15. August 2013

Ende der Sommerpause (1): Arbeitsplan bis Ende Oktober

von Götz Kubitschek / 13 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

einmannkaserneDen Lesern dieses Netz-Tagebuchs ist nicht verborgen geblieben, daß wir uns nur selten gäußert haben in den vergangenen Wochen. So ist das meistens: daß alle Autoren zugleich der Neigung nachgeben, einmal nichts zu sagen, sondern zu grübeln, zu planen und Substanz anzusammeln. Womit waren sie, womit sind sie beschäftigt, die Federn der Sezession, die sich nun zurück zum Dienst melden?

Heino Bosselmann (er trug das Tagebuch gewissermaßen durch die stumme Hitze) sichtete Manuskripte für seinen noch taufrischen Moränenland-Verlag und freut sich darüber, wie er mir berichtete, daß er täglich Bestellungen zur Post tragen kann, obwohl es sich bei dem bisher einzigen Titel seines Verlags um den Lyrik-Band Urstrom von Martin Mollnitz handelt.

Ich kann diese schöne Erfahrung mit der bisher nur vermuteten, nun näher ergründeten, belletristischen Lektüre-Ebene unserer Leser nur bestätigen: Meine Arbeit während der stillen Hitze war es, die seit langem geplante edition nordost aus der Taufe zu heben und ein erstes Paket aus Romanen und Erzählungen zusammenzustellen. Der Setzer hat bei der Gestaltung der Einbände ganze Arbeit geleistet, und der Zuspruch der Leser überrascht mich trotz mittlerweile langjähriger Verlegererfahrung: An den Romanen von Jean Raspail und Domenico di Tullio, der Erzählung Horst Langes und der Novelle Joachim Fernau herrscht großes Interesse - es ist gerade so, als wollte die Leserschaft zeigen, daß sie nicht auf historische und politische Bücher fixiert sei, sondern ein zweites, schönes Bücherzimmer besitze.
Nebenbei konnten wir - daran war Benedikt Kaiser maßgeblich beteiligt - die 13. Staffel der kaplaken in den Druck geben (mit Titeln von Norbert Borrmann, Stefan Scheil und Armin Mohler) und natürlich die erste Palette des neuen Buchs von Manfred Kleine-Hartlage in den Versand geben.

Manfred Kleine-Hartlage: Er hat versprochen, ab kommendem Montag ein bis zwei Beiträgen pro Woche zum Netz-Tagebuch beizusteuern. Ich habe den Eindruck, daß er Auseinandersetzungen sucht, gerüstet durch seine intensive Beschäftigung mit der Kanalisierung des Politischen durch die politische Mitte. Außerdem besprechen wir bereits ein nächstes Buchprojekt.

Ellen Kositza: Sie arbeitete intensiv am August-Heft der Sezession mit (ihr eigener Beitrag über die ziemlich verrückten Mitford-Schwestern ist nur der sichtbarste Teil) und schloß das Lektorat am neuen Buch von Andreas Vonderach ab, das die Völkerpsychologie zum Thema haben wird.

Auch Martin Lichtmesz sitzt über einem Werk (anders möchte ich das nicht bezeichnen), Arbeitstitel: "Warum ich die Bibel lese". Lichtmesz versucht darin die Frage zu beantworten, ob das (mittlerweile in seiner Verfallsform beschreibbare) Christentum uns eher das Mark aus den Knochen saugt oder doch in der Verteidigung des Eigenen stützt. Selten habe ich Lichtmesz so ernsthaft und beinahe bang den Denkprozesses vorantreiben sehen.

Währenddessen hat sich Felix Menzel mit drei Mitarbeitern in Dresden festgesetzt - auch er eine Zeigerpflanze, an der deutlich wird, in welchem Untergrund zu wurzeln hat, wer so denkt wie wir. Philip Stein hat über die ersten Vorfälle in Dresden gestern einen Gastbeitrag verfaßt. Menzel sebst hat mit seinem Büro große Teile der Planungen für den 2. zwischentag übernommen, und dieser zwischentag wird um einiges reichhaltiger, internationaler und dichter besetzt sein als der vom Vorjahr, das kann man sich hier anschauen. Die Arbeit an dieser 2. Freien Messe wird uns alle in den nächsten Wochen beschäftigen, bevor sie am 5. Oktober über die Bühne geht.

Zwei Wochen vorher hält Erik Lehnert die Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik zum Thema "Heimat" ab - diesmal wieder in Schnellroda. Soweit ich weiß, sind fast alle Hörerplätze belegt, aber wer unbedingt dabei sein will, kann hier sein Glück versuchen. Lehnert arbeitet außerdem am 4. Band des Staatspolitischen Handbuchs: Deutsche Orte lautet der Titel - man kann sich eine Art wissenschaftlichen und identitätsstiftenden Reiseführer darunter vorstellen. Wir peilen den November für die Veröffentlichung an.

Auch von Thomas Schmidt haben wir lange nichts mehr lesen dürfen. Dies ist umso bedauerlicher, als seine faktensatten Analysen stets zu den meistgelesenen Beiträgen unseres Netz-Tagebuchs gehören. Ich kenne den Grund, warum er sich rar macht: Auch er schreibt an einem Antaios-Buch, wir haben uns auf den Arbeitstitel "Deutschland 2020. Eine Prognose" geeinigt.

War die Sommerpause überhaupt eine? Bot sie Gelegenheit zur seelischen, geistigen und körperlichen Substanz-Anreicherung? Nicht immer, nicht für jeden: Dazu sind die Bedingungen zu wenig ausbalanciert, ist die Zeit zu prekär. Manchmal wünschte ich mir einen Film über die Umstände, unter denen unsere Autoren und Mitarbeiter das formen, was am Ende bleibt.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (13)

Inselbauer
15. August 2013 11:48
Sauber! Um die filmische Umsetzung muss man sich nicht sorgen; auf Basis der dokumentarischen Arbeit unserer Freunde von der Abteilung Horch und Guck (or "Hear and Look", K.H. Hoffmann) wird sich dieser Entwicklungsprozess später gut verfilmen lassen.
Die gepflegten Grausbirnen, die dem Gegner angesichts der munteren Aktivitäten eures Kreises aufsteigen, sind nicht zu unterschätzen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich das wirtschaftlich durchhalten lässt. Auch die innere Festigkeit, die man braucht, um eine Kellerwohnung als "Zentrum" mit Leben zu füllen, ist beeindruckend.
Und das alles ohne Jammern.
Rumpelstilzchen
15. August 2013 12:43
Jawoll, Ihr meldet Euch wenigstens gehorsamst zurück.
Die neuen Inszenierungen dienen weiter der Kunstfreiheit.
Bin sicher, Ihr werdet eine Superperformance hinlegen.
Bin gespannt.
Disobbedisco!
15. August 2013 13:46
Ich brenne auf Lichtmesz' Werk. Vielleicht eines der wichtigsten Themen innerhalb des eigenen Kreises.
Inselbauer
15. August 2013 18:15
@doppeldisko
Bei mir ist es eher die Angst vor dem Weihwasser (...) das Christentum ist und bleibt ein Kopfwehthema für den wackeren Nationalisten
corvusacerbus
15. August 2013 18:22
#Disobbedisco/Lichtmesz: Ja, so wichtig wie das vertiefte Verständnis des Ökonomischen, zum Beispiel des Verhältnisses immaterieller und materieller Werte, ihrer Produktion, ihres Erhalts und ihres Verzehrs, um Welt, Mensch und Leben zu verstehen, so zentral - und so vermißt, wenn ich mir diese Anmerkung leisten darf - ist für eine rechte, konservative Kraft, die verwurzelt sein will und sein muß, um bei Sinnen, kraftvoll und relevant zu sein, das Verständnis des Transzendenten und des Glaubens. Die Frage nach dem geoffenbarten Erlöser Jesus Christus, seiner Kirche und der Bedeutung, die dieser 'Salvator Mundi' für Deutschland und Europa hat ist nicht zu überschatzen - und für die Bedeutung, die Gott und Glauben für mich selbst und mein Sein in dieser Welt haben, gilt Nämliches. Übrigens, wem das alles zu luftig, fern oder fremd und wer religiös unmusikalisch ist, sollte hinsichtlich der Relevanz der Religion doch die grundlegende religionspolitologische These bedenken: "Wer Religion verkennt, erkennt Politik nicht!".
Erwalf
15. August 2013 21:51
Jedes der angekündigten Bücher reizt zur Lektüre, aber wenn man auch noch einiges andere lesen möchte oder zum Lesen hat, dann muß ausgewählt werden und auch Verzicht geübt, so schwer es fällt. Doch freue ich mich wie früher in der Kinderspielzeugabteilung des Warenhauses in der Vorweihnachtszeit: Auch wenn aus der Fülle des Angebotes nur ganz wenig zum wirklichen Geschenk wurde, so war doch die Freude groß darüber, daß es das alles gab und man es betrachten konnte und sich vorstellen, daß das eine oder das andere vielleicht später einmal doch noch zum Geschenk wurde und zum Eigentum. - Auch ich brenne auf Lichtmesz' Werk. Zudem würde ich alle belletristischen Werke gerne lesen, werde mich da aber zunächst auf den Casa-Pound-Roman beschränken. Eine Zeitlang sah ich die Schildkrötenfahne vom dahinter liegenden Hof aus jeden Tag wehen, deshalb das besondere Interesse.
Franz Schmidt
15. August 2013 21:58
Ich wünsche mir, daß man neben Alex Kurtagic weiteren "Ausländern" die Möglichkeit gibt, bei antaios zu publizieren.

Wie wäre es mit Greg Johnson, Tom Sunic, Kevin MacDonald, Richard Spencer, Matt Parrott, Michael O´Meara oder Jared Taylor?
apollinaris
15. August 2013 22:32
Ich freue mich sehr auf das Belletristik-Paket in betont bibliophiler, stilsicherer Ausstattung. Schön, dass der Verleger hier seine Leser nicht unterschätzt hat und ihnen ein über die Sachliteratur hinausreichendes Interesse zutraut. Es geht hier nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die "Haptik"; so ein schönes Druckerzeugnis in die Hand zu nehmen, den Duft der frischen Presse wahrzunehmen, das ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, an das man auch gerne zurückdenkt, wenn das Werk einmal gelesen ist.

Wenn DHL drei Mal klingelt... dann ist das manchmal wie Weihnachten oder es macht sich sogar ein Kindergeburtstagsgefühl breit. So entsteht eine emotionale Bindung, die Liebe zum Verlag wird gefestigt. - Fast ein Kalauer, aber es muss sein: "Wenn einem so viel Gutes widerfährt - dann ist das schon die eine oder andere Subskription wert."
Carsten
16. August 2013 13:27
Melde mich zurück zum Dienst in der Ein-Mann-Kaserne!
karlmartell
16. August 2013 15:25
...und zu all diesem Fleiß, es grüsst der liebe Jonathan ;-)
Franz Schmidt
16. August 2013 18:08
Ich habe das Paket bestellt. Darüber hinaus werde ich einzelne Bände gezielt zu verschiedenen Anlässen nachbestellen und verschenken.

Ein Tipp: Man kann die Antaios-Bücher auch auf AfD- und JF-Stammtischen vorstellen. Habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Götz Kubitschek
16. August 2013 20:47
dank an alle begeisterten und entgeisterten. die diskussion um lichtmessens nächstes buch führen wir, sobald wir es lesen können. kommentare also bitte abspeichern.
gruß und ende! gk
Mann
19. August 2013 13:48
Bitte Kurs geben für junge Aktivisten:
Der erreichbare Hauptgegner sind die Grünen. Sie geben die Richtung vor, der sich unter dem Druck ihrer Freunde in den Medien alle anderen Parteien anzuschließen haben.
Wie kann gegen die Grünen vorgegangen werden, spektakulär, kreativ, sympathisch und wirksam? Das ist der Knackpunkt.
Ein Hauptthema dabei: Enthüllung ihres Deutschenhasses.

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