zwischentag und Vernichtungsphantasien eines Oberbürgermeisters

Der IV. zwischentag in Erlangen war eine Buchmesse der etwas anderen Art, bei Gluthitze und tropischer Luftfeuchte im Vortragsraum. Nichtsdestoweniger haben über den Tag knapp 200 Besucher den klimatischen Bedingungen getrotzt – ebenso wie den geradezu grotesken Anfeindungen, die seit mehreren Wochen von allen Seiten vorgetragen wurden. Insbesondere Erlangens völlig hysterischer Oberbürgermeister Janik (SPD) hat sich hierbei unrühmlich hervorgetan.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Janik, der ein Jahr nach sei­nem Amts­an­tritt offen­sicht­lich noch um Pro­fil­schär­fung bemüht ist, ist ein Freund klas­si­scher Sprü­che: »Das Stadt­ober­haupt spricht von einem ›Rech­ten Pack, das in unse­rer Stadt nichts ver­lo­ren hat‹. Man erken­ne Nazis auch dann, wenn sie kei­ne Sprin­ger­stie­fel trü­gen«, heißt es in den Erlan­ger Nach­rich­ten. »Man müs­se die Schnee­bäl­le zer­tre­ten, damit sie erst gar nicht zur Lawi­ne wer­den kön­nen«, zitiert infranken.de den Diplom-Sozi­al­wirt Janik. Ohne Bene­dikt Kai­ser, der in der Vor­stel­lung von Insti­tut für Staats­po­li­tik, Ver­lag Antai­os und der Zeit­schrift Sezes­si­on im Hin­blick auf das übli­che “brei­te Bünd­nis” der gewalt­be­rei­ten Gegen­de­mons­tran­ten den pas­sen­den Abschnitt aus Klei­ne-Hart­la­ges Die Spra­che der BRD vor­trug, in die Para­de fah­ren zu wol­len: Ange­sichts der­ar­ti­ger Ent­glei­sun­gen eines selbst­herr­li­chen Mus­ter­de­mo­kra­ten, der sich aus der glei­chen “Volxgemeinschaft”-Phrasenkiste wie sei­ner­zeit Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Maas bedient, ist wohl eher schon der Rück­griff auf Klem­pe­rers LTI angemessen.

A2-kAuch optisch ein “breites Bündnis”. (Bild von pi-news)

Sei’s drum: Die Demons­tra­ti­on unmit­tel­bar neben dem Zugang zum Haus der EB! Fran­ko­nia sorg­te vor allem für eine lau­ni­ge Hin­ter­grund­mu­sik für das Trei­ben im Gar­ten des Ver­bin­dungs­an­we­sens. Die Hand­voll Gewahrsam­nah­men und Platz­ver­wei­se nimmt sich gegen­über ande­ren ein­schlä­gi­gen Anti­fa­ver­an­stal­tun­gen fast zahm aus; vie­le Berufs­em­pö­rer wer­den wohl lie­ber zum “bun­ten” Stadt­fest – laut Aus­sa­gen vor­bei­ge­bum­mel­ter zwi­schen­tag-Teil­neh­mer eine aus­neh­mend lang­wei­li­ge Ver­an­stal­tung – gegan­gen sein, anstatt auf der Stra­ße vor sich hin zu bra­ten. Die enga­gier­ten Nach­barn der gast­ge­ben­den Bur­schen­schaft, die nach dem Abschluß­vor­trag für den Fall eines noch­ma­li­gen Absin­gens des Lieds der Deut­schen mit einer Anzei­ge droh­ten, wer­den sich wohl noch ziem­lich wun­dern. Und der anwe­sen­den baye­ri­schen Poli­zei ist für die Sicher­stel­lung eines gere­gel­ten Ablaufs trotz schwie­ri­ger Gemenge­la­ge zu danken.

Neben Vor­trä­gen über den Stand ver­schie­de­ner Pro­jek­te, etwa der #der­aus­tausch-Kam­pa­gne von IBÖ und IBD, lief vor allem die von der ande­ren Feld­post­num­mer befürch­te­te Ver­net­zungs­ar­beit aus­ge­spro­chen gut. Jen­seits der übli­chen Gesprä­che von Aus­stel­ler zu Aus­stel­ler tra­ten auch Besu­cher gezielt auf den Antai­osstand zu, um mög­li­che Koope­ra­tio­nen im Hin­blick auf künf­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen zu erör­tern – die Resul­ta­te wird man zu gege­be­ner Zeit sehen. Erlan­gen hat vor allem gezeigt, wie wich­tig und gleich­zei­tig genug­tu­end Beharr­lich­keit gegen­über den viel­fäl­ti­gen Sbir­ren des ja so frei­heit­li­chen Par­tei­en-Medi­en-Anti­fa-Kom­ple­xes ist. Da mag ein Ober­bür­ger­meis­ter stram­peln und tram­peln, hus­ten und prus­ten soviel er will.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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