Schaffe, schaffe, Häusler-Bauer

Auch, wenn er im Grunde keinerlei Besonderheit unter all dem besorgt-betroffenen Gefuchtel hauptamtlicher Reichsbedenkenträger darstellt,...

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

soll­te man über den ARD-Moni­tor-Bei­trag anläß­lich des zwi­schen­tags in Bonn in Ergän­zung zu Felix Men­zels Tages­pro­to­koll viel­leicht doch noch eini­ge Wor­te verlieren.

Nicht obwohl, son­dern gera­de weil dort ein­mal mehr die ewig­glei­che Fünf­te Kolon­ne “der” Neu­en Rech­ten an die Wand gemalt wur­de. Und weil man sich beim aus­füh­ren­den WDR in Sachen inves­ti­ga­ti­ver Jour­na­lis­mus mal wie­der ganz, ganz viel Mühe gege­ben hat – obgleich das gan­ze Sche­ma schon sehr an die Kol­le­gen von 3sat bei ihrem sei­ner­zei­ti­gen Besuch in Ander­land, bei “Deutsch­lands erfolg­reichs­tem Rechts­in­tel­lek­tu­el­len”, erinnerte.

Mit den augen­fäl­li­gen, spät­pu­ber­tä­ren Witz­chen über die amü­san­ten Koin­zi­den­zen des Bei­trags (666. Sen­dung am 11. Sep­tem­ber…) mögen sich die Eso­te­ri­ker beschäf­ti­gen; kom­men wir lie­ber direkt zur Sache. Beson­de­ren Ein­druck macht natür­lich zuerst die Tat­sa­che, daß es den wacke­ren Stu­dio-Strei­tern wider die “Schreck­ge­spens­ter für die Demo­kra­tie” (übri­gens so eine For­mu­lie­rung, mit der auch wirk­lich nur Jour­na­lis­ten daher­kom­men kön­nen) mühe­los gelun­gen ist, an Video­ma­te­ri­al von drin­nen zu kom­men: Drin­nen, das ist da, wo sich an jenem Sams­tag laut wohl­in­for­mier­tem Kom­men­ta­tor “abge­schirmt von der Poli­zei […] Deutsch­lands neue Rech­te” traf, auf dem Haus der Alten Bres­lau­er Bur­schen­schaft der Rac­zeks zu Bonn.

Auf die Fra­ge nach “Deutsch­lands neu­er Rech­ter” – ich kür­ze das ab hier mal mit “DnR” ab – kom­men wir spä­ter zurück. Was den so sehr um Öffent­lich­keits­ar­beit bemüh­ten Gast des zwi­schen­tags angeht, kann man nun natür­lich ganz furcht­bar erschro­cken sein; natür­lich kommt sol­cher­lei Recher­che­ar­beit nicht nur eine infor­ma­ti­ve, son­dern ganz dezi­diert auch eine appel­la­ti­ve Funk­ti­on zu: “Spiel’ nicht mit den Schmud­del­kin­dern, kauf’ nicht ihre Bücher, wir haben vie­le Hel­fer­lein mit dem rich­ti­gen Riecher!”

Daß ins­be­son­de­re in Nord­rhein-West­fa­len die Öffent­lich-Recht­li­chen ganz auf Linie mit den regio­na­len Schlapp­hü­ten jeder­zeit Gewehr bei Fuß ste­hen, wenn es um non­kon­for­me bis dis­si­den­te Ver­an­stal­tun­gen geht, ist aber nun wahr­lich nichts Neu­es. Wer da ange­sichts des klan­des­ti­nen Auf­rüs­selns jedes Hauchs von Abweich­ler­tum durch den WDR noch kal­te Füße bekommt, der scheint sich bis dato nicht all­zu­vie­le Gedan­ken dar­über gemacht zu haben, wie in die­sem unse­rem Lan­de öffent­li­cher Ruch zustandekommt.

Das gilt auch und ins­be­son­de­re für den im Moni­tor-Bei­trag beson­ders fokus­sier­ten Hans-Tho­mas Till­schnei­der; immer­hin war der Auf­hän­ger für die Bericht­erstat­tung dies­mal ja der in den Sen­de­an­stal­ten befürch­te­te AfD-Durch­marsch in Bran­den­burg und Thü­rin­gen, damit gleich­wohl ziem­lich läp­pisch gegen­über den Brei­vik-Mor­den 2011 oder der NSU-Mut­ma­ßungs­er­stat­tung 2012. Die bei­den ande­ren öffent­lich vor­ge­führ­ten, wenn auch unkennt­lich gemach­ten angeb­li­chen ehe­ma­li­gen oder aktu­el­len AfD-Mit­glie­der kann man getrost außer Acht las­sen; was nicht belegt wird, ist gera­de in sol­chen Berich­ten nich­tig und hat allen­falls Unterhaltungswert.

Till­schnei­der jeden­falls wur­de vom WDR erwar­tungs­ge­mäß ziel­ge­nau auf sei­ne Teil­nah­me am zwi­schen­tag fest­ge­na­gelt und erklär­te laut Bericht, sich “ein Bild vom Spek­trum der Aus­stel­ler” gemacht zu haben – eine simp­le Ant­wort auf eine simp­le Fra­ge. Daß es dem WDR dar­um geht, eine Benimm­fi­bel für Par­tei­po­li­ti­ker zusam­men­zu­stel­len und Distan­zie­run­gen her­aus­zu­kit­zeln, ist nichts Neu­es – daß es in die­sem Fall nicht gelang indes schon.

Aber zurück zum “Moni­tor”. Als demons­tra­ti­ve “Ih bah”-Beispiele für die gewit­ter­te “ultra­rech­te Ideo­lo­gie” dür­fen dann die Iden­ti­tä­ren mit einer immer­hin ulki­gen Kar­te der Bun­des­re­pu­blik her­hal­ten – und Patrick Buchanans Buch “Irr­weg Ein­wan­de­rung. Die wei­ße Welt am Abgrund”, weil der Titel so schön ins Kon­zept paßt. Der Rund­gang des Inko­gni­to-Kame­ra­manns, der sei­ne Auf­nah­men im Anschluß dem Sen­der “zuge­spielt” haben soll (ist klar, das ent­spre­chen­de Equip­ment gehört ja bekannt­lich zur neu­rech­ten Grund­aus­stat­tung…), fiel offen­sicht­lich nicht all­zu ertrag­reich aus, was schmis­si­ges Bild­gut angeht. Wohl des­halb muß­ten sich die Prak­ti­kan­ten beim Sen­der doch noch ein paar Näch­te mit AfD-Stal­king um die Ohren hau­en, was sie zum “rechts­na­tio­na­len Blatt” (man höre und stau­ne!) Blaue Nar­zis­se führ­te. Begriffs­gu­lasch aller­or­ten, und der alar­mier­te Zuschau­er fragt sich, was nach all den “rechts­na­tio­na­len”, “stramm rech­ten”, “völ­ki­schen”, “rechts­ra­di­ka­len”, “ultra­rech­ten” und “rechts­po­pu­lis­ti­schen” Offen­ba­run­gen die­se regel­recht holis­tisch nie­der­träch­ti­ge DnR wohl noch bereit­hal­ten mag.

Auf­tritt Alex­an­der Häus­ler! Ein gutes Por­trät des “Exper­ten” von der Arbeitsbeschaf­fungsstel­le Neo­na­zis­mus(!) an der Fach­hoch­schu­le Düs­sel­dorf hat Götz Kubit­schek hier vor ein­ein­halb Jah­ren bereits gelie­fert. Anstatt den eigens beor­der­ten “Exper­ten” nun aber eine kon­kre­te und trenn­schar­fe Ein­ord­nung vor­neh­men zu las­sen (mei­net­we­gen selbst der AfD, falls das irgend­je­man­den inter­es­siert hät­te), kommt der Alex gera­de mal mit zwei Sät­zen zu Wort und darf einen vom Iden­ti­täts­be­griff erzählen.

Nun bin ich – gott­sei­dank – kein Sozi­al­wis­sen­schaft­ler, aber ich stel­le mir das schon etwas frus­trie­rend vor, extra ein Diplom erwor­ben zu haben, nur um dem eige­nen Men­tor (das ist übri­gens genau der Chris­toph But­ter­weg­ge, den auf­grund sei­nes end­gül­tig abstru­sen “Die Neue Rech­te fängt schon beim Neo­li­be­ra­lis­mus an!”-Gekaspers nicht ein­mal mehr Fach­kol­le­gen ernst­neh­men) ein wenig zuar­bei­ten zu dür­fen und im Anschluß gele­gent­lich mal für ein, zwei Minu­ten ins Fern­se­hen zu kom­men, wenn man gera­de nicht Exper­ti­sen in “leich­ter Spra­che” für Anti­fa-Pos­til­len abfaßt.

Zuviel Ana­ly­se hät­te sich Moni­tor wohl ohne­hin nicht erlau­ben kön­nen, weil ansons­ten doch etwas offen­sicht­lich gewor­den wäre, wie lieb­los man mit den eige­nen poli­ti­schen Phra­sen umgeht. Statt­des­sen gibt es also nur Häus­lers Gefa­sel vom “Con­tai­ner-Begriff” der Iden­ti­tät, das erken­nen läßt, daß er nicht nur die gesam­te neu­rech­te Beschäf­ti­gung mit Iden­ti­täts­fra­gen seit den 1970er Jah­ren Hen­ning Eich­bergs nicht ver­stan­den (und wahr­schein­lich auch gar nicht ver­folgt) hat, son­dern auch im Gegen­satz zu Onkel But­ter­weg­ge mit sei­ner gera­de­zu inno­va­ti­ven Feind­mar­kie­rung des “Stand­ort­na­tio­na­lis­mus” auch noch beim mitt­ler­wei­le wirk­lich abge­stan­de­nen “Mimikry”-Schreckgespenst ste­hen­ge­blie­ben ist, des­sen unaus­ge­setz­te Zer­deh­nung in der War­ner- und Mah­ner­li­te­ra­tur min­des­tens seit 1989 schon einen eige­nen Arti­kel wert wäre.

Was also hat uns das in mehr als zeit­li­chem Wort­sinn “Ers­te Deut­sche Fern­se­hen” nun bei­gebracht? Daß es ein­zel­ne AfD-Mit­glie­der (die beim WDR schein­bar alle­samt “Funk­tio­nä­re” dar­stel­len; viel­leicht kennt man es dort von den alt­her­ge­brach­ten Par­tei­en nicht anders?) gibt, die beim Distan­zie­rungs­rin­gel­piez noch nicht mit­spie­len, das viel­leicht. Dann waren da noch ein paar net­te Blen­den über Bücher und Kalen­der, sowie Ein­bli­cke in den Knei­p­saal des Rac­zek­hau­ses in Bonn, nüch­tern betrach­tet die reins­te Wer­bung. Das war es dann aber auch schon.

Wenn man mal von der übli­chen Eta­blier­ten­pro­pa­gan­da aus dem immer prall­ge­füll­ten GEZ-Säckel absieht, blei­ben neben einer wei­te­ren Real­sa­ti­re-Abmo­de­ra­ti­on für Begriffs­stut­zi­ge – man erin­ne­re sich an das glor­rei­che “mir jagt die­ser Bericht MEHR als EINEN Schau­er über den Rücken” – allen­falls noch die höl­zern auf­ge­sag­ten Jam­mer­for­meln und trau­ri­gen Gesich­ter eini­ger Gut­men­schen­trot­tel. Dar­an gemes­sen steht die Gegen­öf­fent­lich­keit gera­de­zu vor­bild­lich da.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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Kommentare (10)

Ein Fremder aus Elea

25. September 2014 09:04

Bei solchen Beiträgen kommt es auf den richtigen Schnitt und die richtige musikalische Untermalung an.

Man könnte sagen, das Format nähert sich der Oper an.

Man sollte nicht glauben, daß es seinen Zweck verfehlt, weil es keinen Wert auf intellektuelle Redlichkeit, etwa Höcke gegenüber, legt.

Ich habe auch schon ganz gute Beiträge in diesem Stil von der anderen Seite gesehen, d.h. gestern einen von Jakari Jackson:

https://www.youtube.com/watch?v=rSFFK8bhOO0&t=128m30s

Stimmungsmache im wörtlichsten Sinne. Natürlich ein Zeichen des Verlusts des Anspruchs auf einen eigenen Stil, auf eine eigene Art Weise, eine öffentliche Diskussion zu führen. Fing mit Gerhard Schröder an, entwickelt sich fort. Die Frage nach den Weiterungen wird offenbar nicht gestellt.

Kirche im Dorf

25. September 2014 09:40

"Das ist schlicht Kuschen auf mehr oder minder hohem Niveau."

Einerseits wird Darstellung und Methodik des Berichts und die Arbeitsweise seiner Redakteure von vorn bis hinten hinterfragt. Wenn es aber um die Äußerung eines Politikers aus den Niederungen der Politik geht, schallt es aus dem metapolitischen Elysium gleich Verdammnis. Konsequenterweise müsse man auch an dieser Stelle hinterfragen, ob Tillschneider überhaupt korrekt wiedergegeben wurde.

Arminius

25. September 2014 09:59

Häusler ist m.E.n. nicht an der Uni Düsseldorf, sondern lediglich an der FH.

Wegner:
Danke für die Korrektur.

Zumindest machen die Kommentare unter dem Monitor-Beitrag Mut. 95% haben erkannt, welch abstruser Unsinn dort gesendet wurde.

Albert

25. September 2014 10:11

Ich war auf dem Zwischentag.

Nach der Kameraperspektive zu urteilen, muss der illegale Film-Mitschnitt genau aus der ersten Reihe erfolgt sein, und zwar vom ganz linken Rand aus. Ich saß auch in der ersten Reihe, aber auf der anderen Seite. Ich erinnere mich aber nicht, jemanden gesehen zu haben, der filmte. Die Kamera muss also in einer Tasche o.ä. verborgen gewesen sein.

Was die Film-Zusammenstellung betrifft:
Der Kamera-Mann hat ausschließlich drei Publikationen aus dem Arndt-Verlag abgefilmt ("Deutscher Jahrweiser" usw.), die eher im Retro-Design daherkommen und sehr untypisch für die ausgestellten Bücher waren. Die anderen 20 Aussteller und deren Bücher hat der Kamera-Mann ignoriert. Sie waren offensichtlich nicht ausreichend "rechtsextrem".

Auch der Redebeitrag des älteren, "ehemaligen" AfD-Mitglieds im Monitor-Beitrag war nicht representativ für die Veranstaltung. Dieser Herr hatte keine offizielle Funktion und hat einfach das Wort ergriffen und sich zustimmend zur australischen Politik gegenüber den "boat people" geäußert. Auch hier hat der Monitor-Beitrag nur drei besonders krasse Sätze herausgeschnitten und den Kontext ignoriert.

Fazit:
Der Monitor-Beitrag über den Zwischentag ist böswillig verfremdend und verfälschend.

Zugegeben: Von "Monitor" habe ich nichts anderes erwartet. Die Dreistigkeit dieses Zusammenschnitts hat mich aber dann doch empört und enttäuscht.

Dinkie

25. September 2014 10:24

Ich verstehe gut, dass man sich als Betroffener über solchen Anti-Journalismus ärgert, aber das ist zuviel der Ehre. Diese dilettantische Propaganda ist doch längst Realsatire. Schon die Worthülsen vom "Aufmarsch" gegen das "breite Bündnis" etc. sind doch leeres Gebetsmühlengeklapper. Mich wundert, dass die Praktikanten nicht noch Archivbilder von Springerstiefeln zwischen das Material geschnitten haben. Und dass diese "Experten" einfach nur linksextreme Nichtsnutze sind, sieht doch auch ein Blinder. Und wer sieht denn schon Monitor? Linke Lehrer kurz vor der Pensionierung und Gewerkschafts-Opas. Verkalkte Altlinke halt. Keine Sau unter 30 guckt sich das an.

Marcus Junge

25. September 2014 12:53

Mag ja sein, daß viele Kommentare bei der ARD diesen Monitor verrissen haben und das die Kommentatoren hier erkannten, um was es sich handelt, aber das ist nicht repräsentativ.

Es gibt haufenweise Leute die schreiben keine Lobeshymne auf den Beitrag im Netz, weil der Beitrag gefiel und von denen ohne Computer reden wir mal nicht. Ja die gibt es, Millionen und die dürfen alle wählen und tun es auch. Ich erleb es selbst im Familienkreis. Und wenn man da mit Propaganda, Lügenberichten und Niveau vom Schwarzen Kanal kommt, wird einem kein Wort geglaubt und das ist durchaus repräsentativ - oder wer wählt ständig schwarz-rot-grün?

Der Beitrag bei Monitor hat damit seine Zielgruppe gefunden, die Komapatienten, die besten Mitläufer aller Zeiten. Weil die garantiert nichts hinterfragen.

muotis

25. September 2014 13:03

Ich wiederhole es gern: Seien wir froh über so viel Aufmerksamkeit. Gedanken müssten wir uns machen, wenn man uns totschwiege.

Wegner:
Fragt sich, ob das aus der Perspektive der AfD oder des zwischentags gilt. Da eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den bei zweiterem vertretenen Verlagen und sonstigen Ausstellern nicht stattfindet – allenfalls mit der IB, und das auf wikipedia-Niveau –, ist eine solche Berichterstattung nichts weiter als Beschweigen "by proxy". Als reines Trittbrett für eine wogegen auch immer gerichtete Agitation herzuhalten, ist durchaus kein Grund, froh zu sein.

Nur eines: Solche Bilder haben weniger informatorischen als den Zweck, Mißtrauen und Argwohn zu schaffen, weil wir ab jetzt immer einen heimlich Filmenden unter uns wähnen. Scheißen wir einfach drauf. Motto: Durch!

Revolte

25. September 2014 17:21

„Die AfD hat es geschafft, als Partei die Themen der Springerstiefel in den Nadelstreifen zu setzen. Das nimmt vielen Bürgern die Hemmung. Weil man wählt ja jetzt eine Partei mit Professoren an der Spitze, also kann das nicht ganz so falsch sein.“

Ein Grund mehr, die guten 10-Loch-Stiefel mal wieder öfter zu tragen.

Jens

25. September 2014 23:12

Albert: "Der Kamera-Mann hat ausschließlich drei Publikationen aus dem Arndt-Verlag abgefilmt („Deutscher Jahrweiser“ usw.), die eher im Retro-Design daherkommen und sehr untypisch für die ausgestellten Bücher waren. Die anderen 20 Aussteller und deren Bücher hat der Kamera-Mann ignoriert. Sie waren offensichtlich nicht ausreichend „rechtsextrem“."

- Ist ja vom Beitrag über GK und Antaios bekannt, Stichwort "...von hier aus vertreibt er Bücher, Völkisch-Nationales, Nachdrucke aus den 30er Jahren..." (Kein Originalwortlaut, aber sinngemäß war es ja sowas). Meines Erachtens kommt es immer darauf an, wie "vorbelastet" ein Medium, dass sich solcher Hetze bedient, schon ist. Die "Bild" hat mit ihrer unfassbar plakativen und kindischen Anti-AfD-Propaganda wohl viele erst auf die Seite der Partei getrieben und sei es nur aus Protest, bei anderen Formaten, wie eben beispielsweise "Monitor", die sich immer noch den Anschein des seriösen geben, dürften sich indes doch manche tatsächlich beeinflussen lassen. Leider lässt sich (aus meiner Efahrung) doch konstatieren, dass prinzipiell die allermeisten Propaganda-Beiträge dieser Art durchaus irgendwo zum Ziel führen, das Reflexionsvakuum der tumben Masse macht es möglich bzw. noch mehr die mangelnde Bereitschaft sichüberhaupt mit derartigem zu beschäftigen. Mund auf und schlucken, damit man sich dann dem wichtigen (i. e. hedonistischen) zuwenden kann.

Wind

26. September 2014 01:09

Wer denkt oder sagt "Das schaut doch keiner" "Dass die alle links sind, sieht jeder" "Das nimmt doch keiner mehr ernst", der hat die Lage nicht erkannt!
Damit überschätzt man das Wissen, die Reflektionsfähigkeit und den politischen Sinn des klassischen Ottonormal-Bürgerlichen.
Die Lage ist die, dass dieser nämlich noch nichtmal ansatzweise formulieren kann, was eigentlich links ist. Das kann außer den linken und jenen, die zu uns gehören, so gut wie keiner.

Bildungsarbeit im Kleinen, ganz ohne Geiferei ist gefragt. Denn die Folgenden fragen kann doch kein ottonormal-bürgerlicher unter 50 oder Schüler mehr beantworten.
"Was will der Kommunismus?"
"Gibt es heute noch Kommunisten und warum zeigen sie es nicht offen?" "Was heißt links und Linksextremismus?"
"Was ist der 'neue mensch'?"
"Warum ist so ein denken gefährlich"
"Was unterscheidet realisten und utopisten?"

Wer die Meinung der Masse immer außen vor lässt, der wird keinen geistigen Krieg gewinnen, und das ist auch das Problem der "DnR".

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