Hic sunt dracones: Eduard Limonows Granatenleben

Ausgerechnet der so brave btb-Verlag, seines Zeichens immerhin Teil der Random-House-Gruppe und damit unter der Fuchtel von Bertelsmann, hat just eine Taschenbuchausgabe des biographischen Romans Limonow aus der Feder des preisge-krönten französischen Schriftstellers Emmanuel Carrère herausgebracht.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Im Mit­tel­punkt die­ses Werks steht eine der wohl schil­lernds­ten polit­kul­tu­rel­len Figu­ren Ruß­lands, die wohl die media­le Auf­merk­sam­keit ver­dient gehabt hät­te, wie sie in die­sem Jahr aus Grün­den der Putin-reno­va­tio impe­rii-Hys­te­rie dem im Ver­gleich eher farb­los-mönchs­haf­ten Alex­an­der Dugin zuge­kom­men ist: Edu­ard Sawen­ko, genannt Limo­now, in dem der Betrach­ter je nach eige­ner Ver­or­tung wahl­wei­se einen Sta­li­nis­ten, Faschis­ten oder halb­kri­mi­nel­len Irren vor­fin­den mag.

Sezes­sio­nis­ten ist der Schrift­stel­ler und ewi­ge Rabau­ke wider das poli­ti­sche Estab­lish­ment sei­nes Hei­mat­lan­des kein Unbe­kann­ter: Schon im ers­ten Jahr­gang der Print-Sezes­si­on the­ma­ti­sier­te Chris­ti­an Voll­radt ihn (und sei­nen ehe­ma­li­gen Weg­ge­fähr­ten Dugin) etwas rat­los als Prot­ago­nis­ten der skur­ri­len natio­nal­bol­sche­wis­ti­schen Bewe­gung Ruß­lands, und vor fast genau zwei Jah­ren stell­te Mar­tin Licht­mesz ihn auf einem sei­ner Aus­rit­te gegen den Spie­gel-Stre­ber Georg Diez und des­sen selt­sa­me Sym­pa­thien für kon­tro­ver­se Schrift­stel­ler, solan­ge die­se kei­nen deutsch­spra­chi­gen Hin­ter­grund haben, hier aus­führ­li­cher vor.

Dabei kam Licht­mesz auch bereits auf das Buch Car­rè­res zu spre­chen, das damals gera­de beim wie­der­erstan­de­nen Matthes&Seitz-Verlag in Ber­lin erschie­nen war. So weit, so gut – ich den­ke nicht, daß sich heu­te noch all­zu­vie­le Leu­te an Diez’ Hym­nus auf Limo­now erin­nern oder sich für des­sen Bio­gra­phie inter­es­sie­ren. Immer­hin ist der Mann mitt­ler­wei­le 71 Jah­re alt und ist par­tei­po­li­tisch längst nicht mehr aktiv; auch scheint tat­säch­lich 1989 das letz­te Mal eines sei­ner Wer­ke auf Deutsch neu her­aus­ge­bracht wor­den zu sein (die zig Auf­la­gen sei­nes schrift­stel­le­ri­schen Durch­bruchs »Fuck off, Ame­ri­ka« ein­mal außer Acht gelassen).

Nun, man soll­te ein­fach an dem hüb­schen wei­ßen Buch mit der siche­rungs­bü­gel­be­wehr­ten Zitro­ne auf dem Ein­band vor­über­ge­hen. Das in jedem ein­zel­nen Moment unste­te Leben des Geheim­dienst­ler­sohns, jugend­li­chen Bohe­mi­ens und lei­den­schaft­li­chen Bür­ger­schrecks Limo­now, des­sen vor Wut und Ver­ach­tung über­schäu­men­de Phil­ip­pi­ken ihm einen Ruhm als Pop­li­te­rat avant la lett­re bescher­ten, ist für sich genom­men schon für jeden lesens­wert, der sich für einen sym­pa­thi­schen Anti­hel­den erwär­men kann. Denn sym­pa­thisch ist und bleibt “Edit­sch­ka” das gan­ze Buch über, auch wenn sich ange­sichts der halb­sei­de­nen Punk­te in des­sen Bio­gra­phie selbst der Autor Car­rè­re gele­gent­lich mit sich und sei­nem Werk hadert. Etwa hin­sicht­lich der Schil­de­run­gen aus der Grün­dungs­pha­se der natio­nal­bol­sche­wis­ti­schen Par­tei­zei­tung Limon­ka, was ein Kose­na­me für die zitro­nen­för­mi­ge sowje­ti­sche Split­ter­hand­gra­na­te ist, die Edu­ard Wenia­mi­no­witsch Sawen­ko schon in sei­ner Jugend­zeit Pate für den Spitz­na­men Limo­now – auf­grund sei­nes bei­ßen­den Zynis­mus und pole­mi­schen Wesens – stand:

Der Bun­ker, Mar­got Füh­rer… An die­sem Punkt bin ich mir nicht mehr sicher, ob mein Leser wirk­lich Lust hat, die Anfän­ge eines Käse­blatts und einer neo­fa­schis­ti­schen Par­tei als mit­rei­ßen­des Epos erzählt zu bekom­men. Und ich selbst bin mir des­sen auch nicht mehr sicher.

Und doch ist es kom­pli­zier­ter, als man meint.

Es tut mir leid. Ich mag die­sen Satz nicht. Und ich mag nicht, wie sich die fein­sin­ni­gen Geis­ter sei­ner bedie­nen. Unglück­li­cher­wei­se ist er oft wahr. Im vor­lie­gen­den Fall ist er es. Es ist kom­pli­zier­ter, als man meint.

Ein glei­ches gilt für die Skiz­ze über den frei­wil­li­gen Ein­satz Limo­nows im Jugo­sla­wi­en­krieg, als Sol­dat auf ser­bi­scher Sei­te. Und auch die zahl­rei­chen Eska­pa­den des Prot­ago­nis­ten auf sei­ner Odys­see durch die Welt (Char­kow, Mos­kau, New York, Paris, Vuko­var, Sara­je­vo…), sei­en sie kri­mi­nel­ler oder gewalt­tä­ti­ger Natur, wer­den stets aus der Per­spek­ti­ve eines auf­merk­sa­men, wenn­gleich leicht ver­stör­ten Beob­ach­ters geschil­dert. Ganz zu schwei­gen von Limo­nows regen Bett- bzw. ver­ein­zelt Spiel­platz­ge­schich­ten; den­je­ni­gen Lesern, die sich sei­ner­zeit bereits über die hand­zah­men Lie­bes­sze­nen in Ras­pails »Rei­tern« erei­fert haben, sei in die­sem Sin­ne ernst­lich von dem Genuß von »Limo­now« abgeraten.

Nichts­des­to­we­ni­ger ist das Enga­ge­ment Car­rè­res her­vor­zu­he­ben, der als Mitt­zwan­zi­ger Limo­now wäh­rend des­sen Pari­ser Zeit in den übli­chen Intel­lek­tu­el­len- und Lite­ra­ten­zir­keln ken­nen­ge­lernt hat­te und das Objekt sei­ner Arbeit hier ohne Ver­leug­nen einer alten Bekannt­schaft, gleich­zei­tig aber mit gele­gent­li­chem ein­ge­stan­de­nen Unver­ständ­nis beschreibt. Den Grund­stock für sei­ne lite­ra­ri­sche Arbeit bil­de­ten Limo­nows Bücher sowie sei­ne per­sön­li­chen Erin­ne­run­gen, wie der Autor dem Leser klar vor Augen führt. Gleich­zei­tig, und dar­in dürf­te wohl die lite­ra­risch stärks­te Sei­te des Romans lie­gen, läßt Car­rè­re auch sei­ne per­sön­li­che Lebens- und Fami­li­en­ge­schich­te in die Gesamt­be­trach­tung mit­ein­flie­ßen; er stammt selbst aus einer ursprüng­lich weiß­rus­si­schen Emi­gran­ten­fa­mi­lie – sei­ne Mut­ter Hélè­ne Car­rè­re (d’En­causse), gebo­re­ne Zoura­bich­vi­li, ist seit 1999 Secré­taire per­pé­tu­el der Aca­dé­mie fran­çai­se – und hat Ruß­land vor und nach dem Zusam­men­bruch der Sowjet­uni­on besucht.

Just die­se, zwi­schen ein­zel­nen Epi­so­den des Limo­now­schen Lebens­feld­zugs gegen alles Fei­ge, Ehr­lo­se und Aus­beu­te­ri­sche ein­ge­streu­ten, Pas­sa­gen der poli­ti­schen und his­to­ri­schen Pro­zes­se im Ruß­land zwi­schen Sta­lin und Putin sind es denn auch, die die gen­re­spren­gen­de Bio­gra­phie des lei­den­schaft­li­chen under­dogs Limo­now (und in der Tat, trotz aller schrift­stel­le­ri­schen Erfol­ge hat die­ser Mann nie­mals ein Leben in Wohl­stand geführt) gleich­sam zu einem geis­tes­ge­schicht­li­chen Par­force­ritt ins­be­son­de­re durch die post­so­wje­ti­sche His­to­rie des Lan­des machen, auf das im Moment wie­der ein­mal alle west­li­chen Augen in der Mehr­heit ver­ständ­nis­los gerich­tet sind.

Der btb Ver­lag hät­te wahr­lich kei­nen bes­se­ren Zeit­punkt wäh­len kön­nen, die­ses in Frank­reich mehr­fach preis­ge­krön­te Werk in alle Bahn­hofs­buch­hand­lun­gen zu streu­en; gleich­wohl kommt die Auf­ma­chung so beschei­den daher, daß man befürch­ten muß, vie­le poten­ti­ell Inter­es­sier­te gin­gen acht­los dar­an vor­bei und grif­fen statt­des­sen nach Zei­tun­gen vol­ler Jam­mer und Fremd­scham. Das muß so nicht sein: Das »Limonow«-Taschenbuch kommt zu einem regel­rech­ten Schleu­der­preis daher und bie­tet sich über Jahr­zehn­te erstre­cken­de Ein­sich­ten aus qua­si zwei­mal ers­ter Hand. Auch für den rein geschicht­lich Inter­es­sier­ten ist also in jedem Fall etwas mit dabei, selbst im Fal­le man­geln­der Begeis­te­rung für heroi­sche Schurken.

Schnell schließt sich bei der Lek­tü­re denn auch ein gewis­ser Zir­kel zu den zeit­ge­nös­si­schen Squa­dris­ten in Rom: Bei einem Gut­teil der Schil­de­run­gen Limo­nows wil­de­rer Zei­ten, auch und gera­de im Zusam­men­hang mit sei­ner und Dugins pit­to­res­ker “Natio­nal­bol­sche­wis­ti­scher Par­tei”, fühlt man sich ein gutes Stück weit an die Casa­Pound erin­nert. Das beschränkt sich längst nicht auf das gar schröck­li­che Faschis­mus-Sujet, viel­mehr ist es eine phä­no­ty­pi­sche Ange­le­gen­heit, wie Car­rè­re auch ganz klar wie­der­um im Hin­blick auf die Wir­kung der  Limon­ka feststellt:

Er war zwan­zig und furcht­bar ange­ödet in sei­ner klei­nen Stadt in der Oblast Rja­san, als ihm einer sei­ner Freun­de eine selt­sa­me Zei­tung zusteck­te, die mit dem Zug aus Mos­kau gekom­men war. Weder Sachar noch sein Freund hat­ten je etwas Ver­gleich­ba­res gese­hen. […] Auch wenn es das Organ einer Par­tei war, ging es in der Limon­ka weni­ger um Poli­tik als um Rock, Lite­ra­tur und vor allem um Stil. Wel­chen Stil? Den fuck you-, bull­shit- und Mit­tel­fin­ger-Stil. Punk in Reinform.

Auch, wenn Limo­now zur Hoch­zeit der NBP und der Limon­ka bereits sein fünf­zigs­tes Lebens­jahr weit über­schrit­ten hat­te, so waren Par­tei und Zeit­schrift doch ein Aus­bund an jugend­li­chem Über­schwang und Drang zur Unbe­dingt­heit – durch­aus nicht unähn­lich der ita­lie­ni­schen ter­za posi­zio­ne die­ser Tage. Als dis­tin­gu­ier­ter deut­scher Kon­ser­va­ti­ver und Eich­maß des “Rech­ten an sich” mag man dar­über die Nase rümp­fen, doch liegt des­sen­un­ge­ach­tet genau dort das pul­sie­ren­de Leben eines ganz spe­zi­el­len rech­ten Typus. »Wer gegen uns?« und »Limo­now« neben­ein­an­der­ge­legt, scheint es bei­na­he so, als kön­ne man syn­the­ti­sie­rend her­aus­le­sen, wes­we­gen der­lei in der Bun­des­re­pu­blik schlicht unvor­stell­bar war, ist und auch bleibt: Der Schlüs­sel liegt tat­säch­lich ein­zig im mate­ri­el­len Wohlstand.

Wäh­rend dem Leser in Dome­ni­co Di Tul­li­os Roman – und auch rea­li­ter in der Casa­Pound – einst­mals per­spek­tiv­lo­se Jugend­li­che der unte­ren Mit­tel­schicht begeg­nen, die im ehe­ma­li­gen Nabel der Welt leben und zwi­schen drü­cken­der Woh­nungs­not und poli­ti­scher Repres­si­on nicht den Lang­mut fin­den, ein Leben als “anglo­ame­ri­ka­ni­sche Nor­mal­a­mei­se” (Thor von Wald­stein) zu füh­ren, sind es bei Car­rè­re die vom post­so­wje­ti­schen Ruß­land schlicht­weg abge­häng­ten und aus­ge­klam­mer­ten jun­gen Leu­te aus Pro­vinz und Groß­stadt, die ohne­hin von Kin­des­bei­nen an nie etwas zu ver­lie­ren hat­ten und in Limo­nows selt­sa­mer Melan­ge aus kul­tu­rel­len und geschicht­li­chen Anlei­hen erst­mals ein Ide­al fin­den, dem sie sich rück­halt­los ver­schrei­ben kön­nen. Car­rè­re beschreibt die­se Wir­kung folgendermaßen:

Von sei­nem Alter her hät­te er ihr Vater sein kön­nen, aber er hat­te kei­ne Ähn­lich­keit mit irgend­ei­nem ihrer Väter. Nichts mach­te ihm Angst, er hat­te das Leben eines Aben­teu­rers geführt, von dem alle Zwan­zig­jäh­ri­gen träu­men, und er sag­te zu ihnen, ich zitie­re: »Du bist jung. Es gefällt dir nicht, in die­sem Scheiß­land zu leben. Du hast weder Lust, ein x‑beliebiger Popow zu wer­den, noch so ein Arsch­loch, das nur ans Geld denkt, noch ein Tsche­kist. Du hast den Geist der Revol­te in dir. Dei­ne Hel­den sind Jim Mor­ri­son, Lenin, Mishi­ma und Baa­der. Na also: Du bist schon ein Naz­bol

Auch sonst begeg­net man eini­gen bekann­ten geschicht­li­chen Gestal­ten wie­der, sei es Gabrie­le d’An­nun­zio, sei es der “blu­ti­ge Baron” Ungern-Stern­berg. Von Ideo­lo­gie muß man da gar nicht groß das Faseln anfan­gen, bei der NBP ohne­hin nicht. Im Mit­tel­punkt stand dabei die Atti­tü­de der Gegen­kul­tur, der Total­op­po­si­ti­on. Und das Zen­trum, den schil­lern­den Schwer­punkt eben die­ser tota­len Oppo­si­ti­on gegen alle soge­nann­ten Ver­hält­nis­se bil­de­te Limo­now, der sich die­se Ein­stel­lung nicht für sei­ne (recht kurz­wei­li­gen) par­tei­po­li­ti­schen Akti­vi­tä­ten zuge­legt, son­dern schon seit sei­ner Jugend eif­rig zur Schau gestellt und dafür bis ins hohe Erwach­se­nen­al­ter hin­ein man­che böse Abrei­bung kas­siert hatte.

Da fällt es denn auch abso­lut nicht ins Gewicht, wie man ein­zel­nen Aspek­ten sei­ner poli­ti­schen oder per­sön­li­chen Vita gegen­über­steht – eben­so übri­gens, wie es für die Strahl­kraft der Casa­Pound voll­ends uner­heb­lich ist, wie man dort zur Süd­ti­rolfra­ge steht, auch wenn ein­zel­ne Ver­fech­ter der rei­nen Leh­re online nicht müde wer­den, dies­be­züg­lich ihre Satz­bau­stei­ne zu pla­zie­ren. »Limo­now« ist zual­ler­erst ein­mal ein höl­li­sches Lese­ver­gnü­gen, in zwei­ter Instanz dann eine hoch­in­ter­es­san­te Beschrei­bung der wech­sel­vol­len rus­si­schen und gesamt­eu­ro­päi­schen Geschich­te der letz­ten 40 Jah­re. Und über allem ist es die akku­rat (und sogar quel­len­kri­tisch!) ver­faß­te, gera­de­zu roman­ti­sche Lebens­ge­schich­te eines viel­leicht ver­rück­ten, aber in jedem Fall kon­se­quen­ten poli­ti­schen und kul­tu­rel­len Hasar­deurs, den als viel­leicht her­aus­ra­gends­te Cha­rak­ter­zü­ge unein­ge­schränk­ter Ehr­geiz, gren­zen­lo­se Neu­gier und völ­li­ge Unver­fro­ren­heit aus­zeich­nen: Edu­ard “Eddy” Limo­now, der immer mehr Punk­rock­star als Lite­rat, mehr Rüpel als Poli­ti­ker, mehr Macher als Man­da­rin und mehr Frei­beu­ter als Intel­lek­tu­el­ler gewe­sen ist. Nicht von unge­fähr denn auch der Unter­ti­tel sei­nes Inter­net­blogs: “Ich bin weder Poli­ti­ker noch Phi­lo­soph. Ich bin Schriftsteller…”

Limo­now in der Tschen­buch-Aus­ga­be hier bestellen.
Limo­now in der gebun­de­nen Aus­ga­be hier bestellen.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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Kommentare (5)

Unke

18. September 2014 10:46

Ja, Eduard Limonov... oder auch "Doctor Limonov"
Schrieb u.a. das Vorwort zu the eXile: Sex, Drugs, and Libel in the New Russia (Grove Press, N.Y., 1999) von Mark Ames und Matt Taibbi (der später als Journalist des Rolling Stone berühmt wurde*).
Für eXile gilt: Lesebefehl!, auch wenn an das Buch nur noch antiquarisch heranzukommen ist. Und: jeder einzelne FAZ- ZEIT- oder SPIEGEL- Politredakteur müßte damit verprügelt werden ;-)
.
* hier z.B. berichtet er über ein paar verschobene Milliönchen zugunsten einiger Plutokratengatinnen - da einem kommt sofort die Affäre Hildebrand in den Sinn (mit allen unangenehmen Nachgeschmäckern... aber das führt hier zu weit, der Leser hüpfe selbst von Link zu Link).

Trouver

18. September 2014 16:37

Früher würde Limonow kurz und bündig "Trotzkist" heißen.

Ein "Левак".

Wegner:
In diesem Fall herzlichen Glückwunsch zu tieferen Einsichten, als sie Limonow selbst, sein Biograph sowie die russische wie sonstige Presse gewonnen haben. Und zur Entwicklung des Hapaxlegomenon "stalinistischer Trotzkist".

Ein Fremder aus Elea

18. September 2014 21:10

Und heute ist der "Левак" Kolumnist der Izvestia und schreibt:

"Предоставим им самим воевать со зверем, которого они и создали"

"Laßt die USA das Biest, welches sie erschaffen haben, selbst bekämpfen."

So radikal erscheint mir das nicht, aber seltsam. Unterstützt Rußland denn nicht mehr Assad oder hat der aufgehört IS zu bekämpfen?

Mal sehen... also Limonow meint's wie folgt: Obama wird Assad bombadieren und nicht IS, und Rußland kann's nicht verhindern, aber dann wird IS erst richtig zum Problem und dann können die USA sich selbst drum kümmern.

stegmüller

18. September 2014 21:13

Es gibt ein total irres Video auf Youtube, auf dem Limonov mit Karadzic parliert und probehalber mit einem Maschinengewehr ins belagerte Sarajevo reinballert: https://www.youtube.com/watch?v=tH_v6aL1D84

Inklusive schrecklich schief singende serbische Soldaten, politisch-historische Betrachtungen Karadzics und die unsterbliche Zeile "Was für eine Rasse ist der Hund?" - "Serbisch!"

Strogoff

19. September 2014 12:58

Danke für den Tip. Steht auf der Bücherliste und hoffentlich bald im Bücherregal.
Sind in der gebundenen Ausgabe Abbildungen?

Wegner:
Meines Wissens nicht. Derlei ist jenseits von bibliophilen Ausgaben sehr bekannter Autoren ja auch mehr als unüblich geworden, zumindest in "normalen" Verlagen. Nicht alle Häuser können sich einen Ralph Oertel leisten... ;)

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