Von der JF zur WfD oder: Post von Lichtmesz

Wie wir alle wissen, ist eines der Hauptanliegen der konservativen, "alternativen" und sonstwie vom Hauptstrom...

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

der Medi­en (und der Macht) abge­dräng­ten Publi­zis­tik, die “Mei­nungs­frei­heit” zu hüten und ein­zu­kla­gen. Damit sind vor allem zwei For­de­run­gen gemeint: 1. daß bestimm­te, unlieb­sa­me Mei­nun­gen auch Gehör fin­den, und 2. daß die­je­ni­gen, die sie äußern, vor sozia­len und lega­len Repres­sa­li­en, “Shit­s­torms”, “media­len Hexen­jag­den” und ähn­li­chen Druck­mit­teln bewahrt wer­den sollen.

Es ist unschwer zu erken­nen, daß wir “alter­na­ti­ven” Publi­zis­ten hier natür­lich vor allem in eige­ner Sache argu­men­tie­ren, denn wir sind die­je­ni­gen, die die Anwen­dung der Druck­mit­tel ris­kie­ren und abweh­ren müs­sen. Wer die besag­ten Repres­sio­nen aus­übt und unter­stützt, hat dage­gen in der Regel kei­ne Pro­ble­me, sei­ne Mei­nun­gen zu äußern und zu ver­brei­ten, und er ris­kiert auch sel­ber nichts.

Die­sen Jour­na­lis­ten ste­hen Kanä­le offen, von denen die Mar­gi­na­li­sier­ten nur träu­men kön­nen, und sie ris­kie­ren allen­falls fol­gen­lo­sen Wider­spruch inner­halb des vom Estab­lish­ment abge­steck­ten Rah­mens und sei­ner Schein­de­bat­ten zum Gau­di­um des Publi­kums. Man kann in die­ser Lage allen­falls ihre Heu­che­lei­en bloß­le­gen; an ihren Edel­mut zu appel­lie­ren, wird gewiß nicht weiterhelfen.

Mit die­sen Tat­sa­chen im Hin­ter­kopf fra­ge ich mich also, was Meis­ter Hen­ning Hoff­gaard, sei­nes Zei­chens Online-Redak­teur der Wochen­zei­tung für Debat­te, wohl im Schil­de geführt haben mag, als er sich mutig aufs Voltaire’sche Roß schwang, um eine Lan­ze für eine ver­folg­te Unschuld namens Franz Josef Wag­ner zu brechen.

Ja, Sie haben rich­tig gele­sen, jene all­seits belieb­te Edel­fe­der der BILD-Zei­tung, ein Pracht­ex­em­plar inner­halb der bun­ten Kriech­tier­welt der bun­des­deut­schen Medi­en. Ein Mann, dem die deut­sche Lite­ra­tur, sagen wir mal, Unsterb­li­ches ver­dankt, und der auch schon mal zur “Aus­rot­tung” bestimm­ter Käfer­grup­pen aus der Gesell­schaft auf­rief, deren Bestim­mung bekannt­lich in inter­es­sier­ter Hand liegt:

Dass Neo-Nazis wider­lich sind, dar­über waren wir uns alle einig. … Ich dach­te, unse­re Gesell­schaft müss­te die­se Irren ertra­gen. Eine dunk­le Min­der­heit. … Wir Bür­ger haben eine gemein­sa­me Pflicht. Wir müs­sen das Böse besie­gen. Wir müs­sen die Nazis aus­rot­ten aus unse­rem Leben. Sie gehö­ren nicht zu uns.

Klar, das ist Kaker­la­ken­spra­che, aber es geht doch nur gegen “das Böse” und “die Bösen”, die “nicht zu uns gehö­ren”, also ist es ja in Ord­nung, nicht wahr? Man soll nur auf­pas­sen, daß man nicht als nächs­ter in die­ses Rubrik gestopft wird.

Auch die “Pegi­da-Idio­ten” hat Wag­ner mit einem lie­be­vol­len, vor Intel­li­genz bers­ten­den (und nach­träg­lich kor­ri­gier­ten) Brief­chen bedacht:

Vor 2000 Jah­ren such­ten zwei Flücht­lin­ge (sic), Josef und sei­ne hoch­schwan­ge­re Frau Maria, eine Unter­kunft. Es ist Weih­nach­ten 2014. Und Ihr Pegi­da-Idio­ten demons­triert in Dres­den gegen die Über­frem­dung. (…) 2014 hät­te man Josef und Maria nicht in einen Stall ein­quar­tiert. Sie wären in ein Asy­lan­ten­heim gekom­men. Auf man­che Asy­lan­ten­hei­me spray­en Idio­ten Nazi-Paro­len. Maria, Josef und Jesus wür­den also in die­sem Asy­lan­ten­heim leben. Und jeden Mon­tag wür­den 10 000 Pegi­da-Idio­ten schrei­en: „Wir sind das Volk“. Jesus, ver­zeih uns. Das Volk ist lei­der oft dumm.

Die­se bei­den Bei­spie­le nur zur Erin­ne­rung. Wag­ner hat neben der Dem­ago­gen­num­mer aber auch die Schmalz­kis­te im Reper­toire, wobei er nicht davor zurück­schreckt, wehr­lo­se Ver­stor­be­ne lei­chen­schän­de­risch mit sei­nem Zucker­schleim zu über­gie­ßen. So auch in einem sei­ner jüngs­ten Vir­tuo­sen­stü­cke, einem Brief­chen, das allen Erns­tes “An die Absturz­op­fer” der Ger­manwings-Maschi­ne gerich­tet ist.

Die­ses ent­hält geschmack­vol­le, lyrisch ange­hauch­te Luft­bla­sen­pro­sa in die­sem Stil:

Knab­ber­ten die Pas­sa­gie­re Nüs­se, tran­ken sie Cola, guck­ten sie in die Son­ne durch das Kabi­nen­fens­ter? Nerv­ten die Babys, die quen­gel­ten? Wie war die Stim­mung in dem Flug­zeug, das in den Tod flog? Ich hof­fe, sie waren glück­lich, bevor sie star­ben. Net­te Stewardessen …

Wäre ich ein Ange­hö­ri­ger der Toten, mich wür­de es end­los ekeln vor einer solch scham­be­frei­ten, pseu­do-ein­füh­len­den Anbie­de­rung. So gese­hen kann ich Jen­ny Jür­gens, die nun eine Peti­ti­on gegen Wag­ner ins Leben rief, durch­aus verstehen:

Sei­ne Zei­len sind pie­tät­los und dumm und haben mit seriö­sem Jour­na­lis­mus nichts mehr zu tun. Sie wol­len pola­ri­sie­ren? Ja das wis­sen wir, aber auch hier ist irgend­wann eine Gren­ze erreicht. Die­se Gren­ze nennt sich Wür­de! Die­se Gren­ze zieht sich durch jedes klu­ge und human emp­fin­den­de Herz. Genug ist genug!

Wo sie recht hat, hat sie recht, und man könn­te die­se Sät­ze auf eine belie­bi­ge ande­re Wag­ner-Kolum­ne mün­zen. Die Peti­ti­on ver­steht sich, soweit ich das sehen kann, vor allem als “Pro­test” gegen Wag­ners Gesül­ze und als Ruf zur geis­ti­gen Sau­ber­keit. Nir­gend­wo kann ich dem Text ent­neh­men, daß die Ver­fas­ser die “Abset­zung der Kolum­ne for­dern”, wie etwa hier behaup­tet wird.

Jen­ny schreibt:

Es geht um Fair­ness und um Mit­ge­fühl und dar­um, das wir die­se Attri­bu­te von der gröss­ten Tages­zei­tung Deutsch­lands ver­lan­gen dür­fen. Unter­hal­tung soll­te auch Hal­tung beinhalten.

So weit, so gut, so rüh­rend und so naiv. Schwer, hier­zu noch etwas Ori­gi­nel­les zu sagen, aber Hoff­gaard bringt es fertig:

Darf man sich über Franz Josef Wag­ner auf­re­gen? Natür­lich. Darf man sich gegen „Geschmack­lo­sig­kei­ten“ weh­ren? Ja. Aber die­se Peti­ti­on ver­kör­pert alles, was in die­sem Land in öffent­li­chen Debat­ten schief­läuft. Es geht nicht um Franz Josef Wag­ner. Es geht um das, was noch gesagt und geschrie­ben wer­den darf.

In Deutsch­land hat sich eine Stim­mung breit­ge­macht, die jede abwei­chen­de Mei­nung ver­dammt. Heu­te ist es Franz Josef Wag­ner, ges­tern war es Thi­lo Sar­ra­zin, und mor­gen ist von der Frei­heit des Wor­tes kaum noch etwas übrig.

Franz Josef Wag­ner of all peop­le, nach Sar­ra­zin das nächs­te Opfer der Mei­nungs­dik­ta­to­ren! Dar­auf muß man erst kom­men! Als sie den Wag­ner diss­ten, habe ich geschwie­gen, ich war ja kein Fan…

Rich­tig geil wird es aber erst hier:

Jen­ny Jür­gens maßt sich an, die Gren­zen der Pres­se­frei­heit zu ver­en­gen und erhält dafür noch tau­send­fa­chen Applaus. Wenn in Deutsch­land etwas auf Wider­stand stößt, ist die Ver­bots­for­de­rung nie weit ent­fernt. Nie­mand muß sich mit Franz Josef Wag­ner soli­da­ri­sie­ren, um den Peti­ti­ons­text zu kri­ti­sie­ren. Der atmet in jeder Zei­le den Geist der Reichsschrifttumskammer.

Na klar, “Reichs­schrift­tums­kam­mer”, das ist das aller­ers­te, was mir bei Sät­zen wie die­sen aus der Peti­ti­on in den Sinn kommt:

Wir lesen, wir regen uns auf und wer­fen die Zei­tung in den Müll und schon geht es wei­ter mit der nächs­ten Nach­richt, die wir im Vor­bei­ge­hen über­flie­gen. Wir ärgern uns nur noch intern und wagen nicht den Mund auf­zu­ma­chen. Wir haben ver­lernt zu Strei­ten und uns ein­zu­set­zen. Es gibt wich­ti­ge­res als die­se Kolum­ne? Ja, das stimmt. Mag gut sein, dass die­se Peti­ti­on nichts ändern wird…so wird es wohl kom­men. Aber eines ist gewiss, man fühlt sich bes­ser wenn man ein­mal laut gebrüllt hat.

Also gut, die Jen­ny will ein­mal laut “Aua” schrei­en dür­fen und die Gleich­gül­tig­keit gegen­über der Nie­der­tracht der Jour­nail­le anpran­gern. Auch das läßt sich leicht nach­voll­zie­hen. Ehr­lich gesagt, bin ich froh, daß eine Spra­che wie jene Wag­ners über­haupt noch jeman­dem ungut auf­fällt, ja schmerzt. Und wenn sich die Bild-Zei­tung mor­gen zum Woh­le der Mensch­heit in Luft auf­löst, wer­de ich eher eine Sekt­fla­sche ent­kor­ken, als Kro­ko­dils­trä­nen wei­nen. Und je mehr das Blatt boy­kot­tiert wird, umso besser!

Hoff­gaard fürch­tet aber sinis­te­re Moti­ve hin­ter Jen­nys Sorge:

Die Peti­ti­on will die Frei­heit ein­engen. Sie will dem ohne­hin schon grau­en Ein­heits­brei der Medi­en einen wei­te­ren Farb­tup­fer neh­men. Ist das wirk­lich unser wich­tigs­tes Pro­blem? Daß zuviel gesagt und geschrie­ben wer­den darf?

Nur kei­ne Ban­ge: ein fest im Sat­tel der auf­la­gen­stärks­ten Zei­tung Schlands sit­zen­des, ton­an­ge­ben­des Lebe­we­sen wie Franz Josef Wag­ner ist nicht im ent­fern­tes­ten davon bedroht, “ein­ge­engt” oder gar “ver­bo­ten” zu wer­den. Sei­ne “Frei­heit”, wei­ter­hin zu het­zen, zu ver­dre­hen, zu gei­fern, zu schlei­men und zu kit­schen, Anders­den­ken­de zu dif­fa­mie­ren und lächer­lich zu machen und gene­rell sei­ne wohl ohne­hin schon wenig bedarf­ten Leser wei­ter zu ver­dum­men, wird ihm kei­ne Sau neh­men, auch kei­ne gut­ge­mein­ten Peti­tio­nen von sen­si­blen älte­ren Damen.

Um die­se Frei­heit zu behal­ten, braucht Wag­ner nun wahr­lich kei­ne Unter­stüt­zung von mar­gi­na­li­sier­ten Blät­tern, für die er sel­ber kei­nen Fin­ger krumm machen wür­de, um es gelin­de zu sagen. Sei­ne Schlamm­sprit­zer darf für “Farb­tup­fer” hal­ten, wer will. Aber die Gren­zen der “abwei­chen­den Mei­nung” und die Debat­ten um “das, was noch gesagt und geschrie­ben wer­den darf” aus­ge­rech­net am Bei­spiel Wag­ners zu pro­ble­ma­ti­sie­ren, hat schon einen fast sur­rea­len Beigeschmack.

Hoff­gaard weiter:

Groß­in­qui­si­to­rin Jür­gens schreibt:

“Groß­in­qui­si­to­rin” Jür­gens! Spä­tes­tens hier ist der alt­be­kann­te pole­mi­sche Ton­fall der WfD zu sei­ner eige­nen Par­odie geworden.

„Hier­mit pro­tes­tie­ren wir gegen die Kolum­ne ‘Post von Wag­ner’. Lan­ge genug muß­ten wir die ver­ba­len Ergüs­se des Franz Josef Wag­ner über uns erge­hen las­sen. Egal ob Bild-Zei­tung-Leser oder nicht. Es gab kein Ent­rin­nen.“ Und genau das ist grund­falsch. Es gibt ein „Ent­rin­nen“. Es ist sogar ganz ein­fach. Man kauft sich ein­fach kei­ne Bild-Zei­tung. Pro­blem gelöst.

Uhm, lei­der nein, denn mit der Bild-Zei­tung, und der Süd­deut­schen Zei­tung und der Zeit und dem Spie­gel und der FAZ und der Welt ist es lei­der so wie mit dem Krieg: wenn du nicht hin­gehst, kom­men sie zu dir, und die “Ergüs­se” ihrer Autoren haben auch für jene Fol­gen, die sie nicht lesen.

Wie erklärt sich nun aber die­ses bizarr depla­zier­te Pathos, das mit Kano­nen nach Spat­zen schießt, sich unge­fragt den Mäch­ti­gen, die es nicht nötig haben, als Anwalt andient, und sich gene­rell ans fal­sche Schlacht­feld ver­geu­det? Woher die­se offen­sicht­li­che Ver­wir­rung? Das Wet­tern gegen eine “Meu­te”, die ohne­hin zahn­los ist und nur aus ein paar besorg­ten Schäf­chen mit eher kon­ser­va­ti­vem Impe­tus besteht? Han­delt es dabei um eine Art Stock­holm-Syn­drom zwei­ten, drit­ten Grades?

Ich ver­su­che es mal so zu sagen.

Lie­be Wochen­zei­tung für Debatte,

Über zwei Jahr­zehn­te lang warst Du das Flagg­schiff aller, die in den deut­schen Medi­en kei­ne Stim­me hat­ten. Der Anwalt all jener Non­kon­for­men, deren Mei­nungs­frei­heit von der geball­ten Macht der links­dre­hen­den Mei­nungs­ma­cher bedroht war. Dar­um warst Du beson­ders, inter­es­sant und spannend.

Nun redest Du immer noch viel von “Mei­nungs­frei­heit”. Und von “öffent­li­chen Debat­ten”, die schief­lau­fen. Von der bedroh­ten “Frei­heit des Wor­tes”. Und von denen, die “ver­dammt” wer­den, weil sie von ihr Gebrauch machen.

Den­noch hast Du Dich nur halb­her­zig auf die Sei­te Pegi­das gegen den Ansturm der Pres­se­het­ze gestellt, obwohl die Lügen des “Ein­heits­breis” so deut­lich zuta­ge tra­ten wie je zuvor. Ganz so, als woll­test Du lie­ber vor­her abwar­ten, wer gewinnt.

Den­noch bekennst Du Dich nicht rück­halt­los zum Pro­gramm der “Erfur­ter Reso­lu­ti­on” , son­dern unter­stützt den Chef­de­nun­zia­tor der Par­tei, und das, obwohl die­je­ni­gen, die es ver­faß­ten, nichts ande­res als Dei­ne Kin­der sind und nichts schrie­ben, wofür Du nicht selbst zwei Jahr­zehn­te lang gestan­den hast. Wie­der ist es ganz so, als woll­test Du lie­ber vor­her abwar­ten, wer gewinnt.

Statt­des­sen wirfst Du Dich mit vol­ler Wucht in die Bre­sche für eine der ver­ächt­lichs­ten Figu­ren des Estab­lish­ments, die Dei­ne Hil­fe nicht nötig hat. Für einen Sturm im Was­ser­glas, der nichts, aber auch gar nichts, mit den wirk­li­chen Gren­zen der lau­fen­den Debat­ten zu tun hat.

Es ist so furcht­bar. Ich will kein Wort mehr dar­über schreiben.

Wasch Dir den Kopf und wach end­lich auf!

Herz­lichst

Dein M.L.

Martin Lichtmesz

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Kommentare (40)

Frenchman

31. März 2015 23:27

Genau so ist es.

Schlesische Fachkraft

31. März 2015 23:39

Mediales Mitleid,Cola,Nüsse,"die" Bild und Wagner?Alles auf einmal so hochkonzentriert? Zu viel des Guten... Wagner? Nein,danke."Wie eine Flasche leer!“ (O-Ton Giusppe Trapattoni)

Gardeleutnant

31. März 2015 23:41

Prinzipiell alles richtig, aber warum machst Du die WfD pauschal für das verantwortlich, was doch vielleicht (ich würde sagen: ziemlich sicher) nur von HH kommt? Der hat halt nichts zwischen den Ohren; fast jeder seiner von mir gelesenen Texte aus den letzten Jahren war entweder inhaltlich völlig unnötig/uninteressant (neulich in der Hand gehabt: einen Artikel über ein Star-Wars-Bastelset - kein Witz) oder aber kraß fehlerhaft wertend bzw. argumentativ arg schwach. Aber, nochmal, was können die anderen Redakteure* dafür?

* abgesehen von DS, der ihn offensichtlich protegiert.
M.L.: Eben!

JensN.

31. März 2015 23:55

Ich habe den Text heute auch in der Online- Ausgabe der JF gelesen und kann nur schlussfolgern: Dieser Text MUSS in einem Zustand geistiger Umnachtung geschrieben worden sein, anders kann ich es nicht erklären. Gerade für einen solchen Typen Wagner, einem Hetzer und Schleimer in Personalunion, eine Lanze zu brechen, ist sowas von fehl am Platze. Franz Josef Wagner, das arme von einer wilden Meute angegriffene Unschuldslamm, ist mit Sicherheit der Letzte, der von einem Käseblättchen wie der JF Unterstützung braucht. Man merkt als Leser ganz genau, dass sich hier jemand die Siebenmeilenstiefel angezogen hat und Richtung "Mitte", also da wo "alle" sind und es am sichersten zu sein scheint, rennt. Dieses und die von Lichtmesz angeführten Beispiele nennt man übrigens Anbiederung. Diese Krankheit ist genauso gefährlich wie sie peinlich ist und hat schon ganz andere dahingerafft in die Bedeutungslosigkeit.

Trouver

1. April 2015 00:12

"Jolly Jumper" hat ihn Bushido genannt.

Uebrigens - jener Bushido, der den Klaus "Gut so!" Wowereit im "Stress ohne Grund" verewigt hat.

Nordlaender

1. April 2015 00:41

"Klar, das ist Kakerlakensprache"

Nun ja. Wie auch immer. Allemal handelt es sich um einen öffentlichen Aufruf zum Mord an deutschen Bürgern.

M.L.: Nu ja, das ist nun auch wieder übertrieben.

Wahr-Sager

1. April 2015 01:14

Ich kann dem Artikel von Martin Lichtmesz (wieder mal) nur zustimmen: Was ist nur in Henning Hoffgaard gefahren? Dieser Schleimbolzen Wagner ist alles andere als ein Opfer, das man in irgendeiner Weise verteidigen müsste.
Noch so ein Knüller von diesem Qualitäts-Kolumnisten:
https://www.bild.de/news/standards/franz-josef-wagner/liebe-fluechtlinge-38748052.bild.html

Wahr-Sager

1. April 2015 01:25

Nachtrag: Ich lese gerade, dass dieser schleimige Typ mit seiner Kolumne "Post von Wagner" bereits mehrfach ausgezeichnet wurde - u. a. mit der "Goldenen Feder". Zitat Wikipedia:

Die Goldene Feder ist ein Medienpreis, der von der Bauer Verlagsgruppe von 2000 bis 2009 in mehreren Kategorien jährlich verliehen wurde.

Es sollen Personen geehrt werden, die sich in den Medien dauerhaft etablieren konnten. Die Preisträger werden von einer Jury aus Chefredakteuren der Bauer Verlagsgruppe ausgewählt.

Aber nicht nur in diesem Fall bedeutet eine Auszeichnung in der BRD keineswegs ein Qualitätsmerkmal.

Die "Goldene Feder" gibt's übrigens nicht mehr - der Grund ist mir nicht bekannt.

Detlev Rose

1. April 2015 01:44

Grandioser Beitrag. Nur eine winzige Korrektur. In der Ursprungsfassung der Petition wurde tatsächlich die Absetzung der Wagner-Kolumne gefordert, später wurde daraus der "Protest gegen..." Das konnte man vor zwei Tagen noch im Cache nachverfolgen, heute nicht mehr. Allerdings wird das WfD-Gewinsel dadurch keinen Deut nachvollziehbarer.

M.L.: Hätte ich auch sofort unterschrieben.

Magnus Göller

1. April 2015 03:25

Ja, die JF ist inzwischen, zum Glück muss ich es hier nicht als erster sagen, nur noch ein Käseblättchen. Bestenfalls. Jetzt noch im freijournalistischen Solidaritätsschrei für einen Franz-Josef Wagner. (Dann mit Sarrazin hintendran, das ist der Knaller.)
Patriotismus ist für diese Zeitung zu einem lästigen Erbe geworden, einer künstlichen Übung, die man noch irgendwie durchzuhalten versucht, auf einem halben Fuße, wenn überhaupt.
Nun sorgt man sich schon um die Pressfreiheit der Bildzeitung. Das hat schon Realsatirecharakter. Daran ändert eine dümmliche Petition nun wahrlich nichts.
Dass man als Zeitung sehr bald gar nicht mehr gebraucht sein könnte, weil Springer alleine alles (US-hörige) Pseudokonservative zu liefern weiß, darauf kommt man dort vielleicht nicht; doch wage ich das als guter alter Verschwörungstheoretiker durchaus zu bezweifeln.
Man grenzt sich inzwischen so eitel, eben in mehr als nur vorauseilendem Gehorsame, gegen "Rechts" ab, jetzt selbst, entsprechendes Prozedere immer beklagt habend, dass ich da mit Nietzsche sage: "Was fällt, das soll man auch noch stoßen!"
So starte ich denn jetzt meine Petition, meine Bitte also: Kaufe kein Patriot mehr diese Zeitung!
Es macht viel weniger aus, wenn einer die BILD kauft oder nicht kauft!

Waldschrat

1. April 2015 07:41

Mein Gott, was bin ich froh, daß ich zum letzten Jahreswechsel dieses Blättchen abbestellt habe. Ich rede natürlich von der JF, nicht von der BILD. Lediglich den Hinz vermisse ich. Ich sollte in Erwägung ziehen, dem Mann ein paar Euro im Monat zu überweisen, um seine Beiträge ohne JF-Rahmen exklusiv beziehen zu können. Vielleicht denkt er ja darüber nach. Aber immerhin lassen sich viele ja auch gratis online lesen...

Nordlaender

1. April 2015 08:15

@ M.L.

"Nu ja, das ist nun auch wieder übertrieben."

"Wir müssen die Nazis ausrotten aus unserem Leben."
(Franz Josef Wagner)

"Nazis" wird als Abkürzung für Nationalsozialisten verwendet. Bei Nationalsozialisten handelt es sich um Menschen. Diese sollen nach Meinung Wagners "ausgerottet" werden.
Was ist denn das Ausrotten von bestimmten Menschen, wenn kein Mord?

Nils Wegner

1. April 2015 08:39

Nordlaender, nun mal nicht in Betroffenheit verfallen. Wagner weiß schon ganz genau, wie er um gewisse justitiable Formulierungen herumkommt, und in seiner zitierten Form verlangt der Satz nichts weiter, als "Nazis" (was auch immer er darunter verstehen mag) aus "unserem" – also dem öffentlichen, gesellschaftlichen – "Leben" zu verdrängen oder meinetwegen auch schärfer: zu entfernen.

drieu

1. April 2015 08:50

Im Gegensatz zur Sezession hatte ich nie ein JF-Abo, dessen Kündigung ich virtuell anonym herausposaunen könnte. Das GK und DS nicht mehr miteinander können, habe ich trotzdem mitbekommen. Bei diesem Hintergrund berührt mich jede "Kritik" aneinander unangenehm.
"Die Rechte" ist in Deutschland in jeder Hinsicht marginalisiert und es existiert -Pegida hin wie her - nirgendwo ein Hoffnungsschimmer, daß dies in absehbarer Zeit anders wird. Solch schriftliche Auseinandersetzungen sind rein sinnlose Scheindebatten für's Ego. Schade, schade, schade.

Nordlaender

1. April 2015 09:06

@ Nils Wegner

Funktioniert dieser Satz denn, wenn die "Nazis" durch eine andere Gruppe ersetzt werden?

Wenn z.B. eine Handelskette beschließt, die Ladendiebe aus allen ihren Filialen "auszurotten"?
Oder die Regierung Schritte einleitet, um die Steuerhinterzieher "auszurotten"?

Argus

1. April 2015 09:06

Sehr spannend, wenn sich Jouranlisten/Publizisten untereinander Streiten. Solange das auf einem gewissen Niveau geschieht. Langsam finde ich es allerdings nervig - der "Konflikt" zwischen JF und S.

Ich schließe mich @Gardeleutnant an. Warum, wenn Hoffgaard in dieser Petition einen Einschnitt in die Meinungsfreiheit sieht, warum kann er das dann nicht so schreiben ohne daß der von mir so hochgeschätzte ML so einen Text verfassen muß? :/

Nils Wegner

1. April 2015 09:31

@ Nordlaender:

Ja, semantisch funktioniert er in all diesen Fällen (und noch vielen mehr). Daß das Wort hier und heute "ih-bah" ist, ändert nichts am sprachlichen Gehalt.

ulex

1. April 2015 10:36

Ich denke, dies ist eine generelles "Problem" der Rechten:

Eigentlich ist man ja weltoffen und tolerant (außer natürlich es geht um jemanden im eigenen Ghetto mit dem man nicht 100%ig einer Meinung ist oder dessen Nase einem nicht passt).

Und weil man so tolerant ist überlässt man denjenigen, die ziemlich selektiv-tolerant sind und ihre Positionen bedenkenlos durchdrücken, die Debatte und gesellschaftliche Positionen - statt ordentlich kontra zu geben oder auch mal eine Kampagne durchzuziehen.

Martin

1. April 2015 10:38

Ach was, der Wagner ist doch auf seine Art und Weise schon so lange politisch unkorrekt, da gabs den Begriff politisch korrekt noch gar nicht in einer breiteren öffentlichen Wahrnehmung.

Man erinnere sich einmal zurück an die Bars und Diskotheken der 80er, die waren zumeist so ausgerichtet, dass man vom Platz an der Bar einen Blick auf die Tanzfläche hatte, um den Mädels beim Absteppen zuschauen zu können. An diesen Bars gab es dann in aller Regel diese für den Gesamtschnitt des Publikums zu alten Faktoten mit ihren Sakkos, darunter aufgeknöpftes Hemd, Kettchen mindestens am Arm, Siegelring, Marlboro 100 oder Cool rauchend und dabei wahlweise eine Pilstulpe oder einen "Jacky" in der Hand, die immer wieder den Blick über die Tanzfläche schweifen liesen, um den für sie deutlich zu jungen Mädels nachzugeifern und die im Übrigen nervig waren. Schon damals waren diese Leute einfach nur peinlich, sorgten aber im Laden für einen gewissen Umsatz, so dass man sie seitens des Inhabers nicht raus geschmissen hat. Ungefähr so stelle ich mir den Wagner und seine Stellung bei der "Bild" vor.

Aber: Seine Kolumnen sind doch fast das einzige, was man in der "Bild" noch lesen kann - Stories vom verschütteten Deutschland der 70er und 80er, als Männer noch tranken und rauchten und Frauenbewegungen gut fanden, solange sie im Bett stattfanden und im übrigen meinten, man sei ein "Frauentyp", nur weil man in der Lage war, endlos schleimige Komplimente zu machen und im übrigen ein Heuchler mit etwas Kohle war. Natürlich haben solche Leute den Playboy ausschließlich wegen der guten Witzseite und seinen Reportagen abonniert. Eine untergegangene Welt, nur dass Wagner halt eher Simmel ist, statt glaubwürdig wie hard boiled Fauser, eher Paris Bar als Savignyplatz oder Stutti.

Frau Jürgens reiht sich doch mit ihrer Kampagne mehr in die #aufschrei Brüderle Ecke, als ernsthaft damit diesen Schmieranten und seinen Auftraggeber zu beeindrucken. Und bei all den Geschmacklosigkeiten, die zum Airbus-Unglück geschrieben, gesendet oder sonst was wurden, geht für mich ein Wagner, der halb notgeil um die hübschen Stewardessen trauert, dann schon wieder unter.

Und zur JF schreibe ich besser gar nicht viel, diesem ehem. Anzeigenblättchen für bestimmte Verlage ... aber jetzt auf "Debatte" machen und die dicken Bertas bei seichten Kampagnen heraus holen. M.L. hat das wesentliche dazu geschrieben - wo ist das Blatt, wenn es wirklich um Positionen und echte Debatten geht?

Die "Meinungsfreiheit" wird ganz bestimmt nicht am Fall Wagner verteidigt, so viel ist mehr als offensichtlich

PS: Ich lese gerade "Kann nur ein Gott uns retten" - Einziger Kritikpunkt bisher: Das Buch hätte es verdient, einen größeren Zeilenabstand und einen größeren Schriftgrad zu bekommen. Für uns ältere, an der Grenze zur Altersweitsichtigkeit stehenden, ist es arg mühsam zu lesen. Ich hätte lieber 29 als 22 Euro dafür bezahlt, wenn es dafür dann nicht so klein gedruckt wäre. Aber was soll´s - per aspera ad astra ... ;)

Strogoff

1. April 2015 10:59

Die Junge Freiheit betreibt trotzdem Grundlagenarbeit am Zeitungskiosk und das sollte man, bei allen Abneigungen die so entstanden sind, immer im Hinterkopf behalten.
Da ist auch der eine oder andere Fehlschuß eingerechnet.

Nordlaender

1. April 2015 11:03

@ Nils Wegner

"Ja, semantisch funktioniert er in all diesen Fällen (und noch vielen mehr)."

Es ist ein offizieller Aufruf. Eine gutarbeitende vollautomatische Fehlerkorrektur besitze ich auch. Wenn also jemand in einem inoffiziellen Zusammenhang - vielleicht nach dem dritten Bier - so etwas von sich gibt wie Menschen "ausrotten" (Synonym: "vernichten" oder "ausmerzen"), könnte ich, je nach dem, eventuell davon ausgehen, daß das nicht so gemeint ist.

Wagner hat nun einmal nicht geschrieben, daß er den Nationalsozialismus ausrotten wolle. Falls er das so gemeint hat oder aufgrund geistiger Einschränkungen nicht den sprachlichen Mindestanforderung genügt, um Journalismus zu betreiben - sein Pech, seine Verantwortung, die er nicht wahrgenommen hat.

M.L.: Wagner meint das eindeutig so, wie Wegner sagt, soviel Fairneß muß sein. "Ausrotten aus unserer Gesellschaft" ist nicht dasselbe wie "ausrotten". Und jetzt bitte nicht mehr darauf herumzureiten.

Nordlaender

1. April 2015 11:09

@ Martin

"Ach was, der Wagner ist doch auf seine Art und Weise schon so lange politisch unkorrekt, da gabs den Begriff politisch korrekt noch gar nicht in einer breiteren öffentlichen Wahrnehmung."

Wirkliche Tabus kann ich am besten dadurch befestigen, daß ich ständig als Tabubrecher auftrete. PI-News macht das vor, Pirincci ist auch so ein Fall. Einfach den Müll nicht trennen, von den Bürgern reden und dabei die Bürgerinnen frech unterschlagen. Wird oft unterschätzt, was für ein Kinderspiel es ist, ein großes Publikum zu ver"brodern".

ulex

1. April 2015 11:41

@Strogoff

Die JF verkauft lt IVW exakt 2243 Exemplare am Kiosk, das sind 10% der verkaufen Gesamtauflage (https://www.ivw.eu/aw/print/qa/titel/8020)

(Vermutlich wird wird die Hälfte der Exemplare auch noch von Stammlesern gekauft, die eh ein Abo haben, aber bewirken wollen, dass der Bahnhofshändler die Zeitung weiter im Angebot hat ;-) )

Will sagen: Der Effekt, dass "neue" Leute "zufällig" oder "spontan" am Kiosk erreicht werden, dürfte verschwindend gering sein.

Carsten

1. April 2015 11:56

Und in China ist ein Sack Reis umgefallen...

Leute, also ehrlich!

Marcus Junge

1. April 2015 13:49

Nordlaender

Also wenn ich mich kurz einmischen darf wegen den "Nazis"? Wenn solch ein Systemling vom Nazi fabuliert, dann sind damit keine historischen Figuren gemeint und auch nicht Anhänger eines "Nationalen Sozialismus", sondern "Rechte". "Rechte" sind jedoch all jene, die nicht zum System gehören. Also konservativ & nationale Deutsche, die Deutschland erhalten wollen, jene die nicht für Gender / Verschwulung, Flüchtlinge / Islamisierung / Umvolkung / Willkommenskultur, EUdSSR / Euro / Westunterwerfung, ... sind, die sind der Nazi. Und das diese "ausgerottet" werden sollen, ist offizielle Staatsdoktrin, niedergelegt im "Kampf gegen Rechts". Schließlich gibt es echte Anhänger eines Nationalen Sozialismus nur noch in homöopathischer Größenordnung.

Nordlaender

1. April 2015 14:49

@ Marcus Junge

Ist so, ein Nazi ist auch jemand, der sich überhaupt nicht mit dem großen Bild befaßt, sondern sich ausschließlich an einem Detail reibt. Nehmen wir mal einen betulichen alten Herren an als leidenschaftlichen Gegner der Rechtschreibreform oder des übertriebenen Gebrauches von Anglizismen.

Was ist nationaler Sozialismus? Sloterdijk äußerte mal die These, daß fast alle Deutschen Sozialnationalisten seien, also für einen sozialen Ausgleich, eine Solidargemeinschaft einträten, aber eben nur im Rahmen unserer Volksgemeinschaft.

Das BUNTE Regime ist sich dessen durchaus bewußt, daß dieser Mangel an Echten herrscht. Umsonst wird der Stadel mit der Braunen Armee-Fraktion ja sicher nicht inszeniert.

Nihil

1. April 2015 15:13

Wer sich über Wagner aufregt, hat ihn meist nicht verstanden. Und wer Sorge ob seiner Reichweite hat: die ist beschränkt. Denn die Beschränkten, die ihn für voll nehmen, sind sowieso unrettbar. Insofern freue ich mich regelmäßig über Wagner'sche Ergüsse - manchmal sind sie unterhaltsamer, manchmal weniger. Und wer hätte je behauptet, dass Wagner die "Wuchteln" so konstant wie seinen Alkoholspiegel abliefern kann?

M.L.: Aha, die Meta-Ebene haben wir wohl übersehen. Ob Wagner da einiges mit Uli Seidl gemeinsam hat? ;-)

Eisenhans

1. April 2015 15:27

Nun, die Frage ist doch ob Deutschlands Locusblatt Nr. 1, unter anderem vertreten durch Schmierant Wagner, durch diese und ähnliche Kommentare
eine breite Leserschaft tatsächlich beeinflusst. Es mag sein, das die da arm
im Geiste und die naiven ein wenig in sich einwirken lassen. Die Masse der Gelegenheitsleser gibt ja im übrigen nur ungern zu, daß sie überhaupt dieses Blatt lesen. Viele dürften solche Kommentare ohnehin als peinliche
Entgleisungen schweigend abhaken. Das tun die gleichen Leser aber in der Regel auch bei idiotischen Kommentaren in der von ihnen abonnierten Tages-
zeitung. Vielen ist es einfach zu mühselig sich gegen jeden gedruckten Schwachsinn aufzulehnen. Ich glaube eher, daß intellektuell verbrämte
Kommentare in der FAZ, Spiegel, etc. wesentlich mehr "bleibende Schäden"
anrichten, als in der Revolverpresse. Unter dem Strich muss man aber sagen,
das die ehemals als "Sprachrohr der Reaktion, Springerpresse, auf die Fresse" verteufelten Blätter, schon seit etlichen Jahren im großen, linkem
Gesangverein als Zusatzkrakeeler wohlwollend aufgenommen wurden.
Wenn es gegen Rechts geht, wird schon mal der ideologisch trennende Ballast über Bord geworfen. Schmieranten wie Wagner sind da allemal
herzlich eingeladen.

Peter Voit

1. April 2015 18:14

Dieser Franz Josef Wagner ("Liebe Pegida-Idioten") muß ein selten dummer Mensch sein, wenn er glaubt, der biblische Joseph und die hochschwangere Maria seien Flüchtlinge gewesen und würden heute in einem Asylantenheim untergebracht.
Oder sollte er das von einem unserer regierungsfrommen Bischöfe gehört haben?

Strogoff

1. April 2015 20:48

Ulex

Damit haben Sie wohl recht.

Ralf Kaiser

1. April 2015 22:12

@ Peter Voit

Vermutlich liegt eine Verwechslung mit der nachfolgenden Flucht der Familie vor Herodes nach Ägypten vor.

Nemo Obligatur

1. April 2015 22:54

@Argus

Langsam finde ich es allerdings nervig – der „Konflikt“ zwischen JF und S.

Ja. Erinnert irgendwie an die K-Gruppen der 70er und 80er Jahre: Leninisten gegen Maoisten und beide zusammen gegen Trotzkisten, die wiederum auf Titoisten eindroschen...

In Hamburg sagt man sich bei so einem Anlass: "Nicht einmal ignorieren."

Fürst Awalow

2. April 2015 00:07

Es kann auch ein Zeichen wachsender Stärke sein, wenn sich die Zellen teilen. Unser Organismus schrumpft nicht, er wächst.

Andreas Walter

2. April 2015 02:57

Es gab mal eine Zeit da dachte ich, mein Opa würde mich belügen. Doch ich fand dafür keine mir einleuchtende Erklärung, warum er das tun sollte, wozu das gut sein, was er damit beabsichtigen könnte. Heute weiß ich, dass er mir lediglich die Wahrheit gesagt hat. Sie ermöglicht mir heute Dinge zu sehen, die mich manchmal sogar noch mehr erschrecken als die Lügen, die ich früher geglaubt habe. Wissen ist aber auch Macht.

Alter Sachse

2. April 2015 09:29

Eine erschreckende Meinungsäußerung von Henning Hoffgaard. Langsam frage ich mich, was bei der JF los ist?
Meine Meinung (nachstehend) dazu wartet bei der JF schon sehr lange Stunden auf Freischaltung:

Alter Sachse meint

1. April 2015 um 18:40

Ihr Kommentar wartet auf Freischaltung.

Werter Herr Hoffgaard,
als eifriger Leser hier, daß Sie Ihre Meinung haben sei Ihnen unbenommen, ist eine solche Niederschrift mir in der JF schon lange nicht mehr untergekommen.
Als Stammleser schäme ich mich für Sie fremd und ich bin baß erstaunt, daß viele Stammkommentatoren hier nicht erkennen, daß Sie eine Lanze brechen für den Wagner und die Aktion von Frau Jürgens verunglimpfen.
Ich habe von Ihnen hier nur eine Solidarisierung mit Wagner gelesen.
Haben Sie Angst, daß der Shitstorm Sie auch einmal erreichen kann?
Aus diesem hier vorliegenden Fall wäre ich gerne der Erste, der diesen anfacht.
Freunde, wie könnt Ihr Herrn Hoffgard so undifferenziert zujubeln? Freunde, Ihr könnt doch alle lesen und vor allen Dingen verstehen – was ist los mit Euch?
So langsam wird mir die Entwicklung der JF unheimlich!
Guten Abend

Peter Voit

2. April 2015 11:31

@ Ralf Kaiser

Ja, es könnte eine Verwechslung mit der nachfolgenden Flucht der Familie nach Ägypten vorliegen. Doch es wäre ebenso möglich, daß J. F. Wagner jenen folgt, die sich sowohl die eine wie auch die andere biblische Weihnachtsgeschichte im Interesse der gegenwärtigen Zuwanderungspolitik zurechtbiegen, dieser Politik gleichsam einen Heiligenschein umlegen.
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick jedenfalls, Schirmherr eines Bamberger "Bündnisses gegen Rechts", ließ in in seiner Weihnachtspredigt hören, an der Krippe in Betlehem seien sich Galiläer und Leute aus Judäa, Hirten und Könige, Fremde und Einheimische begegnet. Und aus Fremden seien Freunde geworden.
Wer dagegen die biblischen Erzählungen bei Matthäus und Lukas sorgfältig liest, wird von dieser angeblichen "Verbrüderung" kaum etwas finden.

Beppo

2. April 2015 15:57

Ich habe die JF 2007 am Kiosk entdeckt, und seit 2008 bin ich Abonnent. In der JF las ich immer wieder Berichte über das IfS, verbunden damit den Namen Götz Kubitschek, den ich zudem als JF-Autor kannte. In den folgenden Jahren verfolgte ich die Veröffentlichungen von Antaios, im Frühjahr 2015 wurde ich Abonnent der "Sezession". Ein Kollege von mir, der mich einmal mit der JF "erwischte" und sich dann selbst als JF-Leser "outete", hat mir die "Sezession" mehrfach empfohlen.

Die JF war für mich so etwas wie ein Türöffner zum Antaios-Verlag. Und ich denke, bei vielen anderen Lesern war/ist es ähnlich. Wenn ich ein AfD-Mitglied kennenlerne, das nicht borniert ist, empfehle ich als "Einstieg" in die rechte Gedankenwelt die JF - und bei Gefallen dann Antaios und Sezession.

Was ich damit sagen will: JF und Antaios/Sezession/IfS profitieren trotz aller politischen Differenzen (noch immer) voneinander. Wer die "Sezession" abonniert, hat ein fundiertes rechtes Weltbild, während dieses Weltbild bei neuen JF-Lesern "im Werden" ist. Darauf muß sich die JF, die AUCH ein Unternehmen ist, einstellen.

Vor diesem Hintergrund finde ich die Angriffe gegen die JF, die auf dieser Webseite veröffentlicht werden, unnötig und auch unprofessionell.

RL

3. April 2015 17:03

Kleine-Hartlage hat es in seiner Kolumne in der Aprilausgabe des "Zuerst" treffend bezeichnet: " Auf der Rechten - und daher rührt ein Gutteil ihres Mißerfolgs - herrscht die Kultur des Verrats."
Besser kann man es nicht beschreiben.

Ordo

4. April 2015 06:46

Die JF zu deabonnieren ist das völlig falsche Zeichen. Die JF mag sich im Duktus etwas zur Mitte hin bewegt haben, aber grundsätzlich ist sie immer noch ein rechtskonservatives Blatt. Schon allein die Tatsache, dass unsere Themen (Islamkritik, Christenverfolgung, Masseneinwanderung, Gender etc.) immer noch ganz oben auf ihrer Agenda stehen, macht sie wertvoll. Die Rechte darf sich nicht ständig selbst zerlegen, aufgrund ein paar minimaler Differenzen. Als Einstieg ins rechte Denken ist die JF/WfD nach wie vor sehr gut zu gebrauchen, da hat Beppo völlig recht.

M.L.: Die JF ist unverzichtbar, und ich empfehle jedermann ein Abo!

Martin Lichtmesz

4. April 2015 15:24

Badeschluß, Dank an alle!

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