16. November 2012

Identitäre Basisarbeit (2): Identitärer Lektüre-Kanon

Götz Kubitschek

Unter den Dutzenden Zuschriften, die uns in den vergangenen Tagen mit Bezug auf die Berichterstattung über die "Identitären" erreichten, enthielt gut die Hälfte Fragen nach Lektüre rund um das Thema "Identität". Mich freut solches Interesse nicht nur als Verleger und Leser, sondern auch, weil ich es für notwendig halte, daß über aller Lust an der Aktion die durchdachte Verortung nicht außer Acht bleibt.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Ich halte das für eine der großen Gefahren für eine "neueste Rechte": daß sie einen Protest artikuliert, der das Eigene nicht kennt und nicht lebt. Provokant ausgedrückt: Wer unter der Verteidigung des Eigenen am Ende nicht mehr versteht als "Konsumieren ohne Türken", hat nicht mehr Identität als jeder andere vaterlandslose Gesell.

Lesen also: Nach Orange führte ich vgon Alain de Benoist das Buch Wir und die anderen mit (in der hervorragenden Übersetzung der edition jf), unter anderem um es vorzuzeigen, wenn es einen Anknüpfungspunkt für ein gespräch hätte geben müssen. Dieses Buch ist eine sehr gründliche, intellektuelle Beschäftigung mit dem Begriff der Identität und eine Annäherung an kommunitaristische Gesellschaftsreformen. Es formuliert keine Konsequenzen, sondern dekliniert eine unausweichliche Grundkonstante durch.  Bestellen kann man hier. Pflichtlektüre!

Ich hatte als Schinken mit dabei: Die deutsche Seele von Richard Wagner und Thea Dorn. Dieses Buch hat mittlerweile acht Auflagen erlebt und ist in jeder Hinsicht eine Fundgrube. Ellen Kositza hat es für die Sezession ausführlich besprochen. Grenzsaum zwischen Theorie und Kultur. Bestellen kann man hier. Pflichtlektüre!

Natürlich hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, welche Büchern aus meinem eigenen Verlag ich weiterreichen könnte, um die Franzosen auf unsere Strukturen und Denkrichtungen aufmerksam zu machen. Ich entschied mich für Die Verteidigung des Eigenen (Martin Lichtmesz), ein kaplaken-Bändchen, das wie kein zweites das Dilemma eines möglichen Angriffshebels beschreibt: Es gibt keinen Zweifel darüber, daß man unsere Zukunft verspielt, aber wir sehen die Spieler nur durch eine Milchglasscheibe. Pflichtlektüre, hier bestellen.

Ich nahm zweitens mein eigenes kaplaken mit, Provokation, weil ich hörte, daß diese 2007 verfaßte "Theorie der konservativ-subversiven aktion" von jungen Aktivisten aus Österreich und Deutschland sehr genau gelesen und als Handlungsanleitung verstanden würde. Einer der Köpfe des Bloc plant nun eine Übersetzung, und als ich fünf Exemplare für Orange einpackte, sah ich, daß nur noch rund sechzig lieferbar sind. Hier bestellen.

Es gehören aus der reihe kaplaken mit Sicherheit Das konservative Minimum (Karlheinz Weißmann, Das konservative Prinzip (Günter Scholdt) und Widerstand (Frank Lisson) in den Bereich der Selbstverortung - alle drei Bändchen sind fast vergriffen. Von Weißmann stammt auch Band 1 des vom Institut für Staatspolitik herausgegebenen Staatspolitischen Handbuchs. In diesen Leitbegriffen wird neben dem Begriff Identität vieles definiert und mit weiterführender Literatur erschlossen, was zum argumentativen Grundbesteck Identitärer gehört. Pflichtlektüre! Hier bestellen.

Aus der Feder Günter Maschkes zähle ich die Essay-Sammlung Das bewaffnete Wort zum unverzichtbaren Kanon. Drei Texte daraus sind Augenöffner, die einem die Lektüre ganzer Regalmeter ersparen: "Die schöne Geste des Untergangs", "Die Verschwörung der Flakhelfer" und eben "Das bewaffnete Wort". Pflichtlektüre! Hier bestellen.

Außerdem haben wir eines der ersten Sezession-Hefte zum Thema "Identität" gemacht: Oktober 2004, längst vergriffen, aber hier einsehbar (mit dem grandiosen Aufsatz von Harald Seubert über die "Verortung") und hier als Gesamt-pdf zum download.

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