracht mit der die (pardon fuer meine Ausdrucksweise) CDU-Sau Krogmann ihn gebraunmobbt hat.
Ich weiss nicht genau wo ich folgendes gelesen habe, aber dies ist eine Tatsache - die CDU wird jeden "Rechten" noch hundertmal haerter bekaempfen als jeden Linksradikalinski.
Ich gebe selber zu, bezueglich meiner Ueberzeugungen feige gewesen zu sein, bevor ich finanziell unabhaengig war.
Nichtsdestotrotz habe ich danach den Preis im Kollegen- und Freundeskreis bezahlt, der sich nahezu komplett abgewendet hat.
Dafuer lese ich jetzt die Sezession offen im Cafe auf der alten Schoenhauser oder der Kastanienallee und mir koennen alle den Buckel herunterrutschen.
Franz Wei
01. Dezember 2011 20:54
Wenn ich meine Meinung unter Klarnamen irgendwo äußern würde, dann wäre meine berufliche Existenz vernichtet. Es ist eine Frage des Überlebens und des Selbsterhalts, nicht die wirkliche Gesinnung preiszugeben, sondern zu heucheln und einen falschen Schein zu erzeugen.

Wenn ich im öffentlichen Diskurs meine politische Gesinnung preisgeben würde, bekäme ich wahrscheinlich zig Anzeigen wegen Volksverhetzung und müßte für Jahre ins Gefängnis. Mittlerweile habe ich gelernt, selbstdiszipliniert jeden Satz auf seine Wirkung zu bedenken und zu prüfen: und gelassen zu schweigen.

Wie ist die Lage?

Wir befinden uns, und ich sehe das so, in einem kompfortablen Tagesknast oder geistigen Gefangenenlager, wo wir uns durch orpportunes Wohlverhalten unsere Lage nicht verschlechtern können.
Es ist nicht so, daß wir durch feige Opportunität uns kleine Vorteile verschaffen, nein, wir erhalten nur dadurch unsere Existenz.

Es sind unsere Feinde, die uns dazu zwingen und es gibt darüber und über unsere Lage keine Illusion mehr.

Denn es gibt keinen größeren Fehler, wie die Lage falsch einzuschätzen und im falschen Zeitpunkt und am falschen Ort das Richtige zu tun: also uns zu verschwenden.

Ich plädiere für kluge Opportunität!
stechlin
01. Dezember 2011 21:12
Wenn ich Euch doch nicht immer wieder lesen möchte. Ich hätte nie von Emma West und Sebastian Pella gehört und es würde mir besser gehen. Nun habe ich es aber erfahren und fühle mich wie schon hundertemal zuvor ohnmächtig, wütend, angeekelt. Auch wenn's immer wieder dieselbe Leier ist, es tut dennoch weh von diesen feigen Banalitäten, von diesen Denunzianten und Mobbern zu lesen. Diese hängen ihre Fähnlein immer in den Wind, auch wird es sie immer geben ... da bin ich allen Illusionen beraubt. Und trotzdem, es schmerzt.
Aber was einen nicht umbringt...
Martin
01. Dezember 2011 21:21
hr-online schreibt:

Die Vorwürfe gegen ihn wies Pella zurück und stellte klar, er habe "stets dem rechtskonservativen Flügel" der CDU angehört. "Zu keiner Zeit hatte ich Kontakt in rechtsextreme Kreise." Dieser Vorwurf sei absurd, ehrverletzend und verleumderisch.


Tja, wie sang der linke Liedermacher Degenhardt?

"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern ..."

Wie sich doch die Vorzeichen ändern ...

Mein Mitleid mit Herrn Pella hält sich in Grenzen. Koch hatte in Hessen in seiner Anfangszeit ja noch gerne den alten FJS- Satz; "rechts neben uns, ist nur noch die Wand" berücksichtigt und auch Konservative etc. versucht zu integrieren. Spätestens seit Hohmann, Affäre Günzel etc. , was ja nun auch schon ne ganze Weile her ist, dürfte aber jedem klar gewesen sein, dass es in der CDU kein politische Heimat für anständige Konservative mehr gibt. Das war also vorhersehbar.

Und wenn man bei einem "Tendenzträger" arbeitet, fliegt man halt, wenn die Tendenz woanders hin geht ... das hat übrigens recht wenig mit Meinungsfreiheit zu tun. Denn die bleibt ja bestehen, man muss sich nur nen anderen Arbeitgeber suchen (so die Logik der Rechtsprechung).

Wie auch immer: Vielleicht macht es jetzt endlich bei vielen in der Union endlich einmal "klick" und es kommt zu einer nennenswerten Abspaltung von der Union ... das ist langsam mehr als überfällig. Sie wäre die richtige Antwort auf die Hexenjagd-Stimmung der heutigen Zeit.
Lion Edler
01. Dezember 2011 21:58
Was soll man dazu schon noch sagen? Zum Kotzen mit diesem Staat, seinen gleichgeschalteten Parteien und dem dazugehörigem Heer von 99,9% jämmerlichen Feiglingen und Arschlöchern übelster Sorte (oberhalb der Kreisebene sind es freilich mehr als 99,9%), nicht zuletzt natürlich zum Kotzen mit der ganzen Gesellschaft. Bleibt nur der Trost, die Hoffnung zu behalten, dass es mit dem linken Zeitgeist eigentlich nicht ewig weitergehen kann, weil irgendwann die Kohle alle sein muss. Und dass dieser Fall hoffentlich wieder ein paar schaafsblöden Naivlingen unter den Konservativen, die immer noch auf eine konservative Kehrtwende der CDU hoffen (,,Linkstrend stoppen"), die Augen öffnet. Man sollte darüber nicht allzu lange nachdenken, weil man davon auf Dauer nur krank und depressiv wird, und stattdessen auf das Positive schauen, das gedeiht: Sezession, JF, ef, BN und all die Anderen. mfg
H.F.
01. Dezember 2011 22:02
Lieber Herr Kubitschek,

warum regen sie sich noch auf? Nüchtern betrachtet ist es doch eine Binsenweisheit, dass wer die Wahrheit sagt, ein schnelles Pferd braucht.

Dadurch, dass die klugen und fähigen Leute Ingenieure, Manager oder Wirtschaftsanwälte werden, bleibt für die Politik halt nur noch die dritte bis sechste Reihe übrig. Und die sind nunmal bereit jeden zu feuern, der nicht hundertprozentig auf Linie ist. Und sich mit Kot einzureiben, wenn es verlangt wird.

Als Referent von solchen Leuten ist man quasí schon gefeuert, bevor man das erste Mal das Büro betreten hat. Politischer Beamter auf Angestelltenbasis halt. Letztlich war es nicht die Googledrecksau, sondern eine Frage der Zeit.

Man kann sich aber nicht hinstellen und sagen, dass es ungerecht ist. Es ist vor allen Dingen die Lage, in der wir leben müssen.
d.n.
01. Dezember 2011 22:35
Überrascht bin ich ob solcher Provinzposen schon lange nicht mehr – und doch bin ich immer wieder aufs Neue angewidert, wie abstrus, wie hanebüchen die Vorwürfe inzwischen sein dürfen. Ich denke vor allem an den aktuellen Fall eines IKEA-Mitarbeiters, der über sein Facebook-Profil Freundschaften mit einigen NPD-Funktionären geschlossen hat und dem allein aufgrund dessen die Kündigung droht.

Inzwischen kann man nüchtern feststellen: Die Integrität von Leib und Leben von „Rechten“ wird in der BRD (noch) weitgehend gewahrt; alles darunter – der Arbeitsplatz, das Rechts auf Demonstration, der Kauf von Grundstücken, der Platz auf einer Messe, ja sogar der Kauf von Blumen, die Anmietung eines Hotelzimmers und der Besuch im Fußballstadion – ist angreifbar.

Die Bezeichnung all dessen als „Totalitarismus“ ist m.E. jedoch nur bedingt passend. Mit der schnoddrigen Genickschuß- und-Kerkerhaft-Attitüde totalitärer Staaten des 20. Jahrhunderts hat diese besonders perfide, „musterdemokratische“ Herrschaftsausübung nur wenige Schnittmengen. Tatsächlich dürfte diese langsame, zermürbende, bürokratische Form der Existenzvernichtung ohne historische Parallelen sein.
Martin
01. Dezember 2011 22:52
Nun ja, immerhin der Ortsverband von Pella scheint das nicht ganz kritiklos hinnehmen zu wollen

http://www.echo-online.de/region/gross-gerau/riedstadt/Extremismusvorwuerfe-CDU-Ortsverband-stellt-sich-hinter-Pella;art1259,2404878

Aber es ist zu spät - ebenso, wie die "Aktion Linkstrend stoppen" zu spät war und wirkungslos verpufft ist.

Austreten und sich woanders sammeln, sollte die Devise lauten - und da ich in der Union immer noch einige tausend brauchbare Konservative vermute, die nur aus falsch verstandener Treue oder Tradition beim Verein bleiben, könnte ein Umdenken bei diesen und ein konsequentes Austreten zumindest die Unions-Schatzmeister zum Rotieren bringen ...
Hans Meier
01. Dezember 2011 22:53
Das Fazit des Artikels könnte den Unterdrückern nicht willkommener sein.
Herr Kubitschek - schlagen Sie bitte etwas anderes vor!
Andreas
01. Dezember 2011 23:43
Ja, es passieren in Deutschland gerade seltsame Dinge. Aber das haben schon viele bemerkt, auch die, denen das nicht passt. Und viele haben im Augenblick deshalb auch noch höllisch Angst davor, ihr Recht auf freie Meinungsäusserung mit aller Entschiedenheit einzufordern, auch auf Teufel komm raus. Weil man diesen dann mit aller Härte zu spüren bekommt, ausgerechnet von jenen, die ihm angeblich vollkommen entsagt haben. Allein das spricht schon Bände über den Erfolg der "re-education", die bei der Mehrheit vollkommen über das ursprüngliche Ziel hinausgeschossen ist, und einfach nur neue Dogmen geschaffen hat, welche die alten ersetzt haben.
Doch da ist im Augenblick auch noch etwas anderes, geradezu unverschämtes und unheimliches, was im Begriff ist zu entstehen. Etwas, was es wohl in Deutschland seit 1933 nicht mehr gab. Etwas jenseits von rechter und linker Ideologie, etwas jenseits von kapitalistischer und sozialistischer Idealisierung, etwas jenseits von Zeit und Raum. Etwas, ohne dem das Dichten und Denken unmöglich ist. Die Freiheit des Geistes. Frei von Denkverboten und freiwilliger Selbstkontrolle, frei von Furcht und Vorurteilen. Denn nicht die aktuellen Dogmen waren das eigentliche Ziel der "re-education", sondern die Erschaffung echter und vollkommener Demokraten. Bleibt darum standhaft und lasst euer Verhalten selbst in grösster Not Vorbild für alle sein, dann steht Deutschland bald wieder eine Epoche der Aufklärung, Versöhnung und damit Weiterentwicklung bevor.

Tod, wo ist dein Stachel - Hölle, wo ist dein Sieg?

Frohe Weihnacht all denen, die derzeit geprüft werden.
Volker Faust
02. Dezember 2011 00:03
Tja, was wir längst vermuteten und nie wirklich wahr haben wollten; wir leben längst in einer Diktatur. Nur eben nicht in jener, die eine Mehrheit (oder doch nur eine laute Minderheit?) so verdammen und verhindern wollen.
Unsere Diktatur ist eine Neue. Eine Diktatur deren Feind eben nicht der Jude oder der Ausländer ist, sondern der Deutsche, der sein Land und Volk nicht verachtet, sondern liebt und es bewahren möchte.
Ich warte auf den Tag, an dem man von den ersten Transporten von "Nazis" in irgendwelche "Toleranzcamps" oder ähnlichem hört. Und ich glaube, es ist kein Gespinne, sondern wird tagtäglich wahrscheinlicher. Und es sind eben kein Stauffenberg's oder Scholl's irgendwo zu sehen. Auch gibt es diesmal keinen "goldenen Westen" in den man flüchten könnte. Und es werden auch keine Amerikaner, Russen oder Briten kommen um uns zu "befreien".
Dieser Diktatur fehlen die ernstzunehmenden Gegner.
Denn eines ist diesmal anders, als in anderen Diktaturen: Die Propaganda hierzulande ist global einheitlich und perfektioniert. Hinzu kommt die sich langsam entwickelnde totale und perfekte Überwachung. Dagegen war die Stasi der DDR ein Witz.

Jaja, man kann mich wieder als Pessimisten bezeichnen und ich gebe jedem auch Recht. Doch ich verteidige mich mit folgendem Zitat von Cyrano de Bergerac: "Der Pessimist ist jemand, der vorzeitig die Wahrheit erzählt." - Bis dann. Wir sehen uns also in den "Toleranzcamps".
Martin Lichtmesz
02. Dezember 2011 01:45
@ H. F.

Auf Kommentare aus diesem Genre kann man bei solchen Diskussionen so sicher warten wie auf den Gongschlag.

Und Sie, stehen Sie auch in einer Frontlinie und oder spielen Sie nur den Abgeklärten?

Man kann sich aber nicht hinstellen und sagen, dass es ungerecht ist.


Ich tue es aber. Ich stelle mich hin und, daß das ungerecht ist. Wenn ich es nicht tue, wenn wir es nicht tun, wer dann? Einer muß es tun, sich hinstellen, und sagen, daß das UNGERECHT ist.

Es ist vor allen Dingen die Lage, in der wir leben müssen.


Noch so eine nutzlose Meldung. Was heißt "müssen"? Wir "müssen" gar nichts.
N.A.
02. Dezember 2011 08:29
Schlimm ist das, in der Tat. Aber genauso schlimm finde ich das hilflose Händeringen der Gerechten. Ich kenne Herrn Pella nicht und seine Kämpfernatur oder seine Vernetzung, aber sollte er in diesem Bereich Unterstützung gebrauchen können, dann ist das so ein Moment, in dem alle die noch ein Rückgrat haben aufstehen und ihm diese anbieten. Das ganze schreit nach Klageweg.
eulenfurz
02. Dezember 2011 09:50
@d.n.
... Tatsächlich dürfte diese langsame, zermürbende, bürokratische Form der Existenzvernichtung ohne historische Parallelen sein.


Das sich humanistische nennende Gemeinwesen geht davon aus, daß jeder Träger böser Meinungen vor der freien Wahl stünde, sich der guten Meinung anzuschließen. Die gute Meinung ist jene, die von der Obrigkeit postuliert wird. Den Sanktionen, der Bedrohung und der gesellschaftlichen Ächtung kann das als Täter angeprangerte Opfer erst als „Aussteiger“ entgehen. Die hierfür vorgesehenen Organisationen sorgen für eine Wiedereingliederung in das soziale Umfeld, in Arbeit und Familie. Die christliche Formel für solch einen kathartischen Prozeß lautet: Verfehlung – Bekenntnis – Reue – Vergebung.
VRIL
02. Dezember 2011 10:20
ganz schlechte Nachrichten für die Deutschnationalen : TzG kommt wieder ( jaja , die Leute vergessen schnell ) - TzG + Henkel und ein paar Leute aus dem rechtskonservativen Milieu gründen eine Partei rechts von der CSU ( eine von JF co. häufug vorgetargene Forderung ) - dumm nur : TzG ist ein lupenreiner Proatlantiker , eine Art Wilders für bildungsferne brd Menschen .

Sollte TzG tatsächlich 17% der rechtskonservativen Stimmen in der brd holen können die alten Rechtsparteien einpacken ( Verbote werden dann überflüssig ) ; allerdings ist dann auch die Geschäftsgrundlage der kleinen rechtskonservativen Verlage hin .

doch .

doch doch .
rd
02. Dezember 2011 10:52
An N.A.:
Herrn Pella lernte ich vor zwei Jahren bei einem IfS-Seminar kennen; ein nach außen zurückhaltender und bescheidener Typus, der im Dialog aber positiv einnehmend und sehr intelligent, belesen sowie politisch standfest wirkt.
Vielmehr blieb mir aber in Erinnerung, wie dieser bei dem üblichen Fußballspiel U-25 vs. Ü-25 für die "Alten" bei deren 9:1 Sieg ALLE neun Tore schoß und damit die Mär vom rechtsintellektuellen Stubenhocker Lügen strafte... :) Soviel zu dessen "Kämpfernatur"!
Wolf Gerbrunnenhaus
02. Dezember 2011 11:36
@LM

Sie haben völlig recht, daß man den Lügen offen widersprechen muß. Aber nicht immer und nicht wenn man seine eigene Existenz damit vernichtet.

Ich will einfach meine Existenz behalten. Ist das nicht zu verstehen?
Thomas
02. Dezember 2011 12:27
Danke Herr Kubitschek dafür, dass Sie diesen feigen Akt des moralisch verkommenen Denunzianten öffentlich gemacht haben!

Meines Erachtens müsste angesichts der fortgesetzten Hetzkampagnen der Linken - die inmitten des gegenwärtigen totalitären Meinungsklimas wie zu sehen ist bürgerliche Existenzen zu zerstören vermag - als ein Forschungssubjekt des IfS die Frage zu untersuchen sein, wie man in einer konkreten sich zuspitzenden Denunziationssituation Gegenwehr möglich ist, und zwar nach einem bestimmten, sinnvollen Plan.

Man könnte hier Strukturen schaffen, die in einer solchen Situation z.B. die Vorgesetzten des Inkriminierten ebenso wie es zuvor die linken Denunzianten getan haben, telefonisch darauf hinweisen, dass ihr Name im Rahmen dieser Auseinandersetzung ebenso in das Internet kommt und somit ihrer Karriere schaden könnte, dass dieses oder jenes Gerichtsverfahren folgen könnte, dass die Sache den betrieblichen Frieden stören könnte etc. pp.

Also die vom IfS geforderte "Verstetigung" der Gegenwehr durch konkrete Strukturen. Ich weiß, das schreibt sich leicht, aber es wäre zu überlegen. Oder vielleicht eine Website mit einem sehr aussagekräftigen Domain-Namen, die öffentllich zugänglich mit einer Art Zeitleiste, einem Art Ticker, die Opfer der Political Correctness und linken Hetze, die kein Mass mehr kennt, konkret benennt und die Umstände ihres Falls in einem knappen Artikel mit Links jeweils darstellt. Also eine Art öffentliches Register der Kampagnen und ihrer Opfer. So liesse sich das ganze Ausmass verdeutlichen, denn so bleibt es immer nur eine kurze Meldung ... also vergleichbar etwa mit ehrenmord.de
Martin Lichtmesz
02. Dezember 2011 12:44
@ Wolf Gerbrunnenhaus

Natürlich ist das zu verstehen. Man kann von niemandem verlangen, seine Existenz aufs Spiel zu setzen.

Der Satz "Man kann sich aber nicht hinstellen und sagen, dass es ungerecht ist" ist aber offenbar normativ gemeint, auf eine wirklich unakzeptable Weise.
eulenfurz
02. Dezember 2011 13:09
@Wolf Gerbrunnenhaus
Aus Sicht des in eine Wohlstandsgesellschaft eingebetteten Individuums ist das verständlich. Deswegen ist es auch für diese Individuuen heute nicht mehr nachvollziehbar, wie jemand - etwa im Krieg - sein Leben für eine größere Gemeinschaft oder ein höheres Ziel freiwillig opfern konnte.

Das hängt aber sicherlich auch mit der Sozialisation zusammen. In Krieg und Frieden ist es einfach, mit einem Millionenheer mitzumarschieren. Aber auszuscheren ... echte Freiheit zu finden und zu erkämpfen ... seinen Willen und sein Wollen über seine eigene ansonsten jämmerliche Existenz zu heben ... ist verdammt schwer.
Thomas
02. Dezember 2011 13:41
Ich habe noch vergessen zu erwähnen, daß man auf meinem vorgeschlagenen öffentlichen PC(Political Correctness)-Kampagnen-Register dort auch die *TÄTER* ebenso konkret benennen könnte bei der jeweiligen Kampagnendarstellung. Das wäre auch ein weiteres Druckmittel für mein vorgeschlagenes "Anti-PC-Kampagen-Büro" und seine Tätigkeit. Also nach dem Motto: "Sollten Sie weiterhin das Kampagnenopfer X mit der Vernichtung seiner bürgerlichen Existenz bedrohen, werden wir dies auf xyz.de im Rahmen einer Detaildarstellung dieser Kampagne veröffentlichen und dabei auch Ihren Namen und Ihre Rolle dabei dauerhaft öffentlich machen."

Das angesprochene "Anti-PC-Kampagnenbüro" könnte nur "tagen" bzw. erst informell zusammentreten bei einer konkreten Kampagne, sobald diese ruchbar wurde oder sich zusammenbraut, um dann SOFORT aktiv den Kontakt zum Betroffenen zu suchen, ihm Unterstützung und Expertise für seinen Fall anzubieten, zum richtigen Umgang mit Medien und Öffentlichkeit, ihm Strategien zur Bewältigung an die Hand geben, den ggf. noch vorhandenen Widerstand dagegen personell identifizieren, zusammenführen und somit zu stärken, Pressemitteilungen zu lancieren, ihm einen spezialisierten Rechtsanwalt zu vermitteln, wobei dieser sofort die Kampagnentäter per Anwaltsschreiben unter Druck setzt ... etc. pp. - also in einer konzertierten Aktion eine konkrete Gegenkampagne in der konkreten Situation nach einem immer gleichen, strukturierten Massnahmenplan durchführen.
U.L.
02. Dezember 2011 13:51
"In Amerika zieht die Mehrheit einen drohenden Kreis um das Denken. Innerhalb dieser Grenzen ist der Schriftsteller frei; aber wehe, wenn er sie zu überschreiten wagt! ... Der Machthaber sagt hier nicht mehr: 'Du denkst wie ich, oder du stirbst'; er sagt: 'Du hast die Freiheit, nicht zu denken wie ich; Leben, Vermögen und alles bleibt dir erhalten; aber von dem Tag an bist du ein Fremder unter uns. Du wirst dein Bürgerrecht behalten, aber es wird dir nicht mehr nützen; denn wenn du von deinen Mitbürgern gewählt werden willst, werden sie dir ihre Stimme verweigern, ja, wenn du nur ihre Achtung begehrst, werden sie so tun, als versagten sie sie dir. Du wirst weiter bei den Menschen wohnen, aber deine Rechte auf menschlichen Umgang verlieren. Wenn du dich einem unter deinesgleichen nähern wirst, so wird er dich fliehen wie einen Aussätzigen; und selbst wer an deine Unschuld glaubt, wird dich verlassen, sonst meidet man auch ihn. Gehe hin in Frieden, ich lasse dir das Leben, aber es ist schlimmer als der Tod.'"

Alexis de Tocqueville 1805-1859
rem
02. Dezember 2011 15:46
von einem referenten eines landtagsabgeordneten kann man politische übereinstimmung mit seinem arbeitgeber erwarten. wenn der abgeordnete die nicht mehr gegeben sieht, ist eine entlassung gerechtfertigt.
tacitus
02. Dezember 2011 16:53
@rem

Und die Denunziation Pellas als "Rechtsextremisten" ist für Sie Indiz genug festzustellen, daß diese politische Übereinstimmung nicht gegeben ist?

Sehen Sie nicht, daß es hier nicht um die reale politische Einstellung Pellas geht, sondern um die Vernichtung der sozialen Existenz eines - aus der Sicht des Denunzianten - Andersdenkenden?
Martin
02. Dezember 2011 17:45
@tacitus

Und wenn sich der Dienstherr auf solche offensichtlichen, billigen Denunziationen einlässt, ist er es nicht wert, dass man sich für ihn einsetzt und für ihn arbeitet.

Ein Verlust eines "jobs" ist kein Weltuntergang und schon gar nicht die Vernichtung einer "sozialen Existenz" und kann immer auch die Chance für einen Neuanfang sein - gut, unser System ist schon so gestrickt, dass sich jeder verschuldet, für was auch immer, im besten Fall für ein Immobilie ...

das ist aber so gewollt, damit wird der "Übers-Stöckchen-Spring-Faktor" des Arbeitnehmers deutlich erhöht. Wo sind schon die Leute, die genug "Fu.. You- Money" haben, um sich den Luxus einer abweichenden Meinung leisten zu können ?

Wo sind sie, die angeblichen "rechten Netzwerke", die in solchen Fällen demjenigen, den es trifft, einen neuen Arbeitsplatz anbieten können?

Aber das sind ein andere Themen ...
Wolf Gerbrunnenhaus
02. Dezember 2011 18:27
@rem

Das liegt auf derselben Ebene, wie die Gesinnungsprüfung für Feuerwehrleute und Kindergärtnerinnen in MV.

Selbst ich, als Physiker (vollkommen unpolitisches Arbeitsgebiet) mußte bei meiner Einstellung einen Wisch unterschreiben, der sich auf meine Gesinnung bezog. Interessant ist dabei, daß an unsere lieben Mitkollegen mit Migrationshintergrund nicht die gleichen strengen Maßstäbe gelegt werden, weder fachlich noch politisch.
Es gibt auch soetwas, wie ein Kritikverbot an unseren Kollegen. Ich habe es selbst erfahren, als ich eine Arbeit eines irakischen Kollegen mal näher auf Substanz abklopfen wollte. Ergebnis war, daß ich zum Chef zitiert wurde und eine Abmahnung bekam. Die Unterstellung der Ausländerfeindlichkeit steht sofort immer im Raum.

Wie Franz Wei es schon richtig bemerkte, muß man heucheln und nichts verlautbaren, was man wirklich denkt.
Isabel
02. Dezember 2011 20:22
Dieser Vorfall kommt nicht überraschend und empört dennoch - er ist ein Baustein in der ohnmächtigen Wut, die sich mehr und mehr ansammelt, insbesondere beim Verfolgen der Nachrichten der letzten Tage, aber auch vorher schon.
Nur: was tun? Man kann hier viele Worte schreiben und sich darüber aufregen, daß es ungerecht ist, nur wird das eben so gut wie niemanden interessieren.
Die Frage, die sich unausgeprochen stellt, ist: was können wir tun, daß diese Ungerechtigkeiten an Zahl und Intensität abnehmen?
Und: warum sind gerade Deutschlands Rechte und Konservative so verdammt solidaritätsunfähig?
Auf der Linken würde es niemandem einfallen, einen anderen fallenzulassen oder zu entlassen, nur weil derjenige sich eine eigene Meinung erlaubt oder bei einem widerwärtigen anonymen Denunzianten in Ungnade gefallen ist.
Ich wüßte gern, warum gerade unter Konservativen eine derartig starke Grundtendenz der Feigheit, des vorauseilenden Gehorsams herrscht.
rem
02. Dezember 2011 21:36
In der CDU kann eine Heimat für rechtskonservative Denkansätze und Überzeugungen nicht mehr verortet werden!




ein schneller denker, dieser sebastian p.
Depero
03. Dezember 2011 01:04
Der "kleinschreiber" muß sich sicher keine Gedanken um Denunzianten machen.
waldemar
03. Dezember 2011 06:30
@Ein Verlust eines „jobs“ ist kein Weltuntergang und schon gar nicht die Vernichtung einer „sozialen Existenz“

Richtig, aber wer glaubt denn, daß Herr Pella nun ohne weiteres einen neuen Job findet? Und sollte er es, wie lange dauert es, bis er aufgrund einer Denunziation auch diesen wieder verliert?
So gesehen trägt bereits der erste Jobverlust durch Denunziation den Anfang der Vernichtung einer sozialen Existenz in sich.
CitizenKane
03. Dezember 2011 16:14
Die derzeit herrschende Klasse, besser Oligarchien, führt Krieg gegen das eigene Volk mit dem Ziel einer neuen Weltordnung.
Die schlimmsten Feinde der Konservativen ist die verkommene Führungsclique der C*DU!
Sie begeht Verrat!
Es geht derzeit nur noch um die Sicherung der Pfründe, wie immer in der Geschichte, darauf ist alles zurückzuführen. Dafür gibt man in der C*DU alles auf.
Wie gesagt, die intellektuellen Hahnenkammschwellungen sind für die Katz.
Differenzieren heißt, das Offensichtliche verschleiern (Lichtmesz)
Den intellektuellen Diskurs versteht das indoktrinierte und eingeschüchterte Volk nicht.
Die Änderung setzt hier erst ein, wenn ihm bewusst wird, dass ihm der Beutel abgeschnitten wurde.
Das wird jetzt bald kommen, es dämmert ihm schon!
Entscheidend ist hier noch, dass die herrschende Klasse beginnen muss, ihre Wahlklientel, die Staatsparasiten mangels Kohle feuern muss, und wenn es der Sozialstaatsmafia an den Kragen geht.
Das Geld und der der Kredit der fleißigen Vorgängergenerationen ist verbraucht, das Geschaffene vernichtet.
Es lässt sich noch eine Zeit mittels Gelddrucken verschleiern, dann platzt die Bombe.
Der Plagiator hat das erkannt.
Leute wie er riechen ihre Chance, er steht in den Startlöchern, den Unionsbossen geht bereits die Muffe! ;->>>
Beutel weg und der dazugehörige Tribun, das sind die Vorrausetzungen für historische Brüche!
Also , Kopf hoch, es nähern sich interessante Zeiten.
Es ist Götterdämmerung!
CK
anna
03. Dezember 2011 16:40
@isabel
Ich denke, es ist deswegen, weil wir tatsächlich sehr wenige sind. Ich lerne häufig neue Leute kennen und bei vagen politischen Äußerungen kommt meist (immer) sofort eine klare Gegen-Positionierung.
Man muß heute meiner Erfahrung nach schon ein sehr politischer Mensch sein, um die "gegen-rechts-kampagnen" zu HINTERFRAGEN (einfach nur hinterfragen).
Ich denke es ist relativ einfach sich für etwas zu engagieren, wenn man die Mehrheitsmeinung (gefühlt oder real) hinter sich weiß.
Aber es fehlen einem wirklich die Worte, wenn eine solche Denunziation mit "es lebe der Kommunismus" unterschrieben wird und dann noch durchgeht.
karlmartell
03. Dezember 2011 23:15
Horst Seehofer, 63,(CSU) sagte, er glaube nicht an eine Partei rechts von der Union. "Wir haben sie in der Nachkriegsgeschichte verhindert und werden sie auch weiterhin verhindern".


Thomas P.M. Barnett, ein Strategieberater des Pentagon schreibt in seinem Buch Bluprint for action: „Aufgrund seiner schnell alternden Bevölkerung kann es sich Europa nicht mehr leisten, auf ‘Gastarbeiter’ zurückzugreifen, sondern muß dem Beispiel der USA folgen und seine Schleusen für den ungehinderten Einwanderungsstrom öffnen.
Rechtsgerichtete und einwanderungsfeindliche Politiker müssen zum Schweigen gebracht werden und haben von der Bühne zu verschwinden, und zwar schnell!“
…Unser Planet steckt voller Spinner, die gegen die Vermischung von Rassen und Kulturen wettern und sich der Erkenntnis verschließen, daß die Logik der Ökonomie obsiegen wird und nur sie die Menschen überzeugen kann.
Diese Logik erfordert eine Globalisierung, die sowohl multikulturell als auch multirassisch sein muß.
Sofern sie nicht von Kräften im Innersten des CORES heraus sabotiert wird, ist ihr Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. „Jawohl“ bekennt Barnett, „ich nehme die vernunftwidrigen Argumente unserer Gegner zur Kenntnis. Doch sollten sie Widerstand gegen die globale Weltordnung leisten, fordere ich:" Legt sie um!“

Über was wundern wir uns eigentlich?
PB
04. Dezember 2011 01:01
Mit der Anzahl an hoffnungsvollen CDU-Jungpolitikern und -politikerinnen, die in den letzten 15 Jahren auf diese Weise von ihren eigenen Parteigenossinnen und -genossen ihrer Illusionen über die Grundprinzipien demokratisch-konstruktiver Teilhabe an der Gestaltung der Zukunft unseres Landes (ein anderes haben wir nicht !) beraubt wurden, könnte man inzwischen ganze Landesverbände bestücken.

Beispiele (unvollständige Aufzählung):

Rohbohm/Jork
http://tinyurl.com/mvvrck

Hartenfels/Rösrath
http://tinyurl.com/c9s2nqc

Hessler/Bochum
http://tinyurl.com/7yvou4f

Lubisch/Bochum
http://tinyurl.com/6s9qrqm

JU/Göppingen
http://tinyurl.com/cdo8l8q

u.v.a.

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