Das Heerlager der Heiligen (Werkstatt 1): vollständige Fassung!

In den letzten Monaten verging keine Woche ohne Meldungen wie diese: im Mittelmeer ertranken "dutzende",  "41", "400",  "700", "800" oder "mehr als Tausend" Menschen auf dem Versuch, sich in Massen nach Europa einzuschiffen. Tausende werden vor den Küsten aus dem Meer gefischt und erwarten in Internierungslagern ihr weiteres Schicksal. Ein Ende des Stroms ist nicht abzusehen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Japan und Aus­tra­li­en machen die Gren­zen dicht. Mus­li­mi­sche Flücht­lin­ge war­fen christ­li­che Lei­dens­ge­nos­sen ins Meer. Mari­ne Le Pen for­dert die “Rück­ver­schif­fung” von Flücht­lin­gen. Der Prä­si­dent des Zen­tral­rats der Juden ver­kün­de­te, Deutsch­land dür­fe auf­grund sei­ner his­to­ri­schen Schuld kei­ne Flücht­lin­ge ableh­nen. Katho­li­sche, kir­chen­na­he Orga­ni­sa­tio­nen, die pro­gres­si­ve Binnen‑I’s benut­zen, haben sich zu wah­ren Ein­wan­de­rungs­lob­bies entwickelt.

Auch in Deutsch­land erklärt sich die Kir­che bereit, Abschie­bun­gen zu sabo­tie­ren. Die Regie­rung rech­net in die­sem Jahr mit mehr als 400,000 Asyl­be­wer­bern. Die sozia­len Pro­ble­me mit letz­te­ren häu­fen sich täg­lich. Die EU ver­dop­pelt und ver­drei­facht ihre Hil­fe für die in See­not Gera­te­nen. Und die Gut­men­schen des Lan­des sind in einem wah­ren “Willkommens”-Fieber.

Und so wei­ter, und so wei­ter, und so wei­ter. Die­se Bei­spie­le lie­ßen sich belie­big ver­meh­ren: und ohne Zwei­fel ist all dies nur der Anfang einer Kri­se, die sich schon seit vie­len Jah­ren, ja seit Jahr­zehn­ten ankün­digt und die sich auch in Zukunft immer mehr zuspit­zen wird.

Die Zeit ist also mehr als reif, den legen­dä­ren Roman “Das Heer­la­ger der Hei­li­gen” unse­res alten Bekann­ten Jean Ras­pail erneut einem grö­ße­ren Publi­kum zugäng­lich zu machen. Das 1973 erst­mals erschie­ne­ne Buch über eine “fried­li­che” Inva­si­on Euro­pas durch Elends­mas­sen aus der “drit­ten Welt” ist ein wah­rer Klas­si­ker der Ein­wan­de­rungs­kri­tik, wobei die­ses Wort noch viel zu schwach ist: es han­delt sich um nichts weni­ger als eine apo­kal­py­ti­sche, mit schwar­zem Humor getränk­te Visi­on, deren Hell­sich­tig­keit einem bei der Lek­tü­re schier aus dem Ses­sel wirft ‑heu­te mehr als je zuvor.

Nun ist es schon wie­der zehn Jah­re her, daß Lorenz Jäger in einem Bei­trag für die FAZ  das zu Recht als “pro­phe­tisch” gel­ten­de Werk dem Ver­ges­sen entriß:

Ras­pails Roman ist gro­tesk-apo­ka­lyp­tisch bis zur Obs­zö­ni­tät, er schwelgt im Häß­li­chen, Grau­sa­men, und viel­leicht war dies der Preis für die visio­nä­re Kraft. Der Autor ver­län­ger­te, wie Orwell in der nega­ti­ven Uto­pie “1984”, die Lini­en sei­ner Gegen­wart. Die trau­rigs­te Rol­le spie­len die Kerenskis der mul­ti­kul­tu­rel­len Gesell­schaft – jene, die an Dia­log glau­ben, aber gleich vom ers­ten Ansturm am Strand über­rannt werden.

Jägers Schluß­be­mer­kung:

 Eine deut­sche Aus­ga­be des Romans, der in Frank­reich ein Best­sel­ler war, erschien 1985, lei­der in einem obsku­ren Ver­lag. Sie ist seit lan­gem vergriffen.

Mit die­sem Miß­stand soll es nun ein Ende haben: der Ver­lag Antai­os berei­tet gera­de fie­ber­haft eine kom­plett über­ar­bei­te­te Neu­aus­ga­be des Romans vor.  Nicht anders als bei Céli­nes “Rei­se ans Ende der Nacht” war eine ange­mes­se­ne Neu­über­set­zung über­fäl­lig. Als Über­set­zer und Mit­her­aus­ge­ber kann ich mit­tei­len, daß dabei kein Stein auf dem ande­ren geblie­ben ist: die deut­sche Fas­sung des Hohen­rain-Ver­lags aus dem Jahr 1985 ist lei­der mas­siv gekürzt, sodaß die neue Ver­si­on gut 100 Sei­ten län­ger sein wird als die alte (Nach­trag 2020: Das war damals zu hoch geschätzt, die Neu­fas­sung ist etwa 40 Sei­ten län­ger als die alte, den unter­schied­li­chen Satz­spie­gel ein­ge­rech­net. ML ):

Ins­be­son­de­re wur­den etli­che Stel­len gestri­chen, in denen Ras­pail die Per­spek­ti­ve umkehrt, und dem Abend­land zeigt, wie es in den Augen der “Ver­damm­ten die­ser Erde” aus­sieht – auf kei­nen Fall so, wie sich das die Asy­lan­ten­um­ar­mer und Betrei­ber der “Will­kom­mens­kul­tur” so vorstellen.

Aber auch ande­re groß­ar­ti­ge Sze­nen, Details und Dia­lo­ge wur­den ent­fernt, die das Buch rei­cher, dop­pel­bö­di­ger und abgrün­di­ger machen. Ande­re wie­der­um wur­den kom­plett sinn­ent­stel­lend über­tra­gen oder sind wesent­li­cher Poin­ten beraubt wor­den. Dar­über­hin­aus nahm der Über­set­zer den bereits damals über­hol­ten Text der Erst­aus­ga­be aus dem Jah­re 1973 als Vor­la­ge, den Ras­pail 1985 anläß­lich der 3. fran­zö­si­schen Auf­la­ge zum Teil erheb­lich ver­än­dert hatte.

Mit ande­ren Wor­ten ent­hält die alte deut­sche Fas­sung einer­seits Stel­len, die vom Autor selbst ver­wor­fen wur­den, ande­rer­seits feh­len vie­le Pas­sa­gen sei­ner end­gül­ti­gen Ver­si­on.  Die Schwie­rig­keit bestand also dar­in, sozu­sa­gen den “Director’s Cut” von Ras­pails Roman auch für den deut­schen Leser wiederherzustellen.

Dar­um lohnt sich eine Neu­erwer­bung auch dann, wenn man das Buch bereits in der alten Aus­ga­be besitzt: die­ses Meis­ter­werk muß gänz­lich neu ent­deckt und gele­sen werden.

Ich scheue mich nicht, den Roman mit einem sol­chen Prä­di­kat zu ver­se­hen: wenn auch vie­le Ras­pail-Lieb­ha­ber sein roya­lis­ti­sches Mär­chen “Sire” oder “Sie­ben Rei­ter ver­lie­ßen die Stadt” (die “Mar­mor­klip­pen” Ras­pails) vor­zie­hen, so ist und bleibt “Das Heer­la­ger der Hei­li­gen” doch der gro­ße, genia­le Wurf des schil­lern­den, bald neun­zig­jäh­ri­gen Autors.

Jean Raspail, ca.1973

Jean Ras­pail, 1973

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (41)

Alexander

7. Mai 2015 14:40

Ein Grund mehr, das Buch aus dem Hause Antaios und der (Übersetzer-)Feder Lichtmesz' zu ordern. Hoffentlich verschiebt sich der Erscheinungstermin aber nicht noch einmal nach hinten, so daß ich das Buch Ende Juni am Mittelmeer lesen kann. Wird es auch Zeichnungen enthalten?
Die alte deutsche Ausgabe ist übrigens mitnichten vergriffen, sondern bei Uwe Lammlas Arnshaugk Verlag noch erhätlich.

M.L.: Natürlich ist sie vergriffen - also beim Verlag nicht mehr bestellbar -, aber eben noch antiquarisch erhältlich. Lammlas Laden ist ein Internet-Antiquariat.

Harald de Azania

7. Mai 2015 14:51

Verehrter ML,

Nicht kommentieren, handeln!

Hier bei uns im sonnigen Suedafrika hat die Regierung ( des 'linken' haha ANC) nach kurzen Unruhen beschlossen:

1. Illegale Einwanderung wird verschaerft bekaempft,
2 Illegale werden deportiert ( verbum legis !)
3. Asylwerber kommen in eigene Lager und haben bis zum Entscheid ueber den Asylantrag dort zu bleiben
4. Den anderen afrikanischen Staaten wurde mitgeteilt, dasz Suedafrika nicht dazu da ist, deren Probleme zu loesen. Der Staatspraesident vonBotswana , Khama, hat das ausdruecklich akzeptiert und gesagt: "Sueafrika ist nicht das Arbeitsamt fuer den Kontinent".
5. S.M. der Koenig der Zulus hat fuer seinen Bereich einen Plan vorgelegt, demgemaess die traditionellen Fuehrer ( chiefs, headmen) das Einordnen Fremder und deren ordnungsgemaesses Verhalten gem lokalem Comment zu ueberwachen haben.
Als legal nach Suedafrika Eingewanderter ( ich habe also einen Miiiiiiiiiiiiigrationshintergrund) unterstuetze ich diese Politik voll und ganz.

Noch Fragen?

HdeA

Andreas Walter

7. Mai 2015 15:09

Das ist in soweit interessant, dass alle sonst einem grösseren Publikum bekannten Dystopien nie von einer Bedrohung von Aussen ausgegangen sind. Weder bei George Orwells "1984" (1949), noch bei "Schöne neue Welt" (1932) von Aldous Huxley, auch nicht bei "Fahrenheit 451" (1953) von Ray Bradbury oder bei Monty Pythons "Brazil" (1985). "Das Heerlager der Heiligen" von Jean Raspail (1973) war daher in der Tat damals etwas ganz Neues, etwas noch nie Dagewesenes, zumindest in der Literatur. Nur eben wohl zum falschen Zeitpunkt erschienen. Obwohl es in der Wirklichkeit und Geschichte schon öfters und ähnlich vorgekommen ist, dass Menschen auf der Suche nach neuen Ufern und Jagdgründen, auf der Suche nach El Dorado erst langsam und dann massenhaft Schiffe bestiegen haben. In mehreren Fällen übrigens mit dem gleichen Ergebnis für die Ureinwohner. Und zwar immer dann, wenn eine naive, gutgläubige Willkommenskultur bei den später Unterworfenen, Ausgestorbenen, Ausgerotteten, Verdrängten geherrscht hat.

Martin

7. Mai 2015 15:25

Hoffentlich verschiebt sich der Erscheinungstermin aber nicht noch einmal nach hinten, so daß ich das Buch Ende Juni am Mittelmeer lesen kann.

Damit könnte ich hingegen gut leben - hatte das Buch bereits geordert und bezahlt, als es noch "voraussichtlich Ostern" hieß und jetzt kommt es vermutlich genau in einer Zeit, wo ich noch nicht einmal mehr das Buch dann bei der Post abholen kann und es deswegen wieder zurückgehen wird (ich hoffe, dass es dann später noch einmal nachgeliefert wird). Als Ferienlektüre fällt es damit für mich voraussichtlich beim jetzt genannten Liefertermin aus.

Ich bestelle jedenfalls nichts mehr auf Vorankündigungen hin sondern zukünftig erst dann, wenn geliefert werden kann.

Wie auch immer, bis dahin gebe ich mich mit der bereits guten auszugsweisen Kurzdarstellung des Buches, wie sie in M.L.´s Werk "Kann nur ein Gott uns retten?" bereits erfolgt ist, zufrieden. Eben jenes Buch "Kann nur ein Gott uns retten?" möchte ich im Übrigen allen, die es noch nicht gelesen haben, hiermit ausdrücklich empfehlen.

kommentar kubitschek:
kurz dazu: wir planen - und plötzlich kommt heraus, daß in der erstübersetzung ein fünftel des textes fehlte. dadurch verdoppelt sich die arbeit, denn es wird klar, daß aus bestimmten, mir noch nicht ganz schlüssigen gründen wörter, halbe sätze oder sogar halbe kapitel entfernt wurden, und zwar immer dann, wenn der blick differenziert wird, wenn also zum schwarz-weiß die graustufen der wirklichkeit treten. also: lassen wir dem übersetzer lichtmesz ein wenig mehr zeit. das ergebnis wird ein roman in seiner ganzen fülle sein.

Simon

7. Mai 2015 15:43

"Noch Fragen?"

Ja habe ich. Haben Sie denn Vorschläge, wie so etwas politische in Europa durchgesetzt werden soll?

Einen politischen Wunschzettel verfassen, kann ich auch. Ich finde blos niemanden, der meine politischen Wünsche erfüllt.

Harald de Azania

7. Mai 2015 16:09

@ Simon:

Alle patriotischen Parteien und Bewegungen koordinieren, auf Linie bringen >> in Oesterreich koennte die FPOE damit die anderen parteien vor sich hertreiben.

Das ist uebrigens kein Wunschzettel sondern Masznahmenkatalog der Regierung.

Druck machen >> mails schreiben ohne Ende, die Schweigespirale durchbrwechen, offen dafuer eintreten >> steter Tropfen hoehlt den Stein!

Claro ?

HdeA

Andreas Walter

7. Mai 2015 17:02

Heute schon gelacht? Nein? Dann macht einfach mal bei der Umfrage mit, die sich unten auf folgender Netzseite findet:

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_73764922/jeder-zweite-deutsche-will-mehr-fluechtlinge-aufnehmen.html

Simon

7. Mai 2015 17:26

Claro ?

"Das ist uebrigens kein Wunschzettel sondern Masznahmenkatalog der Regierung."

Einer Regierung die sechzig Prozent der Stimmen hat und faktisch die absolute Macht im Staat ausübt.

Ich bin mir sicher, wenn Herr Lichtmesz eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag hätte, würde er ihrem Wunsch sicher gerne entsprechen.

Alles, was sie da schreiben, wird seit Jahrzehnten in Deutschland und Österreich versucht, allerdings mit wenig effektiver Wirkung, weil die Machtverhältnisse nun einmal so sind wie sie sind.

Ihre Forderungen sind für Deutschland etwa so realistisch, wie wenn ich Sie auffordern würde in Südafrika die Macht des ANC zu brechen.

Waldgänger

7. Mai 2015 17:34

@ Harald von Azania
Genau das, die einzige Möglichkeit:

Alle patriotischen Parteien und Bewegungen koordinieren,

Entscheidend ist, dass man eben dies - die ausufernde und die Identität des Landes zerstörende Zuwanderung - als das zentrale und vorrangige Problem begreift. In diesem Sinne: Querfront.

Boris

7. Mai 2015 17:50

Ich habe die Hohenrain-Ausgabe als e-Book. Inzwischen scheint aber auch das e-Book nicht mehr erhältlich zu sein. Ich vermute, daß dies politische Gründe hat, denn drucktechnische Gründe können es nicht sein. Ich bin gespannt darauf, was mir in der Übersetzung von Dr. Erich Kopp entgangen ist.

Die Parallelen zur gegenwärtigen Entwicklung sind frappierend und zugleich beängstigend.

Schopi

7. Mai 2015 18:15

@ Andreas Walter

"50 Prozent der Deutschen sind dafür, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Gehören Sie dazu?"

Hahaha

50 Prozent der Deutschen sind dafür, nicht mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Gehören Sie dazu?

Immer diese Suggestivfragen, na bei dieser Netz "umfrage" ist ja kaum jemand darauf reingefallen.

Harald de Azania

7. Mai 2015 18:29

@ Simon:

Machtverhaeltnisse sind so, wie sie sind, weil es leider Leute gibt die sagen, dasz sie sind, wie sie sind!

Pardon, ich verstehe Ihre Skepsis >>>> angesichts des real existierenden Irrenhauses und der faktisch landesverraeterischen Umtriebe der "political class" und deren Sykophanten koennte man verzweifen. Sollte aber nicht!

"Dum spiro, spero"

ANC: steht faktisch rechts von CDU, OEVP etc also wieso stuerzen :-)

Respektvoll HdeA

Wieso denn ?

Raskolnikow

7. Mai 2015 18:29

Bevor,

die Herrschaften jetzt ein euphorisches "Vom Neger lernen, heißt siegen lernen!" anstimmen, sei doch, ganz bescheiden, darauf hingewiesen, daß unser Afrosezessionist einige südafrikanische Kreativitäten vergessen hat zu erwähnen.

Denn, von wannen die "Stabilität" am Kap auch immer kommen mag; der wohldosierte Einsatz hölzerner Stecken, grober Macheten und Autoreifen als Halsbänder (Sowetokragen, vulgo Necklace) haben keinen geringen Anteil an "der jungen südafrikanischen Demokratie".

Ich selbst bin bekanntlich voll der Sympathie für solche unorthodoxen afrikanischen Spielarten des politischen Dialogs, ob allerdings unsere Schlipshelden von AfD bis ef solcherlei ertrügen, die sich um eine Koordinierung aller "konservativer Kräfte" mühen ....

Hier sei Euch gestanden, daß der Held meiner Kindheit ein in der DDR weltberühmter Neger namens Pittiplatsch war. Das als Apologia für diesen launischen Beitrag.

Cordialst,

R.

Konservativer

7. Mai 2015 19:12

Sehr geehrter Andreas Walter

Das ist die "neue, verbesserte Mathematik" in Deutschland ("dem freiesten Deutschland, das es je gab"), "Establishment Mathematik".

Wirkliche 4,7% sind demnach 50%.

Wer das nicht akzeptiert, der weiß eben nicht, woher Bertl den Most (die Ergebnisse der Umfrage) geholt hat.

Carsten

7. Mai 2015 20:03

50 Prozent der Deutschen sind dafür, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Gehören Sie dazu?

Ergebnis der Umfrage, 7.6., 20:05 Uhr:

Es haben51.246 Besucher abgestimmt.

Ja: 4,7 % (2395 Besucher)

Nein: 94,7 % (48.529 Besucher)

Kein Meinung: 0,6 (322 Besucher)

Ein gebürtiger Hesse

7. Mai 2015 20:11

Das Buch - und das heißt auch die Idee und der Ansporn, überhaupt eine Neuausgabe und -übersetzung zu machen - kommt GENAU zur rechten Zeit, egal ob es "erst" Ende Juni erscheint. Die (inzwischen mehr als ansatzweise) Deckungsgleichheit der "Vision" Raspails von 1973 und der europäischen und allemal deutschen Wirklichkeit von heute setzt ein riesiges Ausrufezeichen hinter die Dringlichkeit, das Buch erneut (und verbessert) auf Deutsch zu lesen zu geben. Freue mich darauf.

Darüberhinaus, wer über den verschobenen Erscheinungstermin verstimmt ist und es noch nicht weiß: das neue Buch von Lichtmesz "Ich bin nicht Charlie. Meinungsfreiheit nach dem Terror" ist vor ein paar Tagen erschienen und eine ganz hervorragende Arbeit. Was die (bereits ins Lager des medial Abgehakten verschobenen?) Pariser Anschläge von Januar und ihre Lügenpresse-Nachlese angeht, gibt es keine bessere und zupackendere Analyse.

(Übrigens, als ich das Büchlein heute auf dem Bahnsteig einer Berliner U-Bahnstation las und, aufblickend, da wenig entfernt ein arabisch ausschauender Kerl laut mit sich selbst sprach, wurde ich von diesem fixiert und hörte die Worte: "Ihr Juden, ihr gehört alle ins Gas. Und auch du" - wobei er näher kam und mit einer Hand aufs Gleisbett zeigte - "mit deinem Judenbärtchen wirst jetzt da runter ins Gas kommen!" In dem Moment trat eine burschikose Mitfünfzigerin zwischen uns und sagte zu dem Kerl, die Standardansage der BVG zitierend: "Bitte treten Sie zurück von der Bahnsteigkante!" Darauf war der Kerl so verdutzt, daß er gar nicht recht mitbekam, daß gerade die Bahn eingefahren war und ich, zusammen mit der schlagfertigen Dame, im Einsteige-Gewühl verschwand ... Nochmal gut gegangen? Ja, in der Tat, aber die Lage spitzt sich immer mehr zu.)

M.L.: Hm, das klingt aber mehr nach U-Bahn-Psycho... hat vielleicht keine tiefere Bedeutung.

Harald de Azania

7. Mai 2015 20:30

@ Raskolnikow

Ich bin kein Sezessionist ( hoechstens im Sinne der CSA :-) 1861 ) und auch kein Separatist oder Segregationalist ( obwohl: hat alles seinen Charme :-) )

Beitrag hat mich amuesiert >> wirklich ;-) geistvoll !

Klar, hier gibt's auch jede Menge 'pigsty' BUT auch viel Konstruktives >>

dasz R an Schauderbares erinnert hat, ist 'voll' in Ordnung

HdeA

( von schwarzer Maid gerade respektvoll gegruesst)

( noch immer von Macheten nicht zerhackt!)

Nemo Obligatur

7. Mai 2015 20:34

Meinen Dank, Herr Lichtmesz,

für die geleistete Arbeit. Ich kann es kaum erwarten, bis mein Exemplar geliefert wird. In diesen Zeiten lechze ich sozusagen nach einer Deutung der Welt, denn ich kann aus eigenem Nachdenken mir nicht mehr erklären, wie das alles zusammenpasst: Eine Bundesregierung, die das materielle Erbe zweier und das kulturelle von mindestens zehn Generationen verschleudert, Medien, die völlig willfährig gegenüber den Machthabern geworden sind, eingeschüchterte Bürger, die diesen Namen kaum noch verdienen, das Beschweigen bestimmter Themen (Asylmissbrauch, Islamisierung, Kriminalitätsanstieg) zumindest in der Öffentlichkeit, das wie Meltau über den Debatten liegt, usw. usf.

Ich denke, die Neuübersetzung wird hier und anderswo Wellen schlagen und hoffentlich den weiteren geistigen Austausch befruchten.

Rainer Gebhardt

7. Mai 2015 20:57

Da bin ich gespannt. Freue ich mich auf die Neuauflage. Und da ich großen Wert auf sprachlichen Schliff lege: Lieber mehr Zeit lassen für die Übersetzung.

M. M.

7. Mai 2015 21:10

@Harald de Azania
> Hier bei uns im sonnigen Suedafrika hat die
> Regierung ( des ‚linken‘ haha ANC) nach
> kurzen Unruhen beschlossen:

sehr interessant, könnten Sie dazu hier entsprechende links südafrikanischer Zeitungen posten, damit ich mir das mal durchlesen kann?

Harald de Azania

8. Mai 2015 07:52

@ M.M.

www.iol.co.za und dort ein bisschen herumstoebern ..

HdeA

Karl Martell

8. Mai 2015 09:04

„Unsere Zivilisation verschwindet“: Interview mit Jean Raspail

Wie empfinden Sie die gegenwärtige Situation?

Wissen Sie, ich möchte mich nicht der großen Gruppe von Intellektuellen anschließen, die ihre Zeit mit Debatten über Einwanderung verbringen… Ich habe den Eindruck, daß diese Gespräche keinem Zweck dienen. Die Leute wissen es bereits alle intuitiv: daß Frankreich, so wie es unsere Vorfahren vor Jahrhunderten gestalteten, verschwindet. Und daß wir die Zuschauergalerie amüsiert halten, indem wir unaufhörlich über die Einwanderung reden, ohne jemals die finale Wahrheit zu sagen. Eine Wahrheit, die außerdem unaussprechlich ist, wie mein Freund Jean Cau bemerkte, denn wer immer sie ausspricht, wird sofort gejagt, verdammt und dann abgelehnt. Richard Millet kam ihr nahe, und schauen sie, was mit ihm passiert ist!

Wie kann Europa mit diesen Migrationen umgehen?

Es gibt nur zwei Lösungen. Entweder wir nehmen sie auf, und Frankreich – seine Kultur, seine Zivilisation – wird ohne auch nur ein Begräbnis ausgelöscht werden. Meiner Ansicht nach ist es das, was passieren wird. Oder wir nehmen sie gar nicht auf – das bedeutet, mit dem Sakralisieren des Anderen aufzuhören und den eigenen Nachbarn wiederzuentdecken, das heißt jene, die einem nahe sind. Was bedeutet, daß wir aufhören, uns um diese „verrückt gewordenen christlichen Ideen“ zu scheren, wie Chesterton sagte, oder um jene verkommenen Menschenrechte, und daß wir die unverzichtbaren Maßnahmen ergreifen, um uns unwiderruflich zu distanzieren, um die Auflösung unseres Landes in einer allgemeinen métissage zu vermeiden [wörtlich Rassenvermischung, aber als eine Art Äquivalent zur englischen diversity verwendet]. Ich sehe keine andere Lösung. Ich bin in meiner Jugend viel gereist. Alle Völker sind faszinierend, aber wenn man sie zu sehr vermischt, entwickelt sich viel mehr Feindseligkeit als Sympathie. Métissage ist niemals friedlich. Es ist ein gefährliches Utopia. Sehen Sie sich Südafrika an!

An dem Punkt, an dem wir uns jetzt befinden, müßten die Maßnahmen, die wir zu ergreifen hätten, notwendigerweise sehr viel Zwang enthalten. Ich sehe nicht, daß das geschehen wird, und ich sehe keinen, der den Mut hat, es zu tun. Sie müßten ihre Seele in die Waagschale werfen, aber wer ist dazu bereit? Dennoch glaube ich keinen Moment, daß die Unterstützer der Einwanderung karitativer sind als ich: es gibt wahrscheinlich keinen einzigen unter ihnen, der beabsichtigt, einen dieser Unglücklichen bei sich zu Hause aufzunehmen… all das ist nur emotionale Heuchelei, ein unverantwortlicher Mahlstrom, der uns verschlingen wird.

https://schwertasblog.wordpress.com/2013/11/08/unsere-zivilisation-verschwindet-interview-mit-jean-raspail/

kommentar kubitschek:
wir haben dieses interview neben anderen in unserem kleinen raspail-bändchen "der letzte franzose" abgedruckt, kann man hier bestellen. darin findet sich übrigens auch das vorwort zur jüngsten heerlager-ausgabe: der wichtige essay "the big-other" - natürlich übersetzt von martin lichtmesz.

Stil-Blüte

8. Mai 2015 09:23

Vor Jahren habe ich einmal Ausschnitte aus einem Film gesehen, in dem tausende und abertausende schwarze Afrikaner in einer Massenhysterie an einem Strand von Europa die Grenzen erstürmen. Kennt jemand den Film? Ist es gar eine Verfilmung von Raspails 'Heerlager der Heiligen'? Damals waren die Szenen unglaublich. Nun sind sie Wirklichkeit.

antwort kubitschek:
dieser film heißt "der marsch", er ist hier zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=IFeu8jEQ2TA. wir haben den film einmal auf einer akademie in schnellroda gezeigt.

Hartwig

8. Mai 2015 09:34

Was auch immer sich an der Übersetzung ändern wird, es wird auch diesmal in einem "obskuren Verlag" erscheinen ;-)

Jan

8. Mai 2015 11:03

in diesem Irrenhaus BRD und EU halte ich es nicht mehr aus. Letzes Wochenende wurden wieder 6.000 Hartz-4-Konsumenten aus dem Meer geholt.

Ich denke, daß am Grundgedanken von Staatsgründern wie Peter Fitzek etwas richtiges und ganz wichtiges dran ist: Selbtermächtigung ist der einzige Weg. Den Staatsdienern muss eine wirtschaftliche Ausstiegsmöglichkeit aus der Sekte geboten werden. Dann dissidieren automatisch genügend von ihnen.

Jan

8. Mai 2015 11:50

Millionen Europäer lassen sich nicht dazu zwingen, ihren Kontinent in einer Flut von Afrikanern und Muslimen versinken zu lassen.
.
Nein, man muss sie dazu bringen, den Untergang ihrer Zivilisation aktiv zu herbeizuführen, ja ihn frenetisch zu bejubeln.
.
Mein Vetter hat 2 Afrikaner in seine Wohnung aufgenommen. Seinen Eltern hat er dann aber eine Bleibe verwehrt, als sie ihn besuchen wollten.
nächstes Beispiel: Kürzlich traf ich einen ca. 30 J. alten Mann mit Nasenbeinschiene. Er erzählte, daß ihm das Nasenbein gebrochen wurde. Und er sagte, daß er aus Prinzip nicht zurückschlägt, weil er Gewalt ablehne. Ich dachte schmunzelnd bei mir: "Das ging vielleicht bis jetzt gut, aber es wird nicht mehr lange gut gehen, mein Bester."
.
Wir müssen uns darüber im Klaren sein, daß diese Irren den Untergang der Zivilisation knallhart durchziehen werden, koste es, was es wolle.
.
Ein alter Mann schrieb bereits vor 15 Jahren in einem Leserbrief, daß die jungen Leute erst dann vernünftig werden, wenn das Erbe aufgefressen ist. Genau das ist es: Sie werden ihre Untergangskultur aufrecht erhalten, bis und wir alle alles verloren haben. Das Christentum hatte maßgeblichen Anteil am Untergang des römischen Weltreiches. Nun ist es dabei, unsere europäische Heimat zu zerstören.

Hugo

8. Mai 2015 12:03

@Carsten, es ist ja noch besser: die Umfrage, wonach 50% für weitere Flüchtlinge sind, wurde unter nur 1.000 Personen durchgeführt.
An der T-Online-Bewertung haben dagegen inzwischen 51.725 Menschen teilgenommen, die das aber nur zu 4,7% bestätigen?

Besser kann man "Lügenpresse" doch gar nicht definieren. Man sollte die Macher des "ARD-Deutschlandtrends" wegen Volksverhetzung verklagen.

Aber bestimmt sind das wieder nur Bots oder 1-2 Neonazis, die da den ganzen Tag die Zahlen bei T-Online in die "falsche Richtung" hochtreiben.

Danke an @Andreas Walter für den Link!!

Martin

8. Mai 2015 12:13

Abgeschlossen ist die deutsche Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit nicht, und sie wird es auch niemals sein. ...
Das gilt für alle Deutschen, ob ihre Vorfahren vor 1945 in Deutschland lebten oder erst später hier eingewandert sind. Und es gilt für die, die sich entschlossen haben oder noch entschließen werden, Deutsche zu werden.

Heinrich A. Winkler, Quelle:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/historiker-winkler-erinnert-im-bundestag-an-kriegsende-a-1032670.html

Achtung Einwanderer! Wer nach Deutschland einwandert wird, ob er will oder nicht, Teil unserer deutschen Geschichte und unseres Schuldkultes. Er hat sich diesem zu Unterwerfen und an ihm teilzunehmen! Mit der Einwanderung wird er schuldig an den Verbrechen der Nazis sein!
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren zuständigen Migrationsbeauftragten.

PS: Gilt das, was der Herr Winkler hier von sich gegeben haben soll, eigentlich dann auch für die jüdischen Zuwanderer aus Osteuropa, die in den letzten Jahrzehnten Deutsche geworden sind?

Aristoteles

8. Mai 2015 12:35

" "Sie müßten ihre Seele in die Waagschale werfen, aber wer ist dazu bereit?" "

Heinrich Brück

8. Mai 2015 14:34

"Das Christentum hatte maßgeblichen Anteil am Untergang des römischen Weltreiches. Nun ist es dabei, unsere europäische Heimat zu zerstören."

Eine Behauptung. Und der logische Beweis?
Das römische Reich ist zudem kein Vorbild für seine unterjochten
Provinzen gewesen, zumal seine Raubzüge eine grausame Blutspur
hinterließen. Aus der Sicht eines Germanen war Rom der Feind.
Die selbstgerechten Calvinisten und Transatlantiker ruinieren Europa,
im Bunde mit dem Humanismus der geistig benachteiligten Gleichheitsutopisten. Das Christentum ist in diesem Spiel inexistent.

Karl Martell

8. Mai 2015 14:37

"....die sich entschlossen haben oder noch entschließen werden, Deutsche zu werden."

"....auch für die jüdischen Zuwanderer aus Osteuropa, die in den letzten Jahrzehnten Deutsche geworden sind?"

Für mich ist das Abstammungsprinzip gültig. Wenn meine Ehefrau fremd gegangen ist, der "Nachwuchs" nicht von mir stammt, sind es nicht meine Kinder, egal, was das "Gesetz" dazu aussagt. Und wie man nicht so einfach Mitglied meiner Familie werden kann, so wenig kann man per "Willenserklärung" Mitglied meines Volkes werden. Wer eine "Willensnation" und eine "Patschworkfamilie" möchte, nun denn, Amerika und Afrika sind dafür groß genug. Gute Reise! Und den Schuldkult bitte mitnehmen, hier herrscht dafür kein Bedarf!

Herrn Winkler sei die Behandlung angeraten, die Raskolnikow ,so wie auch ich, "voll der Sympathie für solche unorthodoxen afrikanischen Spielarten des politischen Dialogs", mir für solche Leute wünsche.

Mein Urgroßvater, mein Großvater und mein Vater haben in drei Kriegen für Deutschland gekämpft. Ich werde langsam zu alt dafür! Macht hinne!

Landser

8. Mai 2015 17:21

Ich habe mal eine Verständnisfrage zum neuen "Heerlager der Heiligen". Die alte Hohenrain-Fassung hatte ca. 250 Seiten obwohl sie "leider massiv gekürzt" war. Laut obigem Text soll soll die Neuübersetzung "gut 100 Seiten länger sein ... als die alte". In der Ankündigung für die neue Ausgabe heißt es allerdings, diese werde (ebenfalls) ca. 250 Seiten umfassen (https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/nordost/5957/das-heerlager-der-heiligen). Für mich passt das nicht recht zusammen. Wenn die neue Übersetzung ca. 100 Seiten mehr haben soll, dann müßte sie doch insgesamt ca. 350 Seiten Umfang haben, oder?

antwort kubitschek:
hat es auch. und: wir nehmen aus der edition nordost und veröffentlichen es in hirnhunde-größe, umschlag wird derzeit entworfen. also: gebunden, lesebändchen, rund 350 seiten, preis bleibt.

Gast

8. Mai 2015 19:02

Ich muß ja gestehen, bei dieser Invasion sind mir die Graustufen und das differenzieren inzwischen extrem abhanden gekommen.

Frenchman

8. Mai 2015 20:27

Bücher sind Waffen. Bewaffnen wir das Volk. Antaios liefert die Waffen.

Karl Martell

8. Mai 2015 20:55

@ Heinrich Brück

"Das Christentum ist in diesem Spiel inexistent."

Einigen heidnischen Denkern zufolge hat die jüdisch­christliche Rationalisierung der historischen Zeit die Projektion der eigenen völkischen Vergangenheit ver­eitelt und hat so wesentlich zur Desertifikation, dem Wachstum der Wüsten dieser Welt beigetragen. Im ver­gangenen Jahrhundert bemerkte der französische Autor Ernest Renan, der Judaismus habe „den Begriff der Hei­ligkeit vergessen, weil die Wüste selber monothei­stisch” sei. In ähnlichem Sinne schreibt Alain de Benoist im Zusammenhang mit einem Zitat aus Harvey Cox’ The Secular City, der Verlust des Geheiligten, der die heutige „Verdrossenheit” gegenüber dem modernen Gemeinwesen verursachte, sei die logische Konsequenz aus dem biblischen Verzicht auf Geschichte. Die Ent­zauberung der Natur begann mit der Schöpfungs­geschichte, die Entheiligung der Politik mit dem Exo­dus, die Entweihung der Werte mit dem Bundesschluß von Sinai, will sagen nach der Verbannung der Götzenbilder. Mit weiteren Untersuchungen dieser Art be­schäftigte sich Mircea Eliade, ein selbst von der heidni­schen Welt beeinflußter Autor, der ergänzend bemerk­te, daß das jüdische Ressentiment gegen heidnische Götzenverehrung aus dem übermäßig rationalen Cha­rakter der mosaischen Gesetze zu verstehen sei, die sämt­liche Lebensbereiche durch Myriaden von Vorschriften, Geboten und Interdikten regulierten.

Entheiligung der Natur, Abwertung des Kulturschaf­fens, kurz, die gewaltsame und unbedingte Zurückwei­sung der kosmischen Religion.

De Benoist meint, daß im Un­terschied zur heidnischen Geschichtsvorstellung, die organische Solidarität und gemeinschaftliche Bindun­gen einschloß, die monotheistische Ge­schichtsvorstellung Gräben aufreiße.

Marx, Moses und die Heiden in der Offenen Stadt

https://tomsunic.com/?p=308

Alexander

8. Mai 2015 22:51

Lichtmesz:

Natürlich ist sie vergriffen – also beim Verlag nicht mehr bestellbar –, aber eben noch antiquarisch erhältlich. Lammlas Laden ist ein Internet-Antiquariat.

Na gut, kenne mich mit den buchhändlerischen Fachbegriffen nicht so aus. Aber nur der Vollständigkeit halber: Lammla verlegt selbverständlich auch selbst (u. a. Rolf Schilling und Horst Lange).

kubitschek:

hat es auch. und: wir nehmen aus der edition nordost und veröffentlichen es in hirnhunde-größe, umschlag wird derzeit entworfen. also: gebunden, lesebändchen, rund 350 seiten, preis bleibt.

Schade, das nordost-Format hätte mir wohl besser gefallen, aber man kann es ja bekanntlich nicht allen recht machen. Wäre dafür aber nun wohl ohnehin etwas zu füllig geworden.

Gast

9. Mai 2015 13:52

@ Frenchman
in der tat...
https://www.oltmanns.de/ausstellungen/sonder/europa.htm

Bernhard

9. Mai 2015 17:17

@ Gast

Was schlagen Sie vor?

Abgesehen davon, daß uns (noch) keine Panzer gegenüber stehen, sondern Medien und Organisationen.

Wilhelm II.

9. Mai 2015 18:52

antwort kubitschek:
hat es auch. und: wir nehmen aus der edition nordost und veröffentlichen es in hirnhunde-größe, umschlag wird derzeit entworfen. also: gebunden, lesebändchen, rund 350 seiten, preis bleibt.

Auch wenn völlig klar ist, dass ein gebundenes Buch mit Lesebändchen (drucktechnisch) qualitativ hochwertiger ist, finde auch ich es schade, dass nun auf das "nordost-Layout" (Format und Covergestaltung) verzichtet wird. Als bibliophiler Büchersammler kann ich sagen, dass die "nordost-Edition" optisch mit zum Schönsten zählt, was in meinen Bücherregalen an druckfrischen Büchern steht. Und über den Inhalt von so wegweisenden Werken wie etwa den "Sieben Reitern" muss ich hier wohl kaum etwas schreiben...

Also nochmals: Schade!

Sara Tempel

9. Mai 2015 19:38

@Karl Martell
".....Mircea Eliade, ein selbst von der heidni­schen Welt beeinflußter Autor, der ergänzend bemerk­te, daß das jüdische Ressentiment gegen heidnische Götzenverehrung aus dem übermäßig rationalen Cha­rakter der mosaischen Gesetze zu verstehen sei, die sämt­liche Lebensbereiche durch Myriaden von Vorschriften, Geboten und Interdikten regulierten."

Wenn auch das Christentum aus dem monothei­stischen Judaismus entstanden ist und daher wohl anfangs die heidnische Götzenverehrung bekämpfte, hat sich dies später geändert. Der Brauch der jüdischen Religion, durch Vergöttlichung des reinen Wortes, GOTT dem Blick zu entziehen, ließ sich -zum Glück für die Kunst- nicht dauerhaft auf das Christentum übertragen. Die Idee der "Großen Mutter" aus Naturreligionen konnte, ihrer Schrecken genommen, in Gestalt der liebevollen Gottesmutter wunderbar zur volkstümlichen Marienverehrung erhoben werden. Dennoch lebte der antike Paganismus im Bilderkult des Katholizismus weiter; Ehrfurcht gebietende Kirchen mit sakraler Kunst weisen auf das Göttliche hin. Schließlich gab es in der Renaissance ein offensichtliches Wiederauferstehen heidnischer Götter mit deren bildlichen Darstellung, verbunden mit einem Erwachen der Individualität.

Da nun einmal das Christentum unser kulturelles Erbe beinhaltet, kann ich als Deutsche nicht auf die Kraft dieser 2 Jahrtausende alten Religion verzichten. Dies gilt selbst dann, wenn Vertreter der katholischen Kirche, von der evangelischen ganz zu schweigen, sich nicht aus der Politik heraushalten, wie es angemessen wäre. Allein für Fragen der Ethik und Moral müsste letztlich die jeweilige Kirche zuständig sein, nicht jedes Individuum für sich alleine. Die Trennung des Mittelalters zwischen Kirche und weltlicher Macht hatte viele Vorteile! Mischen sich Geistliche dennoch in weltliche Belange ein, verirren sie sich schnell auf derselben amoralischen Machtebene von korrupten Politikern. Vor allem müssen sich moralische Vordenker vor dem heißen Eisen `Flüchtlingspolitik´ hüten, denn es handelt sich in Wahrheit um Eindringlinge, deren auflaufende Wellen an unserer Mittelmeerküste eine Folge der US-Interventionen im Rimland sind. - Nur eine ähnlich konsequente Immigrantenpolitik wie sie Australien betreibt könnte Europa noch retten und uns Einwohner schützen.
"Die Europäische Union mit ihrem bürokratischen Wasserkopf in Brüssel ist eine Filiale internationaler Lobbyisten und unfähig eine Politik im Interesse Europas zu konzipieren und zu betreiben." (Zitat aus Sezession April 2015: Mitteleuropa als Option v.Thorsten Hinz)

Nihil

30. Mai 2015 16:51

Eine tolle Leistung von Martin Lichtmesz, dem ich unumwunden zutraue die stets wichtigen Grauschattierungen bestmöglich zugänglich zu machen. Ich hoffe, dass ich mich trotz "genetischer Ungeeignetheit" für Belletristik dazu aufraffen kann mir dieses Werk anzueignen. Ich glaube, ich kauf' es einfach mal, allein um die Sache zu unterstützen. Und da wundert mich, dass ein ach so konservatives Publikum gleich nervös wird, wenn ein Termin nicht gehalten werden konnte. Dass dieses Werk jenseits von kurzfristigen Moden zu verorten ist, hat es bereits bewiesen - was kommt es da auf Monate an? Qualität sollte uns wichtiger sein.

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