»Der blinde Fleck« – wo liegt er?

Am Freitag, dem 10. Oktober, brachte arte zur prime time die Fernsehpremiere des Spielfilms „Der blinde Fleck“ über die Nachforschungen zum Münchener Oktoberfestattentat von 1980. Ulrich Chaussy, seinerzeit Journalist des Bayrischen Rundfunks, schrieb am Drehbuch mit und ist gleichzeitig die Hauptfigur des Films, darin gespielt von Benno Fürmann. Eine Wiederholung soll es am 23. Oktober zur Mittagszeit geben – ein Einblick lohnt sich in jedem Fall, allerdings nur mit entsprechendem Hintergrundwissen.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Ansons­ten kommt der Film, rein dra­ma­tur­gisch-sach­lich betrach­tet, an sei­ner bri­san­ten Mate­rie gemes­sen erstaun­lich bie­der daher. Das mag sei­nen Grund in der Per­sön­lich­keit des rea­len Chaus­sy haben: Wohl nicht von unge­fähr wird das Gan­ze ein­ge­lei­tet durch die bra­chi­al insze­nier­te Stür­mung von des­sen ursprüng­li­cher WG durch ein poli­zei­li­ches Son­der­ein­satz­kom­man­do, da ange­sichts der zeit­ge­nös­si­schen Bedro­hung durch die RAF im Wohn­kom­plex gehor­te­ter Spreng­stoff ver­mu­tet wird. Ein zyni­sches Wesen vor­aus­ge­setzt, könn­te man mei­nen, der sich an die­sen Vor­spann anschlie­ßen­de eigent­li­che Film sei eine sehr ver­spä­te­te Form des Nachtaro­ckens gegen die Sicher­heits­or­ga­ne des Frei­staats Bay­ern, die den sakro­sank­ten Jour­na­lis­ten Chaus­sy vor lan­ger Zeit mal etwas zu hart anfaß­ten – ein jeder mag sich sei­nen Teil dazu denken.

Für­mann-Chaus­sy jeden­falls fühlt sich durch den Zugriff bemü­ßigt, nun end­lich mit sei­ner Freun­din zusam­men­zu­zie­hen. Ihr neu­es Domi­zil liegt unweit der Mün­che­ner The­re­si­en­wie­se, und eines lau­en Abends anno 1980, das all­jähr­li­che Okto­ber­fest ist in vol­lem Gan­ge, ver­nimmt man dort unver­hofft einen lau­ten Knall. Die Bom­be ist deto­niert, 13 Men­schen sind tot, Chaus­sy nimmt ers­te Fähr­ten jen­seits der offi­ziö­sen Dar­stel­lung der Tat eines sozi­al­ethisch devi­an­ten Ein­zel­gän­gers auf, die ihn in direk­te Kon­fron­ta­ti­on mit den Behör­den vom baye­ri­schen Ver­fas­sungs­schutz bis hin zur Gene­ral­bun­des­an­walt­schaft führen.

Beim VS sei­ner­seits hat der­weil der durch eine kur­ze Expo­si­ti­on ein­ge­führ­te Dr. Hans Lan­ge­mann, ein Fach­mann für poli­ti­sche Atten­ta­te, das Ruder über­nom­men; an ihm wird es sein, stets beglei­tet von sei­nem schat­ten­haf­ten Neben­mann (den August Zir­ner übri­gens beein­dru­ckend sphin­gisch zu spie­len ver­mag), die Medi­en zuguns­ten einer Scha­dens­ver­hü­tung zur Unter­füt­te­rung der Ein­zel­tä­ter­the­se zu instru­men­ta­li­sie­ren. Und wie bereit­wil­lig ins­be­son­de­re die Bou­le­vard­pres­se mit allem und jedem ins Bett steigt, um der Kon­kur­renz gegen­über einen scoop her­aus­schla­gen zu kön­nen, wird viel­leicht unab­sicht­lich offen herausgestellt.

Letz­ten Endes jedoch, schau­spie­le­ri­sche Leis­tun­gen ein­mal bei­sei­te­ge­las­sen, stellt „Der blin­de Fleck“ eine ziem­lich plat­te (Selbst)Glorifizierung des ewig unver­stan­de­nen Ulrich Chaus­sy dar. Es spricht schon Bän­de, daß von allen mir vor­lie­gen­den Bespre­chun­gen des Films als schein­bar ein­zi­ges Medi­um aus­ge­rech­net die finan­zi­el­le wie geis­ti­ge Krüp­pel­ga­zet­te Frank­fur­ter Rund­schau die­sen Umstand the­ma­ti­siert hat; aller­dings nur in einem klei­nen Teil ihres ansons­ten abso­lut vor­her­seh­ba­ren, links­ri­dikü­len (mit Dank an Tho­mas Paul­witz für die Erin­ne­rung an die­sen schö­nen Neo­lo­gis­mus) „Über­all Nazis!“-Artikels.

Chaus­sy ist Jour­na­list, wenn­gleich beim Staats­funk, dem­ge­mäß allein der Wahr­heit ver­pflich­tet und der ein­sa­me Rit­ter auf wei­ßem Roß gegen den über­mäch­ti­gen Staats­ap­pa­rat, der das trau­rig-trü­be Stimm­vieh über die tat­säch­li­chen Umstän­de des Bom­ben­an­schlags im Dun­keln läßt und gar Spu­ren ver­wischt, die eine enge­re Anbin­dung des prä­sen­tier­ten Ein­zel­tä­ters Gun­dolf Köh­ler zu rechts­ex­tre­men Krei­sen – kon­kret: der Wehr­sport­grup­pe (WSG) Hoff­mann – zu bele­gen ver­mocht hät­ten. Und, man hät­te es eigent­lich(!) kaum anders erwar­tet: Natür­lich wird am Schluß eine direk­te Ana­lo­gie zum mut­maß­li­chen „Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grund“ gezo­gen, um dem beein­druck­ten Zuschau­er noch ein­mal mit dem Ham­mer ein­zu­ge­ben, daß der Schoß noch frucht­bar ist und bla, bla, bla.

Wenn man nun aber die Per­spek­ti­ve des FR-Lohn­schrei­ber­lings auf­zu­ge­ben in der Lage ist, stellt sich die Gesamt­la­ge doch ein wenig anders dar. Zwar läßt „Der blin­de Fleck“ einen dann erst recht stau­nend zurück, doch aus völ­lig ande­ren Grün­den, die weder der ech­te Chaus­sy, noch Regis­seur Dani­el Har­rich so inten­diert haben dürf­ten. Regel­mä­ßi­gen Lesern der Sezes­si­on im Netz dürf­te schon klar sein, wor­um es geht; immer­hin haben sich unter dem Ein­druck der… nen­nen wir es mal „Ent­de­ckung“… des NSU in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bereits Karl­heinz Weiß­mann, Götz Kubit­schek und Mar­tin Licht­mesz (gleich zwei­mal) zumin­dest ansatz­wei­se mit der grund­le­gen­den Pro­blem­stel­lung beschäftigt.

Sprin­gen wir kurz zurück ins Jahr 1990. Damals wand­te sich Ita­li­ens Minis­ter­prä­si­dent Andreot­ti unter erheb­li­chem innen­po­li­ti­schen Druck unver­hofft vom Prin­zip der Ver­schwie­gen­heit ab und ent­hüll­te die Exis­tenz der euro­pa­wei­ten Stay-behind-Netz­wer­ke der NATO, die als poten­ti­el­le Par­ti­sa­nen­kräf­te für die Zeit nach einem sowje­ti­schen Über­fall geplant, aber letzt­lich in ein Instru­ment des Staats­ter­ro­ris­mus umor­ga­ni­siert wor­den waren.

Die­se Offen­heit sorg­te für nicht uner­heb­li­che poli­ti­sche Unru­he, und aller­spä­tes­tens mit der sehr sehens­wer­ten BBC-Doku­men­ta­ti­on zu die­sem The­ma von 1992 wur­de der Blick­win­kel von Ita­li­en – beson­ders hin­sicht­lich des ent­setz­li­chen Spreng­stoff­an­schlags auf den Bahn­hof von Bolo­gna, eben­falls 1980 (Nach­ti­gall, ick…) – auch auf Bel­gi­en und die dort wohl im Zuge der „Stra­te­gie der Span­nung“ wüten­de „Kil­ler­ban­de von Bra­bant“ ausgeweitet.

Wäh­rend die ita­lie­ni­schen Anschlä­ge unter Instru­men­ta­li­sie­rung bestehen­der rechts­ex­tre­mis­ti­scher bzw. neo­fa­schis­ti­scher Grup­pen (wie die BBC-Doku hin­sicht­lich Aldo Moro insi­nu­iert, auch unter fal­scher Flag­ge) erfolg­ten, ging es in Bel­gi­en vor­ran­gig dar­um, mög­lichst sinn­los zu töten und so ein Maxi­mum an Hor­ror zu ver­brei­ten. In wel­ches die­ser Ras­ter wür­de nun das Okto­ber­festat­ten­tat pas­sen, dem ja unter­schieds­los Men­schen zum Opfer fie­len, die sprich­wört­lich „zur fal­schen Zeit am fal­schen Ort“ waren?

Von Gun­dolf Köh­ler ist bekannt, daß er zeit­wei­se Teil­neh­mer an Ver­an­stal­tun­gen der WSG Hoff­mann wie auch des „Hoch­schul­rings Tübin­ger Stu­den­ten“ (eine Art aka­de­mi­scher Arm der Wehr­sport­grup­pe) war. Nun war Hoff­manns para­mi­li­tä­ri­sche Grup­pe mit­nich­ten eine deut­sche Ver­si­on des Ordi­ne Nuo­vo und durch­aus kein idea­les Vehi­kel für die licht­scheu­en Geheim­dienst­ver­ant­wort­li­chen; bereits in den Jahr­zehn­ten vor dem Okto­ber­festat­ten­tat war etli­chen mut­maß­li­chen Stay-behind-Tarn­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­grund ihrer zu hohen Öffent­lich­keits­prä­senz die finan­zi­el­le und mate­ri­el­le Unter­stüt­zung durch das zustän­di­ge NATO-Par­al­lel­netz­werk wie­der ent­zo­gen wor­den (pro­mi­nen­tes­tes Bei­spiel dürf­te der Fall des schon Anfang der 1950er Jah­re ver­bo­te­nen „Bun­des Deut­scher Jugend“ (BDJ) gewe­sen sein, der sogar mit leich­ter Artil­le­rie aus­ge­rüs­tet wor­den war). Eben­so ist Karl-Heinz Hoff­mann kein Vin­cen­zo Vin­ci­guer­ra und hat eine Ver­wick­lung der zum Zeit­punkt des Atten­tats bereits ver­bo­te­nen WSG in Köh­lers Akti­vi­tä­ten stets verneint.

Nichts­des­to­we­ni­ger ist hin­sicht­lich des arte-Films, der wohl­ge­merkt laut der Deut­schen Film- und Medi­en­be­wer­tung „beson­ders wert­voll“ sein soll, gera­de das ohren­be­täu­bend lau­te Schwei­gen über all die­se, teil­wei­se seit fast einem Vier­tel­jahr­hun­dert offen­lie­gen­den Fak­ten bemer­kens­wert. Gera­de bei Details wie der dan­kens­wer­ten The­ma­ti­sie­rung der Per­son Heinz Lembkes – die dann für alber­nes Runen­ge­rau­ne und Ras­sen­ge­ras­sel à la “Es ist WOLFSZEIT!” wie­der fal­len­ge­las­sen wird.

Der leben­de Ulrich Chaus­sy ist kla­rer Ver­fech­ter sei­ner per­sön­li­chen Linie, die auch den Film abso­lut bestimmt: Der Ver­fas­sungs­schutz (daß im Film stän­dig Ver­fas­sungs- und Staats­schutz durch­ein­an­der­ge­wor­fen wer­den, lernt man aus­zu­blen­den) hat sich mit Nazi­ter­ro­ris­ten ein­ge­las­sen und ver­sucht bei Eska­la­ti­on, sich aus der Affä­re zu zie­hen; dies durch­aus auch durch das Ver­stum­men­las­sen von aus­sa­ge­wil­li­gen Zeu­gen, wenn nötig. Der Film zeigt bzw. sagt sol­cher­lei mit fas­zi­nie­ren­der Offen­heit, wie­wohl es nie zuen­de­ge­dacht wird. Ich kann wirk­lich nur emp­feh­len, ent­spre­chen­de Lek­tü­ren und vor allem den BBC-Bericht mit den O‑Tönen Vin­ci­guer­ras auf sich wir­ken zu las­sen – man wird Chaus­sys Selbstapo­theo­se mit ande­ren Augen sehen. Ins­be­son­de­re unter Berück­sich­ti­gung der Aus­sa­gen des Soh­nes des mut­maß­li­chen Stay-behind-BND-Füh­rungs­of­fi­ziers in der BRD, die im letz­ten Jahr getä­tigt wur­den, in der Bun­des­re­pu­blik bezeich­nen­der­wei­se ledig­lich dem Neu­en Deutsch­land und der taz Bericht­erstat­tung wert waren und dem Nach­ge­bo­re­nen qua­si post­wen­dend das Eti­kett „psy­chisch krank“ ein­tru­gen; der­lei dürf­te eini­gen noch aus der DDR bekannt sein.

So wun­dert es denn auch wenig, daß gera­de Jür­gen Elsäs­ser (des­sen Com­pact gleich als ers­tes Son­der­heft einen Brü­cken­schlag von geheim­dienst­li­chen False-flag-Ope­ra­tio­nen nach dem o.g. Mus­ter hin zum NSU voll­zog) die Gele­gen­heit die­ses Films nutz­te, um sei­ner­seits die Dar­stel­lun­gen des Films mit tat­säch­li­chen Zeit­zeu­gen abzu­glei­chen. Der­lei wird man trotz aller Bedeu­tung gegen­über sons­ti­gem in aller Brei­te erör­ter­ten Schwach­sinn in öffent­lich-recht­li­chen Medi­en ganz sicher nicht zu sehen bekom­men, oder könn­te sich irgend­je­mand Karl-Heinz Hoff­mann bei May­brit Ill­ner vorstellen?

In den übli­chen, öffent­lich-recht­li­chen Konserven-“Dokumentationen” wird bis heu­te bei­spiel­haft auf die ita­lie­ni­schen anni di piom­bo wie auch auf den “Vla­am­se Mili­tan­ten Orde” abge­ho­ben, ohne die in die­sen Fäl­len beleg­ten Stay-behind-Ver­stri­ckun­gen mit einem ein­zi­gen Wort ein­zu­ge­hen. Ver­schwö­rungs­theo­rien hin, Para­noia her: Daß in der poli­ti­schen Sphä­re gera­de Euro­pas nichts ist, wie es scheint, dürf­te ein zumin­dest unbe­wußt all­fäl­li­ges Gefühl sein. Und hin­sicht­lich des schier end­lo­sen NSU-Pro­zes­ses erscheint doch deut­lich inter­es­san­ter, was alles nicht zur Spra­che kommt. Sus­an Son­tag hat ange­sichts der pro­pa­gan­dis­ti­schen Pra­xis der USA hin­sicht­lich des zwei­ten Golf­kriegs ein­mal von der „rou­ti­ne­mä­ßi­gen Emo­tio­na­li­sie­rung“ durch die Medi­en gespro­chen; „Der blin­de Fleck“ stellt durch sei­ne eige­ne Ver­knüp­fung von Okto­ber­festat­ten­tat und NSU unab­sicht­lich die Fra­ge danach, wie es mit die­sen abge­zir­kel­ten und zen­tral gesteu­er­ten Mecha­nis­men hier­zu­lan­de aus­se­hen mag.

Noch ein­mal also ver­mut­lich Son­tag (soweit mir bekannt; lei­der habe ich die­ses über­setz­te Zitat aus einem Inter­view, mir bekannt durch ein Lied von “Unter­neh­men Drei­zack”, nir­gends belegt gefun­den): „Wenn die Regie­rung tat­säch­lich gelo­gen hat – wen wür­de dies überraschen?“

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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Kommentare (33)

t.gygax

21. Oktober 2014 09:57

Der Hochschulring Tübinger Studenten (HTS ) als "akademischer Arm " der Wehrsportgruppe Hofmann? Na, das ist eine sehr eigenwillige Interpretation...ich habe in der Tübinger Mensa Mitte der 70er Jahre immer wieder die Flugblätter des HTS bekommen, der zeitweise im Studentenparlament recht gut vertreten war, und damals als "rechts stehende konservative "Kraft ziemlich etabliert war.

eulenfurz

21. Oktober 2014 10:06

Bereits aus den Vorbesprechungen zu dem Film war erwartbar, daß dieser allein der Nabelschau des Journalisten Chaussy dient. Die Niederschriften des Wehrsporthäuptlings Hoffmann aus erster Hand dürften bedeutend spannender sein, als die Vermutungen eines dahergelaufenen Selfie-Journalisten.

taz: Im Zeitalter der Selbststilisierung

Marcus Junge

21. Oktober 2014 11:37

Nur zur Vervollständigung möglicher Videos, Youtube hat ja noch etwas mehr zu bieten:

Doku - "Die geheimen Armeen der NATO - Operation GLADIO"
https://www.youtube.com/watch?v=w9HQBaiIChk

Compact Magazin bespricht im März den "Blinden Fleck", kurz nach dem dieser im Kino lief - "Täter, Attentäter, Einzeltäter: Rechtsterrorismus und NATO-Geheimarmee Gladio"
https://www.youtube.com/watch?v=kATs0N2-LXw&list=UUgvFsn6bRKqND1cW3HpzDrA

Antizensurkoalition - "10.AZK-Verdeckte Kriegsführung- Blick hinter die Kulissen der Machtpolitik -Dr. phil. Daniele Ganser"
https://www.youtube.com/watch?v=yMG8efpOwzk

Marcus Junge

21. Oktober 2014 12:03

Möchte mich selber berichtigen. Die Verlinkung zum Compact Magazin kann gelöscht werden, da der Beitrag ja schon im Artikel verlinkt ist, nur halt nicht direkt zur Youtube-Seite von Compact führend, sondern zu einem Zweitanbieter. Es ist jedoch der gleiche Film.

Wegner:
Aber nicht doch. Geschrieben ist geschrieben. Gegebenenfalls muß man das eigene Koreferat eben im Vorhinein auf Redundanzen hin überprüfen.

Martin

21. Oktober 2014 14:20

Dieser Elsässer und sein Compact Magazin sind für mich aber auch eher undurchsichtige Gesellen. Wer finanziert die denn? Was beabsichtigen die? Wofür stehen die? Kampf dem internationalen Kapital?

Meier, Hans

21. Oktober 2014 16:58

Noch kein linker Journalist hat die Frage beantwortet, welches Motiv denn der "Nazi" Köhler verfolgte, als er so viele Landsleute tötete und verletzte.
Deutschenhass wird es ja wohl eher nicht gewesen sein.

Schon sehr unlogisch - aber was kümmert das Besessene?

polymetis

21. Oktober 2014 19:55

Tja, wir sind ein ca Achtzigmillionenvolk. Da leben halt auch ein paar Irre. Es gibt Institutionen, die sich halbwegs darum kümmern und Leute, die daraus einen Film konstruieren. Ich war dieses Jahr zweimal mit meinem Enkel auf der Wiesen und wir haben uns köstlich amüsiert.

Carsten

22. Oktober 2014 11:04

Man kann über Elsässer sagen, was man will (ich halte den für einen politischen Geisterfahrer), aber was Compact in diesem Zusammenhang an Recherche geleistet hat, ist schon beachtlich. YouTube bietet zudem etliche weitere interessante Dokus und Interviews mit Ganser, Hoffmann, etc. Auch der Gesamtkomplex Gladio-RAF-NSU wurde von Elsässer und u.a. Bommi Baumann ganz plausibel dargelegt.

Gut finde ich die Antwort auf den Vorwurf der 'Verschwörungstheorie': »Nein, das ist Verschwörungspraxis.«

Sehr aufschlußreich ist auch diese Doku über Odfried Hepp und die Zusammenhänge von WSG-VS-Stasi.

Hier geht es zu Teil 1:
https://www.youtube.com/watch?v=7Qo9WRz1lis

Carsten

22. Oktober 2014 14:03

Interessant ist auch die Begebenheit, dass Lembke in seiner Zelle erhängt aufgefunden wurde, nachdem er am Vortag seine Aussage gegenüber Generalbundesanwalt Rebmann angekündigt hatte. In seiner Vernehmung durch Rebmann hatte Lembke diesem gesagt, er habe die Waffen- und Bombenlager angelegt, um im Falle einer sowjetischen Invasion mit einer Partisanentruppe Widerstand zu leisten - exakt das Grundkonzept der Stay-Behind-Strukturen.

Hildesvin

22. Oktober 2014 19:49

@polymetis: Wohl wahr, "...ein paar Irre". Viel größer als die Zahl der Irren ist die Zahl der Schafsnasen, die der hochwohllöblichen Obrigkeit so etwas niemals nicht zutrauen würden.
Das können die doch nicht machen!

Findling

22. Oktober 2014 22:04

Ich halte Elsässer für unabhängig, geradlinig und einen, der sich der Wahrheit verpflichtet fühlt.
Er ist einer der eher wenigen ohne den weit verbreiteten blinden Fleck.
Die neue Montagsdemo gegen die neuen Kriegstreiber ist bestes antizyklisches Verhalten und bitter nötig.
Amerikanisch Panzer in Lettland zur Friedenssicherung, was für ein Hohn. Die haben alle einen an der Klatsche.
Wir sind das tollste Integrationsland (Merkel), das es je gab, denn wir alle sind heute das Heidelberger Patientenkollektiv. Und wir sind stolz darauf.

Nordlaender

23. Oktober 2014 00:25

@ Martin

"Kampf dem internationalen Kapital?"

Genau. Sie, die christliche Demokratin Merkel, deren Berater Alexander Dibelius für das internationale Kapital, für Goldman Sachs, Elsässer und seine bolschewistischen Anhänger (meine Wenigkeit gehört auch dazu) dagegen. Mal sehen, wie der Kampf ausgeht.

Carl Sand

23. Oktober 2014 13:07

Lieber Martin.
Ich muss Dir mal was erklären.
Du findest Kommunisten böse.
Kommunisten sind auch böse.
Aber heute ist nicht 1950.
Heute ist ein späteres Jahr.
Mann nennt dieses Jahr 2014.
Und es möchte Dir kein böser Kommunist das Häuschen wegnehmen.
Das wollen andere.
Und die nennt man CDU.
Nicht Kommunisten.
Heute ist vieles anders.
Und die DDR hat wenigstens nicht versucht, ihr eigenes Volk auszurotten.
Deswegen sind (echte!) Kommunisten vielleicht doch nicht so böse.
Sondern stehen heute bei den Guten.
Aber da gibt es halt bei Dir einen blinden Fleck.

Nordlaender

23. Oktober 2014 13:20

@ Carl Sand

"Und die nennt man CDU.
Nicht Kommunisten."

---> Fabiansozialismus

Martin

23. Oktober 2014 13:49

@ Martin

„Kampf dem internationalen Kapital?“

Genau. Sie ...

Du findest Kommunisten böse.

Was lesen Sie alle eigentlich in meine Frage hinein? Pawlowsche Reflexe bei meiner Nachfrage wegen dem Stichwort "internationalem Kapital" bekommen? Dann wischen Sie sich doch bitte erst einmal den Sabber von der Backe, bevor Sie Unterstellungen schreiben.

Der Herr Elsässer ist eine, sagen wir es einmal so, "schillernde" Figur - Da sind Nachfragen, wer den Herrn finanziert, genau so angebracht, wie auf die Ego-Darstellung eines Herrn Chaussy hinzuweisen, beide essen Brot und wes Brot ich ess, ... .

Im Übrigen sind Teile der linken Grundlagenliteratur von Marx bis Adorno meiner Meinung nach Pflichtlektüre für jeden halbwegs interessierten Menschen.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ideologie-falsches-bewusstsein-eine-begriffsklaerung-1737553.html

Ich bin halt kein Ossi und sehe daher manches aus der Alt-BRD vor 89 nicht ganz so kritisch - Genauso wie der SED-Sozialisierte an "seiner" DDR nicht alles so kritisch sieht, also was soll das? Für Deutschland wurde es, meiner bescheidenen Meinung nach, spannend, als das Jahr 1990 vorbei war. Und da sehen wir doch recht deutlich, dass das - Entgegen aller Unkenrufe - kein binäres Umschalten von 0 = DDR auf 1 = BRD war.

Zum Thema "Stay Behind" Aktionen:

Eben aus meiner guten, bayerischen West-Sozialisation bzw. Erfahrung stellt sich bei mir schon die Frage, warum und was man ausgerechnet damals bei einer ohnehin bereits mit deutlicher Mehrheit streng antikommunistisch eingestellten Bevölkerung mit solchen Aktionen noch erreichen wollte (was ohnehin faktisch erreicht war). Selbiges gilt meiner Meinung nach auch für das Thema NSU. Der Anti-Rechts-Kampf würde auch ohne NSU so laufen, wie er läuft und von der breiten Mehrheit so getragen werden, wie er getragen wird. Ich bestreite mitnichten, dass bei all den Geschichten staatliche oder staatsnahe Personen und Organisationen ihre Finger mit im Spiel gehabt haben können - nur den Stein der Waisen, quasi die Welterklärungsformel, daraus zu backen, halte ich für vorschnell, das gebietet einem eine gesunde Skepsis.

Carsten

23. Oktober 2014 14:44

»stellt sich bei mir schon die Frage, warum und was man ausgerechnet damals bei einer ohnehin bereits mit deutlicher Mehrheit streng antikommunistisch eingestellten Bevölkerung mit solchen Aktionen noch erreichen wollte«

Die Strategie der Spannung hat zumindest ein Klima erzeugt, in dem eine weitgehende Akzeptanz für Maßnahmen wie Rasterfahndung, neue Ausweise, etc. erreicht wurde, die aber keineswegs nur Terroristen betreffen, sondern alle. Bommi Baumann sagte: »Daraus sind ganze Industrien entstanden.« Ist ein interessanter Aspekt.

Nordlaender

23. Oktober 2014 14:52

@ Martin

"Pawlowsche Reflexe bei meiner Nachfrage wegen dem Stichwort „internationalem Kapital“ bekommen?"

Wenn Sie hier kommentieren, können Sie immer damit rechnen, eine Antwort auf Ihre Aussagen zu erhalten.
Reflektieren tut eine Wand: Sie gibt den bunten Ball, den die Kinder gegen sie gespielt haben - unverändert was seine Beschaffenheit betrifft - wieder zurück.

Ich reflektiere nicht, ich denke nach. Einmal mag ich den Begriff "Kapital" nicht, weil es ein Oberbegriff ist, der viel zu viel betrifft, was sehr unterschiedliche Bedeutungen hat, z.B. die Werkhalle eines mittelständischen Unternehmens, z.B. virtuelle Zahlen im Rechner eines Investmentunternehmens.

Doch nach dem üblichen Sprachgebrauch ist es ja wohl nichts Besonderes - z.B. - an Goldman Sachs zu denken. (Freilich hätte ich auch von BlackRock oder Blackstone sprechen können.)

"Der Herr Elsässer ist eine, sagen wir es einmal so, „schillernde“ Figur"

Wer seid bitte "Ihr"? Finde es nicht in Ordnung, von internationalem Kapital zu reden, aber sich dann zu mokieren, wenn Sie eine Antwort darauf bekommen. Unter diesen Umständen habe ich gerade kein Interesse, auf ein anderes Thema zu wechseln, die Rolle Elsässers. Außerdem bringt ad hominem/ad personam eh nichts. Gab schon hunderte von schillernden Figuren, die Wahres ausgesprochen haben.

Nordlaender

23. Oktober 2014 15:08

@ Martin

"Ich bestreite mitnichten, dass bei all den Geschichten staatliche oder staatsnahe Personen und Organisationen ihre Finger mit im Spiel gehabt haben können – nur den Stein der Waisen, quasi die Welterklärungsformel, daraus zu backen, halte ich für vorschnell, das gebietet einem eine gesunde Skepsis."

Ach Du heiliger Strohmann, wer - bitte um die genaue Nennung von Roß und Reiter - arbeitet mit einer Welterklärungsformel und verkündet diese?

Stil-Blüte

23. Oktober 2014 16:59

@ Carl Sand

Bitte begreifen, daß die DDR unter schärfstem Kuratell stand und die BRD immer noch unter Kuratell 'light', was über die Mittel, nichts aber über den Zweck aussagt, steht.

Und die nennt man CDU.

Das greift zu kurz, will sagen, nicht; eine Partei ist gegen jede andere Partei austauschbar, wenn sie an die Macht kommt, bleibt ihr Muster der Ohn-Macht verhaftet.

Und die DDR hat wenigstens nicht versucht, ihr eigenes Volk auszurotten.

Soo? Im Zwiespalt, wenn ein Kulturdenkmal höher bewertet wird als ein Menschenleben, sehe ich dochverzweifelt ob dieser Konstellation, daß man durch Vernichtung der Tradition in jeglicher Hinsicht, Menschenleben so manipulieren kann, daß ein einzelnes Menschenleben wertlosd wird. Und das war und ist d a s Ziel des Kommunismus. (Wohl wahr, der Kapitalismus inzwischen ins gleiche Horn stößt.

Wenn ein Walter Weidauer, Bürgermeister von Dresden dieser symbolträchtigen Stadt, die nicht umsonst Elbflorenz genannt wurde, nach 1945 die Parole ausgibt 'Dresden schöner denn je' und alles noch an Schönheit Erinnernde gnadenlos abreißen läßt, ist das Kulturbarbarei, die auf die lebenden Menschen zurückwirkt.

Der Doppelband

'Schicksale deutscher Budenkmale im zweiten Weltkrieg. Eine Dokumentation der Schäden und Totalverluste auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft. Berlin. 1980.

dokumentiert lapidar, was für Schätze deutscher Baukunst auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, man sprach heimlich von erneuter Bombardierung, die mehr Schaden angerichtet hätte als die der anglo-amerikanischen Bomber, systematisch auf Nimmerwiedersehen zerstört wurden.

Nein, nein, so einfach ist das nicht, lieber Carl Sand. Und 'links' und rechts' untereinaner auszuspielen erinnert mich daran, daß kein normaler Mensch bei den Verkehrsregeln eine von beiden Seiten für die bessere oder schlechtere Hälfte halten würde, weil sie einfach zum immanenten System der Regelung dazugehören, Hilfmittel für flächenhafte Bewegungsformen. Die Beziehung zur Vertikalen fehlt vollständig. Unser Geist ist doch aber dreidimensional. Oder? Wie könnte man dieses unsägliche Links-Rechts-Schema aufbrechen? Wer weiß Rat?

Stil-Blüte

23. Oktober 2014 17:30

@ Martin

...stellt sich bei mir die Frage...

Stellt die sich Ihnen, lieber Martin, wirklich oder nur rhetorisch?

E i n e Antwort , nicht meine, denn ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, daß ich Copyrhight-Diebstahl begangen habe

1) Ablenkung durch Focussierung auf ein abwegiges Thema
2) Konfusion, Irritation, Verwirrung stiften
3) Sich-Wichtigmachen (liefe es in einem Staat alles zum Besten, wären die eGheimdienste ja überflüssig)
4) Angstmache:'Wir sind überall, dich kann es auch erwischen, also halt die Klappe.'
5) Spielwiese seelisch verkrüppelter Männer, die zu Hause keinen Hobbykeller, keine Spielzeugeisenbahn, keine Kinder, keine Heimat, keine Frau, von der sie singen und sagen können 'ich schlaf so gerne m i t dir ein, haben.

Stein der Waisen

Dieser Verschreiber wiegt so manches in Ihrer Mitteilung auf.

Nordlaender

23. Oktober 2014 17:39

@ Stilblüte

"Wie könnte man dieses unsägliche Links-Rechts-Schema aufbrechen?"

Die rechten Kommantschen im Konflikt mit den rechten Irokesen.

Für einen rechten Irokesen ist ein anderer Irokese ein guter Kampfgefährte, der auch der rechten Ideologie anhängt, während ihm ein rechter Kommantsche gefährlich sein könnte.

Die rechten Sioux wollen sowohl die Irokesen als auch die Kommantschen besiegen. Also machen sie ihnen die linke Ideologie schmackhaft, daß alle Menschen gleich seien.

(Einfach dem Feind erklären, daß die Schwerter zu Pflugscharen gemacht werden sollen. Wenn er es dann glaubt, wird er selig.)

Zadok Allen

23. Oktober 2014 20:04

@ Stil-Blüte

Glauben Sie denn, in der Alt-BRD sei mit Kulturdenkmälern, die den angelsächsischen Bombengenozid überstanden hatten, anders verfahren worden? Die DDR hatte in dieser Hinsicht immerhin noch den Vorzug, aus Mangel an Baustoffen nur einen Teil jener städtebaulichen Wahnideen verwirklichen zu können, die heute Städte wie Köln, Frankfurt/M. oder Stuttgart zu so unvergleichlichen Perlen machen.

Doch kann man in der Tat darüber diskutieren, ob die Vernichtung eines Volkes durch gezielt geförderte Masseneinwanderung oder aber die gezielte Zerstörung seiner materiellen Kultur (gezielt durch die Angelsachsen, pathologisch-urwüchsig durch die Nachkriegsdeutschen) effektiver zu bewerkstelligen sei.

Die Frage ist nicht trivial. Menschen lassen sich, zynisch betrachtet, in gewissem Grade ersetzen, Zeugnisse materieller Kultur nicht. Am glattesten freilich läuft der Genozid ab, wenn man beide Methoden kombiniert. Ich bitte um Entschuldigung für die o.t.-Diskussion und bin auch gleich still.

Wegner:
Danke. Ich bitte auch die anderen fleißigen Diskutanten, sich hinsichtlich der spätestens seit Henning Eichberg ungelösten politischen Lagerproblematik etwas zurückzunehmen; das sind bald 45 Jahre, und der Weisheit letzter Schluß wird mit Sicherheit nicht in dieser Kommentarspalte gefunden werden.

Martin

23. Oktober 2014 22:30

Stellt die sich Ihnen, lieber Martin, wirklich oder nur rhetorisch?

Die stellt sich mir wirklich und auch ganz real, denn wenn der eine false flag etc. spielt, warum soll das der andere dann nicht tun oder evtl. sogar mit Absicht, um dem anderen false flag unter zujubeln und die Verschwörungsgerüchteküche anzuheizen etc. und was passiert dann mit dem nach wie vor in jeder Gesellschaft vorhandenen Restprozentsatz von Irren, Verrückten, Spinnern, Kriminellen etc., die dann auch mal ne Aktion machen, die genau in bestimmte "Raster" fallen? Wer verwertet, verkauft etc. die dann wie? Oder war es dann ausnahmsweise doch die "Wahrheit"?

Ich als Außenstehender, der ich mich in 30 Jahren, so ich denn noch Leben sollte, dann sogar "Zeitzeuge" schimpfen könnte, erlaube mir in solchen Gemengelagen kein festlegendes Urteil.

PS: Man verzeihe mir meine 70er Jahre bedingte Rechtschreibschwäche.

Nordlaender

23. Oktober 2014 22:46

@ Martin

"Man verzeihe mir meine 70er Jahre bedingte Rechtschreibschwäche."

Höchstens von sekundärer Bedeutung, wenn überhaupt.

"um dem anderen false flag unter zujubeln und die Verschwörungsgerüchteküche anzuheizen"

Wenn Sie hier Offenkundigkeitstheorie (Verschwörungsleugnung) betreiben möchten: Gerne. Aber bitte eine geistige Mindestanflughöhe einhalten. Auf diesem unterirdischen Niveau erzeugt das einfach nur Kopfschmerz. Und das auf der "sezession". Unverzeihlich.

Stil-Blüte

24. Oktober 2014 07:45

@ Nordlaender

Vielen Dank für die Aufklärung mittels der Indianerweisheit. Über die Taktik und Strategie des Feindes und seiner Kampfhandlungen ist mir bei dem Film 'Little Big Man' auf ähnliche plastische Weise ein Licht aufgegangen.

Doch weiß ich nicht, ob ich Ihnen in der Maßregelung von Martin zustimmen soll. Die Hexerei der Geheimdienste hat System und folgt der Logistik der Z e r s e t z u n g - wie es so ausdrucksstark im Jagon der Staasi heißt. (Auch ist es ein nicht uninteressanter Schlenker, wenn er ein Interview mit Alexander Kluge verlinkt. Kluge - Nomen est Omen - beschäftigt sich ein langes Leben lang, allerdings mit der Brille der Frankfurter Schule mit Gott und der Welt. Wer alles bringt, bringt irgendwann nichts. Sein Nachteil, da mag er noch so klug sein, daß er in seinen Anschauungen nirgends Halt im doppelten Sinne findet und anbietet.)

Wenn ich Martin richtig verstehe, versucht er hinter die Verstrickung der Geheimdienste zu steigen. 'Verschwörungsleugnung'? Wohl eher umgekehrt. Das geht in Ordnung. Nicht in Ordnung finde ich, wenn

@ Martin

...Dann wischen Sie sich doch erst einmal den Sabber von der Backe, bevor...

schreibt. Das ist mehr als salopp, das verbaler Geifer und bereitet mir nun wirklich 'Kopfschmerz' .

Martin

24. Oktober 2014 10:04

Ich betreibe hier gar nichts - Ich stelle nur Fragen, die sich einem natürlich nicht stellen, wenn man bereits alles weis.

Niveaukontrolle? Gerne doch ... ;)

Wind

24. Oktober 2014 11:19

Die Berichterstattung im letzten Jahr, war zumindest doch etwas breiter, was den Fall des Vaters von Andreas Kramer angeht. Ich hatte diesen damals intensiv verfolgt. Die eigentümlich frei hat einen großen Artikel mit Interview abgedruckt. In der JF waren zwei Berichte. Zudem schrieben auch die Süddeutsche und die Zeit. Selbst Lokalzeitungen wie die Westfälische Rundachau, die zur WAZ Gruppe gehört und die Münchener AZ haben berichtet. Problematisch in einer Skandalokratie ist jedoch die geringe Tiefenwirkung von solchen Informationen. 1 Woche darüber gesprochen, dann vergessen. Nachwirkungen - keine.
Mal nebenbei zu Elsässer.
Ich kann die Begeisterung für ihn beileibe nicht verstehen. Das einzige was er zu bestätigen scheint ist das Hufeisentheorem des politischen Spektrums.
Die Compact Magazin GmbH, die diese Zeitschrift herausgibt, hat drei Anteilseigner. Einer davon u Andreas Rieger, der auch unter diesem Namen Artikel verfasst. Andreas Rieger, der nach seiner Konvertierung zum Islam Andreas Abu Bakr Rieger heißt, ist Herausgeber der Islamischen Zeitung und Vorsitzender der European Muslim Union. Das sollte man zumindest beachtet, mit wem sich Elsässer bettet.

Nordlaender

24. Oktober 2014 12:21

@ Wind

Gut, daß Sie über Elsässers Hintergrund informieren.

Hintergrund immer beachten: ja.
Hintergrund als (alleiniges) Argument: nein.

Auch solchen Experten aus der Mitte der Gesellschaft, Vertreter des alleinberechtigten Aufmarsches der anständigen Demokratinnen und anständigen Demokraten, Scharniertheoretikern wie Gessenharter (Hochschule der BUNTEN Wehr in Hamburg) oder Wolffsohn (Hochschule der BUNTEN Wehr in München), sollte man keine absolute Autorität zusprechen.

https://jungefreiheit.de/kolumne/2009/stereotypen-ueber-konservative-und-neue-rechte/

Nordlaender

24. Oktober 2014 13:51

@ Martin

"Ich stelle nur Fragen, die sich einem natürlich nicht stellen, wenn man bereits alles weis."

WER bitte weiß bereits alles? Ihr Pappkamerad? Oder nennen Sie mir bitte Namen von Roß und Reiter. Von WEM reden Sie?

Mann, Mann, Mann: Diskurslimbo, das gibt es ja gar nicht!

Nordlaender

24. Oktober 2014 13:54

@ Stilblüte

"Wenn ich Martin richtig verstehe, versucht er hinter die Verstrickung der Geheimdienste zu steigen."

Mit GEHEIMdiensten, die eben gerade nichtöffentlich arbeiten, kann nur ein Verschwörungstheoretiker sich befassen. Für einen Verschwörungsleugner gibt es gar keine nichtöffentlichen Absprachen und Agenden.

rautenklause

25. Oktober 2014 10:43

@ Wind

Ich bin ja wirklich einer der Letzten, der Verschwörungsszenarien nicht zur Kenntnis nimmt (gut: ich schätze diese sogar ...), aber im Falle des Herrn Andreas Kramer scheint es doch den ein oder anderen nicht ganz von der Hand zu weisenden ähm Zweifel zu geben

https://www.wort.lu/de/lokales/bommeleeer-zeuge-kramer-als-luegner-entlarvt-5190bb78e4b02b992e7b5f83

Und überhaupt - ein Szenario, wie es Kramer beschreibt, wäre doch insofern bewundernswert, als es alle Ingredienzen heimlichen Sehens beinhalten würde: mächtige, funktionierende Untergrundorganisationen, in denen Deutsche nur der Sache verpflichtet jahrzehntelang geheim mit unendlichen Mitteln langfristige politische Ziele verfolgen. Stahlfront in der Bundesrepublik ... Ein schöner Traum, mit dem man Ohn-mächtigkeit auf wunderbare Weise kaschieren kann - fast so gut wie die Reichsflugscheiben, die in Zeiten höchster Not erscheinen. Aber was soll's: ich halt wieder nach Haunebus Ausschau ... "Keep watching the skies!"

Andrenio

2. November 2014 10:47

HTS und WSG Hoffmann:
Nachdem die Auseinandersetzungen in Tübingen immer schärfer wurden (wen es interessiert könnte ich viele Beispiele anbringen), sahen wir uns nach Schutz um für Veranstaltungen wie mit Jugendoffizieren, vietnamesischen Exilorganisationen u.ä. um. Die Polizei war hierzu nicht bereit.
Fündig wurden wir einmalig bei der Mun-Sekte (Vereinigungskirche). Deren Undurchsichtigkeit in religiöser und politischer Hinsicht zeigte uns, dass Antikommunismus als einigendes Band zu kurz greift.
Einmal fuhr ich zu Hoffmann zur "Erkundung". Schon hatte ich eine Felbwebel-Schulterklappe im SS-Stil in der Hand. Schon auf der Heimfahrt war mir klar, dass es sich hierbei um eine stasigesteuerte Sache handeln musste. Kaum in den Westen gekommen, verfügte Hoffmann über erstaunliche Summen.
Aufschluss erwartete ich mir in dieser Sache auch in der Normannenstrasse (Stasi) in der Vielzahl von Aktenordnern. Leider kamen diese nur von der subalternen Außenstelle Zwickau. Die Zentralakte bleibt bis heute verschollen. Ist sie vielleicht Teil der Rosenblatt-Dokumente?
Elsässer war damals ein als wirklich gefährlich wahrgenommener KB-Führungsfunktionär. Auf eine persönliche Nachfrage über diese Zeit reagierte er alles andere als offen. Meine politische Erfahrung aus Jahrzehnten sagt mir, dass er für mindestens einen Geheimdienst als Einflussagent arbeitet.
Trotzdem ist Compact als Quelle unabdingbar!
HTS als akademischer Arm der Wehrsportgruppe: Absoluter Nonsens.

Nils Wegner

16. November 2014 23:07

Daß stay behind und das Dickicht darum herum auch wissenschaftlich noch nicht ganz ad acta gelegt sind, klang zumindest im Ansatz auf dem diesjährigen Historikertag durch:
https://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5679

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