Sezession
27. Oktober 2013

Rudolf Burger über Moral und Politik (Fundstücke 20)

Martin Lichtmesz / 13 Kommentare

BurgerEin Nachtrag zu den letzten "Fundstücken": da gab es einiges zum Lachen über einen Kummerkastenonkel der Süddeutschen Zeitung mit humangenetischen Neigungen, der einer besorgten Leserin erklärte, warum intime persönliche Beziehungen mit "Rechtsextremen" eine Sünde seien (übrigens gelten Menschen, die Eheschließungen mit Moslems für eine schlechte Idee halten, inzwischen als "rassistisch").  Begründet hat Dr.Dr.Dr. Sommer das so:

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Eine politische oder religiöse Einstellung, die Menschen ihren Zielen unterordnet, Grundideen wie gleiche Rechte, Freiheit oder gleiche Würde des Menschen negiert, die bereit ist, Menschen zum Mittel zu machen, geht so sehr an den Kern des Menschlichen, dass sie sich von der Person mit dieser Einstellung nicht trennen lässt.

Ich habe in meinem Kommentar ausgeführt, daß man diese Kriterien problemlos auch auf jede beliebige politische Richtung anwenden kann, insbesondere die Grünen, die Einwanderungslobbys und das mit ihnen verknüpfte "Integrations"-Business, deren Vertreter keine drei Sätze ohne die Vokabeln "Menschen" und "Menschlichkeit" bilden können, wohl damit ja keiner daran zweifle, wie sehr sie vor letzterer geradezu aus den Nähten platzen.

Nun finde ich in dem exzellenten Groß-Essay "Im Namen der Geschichte" des österreichischen Philosophen Rudolf Burger folgende Bemerkung:

Jedes politische Handeln ist unausweichlich praxis und poiesis zugleich. Umgang mit Menschen als Subjekten und deren Degradation zum Material. Wer es auf praxis reduzieren und moralisch "binden" will, ist entweder ein Heuchler oder er weiß nicht, was er sagt. Den anderen niemals nur als Mittel zu gebrauchen, wie es in einer seiner Fassungen der Kantische Imperativ verlangt, heißt zugegeben, daß er immer auch ein Mittel ist, und je weiter der angestrebte Zustand vom gegenwärtigen entfernt ist, desto stärker tritt dieses Moment hervor. In dem Maße, in dem das Handeln sich selbst als historisch versteht, hebt es das moralische Urteil im politischen auf.

Das liegt wahrscheinlich jenseits des Verständnishorizonts von Dr.Dr.Dr. Sommer, der mit einem hehren philosophischen Anspruch auftritt und sich wie Burger auf Aristoteles beruft. Für ihn spielt sich das "Politische" etwa in diesem Rahmen ab (man verzeihe mir, daß ich mal wieder das Triviale mit dem Anspruchsvollen mische, aber Trivialitäten wie eine Kummerspalte in der SZ zeigen eben recht gut, wieviel ideologischer Gehalt bereits in die kleinsten Ritzen des Alltags eingedrungen ist):

Abgesehen davon, dass man sich oft nicht aussuchen kann, in wen man sich verliebt, sollten politische Einstellungen meines Erachtens das Miteinander nicht dominieren. Wie hoch der Spitzensteuersatz sein soll, welche Schulform die beste ist oder wie das Gesundheitssystem zu organisieren, sind am Ende technische Fragen, unterschiedliche Einstellungen und Ideen, wie das Zusammenleben am besten gestaltet werden kann.

"Politik" wird hier vor allem als Management und Sachverwaltung verstanden. Nur knapp darüber beginnt dann allerdings schon die nicht mehr zur Disposition stehende "höhere Moral", in diesem Fall der "Menschenrechte", und damit die eigentliche Politik.  Daß auch diese Form der Bindung des Politischen keineswegs so harmlos ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, ist ein wesentliches Thema des selbsterklärten "Skeptikers" Burger. Dabei zeigt er sich völlig unbeeindruckt von der üblichen sentimentalisierenden Verwendung des Begriffes "Menschheit" (man könnte auch ergänzen: "Menschheitsfamilie", wie die nachkonziliare Kirche so gerne sagt):

Solange Menschen existieren, die den Namen Menschen verdienen, werden sie darüber streiten, was in konkreten Lagen gut ist und was böse. Und sie werden für ihre Überzeugungen auch kämpfen, wenn es sein muß auf Leben und Tod. Selbst wenn alle Menschen einmal Schwestern werden sollten und Brüder, würde sich daran nichts ändern: Die Atriden waren auch eine große Familie.

Und er ruft die alte Binsenweisheit in Erinnerung, daß der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist, als Warnung an alle politischen Lager (auch den Rechten gibt er einiges zu kauen):

Wir wissen heute, oder könnten es wissen: Alle großen Verbrechen entspringen großen Idealen, nicht dem bösen Willen, die Täter verfolgen aus ihrer Binnenperspektive immer "das Gute", ihr Antrieb ist stets eine "Begierde des Rettens" (Hegel) und sie sind um Objektivierungen nie verlegen, heißen diese Rasse, Klasse, Volk oder Nation: man kann den Nationalsozialisten oder Stalinisten vieles nachsagen, aber nicht, daß sie keine "Wertegemeinschaften" gewesen seien - der Kommunismus als Ideal war eine "Wertegemeinschaft" sogar im wörtlichen Sinne. Heute mobilisiert man im Namen der "Menschlichkeit", was den Gegner implizit zum Unmenschen erklärt. Die fürchterlichsten Massaker wurden niemals von Skeptikern oder Nihilisten verübt, sondern von Gläubigen und Utopisten, im Namen von mächtigen Idealen.

Am Beispiel des Terrors der französischen Revolution zeigt Burger, wie die Moral als "regulatives Prinzip" außer Kraft gesetzt und nach "strategischen Kalkülen" bestimmt wird, sobald sich der "Funktionär und Militante" ihrer bemächtigt, der sich als "Exekutor einer geschichtlichen Tendenz" versteht:

Moral geht allerdings als Impuls seinem Handeln voraus, das seinerseits einen Zustand herstellen soll, der als in sich sittlicher des moralischen Regulativs nicht mehr bedarf - was allerdings den Bruch gegebener Strukturen impliziert und also die Anwendung von Gewalt nicht ausschließt. (...)

Spätestens seit 1789 beruft der Revolutionär sich darauf, daß er wahre Rechtsverhältnisse erst herstellen will und daß er die Gewalt nicht erfunden, sondern vorgefunden hat und gegen ihre eigentlichen Urheber kehrt. Paradigmatisch steht dafür Saint-Just, der den Terror als Mittel zur Tugend empfahl (in der Rede zu den Ventôs-Dekreten z. B.) und natürlich vor allem Robespierre, der in seiner großen Rede "Über die Prinzipien der politischen Moral" (1794) den Schrecken geradezu zum Ausfluß der Tugend erklärte ("er fließt aus der Tugend", wie er wörtlich sagt). Da diese Männer selbst aus Tugend heraus handelten, war dieser Schritt nur konsequent, denn der Tugend ist, wie Hegel schreibt, "das Gesetz das Wesentliche, und die Individualität das Aufzuhebende". Ihre abstrakte Gewalt abstrakt zu verwerfen, wie es die konventionelle Moral verlangt, heißt mit ihrem Mittelcharakter das Ziel verurteilen, das in der Abschaffung gewaltförmiger Verhältnisse liegt. Mit anderen Worten, die Amoralität des politischen Militanten ist nur die zu Ende gedachte Moralität selbst.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (13)

Nihil
28. Oktober 2013 02:31

Rudolf Burger ist einer der großen österreichischen Unzeitgemäßen - wunderbar. Leider hat er keine brauchbaren Schüler und bisher noch kein zentrales Werk hinterlassen, aber viele interessante Fragmente. Oder irre ich?

Rumpelstilchen
28. Oktober 2013 08:16

Noch ein aktuelles Fundstück zu Moral und Politik:

Die neue Aktion der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau heißt:

Toleranz üben üben.

Ein Fundus von Ungereimtheiten und Wirrnissen ist da im Netz zu finden:
Die Bibelstelle Mk 12,31 wird abgewandelt in:
"Liebe deinen Mitmenschen, denn er ist ( nicht) wie du."
Frage an Dr. Sommer:
Heißt das, dass wir auch Rechte oder Rechtsradikale lieben dürfen ?

yvonne
28. Oktober 2013 09:37

Die Skeptiker und Nihilisten haben vielleicht selten großen Schaden angerichtet, aber sie haben eben auch niemals geherrscht. Wenn ein beklagenswerter Zustand in einen anderen seiner Art überführt werden soll, so braucht es in der Regel nun mal Gewalt.
Man kann zwar darüber streiten, ob der Zweck die Mittel heiligt, aber am Ende entscheidet die „Macht des Faktischen“, die sich für Moral gar nicht interessiert.

Fünf
28. Oktober 2013 12:36

Bei Wikipedia findet man die "Psychopathie-Checkliste von Robert D. Hare"

Dimension 1: ausnützerisch

- trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme
- erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl
- pathologisches Lügen (Pseudologie)
- betrügerisch-manipulatives Verhalten
- Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein
- oberflächliche Gefühle
- Gefühlskälte, Mangel an Empathie
- mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen

Psychopathie ist also eine zwingende Eigenschaft von Politikern.

Kint
28. Oktober 2013 14:55

Der zitierte historische Moralbegriff der Revolution steht natürlich im Widerspruch zu Wolffsohn. Der findet keine Gewalt vor und will dennoch alles umkrempeln.

M.L.: Er wittert doch überall "Antisemiten" und "Nazis", das ist doch schon "strukturelle Gewalt" genug, die man beseitigen müßte...

Und sagt nicht, warum ("weil es so ist, weil es kommt, nicht anders geht, alternativlos ist".) Deutlicher kann kaum werden, dass hier politische (somit wohl auch ideologisch begründete) Ziele im Dunkeln, unter "Deckmäntelchen" verfolgt werden. Von Politikern, die keine Ahnung von den Zielen haben oder wenigstens vorgeben, zu dumm zu sein, sie zu erkennen, verlangt er sowohl Durchsetzung als auch Konzepte für den gewaltfreien Verlauf. Damit macht er den Bock zum Gärtner - bzw. benennt Sündenböcke schon im voraus.

Die Logik ist übrigens erkennbar bemerkenswert. "Du glaubst nicht, dass Frau Holle es schneien lässt? Bist ein selten dummer Mensch. Siehst doch, dass es funktioniert". In Form von Witzen immer wieder ein Genuss.

Die Macht des Faktischen - sie appelliert an die Moral und macht sie sich, ins Gegenteil verkehrt, zu Nutze.

Amoral spielt Blindekuh, mit allen andern.

Nachtrag, da Kommentare zu: Der Broder hat an etwas gewonnen, was ich normalen Menschenverstand nennen würde. Jedenfalls klingt manches so. Die Erwähnung von Akif Pirincci zuletzt könnte in diese Richtung zielen. Alte Kamellen will doch keiner einer positiven Entwicklung in die Speichen werfen.

Wahr-Sager
28. Oktober 2013 15:52

@Fünf:

Interessant. Ich habe genau diese "Psychopathie-Checkliste" mal vor geraumer Zeit gegenüber Antifanten angewandt.
Passend dazu ist auch ein Artikel eines amerikanischen Psychiaters namens Dr. Lyle Rossiter, der "Liberals" (im Deutschen vergleichbar mit "Gutmenschen") für psychisch krank hält.

Rossiter geht davon aus, daß das öffentliche zur Schau gestellte Gutmenschentum nur als psychologische Krankheit verstanden werden kann: “Ein Sozialwissenschaftler, der die menschliche Natur versteht, wird die wichtige Rolle freier Entscheidungen, freiwilliger Zusammenarbeit und moralischer Rechtschaffenheit nicht abtun, wie Gutemenschen [sic] dies tun. Ein politischer Führer, der die menschliche Natur versteht, wird nicht die persönlichen Unterschiede in Talent, Antrieb, persönlichem Einsatz und Arbeitsethos ignorieren, und dann versuchen der Bevölkerung wirtschaftliche und soziale Gleichheit aufzuerlegen, wie Gutmenschen dies tun. Ein Gesetzgeber, der die menschliche Natur versteht, wird keine Gesellschaft schaffen, welche die Bürger eines Landes überreguliert und überbesteuert, ihren Charakter verdirbt und sie zu Zöglingen des Staates macht, wie Gutmenschen dies tun.”

Dr. Rossiter führt weiter aus, wie sich Gutmenschen die Schwächen und Ängste zunutze machen, indem sie der Gesellschaft einreden, daß bestimmte Gruppen benachteiligt wären und sie deshalb ein Recht auf Vorzugsbehandlungen oder sonstige Kompensationen hätten. Außerdem lehnten Gutmenschen die Eigenverantwortlichkeit des Individuums ab und ordnen das Individuum vielmehr dem Willen des Staates unter. Auch nährten Gutmenschen immer wieder die Gefühle von Neid und Mißgunst.

Hier geht's weiter.

Wahr-Sager
28. Oktober 2013 16:02

Zum 2. Link, der auf eine Seite verweist, auf der es um die Frage geht, ob Bildung Rassismus verhindern kann, heißt es:

Man sollte annehmen, dass die Universität ein Ort des freien, kritischen Geistes ist, international und weltoffen. Und weiter: je gebildeter die Menschen, desto toleranter. Eine Studie zeigt nun, dass die Gedanken von vielen Studierenden durchsetzt sind von Vorurteilen. Was klingt wie eine NPD-Parole, finden auch 50 Prozent der Studenten: "Mit weniger Ausländern gäbe es in Deutschland weniger Probleme." Antisemitische Denke wie "Juden nutzen den Holocaust und den Nationalsozialismus für ihre eigenen politischen Zwecke aus" erhält 40 Prozent Zustimmung. Und mehr als 60 Prozent bejahen antimuslimische Aussagen wie diese: "Deutsche Frauen sollten keine Muslime heiraten."

Das macht ja richtig Hoffnung, dass Deutschland noch nicht ganz verloren ist!

In dem Artikel des tiefroten Senders NDR wird wieder der Begriff Minderheiten bemüht. Als ob es sich prinzipiell um Behinderte handelte, die man mit Samthandschuhen anfassen müsste, weil sie niemandem etwas zuleide tun könnten. Das gilt selbstverständlich nicht für Deutsche - die haben auch als Minderheit braunes Blut in den Adern.

Stil-Blüte
28. Oktober 2013 16:18

Ist die Moral der Macht per se nicht zu bewerkstelligen?

Wer erinnert sich nicht an die pragmatische Fischer-Ära der Realos mit dem Marsch in die Institutionen und auf der anderen Seite der Moral einer Dittfurt, eines Bahro der Fundis, also der Idealisten, in der Mitte der 70er Jahre? Streit ohne Ende. Da flogen die Fetzen und Menschen. Die Idealos = Fundis unterlegen

An der Macht fuhren die Realos doppelgleisig als Fraktion pragmatisch, als Partei moralisch.

Meßlatte für uns? Das preußische Ideal des Staatsdienens, vom König Friedrich II. proklamiert (er, d e r Souverän, und eben nicht das Volk!), praktiziert (unermüdlicher pflichtbewußter Staatsdiener) und - wenig zelebriert, ritualisiert (Philosoph, Schöngeist). War das sein Verhängnis?

Und hier auch das Gedeihliche der Einwanderung, weil es verfolgten Einwanderern u n d Staat gleichermaßendiente/nutzte (beispielhaft die Juden und Hugenotten). Warum aber dann Preußen untergegangen ist, nicht sang- und klanglos, aber untergegangen, wer kann mir diese Frage beantworten? Profitierten doch alle Schichten, alle Strömungen, alle Existenzen, alle Andergläubige davon.

Allerdings gab es eine Voraussetzung: Preußen war (wenn auch viel kleiner) wie andere klassische Einwanderungsländer Amerika, Kanada, Neuseeland, Australien Pionierland.

Als in der BRD die Einwanderungswellen anrollten, war jeder Pflasterstein, jeder Feldrain, jedes Haus, jeder Garten schon x-mal vermessen, registriert, ge-/verkauft, verhökert, besetzt gewesen.

(Tut mir leid, zensiert nun M. L.: 'Thema verfehlt, setzen'?)

M.L.: Ist zwar ein bißchen "meta", aber paßt scho'.

Kint
28. Oktober 2013 17:27

„strukturelle Gewalt“ genug, die man beseitigen müßte…

Ja, aber damit meint er ja... stimmt: Gewalt, die keine ist. Nur die entgegenstehende Meinung derer, die seine krausen Umkehrungen nicht mitmachen wollen.
Ich wollte schon sagen: die Kräfte, die seine Revolution nicht wollen. Aber das einzig Gewalttätige ist seine Revolution selbst und sind deren Vorboten. Während er als Gewalttäter statt dessen die Nichtrevolutionäre verunglimpft. (Und die Politik dafür verantwortlich macht, weder die "Gedankengewalt" noch die tatsächliche zuzulassen.)
So ist das. Man verheddert sich in dem verqueren Zeug. Danke.

GFC
28. Oktober 2013 20:40

Einiges zu besprechen hier:

@Fünf und Wahr-Sager:
Die von Euch aufgelistete Psychopathen-Beschreibung passt, aber mir ist’s unwohl wenn es um die Einführung der Psychologie bei politischen Themen geht. Nicht, weil nichts daran ist, sondern weil das eine bevorzugte Methode des Feindes ist - die Gegenseite als geisteskrank zu verleumden. Nach Stalin wurde das sehr häufig in der UdSSR gegen Dissidenten angewandt und nun feiert diese Praxis ein Comeback, zumindest hier in den USA, wo von linker Seite her Versuche kommen , Konservatismus und desgleichen als eine Art Geisteskrankheit zu klassifizieren. Ich glaube, es wird z.Zt. fieberhaft daran gearbeitet, “Rassismus” ins nächste Ausgabe des DSM (“Diagnostical and Statistical Manual of Mental Disorders”) zu bringen.

Nun, ich bezweifle nicht, dass leidenschaftliche Gutmenschen Züge der Psychopathie tragen; was mich fasziniert und entsetzt ist die Tatsache, dass viele solcher Gutmenschen nicht psychopathisch am Anfang waren. Ideologie kann krank machen. Wenn man sich diese Ideologie annimmt, zum Glaube macht, wird man zwangsläufig Psycho.

@ML
Man kann auch folgenden Gedanken durchsickern lassen, vielleicht mit der Lektüre von Arthur Koestlers „Sonnenfinsternis“ im Hinterkopf: warum finden die gleichsam als Kollateralschäden bagatellisierten Opfer der laufenden gesamteuropäischen Totalverbuntungs-Politik, ob in Deutschland, England, Frankreich oder Skandinavien, eigentlich sowenige Advokaten, sowenige Empörte, sowenige menschenrechtsbeseelte Ankläger? Warum werden sie wie Opfer zweiter Klasse behandelt, warum fallen ihre Leben weniger ins Gewicht als andere? Warum wird soviel über sie gelogen, beschönigt, herumgedruckst, geklittert? Warum werden soviele Ausreden für die Täter fabriziert, warum werden die Opfer selbst dann noch verdächtigt und mißtrauisch beäugt, wenn keine erkennbare Schuld auf ihrer Seite lag?

Das ist was ich so verblüffend finde: es ist klar, das Totschweigen deutscher Opfer fremder Gewalt (oder hier zu hause, weiße Opfer schwarzer Gewalt, usw.) bzw. Verhöhnung der Opfer bedient politische Ziele, aber wie kommen so viele Menschen auf diese Ideen und diese Handlungsweisen, ohne direkt darin unterrichtet zu werden? Es ist als ob sie Signale empfangen, die ich nicht spüren kann. Ich habe die gleiche Schulung durchgemacht wie sie, aber wenn z.B. ein schwarzer Mob einen Weißen überfällt, sie wissen darüber zu schweigen, während ich mich empöre; oder wenn, wie im Zimmerman-Fall in Florida, ein nicht-Schwarzer einen Schwarzen aus Selbstverteidigung erschießt, ohne jegliche Details zu erfahren fangen sie sofort an, dem Täter alles mögliche böse Motiven zu unterstellen. Keiner hat sie jemals gesagt, ihr sollt zu jeder Zeit an den Untergang alles eignes und herkömmliches, aber irgendwie wissen sie stets, wie sie im bestimmten politischen Sinne zu handeln haben.

Endgültige, sozial- oder naturwissenschaftliche Erklärungen fehlen mir; als Katholik habe ich kein Problem damit, Satan am Wurzel dieses bösen Rätsels zu orten. Vielleicht ist die Lage in der westlichen Welt so verrückt und verdorben geworden, da genügen nur religiöse Erklärungen.

Wahr-Sager
28. Oktober 2013 22:45

@GFC:

Im Grunde ist die Problematik auf einen Aspekt zurückzuführen, der einen religiösen "Touch" hat...

Revolte
29. Oktober 2013 00:06

Von dem Mythos, die Moral gepachtet zu haben und für Menschen und die Menschlichkeit zu kämpfen, leben die Linken bis heute.
Wie heißt es im Lied der Partei: "Wer die Menschheit verteidigt, hat immer recht."

Martin Lichtmesz
29. Oktober 2013 08:57

Badeschluß, Dank an alle!

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