Sezession
21. Oktober 2014

»Der blinde Fleck« – wo liegt er?

Nils Wegner / 33 Kommentare

Am Freitag, dem 10. Oktober, brachte arte zur prime time die Fernsehpremiere des Spielfilms „Der blinde Fleck“ über die Nachforschungen zum Münchener Oktoberfestattentat von 1980. Ulrich Chaussy, seinerzeit Journalist des Bayrischen Rundfunks, schrieb am Drehbuch mit und ist gleichzeitig die Hauptfigur des Films, darin gespielt von Benno Fürmann. Eine Wiederholung soll es am 23. Oktober zur Mittagszeit geben – ein Einblick lohnt sich in jedem Fall, allerdings nur mit entsprechendem Hintergrundwissen.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Ansonsten kommt der Film, rein dramaturgisch-sachlich betrachtet, an seiner brisanten Materie gemessen erstaunlich bieder daher. Das mag seinen Grund in der Persönlichkeit des realen Chaussy haben: Wohl nicht von ungefähr wird das Ganze eingeleitet durch die brachial inszenierte Stürmung von dessen ursprünglicher WG durch ein polizeiliches Sondereinsatzkommando, da angesichts der zeitgenössischen Bedrohung durch die RAF im Wohnkomplex gehorteter Sprengstoff vermutet wird. Ein zynisches Wesen vorausgesetzt, könnte man meinen, der sich an diesen Vorspann anschließende eigentliche Film sei eine sehr verspätete Form des Nachtarockens gegen die Sicherheitsorgane des Freistaats Bayern, die den sakrosankten Journalisten Chaussy vor langer Zeit mal etwas zu hart anfaßten – ein jeder mag sich seinen Teil dazu denken.

Fürmann-Chaussy jedenfalls fühlt sich durch den Zugriff bemüßigt, nun endlich mit seiner Freundin zusammenzuziehen. Ihr neues Domizil liegt unweit der Münchener Theresienwiese, und eines lauen Abends anno 1980, das alljährliche Oktoberfest ist in vollem Gange, vernimmt man dort unverhofft einen lauten Knall. Die Bombe ist detoniert, 13 Menschen sind tot, Chaussy nimmt erste Fährten jenseits der offiziösen Darstellung der Tat eines sozialethisch devianten Einzelgängers auf, die ihn in direkte Konfrontation mit den Behörden vom bayerischen Verfassungsschutz bis hin zur Generalbundesanwaltschaft führen.

Beim VS seinerseits hat derweil der durch eine kurze Exposition eingeführte Dr. Hans Langemann, ein Fachmann für politische Attentate, das Ruder übernommen; an ihm wird es sein, stets begleitet von seinem schattenhaften Nebenmann (den August Zirner übrigens beeindruckend sphingisch zu spielen vermag), die Medien zugunsten einer Schadensverhütung zur Unterfütterung der Einzeltäterthese zu instrumentalisieren. Und wie bereitwillig insbesondere die Boulevardpresse mit allem und jedem ins Bett steigt, um der Konkurrenz gegenüber einen scoop herausschlagen zu können, wird vielleicht unabsichtlich offen herausgestellt.

Letzten Endes jedoch, schauspielerische Leistungen einmal beiseitegelassen, stellt „Der blinde Fleck“ eine ziemlich platte (Selbst)Glorifizierung des ewig unverstandenen Ulrich Chaussy dar. Es spricht schon Bände, daß von allen mir vorliegenden Besprechungen des Films als scheinbar einziges Medium ausgerechnet die finanzielle wie geistige Krüppelgazette Frankfurter Rundschau diesen Umstand thematisiert hat; allerdings nur in einem kleinen Teil ihres ansonsten absolut vorhersehbaren, linksridikülen (mit Dank an Thomas Paulwitz für die Erinnerung an diesen schönen Neologismus) „Überall Nazis!“-Artikels.

Chaussy ist Journalist, wenngleich beim Staatsfunk, demgemäß allein der Wahrheit verpflichtet und der einsame Ritter auf weißem Roß gegen den übermächtigen Staatsapparat, der das traurig-trübe Stimmvieh über die tatsächlichen Umstände des Bombenanschlags im Dunkeln läßt und gar Spuren verwischt, die eine engere Anbindung des präsentierten Einzeltäters Gundolf Köhler zu rechtsextremen Kreisen – konkret: der Wehrsportgruppe (WSG) Hoffmann – zu belegen vermocht hätten. Und, man hätte es eigentlich(!) kaum anders erwartet: Natürlich wird am Schluß eine direkte Analogie zum mutmaßlichen „Nationalsozialistischen Untergrund“ gezogen, um dem beeindruckten Zuschauer noch einmal mit dem Hammer einzugeben, daß der Schoß noch fruchtbar ist und bla, bla, bla.

Wenn man nun aber die Perspektive des FR-Lohnschreiberlings aufzugeben in der Lage ist, stellt sich die Gesamtlage doch ein wenig anders dar. Zwar läßt „Der blinde Fleck“ einen dann erst recht staunend zurück, doch aus völlig anderen Gründen, die weder der echte Chaussy, noch Regisseur Daniel Harrich so intendiert haben dürften. Regelmäßigen Lesern der Sezession im Netz dürfte schon klar sein, worum es geht; immerhin haben sich unter dem Eindruck der... nennen wir es mal „Entdeckung“... des NSU in den vergangenen Jahren bereits Karlheinz Weißmann, Götz Kubitschek und Martin Lichtmesz (gleich zweimal) zumindest ansatzweise mit der grundlegenden Problemstellung beschäftigt.

Springen wir kurz zurück ins Jahr 1990. Damals wandte sich Italiens Ministerpräsident Andreotti unter erheblichem innenpolitischen Druck unverhofft vom Prinzip der Verschwiegenheit ab und enthüllte die Existenz der europaweiten Stay-behind-Netzwerke der NATO, die als potentielle Partisanenkräfte für die Zeit nach einem sowjetischen Überfall geplant, aber letztlich in ein Instrument des Staatsterrorismus umorganisiert worden waren.

Diese Offenheit sorgte für nicht unerhebliche politische Unruhe, und allerspätestens mit der sehr sehenswerten BBC-Dokumentation zu diesem Thema von 1992 wurde der Blickwinkel von Italien – besonders hinsichtlich des entsetzlichen Sprengstoffanschlags auf den Bahnhof von Bologna, ebenfalls 1980 (Nachtigall, ick...) – auch auf Belgien und die dort wohl im Zuge der „Strategie der Spannung“ wütende „Killerbande von Brabant“ ausgeweitet.

Während die italienischen Anschläge unter Instrumentalisierung bestehender rechtsextremistischer bzw. neofaschistischer Gruppen (wie die BBC-Doku hinsichtlich Aldo Moro insinuiert, auch unter falscher Flagge) erfolgten, ging es in Belgien vorrangig darum, möglichst sinnlos zu töten und so ein Maximum an Horror zu verbreiten. In welches dieser Raster würde nun das Oktoberfestattentat passen, dem ja unterschiedslos Menschen zum Opfer fielen, die sprichwörtlich „zur falschen Zeit am falschen Ort“ waren?

Von Gundolf Köhler ist bekannt, daß er zeitweise Teilnehmer an Veranstaltungen der WSG Hoffmann wie auch des „Hochschulrings Tübinger Studenten“ (eine Art akademischer Arm der Wehrsportgruppe) war. Nun war Hoffmanns paramilitärische Gruppe mitnichten eine deutsche Version des Ordine Nuovo und durchaus kein ideales Vehikel für die lichtscheuen Geheimdienstverantwortlichen; bereits in den Jahrzehnten vor dem Oktoberfestattentat war etlichen mutmaßlichen Stay-behind-Tarnorganisationen aufgrund ihrer zu hohen Öffentlichkeitspräsenz die finanzielle und materielle Unterstützung durch das zuständige NATO-Parallelnetzwerk wieder entzogen worden (prominentestes Beispiel dürfte der Fall des schon Anfang der 1950er Jahre verbotenen „Bundes Deutscher Jugend“ (BDJ) gewesen sein, der sogar mit leichter Artillerie ausgerüstet worden war). Ebenso ist Karl-Heinz Hoffmann kein Vincenzo Vinciguerra und hat eine Verwicklung der zum Zeitpunkt des Attentats bereits verbotenen WSG in Köhlers Aktivitäten stets verneint.

Nichtsdestoweniger ist hinsichtlich des arte-Films, der wohlgemerkt laut der Deutschen Film- und Medienbewertung „besonders wertvoll“ sein soll, gerade das ohrenbetäubend laute Schweigen über all diese, teilweise seit fast einem Vierteljahrhundert offenliegenden Fakten bemerkenswert. Gerade bei Details wie der dankenswerten Thematisierung der Person Heinz Lembkes – die dann für albernes Runengeraune und Rassengerassel à la "Es ist WOLFSZEIT!" wieder fallengelassen wird.

Der lebende Ulrich Chaussy ist klarer Verfechter seiner persönlichen Linie, die auch den Film absolut bestimmt: Der Verfassungsschutz (daß im Film ständig Verfassungs- und Staatsschutz durcheinandergeworfen werden, lernt man auszublenden) hat sich mit Naziterroristen eingelassen und versucht bei Eskalation, sich aus der Affäre zu ziehen; dies durchaus auch durch das Verstummenlassen von aussagewilligen Zeugen, wenn nötig. Der Film zeigt bzw. sagt solcherlei mit faszinierender Offenheit, wiewohl es nie zuendegedacht wird. Ich kann wirklich nur empfehlen, entsprechende Lektüren und vor allem den BBC-Bericht mit den O-Tönen Vinciguerras auf sich wirken zu lassen – man wird Chaussys Selbstapotheose mit anderen Augen sehen. Insbesondere unter Berücksichtigung der Aussagen des Sohnes des mutmaßlichen Stay-behind-BND-Führungsoffiziers in der BRD, die im letzten Jahr getätigt wurden, in der Bundesrepublik bezeichnenderweise lediglich dem Neuen Deutschland und der taz Berichterstattung wert waren und dem Nachgeborenen quasi postwendend das Etikett „psychisch krank“ eintrugen; derlei dürfte einigen noch aus der DDR bekannt sein.

So wundert es denn auch wenig, daß gerade Jürgen Elsässer (dessen Compact gleich als erstes Sonderheft einen Brückenschlag von geheimdienstlichen False-flag-Operationen nach dem o.g. Muster hin zum NSU vollzog) die Gelegenheit dieses Films nutzte, um seinerseits die Darstellungen des Films mit tatsächlichen Zeitzeugen abzugleichen. Derlei wird man trotz aller Bedeutung gegenüber sonstigem in aller Breite erörterten Schwachsinn in öffentlich-rechtlichen Medien ganz sicher nicht zu sehen bekommen, oder könnte sich irgendjemand Karl-Heinz Hoffmann bei Maybrit Illner vorstellen?

In den üblichen, öffentlich-rechtlichen Konserven-"Dokumentationen" wird bis heute beispielhaft auf die italienischen anni di piombo wie auch auf den "Vlaamse Militanten Orde" abgehoben, ohne die in diesen Fällen belegten Stay-behind-Verstrickungen mit einem einzigen Wort einzugehen. Verschwörungstheorien hin, Paranoia her: Daß in der politischen Sphäre gerade Europas nichts ist, wie es scheint, dürfte ein zumindest unbewußt allfälliges Gefühl sein. Und hinsichtlich des schier endlosen NSU-Prozesses erscheint doch deutlich interessanter, was alles nicht zur Sprache kommt. Susan Sontag hat angesichts der propagandistischen Praxis der USA hinsichtlich des zweiten Golfkriegs einmal von der „routinemäßigen Emotionalisierung“ durch die Medien gesprochen; „Der blinde Fleck“ stellt durch seine eigene Verknüpfung von Oktoberfestattentat und NSU unabsichtlich die Frage danach, wie es mit diesen abgezirkelten und zentral gesteuerten Mechanismen hierzulande aussehen mag.

Noch einmal also vermutlich Sontag (soweit mir bekannt; leider habe ich dieses übersetzte Zitat aus einem Interview, mir bekannt durch ein Lied von "Unternehmen Dreizack", nirgends belegt gefunden): „Wenn die Regierung tatsächlich gelogen hat – wen würde dies überraschen?“


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.


Kommentare (33)

t.gygax
21. Oktober 2014 09:57

Der Hochschulring Tübinger Studenten (HTS ) als "akademischer Arm " der Wehrsportgruppe Hofmann? Na, das ist eine sehr eigenwillige Interpretation...ich habe in der Tübinger Mensa Mitte der 70er Jahre immer wieder die Flugblätter des HTS bekommen, der zeitweise im Studentenparlament recht gut vertreten war, und damals als "rechts stehende konservative "Kraft ziemlich etabliert war.

eulenfurz
21. Oktober 2014 10:06

Bereits aus den Vorbesprechungen zu dem Film war erwartbar, daß dieser allein der Nabelschau des Journalisten Chaussy dient. Die Niederschriften des Wehrsporthäuptlings Hoffmann aus erster Hand dürften bedeutend spannender sein, als die Vermutungen eines dahergelaufenen Selfie-Journalisten.

taz: Im Zeitalter der Selbststilisierung

Marcus Junge
21. Oktober 2014 11:37

Nur zur Vervollständigung möglicher Videos, Youtube hat ja noch etwas mehr zu bieten:

Doku - "Die geheimen Armeen der NATO - Operation GLADIO"
https://www.youtube.com/watch?v=w9HQBaiIChk

Compact Magazin bespricht im März den "Blinden Fleck", kurz nach dem dieser im Kino lief - "Täter, Attentäter, Einzeltäter: Rechtsterrorismus und NATO-Geheimarmee Gladio"
https://www.youtube.com/watch?v=kATs0N2-LXw&list=UUgvFsn6bRKqND1cW3HpzDrA

Antizensurkoalition - "10.AZK-Verdeckte Kriegsführung- Blick hinter die Kulissen der Machtpolitik -Dr. phil. Daniele Ganser"
https://www.youtube.com/watch?v=yMG8efpOwzk

Marcus Junge
21. Oktober 2014 12:03

Möchte mich selber berichtigen. Die Verlinkung zum Compact Magazin kann gelöscht werden, da der Beitrag ja schon im Artikel verlinkt ist, nur halt nicht direkt zur Youtube-Seite von Compact führend, sondern zu einem Zweitanbieter. Es ist jedoch der gleiche Film.

Wegner:
Aber nicht doch. Geschrieben ist geschrieben. Gegebenenfalls muß man das eigene Koreferat eben im Vorhinein auf Redundanzen hin überprüfen.

Martin
21. Oktober 2014 14:20

Dieser Elsässer und sein Compact Magazin sind für mich aber auch eher undurchsichtige Gesellen. Wer finanziert die denn? Was beabsichtigen die? Wofür stehen die? Kampf dem internationalen Kapital?

Meier, Hans
21. Oktober 2014 16:58

Noch kein linker Journalist hat die Frage beantwortet, welches Motiv denn der "Nazi" Köhler verfolgte, als er so viele Landsleute tötete und verletzte.
Deutschenhass wird es ja wohl eher nicht gewesen sein.

Schon sehr unlogisch - aber was kümmert das Besessene?

polymetis
21. Oktober 2014 19:55

Tja, wir sind ein ca Achtzigmillionenvolk. Da leben halt auch ein paar Irre. Es gibt Institutionen, die sich halbwegs darum kümmern und Leute, die daraus einen Film konstruieren. Ich war dieses Jahr zweimal mit meinem Enkel auf der Wiesen und wir haben uns köstlich amüsiert.

Carsten
22. Oktober 2014 11:04

Man kann über Elsässer sagen, was man will (ich halte den für einen politischen Geisterfahrer), aber was Compact in diesem Zusammenhang an Recherche geleistet hat, ist schon beachtlich. YouTube bietet zudem etliche weitere interessante Dokus und Interviews mit Ganser, Hoffmann, etc. Auch der Gesamtkomplex Gladio-RAF-NSU wurde von Elsässer und u.a. Bommi Baumann ganz plausibel dargelegt.

Gut finde ich die Antwort auf den Vorwurf der 'Verschwörungstheorie': »Nein, das ist Verschwörungspraxis.«

Sehr aufschlußreich ist auch diese Doku über Odfried Hepp und die Zusammenhänge von WSG-VS-Stasi.

Hier geht es zu Teil 1:
https://www.youtube.com/watch?v=7Qo9WRz1lis

Carsten
22. Oktober 2014 14:03

Interessant ist auch die Begebenheit, dass Lembke in seiner Zelle erhängt aufgefunden wurde, nachdem er am Vortag seine Aussage gegenüber Generalbundesanwalt Rebmann angekündigt hatte. In seiner Vernehmung durch Rebmann hatte Lembke diesem gesagt, er habe die Waffen- und Bombenlager angelegt, um im Falle einer sowjetischen Invasion mit einer Partisanentruppe Widerstand zu leisten - exakt das Grundkonzept der Stay-Behind-Strukturen.

Hildesvin
22. Oktober 2014 19:49

@polymetis: Wohl wahr, "...ein paar Irre". Viel größer als die Zahl der Irren ist die Zahl der Schafsnasen, die der hochwohllöblichen Obrigkeit so etwas niemals nicht zutrauen würden.
Das können die doch nicht machen!

Findling
22. Oktober 2014 22:04

Ich halte Elsässer für unabhängig, geradlinig und einen, der sich der Wahrheit verpflichtet fühlt.
Er ist einer der eher wenigen ohne den weit verbreiteten blinden Fleck.
Die neue Montagsdemo gegen die neuen Kriegstreiber ist bestes antizyklisches Verhalten und bitter nötig.
Amerikanisch Panzer in Lettland zur Friedenssicherung, was für ein Hohn. Die haben alle einen an der Klatsche.
Wir sind das tollste Integrationsland (Merkel), das es je gab, denn wir alle sind heute das Heidelberger Patientenkollektiv. Und wir sind stolz darauf.

Nordlaender
23. Oktober 2014 00:25

@ Martin

"Kampf dem internationalen Kapital?"

Genau. Sie, die christliche Demokratin Merkel, deren Berater Alexander Dibelius für das internationale Kapital, für Goldman Sachs, Elsässer und seine bolschewistischen Anhänger (meine Wenigkeit gehört auch dazu) dagegen. Mal sehen, wie der Kampf ausgeht.

Carl Sand
23. Oktober 2014 13:07

Lieber Martin.
Ich muss Dir mal was erklären.
Du findest Kommunisten böse.
Kommunisten sind auch böse.
Aber heute ist nicht 1950.
Heute ist ein späteres Jahr.
Mann nennt dieses Jahr 2014.
Und es möchte Dir kein böser Kommunist das Häuschen wegnehmen.
Das wollen andere.
Und die nennt man CDU.
Nicht Kommunisten.
Heute ist vieles anders.
Und die DDR hat wenigstens nicht versucht, ihr eigenes Volk auszurotten.
Deswegen sind (echte!) Kommunisten vielleicht doch nicht so böse.
Sondern stehen heute bei den Guten.
Aber da gibt es halt bei Dir einen blinden Fleck.

Nordlaender
23. Oktober 2014 13:20

@ Carl Sand

"Und die nennt man CDU.
Nicht Kommunisten."

---> Fabiansozialismus

Martin
23. Oktober 2014 13:49

@ Martin

„Kampf dem internationalen Kapital?“

Genau. Sie ...

Du findest Kommunisten böse.

Was lesen Sie alle eigentlich in meine Frage hinein? Pawlowsche Reflexe bei meiner Nachfrage wegen dem Stichwort "internationalem Kapital" bekommen? Dann wischen Sie sich doch bitte erst einmal den Sabber von der Backe, bevor Sie Unterstellungen schreiben.

Der Herr Elsässer ist eine, sagen wir es einmal so, "schillernde" Figur - Da sind Nachfragen, wer den Herrn finanziert, genau so angebracht, wie auf die Ego-Darstellung eines Herrn Chaussy hinzuweisen, beide essen Brot und wes Brot ich ess, ... .

Im Übrigen sind Teile der linken Grundlagenliteratur von Marx bis Adorno meiner Meinung nach Pflichtlektüre für jeden halbwegs interessierten Menschen.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ideologie-falsches-bewusstsein-eine-begriffsklaerung-1737553.html

Ich bin halt kein Ossi und sehe daher manches aus der Alt-BRD vor 89 nicht ganz so kritisch - Genauso wie der SED-Sozialisierte an "seiner" DDR nicht alles so kritisch sieht, also was soll das? Für Deutschland wurde es, meiner bescheidenen Meinung nach, spannend, als das Jahr 1990 vorbei war. Und da sehen wir doch recht deutlich, dass das - Entgegen aller Unkenrufe - kein binäres Umschalten von 0 = DDR auf 1 = BRD war.

Zum Thema "Stay Behind" Aktionen:

Eben aus meiner guten, bayerischen West-Sozialisation bzw. Erfahrung stellt sich bei mir schon die Frage, warum und was man ausgerechnet damals bei einer ohnehin bereits mit deutlicher Mehrheit streng antikommunistisch eingestellten Bevölkerung mit solchen Aktionen noch erreichen wollte (was ohnehin faktisch erreicht war). Selbiges gilt meiner Meinung nach auch für das Thema NSU. Der Anti-Rechts-Kampf würde auch ohne NSU so laufen, wie er läuft und von der breiten Mehrheit so getragen werden, wie er getragen wird. Ich bestreite mitnichten, dass bei all den Geschichten staatliche oder staatsnahe Personen und Organisationen ihre Finger mit im Spiel gehabt haben können - nur den Stein der Waisen, quasi die Welterklärungsformel, daraus zu backen, halte ich für vorschnell, das gebietet einem eine gesunde Skepsis.

Carsten
23. Oktober 2014 14:44

»stellt sich bei mir schon die Frage, warum und was man ausgerechnet damals bei einer ohnehin bereits mit deutlicher Mehrheit streng antikommunistisch eingestellten Bevölkerung mit solchen Aktionen noch erreichen wollte«

Die Strategie der Spannung hat zumindest ein Klima erzeugt, in dem eine weitgehende Akzeptanz für Maßnahmen wie Rasterfahndung, neue Ausweise, etc. erreicht wurde, die aber keineswegs nur Terroristen betreffen, sondern alle. Bommi Baumann sagte: »Daraus sind ganze Industrien entstanden.« Ist ein interessanter Aspekt.

Nordlaender
23. Oktober 2014 14:52

@ Martin

"Pawlowsche Reflexe bei meiner Nachfrage wegen dem Stichwort „internationalem Kapital“ bekommen?"

Wenn Sie hier kommentieren, können Sie immer damit rechnen, eine Antwort auf Ihre Aussagen zu erhalten.
Reflektieren tut eine Wand: Sie gibt den bunten Ball, den die Kinder gegen sie gespielt haben - unverändert was seine Beschaffenheit betrifft - wieder zurück.

Ich reflektiere nicht, ich denke nach. Einmal mag ich den Begriff "Kapital" nicht, weil es ein Oberbegriff ist, der viel zu viel betrifft, was sehr unterschiedliche Bedeutungen hat, z.B. die Werkhalle eines mittelständischen Unternehmens, z.B. virtuelle Zahlen im Rechner eines Investmentunternehmens.

Doch nach dem üblichen Sprachgebrauch ist es ja wohl nichts Besonderes - z.B. - an Goldman Sachs zu denken. (Freilich hätte ich auch von BlackRock oder Blackstone sprechen können.)

"Der Herr Elsässer ist eine, sagen wir es einmal so, „schillernde“ Figur"

Wer seid bitte "Ihr"? Finde es nicht in Ordnung, von internationalem Kapital zu reden, aber sich dann zu mokieren, wenn Sie eine Antwort darauf bekommen. Unter diesen Umständen habe ich gerade kein Interesse, auf ein anderes Thema zu wechseln, die Rolle Elsässers. Außerdem bringt ad hominem/ad personam eh nichts. Gab schon hunderte von schillernden Figuren, die Wahres ausgesprochen haben.

Nordlaender
23. Oktober 2014 15:08

@ Martin

"Ich bestreite mitnichten, dass bei all den Geschichten staatliche oder staatsnahe Personen und Organisationen ihre Finger mit im Spiel gehabt haben können – nur den Stein der Waisen, quasi die Welterklärungsformel, daraus zu backen, halte ich für vorschnell, das gebietet einem eine gesunde Skepsis."

Ach Du heiliger Strohmann, wer - bitte um die genaue Nennung von Roß und Reiter - arbeitet mit einer Welterklärungsformel und verkündet diese?

Stil-Blüte
23. Oktober 2014 16:59

@ Carl Sand

Bitte begreifen, daß die DDR unter schärfstem Kuratell stand und die BRD immer noch unter Kuratell 'light', was über die Mittel, nichts aber über den Zweck aussagt, steht.

Und die nennt man CDU.

Das greift zu kurz, will sagen, nicht; eine Partei ist gegen jede andere Partei austauschbar, wenn sie an die Macht kommt, bleibt ihr Muster der Ohn-Macht verhaftet.

Und die DDR hat wenigstens nicht versucht, ihr eigenes Volk auszurotten.

Soo? Im Zwiespalt, wenn ein Kulturdenkmal höher bewertet wird als ein Menschenleben, sehe ich dochverzweifelt ob dieser Konstellation, daß man durch Vernichtung der Tradition in jeglicher Hinsicht, Menschenleben so manipulieren kann, daß ein einzelnes Menschenleben wertlosd wird. Und das war und ist d a s Ziel des Kommunismus. (Wohl wahr, der Kapitalismus inzwischen ins gleiche Horn stößt.

Wenn ein Walter Weidauer, Bürgermeister von Dresden dieser symbolträchtigen Stadt, die nicht umsonst Elbflorenz genannt wurde, nach 1945 die Parole ausgibt 'Dresden schöner denn je' und alles noch an Schönheit Erinnernde gnadenlos abreißen läßt, ist das Kulturbarbarei, die auf die lebenden Menschen zurückwirkt.

Der Doppelband

'Schicksale deutscher Budenkmale im zweiten Weltkrieg. Eine Dokumentation der Schäden und Totalverluste auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft. Berlin. 1980.

dokumentiert lapidar, was für Schätze deutscher Baukunst auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, man sprach heimlich von erneuter Bombardierung, die mehr Schaden angerichtet hätte als die der anglo-amerikanischen Bomber, systematisch auf Nimmerwiedersehen zerstört wurden.

Nein, nein, so einfach ist das nicht, lieber Carl Sand. Und 'links' und rechts' untereinaner auszuspielen erinnert mich daran, daß kein normaler Mensch bei den Verkehrsregeln eine von beiden Seiten für die bessere oder schlechtere Hälfte halten würde, weil sie einfach zum immanenten System der Regelung dazugehören, Hilfmittel für flächenhafte Bewegungsformen. Die Beziehung zur Vertikalen fehlt vollständig. Unser Geist ist doch aber dreidimensional. Oder? Wie könnte man dieses unsägliche Links-Rechts-Schema aufbrechen? Wer weiß Rat?

Stil-Blüte
23. Oktober 2014 17:30

@ Martin

...stellt sich bei mir die Frage...

Stellt die sich Ihnen, lieber Martin, wirklich oder nur rhetorisch?

E i n e Antwort , nicht meine, denn ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, daß ich Copyrhight-Diebstahl begangen habe

1) Ablenkung durch Focussierung auf ein abwegiges Thema
2) Konfusion, Irritation, Verwirrung stiften
3) Sich-Wichtigmachen (liefe es in einem Staat alles zum Besten, wären die eGheimdienste ja überflüssig)
4) Angstmache:'Wir sind überall, dich kann es auch erwischen, also halt die Klappe.'
5) Spielwiese seelisch verkrüppelter Männer, die zu Hause keinen Hobbykeller, keine Spielzeugeisenbahn, keine Kinder, keine Heimat, keine Frau, von der sie singen und sagen können 'ich schlaf so gerne m i t dir ein, haben.

Stein der Waisen

Dieser Verschreiber wiegt so manches in Ihrer Mitteilung auf.

Nordlaender
23. Oktober 2014 17:39

@ Stilblüte

"Wie könnte man dieses unsägliche Links-Rechts-Schema aufbrechen?"

Die rechten Kommantschen im Konflikt mit den rechten Irokesen.

Für einen rechten Irokesen ist ein anderer Irokese ein guter Kampfgefährte, der auch der rechten Ideologie anhängt, während ihm ein rechter Kommantsche gefährlich sein könnte.

Die rechten Sioux wollen sowohl die Irokesen als auch die Kommantschen besiegen. Also machen sie ihnen die linke Ideologie schmackhaft, daß alle Menschen gleich seien.

(Einfach dem Feind erklären, daß die Schwerter zu Pflugscharen gemacht werden sollen. Wenn er es dann glaubt, wird er selig.)

Zadok Allen
23. Oktober 2014 20:04

@ Stil-Blüte

Glauben Sie denn, in der Alt-BRD sei mit Kulturdenkmälern, die den angelsächsischen Bombengenozid überstanden hatten, anders verfahren worden? Die DDR hatte in dieser Hinsicht immerhin noch den Vorzug, aus Mangel an Baustoffen nur einen Teil jener städtebaulichen Wahnideen verwirklichen zu können, die heute Städte wie Köln, Frankfurt/M. oder Stuttgart zu so unvergleichlichen Perlen machen.

Doch kann man in der Tat darüber diskutieren, ob die Vernichtung eines Volkes durch gezielt geförderte Masseneinwanderung oder aber die gezielte Zerstörung seiner materiellen Kultur (gezielt durch die Angelsachsen, pathologisch-urwüchsig durch die Nachkriegsdeutschen) effektiver zu bewerkstelligen sei.

Die Frage ist nicht trivial. Menschen lassen sich, zynisch betrachtet, in gewissem Grade ersetzen, Zeugnisse materieller Kultur nicht. Am glattesten freilich läuft der Genozid ab, wenn man beide Methoden kombiniert. Ich bitte um Entschuldigung für die o.t.-Diskussion und bin auch gleich still.

Wegner:
Danke. Ich bitte auch die anderen fleißigen Diskutanten, sich hinsichtlich der spätestens seit Henning Eichberg ungelösten politischen Lagerproblematik etwas zurückzunehmen; das sind bald 45 Jahre, und der Weisheit letzter Schluß wird mit Sicherheit nicht in dieser Kommentarspalte gefunden werden.

Martin
23. Oktober 2014 22:30

Stellt die sich Ihnen, lieber Martin, wirklich oder nur rhetorisch?

Die stellt sich mir wirklich und auch ganz real, denn wenn der eine false flag etc. spielt, warum soll das der andere dann nicht tun oder evtl. sogar mit Absicht, um dem anderen false flag unter zujubeln und die Verschwörungsgerüchteküche anzuheizen etc. und was passiert dann mit dem nach wie vor in jeder Gesellschaft vorhandenen Restprozentsatz von Irren, Verrückten, Spinnern, Kriminellen etc., die dann auch mal ne Aktion machen, die genau in bestimmte "Raster" fallen? Wer verwertet, verkauft etc. die dann wie? Oder war es dann ausnahmsweise doch die "Wahrheit"?

Ich als Außenstehender, der ich mich in 30 Jahren, so ich denn noch Leben sollte, dann sogar "Zeitzeuge" schimpfen könnte, erlaube mir in solchen Gemengelagen kein festlegendes Urteil.

PS: Man verzeihe mir meine 70er Jahre bedingte Rechtschreibschwäche.

Nordlaender
23. Oktober 2014 22:46

@ Martin

"Man verzeihe mir meine 70er Jahre bedingte Rechtschreibschwäche."

Höchstens von sekundärer Bedeutung, wenn überhaupt.

"um dem anderen false flag unter zujubeln und die Verschwörungsgerüchteküche anzuheizen"

Wenn Sie hier Offenkundigkeitstheorie (Verschwörungsleugnung) betreiben möchten: Gerne. Aber bitte eine geistige Mindestanflughöhe einhalten. Auf diesem unterirdischen Niveau erzeugt das einfach nur Kopfschmerz. Und das auf der "sezession". Unverzeihlich.

Stil-Blüte
24. Oktober 2014 07:45

@ Nordlaender

Vielen Dank für die Aufklärung mittels der Indianerweisheit. Über die Taktik und Strategie des Feindes und seiner Kampfhandlungen ist mir bei dem Film 'Little Big Man' auf ähnliche plastische Weise ein Licht aufgegangen.

Doch weiß ich nicht, ob ich Ihnen in der Maßregelung von Martin zustimmen soll. Die Hexerei der Geheimdienste hat System und folgt der Logistik der Z e r s e t z u n g - wie es so ausdrucksstark im Jagon der Staasi heißt. (Auch ist es ein nicht uninteressanter Schlenker, wenn er ein Interview mit Alexander Kluge verlinkt. Kluge - Nomen est Omen - beschäftigt sich ein langes Leben lang, allerdings mit der Brille der Frankfurter Schule mit Gott und der Welt. Wer alles bringt, bringt irgendwann nichts. Sein Nachteil, da mag er noch so klug sein, daß er in seinen Anschauungen nirgends Halt im doppelten Sinne findet und anbietet.)

Wenn ich Martin richtig verstehe, versucht er hinter die Verstrickung der Geheimdienste zu steigen. 'Verschwörungsleugnung'? Wohl eher umgekehrt. Das geht in Ordnung. Nicht in Ordnung finde ich, wenn

@ Martin

...Dann wischen Sie sich doch erst einmal den Sabber von der Backe, bevor...

schreibt. Das ist mehr als salopp, das verbaler Geifer und bereitet mir nun wirklich 'Kopfschmerz' .

Martin
24. Oktober 2014 10:04

Ich betreibe hier gar nichts - Ich stelle nur Fragen, die sich einem natürlich nicht stellen, wenn man bereits alles weis.

Niveaukontrolle? Gerne doch ... ;)

Wind
24. Oktober 2014 11:19

Die Berichterstattung im letzten Jahr, war zumindest doch etwas breiter, was den Fall des Vaters von Andreas Kramer angeht. Ich hatte diesen damals intensiv verfolgt. Die eigentümlich frei hat einen großen Artikel mit Interview abgedruckt. In der JF waren zwei Berichte. Zudem schrieben auch die Süddeutsche und die Zeit. Selbst Lokalzeitungen wie die Westfälische Rundachau, die zur WAZ Gruppe gehört und die Münchener AZ haben berichtet. Problematisch in einer Skandalokratie ist jedoch die geringe Tiefenwirkung von solchen Informationen. 1 Woche darüber gesprochen, dann vergessen. Nachwirkungen - keine.
Mal nebenbei zu Elsässer.
Ich kann die Begeisterung für ihn beileibe nicht verstehen. Das einzige was er zu bestätigen scheint ist das Hufeisentheorem des politischen Spektrums.
Die Compact Magazin GmbH, die diese Zeitschrift herausgibt, hat drei Anteilseigner. Einer davon u Andreas Rieger, der auch unter diesem Namen Artikel verfasst. Andreas Rieger, der nach seiner Konvertierung zum Islam Andreas Abu Bakr Rieger heißt, ist Herausgeber der Islamischen Zeitung und Vorsitzender der European Muslim Union. Das sollte man zumindest beachtet, mit wem sich Elsässer bettet.

Nordlaender
24. Oktober 2014 12:21

@ Wind

Gut, daß Sie über Elsässers Hintergrund informieren.

Hintergrund immer beachten: ja.
Hintergrund als (alleiniges) Argument: nein.

Auch solchen Experten aus der Mitte der Gesellschaft, Vertreter des alleinberechtigten Aufmarsches der anständigen Demokratinnen und anständigen Demokraten, Scharniertheoretikern wie Gessenharter (Hochschule der BUNTEN Wehr in Hamburg) oder Wolffsohn (Hochschule der BUNTEN Wehr in München), sollte man keine absolute Autorität zusprechen.

https://jungefreiheit.de/kolumne/2009/stereotypen-ueber-konservative-und-neue-rechte/

Nordlaender
24. Oktober 2014 13:51

@ Martin

"Ich stelle nur Fragen, die sich einem natürlich nicht stellen, wenn man bereits alles weis."

WER bitte weiß bereits alles? Ihr Pappkamerad? Oder nennen Sie mir bitte Namen von Roß und Reiter. Von WEM reden Sie?

Mann, Mann, Mann: Diskurslimbo, das gibt es ja gar nicht!

Nordlaender
24. Oktober 2014 13:54

@ Stilblüte

"Wenn ich Martin richtig verstehe, versucht er hinter die Verstrickung der Geheimdienste zu steigen."

Mit GEHEIMdiensten, die eben gerade nichtöffentlich arbeiten, kann nur ein Verschwörungstheoretiker sich befassen. Für einen Verschwörungsleugner gibt es gar keine nichtöffentlichen Absprachen und Agenden.

rautenklause
25. Oktober 2014 10:43

@ Wind

Ich bin ja wirklich einer der Letzten, der Verschwörungsszenarien nicht zur Kenntnis nimmt (gut: ich schätze diese sogar ...), aber im Falle des Herrn Andreas Kramer scheint es doch den ein oder anderen nicht ganz von der Hand zu weisenden ähm Zweifel zu geben

https://www.wort.lu/de/lokales/bommeleeer-zeuge-kramer-als-luegner-entlarvt-5190bb78e4b02b992e7b5f83

Und überhaupt - ein Szenario, wie es Kramer beschreibt, wäre doch insofern bewundernswert, als es alle Ingredienzen heimlichen Sehens beinhalten würde: mächtige, funktionierende Untergrundorganisationen, in denen Deutsche nur der Sache verpflichtet jahrzehntelang geheim mit unendlichen Mitteln langfristige politische Ziele verfolgen. Stahlfront in der Bundesrepublik ... Ein schöner Traum, mit dem man Ohn-mächtigkeit auf wunderbare Weise kaschieren kann - fast so gut wie die Reichsflugscheiben, die in Zeiten höchster Not erscheinen. Aber was soll's: ich halt wieder nach Haunebus Ausschau ... "Keep watching the skies!"

Andrenio
2. November 2014 10:47

HTS und WSG Hoffmann:
Nachdem die Auseinandersetzungen in Tübingen immer schärfer wurden (wen es interessiert könnte ich viele Beispiele anbringen), sahen wir uns nach Schutz um für Veranstaltungen wie mit Jugendoffizieren, vietnamesischen Exilorganisationen u.ä. um. Die Polizei war hierzu nicht bereit.
Fündig wurden wir einmalig bei der Mun-Sekte (Vereinigungskirche). Deren Undurchsichtigkeit in religiöser und politischer Hinsicht zeigte uns, dass Antikommunismus als einigendes Band zu kurz greift.
Einmal fuhr ich zu Hoffmann zur "Erkundung". Schon hatte ich eine Felbwebel-Schulterklappe im SS-Stil in der Hand. Schon auf der Heimfahrt war mir klar, dass es sich hierbei um eine stasigesteuerte Sache handeln musste. Kaum in den Westen gekommen, verfügte Hoffmann über erstaunliche Summen.
Aufschluss erwartete ich mir in dieser Sache auch in der Normannenstrasse (Stasi) in der Vielzahl von Aktenordnern. Leider kamen diese nur von der subalternen Außenstelle Zwickau. Die Zentralakte bleibt bis heute verschollen. Ist sie vielleicht Teil der Rosenblatt-Dokumente?
Elsässer war damals ein als wirklich gefährlich wahrgenommener KB-Führungsfunktionär. Auf eine persönliche Nachfrage über diese Zeit reagierte er alles andere als offen. Meine politische Erfahrung aus Jahrzehnten sagt mir, dass er für mindestens einen Geheimdienst als Einflussagent arbeitet.
Trotzdem ist Compact als Quelle unabdingbar!
HTS als akademischer Arm der Wehrsportgruppe: Absoluter Nonsens.

Nils Wegner
16. November 2014 23:07

Daß stay behind und das Dickicht darum herum auch wissenschaftlich noch nicht ganz ad acta gelegt sind, klang zumindest im Ansatz auf dem diesjährigen Historikertag durch:
https://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5679

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