Ideologiekritik und Elternrecht

von Konrad Gill

Den Anfang machten, wie immer bei revolutionären Ereignissen, die Franzosen. Als die Regierung Hollande bald nach Amtsantritt verkündete, unter der Parole „Ehe für alle“ die völlige Gleichstellung der Ehe mit homosexuellem Zusammenleben, einschließlich des Adoptionsrechts, bewirken zu wollen, kam es zu Massenprotesten in Paris und anderen französischen Städten. Nun zieht eine sehr engagierte Gruppe in Deutschland nach: Die nächste Demonstration in Stuttgart findet morgen, am 5. April, um 15 Uhr statt.

 Gastbeitrag

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In der Bun­des­re­pu­blik fand das The­ma zunächst eher wenig Beach­tung. Als Ende 2013 ein inter­nes Arbeits­pa­pier des SPD-regier­ten baden-würt­tem­ber­gi­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums über einen „Bil­dungs­plan 2015“ bekannt wur­de, der die Ziel­rich­tung für die wei­te­re Ent­wick­lung der Lehr­plä­ne an staat­li­chen Schu­len vor­ge­ben soll­te, änder­te sich dies.

Nach und nach wur­den – über­wie­gend außer­halb der gro­ßen Pres­se­or­ga­ne – Details bekannt, die im noch nicht weit­ge­hend ent­christ­lich­ten süd­west­deut­schen Bun­des­land bis dahin eher unge­wohnt und als Phä­no­me­ne nur „aus Ber­lin“ bekannt waren: der neue Bil­dungs­plan sehe vor, die För­de­rung von Tole­ranz und Akzep­tanz jeg­li­cher sexu­el­len Aus­rich­tung in den Lehr­plä­nen zu ver­an­kern – fächer- und alters­über­grei­fend. Angeb­lich „auf Schul­hö­fen“ weit­ver­brei­te­ten Vor­ur­tei­len und Vor­be­hal­ten gegen­über Homo­se­xu­el­len sol­le vor­ge­beugt bzw. durch die Leh­rer aktiv ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. Hin­zu kam – Schüt­zen­hil­fe der Leh­rer­ge­werk­schaft GEW – ein bizar­rer „Fra­ge­bo­gen“, in dem Schul­kin­der mit pein­li­chen und indok­tri­nie­ren­den Fra­gen zu Homo­se­xua­li­tät und zu sexu­el­len Prak­ti­ken trak­tiert wer­den soll­ten. Gedacht war dies als per­spek­ti­vi­sche Ver­keh­rung zu soge­nann­ten hete­ro­nor­ma­ti­ven und ergo alt­ba­cke­nen Ansätzen.

Die ers­te öffent­lich wahr­nehm­ba­re Reak­ti­on aus dem Volk war die von dem Real­schul­leh­rer Gabri­el Stäng­le initi­ier­te Peti­ti­on gegen den Bil­dungs­plan: „Kein Bil­dungs­plan unter der Ideo­lo­gie des Regen­bo­gens“. Stäng­le war zu die­sem Zeit­punkt Refe­rats­lei­ter für Schul­po­li­tik im Real­schul­leh­rer­ver­band sei­nes Bun­des­lan­des. Der zuneh­mend pro­fes­sio­nel­ler auf­tre­ten­den Grup­pe um Stäng­le gelang es, inner­halb weni­ger Wochen fast 200.000 Unter­schrif­ten gegen den Bil­dungs­plan zu sam­meln, damit das selbst­ge­steck­te Ziel um das Dop­pel­te zu über­tref­fen und das The­ma schlag­ar­tig in die Pres­se zu bringen.

Wäh­rend die Kri­tik unge­steu­er­ter Mas­sen­ein­wan­de­rung, zügel­lo­sen Kon­su­mis­mus‘ und der kul­tu­rel­len Zer­stö­rung Euro­pas auf kei­ne gro­ße Reso­nanz hof­fen darf, hat­te das The­ma der Peti­ti­on offen­kun­dig vie­le Baden-Würt­tem­ber­ger wach­ge­rüt­telt. Vor allem christ­li­che Kir­chen und Grup­pen empör­ten sich in einem für das bür­ger­lich-kon­ser­va­ti­ve Milieu bis­her unge­kann­ten Ausmaß.

Bedenkt man die schon oft the­ma­ti­sier­te Prä­senz von Homo­se­xu­el­len in der Medi­en­land­schaft, so kön­nen die hef­ti­gen Reak­tio­nen auf die Peti­ti­on nicht ver­wun­dern. Zunächst ver­such­ten „enga­gier­te“ Jour­na­lis­ten, die Peti­ti­on auf pie­tis­ti­sche Frömm­ler zu redu­zie­ren und auf die­se Wei­se den Pro­test zu mar­gi­na­li­sie­ren. Gleich­zei­tig wur­de Gabri­el Stäng­le per­sön­lich mas­siv ange­grif­fen, wur­de straf­recht­lich und dienst­auf­sichts­recht­lich belangt (ohne jedes Ergeb­nis) und mehr­fach auf allen Kanä­len indi­rekt für ver­rückt erklärt.

Stäng­le, wuß­te die links­li­be­ra­le ZEIT,

„schürt mit sei­nen abstru­sen Aus­füh­run­gen erfolg­reich Angst. So schreibt er, homo­se­xu­el­le Jugend­li­che sei­en beson­ders sui­zid­ge­fähr­det und anfäl­lig für Alko­hol und Dro­gen, für HIV oder psy­chi­sche Erkrankungen.“

Daß genau sol­che „abstru­sen Aus­füh­run­gen“ eine sozio­lo­gi­sche Stu­die der Uni­ver­si­tät Aus­tin (Texas) zumin­dest für Jugend­li­che, die als Kin­der eines homo­se­xu­el­len Eltern­teils auf­wach­sen, zum Ergeb­nis hat und die Fra­ge nach den Aus­wir­kun­gen des Auf­wach­sens unter sol­chen Umstän­den damit aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht zumin­dest als umstrit­ten gel­ten muß, ver­schwieg das Ham­bur­ger Blatt. Eben­so wie den für Pro­pa­gan­dis­ten eher unan­ge­neh­men Umstand, daß die „Gay and Les­bi­an Medi­cal Asso­cia­ti­on“ in ihren Rat­ge­bern die von der ZEIT ver­leug­ne­ten Risi­ken selbst zugibt. Mit Halb­wahr­hei­ten läßt sich eben bes­ser pole­mi­sie­ren und titeln: „Homo­se­xu­el­len-Het­ze aus dem Schwarzwald“.

Spie­gel Online ließ wie­der ein­mal sei­nen Mann für beson­ders gro­be Dumm­hei­ten von der Ket­te. Georg Diez, in den letz­ten Jah­ren mehr­fach öffent­lich bla­miert (z.B. wegen sei­ner Äuße­run­gen zu Chris­ti­an Krachts Buch „Impe­ri­um“), schrieb einen immer noch lesens­wer­ten Text, der so unglaub­lich wider­sprüch­lich und ein­sei­tig ist, daß es zum Lachen wäre, wenn es nicht zum Heu­len wäre:

„Und so fragt man sich: Wie viel Blut muss eigent­lich noch flie­ßen im Namen der Reli­gi­on, wie vie­le Leben müs­sen noch rui­niert wer­den, wie vie­le Men­schen müs­sen noch gebro­chen werden?
Denn das anti­li­be­ra­le Res­sen­ti­ment addiert sich – die Homo­pho­bie trägt zu einem gene­rel­len Gefühl von Abgren­zung und Aus­gren­zung bei, sie ver­bin­det sich etwa leicht mit Aus­län­der- und Frem­den­hass, weil sie auf ähn­li­che Ängs­te und Aggres­sio­nen rekur­riert: Es ent­steht so eine dif­fu­se, trü­be Gemenge­la­ge von Ver­ach­tung, die sich wahl­wei­se ihre Opfer sucht.
Sexua­li­tät ist Pri­vat­sa­che – und Reli­gi­on übri­gens auch: Kei­nes von bei­dem soll­te poli­ti­siert wer­den, weil die Fol­gen nur Hass, Häme, Ver­let­zun­gen sein kön­nen – mit gutem Grund regelt das unse­re Ver­fas­sung so.“

Dies schreibt er ange­sichts einer Debat­te, in der Eltern und ande­re besorg­te Bür­ger gegen die Poli­ti­sie­rung von Sexua­li­tät durch akti­ve Ein­fluß­nah­me im Schul­un­ter­richt protestieren!
Aber Diez wäre nicht Diez, hät­te er nicht noch ein paar schlecht ver­steck­te Dro­hun­gen hinterhergeschoben:

„Wenn man also davon aus­geht, dass in der Demo­kra­tie alle Men­schen gleich sind und alle Men­schen die glei­chen Rech­te haben – dann gibt es kei­ne homo­pho­ben Demokraten.“

Das Mach­werk endet dann mit einer Bezug­nah­me auf einen aktu­el­len Kino­film und der Vision,

„wel­che Fol­gen es haben kann, wenn Irra­tio­na­li­tät und Mani­pu­la­ti­on die­se Fra­gen beein­flus­sen: Tau­sen­de von Toten, die ster­ben, weil der Main­stream sie ver­dammt, schon bevor sie tot sind“

und so wei­ter. Man lese es selbst nach, wel­che Geschüt­ze hier in Stel­lung gebracht werden.

Auch das Fern­se­hen trug sein Scherf­lein bei und sen­de­te eine Dis­kus­si­ons­run­de bei San­dra Maisch­ber­ger, in der immer­hin zwei Kri­ti­ker der Homo­se­xu­el­len­pro­pa­gan­da drei Befür­wor­tern, dar­un­ter einem gro­tesk als Bou­le­vard­tän­ze­rin ver­klei­de­ten und geschmink­ten, gro­ßen Mann gegen­über­sa­ßen, sowie eine Art Medi­en­tri­bu­nal nach Johannes‑B.-Kerner-Art im SWR-Nacht­ca­fé. In letz­te­rem saßen mit Stäng­le und dem Gene­ral­se­kre­tär der Evan­ge­li­schen Alli­anz in Deutsch­land, Hart­mut Steeb, zwei Kri­ti­ker gan­zen sie­ben geg­ne­risch ein­ge­stell­ten Gäs­ten gegen­über, die offen­sicht­lich nach pro­pa­gan­dis­ti­schen Maß­stä­ben aus­ge­sucht wor­den waren. Steeb („men­schen­ver­ach­tend“ laut Kul­tus­mi­nis­ter Stoch) und Stäng­le wur­den vom par­tei­ischen Mode­ra­tor und mani­pu­la­ti­ver Kame­ra­füh­rung pro­fes­sio­nell vor­ge­führt, was anschei­nend so viel Pro­test her­vor­rief, daß der Mode­ra­tor, immer­hin längst­ge­dien­ter „Talk­mas­ter“ der Repu­blik, fünf Tage spä­ter über­ra­schend den Rück­zug aus der Sen­dung verkündete.

Die Schär­fe und Unsach­lich­keit der Gegen­re­ak­tio­nen zeigt, daß man mit Kri­tik an Früh­se­xua­li­sie­rung und ein­sei­ti­ger staat­li­cher Ein­fluß­nah­me zuguns­ten von Homo­se­xu­el­len in ein Hor­nis­sen­nest stößt. Die Destruk­tu­rie­rungs­ver­su­che der glo­ba­li­sier­ten Leit­ideo­lo­gie eines bin­dungs­lo­sen „neu­en Men­schen“ als kon­sum­fi­xier­ter Migra­ti­ons­mo­na­de betref­fen selbst­ver­ständ­lich und sogar in beson­de­rem Maße die Fami­lie als Keim­zel­le aller wei­te­ren Iden­ti­fi­ka­ti­ons­struk­tu­ren. Auch im Hin­blick auf den Abbau wei­ßer Vor­macht­stel­lung und die Lösung des Über­be­völ­ke­rungs­pro­blems scheint die För­de­rung homo­se­xu­el­len Ver­hal­tens befür­wor­ten­swert zu sein. Fort­pflan­zungs­ver­wei­ge­rung, habi­tu­el­ler Indi­vi­dua­lis­mus, Abkehr von tra­di­tio­nel­ler Sitt­lich­keit und ein Kin­der­lo­sig­keit kom­pen­sie­ren­des kon­sum­ori­en­tier­tes Ver­hal­ten sind eine unwi­der­steh­lich ver­su­chen­de Mischung für „Anti­ras­sis­ten“ eben­so wie für gro­ße Tei­le der Groß­in­dus­trie und Sozi­al­inge­nieu­re aller Couleur.

Der­weil kommt der Wider­stand gegen die­ses Pro­gramm tat­säch­lich aus der viel­be­schwo­re­nen gesell­schaft­li­chen Mit­te. Die fran­zö­si­sche Bewe­gung um das „Manif Pour Tous“ (inklu­si­ve einer hand­fes­ten Akti­vis­ten­grup­pe namens „Hom­men“, deren Män­ner nach „Femen“-Vorbild mit frei­em Ober­kör­per auf­tre­ten und Ver­an­stal­tun­gen stö­ren, und einer anti­fe­mi­nis­ti­schen Frau­en­grup­pe namens „Les Anti­go­nes“) hat sich wei­ter ent­wi­ckelt. Inzwi­schen wen­det man sich (auch) gegen die Frei­ga­be künst­li­cher Befruch­tung und Leih­mut­ter­schaft für Homo­se­xu­el­le sowie – wie in Baden-Würt­tem­berg – gegen die „Unter­rich­tung der Gen­der-Theo­rie“. Am 2. Febru­ar demons­trier­ten Bür­ger par­al­lel in Paris, Luxem­burg, Brüs­sel, War­schau, Madrid, Rom und Buka­rest, jeweils unter­stützt von Akti­ons­bünd­nis­sen in die­sen Län­dern. In Paris wur­den über 500.000 Teil­neh­mer gezählt. Von der bun­des­deut­schen Pres­se wur­den die Pro­tes­te weit­ge­hend beschwiegen.

Hier­zu­lan­de fan­den, par­al­lel zur Peti­ti­ons­in­itia­ti­ve, im Janu­ar und Febru­ar Demons­tra­tio­nen spon­tan gegrün­de­ter Eltern­in­itia­ti­ven in Köln und Stutt­gart statt. Die Kund­ge­bung in Stutt­gart am 1. Febru­ar zähl­te, trotz der man­geln­den Orga­ni­sa­ti­on, bereits bis zu 800 Teil­neh­mer. Bei einer zwei­ten Demons­tra­ti­on am 1. März konn­te die Initia­ti­ve, die inzwi­schen eine eige­ne Netz­sei­te mit fast täg­li­chen Mel­dun­gen und Pres­se­ver­wei­sen besitzt, schon geschätz­te 1800–2000 Teil­neh­mer zäh­len und ein hal­bes Dut­zend Red­ner und Gruß­wor­te von Par­tei­en und Kir­chen aufbieten.

Hier­auf änder­te die Pres­se ihre Stra­te­gie. Die Kri­ti­ker wur­den nicht mehr zu Wort gebe­ten, auch nicht, um sie vor­zu­füh­ren, statt­des­sen griff man tie­fer in die Dif­fa­mie­rungs­kis­te. Die Demons­tran­ten, die ein gro­ßes Poli­zei­auf­ge­bot vor gewalt­tä­ti­gen „Anti­fa­schis­ten“ hat­te schüt­zen müs­sen, wer­den „homo­pho­ber Schloss­platz-Mob“ aus „Schwa­bi­stan“ genannt, der NDR mel­det sich mit offe­ner Mani­pu­la­ti­on zu Wort und Spie­gel-TV warnt vor einer „unhei­li­gen Alli­anz radi­ka­ler Chris­ten, rus­si­scher Immi­gran­ten und pro­fa­ner Schwu­len­has­ser“. Hier scheint die Ferns­ten­lie­be der Migra­ti­ons­be­für­wor­ter wie­der ein­mal dort zu enden, wo die Ein­wan­de­rer nicht die Posi­tio­nen ver­tre­ten, die man sich wünscht.

Eine ande­re Stra­te­gie ver­folgt die baden-würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­po­li­tik. Der ver­ant­wort­li­che Kul­tus­mi­nis­ter Stoch bezeich­ne­te die Vor­wür­fe einer ver­such­ten Indok­tri­na­ti­on von Kin­dern in der ver­gan­ge­nen Woche als „so absurd, daß man schon fast dar­über lachen kann“ und sah eine „unse­li­ge Melan­ge aus Res­sen­ti­ments und chau­vi­nis­ti­schen Gedan­ken“. Der für die geplan­te staat­li­che Ein­fluß­nah­me des „Akti­ons­pro­gramms“ ver­ant­wort­li­che Minis­ter ent­blö­de­te sich nicht ein­mal, zu argu­men­tie­ren, es wür­den hier „Eltern Dis­kus­sio­nen zu gesell­schaft­li­chen Fra­gen anzet­teln, die die Kin­der gar nicht wol­len“. Sein Kabi­netts­chef traf sich unter­des­sen mit aus­ge­wähl­ten Kir­chen­ver­tre­tern (nicht aber mit den Demons­tra­ti­ons- oder den Peti­ti­ons­or­ga­ni­sa­to­ren) um her­nach in wol­ki­gen Wor­ten zu ver­kün­den, man habe sich unter­hal­ten, sei im Prin­zip einer Mei­nung – und wer­de nun nichts ändern. Und das Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um setzt auf die bewähr­te Tra­di­ti­on pro­pa­gan­dis­ti­scher Comics und berei­chert Schul­kin­der künf­tig mit „coo­len“ Regenbogenfamilien.
Zusätz­lich wer­den im Hin­ter­grund unbe­irrt stra­te­gi­sche Fäden gezo­gen. Die Jun­ge Frei­heit hat dar­auf hin­ge­wie­sen, daß in Baden-Würt­tem­berg schon längst ein Grund­la­gen­pa­pier mit dem Titel „Gleich­stel­lung beginnt im Kin­der­gar­ten“ Gel­tung hat, des­sen Autor fol­gen­de Ansicht vertritt:

„Geschlech­ter wer­den gemacht, kön­nen aber auch neu aus­ge­bil­det und ver­bes­sert wer­den. Es gilt, Geschlech­ter­po­ten­zia­le zu nut­zen! Wir sehen Geschlech­ter beson­ders in ihren gestalt­ba­ren Sei­ten und nut­zen die­ses Poten­zi­al bei der Ent­wick­lung von Orga­ni­sa­tio­nen und Unternehmen“

, was dann zu Richt­li­ni­en wie die­sen führt:

„Bei der Aus­wahl und Zusam­men­stel­lung von Spiel­ma­te­ria­li­en wird dar­auf geach­tet, daß Geschlechts­rol­len­ste­reo­ty­pen aktiv und bewußt ent­ge­gen­ge­wirkt wird“.

Geschrie­ben hat die­se Anlei­tung zur geschlecht­li­chen Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit der Tübin­ger „Pädogo­ge“ Gun­ter Neu­bau­er, der im Lite­ra­tur­ver­zeich­nis u.a. mit fol­gen­dem Bei­trag erscheint: „Neu­bau­er, Gun­ter: „Sex“ im Kin­der­haus: Auch klei­ne Jun­gen tun’s. In: Win­ter, R. (Hrsg.): Steh­ver­su­che. Tübin­gen (Neu­ling) 1993, 39–53“.

Um gegen sol­che Expe­ri­men­te an Klein­kin­dern zu kämp­fen, hat sich aus der die Demons­tra­tio­nen orga­ni­sie­ren­den Initia­ti­ve her­aus inzwi­schen ein Kam­pa­gnen­bünd­nis gebil­det, das Chris­ten aller Kon­fes­sio­nen eben­so wie säku­la­re Eltern und kon­ser­va­ti­ve Grup­pie­run­gen umfaßt. Auf­tre­ten und Öffent­lich­keits­ar­beit erin­nern deut­lich an das fran­zö­si­sche Vor­bild. Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen und teils akti­ve Unter­stüt­zung gibt es aus AfD, CDU und meh­re­ren Klein­par­tei­en, wäh­rend die Stel­lung­nah­men der Groß­kir­chen noch ver­hal­ten sind. Die nächs­te Demons­tra­ti­on in Stutt­gart fin­det mor­gen, am 5. April, um 15 Uhr statt.

Der Auf­ruhr um den „Bil­dungs­plan 2015“ ist jeden­falls – nach dem Auf­stieg der frei­heit­lich-libe­ra­len AfD: erneut – eine poten­ti­ell einen sehr gro­ßen Teil der Bevöl­ke­rung anspre­chen­de Initia­ti­ve, die inner­halb weni­ger Mona­te im Sturm­lauf die eta­blier­ten Par­tei­en erreicht hat und in die­sem Fall ein­deu­tig kon­ser­va­tiv aus­ge­rich­tet ist. Dies nach Jah­ren, wenn nicht Jahr­zehn­ten, in denen orga­ni­sier­te, eine brei­te Öffent­lich­keit errei­chen­de poli­ti­sche Kam­pa­gnen ledig­lich vom lin­ken Spek­trum aus­gin­gen, zu beob­ach­ten, wird auch neu­rech­te Ana­ly­ti­ker und Skep­ti­ker kaum ganz kalt las­sen, sofern sie das Inter­es­se am Gang der Welt noch nicht völ­lig ver­lo­ren haben.

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Kommentare (16)

t.gygax

4. April 2014 12:26

Sehr erfreulich, dass hier auf diese Demo in Stuttgart hingewiesen wird. Es ist immerhin noch die Chance, öffentlich den Herrschenden seine Meinung zu vermitteln.
Allein das reciht schon- ob sich die Politiker in irgendeiner Weise davon beeindrucken lassen, sei dahingestellt. Kretschmann spielt den landesväterlich-katholisch-biederen Patriarchen, aber wer sich mit seiner politischen Biographie befasst, findet ganz anderes. Und Hoffnungen auf die Kirchen oder in Württemberg den Pietismus? Auch da sollte man nichts erwarten, im Ernstfall sind die der Obrigkeit untertan und speziell in der evangelischen Kirche gibt es unter den Amtsträgern eine überwältigende Mehrheit von Befürwortern der Gender-Ideologie, und das schon seit über dreißig Jahren; bereits 1977 war man in Tübingen, wenn man sich nur vorsichtig kritisch zur Propagierung der Homosexualität äußerte, sofort bei den Funktionären unten durch-die sattsam bekannten Totschlagvokabeln gab es damals schon, nur nicht so flächendeckend und das Leben beherrschend wie heute.

Rumpelstilzchen

4. April 2014 15:27

Selbst die katholische Kirche setzt der Genderideologie nichts entgegen. So bewirbt die Deutsche Caritas unkritisch das gender-ideologische Buch von Tanja Dräger:
https://www.kath.net/news/45483
Tanja Dräger beklagt, daß die Mehrheit der Bevölkerung mit der Gender-Theorie nichts anfangen kann. Das ist auch gut so.
Ärgerlicher als diese Theorie ist die Tatsache, daß erkenntnistheoretische Voraussetzungen einer Theoriebildung völlig ignoriert werden.
Theorien sind weder wahr noch falsch, allenfalls brauchbar.
Theorien, die mit einem Wahrheitsanspruch auftreten, sind Ideologien.
Sie werden durch Erfahrungen widerlegt. Die Halbwertszeit der Gender -Ideologie dürfte sehr kurz sein.
Zeitgemäßer, da realitätsdichter wird der Ruf nach den Vätern werden:

https://m.youtube.com/watch?v=d5X4iAAE0uU

Nils Wegner

4. April 2014 19:05

Nein, die Halbwertzeit wird mitnichten "sehr kurz" sein, da international in allerkürzester Zeit unzählige Lehrstühle, Gremien, Beauftragte und pressure groups diverser Schattierungen geschaffen wurden, die sich mitnichten der Vertiefung der Theorie, sondern der praktischen Durchdringung aller Lebensbereiche widmen. Zugegebenermaßen nur der geistigen, denn spätestens bei physischer Arbeit kapituliert der Irrsinn dann doch vor der normativen Kraft des faktischen.

Nichtsdestoweniger ist der eiserne Ring der Institutionalisierung längst geschmiedet (gewiß aus Kalkül, weil die Zeit, in der offener Wahnsinn nicht als solcher identifiziert wird, naturgemäß begrenzt ist). So schnell wird man all die Minusseelen, die nun hübsch davon leben, nicht von ihren Pfründen fortbekommen.

Wolfgang E.

5. April 2014 00:30

Eine Interessante Geschichte wird da aufgetischt. Besonders angetan hat es mir das Zitat „Geschlechter werden gemacht, können aber auch neu ausgebildet und verbessert werden. Es gilt, Geschlechterpotenziale zu nutzen! Wir sehen Geschlechter besonders in ihren gestaltbaren Seiten und nutzen dieses Potenzial bei der Entwicklung von Organisationen und Unternehmen“ angetan. Es klingt ganz so, als sei das Geschlecht eine Art subjektive Maschinerie, die es gilt effektiv zu gestalten. Das Klingt so ganz nach Scientology, da will man ja auch auf spezielle Kommunikationslevel abzielen und den Menschen optimieren. Ganz so entwickelt sich das dann auch so vor sich hin, die Idee wir immer weiter ausgesponnen und immer Hanebüchener.
Leider kenne ich mich als ausgebildeter Erzieher mit der Geschichte aus und weiß, da ich mich mit etwaigen Schriften auseinandersetzen musste, was da alles so kursiert und was die „Alternativen“ Lehrer da so alles für gut erklären: da gibt es einerseits „Argumentationshilfen“...gut...hab ich mir so gedacht...aber wo waren die Fakten, die man zum „Argumentieren“ verwenden könnte? Achso, die standen nicht drin? Tja, dann lief doch wieder alles darauf hinaus, dass da ein ganz großer Haufen von „das ist ganz ganz toll so und es wird echt schön, wenn...“, nur die Frage nach dem Warum und dem Bezug zur Realität...naja, ist ja auch nicht so wichtig, wenn die EU was sagt, dann muss es ja stimmen. Immerhin entstammt das ganze ja speziellen „Instituten“, das ist natürlich ganz gut und vor allem „seriös“.
Dann waren da noch die lustigen Bildungsgrundlagen, die wir ja immer zu Rate ziehen sollten, wenn wir zu „Bildungsangeboten“ wieder ellenlange Planungen schreiben durften. Ist ja nicht weiter schlimm, dass ich als Erzieher meine Handlungen begründen kann, damit ich damit glänzen kann, zu wissen, was ich da tue. Letztendlich bringt es mir aber wenig, wenn da im Bereich sozialer, kultureller und interkultureller Bildung ein Sch*** steht...naja, es stand halt das übliche drin...was das Zentralkomitee so gut findet...nichts tiefsinniges...nur, dass das ganz toll ist...wie man das so unter hippen Linken handhabt, zwar immer noch etwas anbeamtet, aber sonst...schon ziemlich...ich will nicht sagen unseriös, aber – wenn ich Jürgen Becker da zitieren darf – im Grunde genommen ist es schon so. Hätte ich so in irgendeiner Ausarbeitung oder Klausur argumentiert, das hätte knallhart unterhalb der 4,0 gelegen: nicht bestanden! Wegtreten!
Aber auch da wollte man immer optimieren, natürlich sollten die Kinder auf Konflikte selbstständig lösen können, aber was die daraus lernen sollen, das bestimmen bitteschön die da oben, klar? Keine Alleingänge ihr Kinderlein.
Da ich mir von meinem inneren Selbst keinen Münchhausen-Preis verliehen bekommen wollte habe ich mich einfach in meinen Angeboten auf Sachliche Inhalte beschränkt: Naturwissenschaften, Körperertüchtigung, musikalische Bildung (hier auch ein großes Danke auch an den Herr Fallersleben...wenigstens einer, auf den man sich verlassen kann).
Ich würde das gerne haben, was der Herr Pirincci, wie im ZDF geäußert, wieder haben will.

Revolte

5. April 2014 00:43

Den Gender-Unsinn werden spätestens die Muselmanen in den Boden treten, wenn das Kultimulti-Paradies mal seine Vollendung gefunden hat. Entweder Gender oder Bürgerkriegsfachkräfte - beides zusammen geht nicht.
Das werden die unbelehrbaren Schwadroneure mit degenerativer Vielfaltsstörung auch noch lernen.

Rumpelstilzchen

5. April 2014 07:57

@ Nils Wegner

Ok, vielleicht setze ich zu sehr auf den gesunden Menschenverstand.
Auch ein eiserner Ring kann plötzlich brechen.
Ich kann nur alle Eltern zum Widerstand ermutigen.
Ansonsten ist das Thema "vaterlose Kinder" viel relevanter als Schwule, Lesben etc.. Dies bestimmt eher die Realität.
https://www.kath.net/news/45439

KW

5. April 2014 11:24

Diese ganzen spinnerten Ideologien werden platzen, wenn das Geld alle ist und Leute, die davon bisher sehr gut gelebt haben, in die Produktion zurückgeführt werden. Ich denke da speziell an körperliche Arbeit in der Landwirtschaft.

Carsten

5. April 2014 12:54

"„Geschlechter werden gemacht, können aber auch neu ausgebildet und verbessert werden. "

Das ist kranker Wahnsinn in Vollendung!

"Am 2. Februar demonstrierten Bürger parallel in Paris, Luxemburg, Brüssel, Warschau, Madrid, Rom und Bukarest,"

Gut, daß man das wenigstens hier erfährt, wenn unsere Volkserzieher es schon vertuschen.

Rucki

5. April 2014 13:02

War bei der Demonstration am 1. März mit meinem Bruder in Stuttgart.

Wir packten unser mitgebrachtes Schild aus, direkt sprach uns ein älterer Gymnasiallehrer an und sprach mit uns. Man merkte im seine innere Wut und den Frust an, über diesen sog. "Bildungsplan," sowie das Bedürfnis sich mal mit Gleichgesinnten auskotzen zu dürfen.

Ich denke so mancher Lehrer gerät da in massive Gewissensnöte.

Auffällig viele Osteuropäer waren bei der Demo dabei, die übrigens recht professionell auch Ordnerdienste stellten. Die christlichen Systemkirchen waren selbstverständlich nicht anwesend, auch kein Grußwort, auch kein katholisches, dafür ein orthodoxer Priester in voller Amtstracht, Respekt!

Als der Demonstrationszug von Gegnern eingekesselt wurde und nicht losmaschieren konnte, reagierten die Veranstalter sehr professionell und stimmten das Lied an "Großer Gott wir loben dich" an.
Ein eindrucksvoller Chor der da der da erscholl.
Einer spielte sogar mit Trompete. Die Situation war immer entspannt und gelassen, trotz Gegendemonstranten.

Eindrucksvoll waren auch die vielen jungen Menschen, die Pärchen Hand in Hand mit und ohne Kinder. Sogar die AFD positionierte sich bei diesem Thema eindeutig.

Für heute wünsche ich den Veranstaltern der Demonstration alles Gute und Erfolg, was anderes wie die Strasse bleibt uns ja nicht. egal ob es um unser Land, unsere Familien oder unsere Kinder / Enkel geht.

Rumpelstilzchen

5. April 2014 21:41

Erste Stimmen zur Demo

https://www.kath.net/news/45516

Th.R.

6. April 2014 11:33

Keine Ahnung, wo das alles mal enden wird. Fassungslos muß man mit ansehen, wie diese Wahnsinnigen im Fieberwahn auch noch die letzten Reste sittlicher Ordnung zertrümmern. Diese kleinen dummen Kinder haben nicht die geringste Vorstellung von den verheerenden Auswirkungen ihrer Wühl- und Zersetzungsarbeit. Wirklich atemberaubend, diese fast schon tollwütige Inbrunst, mit der diese irregeleiteten Minusmenschen an den letzten festen Säulen unserer Kultur von unten her rütteln. Ein Putsch Irregeleiteter, die sich der Machtinstrumente der Demokratie bevollmächtigt haben und sie zu bedienen wissen, um ihren Wahnsinn, den sie Fortschritt nennen, als neue "Wahrheit" einem geistig wehrlos gemachten Volk zum Fressen für alle vorsetzen. Und wer diesen Drecksfraß nicht artig auffressen will, der kriegt von diesen Satanisten, die sich Herrschaft anmaßen, paar hinter die Löffel.

Georg Diez schrieb:

"„Wenn man also davon ausgeht, dass in der Demokratie alle Menschen gleich sind und alle Menschen die gleichen Rechte haben – dann gibt es keine homophoben Demokraten.“

Na und? Dann bin ich eben kein scheiß Demokrat. Heul doch, Diez!

BRD 2014. Die Odyssee geht weiter, das deutsche Volk im freien Fall. Und kein Ende in Sicht.

Uns kann nur ein neuer Gott noch retten. Und "Gott", esoterisch ausgedeutet, bedeutet nichts anderes als die "(sittliche) Vorstellungswelt", unter deren ewiger gültiger Herrschaft sich ein Volk über die Zeiten und Generationen hinweg durch die Ewigkeit bewegt.

Wann kommt der Dritte Sargon?

Trouver

7. April 2014 02:21

Die "BRD" findet ihr Ende erst unter der Scharia.

cromagnon

7. April 2014 02:40

Ein bisschen erinnert die ganze Sache an Sodom und Gomorrha. Also besser nicht hinsehen.

Carsten

7. April 2014 08:51

Liebe Muslime,
lasst uns mit diesen Perversen nicht allein.

eulenfurz

7. April 2014 12:00

Das ist ein weiterer Baustein in der Dekonstruktion des Verortet-Seins, das dem wahren Menschen außerhalb der New-World-Order Halt gab und gibt und geben könnte. Die Mensch_innenkonstrukteure wünschen sich ihre Unterworfenen beliebig auswechselbar, einstellbar, korrigierbar und korrumpierbar - konform und steril!

Das tröstliche an der synthetischen Gender-Ideologie ist die zwangsläufig ihr innewohnende Impotenz: Hier muß man nicht lange auf Hilfe von außen hoffen, sondern darf ihrem Untergang zusehen.

Otto Schlauch

9. April 2014 11:49

@ Carsten

Ob Sie gerade die Muslime zur Hilfe rufen sollten? Von denen können Sie eher lernen, wie man die Geschlechter "macht" - "zurichtet" sollte ich vielleicht besser sagen. Machen Sie mal einen kleinen Ausflug nach Afghanistan. Oder, auch sehr lehrreich, zu den Saudis.

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