Nessun dorma! … nicht mit „Wer gegen uns?“

[Sich] nicht einrichten zu können, nicht zu funktionieren, keine Chance zu haben. Und dann später: keine Chance zu wollen, die Gewißheit, nur in der Rebellion leben zu können, einer eigenen Identität mit einem Molli in der Faust um Lichtjahre näher zu sein als mit einem Cocktail in den Fingern.

Derart schilderte die Untergrundzeitung „Guerilla Diffusa“ im Jahre 1981 halb ostentativ, halb romantisierend das Selbstverständnis der „autonomen Szene“.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Es gibt in Rom seit zehn Jah­ren nun ein Pro­jekt, das von “Auto­no­men” einer ganz ande­ren Art getra­gen wird. Es sind die­se Mili­tan­ten des neo­fa­schis­ti­schen Pro­jekts Casa­Pound, über die der Rechts­an­walt Dome­ni­co Di Tul­lio vor vier Jah­ren einen sem­ido­ku­men­ta­ri­scher Roman ver­öf­fent­lich­te. Er ist nun unter dem Titel Wer gegen uns? in der edi­ti­on nord­ost des Ver­lags Antai­os erschienen.

Der Roman setzt mit einer Rück­blen­de auf den Anfang der 1990er Jah­re ein, ver­mischt mit Erin­ne­run­gen an die noch wei­ter zurück­lie­gen­den anni di piom­bo, in denen sich Neo­fa­schis­ten, Rote Bri­ga­den und Cara­bi­nie­ri in den Stra­ßen Ita­li­ens vie­le klei­ne Bür­ger­krie­ge lie­fer­ten. Heu­te aber, mit der seit über zehn Jah­ren bestehen­den Casa­Pound in Rom und einem wah­ren Netz ange­schlos­se­ner Zen­tren über­all in Ita­li­en, stellt sich die Lage anders dar:

Natür­lich gibt es noch immer Stra­ßen­schlach­ten, Schlä­ge­rei­en und vor­wit­zi­ges Anbrin­gen von Pla­ka­ten und Graf­fi­ti dort, wo die jeweils ande­re Feld­post­num­mer sich pro­vo­ziert füh­len muß. Der wah­re Kampf fin­det jedoch zuneh­mend in den Köp­fen und um sie statt; es hat eini­ge Plau­si­bi­li­tät für sich, wenn im Ver­lauf des Romans geäu­ßert wird, daß die Genera­ti­on der­je­ni­gen, die außer Knüp­pel und Klin­ge kei­ner­lei For­men der Aus­ein­an­der­set­zung beherr­schen, längst zum Abtritt fäl­lig sei.

Di Tul­li­os Buch ist 2010 auf Ita­lie­nisch erschie­nen; in den vier Jah­ren bis zu sei­ner deut­schen Über­set­zung ist beson­ders in der Schü­ler- und Stu­den­ten­or­ga­ni­sa­ti­on Bloc­co Stu­den­tes­co eine neue Genera­ti­on von Akti­vis­ten ans Ruder gelangt. Und doch lesen sich die kun­di­gen Beschrei­bun­gen des Casa­Pound-Rechts­an­walts brand­ak­tu­ell, was ver­schie­de­ne Grün­de hat.

Am offen­sicht­lichs­ten ist dabei natür­lich der ganz eige­ne kul­tu­rel­le Über­bau, den sich die ita­lie­ni­schen mili­tan­ti gege­ben haben. Die Ideo­lo­gie des „Estre­mo­cen­tro­al­to“, die Phi­lo­so­phie des „Tur­bo­dina­mis­mo“, das sind Hin­ter­grün­de für das tat­säch­li­che Leben, das sich in dem gro­ßen Haus in der Via Napo­leo­ne III, in den dazu­ge­hö­ri­gen Geschäf­ten, Knei­pen, Bis­tros, in der gan­zen Ewi­gen Stadt abspielt. Was in deut­schen Ohren wie das Exzerpt eines Frei­korps­ro­mans klin­gen mag, ist in Ita­li­en Realität:

Jen­seits der sehr unter­schied­li­chen sozia­len Hin­ter­grün­de sind die, die die Schild­krö­te auf der Haut tra­gen, tat­säch­lich mit­ein­an­der ver­bun­den. Es gibt einen gemein­sa­men Kodex, auf den sich die Akti­vis­ten geei­nigt haben; eben­so gibt es eine gemein­sa­me Geschich­te, gera­de­zu einen sinn- und iden­ti­tät­s­tif­ten­den Mythos, der das Selbst­ver­ständ­nis aus­macht. Und mit dem Selbst­ver­ständ­nis kommt auch eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, die man­che Stel­le des Buchs sur­re­al erschei­nen läßt, wenn es dar­um geht, einer Gefahr nicht aus­zu­wei­chen, son­dern ihr lachend entgegenzustürzen.

Genau die­ses all­ge­gen­wär­ti­ge Lachen ist aber eines der auf­fäl­ligs­ten Merk­ma­le, das ein Besu­cher bei den Leu­ten von Casa­Pound und Bloc­co Stu­den­tes­co fest­stel­len wird. Wer – gera­de als Deut­scher – von der immensen Offen­heit und Herz­lich­keit über­rascht ist, mit der ihm nach einer kur­zen Zeit des Beschnup­perns begeg­net wird, der dürf­te erst recht vom Glau­ben abfal­len, wenn jun­ge Kerls von 17 oder 18 Jah­ren bei einem Bier im „Cut­ty Sark“ ganz aus­ge­las­sen von den Kämp­fen der letz­ten Mona­te erzäh­len – ganz so, als sei­en die Schar­müt­zel um Plät­ze, Häu­ser, Uni­ver­si­tä­ten und Schu­len ein Teil des revo­lu­tio­nä­ren Stundenplans.

Mel­dun­gen über Bom­ben­an­schlä­ge auf Casa­Pound-Ein­rich­tun­gen im Hin­ter­kopf, mag einem dabei durch­aus mul­mig wer­den. Die jun­gen Römer aber lachen tat­säch­lich; dar­über, wie auch dabei, ver­bun­den mit dem Para­dig­ma, sich nie­mals für irgend­et­was zu ent­schul­di­gen. Vor die­sem Lachen zer­bre­chen all die schö­nen freu­domar­xis­ti­schen Theo­rien über die patho­lo­gi­sche Humor­lo­sig­keit des „auto­ri­tä­ren Cha­rak­ters“ in tau­send Scher­ben. Und wo „Gue­ril­la Dif­fu­sa“ die Zukunfts­lo­sig­keit als iden­ti­tä­res Ele­ment auf­bauscht, fin­den sich hier Hoff­nung und Zuversicht .

Der zwei­te, wohl noch gewich­ti­ge­re Grund für die Zeit­lo­sig­keit und gleich­zei­ti­ge gute Les­bar­keit von „Wer gegen uns?“ ist aber der Fokus auf den spe­zi­fi­schen Stil der Casa­Po­un­dis­ten. Dabei ste­hen die aus­führ­li­chen Beschrei­bun­gen von Klei­dungs­stü­cken (ganz beson­ders in einer pro­gram­ma­ti­schen Sze­ne, in der einer der Prot­ago­nis­ten ein Bewer­bungs­ge­spräch um eine Arbeits­stel­le abbricht, nach­dem er den Chef in spe anhand sei­ner Schu­he als Heuch­ler ent­larvt hat) natür­lich nicht für sich allein, son­dern sind pars pro toto des rasan­ten Lebens zwi­schen Kampf­sport, Kon­zer­ten und Metapolitik.

Man könn­te fast mei­nen, Armin Moh­ler habe etwas wie den Tur­bo­dy­na­mis­mus vor­her­ge­se­hen, als er Benn über den Futu­ris­ten Mari­net­ti zitier­te („Sie for­der­ten die »Lie­be zur Gefahr«, die »Gewöh­nung an Ener­gie und Ver­we­gen­heit«, »den Mut«, die »Uner­schro­cken­heit«, »die Rebel­li­on«, »den Angriffs­punkt«, »den Lauf­schritt«, »den Todes­sprung«, und dies nann­ten Sie »die schö­nen Ideen, für die man stirbt«.“), um selbst die Wor­te zu fin­den: „kal­ter Stil, rapid, fun­kelnd, groß­ar­tig“. Es ist Di Tul­lio zu dan­ken, daß er sich für eine mul­ti­per­spek­ti­vi­sche Her­an­ge­hens­wei­se unter Zuhil­fe­nah­me meh­re­rer Haupt­per­so­nen ent­schie­den hat. So kommt sein Roman, der natür­lich den Leser in die Welt der Casa­Pound ein- und ent­füh­ren soll, nicht wie eine papier­ne Lehr­stun­de daher, son­dern tat­säch­lich wie ein Aus­riß aus eini­gen weni­gen Tagen der beleuch­te­ten Per­so­nen: der mili­tan­ti mit ihren jeweils ganz eige­nen Geschich­ten, dem Vete­ra­nen der „Bewe­gung“ aus frü­he­ren Tagen, des Rechts­an­walts – Di Tul­li­os alter ego.

Sie alle sind auf ihre Wei­se Akti­vis­ten, und die Fra­ge nach der Beklei­dung wird rein prag­ma­tisch beant­wor­tet. Dar­auf läßt sich viel­leicht die Grund­hal­tung sub­su­mie­ren: zu tun, was getan wer­den muß, und es freu­dig zu tun. Hemd, Kra­wat­te und Jackett des Anwalts sind nichts wei­ter als sei­ne Uni­form für die Arbeit; nach Fei­er­abend flie­gen sie in eine Ecke, und für ein klei­nes Spar­ring oder ein paar Bie­re im Faschis­ten­pub gezie­men sich dann eben übli­cher­wei­se Turn­schu­he, Camou­fla­ge-Knie­ho­se und „Zetazeroalfa“-Shirt. Daß man sich bei Casa­Pound nicht in end­lo­sen Stil­fra­gen auf­reibt, wird einer der gewich­tigs­ten Grün­de dafür sein, daß dort tat­säch­lich etwas voll­bracht wird; eben­so wie es einer der Grün­de ist, wes­we­gen die­ser ganz eige­ne Stil der Bewe­gung und des Daseins schlicht nicht auf Deutsch­land über­trag­bar ist.

Denn unter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen unter­schied­li­che Phä­no­me­ne (oder, hier, gar kei­ne). Nicht zuletzt ist „Wer gegen uns?“ auch eine zwangs­läu­fig prä­zi­se Vivi­sek­ti­on der Stadt Rom an sich und des Lebens in ihr, mit der desas­trö­sen Sozi­al­po­li­tik und erdrü­cken­den finan­zi­el­len Not selbst der Fami­li­en aus der Mit­tel­schicht, ohne die es kei­nen Anlaß gege­ben hät­te, jenes leer­ste­hen­de Haus im Esqui­lin zu beset­zen, zu dem seit­her andau­ernd klei­ne und grö­ße­re Grup­pen Neu­gie­ri­ger pil­gern. Weit­ab von irgend­ei­nem gestelz­ten, in Roman­form ver­pack­ten Wer­be­pro­spekt, cha­rak­te­ri­siert Di Tul­lio in sei­nem Buch auch Rom (und mit­hin ganz Ita­li­en) als eine Art „Fas­sa­den­stadt“, die über­all abbrö­ckelt und die häß­li­che Rea­li­tät durch­schim­mern läßt – Zustän­de übri­gens, die erst jüngst das deutsch-ita­lie­ni­sche Pro­jekt „Klang­sta­bil“ in ein musi­ka­li­sches Gewand gehüllt hat.

Wer schon ein­mal Rom besucht hat und ins­be­son­de­re rund um den Bahn­hof Ter­mi­ni das Elend und die ghet­to­haf­ten Ein­spreng­sel zwi­schen anti­ken Rui­nen und teu­ren Autos sah, der hat bereits einen Ein­druck von dem Mist­hau­fen, aus dem etwas wie Casa­Pound sprie­ßen konn­te. Ihm wird sich das Buch anders eröff­nen als dem­je­ni­gen, der sich bis­lang weder für Ita­li­en, noch für die dor­ti­ge rechts­au­to­no­me Sze­ne inter­es­siert hat. Das macht aber nichts; Di Tul­lio beweist durch­aus eine gewis­se (um das Urteil einer Freun­din über „Wer gegen uns?“ zu zitie­ren) „pop­li­te­ra­ri­sche Qua­li­tät“. Wer aber schon ein­mal das Ver­gnü­gen hat­te, an der mamor­nen Fas­sa­de der Casa­Pound ent­lang­zu­spa­zie­ren oder gar dort Ein­laß erhielt, dem wird der Roman stets eine schö­ne Erin­ne­rung an die­se für uns so exo­ti­sche Enkla­ve und das Gefühl, kurz­zei­tig auf einer Insel zu leben, sein.

(Dome­ni­co di Tul­lio: Wer gegen uns?, Roman, edi­ti­on nord­ost 2014, hier ein­se­hen und bestel­len.)

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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Kommentare (15)

Ein Fremder aus Elea

11. Juli 2014 10:23

Wer schon einmal Rom besucht hat und insbesondere rund um den Bahnhof Termini das Elend und die ghettohaften Einsprengsel zwischen antiken Ruinen und teuren Autos sah, der hat bereits einen Eindruck von dem Misthaufen, aus dem etwas wie CasaPound sprießen konnte.

Na, ich war schonmal da. Mein Eindruck war insgesamt ein andrer.

Einen Rechtsanwalt, der sich hin und wieder auf der Straße rumtrieb, gab es in Deutschland ja auch bis vor fünf Jahren, als er an einem Schlaganfall verstarb.

Der Aspekt wenigstens scheint also nicht italienspezifisch zu sein.

Was ist der Unterschied? Daß die Unterschicht in Italien italienisch ist?

Ich kann's nicht beurteilen, aber danach liest sich der zitierte Abschnitt.

Carsten

11. Juli 2014 13:03

"..insbesondere rund um den Bahnhof Termini das Elend und die ghettohaften Einsprengsel..."

Na, so schlimm ist es aber auch nicht. Die Ecke um den Piazza dei Campani ist eigentlich ganz nett.

Aber ich wüsste ein optimales Objekt für so ein Projekt in Berlin:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/zehlendorf/aktuelles-aus-zehlendorf/katar-und-der-zerfall-der-villa-cale-in-zehlendorf-unertraegliche-arroganz/10179998.html

Ron Swanson

11. Juli 2014 13:38

Hr. Wegner,

ich bezweifle stark, daß man dem hiesigen Klientel ein jugendspezifisches Phänomen wie CPI plausibel erklären kann. Die allermeisten dürften altersmäßig, gesellschaftlich und mental soweit davon entfernt sein, wie ich von einem Urlaub auf den Seychellen. Doch wenn ich ihre Kommentare hier lese, bin ich mir sicher, daß wussten Sie schon.
Nichtsdestotrotz gefällt mir der Artikel sehr gut! Ich hoffe auf eine weite Verbreitung in Kreisen, in denen er verstanden wird.

Einlassung Wegner:
Sehen Sie, es geht ja auch nicht darum, den geneigten Leser lediglich in seinem vorgefaßten Bild der Dinge zu bestätigen, sondern im Gegenteil neue oder zumindest andere Perspektiven zum Weiter-Denken anzubieten.

Natürlich ist das immer ein Spiel mit ungewissem Ausgang, aber ich habe doch den Eindruck, daß in den Wind geworfenes Saatgut immer mal wieder auf der einen oder anderen fruchtbaren Scholle landet. Das sind dann vielleicht allerdings eher nicht die großen Kommentatoren. Ich jedenfalls freue mich gerade über die unsichtbare Leserschaft, so pathetisch das klingen mag.

rautenklause

11. Juli 2014 15:58

@ Carsten

Na, so schlimm ist es aber auch nicht.

Da sind wohl die Geschmäcker recht verschieden ... wir waren im letzten Jahr wieder einmal dort und ich empfinde die Straßen südlich des Termini schon recht ghettohaft: Schwarzafrikaner, Asiaten (die im Erdgeschoß der CP ihre Ramschläden betreiben), Moscheen, Armut, Bettelei, agressives Verkaufen. Natürlich gibt es da auch schöne Eckchen: unmittelbar um die Ecke beim „La testa di ferro“ ist beispielsweise die wunderbare "Basilica Di Santa Prassede" mit wunderbaren Mosaiken ... aber "Misthaufen" trifft es schon recht genau

RL

11. Juli 2014 18:22

Diese militanti sind nichts anderes, als die Skinheads bei uns. Tätowiert, bestimmte Kleidung, bestimmte Musik, eventuel kommen noch die Ultras in Frage, aber die sind meines Wissens unpolitisch.

Einlassung Wegner:
Nein, das sind sie nicht. Ob Ihr hinkender Vergleich nun auf Unkenntnis über die Skinhead-Subkultur oder über die militanti beruht, weiß ich nicht – vermutlich beides zu gleichen Teilen. In jedem Fall lohnt es sich, weniger voreingenommen daherkommen, sondern sich ggf. positiv überraschen zu lassen.

Peter

11. Juli 2014 20:22

Herr Wegener hat hier eine hervorragende Beschreibung gegeben.

Vor diesen Leuten von CP habe ich großen Respekt, das Projekt weist in eine Zukunft, in der die Weißen sich auch in Europa ihre letzten eigenen Rückzugsgebiete erkämpfen müssen. Allerdings erst dann, wenn in der dunklen Flut der Rechts-Links-Gegensatz vom Kampf ums pure Überleben abgelöst wird.

Wer Mohlers "Faschistischen Stil" gelesen hat, sieht hier nicht nur Phrasen und Schwärmereien, er sieht die kristallklare Ursubstanz jenes faschistischen Phänomens, das in einer einzigartigen Art und Weise unter vielen Opfern real geworden ist. Hier fallen Anspruch und Wirklichkeit zusammen. Das sind keine "feinen Konservativen", sondern Idealisten, die etwas (er)schaffen.

Das Buch ist äußerst erfrischend. Ich hoffe, daß es bald auch bei uns solche Projekte, wie CP, geben wird. Absolute Leseempfehlung für alle, die mehr wollen, als dumm zu schwätzen, für die, die nach gangbaren Wegen zum Überleben suchen.

Windwärgut

12. Juli 2014 06:45

Wenn der Kampf nur mehr im Kopf stattfindet (Warum kommt einem das hier so bekannt vor?), dann berauscht man sich doch gern am Buch über das Vergangene und das nie Gehabte, zumal einem mit der Beschreibung jungfrisch lachender stylischer Kämpfer, um hernach herrlich zu entschlummern, die Leseempfehlung auf dem Nachtschränkchen.
Aufgewacht distanziert man sich schleunigst von all dem was es im eigenen Land an Ansätzen solchen Kämpfertums geben mag, denn das ist dann doch alles nicht das Rechte, zu plump, zu unreif und ohne den rechten Stil (ganz wichtig!).
Das seziert und etikettiert man dann doch lieber säuberlich, statt sich jemals dazuzugesellen.

Saatgut in den Wind werfen und hoffen dass es mal eine fruchtbare Scholle trifft, lieber Herr Wegner, ist Spielerei und Verschwendung.
Das Land wird man so nie bewirtschaften.

Einlassung Wegner:
Von "hoffen" war in diesem Zusammenhang auch nicht die Rede. Angelegenheit erledigt.

Inwieweit die "jungfrisch"heit der Realität entspricht (oder zumindest meiner subjektiven Wahrnehmung vor Ort), werde ich jetzt nicht nochmal wiederholen. Ebensowenig, wie die Zielrichtung des bei diesem Thema und in diesem Blog unumgänglichen Abhebens auf Stil.

So schwer ist obiger Artikel eigentlich nicht sinnentnehmend zu lesen. Die Kommentarspalte auch nicht.

Ein Fremder aus Elea

12. Juli 2014 10:10

er sieht die kristallklare Ursubstanz jenes faschistischen Phänomens, das in einer einzigartigen Art und Weise unter vielen Opfern real geworden ist

Die faschistische Ursubstanz sollte an und für sich, gerade in Rom, dasjenige sein, was das Römische Reich groß gemacht hat.

Ich würde diesbezüglich eher Jean-Claude Juncker ansprechen als CP.

Windwärgut,

mir scheint das Fehlen von Vertrauen wesentlich bei diesem Mangel, nämlich das Vertrauen darauf, daß sich ohne Anleitung eine gesunde Reaktion zeigen wird.

Mit anderen Worten erachte ich Distanz als wesentlichste Voraussetzung einer Verbesserung der Lage, Distanz im Sinne eines Vergessens all dessen, was angeblich wichtig ist.

Edelwolf

12. Juli 2014 11:34

Ein erfrischendes, kluges Buch mit klarer Botschaft, die auch hierzulande ihr Publikum erreichen muß.
Es gehört in die Hand eines jeden Aktivisten aus dem nationalen Widerstand.

Strikeback

12. Juli 2014 19:16

Es ist schon bezeichnend, wie hier die konservative Dekadenz etwas klein zu reden versucht, was erfolgreich im Sturm steht.

Das Buch ist für mich das beste der bisher erschienenen Literatur bei Antaios: Die tatsächlich funktionierende Verbindung von Theorie und Praxis jenseits der Computerwelt.

Ich denke, daß diese Bewegung nicht 1:1 für uns in der BRD infrage kommt. Der Grundgedanke der Schaffung solcher Zentren ist dennoch richtig. Besonders interessant ist auch, wie sie es geschafft haben, dem Druck stand zu halten.

Dieses absolut zu empfehlende Buch wird seine Leser finden!

Nils Wegner

13. Juli 2014 21:20

Was ich oben noch einzufügen vergaß: Bei Alternative Right hat man sehr offene und direkte Worte zum Unsinn der allfälligen Entschuldigungs(- und Distanzierungs)orgien gefunden. Vgl.

https://alternative-right.blogspot.de/2014/06/apologize-my-ass.html

Revolte

15. Juli 2014 22:01

Sind deutsche Konservative also zu verstockt, um konservativ zu sein?
Scheitert alles an der Stilfrage?
Muss Hr. Kubitschek künftig mit Bierpulle und in Jogginghosen auftreten, um sich nicht der Boniertheit verdächtig zu machen?
Worauf wollen Sie hinaus, Herr Wegner?

Nils Wegner

15. Juli 2014 22:34

Darauf, daß es ein erbarmenswürdiger Versuch der Selbsterhöhung ist, sich anhand irgendwelcher Konsumartikel wie Klamotten zum besseren irgendwas stilisieren zu wollen (während man vor seinem Chef und der gendergerechten Lehrerin der Kinder – soweit vorhanden – eifrig katzbuckelt und bei dem Gedanken daran, jemand könnte hier geschriebene Kommentare anhand der IP zurückverfolgen, spontan einen Antrag auf Kur stellen muß).

Das erschließt sich auch ziemlich problemlos aus obigen Sinnzusammenhängen sowie der Elendsdiskussion beispielsweise um Kositzas Impressionen vom WGT. Sinnentnehmendes Lesen will allerdings nicht nur gekonnt, sondern auch gewollt werden.

Aber um Ihre Eingangsfrage zu beantworten (und dabei einmal außer Acht zu lassen, daß "verstockt" nicht das bedeutet, was Sie meinen): Konservativ ist jeder, der sich so nennt. Mehr muß dazu wirklich nicht gesagt werden.

OJ

18. Juli 2014 20:54

Stil, jaja, schön und gut. Nur: Den richtigen Ton zu finden, ist eben auch eine Stilfrage.

Nils Wegner

19. Juli 2014 00:38

Oh, ganz sicher ist es das. Nur gibt es eben nicht nur einen einzigen ebensolchen, und die Anerkenntnis dieses Umstands scheint vielfach schon deutlich zuviel verlangt zu sein.

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