Sezession
18. September 2015

»Asyl: Die Flut« – COMPACT Spezial Nr. 7 erschienen

Nils Wegner / 67 Kommentare

COMPACT_SPEZIAL_7_COVER_webWährend an der ungarisch-serbischen Grenze "traumatisierte Flüchtlinge" die Maske fallen lassen, sich klar als gewaltsame Invasoren entpuppen und man ihnen daher in Österreich sicherheitshalber Zigaretten spendiert, tritt hierzulande der Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge zurück – aus »persönlichen Gründen«. Konsequente Schönfärberei und offensichtliche Inkompetenz gehen eben auf Dauer an die Substanz.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Angela Merkel steht ihr »freundliches Gesicht« zwar (noch) näher als ihr eigenes Land, aber immerhin gibt es außerhalb des »stahlharten Gehäuses der Hörigkeit« (Max Weber) noch einige Leuchttürme der Dissidenz. Als ein solcher erweist sich auch das just erschienene COMPACT Spezial "Asyl. Die Flut – So wird Deutschland abgeschafft", das sich insbesondere der bewußten Unterhöhlung des staatlichen Gefüges der Bundesrepublik durch den erst seit Anfang dieser Woche mühsam und oberflächlich kontrollierten Asylantenzustrom widmet.

Nachdem die für den gestrigen Abend in Berlin geplante Vorstellung des neuen Hefts zusammen mit der brandneuen Studie des IfS Die Flüchtlingsindustrie. Wer in Deutschland von der Masseneinwanderung profitiert auf Grund der üblichen Nachstellungen von Seiten des Veranstalters erst verlegt und schließlich abgesagt wurde, lohnt sich um so mehr ein Blick in das Sonderheft des »Magazins für Souveränität« – nun eben zur derzeitigen »Zerstörung der Restelemente von Staatlichkeit«, wie es Chefredakteur Jürgen Elsässer in seinem Editorial treffend ausdrückt.

Während sich im ersten Abschnitt des Hefts vor allem Martin Müller-Mertens und Udo Ulfkotte unter der Rubrik »Land unter« mit der Flüchtlingslobby und dem »Irrenhaus Bunte Republik« beschäftigen, werden in der Folge sowohl »Die geheimen Zahlen« – insbesondere dekonstruiert Elsässer die Lüge von einer positiven Bilanz der "Willkommenskultur" – als auch »Die Profiteure« auf's Tapet gebracht. Weitere Ein- und Ausblicke gibt es zu politisch-wirtschaftlichen Hintergründen der neuen Völkerwanderung sowie vor allem den kommenden Stürmen der »multikriminellen Gesellschaft«:


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (67)

bernd
18. September 2015 10:41

Natürlich ist es nicht der Kanzlerin "ihr Land". Ihre Aufgabe ist es die Kollateralschäden der Nahostpolitik der USA zu übernehmen.
Möglicherweise ist Sie komprimittiert oder erpressbar geworden. Bekommt der NSA noch alle Informationen wird ihr Handy wieder überwacht?

Arminius Arndt
18. September 2015 11:09

Das Bizarre an allen "pro Migration" Argumenten ist, dass sie alle schon beim ersten Hinterfragen hohl sind und nicht taugen. Bestes Beispiel:

Unsere demografische Entwicklung erfordere es, dass wir einen Zuzug in sehr hohem Maße brauchen, damit auch unsere Renten weiter finanziert werden können.

Nur, wer bezahlt denn bitteschön dann die Altersversorgung der jetzt zu uns kommenden? Selbst wenn diesen Migranten eine Bilderbuchintegration gelänge, so stünden sie erst in ein paar Jahren dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Die meisten dürften - grob geschätzt - dann gemittelt Mitte 30 sein. Und wie soll dann, mit evtl. und sehr positiv geschätzten ca. 30 Jahren Restarbeitszeit und damit Beitragsjahren, eine Altersversorgung funktionieren, die bereits jetzt auf mindestens 45 Beitragsjahre angelegt ist und welche die bereits hier Geborenen kaum noch lückenlos zusammen bekommen? Aus Syrien etc. werden die Migranten wohl kaum noch eine weitere, zusätzliche Rente bekommen ...

Hier ist Altersarmut bei den Migranten mithin vorprogrammiert und nicht nur deshalb haben sie eigentlich recht wenig Erwerbsanreize. Dauerhaft Hartz IV auf derzeitigem Niveau ist da allemal attraktiver, als sich mühselig zu buckeln und krumm zu machen, um am Ende dann keine Rente zu haben sondern bestenfalls in die Grundsicherung zu fallen. Dann kann man gleich von Anfang an in den sozialen Transfersystemen bleiben und erspart sich die Arbeit.

Wie lautet die Lösung hierfür nach der Logik unserer herrschenden Klasse?

Dann müssen wir noch viel, viel mehr reinlassen, in der Hoffnung, dass sich dass alles trägt.

Tja, hätte man nicht Millionen von Kindern abgetrieben (siehe Beitrag G.K. von zuvor), dann hätte man Millionen von zusätzlichen, jungen Menschen, die ab dem ersten Atemzug in diesem Land gelebt hätten und für dieses Land hätten arbeiten können.

Der Gehenkte
18. September 2015 11:55

Auf die entscheidende Frage, die befriedigend zu beantworten absolut notwendig ist, um überhaupt eine Analyse der Lage zu ermöglichen, auf diese entscheidende Frage, habe ich noch keine wirklich überzeugende Antwort gefunden. WARUM? CUI BONO?

Warum agiert eine ja nicht ganz erfolglose Kanzlerin plötzlich vollkommen "irrational"? Warum will sie dieses Land zerstören (und sich dazu)? Will sie es zerstören oder glaubt sie tatsächlich an dieses Märchen?

Wer oder was steckt dahinter? Was sind die eigentlich treibenden Kräfte? Gibt es diese oder müssen wir zur Erklärung schlicht und einfach die Sozialpsychologie bemühen? Hat sich D in einen glückshormonindizierten Untergangsrausch hineingejubelt? War es die Macht der Bilder?

Warum hat alles strategische Denken versagt und wie konnte es kommen, dass diese Politikerkaste - sicher nicht mit Hochintelligenz ausgestattet, aber doch ja nicht dumm - einem selbstzerstörerischen Affekt nachgeben konnte ohne die ganz offenbaren katastrophalen Konsequenzen für alle - auch für die Flüchtlinge und Einwanderwilligen - sehen zu wollen?

Kurz: Gibt es also einen PLAN? Welchen? Oder ist das der Triumph des Chaos? Oder was sonst?

Und damit streifen wir nur die politische Ebene aber auch diese muss verstanden werden. Allein schon, um daraus die politischen Konsequenzen ziehen zu können. Denn auf die sich ergebende Frage: WAS TUN?, jetzt, habe ich auch noch keine valide Antwort gehört.

Heinz Obst
18. September 2015 14:58

@ Der Gehenkte
Freitag, 18. September 2015, 11:55 AM

Kurz: Gibt es also einen PLAN? Welchen? Oder ist das der Triumph des Chaos? Oder was sonst?

Möglicherweise ist dieses hier der Plan:

Europa soll im Bürgerkrieg versinken | Contra Magazin
https://www.contra-magazin.com/2015/07/europa-soll-im-buergerkrieg-versinken/

Flüchtlinge sollen Europa zusammenbrechen lassen | Contra Magazin
https://www.contra-magazin.com/2015/06/fluechtlinge-sollen-europa-zusammenbrechen-lassen/

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Willy Wimmer (CDU), 33 Jahre dem Bundestag MdB. Zwischen 1985 und 1992 war er erst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und dann Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, schrieb dieser Tage:

Die Merkel-Regierung gehört auf den Blocksberg - von Willy Wimmer
https://de.sputniknews.com/politik/20150909/304222604.html

jack
18. September 2015 15:33

Europa WIRD im Bürgerkrieg versinken. Das ist der Plan.
https://youtu.be/bd_7hXuv9aQ

„…Finanziert wird das ganze von so Oligarchen wie George Soros, der übliche Verdächtige, wenn es um die Zerstörung der europäischen Kultur geht. Es gibt praktisch kein Chaos, keinen Aufstand und keinen Flächenbrand, den er unter der Tarnung seiner “wohltätigen” Stiftungen nicht auslöst und anzündet. Siehe die Farbrevolutionen der Vergangenheit, wie in Georgien, der Maidan-Putsch in der Ukraine und aktuell der Aufstand in Mazedonien. Die Organisation, die er über seine “Open Society” finanziert, um die Menschen nach Europa zu locken, heisst “W2eu” oder “Welcome to the eu”….“

hier der Link:
http+++://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/09/willkommen-in-eurabien.html

Der Gehenkte
18. September 2015 15:57

@ Heinz Obst

Dieses Argument ist in verschiedenen Spielarten ja längst bekannt - Meyer hatte etwas Ähnliches, auf die Ökonomie bezogen, sogar hier untergebracht. Überzeugend ist das nicht.

1. Kann ich nicht sehen, weshalb die USA - wer ist das überhaupt? - ein vitales Interesse an der Destabilisierung Europas haben kann: selbst wenn es um unmittelbare Milliarden ginge (TTIP o.ä.), kann den Strategen im Weißen Haus (oder wo auch immer) nicht entgangen sein, dass man im Kulturkampf ein starkes Europa/Deutschland brauchen wird.

2. Wissen die Leute auch - oder sollten es spätestens nach Libyen und Syrien wissen - dass Geschichte so nicht funktioniert. Geschichte ist "eine höchst verworrene Masse mit den verschiedenartigsten, sich nach allen Richtungen durchkreuzenden Bedürfnissen" (Engels), an der am Ende immer etwas anderes herauskommt, als irgendein Teilnehmer intendiert hat.

3. Verlaufen sich solche Argumentationen stets in Verschwörungstheorien, zumindest so lange es keine Beweise gibt. Man erkennt das immer daran, dass die Beweislosigkeit bereits als Beweis angeführt wird ... weil alles sooo geheim ist etc. Da hört aber jede rationale Argumentation auf - und selbst wenn sie de facto recht hätte, könnte man sie nicht sinnvoll führen.

Christian
18. September 2015 16:00

Der Plan ist vielleicht schwarzgrün nach der nächsten Wahl. Man beachte MdB Spahn, ein Opportunist aus dem Bilderbuch, und welche Signale er sendet.

Die Bundesregierung nimmt den Flüchtlingsfreunden den Wind aus den Segeln, und spannt sie ein in ihre Willkommensmaschinerie. Man könnte sagen die Kanzlerin nimmt rot-grüne Flüchtlingspolitik, weidet sie aus und schmeisst sie radikal und grandios gegen die Wand. Jeder weiss, dass es scheitern muss. Aber wenn es scheitert, dann ist nicht unbedingt Merkel gefährdet, vielmehr sind es ihre Gegner von links, und Merkel kriegt allenfalls den Nobelpreis.

Die Kanzlerin holt Unterstützung für europäische Flüchtlingspolitik, aber in den Arbeitsgruppen des Rates weht ein anderer Wind als in Deutschland. Europäisierung oder Schengen III bedeutet ein langsames Ende des Spuks. Auch auf Ministerialebene wird anders die Erforderlichkeit gesehen. Man kann gespannt sein, wann das EU-Land Kroatien dem Beispiel Ungarns folgt. All das auf Arbeitsebene, nicht da wo die Fernsehkameras Politiker beim Handschütteln beobachten.

Besonders interessant ist die Reaktion in der Bevölkerung. Es wird so zwanghaft und laut von der Willkommenskultur gebrüllt, dass man es schon gar nicht mehr aushalten kann. Wer jetzt diese Kultur bekämpfen will, der braucht nur alle seine Kontakte mit Antiabschiebungspetitionen nerven. Es gilt das Volksgerichtshofprinzip: Am Ende wird nur das laute "Sie schäbiger Lump!" in Erinnerung bleiben und davon erzählen, wer auf der richtigen Seite stand. Die Bekämpfung von vermeintlichen Willkommenskulturfeinden ist zielführend für einen breiten gesellschaftlichen Umdenkungsprozess. Die Überdosis Flüchtlingshilfe kann uns noch retten.

Langer
18. September 2015 16:26

Warum agiert eine ja nicht ganz erfolglose Kanzlerin plötzlich vollkommen „irrational“? Warum will sie dieses Land zerstören (und sich dazu)? Will sie es zerstören oder glaubt sie tatsächlich an dieses Märchen?

Vielleicht rettet Merkel Deutschland gerade. Anstatt den Asylantenstrom weiter groesstenteils unbeachtet vor sich hinduempeln zu lassen, hat sie aus der Not eine Tugend gemacht und dieses Spiel gegen die Spieler gerichtet. Jetzt wachen die Deutschen langsam auf und vielleicht ist dies der Beginn einer neuen Souveraenitaet? Wer weiss, welche Forderungen mit den absehbaren staatlichen Massnahmen zur Krisenbewaeltigung einhergehen werden...

Sakksa
18. September 2015 16:43

Während hunderttausende Zombies in den glückverheißenden technokratischen westlichen Liberalismus flüchten, hatte ich heute - berufsbedingt - ein seltsames Erleben. Qua Aufgabe habe ich es immer wieder mit s.g. Salafisten zu tun. Diese unterscheiden sich nicht nur äußerlich gravierend von den Wohlstandssuchern der Massen. Im Regelfall wahre sowohl ich wie auch mein gegenüber bei solchen Terminen die Form, also wird vermieden, was den Ablauf stört. Wegschweigen ist angesagt.

Das war heute anders. Ich mutierte zum Ethnographen. Ich und mein salafistischer Gast gingen sozusagen zum Holodeck, und so wurde mein Büro plötzlich und unerwartet zu einem Zelt, in dem Löwenherz und Salahuddin Schach spielten. Wir unterhielten uns sehr zivilisert und in geradezu altmodischer Form über unsere Überzeugungen. Mein Kopf ist noch dran.

Man wird mich hier dafür auspeitschen, aber ich sage jetzt eines : Denen haben wir wenig entgegen zu setzen. Kaum je habe ich unter eigenen jemanden getroffen, der derart würdevoll, selbstsicher und vor allem so höflich war. Und nein, ich werde nicht konvertieren, so wenig wie der zum Christentum. Aber diese Belesenheit, dieser konservative Stil, diese Ablehnung des westlichen Austauschmenschen ohne jede Überzeugung, auch die Ablehnung der gnadenlosen Spaßgesellschaft hat mich beeindruckt.

Dazu kommen andere Überschneidungen ( haha : Schneiden ! Kopf ab ! Ich merke das ! ) nämlich die Hochachtung der Familie und das Streben nach dem Erhalt des Hergebrachten, eine Art orientalische Romantik wie in Europa Ende des 19. Jahrhunderts, als der Ritterroman Konjunktur hatte. Salafismus ist das Streben nach Leben, wie es die Vorväter taten. Im Unterschied zum gemäßigten Europa allerdings leider mit der Zutat des verschärften Tötens und Sprengens.

Lichtmesz beschreibt seine Sehnsucht nach dem reinen Katholizismus und den Verlust europäischer Kultur in seinem Buch "Kann nur ein Gott uns retten". Der Salafist sagt : Na klar ! It´s the Religion, stupid ! Und da scheint was dran zu sein. Der Islam ist mühelos in der Lage Millionen zu einen, der Liberalismus Anglo-Amerikanischer Prägung möchte im Gegenteil die Massen spalten und zu guten Konsumenten machen. Da scheint mir der Hase im Pfeffer zu liegen.

Bevor ich hier nun gesperrt werde : Ich bleibe Christ und verbrüdere mich nicht mit dem Feind. Auf der Rückfahrt mit der Bahn in das nun beginnende Wochenende habe ich meine indigenen Landsleute betrachtet ( vor allem die Studierixe ) und plötzlich allerdings für eine Millisekunde Lust verspürt, die Seiten zu wechseln. Ich habe da bei meinem (Rest- )Volk nichts gesehen und gehört ( "Ich so...er dann so...und dann ich so..." ) als grenzenlose Debilität. Daher : Sezession und Rückzug zu sich selbst.

Heinz Obst
18. September 2015 16:55

@Der Gehenkte
Freitag, 18. September 2015, 15:57

Dieses Argument ist in verschiedenen Spielarten ja längst bekannt – Meyer hatte etwas Ähnliches, auf die Ökonomie bezogen, sogar hier untergebracht. Überzeugend ist das nicht.

Das Geschehen in Syrien, sowie daß, was augenblicklich in der Ukraine passiert stehen miteinander in unmittelbarem Zusammenhang.

Das Ziel heißt letztlich Russland.

Offenbar hält man Russland für die ob seines Rohstoffreichtums wertvollere Beute. Nachdem von nordamerikanischen Denkfabriken ersonnenen und dereinst siegreich (sic!) gegen Rußland geführten Krieg, wäre das heutige Westeuropa in globalstrategischem Sinne der NWO für die Auftraggeber und Finanziers der genannten Denkfabriken wertlos.

Nebenbei schafft man sich durch die Flutung Europas mit dem menschlichen Starndgut aus aller Herren Länder - wovon zunächst vornehmlich der - Zitat Zbigniew Kazimierz Brzeziński "tributpflichtige US-Vasallenstaat" Merkeldeutschland betroffen ist - lästige, wirtschaftliche Konkurrenz ein für alle Mal vom Halse.

Irrlicht
18. September 2015 17:29

@Der Gehenkte
Eine Skizze: Die Bundesrepublik ist eine Gründung der USA, die seit 1945 keinen Zweifel an ihrem Interessen ihrer langfristigen Kontrolle aufkommen ließ, belegbar z.B. in den von Gorbatschow in seinem Buch über die Ereingisse 1989/90 zitierten Aussagen des US-Außenministers Baker, der beim sowjetischen Generalsekretär für die deutsche NATO-Mitgliedschaft warb und ihn vor die Alternative eines unabhängigen Deutschlands, möglicherweise mit eigenen Kernwaffen, und eines in die NATO integrierten Staates mit amerikanischer Truppenpräsenz, der dem Westen und insbesondere den USA eine gewisse Kontrolle über die deutsche Innen- und Außenpolitik gebe. Diese Kontrolle, etwas abgesetzt von der juristischen Frage der formalen Souveränität, manifestiert sich heute u.a. in der weiterhin vorherrschenden transatlantischen Ausrichtung der deutschen Funktionselite in Politik, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

In Bezug auf die Reaktion der Bundesregierung auf die aktuelle Migrationsbewegung ist ein weiterer Aspekt interessant, der (wiederum belegbare) Umstand, dass das Anwerbeabkommen mit der Türkei, das die Grundlage für die türkische Massenzuwanderung legte, auf diplomatischen Druck der USA zustande kam. Die Rolle der amerikanischen Cultural diplomacy läßt sich stichwortartig darstellen:

(1) Die Bundesrepublik ist weder innen- noch außenpolitisch autonom und selbstständig handlungsfähig, sie steht weiterhin, im Vergleich zu den Jahren 1945-1990 allerdings indirekteren, Kontrolle der USA.
(2) Die Propagierung der Masseneinwanderung wie auch Multikulturalismus, (Anti-)Genderism, Political Correctness, Antirassismus, etc. entstammen US-amerikanischer Ideologieproduktion.
(3) Die Methoden zur gesellschaftlichen Durchsetzung dieser Ideologeme weisen typische Züge amerikanischer Kampagnen auf, insb. ist der instrumentalisierte moralische Appell, der Hypermoralismus, eine (häufig attestierte) kulturelle Eigenart der USA.

Angesichts dessen ist die bei Konservativen häufig anzutreffene implizite Prämisse, die sich z.B. in sozialpsycholgischen Erklärungsmustern ("Massenwahn") ausdrückt, in der BRD fände eine autonome innenpolitische Entwicklung statt, naiv. Anstatt politischer Theorie und Analyse gibt es Appelle an die vermeintliche Kraft dystopischer Romane und gelegentlich Ausflüge in den politischen Aktivismus.

HX
18. September 2015 17:30

@ Gehenkte:
Die Ursache für die aktuelle Entwicklung hat Erdogan gesetzt. Der lässt alle Syrer, von denen viele schon vorher in der Türkei lebten, raus nach Griechenland. Warum? Vermutlich will es den europ Regierungen (D) zeigen, dass in Europa ohne eine freundliche Türkei (lies: Erdogan) die Kacke am Dampfen ist.
Die Griechen? Können oder besser: wollen dem Eindringen nichts entgegensetzen und ihre Grenzen sichern. Nach allem, was wir (dh D) Ihnen angetan haben, fühlt es sich wahrscheinlich gut an, es uns mal kräftig zurück zu geben.
Und Mutti? Hat eben wie eine Mutti reagiert, wollte sich ganz doll darstellen, für die Koalition mit den Grünen hübsch machen (wer weiß, wen sie 2017 braucht), und hat ganz muttihaft sich vom Faymann bequatschen lassen. Die fatale Wirkung ihrer einsamen Entscheidung hat sie völlig unterschätzt. Dilettantisch eben, wie deutsche Politik schon immer war, wenns drauf ankam. Das Ergebnis: die katastrophalste Fehlentscheidung in der deutschen Politik seit 70 Jahren. Wir erleben gerade erst den Anfang davon. Ich bleibe dabei: Für Mutti wirds noch eng.
Also kein Plan, nirgends. Jedenfalls nicht bei uns.

Aristoteles
18. September 2015 18:07

Bemerkenswertes Interview mit dem KOMMUNISTEN Miloslav Ransdorf:

MDR-Info, 18.09.2015, 16 Uhr 20

Eine Zwangsquote könnte die EU zerstören
Fragen an den tschechischen EU-Abgeordneten Miloslav Ransdorf [Abgeordneter des EU-Parlaments in der Links-Franktion] von Kornelia Kirchner

Ausgangslage: Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier will die nicht-aufnahmewilligen Länder durch eine Mehrheitsentscheidung über eine Quotenregelung zur Aufnahme von Flüchtlingen zwingen.

Ransdorf: "Das hat viele Aspekte. Erstens: Bisher gilt in der Europäischen Union die Zustimmung ALLER als maßgebend. So – Steinmeier bricht damit die Regel[n], die bisher gültig in der Europäischen Union sind.
Zweitens: Diese Entwicklung kann zur AUFLÖSUNG DER EUROPÄISCHEN UNION führen.
Die öffentliche Meinung [in] der tschechischen Republik verändert sich gegen die Europäische Union. So: Im Falle der wiederholten Abstimmung für den Eintritt oder gegen den Eintritt in die Europäische Union wäre[n] 74 PROZENT der Bevölkerung GEGEN den Eintritt in die Europäische Union."

Kirchner: "Sie haben gesagt: Im Moment gilt in der EU die Einstimmigkeit. Rein rechtlich gesehen ...

Ransdorft: "... Die Einstimmigkeit ist die Regel, ja."

Kirchner: "... ist die Regel. Möglich sind die Mehrheitsentscheidungen aber schon. Sollte man sich darauf einigen, quasi die Quote auch gegen einige Mitglieder durchzusetzen. Würde Tschechien sich da beugen?

Ransdorf: "Ich muss sagen: Unsere Leute sind enttäuscht. Enttäuscht vom bürokratischen Charakter der Entscheidung in der Europäischen Union. Unsere Leute sehen nur einen einzigen Beitrag von der Europäischen Union: DAS IST DER GRÖSSERE MARKT. ABER DAS IST ALLES."

Kirchner: "Andere Länder sind sozusagen auch enttäuscht, jetzt, wenn man Deutschland nimmt oder Schweden oder auch Frankreich, dass eben die Solidarität fehlt, gerade wenn man vor so einer großen Aufgabe mit den Flüchtlingen [steht] ..."

Ransdorf: "Welche Solidarität und zugunsten von wem? Ich muss sagen: Die ganze Flüchtlingskrise ist ganz KÜNSTLICH PROVOZIERT. Das haben die AMERIKANISCHEN UND TÜRKISCHEN DIENSTE ENTFESSELT und manipuliert. Ich muss sagen: Wir sollen die Stabilisierung der Situation in den Ländern des Ursprungs erreichen. Aber diese Kontation [?] ist keine Lösung des Problems. Das wird zum Aufstieg der faschistoiden Parteien in ganz Europa führen."

Kirchner: "Aber die Menschen sind da und müssen irgendwo untergebracht werden."

Ransdorft: "Die Menschen sind da. Aber ich muss sagen: Das ist eine TOTALE VERSAGUNG der Politik der Europäischen Union. Die Menschen sind da, aber es kann zur VERNICHTUNG DER EUROPÄISCHEN ZIVILISATION führen. Islam und die Europäische Union sind nicht zu vereinbaren. Ich habe die Geschichte des Nahen Ostens studiert, und ich muss sagen: Das ist sehr gefährlich. Auch innerlich gesehen. Z.B. wenn der Finanzminister Schäuble sagt: 'Man soll Sparpaket vorbereiten, dass alle Bundesministerien sparen sollten, um das Geld für die Flüchtlinge zu haben', so, das ist sicher etwas, was die öffentliche Meinung in Deutschland verändern kann."

Kirchner: "Verstehe ich Sie richtig: Tschechien würde sich so einer Mehrheitsentscheidung nicht einfach beugen?"

Ransdorf: "Ich hoffe so, dass diese Mehrheitsentscheidung nicht einfach akzeptiert wird. Und ich meine: Die ganze Sache ist so brisant, dass das vielleicht auch ZUM FALL DER REGIERUNG BEI UNS führen könnte."

Kirchner: "Es gibt ja noch andere Ideen, dass sozusagen die Länder, die keine Füchtlinge aufnehmen, dann sozusagen einen finanziellen Ausgleich bezahlen ..."

Ransdorf: "Das ist nicht richtig, diese These zu sagen. Wir haben bei uns in der Tschechischen Republik 500.000 Leute vom Ausland, z.B. VON DER UKRAINE, und ich muss sagen, wir haben auch die Leute vom ehemaligen Jugoslawien akzeptiert, wir haben Leute von verschiedenen anderen Ländern bei uns absorbiert, aber diese KAPAZITÄT IST NICHT UNENDLICH."

Kirchner: "Es sind ja schon sehr viele Menschen da. UND ES WERDEN NOCH SEHR VIEL MEHR KOMMEN, auch die meisten ja mit muslimischen Hintergrund. Haben Sie zumindest Verständnis dafür, dass europäische Staaten wie Deutschland, wie Österreich, wie Frankreich oder Schweden, dass sie das nicht alleine tragen wollen und auch nicht allein tragen können?"

Ransdorft: Ich muss sagen: Wir müssen alles Mögliche machen, dass die LAGE IN DEN LÄNDERN NORDAFRIKAS UND IN DEN LÄNDERN DES NAHEN OSTENS STABILISIERT wird, das ist die Lösung. Aber NICHT DIE EINGLIEDERUNG dieser Leute in unsere Gesellschaften."

Zur interessanten Biographie von Miloslav Ransdorf vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Miloslav_Ransdorf

Andreas Walter
18. September 2015 18:18

Die Suche nach DEM einen monokausalen Zusammenhang, um hier zum Zweck einer Veränderung eventuell anzusetzen, ist so vergeblich wie die Suche nach der einen Antwort (42) auf alle Fragen. Solche Entwicklungen sind nie monokausal, ebenso wenig wie die Ursachen für den 1. und 2. Weltkrieg.

Solches Denken führt in die Irre und richtet den Blick in die Vergangenheit.

Was will ich, was wollen wir, wer ist wir, und wie erreichen wir unsere Ziele.

Eine Hilfe dabei: Nicht sagen und denken was ich nicht will, sondern denken und sagen was ich will. Affirmation, affirmativ denken und handeln.

Denn was macht es für einen Unterschied, ob es eine gezielte und bewusste Verschwörung ist oder ein multikausaler Effekt vieler unterschiedlicher und teilweise sicherlich auch unbewusster Impulse, also die Summe vieler unterschiedlicher Kräfte, die derzeit in diesem Ergebnis, in diesem Vektor gerade kulminieren. Oder womöglich sogar beides, eine Mischung davon.

Keinen.

Was wäre das Erste was auch ein Gegner wissen wollen würde? Wer, wie, wo, wieso, weshalb, warum, wie viele.

Darum ist es auch gut so, Frau Kositza, dass mit dem X. Jeder noch heimliche Freund Deutschlands ist gerade ein Segen für uns und sollte bitte im Schatten bleiben. Die Furcht an der Mister und Misses X derzeit noch leiden könnte sich daher als wahrer Glücksfall entpuppen, sich gegen die Verursacher selbst richten.

Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.

enickmar
18. September 2015 19:27

@Der Gehenkte

Die Frage der geplanten Masseneinwanderung bzgl. vermeintlicher bzw. tatsächlicher Verschwörungen wurde sogar hier bei SiN schon mehrfach diskutiert inkl. verschiedenster Quellenangaben, Literatur (auch bei Antaios) und Argumenten. Das für jeden gut zugängliche Netz ist voll von guten, schlechten, Pro- und Contra-Beiträgen und Argumenten mit einer Vielzahl Literaturangaben, dokumentierten Strategiepapieren, Politiker- und Managerzitaten und anderen “Beweisen” mehr.

Und dann kommt in “jedem zweiten” Diskussionsstrang immer wieder ein ganz rational Aufgeklärter daher, in dessen Weltbild es nichts Transparenteres als Welt-, Finanz- und Machtpolitik gibt und erklärt, daß ihm diese oder jene politische Strategie, die ihm nicht in der Sendung mit der Maus oder Maischberger etc. genau 1:1 erklärt wurde, gar nicht einleuchtet, weil angeblich keiner profitiert und es sich um eine irrationale “Verschwörungstheorie” handeln würde. - Beeindruckende Verdrängungskunst.

Helga Müller
18. September 2015 19:28

Kinderlose Rentner finden die Entwicklung nicht beängstigend!
Warum?

Theoretiker können ausmalen.
Ich, Großmutter von etlichen, merke nur , daß viel geredet und wenig gelebt wird.
Leben, Differenzen aushalten und den Mund- wäre manches Mal hilfreicher als die wortreichen Ergüsse.
Und leben da wo man her kommt und was halten- was einen prägte und Verluste ertragen- gehört dazu.
Man kann und muß nicht ein Rittergut im Osten ersteigern, wenn der Westen genug Reibungsfläche bietet.
Da, wo mich wie Gott hingestellt hat.....
Sogar ein Mieter kann ein Bodenständiger sein.

Oswaldo
18. September 2015 20:12

Man sollte gerade unserem Lager auch die Chancen der Islamisierung diskutieren. Ernsthaft, ohne Ironie. Diese sind bei uns nämlich größer als auf Seiten derjeniger, die die Islamisierung betreiben. Aus Sicht der Linksliberalen wird sich die Islamisierung als furchtbares Selbsttor herausstellen, für uns ist sie doppelter Rückenwind, sowohl im Hinblick auf das deutsche Volksbewussstsein als auch im Sinne antiliberal-protoreligiöser Blutauffrischung.

Es gibt gegen das heute über Westeuropa herrschende Gehirnabfall aus unfruchtbaren Volkstods-Fanatikern, Genderbolschewiken, kulturlosem Atheistenpack, weltauslutschend spekulierenden Globalkapitalisten mit parteispendenparlamentarischer Dauerrückversicherung und der Avantgarde der ökoautoritären Pädo-LiberastInnen

... doch kaum ein besseres Schwert - als scharfen Islam.

Wer wird denn Atheismus und Relativismus beenden? Wer die Genderlehrstühle schließen? Wer die Verrückten richten? Wer die nuklearzionistische Nato zumachen?

Redaktion und Leserschaft der Sezession? Oder doch eher Fatwa und Scharfrichter? Bei allem Respekt und Selbstrespekt: Es ist eher das Zweite. :)

Wer wird übrigens das Geburtenproblem lösen?

Die Antwort ist: Der Islam. Es ist eine bisher kaum bemerkte Tatsache, dass der Volkstod (oder, aus Liberastensicht: die statistisch vorhersagbare Endverbraucher- und "Facharbeiter"-Mangel) mit der muslimischen Gebärmutter kulturimperialistisch gelöst werden soll. Denn für Muslimas gilt der verquaste Feminismus der linken Exekutoren des lupenreinen Materialismus ja nicht. Dort hat man eher Aufsichtsratsquoten für westliche Frauen im Blick, für alles Fremde aber einen so großen "multikulturellen" Respekt, dass man sich ad sinistram für nahöstliche Genitalverstümmlung und Co nachweislich einen feuchten Dreck schert.

Auf deutsch: Das edle (und damit unkritisierbare) Andere wirft - und wir brauchen verwertbare Menschen. Eure Grünen.

Ich will unter Euro-Muslimas, die streng unter des Gatten Vorrecht stehen, tatsächlich mal eine Geburtendelle sehen. Es wird nicht dazu kommen. Weil mit dem Islam hier ein scharfer Konservatismus am Start ist - der das Wort verdient. Aber genau das ist es ja: Steigt in einem stärker muslimischen Deutschland die Nachfrage nach Volksvertreterinnen wie Claudia Roth - oder sinkt sie? Richtig, sie sinkt. Und das ist noch parlamentarisch gedacht...

Und das in Trainingshosen von den Mediamärkten lagernde Moslemprekariat ist eher eine Anklage des Finanzkapitalismus, gewiss nicht dessen Rettung - und schon gar nicht dessen Avantgarde.

Wenn oppositionelles Denken und Handeln von Rechts keine Restitution der CDU ins kohlistisch-strickwestenhaft-sekundärverräterische zum Ziel haben soll, sondern vielmehr das politisch Falsche, vor allem die seelenlosen angelsächsischen politischen Formen wieder loswerden will, die durch Hitlers idiotische Kriegsführung von Westen her in und über das zerbombte Land gebracht wurden (ein Lobby-"Parlamentarismus" streng hierarchischer Parteispendenfraktionen? In Deutschland?), dann darf daran erinnert werden, das dieses unser Problem auch in der islamischen Welt bekannt ist. Dort heißt es "Der große Satan". Eine durchaus zutreffende Bezeichung.

Wirkliche Deutsche, die alles andere als Lobbynutten in volksfernen Finanz-Parlamenten sind und mit solchen auch nicht transalantisch fraternisieren, werden stets die Bewunderung wirklicher Muslime erfahren haben. Colmar von der Goltz-Pascha, ein doppelter Träger des Pour-le-mérite als bestes Beispiel. Ja selbst die muslimischen Verbände der Waffen-SS sprechen keineswegs dagegen, ähnliches auch unter den Prämissen der euroaweit wachsenden konservativen Revolution 2.0 zu wiederholen. Auch Sufismus ist Spiritualität.

Der Bolschewismus ist jedenfalls tot, aber was "ideell" an den Stränden der Normandie landete, es zuckt noch. Es wird das eigene welthistorische Verschwinden mit einer Moslemwelle ganz bestimmt nicht stoppen, sondern definitiv beschleunigen.

Natürlich wird die liberalkonservativen Jammergestalten und Polohemdchen das alles ganz furchtbar erschrecken. Und so sollte man, will man sich selbst auf Eignung für das hier skizzierte ehrlich prüfen, zum mindesten die durch und durch undeutsche, rein angelsächsische 'Parteiendemokratie' für ein Problem halten (wie es auch der Islam tut), wenn nicht sogar den ganzen verlogenen 'Parlamentarismus' (auch Liberale organisieren die Polizei überraschenderweise nicht im Stuhlkreis, sondern streng preußisch-hierarchisch...) sollte resultierend scharf antiwestlich (wie der Islam), eher prorussisch und mit diesem aus Richtung der Gegenaufklärung denken (der Islam ist auch eine solche), und Gott, Vaterland und Ehre als essenzieller ansehen als eine mutwillige historische Selbstaufgabe im Zeichen steigender Aktienkurse und dem Versuch, Geschlechter abzuschaffen und den Menschen ihre letzte Identität zu nehmen.

Ein "Ogottogott, da kommen Fremde in meine wunderbare, von linksliberalen Massenabtreibungsverrätern beherrschte Umerziehungskonsumtristesse", das kann es ja wohl nicht sein.

Angst? Wovor? Nach dem - ebenfalls von außen entzündeten - dreißigjährigen Krieg gab es nur noch 9 Millionen Deutsche.

Wir werden auch das überstehen.

Und was "deutsch" ist, das wandelt sich. Wir waren auch nicht immer Christen - und sind es heute schon nicht mehr. Es kommt auf den Lebensstrom an, nicht auf das Flußbett.

Weitblick ist gefragter als Gejammer. Wenn ein viertelstalinistischer Justizminister die digitale Meinungsbildung auf Facebook zensieren will, dann muss das deutsche Volk nicht aus Sicht des (damit in der Tat verratenen) Liberalismus herumwinseln, der nicht seine Perspektive sein kann, es niemals war und niemals sein wird, sondern sich sehr kalt fragen, wieso es eigentlich auf den Servern einer US-amerikanischen Datendreckschleuder die nationalen Angelegenheiten bespricht und nicht eigene, vor den Zugriffen des Regimes sichere volkseigene Debattenserver in Russland, Ungarn, Chile, Namibia oder wo auch immer hostet.

Wie kann man über einen nicht zu unterschätzenden, aber aus allen Wunden blutenden Gegner wie dem europäischen Linksliberalismus in all seiner schäbigen Erbärmlichkeit - nur jammern?

Dieser Feind ist nicht stark, er zittert vor Angst und er weiß auch um seine Vergehen. DAS ist es, was Deutschland hören will, Ansporn, nicht Gejammer. Im Gegenwind hebt der Fähnrich die Standarte.

Belsøe
18. September 2015 20:21

Möglicherweise ist Sie komprimittiert oder erpressbar geworden. Bekommt der NSA noch alle Informationen wird ihr Handy wieder überwacht?

Geworden? Was meinen Sie denn wo die Akte von IM Erika liegt, wenn nicht in den USA? Und wer war der Beauftragte für das Stasi-Material, gleich nach der Wende und direkt der Regierung (in diesem Fall also den CDU-Oberen unterstellt? Solche Positionen bekommt man doch nicht zufällig, bloß weil man Pastor war (möglicherweise eh nur ein Deckberuf).

Die Logik im Detail erschließt sich mir auch nicht, aber das ist auch schnurz. Manche nennen die derzeitige Strategie der USA einfach Chaotisierung. Da die Fähigkeit zur präzisen Kontrolle überdehnt wurde, muss an machen Schauplätzen eben mit dieser groben Feile gearbeitet werden. Ein völlig überblähter Apparat aus Strategiefuzzis, Käseglockenanalysten und paranoiden Diensten kommt hinzu, die wollen alle was zu tun haben, gegeneinander konkurrieren und dabei Karriere machen, also werden sie auch immer was finden was man als nächstes bepfuschen kann.

Und Europa ist eben auch bloß Konkurrenz und Beute. Wenn man die Schminke weglässt, war der Dollar 2008 zusammengebrochen, und all das was die Notenpresse dagegen angedruckt hat, muss jetzt gegen Realwerte getauscht werden. Was sonst soll denn TTIP sichern? Auch die Plünderung der Ukraine soll dem Dollar wieder zu alter Stärke verhelfen. Stärke vor allem gegen den Renminbi, da nerven zweitrangige, aber leider nicht ignorierbare Konkurrenten wie der Euro oder ein sich unter Putin langsam mausernder Rubel und müssen vorerst kaltgestellt werden.

Auch Gaddafi hatte im übrigen den Petrodollar an dessen Tiefpunkt angegriffen, indem er laut über eine afrikanische Rohstoffbörse mit goldgedecktem Handel nachgedacht hat. Ausgang bekannt aus Funk und Fernsehen.

Unser zugedachter Part ist es, auf lange Zeit mit uns selbst beschäftigt und finanzwirtschaftlich von den USA abhängig zu sein. Im Vergleich zu Ländern gleich Bomben fallen und Monster wie der IS von der Kette gelassen werden, ist das freilich noch eine glimpfliche Rolle.

Krokodil Gena
18. September 2015 21:00

Wir haben es hier mit einer komplexen Strategie zu tun, die:

- Syrien schwächen,
- die Deutschen/Europäer mit sich selbst beschäftigen,
- und Letztere (in der Konsequenz) von Russland isoliert halten soll.

Gott befohlen!

Nemo Obligatur
18. September 2015 21:17

Thematisch passend wäre der folgende Artikel aus der heutigen FAZ zum "großen Austausch".

https://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/renaud-camus-thesen-sind-bei-front-national-salonfaehig-13809272.html

Ich bin gespannnt, wann und wo die dort erwähnte Übersetzung erscheint. Die Kommentarfunktion auf der Homepage der FAZ ist natürlich abgeschaltet, aber der Artikel selbst ist gemessen an heutigen Standards angenehm unaufgeregt gehalten. Ich würde es mal als einen kleinen Eisbrecher werten.

jak
18. September 2015 21:42

@ Der Gehenkte

„Warum agiert eine ja nicht ganz erfolglose Kanzlerin plötzlich vollkommen „irrational“? Warum will sie dieses Land zerstören (und sich dazu)? Will sie es zerstören oder glaubt sie tatsächlich an dieses Märchen?“

Ehm... 'plötzlich vollkommen „irrational“'? Tut mir Leid, aber lesen Sie eigentlich Zeitung? Als Mutti über Nacht entschieden hat man müsse wegen Fukushima bei uns die AKWs abschalten, das war nicht gerade ein Anzeichen von Rationalität. Oder die Eurokrise. Statt geordneter Bankeninsolvenz und Euroabwicklung hat die die Entscheidung getroffen sich nicht zu entscheiden und die Sache einfach treiben zu lassen. Und alle paar Monate wird jetzt ein Rettungspaket für Griechenland rausgehauen und mit dem ESM schlechtem Geld gutes nachgeworfen. Gehaftet wird mit dem deutschen Volksvermögen...

Die Frau soll eine 'nicht ganz erfolglose Kanzlerrin' sein? Ernsthaft? Alles was sie anfasst wird zum Desaster! Die Merkel ist wohl das größte Unglück, das Deutschland seit Kriegsende und Vertreibung ereilt hat. Irgendwo, ich glaub im Merkur, wurde ihr Regierungsstil mal mit dem berühmten Cunctator Fabius Maximus verglichen. Der ist statt Hanibal entgegenzutreten immer zurückgewichen und hat diee Endscheidungen vertagt. So kann man in friedlichen Zeiten sicher ganz gut Macht verwalten. Nur als der Schlacht nicht mehr ausgewichen werden konnte kam Cannae...

P.S.
Ja, von mir aus ist der historische Vergleich schief. Was soll's...

jak
19. September 2015 00:48

Ergänzung zu meinem Kommentar von 21:42:

Wer ist Merkel? Was will Merkel? Klonovsky hat in seinen Acta diurna am 18. September 2015 eine vorläufige Bilanz zum Wirken dieses deutschen Verhängnisses aufgestellt...

Der Gehenkte
19. September 2015 00:59

@ enickmar

Wo ist der Erkenntnisgewinn Ihres "Beitrages"? Vielleicht sind Sie weiter als ich, mag sein, aber wozu in "jedem zweiten" Diskussionsbeitrag dieses sinnlose Gemotze? Wir - aber dieses "wir" gibt es wohl auch hier nicht - sollten um Antworten ringen und nicht dauernd anderen irgendetwas unterstellen.

Derweil halte ich mich an Sloterdijk und Klonovsky - die haben meine Frage offensichtlich verstanden.

Den anderen mein Dank für Erklärungsversuche!

Die-Gedanken-bleiben-frei
19. September 2015 01:11

https://www.nachdenkseiten.de/?p=23349
https://www.nachdenkseiten.de/?p=27568
---------
Lieber @"Gehenkter",

über Ihre Fragen (erster Beitrag) denke ich auch immer und immer wieder nach. Ich sende Ihnen und anderen Interessierten zwei links, welche (mal wieder) zu Artikeln von Albrecht Müller und seine "Nachdenkseiten" mit Wolfgang Lieb führen.

Für mich gibt es keine Zweifel mehr, dass diese unsere "STAATSORGANISATION" in keinster Weise irgendetwas (seit wann??-->Frage--> ) mit einer "Freiheitlich Demokratischen Grundordnung" gemein hatte. Das deutsche Volk existiert nicht. Die Summe der Einnahmen über Steuern und Abgaben von Erwerbstätigen werden über globale Vernetzungen als Voraussetzung für die Durchsetzung von sehr eingeschränkten internationalen Interessen genutzt - mittlerweile so, wie man seine (hinterlegten) Chips (als nur noch Spielsüchtiger) im Casino verzockt. Wie diese Abgaben zu generieren sind? Das ist Aufgabe der Regierenden des Einzelstaates! Mittlerweile hat dieses Szenario Deutschland um die EU erweitert. Spanien, Italien, Griechenland - schauen und hören Sie dort einmal auf das Volk. Da gibt es traurige Parallelen - natürlich mit individuellen Ausprägungen.
----
Frau Merkel war für mich , pardon - wie sagt man - NIE "eine helle Leuchte". Und ob dieser Eigenschaft wurde und wird sie inszeniert: sie denkt nicht selbst: Es gab da schon mehrere peinliche Auftritte! Die Springer-Presse im wesentlichen hat es im Nachhinein für das Volk gerichtet/geradegerückt. Das fiel mir schon immer auf. Zum Schluss gipfelte alles in einem "Weltstatus" - des Kohlschen Wundermädchens (Ost). Ein kleines Mädchen ist sie auf ihrem Weg immer geblieben: das sagt auch Iris Berben, naja, so könnte man es interpretieren ;-). Die wirklich Politischen auf (per Amt) Augenhöhe hat sie weggetrotzt und -gebissen. Und nun: ist sie in eine wirkliche Falle gelaufen...: wie sie es auch jetzt wendet: Kürzungen für Asylbewerber - die meisten gerufenen laufen gerade los! Und, welche, die hier angekommen sind, verlangen Familienzuzug. Damit ist Terror vor einem GrenzZaun (und im Inland) zu erwarten. Auf jeden Fall. Das spaltet die EU (real). Weitere dann andauernde Zugeständnisse für Immigranten im Inland?: Das deutsche Volk wird sich noch mehr versammeln. Sie schickt noch immer den "Innenminister" vor, welcher aus seinen persönlich schwachen Augen kaum noch schauen kann, weil er inländisch lügt. Peinlich! Das könnte einem vorkommen, wie ein Szenario, welches langatmig vorbereitet wurde, um diese verdammten langjährigen Verflechtungen endlich zu trennen. Oder, eben, : ein ganzes Volk in die Vernichtung zu treiben. Nun endlich, nun doch: via Merkel. Als Benutzerplattform/ -person, sozusagen. WENN es denn in beiden Fällen so wäre: Vorbildgebend ist sicherlich der Roman "Das Heerlager der Heiligen" so dann tatsächlich. Auf Grundlage der ganzen "Gutmenschen-Generierung" , auf die man sich seit Jahrzehnten verlassen kann! Nun aber: Verschwörungstheorie ☺. Nein. Keine Verschwörungstheorie ist, dass Frau Merkel wie ein Sternchen gepuscht wurde! Ist nun alles aus dem Ruder gelaufen - oder: war es inszeniert? Und: nebenbei: was wird aus uns? Egal, ob "gutes" oder " böses" dahintersteckt: Wir sollten kämpfen und genau und jetzt in extreme Schwachstellen der Mainstreampresse (nach)treten. Die Mainstreampresse ist momentan sehr durchwachsen. Und wir müssen demonstrieren auf dem "kleinsten gemeinsamen Nenner" - mit dann Verbündeten. So mach ich es. Liebe Grüsse.

jak
19. September 2015 01:17

Sehr schön ist auch Merkels Antwort auf eine Frage einer besorgten Bürgerin in der Schweiz. Das Video wurde hier im Kommentarbereich zwar schon mal erwähnt, aber die Analyse von RebelMedia ist einfach zu schaurig-schön und treffend um nicht zur Kenntnis genommen zu werden...

Did Merkel just "read out Germany's suicide note"?

https://www.youtube.com/watch?v=j_8kc19DL70

Eveline
19. September 2015 06:37

Es gibt eine amerikanische Phantasieserie, "das Spiel der Throne. "
https://de.wikipedia.org/wiki/Game_of_Thrones

Es beginnt mit einem gütigen Herrscher, der Zuschauer identifiziert sich mit ihm, aber der Herrscher wird getötet.
Und so ziehen sich die Staffeln hin, immer problematischere Herrscher kommen so auf den Thron, zum Schluß ist der Zuschauer bereit, wegen der Identifikation, auch Herrscher zu akzeptieren, die er anfänglichst vollkommen abgelehnt hätte.
Die feine Gewalt besteht in der ewigen Hoffnung des Zuschauers, na jetzt muß aber mal ein guter Herrscher kommen.... und es kommt keiner.... sondern, sie sinken allesamt tiefer und tiefer....

Ähnlich im jetzigen Leben, es besteht für viele Menschen in unserem Land immer noch eine identifizierte Hoffnung, na Frau Merkel, sie hat doch in Rußland studiert, sie spricht mit Putin eine Sprache, sie wird doch wohl nicht.... doch sie wird.

Das fällt mir auf @auf Oswaldos Kommentar ein. Sie reden sich sogar schon eine verschleierte Mond Religionen - als Herrschaftssystem - warm, und verkennen, das Jesus Christus ein Bewusstseinsakt bedeutet, die Bewusstwerdung jedes Einzelnen fordert.
Bewusstsein erlange ich, indem ich alles "ausprobieren" darf, ja muß!!!!
Ansonsten plappert man immer nur nach.

Und die Veränderung, die Stellschrauben sind immer nur im Geist zu finden.
(Darum ja auch immer gerne die Köpfe abgeschnitten werden oder das Skalpieren bei den Indianern. )

Ist die Bewusstwerdung gelungen, stelle ich , um im Bild zu bleiben, ganz einfach den Fernseher aus. Ich bin mit dem alten Spiel nicht mehr identifiziert.

Und Andere rufen: "Wir sind das Pack. " Sie identifizieren sich also mit sich selbst und rufen nicht mehr nach Honecker oder Merkel.

Monika
19. September 2015 07:38

Sakksa

Freitag, 18. September 2015, 16:43 (URL) | Kurz-URL
Während hunderttausende Zombies in den glückverheißenden technokratischen westlichen Liberalismus flüchten, hatte ich heute – berufsbedingt – ein seltsames Erlebnis.

Man wird mich hier dafür auspeitschen, aber ich sage jetzt eines : Denen haben wir wenig entgegen zu setzen. Kaum je habe ich unter eigenen jemanden getroffen, der derart würdevoll, selbstsicher und vor allem so höflich war. Und nein, ich werde nicht konvertieren, so wenig wie der zum Christentum. Aber diese Belesenheit, dieser konservative Stil, diese Ablehnung des westlichen Austauschmenschen ohne jede Überzeugung, auch die Ablehnung der gnadenlosen Spaßgesellschaft hat mich beeindruckt.
Dazu kommen andere Überschneidungen ( haha : Schneiden ! Kopf ab ! Ich merke das ! ) nämlich die Hochachtung der Familie und das Streben nach dem Erhalt des Hergebrachten, eine Art orientalisch

Salafismus ist das Streben nach Leben, wie es die Vorväter taten. Im Unterschied zum gemäßigten Europa allerdings leider mit der Zutat des verschärften Tötens und Sprengens.

Bevor ich hier nun gesperrt werde : Ich bleibe Christ und verbrüdere mich nicht mit dem Feind. Auf der Rückfahrt mit der Bahn in das nun beginnende Wochenende habe ich meine indigenen Landsleute betrachtet ( vor allem die Studierixe ) und plötzlich allerdings für eine Millisekunde Lust verspürt, die Seiten zu wechseln. Ich habe da bei meinem (Rest- )Volk nichts gesehen und gehört ( „Ich so…er dann so…und dann ich so…“ ) als grenzenlose Debilität. Daher : Sezession und Rückzug zu sich selbst.

Nein. Nicht sperren. Ich finde das interessant. Auch ich beobachte meine Indigenen Landsleute. Und kann nachvollziehen, warum Moslems für einen gewissen Typus dieser Landsleute Verachtung empfinden.
Da ist diese Generation 30+. Selbstoptimierer ( verbissene, verstöpselte Waldläufer). Paare mit einem Hund als Kindersatz. Nur um ihr Ego kreisend.
Selbstverwirklichend. Vor einer Woche noch an einem norditalienischen See in Massen zu beobachten.
Witzige Episode:
Eine deutsche Familie mit drei ( !) Kindern in Lazise gesehen. Sie radelten am Strand entlang. Ein Kind rief ganz aufgeregt:"Mama, die Leute da haben ja drei Hunde". Darauf die Mutter lapidar :"Dafür haben wir drei Kinder"!
Sie hatte mir die Worte aus dem Mund genommen.
Wir schauten uns kurz an und mußten lachen.
Ja, und manchmal, wenn ich ein hübsches "züchtiges" türkisches Mädchen sehe, denke ich auch mal: warum können unsere Mädchen nicht etwas davon ausstrahlen ?

Direkte Aktion
19. September 2015 08:07

@ Der Gehenkte

Sie fragen, ob es einen Plan für diesen Asyl-Wahnsinn gibt.
Ich muss feststellen, auch ich frage mich dies tagaus, tagein.
Man sieht diesen täglichen Irrsinn um einen herum; alles läuft so normal weiter, die Menschen gehen arbeiten, lachen und scherzen und erkennen nicht, dass derzeit ein absoluter und gnadenloser Vernichtungsfeldzug stattfindet, der sich gegen Sie selbst richtet.

Alles was wir derzeit erleben, wird irreversivel unsere Kutur, Tradition, unsere biologische Volkssubstanz, unseren Wohlstand, unsere körperliche Unversehrtheit, unsere Ersparnisse, die Art wie wir künftig leben müssen, auf negative Weise verändern.
Nur, die meisten Leute leben immer noch in einem Dämmerzustand. Zwar erwachen auch viele, aber leider noch lange nicht genug.

Dies ist die Schuld der Multiplikatoren in den Massenmedien: Zeit, Stern, Spiegel, Bild, Faz, Süddeutsche usw üben einen furchtbaren zersetzenden Einfluss aus. Demonstrationen sollten daher viel mehr vor Rundfunk, Fernsehanstalten und vor Redaktionsräumen stattfinden.

Auch wäre es durchaus mal andenkenswerte, diese Verlags-Sendeanstalten u. Redaktionräume zu besetzen um auf deren volksfeindliche Tätigkeiten hinzuweisen.
Aber ich schweife ab.

Sie fragten nach einem Plan? Hier; bitte diese Namen googeln, lesen und verstehen:

Hooton, Morgenthau, Kaufmann u. Coudenhove - Kalergi

Ein bisschen zu viel Verschwörungstheorie?
Hab ich auch Jahre lang gedacht; aber machen sie sich doch mal bitte die Mühe und analysieren sie das Verhalten der Eliten.
Was hat das bitteschön noch mit Ratio und Vernunft im weitesten Sinne zu tun?
Was bringt eine Kanzlerin dazu bewusst ein Volk in den Abgrund zu treiben?
Was bringt die gesamte Medienlandschaft dazu, völlig gleichgeschaltet die eigene Vernichtung zu bejubeln und mit verblendetem Haß auf alle einzudreschen, die die eigene Art erhalten wollen?

Und dann beschäftigen sie sich intensiv mit Hooton, Morgenthau, Kaufmann u. Coudenhove - Kalergi - ich muss das alles nicht verlinken, googlen sie ein wenig und sie werden "erleuchtet".

NurAliQalandar
19. September 2015 08:31

@Oswaldo

MaashaAllah - das ich so etwas hier noch eines Tages lesen durfte !
Beste Grüße von einem hier schon lange Jahre meist oder zumindest oft mit einiger Freude mitlesenden Muslim , der nichts lieber sähe , als die sinnlose und schädliche Kluft zwischen Muslimen und deutschen/europäischen Rechten/Konservativen endlich aufgebrochen zu sehen.
Allerdings : Vorsicht beim Salafismus ! Der ist ( wenn es sich nicht einfach um sehr rigides Sunnitentum handelt ) so antitraditionell und antispirituell wie nur was . Shia / Sufismus wäre das Gebot der Stunde .
Und das ist unter anderem auch einer der Gründe , warum ich gegen ungebremste Masseneinwanderung gerade arabisch-sunnitischer Muslime bin. Deutschland hat eine Geistestradition und geistige Tiefe, die es geradezu prädestiniert hat für eine Wiederbelebung des Islam und umgekehrt durch den Islam in seiner ganzen mystischen Tiefe.
Das geht aber nicht, wenn man erstens einfach das deutsche Volk durch Araber und Afrikaner ersetzt und weiterhin den hier vorhandenen Islam in die Richtung moderner Sunnismus/ Salafismus bringt .
Wenn sich die deutsche Eigenart, noch das letzte i zu betüpfeln , mit salafistischer Doofheit verbindet , ist das Schlimmste zu erwarten.
Aber ein mystischer/gnostischer Islam , der durchaus kompromißlos in seiner Exoterik sowie der Ablehnung der modernen Verfallsgesellschaft ist , wie er sich im Zwölferschiismus findet , könnte hier im Verbund mit rechten und konservativen Kräften z.B. unter deutschen Christen eine ganz andere Kraft entfalten als es in der bisherigen Konstellation möglich ist, die uns als Muslime quasi notgedrungen auf die Seite der Gender-/Homo-Ehe-/Conchitawurst - Gesellschaft drückt, einfach, weil es deutschen Rechten unmöglich zu sein scheint, die ethnischen von den religiösen Fragen zu trennen, wie es nötig und durchaus möglich wäre.
Solange man nun aber als deutscher Muslim und islamischer Deutscher ( oder Deutsch-Perser wie in meinem Fall ) von der Rechten automatisch zum Feind erklärt wird , den es auszuweisen gilt , wird man eben auch aus Gründen eines gewissen Selbsterhaltungstriebes sinnvolle und notwendige Allianzen nicht bilden können.
Das Selbsterhaltungs- und Selbstbehauptungsrecht des deutschen Volkes ist mir wichtig , aber wenn dies bedeutet , daß de facto jeder Muslim und jeder Ausländer zum Feind erklärt wird , ist es schwierig für mich und andere , die ähnlich denken, dies zu unterstützen.
Dennoch - ich lese die Sezession seit geraumer Zeit mit Gewinn , auch gerade durch so manche Kommentatoren , daher sei hier, wie auch immer man zu meinen Überlegungen stehen mag , allen gedankt.
Beste Grüße
NurAliQalandar

Thomas Wawerka
19. September 2015 09:28

Der Kardinal pfeift auf die christliche Identität:

https://www.katholisch.de/video/16086-jeder-mensch-ist-ebenbild-gottes

Auch nicht sehr viel anders als Frau Käßmann ...

Heinrich Brück
19. September 2015 09:47

Das Christentum ein Irrtum (hat wohl geschlossen) - die Bewunderung
des Salafismus?
Wird auch das Fußvolk der gebildeten Salafisten bewundert?
Was wird denn jetzt wirklich bewundert! Die Kompromißlosigkeit. Das Tötenkönnen zum Zwecke der Bewahrung des Eigenen. Klartext. Nicht so viele Worte...
Manche Salafisten lernen den Koran auswendig. So gebildet können sie
sein. Aber um eine Waschmaschine erfinden zu können, nützt diese Bildung nicht viel. Befehle geben kann sie. Das Fußvolk steht bereit!
Und danach? Die Deutschen durften nach 45 Nichtdeutsche nicht mehr töten, dadurch das Eigene nicht mehr bewahren. "Der Mensch ist ein bösartiges Tier" (J. Conrad); jede Generation eine Opferbereitschaft zum Wohle der nächsten; das Christentum zeigt Gottes Kompromißlosigkeit.
Und wer gewinnt? Wohl kaum diejenigen, die die Drecksarbeit delegieren möchten.

Der Gutmensch
19. September 2015 09:53

Mein lieber Gehenkter,

ich kann Ihre Ungeduld nachvollziehen. Um einen herum tobt der Irrsinn und man hätte gerne ein Licht am Horizont gesehen. Ich hab aber leider auch nur Phrasen (nicht nur eingedenk meines Schwurs, vorerst keine konkreten politischen Einlassungen mehr von mir zu geben):

1. Ein Plan ist regelmäßig mit dem ersten Gegenzug obsolet. Dennoch ist die Fähigkeit, überhaupt Pläne fassen zu können, meistens spielentscheidend.

2. Es herrscht - da verrate ich kein Geheimnis - ein (Wirtschafts-) Weltkrieg. (Beispiel: VW muss 500.000 Kfz aus den USA zurückrufen, weil angeblich Umweltstandards nicht eingehalten wurden. Nochmal: Eine halbe Million Fahrzeuge ...!)

3. Vor dem Hintergrund kann die deutsche Führung zumindest nicht so tölpelhaft agieren, wie man es den zugegebener Maßen furchterregenden Eindruck macht; sonst wäre unsere finale Kapitulation nämlich schon lange in Sack und Tüten (spätestens seit 2010, in Folge der Finanzkrise).

4. Es gibt Strategien und es gibt strategische Aushilfen (und ganz üble Kollateralschäden).

5. Was was ist, kann man ärgerlicherweise nur dann sicher beurteilen, wenn man ganz oben in der Informationspyramide steht.

6. Währenddessen muss jemand weiter unten die Moral aufrecht erhalten und dafür sorgen, dass wenigstens ein paar Leute nicht in Selbstaufgabe versinken und verlernen, sich alleine die Schuhe zuzubinden; und voilá: Das ist hier die Aufgabe. Nichts sonst!

7. Machen Sie sich ein schönes Wochenende.

Der Gutmensch.

Arminius Arndt
19. September 2015 10:34

Der Islam ist mühelos in der Lage Millionen zu einen, der Liberalismus Anglo-Amerikanischer Prägung möchte im Gegenteil die Massen spalten und zu guten Konsumenten machen. Da scheint mir der Hase im Pfeffer zu liegen.

@Sakksa und auch Oswaldo,

Das ist in Bezug auf die Einigungsfähigkeit des Islam romantisches Wunschdenken alà Guénon, der schon vor fast 100 Jahren den Islam als letztes traditionales Bollwerk ausmachen wollte (siehe auch Evola, der aber in diesem Punkt mehr Stil hatte und lediglich den traditionalen Anschein des Islams würdigte, nicht jedoch konvertierte). Auf diesem und ähnlichem Humus ging dann auch die so gern von den pi-lern zitierte angebliche Bewunderung des NS, insbesondere Himmlers und Hitlers, auf, was aber letztlich falsch ist, da auch diese nur den traditionalen äußeren Anschein idealisierten, aber sicher niemals konvertiert wären.

Auch der viel geschätzte Historiker Nolte sieht im Islamismus recht konsequent die "dritte radikale Widerstandsbewegung". An all dem ist natürlich etwas dran, stellt aber keinen Grund zu irgendwelchen Bewunderungsäußerungen oder gar Hoffnungen dar, via Islam eine Art von anti-modernen Rollback herstellen zu können. Ich halte das für weltfremdes Wunschdenken.

Wenn man sich die Realität heute genau ansieht, bringen sich die Moslems im Wesentlichen und in der großen Überzahl gerade selber um bzw. bekriegen sich untereinander (von wegen Einigungsfähigkeit). Sämtliche westliche Menschenverluste sind im Vergleich zu den innerhalb der islamischen Welt anfallenden Verlusten fast schon als marginal anzusehen. Syrien ist ein Paradebeispiel dafür, wie Moslems untereinander ausgespielt und vorgeführt werden, die Drahtzieher sind die USA, Israel (was Lutz Meyer ins seinem Beitrag auf SiN ganz beredt unter den Tisch hat fallen lassen) und die Türkei, auf der anderen Seite halten Assad, Iran und Russland dagegen, letztere sind bestimmt keine Salafisten. Die reichen sunnitischen Länder wie S-A und Qatar sind alle 100% auf US-Seite.

Der ganze Salafismus und ähnliches ist der verzweifelte Versuch, eine innerlich eigentlich bereits abgestorbene Religiosität durch härteste äußere Form zusammen zuhalten. In Wahrheit fährt man dann aber gerade in Ländern wie SA und Qatar westliche Gelände- und Luxusautos, liebt KFC und MCD, kauft westliche Luxusprodukte und holt sich Heerscharen an hoch bezahlten westlichen Ingenieuren, Technikern, Lehrern in die Länder, um sie irgendwie krampfhaft westlich zu machen.

Von daher: Null Bewunderung für den Islam. Er ist noch mehr Vergangenheit, als es das Christentum ist, er hat nur durch rigide Strafmaßnahmen seine äußere Hülle besser erhalten können, als das Christentum, innerlich, spirituell, ist er schwächer als jede christliche Randgemeinde. Er hat daher gerade kaum Einigungsfähigkeit, außer er wendet die Knute an und auch davor fliehen dann nicht gerade wenige. "Der Islam", auch der salafistisch- sunnitische, ist ein zersplitterter Haufen, der von den USA und Israel nach Belieben Gegeneinader ausgespielt und instrumentalisiert wird.

Kein Anlass also, irgendwelche Hoffnungen in ihn zu setzen, er taugt weder als Katalysator zur Einigung im eigenen Lager und noch nicht einmal als politisches Propagandamittel, um mit einem Anti-Islamismus Leute in größerer Zahl für rechte Positionen zu gewinnen und damit schon gar nicht als Sorel´scher Mythos zur Mobilisierung der Massen, wie das politische Scheitern jeglicher Form von instrumentalisierter Islamkritik (pi, PRO-Parteien, Die Freiheit, etc.) deutlich zeigt.

Die Leute lassen sich allesamt nicht mit Pauschalisierungen wie guter oder böser Islam überzeugen, so viel Differenziertheit ist nach wie vor vorhanden im Lande - was aber die Mehrzahl mittlerweile schockt, ist die schiere Masse an Menschen, mit denen unser Land geflutet wird. Und das wäre dann schon ein Thema für Parteien wie die AfD.

Schatten von E.
19. September 2015 11:36

@ Sakksa

Ich habe ähnliche Erfahrungen mit radikalen und weniger radikalen Islam-Anhängern gemacht.

Was meine Erfahrungen jedoch von Ihren unterscheidet, ist die nach wenigen Gesprächen festgestellte Oberflächlichkeit der Bildung. So konnte ich, nachdem der Lack abgekratzt war, nur noch Wiederholungen und Phrasen erkennen. Eine tiefe Bildung im europäischen Sinne fehlt.

Nach dem ersten erstaunten Aha-Erlebnis kommt schnell der ernüchternde Punkt, wo sich die Gespräche in Kreis drehen. Das prognostiziere ich auch für Ihre Gesprächspartner bei intensiveren Gesprächen.

Wenn man erste Gespräche führt fängt man immer wieder von vorne an. Das erweckt einen falschen Eindruck. Da gibt es zunächst interessante Übereinstimmungen, die sich aber beim vergeblichen Versuch, in die Tiefe zu gehen, schnell auflösen.

Ein kurdischer Islam-Anhänger hat mir mal ungefähr gesagt: "Wenn Du Probleme mit Juden, Christen, Liberalen, Linken, Kapitalisten, Amerikanern, Schwulen und frechen Frauen hast, gibt es eine Komplettlösung: Den Islam".

Da habe ich mir zuerst auch gedacht: Auf welcher Seite stehe ich eigentlich? Haben nicht auch Rechte, wie der NS-Theoretiker Johann von Leers, den Weg zum Islam gefunden?

Die in der Aufzählung Enthaltenen würde ich nie verteidigen. Aber dennoch: Ich bin Weißer, Deutscher und Atheist. Der Islam ist für meine Weltanschauung somit grundsätzlich inkompatibel.

Ich behaupte, daß es keinen längeren, intensiven Dialog mit dem Islam geben kann. Dialog bedeutet für ihn ausschließlich, das mehr oder weniger schnelle Einsehen des Gesprächspartners, daß der Islam für alles die ausschließlich richtige Antwort ist. Und diese Antworten sind Sackgassen und Scheinlösungen.

Meier Pirmin
19. September 2015 12:13

@Nemo obligatur und an andere: Täusche ich mich, dass in den wichtigen deutschen Medien bei allen einschlägigen Themen die Kommentarfunktion zunehmend häufig ausgeschaltet wird? Am wenigsten noch bei Focus? Oder sehe ich falsch oder habe ich ein technisches Problem? Um Antwort von Kommentatoren wird gebeten.

Langer
19. September 2015 13:21

@Sakksa

Ich haette nichts dagegen, naeheres ueber das Gespraech zu erfahren. Was hat der Mann denn so erzaehlt und was genau hat man nichts entgegenzusetzen?

Keats
19. September 2015 14:58

Deutsche Wirtschaftsinstitute fordern seit Jahren "500.000 Zuwanderer pro Jahr". Über Google lassen sich die Gründe dafür nachlesen. Hier werden logisch die Interessen der deutschen Wirtschaft vertreten, damit - aus eigener Sicht - die Interessen der deutschen Bevölkerung. Wenn Schäuble das Aufgehen Deutschlands im EU-Superstaat propagiert, stellt er das ebenso als alternativlos und positiv für alle dar.

Die modrigen Nationalstaaten müssen abgeschafft werden und die Welt geeint. Dann werden die Menschen auf ewig glücklich um den Regenbogen tanzen können. Das ist die Theorie, hinter der sich die unterschiedlichsten Gruppen sammeln können. Kirchenfunktionäre und Sozialisten können Seit' an Seit' marschieren, im Bewußtsein, langfristig für alle Menschen Gutes zu tun.

Praktisch sieht die Sache anders aus. Es wird "Schwierigkeiten" geben. Konkret: Deutsche werden beraubt, zusammengetreten, vergewaltig, ermordet werden. Von Menschen, ihr "Das sind doch auch Menschen!"-Schwafler.

Die große Koalition der Willfährigen wird auseinanderbrechen. Mit dem weiteren Zusammenstreichen des Sozialstaates werden den asozialen Speerspitzen des Antinationalismus, SPD und "Linke", die Anhänger weglaufen. Wie lange werden sich die Christen gefallen lassen, von schlechten Hirten ins Verderben geführt zu werden? Die Pharisäer in den Gemeinden werden ein verdientes "Gott wird Ihnen nicht vergeben!" hören müssen.

Es besteht keine Chance, daß sich die Situation in Harmonie und Wohlgefallen auflöst. Die hereinströmenden Invasoren bringen Kriminalität, Aufruhr, Terrorismus.
Die Stärke des Globalismus ist sein Nimbus der Moralität. Das wird enden.

Fredy
19. September 2015 20:34

Wenn es Islam und Araber braucht um Deutschland zu retten (ja, was denn genau: Deutschland ist mehr als konservatives Schnackseln zur Großfamilie), dann gibt es nichts mehr was sich zu retten lohnt.

Den romantischen Islam eurer Ritterromane, den gibt es nicht mehr. Gegen Koran und Schwert helfen nur Bibel und Schwert.

Nemo Obligatur
19. September 2015 22:55

@ Meier Pirmin

Sie täuschen Sich nicht. Vor allem bei der FAZ ist es augenfällig. Dort kann man eigentlich nur noch politisch harmlose Themen kommentieren (auf dem Niveau "Paris Hilton ohne Höschen"). Die ZEIT lässt dagegen zwar Kommentare praktisch immer zu, zensiert aber rigos.

Ach, ich denke, die Damen und Herren Redakteure haben einfach die Hosen voll. Sehen wir es ihnen nach. Sind auch nur Menschen, die noch ihre Altbauwohnung im Bionade-Viertel abbezahlen müssen :-)

Sakksa
19. September 2015 23:37

@Schatten von E., Langer und andere

Es lag mir fern, für uns eine Annäherung an den Islam nahezulegen. So der Eindruck entstanden ist, entschuldige ich mich gern dafür. Klar ist, dass der Islam sich nicht um Bildungsfragen schert, keine Waschmaschinen fachgerecht reparieren will, keine Titel und Abschlüsse erlangen möchte, keine spitzfindige Intellektualität züchtet sondern in seiner für uns abzulehnenden Rigorosität doch ziemlich revolutionär ist. Dumm sind die aber noch lange nicht. Die haben die Prioritäten für sich gesetzt. In ihrem kompromisslosen Konservativismus lohnt es sich, sie sich anzusehen, nicht mehr und nicht weniger.

Ich kann nicht sagen, dass der Typ, von dem ich hier berichtete, mir unsymphatisch war. Ich gebe zu, hätte ich irgendwo in der syrischen Wüste mit einem knallorangen Anzug und einer AK47 im Genick und einer Kamera vor mir gesessen wäre das Setting anders gewesen. So war´s eher ein entspanntes Gespräch, ganz unaufgeregt im Grunde. Religionsfragen. Wie sich doch Christentum und Islam gleichten etc.pp. Der : Die Reichen werden nicht zu Allah kommen Ich : Genau. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelör usw., aber bei Gott geht das letztendlich trotzdem, bei eurem nicht usw.
Wie bibelfest ich bin....es war ein gutes Gespräch, das ich so mit meiner Kirche nie hätte führen können, ein Gewinn.

Meier Pirmin
19. September 2015 23:54

2Nemo obligatur. Danke für den Hinweis auf DIE ZEIT. Das würde heissen: Zensur verfeinert den Stil (Ernst Jünger).

Michael Schlenger
20. September 2015 00:10

Herr Meier,

Sie beobachten das richtig - wie auch von Nemo bestätigt. Was die auf ihre im Dritten Reich einigermaßen widerständige Haltung stolze F.A.Z. angeht, kann der "mündige Wähler" auf deren Online-Präsenz seit etlichen Wochen keine Kommentare zur unkontrollierten Einwanderung mehr abgeben. In der von NSA et al. wohl weniger beachteten Druckausgabe werden aber noch erstaunlich offene Leserbriefe abgedruckt.

Die einschlägigen Online-Kommentare "kluger Köpfe" in der Zeit vor dieser zensurähnlichen Entscheidung waren übrigens nach meiner Wahrnehmung keineswegs staatsgefährdend, ganz im Gegenteil...

Immerhin bringen U-Boote wie Kohler und Steltzner noch den Mut auf, in der vom angeblichen Intellektuellen Schirrmacher seinerzeit auf "links" gedrehten FAZ die Ratio der Herrschenden in Berlin in Frage zu stellen.

Diese Fragmente von Freizügigkeit dürften demnächst ebenfalls der Vergangenheit angehören. Dahinter kann man dieselben Kräfte vermuten, die regimekritischen Stimmen wie der AfD auf Bundesebene den Strom abgestellt haben. Jedenfalls sind die nach meiner Wahrnehmung seit der letzten "Rettung" des griechischen Operettenstaats scheintot.

Mittlerweile muss man fast schon wieder auf animalische Restinstinkte in der CSU hoffen. Vermutlich haben sich dort einige wache Geister ein paar Strauss-Videos auf Youtube reingezogen...

Anja
20. September 2015 01:05

Lieber @Sakksa
Freitag, 18. September 2015, 16:43

Ihr Kommentar ist sehr interessant, zumal er uns die seltene Sicht auf einen sog. Salafisten zeigt.

Sie schreiben:

"Kaum je habe ich unter eigenen jemanden getroffen, der derart würdevoll, selbstsicher und vor allem so höflich war. (...) Aber diese Belesenheit, dieser konservative Stil, diese Ablehnung des westlichen Austauschmenschen ohne jede Überzeugung, auch die Ablehnung der gnadenlosen Spaßgesellschaft hat mich beeindruckt."

Dazu ich:

Ich bin in der glücklichen Lage, während ich Ihre Zeilen lese, an meinen Vater zu denken, denn er ist genau so, wie oben von Ihnen beschrieben. Damit meine ich, daß es auch unter unserem Volk genau solche Menschen gibt - und nicht wenige. Doch diese suchen nicht unbedingt die Öffentlichkeit, weil sie sich selbst und ihrer Familie genug sind.

Sie schreiben:

"Dazu kommen andere Überschneidungen (...), nämlich die Hochachtung der Familie und das Streben nach dem Erhalt des Hergebrachten, eine Art orientalische Romantik wie in Europa Ende des 19. Jahrhunderts, als der Ritterroman Konjunktur hatte. Salafismus ist das Streben nach Leben, wie es die Vorväter taten"

Auch dies beschreibt meinen Vater, denn die Familie bedeutet ihm a l l e s. Er ist unser größter Fan. Dem Zusammensein mit seinen Töchtern und Enkeln kommt nichts gleich. Dafür läßt er alles liegen. Er ist sehr konservativ im positiven Sinne, kennt sich in der Weltgeschichte derart präzise aus, wie kaum jemand, den ich kenne. Sein Allgemeinwissen ist unbeschreiblich. Früher war er mein "Google".

Als ich als Kind krank war, bekam ich von ihm die alten Ritter- und Heldensagen geschenkt. Später kam vieles andere hinzu wie Hannibal, Ivanhoe, Theoderich usw.

Er fing bei seinen Kindern sehr früh damit an, die Liebe zum Eigenen zu entwickeln - nämlich, das Interesse für die Geschichte unseres Volkes zu wecken, woher kommen wir, wer sind wir..., stolz darauf zu sein und es als etwas Besonderes zu empfinden. Aber nicht gegenüber anderen Völkern, sondern als etwas Besonderes für uns persönlich, als Teil dieses Volkes und als Nachkommen unserer Ahnen, die in diesen deutschen Landen lebten.

Was ich damit sagen will:

Es sind keine rein salafistischen Merkmale, die Sie beschreiben.

Es sind Merkmale, die besonders konzentriert gerade auch bei uns Patrioten vorzufinden sind, die sich gerade jetzt, in dieser Zeit, große Sorgen um unser Land machen, um das ererbte Land unserer Vorväter.

Es ist fast beruhigend, daß wir mit den Salafisten einiges gemein haben. Wenn da nicht das Kopfabschneiden wäre und einiges andere, könnte man sie lt. Ihrer Beschreibung fast lieb haben!?

Wir nehmen in unserer Umgebung meistens nur das Laute, das Grelle, das Affektierte, das vermeintlich Moderne wahr, weil viele von uns eine Rolle in der Gesellschaft spielen wollen oder spielen müssen. Hammer oder Amboß sein... - Viele machen einen oberflächlichen Eindruck auf ihre Mitmenschen oder sind es auch, passen sich der Masse an, weil sie sich nicht selbst bewußt sind.

Anders wird es, wenn es um einen Überlebenskampf geht, wenn es um einen Existenzkampf geht, wenn Geld keine Rolle mehr spielt, weil es dafür nichts mehr zu kaufen gibt, weil alles am Boden liegt...

Leider werden erst dann viele Menschen wieder zu ihren ursprünglichen Wurzeln zurückkehren. Erst dann wird sich zeigen, wer wirklich menschlich ist und frei von Ideologie. Leider muß es soweit kommen!?

Monika
20. September 2015 07:54

@ Nur Aliqalantar

Ich fände es sehr interessant, wenn hier einige Muslime mitdiskutieren würden. Ich habe schon lange das Gefühl, daß zwischen der PI Fraktion und der linken und leider auch kirchlichen Position der sog."friedlichen Koexistenz " noch sehr viel mehr drin wäre.
Hier hätte die konservative Rechte die große Aufgabe einer wirklich tiefergehenden Auseinandersetzung.
Fragen, die mich brennend interessieren würden. Wo genau liegen eure Probleme mit dem Gekreuzigten ?
Siehe auch https://www.sueddeutsche.de/politik/navid-kermani-ich-koennte-an-ein-kreuz-glauben-1.462412
Was unterscheidet euren barmherzigen Gott ( Khorchide) vom christlichen Gott ? Wie kann man zu einem Gott beten, den man nicht Vater nennen kann ( Gerl-Falkowitz) ?
Die nur politischen Rechten werden diese Fragen nicht beantworten und gottlosen Linken mit ihrer Ersatzreligion Toleranz auch nicht
Aber dies wäre mal ein eigenes Thema.

P.S. SiN ist zur Zeit unglaublich interessant. Kompliment !.

Meier Pirmin
20. September 2015 09:00

@Wawerka. Kardinal Marx spricht, natürlich leicht demagogisch, von der Hilfspflicht gegenüber "Sterbenden an der Grenze", also dem, was in 99,99% der Fälle nicht unbedingt der Fall ist. Mutter Teresa würde über sehr viele der einreisenden Typen den Kopf schütteln, so sie noch lebte. Dass aber selbst zum Beispiel gegenüber einem Kriminellen in dem von Kardinal Marx geschilderten Spezialfall die Hilfe des barmherzigen Samariters geboten wäre, lässt sich gesinnungsethisch nicht bestreiten.

Die Frage nach der "christlichen Identität" ist etwas anderes, meines Erachtens für viele hier bei Sezession nicht das Hauptanliegen. Sehr wohl bleibt aber zu beanstanden, dass unter den syrischen Kriegsflüchtlingen die nachweisbar verfolgten Christen nicht gerade die dominante Stellung einnehmen, die man erwarten würde. Mindestens nicht gemäss medialer Wahrnehmung. Für dieses Thema interessiert sich u.a. Christian Solidarity International.

Richard Meißner
20. September 2015 16:54

@ Oswaldo, Sakksa, Arndt und Schatten von E.

Auch ich fürchte bzgl. des Islam hier eine falsche Romantik. Der Muslim trägt heute stolz seinen Glauben, als Distinktionsmerkmal, wie man auch ein bestimmtes Kleidungsstück oder Assescoire trägt. Er kompensiert damit seine Minderwertigkeitskomplexe gegenüber der Westkultur. Diese aber ist sein eigentliches Ziel, sein Traum. Millionen jungfer Männer drängen ja nicht deshalb in die Westkultur rein und aus der Muslim-Kultur raus, weil ihnen die Muslimkultur mit ihren Schleierfrauen so toll gefällt.

Sehe ich die Immigranten um mich herum, sehe ich keinen Kreuzugsgeist gegen die moralische Finsternis. Ich sehe die ganz gewöhnlichen Wünsche und Hoffnungen junger Aufsteiger - die Glückstotem aller Neureicher. Man will Muskeln haben und Markenklamotten darüber, man will ein schnelles lautes Auto fahren, eine blondierte, schlanke Frau neben sich. Natürlich geht man auch in die Moschee, weil man das so macht. Aber die eigentliche große Zeit der Woche, dass ist nicht das Freitagsgebet, sondern wenn man sich in Schale wirft und mit den Jungs die Innenstadt unsicher macht.

Habe vor kurzem die Düsseldorfer Altstadt nachts besucht. Bei den feiernden Horden gewiss je nach konkreter Örtlichkeit bis 40% Immigranten. Züchtige Frauen? Quatsch! Lederjacken und Alkohol. Der wesentliche Unterschied zu den Deutschen, die sturzbesoffen ihre albernen Junggesellenabschiedebegingen - eine gewisse Härte in den Zügen und latente Aggressivität. Der Hunger der noch Ungesättigten nach Materie.

Die Sitution des Islam heute ist vergleichbar dem europäischen Christentum zur Zeit des Imperialismus. Man trug das Kreuz um die Welt, drängte es den Eingeborenen auf und im Inneren den Juden. Dabei war man selbst schon längst aufgeklärt, rational und kapitalistisch.
Wie ein Stern vor dem Kollaps, der sich aufbläht.

Oder glaubt jemand wirklich ein irgend ein Saudi glaubt an die Schöpfung des Menschen aus Lehm?

enickmar
20. September 2015 17:08

@ Der Gehenkte

Man erkennt das immer daran, dass die Beweislosigkeit bereits als Beweis angeführt wird … weil alles sooo geheim ist etc. Da hört aber jede rationale Argumentation auf – und selbst wenn sie de facto recht hätte, könnte man sie nicht sinnvoll führen.

Vielleicht erst nochmal die eigenen überheblichen Kommentare durchlesen, bevor man sich über die Antwort beschwert.

Der Erkenntnisgewinn meines Beitrages besteht in dem Hinweis auf die Möglichkeit, sich zunächst ausreichend mit der Materie auseinanderzusetzen bevor man polemische Mainstream-Phrasen drischt.

Magnus Göller
20. September 2015 19:47

O was ist denn hier los? - !

Jetzt wird, da die christlichen Kirchen nichts mehr herzugeben scheinen, schon der Islam, also die Unterwerfung, als konservativ erfreulich gelobt.

An Hirnerweichung fehlt es in der Tat nicht.

Der deutsche Gedanke ist der Freiheit.

Monika
20. September 2015 22:35

@ Richard Meißner
Na, dann wollen wir ja alle nur das eine . Blondierte schlanke und weniger schlanke Frauen. Es lebe das Oktoberfest. Mit Claudia und Micaela. Und die Sozialmigranten wollen das auch. Wo ist jetzt eigentlich das Problem ?
https://www.focus.de/regional/muenchen/oktoberfest/oktoberfest-wiesn-ansturm-die-stars-auf-dem-oktoberfest_id_4959888.html

Sah kürzlich in einer Touristenmetropole eine Muslima, die ihr Kopftuch abnahm und die Haare im Wind flattern ließ. Aufgeklärt und kapitalistisch.
Alle wollen so konsumieren wie wir. Verständlich.
Da wird jede Religion überflüssig.

NurAliQalandar
20. September 2015 22:56

@Monika
Danke für den freundlichen Empfang. Ja, ich denke und hoffe auch, da wäre mehr drin zwischen PI und linksgrün . Der deutsche Konservatismus, den ich kenne und schätze , wie er sich zum Beispiel in Ernst Jünger zeigt, oder wie ich ihn auch selbst im deutschen Teil meiner Familie kenne, war immer respektvoll und interessiert dem Islam gegenüber , und umgekehrt gilt dies auch für die wahrhaft traditionellen Muslime in ihrer Haltung gegenüber dem Christentum .
Was nun die Unterschiede angeht, die Sie in ihren Fragen auch ansprechen, so sprengte es wohl hier den Rahmen ( und die Geduld einiger hier Mitlesender ;) ) , darauf zu detailliert einzugehen. Sie können aber gerne meine e-mail-Adresse erfragen , wenn Sie möchten.
Hier vielleicht nur soviel : Ich bin Shia-Muslim , aber eben auch ein Traditionalist im Sinne Schuons/Guenons/Evolas durch und durch , insofern ist mein eigener Blick auf andere Religionen sehr entspannt .
Ich sehe in erster Linie Unterschiede der Perspektive , nicht des Wesens an sich , in den verschiedenen Religionen. Die "transzendente Einheit der Religionen " ( abermals Schuon , nebenbei nicht zufällig ein deutscher Denker - "Germanic to the core" , wie ihn ein Biograph beschreibt , trifft es wohl genau ) steht für mich außer Frage .
Daher : Die christliche Perspektive , Gott als Vater , der Gekreuzigte , damit habe ich keine Probleme , auch wenn mein Standpunkt ein anderer ist. Was uns eint , der Eine barmherzige Gott , steht für mich absolut im Vordergrund, besonders in Konfrontation mit einer durch und durch entheiligten und entheiligenden Gesellschaft wie der heutigen, die ausnahmslos alle spirituellen Werte und transzendenten Bindungen in den Staub tritt.
Die Anwendung des traditionalen/perennialistischen Denkens in der Sphäre des Politischen/Metapolitischen wäre daher eben , religiöse Unterschiede weder überzubetonen noch einebnen zu wollen, sondern im Gegenteil die gemeinsame Grundlage ebenso wie den gemeinsamen Feind zu erkennen.
Als Einzelkämpfer, davon bin ich überzeugt, wird keine Religion und auch kein Volk gegen den Ungeist der Moderne gewinnen .
Das gilt auch für den Islam . Wie @Richard Meißner oben ganz richtig beobachtet , ist auch im Islam die Tendenz zur Verweltlichung und geistigem Verfall sehr groß . Die Markenklamotten-/ Bodybuilding-/ Proll-Immigranten , die heute oft als " die Muslime " wahrgenommen werden ( und nochmals : die Salafisten sind auch nur ein Zerfallsprodukt und nur die Kehrseite der Medaille , mit islamischer Spiritualität haben die genausowenig zu tun ) sind weit weit entfernt vom geistigen Gehalt, der dem Islam zugrundeliegt und ihn einst ausmachte.
Dennoch ist der Kern gesund , da er nicht dem Verfall der Zeit unterliegt :
Christentum und Islam könnten sich hierzulande daher aneinander aufrichten, das wäre geraten. ( Und auch aus anderen spirituellen Traditionen kann und sollte man Inspiration beziehen , ich denke hier vor allem an die durch und durch indo-arische
Yoga/Vedanta - Überileferung . )
Dazu braucht es allerdings einen Stopp der arabisch-afrikanischen Massenimmigration einerseits als aber auch klarer und verläßlicher Maßstäbe im gegenseitigen Umgang andererseits .
Dann könnte man - so Gott will - eine neue Tür öffnen , die Deutschland wahrhaft geistig wieder aufrichten könnte .
Bevor man mir nun Träumerei vorwirft : Ich sehe das Ganze mit nicht allzuviel kurzfristigem Optimismus , die Kräfte der Verdunkelung und des Chaos sind enorm und wir sind sicherlich in einer zyklischen Phase äußersten Verfalls angelangt, und es wird wohl gehörig rappeln . Aber erstens wächst in einer solchen Lage auch das Rettende , und außerdem muß das , was das Richtige wäre, in jedem Fall versucht werden , auch wenn der Erfolg fast aussichtslos scheint.
" Und das Gelingen ist von Gott " , wie wir Muslime so sagen ;)
Und ich bin ganz definitiv mit Ernst Jünger " letzthinnig Optimist " .
NurAli
P.S. : Allerdings sehr interessant hier zur Zeit . Vielen Dank nochmals .

Meier Pirmin
20. September 2015 23:20

"die Haare im Wind flattern", liebe Monika, das für eine Muslimin, ist ein Zitat aus dem mir angegeben Drostegedicht "Am Turme!"

Oswaldo
21. September 2015 03:25

@ NurAliQualandar

"MaashaAllah – das ich so etwas hier noch eines Tages lesen durfte !
Beste Grüße von einem hier schon lange Jahre meist oder zumindest oft mit einiger Freude mitlesenden Muslim , der nichts lieber sähe , als die sinnlose und schädliche Kluft zwischen Muslimen und deutschen/europäischen Rechten/Konservativen endlich aufgebrochen zu sehen."

Grüß Gott.

"Allerdings : Vorsicht beim Salafismus ! Der ist ( wenn es sich nicht einfach um sehr rigides Sunnitentum handelt ) so antitraditionell und antispirituell wie nur was.

Shia / Sufismus wäre das Gebot der Stunde."

Aber das ist nicht dasselbe. Meine beinhart konservativen Lesart haben teilen sie, das ist schön, aber etwas beschäftigt mich dann doch. Nämlich dass Sie ihre eigenen kulturellen Prägungen nicht relativ sehen in ihre politische Meinung mischen.

Hätten Sie nur Sufismus geschrieben, ich hätte ich Ihnen hier vollauf zugestimmt. Denn jede spirituell-mystisch-meditative (und damit übrigens auch philosophische) Praxis würde dem materialistisch verengstirnten und metaphysisch vollends erschöpften Westen mit seinen materialistischen maximalverengtenParlamentshorizonten sehr gut tun. Das Problem ist geistig und die Lösung ist es auch. Und diese wahrhaft religiösen, die Seele öffnenden Richtungen, ganz gleich ob sie nun rheinische Mystik (Meister Eckhart), Advaita, Neuplatonismus, Sufismus oder wie auch immer heißen, harmonieren alle miteinander. Einen Krieg zwischen Mystikern und Meditationsorden wird es niemals geben und dass Buthan, vermutlich das geistigste Land der Erde, vom Harmonieprinzip lässt, um die Welt zu erobern, oder irgend etwas in dieser zu verbreiten, ist eher unwahrscheinlich...

Soweit so gut. Das ist die universelle Religion. Warum sie Shia schreiben, das verstehe ich indes nicht. Mengen Sie hier nicht Ihre zufällige kulturelle Prägung in ihre politische Meinung? Wären Sie nicht zufällig ein Perser, sondern ein Saudi, würden Sie gewiß mit derselben Vehemenz insistieren, dass Abu der legitime Nachfolger des Propheten sei und nicht Ali... Aber was hat das soziodemographisch beschreibbare mit politischen Auffassungen zu tun? Richtig: nichts. Dass ich aus einer katholischen Gegend Deutschlands komme und ich etwas Calvin intuitiv als zweifelhafte Figur ansehe, hat mit meiner politischen Überzeugung, dass nicht Geld, sondern Geist und Gott ins Zentrum allen politischen Denkens und Handelns gehören, nichts zu tun.

Anders: Dass Sie Perser sind, davor habe ich Respekt. Dass sie ein spirituell denkender Konservativer sind, dass freut mich. Aber dass in ihrem Land schiitischer Islam kulturprägend wurde, sollten Sie nicht zum Element ihrer politischen Meinung machen. Das ist so ein Punkt, der viele Westler islamskeptisch macht, weil Sunna und Schia auf einmal deutsche Bürger werden und das den Lebensstrom spaltet, einen Gedanken, der gerade Protofaschisten nicht behagt (einfach weil es den Lebensstrom spaltet; Blutgruppe A und Blutgruppe B in einem Organismus führt nochmal wozu? :) Antikommunisten, Antiliberale und im Grunde scharfe Rechte seid Ihr allerdings alle.

Was noch ein bisschen fehlt, ist was man Relativismus nennt...

Die eigene Prägung so objektiv sehen wie eine ferne Gebirgskette am Horizont. Denn die Begriffe Wahrheit und Kultur schließen sich aus. Natürlich liegt dem Schisma des Islam ein scheinbarer "Wahrheitsantagonismus" zu Grunde, nämlich die Frage, wer nun der "wahre" Nachfolger Mohammeds gewesen wäre. Das hat aber mit dem Wahrheitsbegriff der Logik nichts zu tun und ob ein Muslim heute der einen oder anderen "Wahrheit" nähersteht, ist in 99% der Fälle ein rein genealogischer Zufall...

"[Salafismus...] Und das ist unter anderem auch einer der Gründe , warum ich gegen ungebremste Masseneinwanderung gerade arabisch-sunnitischer Muslime bin."

Ja. Einen zweiten anderen habe ich Ihnen eben genannt. ;)

Deutschland hat eine Geistestradition und geistige Tiefe, die es geradezu prädestiniert hat für eine Wiederbelebung des Islam und umgekehrt durch den Islam in seiner ganzen mystischen Tiefe.

Hat es die heute noch? Spengler sagte vor 100 Jahren in der Annahme eines deutschen Sieges (!) ein völlig amerikanisierte Bevölkerung in Deutschland voraus. Der durchschnittliche Deutsche unserer Tage ist ein religiöser, metaphysischer und spiritueller Analphabet, mitunter gar vulgärstolzer Atheist. Es geht hier glaube ich eher um Wiederdurchgeistigung, um "zweite Religiosität".
Ich bin übrigens nur politisch antiliberal bis auf die Knochen. Im religiösen Denken bin ich es nicht. Mir gefällt insofern der Sufi-Orden des Hazrat Inayat Khan besonders gut. Alle großen Weltreligionen im Wappen. Die müssen alle zusammen den Materialismen der Bolschewiken und der Liberalen das Handwerk legen. Man achte mal auf eine Parlamentsdebatte zwischen einem bürgerlichen Liberalen und einem Linkssozialisten. Es geht nur um Geld... Von der Seele ist nie die Rede.

Wenn Sie indes glauben, dass mich ein rein islamisches Deutschland freuen würde, verstehen sie mich miß. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass selbst ein solches dem Links-Liberalismus, diesem Abgrund an Niedertracht, gewachsen wäre.


Wenn sich die deutsche Eigenart, noch das letzte i zu betüpfeln , mit salafistischer Doofheit verbindet , ist das Schlimmste zu erwarten.

Dann haben die alle einen Pierre Vogel im Kopf. ;)

Aber ein mystischer/gnostischer Islam , der durchaus kompromißlos in seiner Exoterik

Ist das kein Widerspruch?

sowie der Ablehnung der modernen Verfallsgesellschaft ist

Der Punkt, auf den es mir ankam.

könnte hier im Verbund mit rechten und konservativen Kräften z.B. unter deutschen Christen eine ganz andere Kraft entfalten als es in der bisherigen Konstellation möglich ist, die uns als Muslime quasi notgedrungen auf die Seite der Gender-/Homo-Ehe-/Conchitawurst – Gesellschaft drückt, einfach, weil es deutschen Rechten unmöglich zu sein scheint, die ethnischen von den religiösen Fragen zu trennen, wie es nötig und durchaus möglich wäre.

Leider ist die deutsche Rechte gar nicht so religiös. Oder "geistig gesinnt". Sie kämpft gerade um ihr Siedlungsgebiet, fackelt mangels Intelligenz, eine Regierung an den Start zu bringen, Asylantenheime ab. Da ist einiger gesunder Lebensinstinkt drin (wiewohl dem Paragraphen nach illegal, was sich die Deutschen ja angeblich nicht gar nich trauen...), allerdings fehlt eine geistige Vision der deutschen Rechten völlig. Da ist sehr viel Traum vom "Konsum ohne Türken", wie Kubitschek das nannte. Heute analog der Traum vom "Konsum ohne Syrer". Die amerikanisierte Gesellschaft, die Spengler prophezeite... Eine metaphysische Blick ist ihr fremd, und deswegen ist sie exaktso erfolglos wie die Kommunisten, wenn auch nicht ganz so mutwillig weltanschauungsatheistisch. Im Grund ist die deutsche Rechte selbst materialistisch. Sie will nicht sein, sie fürchtet ums Haben. (siehe Erich Fromm). Viel pi-news Milieu besteht eigentlich aus ängstlichen Liberalen, die sich vor dem virilen und fruchtbaren Freßfeind fürchten. Dass dieser in mindstens 90% der Fälle das angesprochene Relativismusproblem (oder: die Absolutsetzung der eigenen kulturellen Prägung), an dem man sich rituell abarbeitet, tatsächlich mit sich herumschleppt, ändert an der eigenen materialistischen Veirrtheit überhaupt nicht. Dieses Milieu würde auf die Forderung "Steuersenkung für Deutsche 'Christen' durch Steuererhöhung für deutsche 'Muslime' sofort Hurra schreien. Dabei geht es nicht um Haben, sondern um Sein, also ein Gemeinwesen zu schaffen, in dem nicht der Körper hortet, sondern die Seele atmet.

Solange man nun aber als deutscher Muslim und islamischer Deutscher ( oder Deutsch-Perser wie in meinem Fall ) von der Rechten automatisch zum Feind erklärt wird, den es auszuweisen gilt , wird man eben auch aus Gründen eines gewissen Selbsterhaltungstriebes sinnvolle und notwendige Allianzen nicht bilden können.

Das stimmt. Es gilt umgekehrt aber auch. Etwa wenn Muslime den Fehler machen, ihre Kultur mit Gott zu verwechseln. Den linkesten Müll muss ein konservativer Moslem in einem christlich geprägten Land mit Worten wie unharmonisch, seelenfeindlich, gottlos, ablehnen (also mit Bezug zum Absolulten), aber nie, nie, nie mit "unislamisch". Das enthält eine selbstbezügliche Anmaßung und Einfalt, die vom Muster her den dümmsten Marxisten ähnelt (die kritisieren "fehlendes Klassenbewußtsein").

Das Selbsterhaltungs- und Selbstbehauptungsrecht des deutschen Volkes ist mir wichtig, aber wenn dies bedeutet, daß de facto jeder Muslim und jeder Ausländer zum Feind erklärt wird , ist es schwierig für mich und andere , die ähnlich denken, dies zu unterstützen.

Siehe Unterscheidung zwischen Volk und Nation. Das deutsche Volk ist nicht islamisch. Allerdings kann es innerhalb der deutschen Nation Muslime geben. Kein Mensch würde Mesut Özil sinnvollerweise als einen Deutschen nennen. Aber er ist Bundesbürger, hier geboren (damit Teil der natio=lat. Geburt) und spielt für die Nationalmannschaft. Dass er trotzdem ein Türke ist, sieht man daran, dass er das Lied der Deutschen nicht singt. Ist ja auch nicht sein.

So in die Richtung.

Dennoch – ich lese die Sezession seit geraumer Zeit mit Gewinn , auch gerade durch so manche Kommentatoren , daher sei hier, wie auch immer man zu meinen Überlegungen stehen mag , allen gedankt.
Beste Grüße

Dito
Oswaldo

Eveline
21. September 2015 09:21

Es ist ja ein Trauerspiel.

Wir benötigen keine multi - kulti Politik, daran ist Rom schon vor 2600 Jahren zerbochen, sondern eine multidimensionale Politik, nebst multidimensionaler Organisation, getreu unserer Herkunft.

Moslems und ihre schwarze Umhüllungen für ihre Frauen sind geistig gesprochen doch noch eine weitere dunkle Ummantelung ,wir sind - hier in Deutschland - ohnehin schon am Tiefstpunkt des Abstieges angelangt, den deutschen Frauen als Heil jetzt das noch die dunkle Hülle anzubieten ist schon bitter.

Die Schöpferkräfte dieser Frauen sollen müssen weiterhin unbewusst bleiben. Das steckt dahinter. Aber das ist nicht unsere deutsche Angelegenheit.

Frau Kositza hielt einen Vortrag anläßlich einer Preisverleihung, rein zufällig positionierte es sich auf meinem Schirm.
Sie sprach vom großen Wunsch nach Kindern und von der großen Freude, die ihr die Kinder geistig bereiten und immer eine helfende Hand da ist, wenn sie benötigt wird.

Mich erinnert das an eine Saatkartoffel, in die Erde gesteckt, gibt jetzt die Erde alles, was diese Kartoffel benötigt um groß und stark zu werden und im Herbst vielleicht 30 neue Kartoffeln - ganz ohne Geld - aber mit viel kosmischer Liebe- das Licht begrüßen dürfen. Unerschöpflich.

Liebe Frau Kositza, Sie warfen auch das Bild auf, das Frauen immer dorthin wechseln, wo das Geld ist.
Wer oder was steckt dahinter?
Es ist die Angst und natürlich der väterliche Rat: „Mach eine gute Partie.“ Oder
„Lerne erst einmal was Vernünftiges- gemeint ist ein Beruf, der gut bezahlt wird.“

Heute kommen hunderttausende von Flüchtlingen monatsweise zu uns nach Deutschland.
Ganz einfach des Geldes wegen. Sie machen halt gerade eine „Gute Partie“.
Und sie stehen in Resonanz mit genau diesem unserem verlogenem deutschen Konflikt.

Wir sehen jetzt, wie die Gesellschaft zerrissen wird, schon immer zerbrochen war, das ein uralter Konflikt aufbricht, der da heißt Geld oder Liebe, die eigene Schöpferkraft und nicht das die eine Frage zuerst auftauchen sollte: Rechnet sich das?

Habe ich Vertrauen in die eigenen Schöpferpotentiale oder fahre ich mit angezogener Handbremse den Berg hinauf, dafür aber mit viel Geld im Gepäck. Dann begreift sich ja auch TTIP, weil nichts anderes ist es.
Der Kunstmensch braucht künstliche Nahrung.

Jeder kann deutlich spüren, Heimat und Wohlergehen sind nicht zu kaufen.
Und doch haben sich auf alle Fälle die Politiker und viele Bezahlte aus der Asylindustrie für genau diesen Weg entschieden, wie viele andere Politiker in anderen Länder auch.... für den Weg der Dunkelheit, hinein in die Diktatur der multi - kulti NWO.

Und wer spaltet und trennt - ist auch nicht mit der eigenen Quelle verbunden und benötigt immer die Energie von genau den Menschen, die ihre eigenen Schöpferkräfte leben.....
Sie rauben die Goldschätze der Menschen und die geistigen Patente aus den Schließfächern...

Wer möchte denn jetzt von den Kommentatoren, Frau Kositza, die sich frei und sehr bewusst für ihre Schöpferkräfte entschieden hat, den schwarzen Umhang überziehen?
Spürt denn noch jemand, das da zwischen Welten an geistiger Reife liegen?
Und genau um diese bewussten Kräfte geht es. Sie sind der Goldstaub, der uns und unsere Heimat aus diesem Loch befreien wird.

NurAliQalandar
21. September 2015 13:21

@Oswaldo
Wie ich in meiner Antwort @Monika schrieb, bin ich Traditionalist im Sinne Schuons et al. , und sehe daher religiös-kulturelle Prägungen einschließlich der eigenen durchaus unter ihrem relativen Aspekt.
Dennoch irren Sie , wenn Sie schreiben " Shia und Sufismus sind nicht dasselbe . " In ihrem Kern und ihrer Quelle sind sie das nämlich gerade doch. Beide wurzeln im Nuru-l-Muhammadiyyah ( dem Muhammadanischen Licht ) , welches - und das wissen (fast) alle sunnitischen Sufis auch, nur durch Ali ( a.s. = alaihi assalam = Friede sei mit ihm ) weitergegeben wird. Es geht hier allerdings nicht um Genealogie im historisch-materiellen Sinne . Das wäre in der Tat ohne Belang. Die zugrundeliegende Ebene der Bedeutung , mythologisch, geistig, symbolisch im tiefsten Sinne ist hier der entscheidende Punkt. Daher , nicht aufgrund meiner eigenen religiösen Bindung , die Betonung liegt auf Shia noch vor Sufismus , jedenfalls wenn man es recht versteht . Wie dem auch sei : Praktisch bedeutet das nicht, nun den ohnehin ärgerlichen und weitgehend künstlichen Konflikt zwischen traditionsbewußten Sunniten und Shiiten weiter zu befeuern ( daran haben eigentlich nur zionistische Kreise ein vitales Interesse ) , sondern " die Geister zu scheiden " . Deutsche Konservative und Christen könnten und sollten die Allianz oder wenigstens eine gewisse Verständigung mit den Kräften innerhalb des Islam suchen , die traditionsbewußt im Sinne der Integralen Tradition sind . Die Salafisten sind es nicht , und wenn ich nun die Shia so
betone , so sei dazu noch zweierlei angemerkt : Erstens sehe ich das Problem , daß die Sunniten zunehmend weniger intellektuelle Abwehrkräfte gegen den Wahhabi/Salafi - Einfluß aufbringen, und das eben in dem Maße, in dem sie sich vom Sufismus und damit vom "Nur Ali ", dem Lichte Alis und des Proheten entfernen. Die haben eine Flanke offen wie ein Scheunentor, wenn Sie mich fragen .
Zweitens möchte ich aber auch betonen, daß ich zwar Shia, nicht aber die derzeit im Iran herrschende Revolutions-/ Polit-Shia meine . Die Angelegenheit diesbezüglich ist zwar komplex , dennoch bin ich ganz entschieden kein Anhänger der dort herrschenden Auffassung .
Sie sehen also , ob Shia von Bedeutung ist oder nicht , hängt ganz von der Perspektive und dem jeweiligen Verständnis ab.
Ist es nur eine mehr oder wenige zufällige religiös-kulturelle Prägung , ist es ganz sicher von geringer Bedeutung . Begreift man es in seiner Tiefe , ist die Bedeutung essentiell. Was passiert, wenn Muslime sich ganz vom Zentralen Licht , dem Licht des Gesandten , abkoppeln, kann man bei den ISIS-Kreaturen nun zu genüge bewundern .
Insofern : Shia ( geistig verstanden ) / Sufismus , das muss ich so stehen lassen .

Aber ein mystischer/gnostischer Islam , der durchaus kompromißlos in seiner Exoterik

Ist das kein Widerspruch?

Nein. Bzw.je nachdem ;)
Ein weiterer Grundzug der 12-er Shia : Die vehemente Betonung der Notwendigkeit eines Gleichgewichts zwischen Exo- und Esoterik .
Schale und Kern . Entspricht übrigens der Haltung des Hauptstroms des Sufismus . ( Daß ich selbst , als Qalandar , eine gewisse Sympathie für heterodoxe Ausnahmen habe , bleibt davon unberührt . ;) )

Was Sie über die deutsche Rechte und ihre mangelnde Religiösität / Spiritualität schreiben , ist wohl wahr und mir durchaus bewußt. Dennoch , und gerade hier auf SiN , wenn solche Themen zur Sprache kamen , es gibt sie doch noch , die deutschen Rechten , denen Religion, Spiritualität, Metaphysik nicht nur leere Worte sind. Wenn Gott will , wird dies auch wieder fruchtbar . Ich hoffe darauf .

Ihre Worte über Muslime hier , die Mißstände hier in rein selbstreferentieller Weise wie von Ihnen beschrieben anprangern : Volle Zustimmung !

Daß Sie kein "rein islamisches " Deutschland herbeisehnen , das habe ich mir schon gedacht ;)
Unter den gegebenen Umständen möchte ich auch lieber eine hier integrierte , aber religiös autonome Minderheit sein , als ein Teil einer vollkommen behämmerten arabisch-salafi-deutschen Ummah mit Gevatter Vogel als Kalif -
Daß ich indes den Islam in dem Sinne , wie ich ihn oben beschrieben habe , als eine geistige Alternative auch für Deutsche und damit auch für Deutschland ansehe , will ich aber gar nicht verhehlen ( Das nicht auf Kosten der Christen , aber als geistige Alternative für diejenigen, die eine solche suchen . Das Christentum allein sehe ich mit Verlaub für nicht in der Lage , Deutschland geistig zu revitalisieren . )
Er muß aber vom deutschen Wesen aus gedacht , rezipiert und gelebt werden , und zwar vom besten darin , seiner besonderen Fähigkeit zu mystischer Tiefe . Daher nochmals : Es muß Shia und/oder Sufi sein , am besten beides . Deutsche Sunniten , die nicht mehr sind als Sunniten , werden unweigerlich Salafisten .

NurAliQalandar

NurAliQalandar
21. September 2015 17:34

Nachtrag allgemein , und jenseits eher religionsspezifischer / metaphysischer Erörterungen noch ein paar Worte zu politisch-praktischen Fragen :
Eine Klärung der Haltung der deutschen Rechten/Konservativen zu den eingangs von mir genannten Fragen hielte ich wirklich für sinnvoll .
- Die Trennung der Frage Ethnie/Rasse - Religion
- Was ist eigentlich das Ziel oder die Wunsch-/ Idealvorstellung hinsichtlich Nicht-Deutschen und hinsichtlich Muslimen ? Wie könnte es, gesetzt den Fall , das Merkel-Regime oder seine Nachfolger geraten wirklich ins Wanken , aussehen, was dann von rechter Seite aus angestrebt wird ?
Alle raus ? Nur die Muslime ? Nur bestimmte Muslime ? Welche Rechte würde man Muslimen zugestehen, was von Ihnen erwarten ?
Wenn solche Fragen hier auch versucht würden zu klären , könnte das in jedem Fall weiterhelfen , hearuszufinden , was gegebenfalls möglich wäre und was eher nicht .
Darüberhinaus bleibt aber , das habe ich hier jetzt mit Freude goutiert , Gott sei gedankt , eine geistige Verwandtschaft und Verbindung zwischen Menschen aus verschiedenen Lagern, deren Geist noch nicht völlig vom allgemeinen Zerfall ergriffen ist und die sich, jeder an seinem Platz, versuchen , aufrechtzuhalten in einer Welt wie dieser .
Beste Grüße
Qalandar

Meier Pirmin
22. September 2015 18:08

@Oswaldo. "Christentum und Islam könnten sich aneinander aufrichten." Das ist eine naive inhaltlich unmögliche Leerformel. Hingegen könnten vernünftige Christen und vernünftige Muslime, welch letztere historisch nachweisbar sind, etwa Avicenna, Averroes und andere, miteinander über praktische Fragen vernünftige Gespräche führen. Das "Christentum" gibt es nicht. Es gab dieses schon im 1. Korintherbrief nicht, wo ca. 6 Denominationen aufgezählt werden. Der Islam ist über die Türme der Minarette aufgerichtet, zwar vorläufig in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft verboten zum Signal, dass Eroberung kein Menschenrecht sein muss und beim Erobernlassen Widerstand zumindest von der Verfassung her nicht verboten wäre. Der einschlägige Verfassungssatz, von dem Kritiker der Volksabstimmung sagten, er sei zu kompliziert gewesen und deshalb vom Stimmvolk nicht verstanden worden, lautet: "Der Bau von Minaretten ist verboten." Es handelte sich wohl um eine der transparentesten Entscheidungen in der Geschichte der Demokratie.

PS. Als ich einen iranischen Gelehrten auf den Arzt und Philosophen Abu Ali al Hosein Ben Abdallah Ibn Sina (Avicenna) ansprechen wollte als Basis eines möglichen Gesprächs, vernahm ich, sie hätten heute viel bessere Kenner der islamischen Wissenschaft, auf diese und nicht auf Avicanna und Averroes käme es an. Avicenna selber machte in sehr jungen Jahren die Erfahrung bei Professoren und an Hohen Schulen seiner Religion: "Ich konnte nichts mehr von ihnen lernen."

Von den arabischen Aristotelikern könnten wir jedoch sehr viel lernen. Deutschlands grösste mittelalterliche Philosophen, Albertus Magnus von Lauingen an der Donau und Meister Eckhart von Hochheim zitierten sie gerne und nachhaltig. Immerhin hat sich der Ayatollah Ruhollah Chomeini gemäss einer Zusammenfassung seiner Schriften, im Playboy Verlag erschienen, über Platon und Aristoteles noch relativ entgegenkommend geäussert, wiewohl er deren Existenz um etwa 200 Jahre falsch datierte.

NurAliQalandar
22. September 2015 22:36

@meierpirmin

@Oswaldo. „Christentum und Islam könnten sich aneinander aufrichten.“ Das ist eine naive inhaltlich unmögliche Leerformel.

Bitten um Verzeihung, der beanstandete Satz ist auf unsrem, nicht auf des zu Unrecht gescholtenen @Oswaldos Mist gewachsen .
Die Formulierung ist möglicherweise etwas verunglückt, das mag wohl sein . Inhaltlich stimmt es aber : Religionen ( bzw. die Menschen, die diese tragen ) können einander inspirieren , geistig befruchten , dafür gibt es genügend Beispiele. Ob das gelingt , hängt allerdings von der Tiefe der Einsicht und in erster Linie vom Zustand der Herzen ab .
Daß Sayyed Khomeini im Playboyverlag publizierte , ist mir neu .
Daß aristotelische Logik immer noch eines der ersten Fächer ist, das angehende schiitische Rechtsgelehrte an den Medreses lernen, ist jedoch bekannt .
Der " Wächterrat " der Islamischen Republik Iran ist jedenfalls sehr deutlich von Platon geborgt.
Mfg
NurAliQalandar , der seinerseits Aristoteles und damit auch die Mullahs für zu rationalistisch hält . Kristallklare Logik ist was Schönes und in ihrem Bereich unerläßlich, aber die ganze Wahrheit ist es dann doch nur, wenn auch reichlich Musik drin ist , nicht wahr ?

Oswaldo
23. September 2015 03:49

@NurAliQalandar

Wie ich in meiner Antwort @Monika schrieb, bin ich Traditionalist im Sinne Schuons et al. , und sehe daher religiös-kulturelle Prägungen einschließlich der eigenen durchaus unter ihrem relativen Aspekt.

Fein.

Zu Schia-Sufismus: Bin in den "Obertönen" dessen nicht musikalisch genug, mich dazu eingehender zu äußern; es wirkt aber durchaus authentisch, was Sie da schreiben.

Deutsche Konservative und Christen könnten und sollten die Allianz oder wenigstens eine gewisse Verständigung mit den Kräften innerhalb des Islam suchen, die traditionsbewußt im Sinne der Integralen Tradition sind. Die Salafisten sind es nicht

Ergänze zwischen 'Kräften' und 'innerhalb' ein auch. Ansonsten Zustimmung.

es gibt sie doch noch , die deutschen Rechten , denen Religion, Spiritualität, Metaphysik nicht nur leere Worte sind

Leere Worte nicht. Aber Mystiker, Heilige, Meditationsexperten sind wir auch nicht. Mein liebstes Hobby ist Metaphysik, ehrlich, aber ich lebe nicht sonderlich fromm oder geistig. Der antiliberale europäische Rechte ist so eine Art Türsteher des Geistes. Der Typus Orban, Putin oder Erdogan. Er erkennt aus einem gegenmodernen Impuls die Bedeutung von Religion und schützt das Klösterchen, wenn die atheistischen Linken es angreifen oder die Liberalen es aufkaufen wollen, um eine Spiegelglasversicherungszentrale an seine Stelle zu setzen. Aber was die Mönche da genau machen, weiß er eher selten.
Man sehe sich auch den Typus des Klerikalfaschisten des 20. Jahrhunderts an, bspw. Dollfuß oder Franco. Vom Typus des Nationalliberalen scharf zu unterscheiden. Letzterer ist progressiv (der Graf von Cavour als ein Beispiel), der genuine Rechte dagegen schlechthin reaktionär (in einer nichtökonomistischen und natürlich auch nichtmarxistischen Lesart des Wortes). So ein Typus wie der vieldiskutierte Jean Raspail. Allerdings denkt der Reaktionär, wiewohl durch und durch antidemokratisch, trotzdem nicht gottesstaatlich. So etwas gibt es aufgrund der historischen Trennung der geistigen und weltlichen Macht im Abendland nicht (Kaiser + Papst waren etwas anderes als der Kalif...)

Leere Worte sind es also nicht. Aber ein wirklich tiefreligiöser Mensch käme auch gar nicht auf die Idee, sich mit Politik zu beschäftigen. Er ist ganz Geist. Jedenfalls im Westen. Weil der Islam mit dem Komplettpaket (vor dem der Westen sich fürchtet) das etwas anders sieht, imponiert dem halbreligiösen, halbpolitischen Moslem natürlich der europäische Faschist.

Unter den gegebenen Umständen möchte ich auch lieber eine hier integrierte , aber religiös autonome Minderheit sein , als ein Teil einer vollkommen behämmerten arabisch-salafi-deutschen Ummah mit Gevatter Vogel als Kalif

Nichts dagegen.

Das Christentum allein sehe ich mit Verlaub für nicht in der Lage , Deutschland geistig zu revitalisieren

Ist es auch in der Tat nicht. Ehrlich gesagt glaube ich allerdings auch nicht daran, dass es möglich ist, in einer materialistischen Spätzeit eine metaphysisch erschöpfte Hochkultur wiederzudurchgeistigen. Es kommt in der Breite höchstens noch zu dem, was Spengler (der Meister der meisten hier) als "zweite Religiosität" prophezeite: Den Konsum spiritueller Angebote. Seelenwellness. etc.

Er muß aber vom deutschen Wesen aus gedacht , rezipiert und gelebt werden und zwar vom besten darin , seiner besonderen Fähigkeit zu mystischer Tiefe

Gibt es diese wirklich? Ich finde meine Landsleute im Mittel offen gesagt und ziemlich plump und reichlich ungeistig, ein Wort, das ein Großteil ebendieser Landleute so wie "ungebildet" liest. Was an deutscher Religion gegeben haben mag, hat schon das Christentum zerstört. Alles institutionelle bewegt sich im Spektrum zwischen cool, aber irreligiös (Ordensritter) bis lächerlich und minderwertig (Kumbaya-Protestantismus dieser Tage). Eine wirkliche deutsche Mystik gibt es doch gar nicht. Die müsste nämlich heidnisch sein. Eckhart und seine Dominikanerfreunde waren im Grund Neuplatoniker in christlicher Zwangsverkleidung, und ein wirkliches spirituelles Genie wie Jakob Böhme stand in gar keiner Tradition. Dieser tiefste deutsche Geist war ein Schuster.

Ich sehe die Zukunft Deutschlands skeptisch gesehen in der Tat in Richtung Kalifat mit Pierre Vogel, optimistisch eher so in Richtung New Age und digitaler Basisdemokratie mit euroasiatische Sehnsüchten.

Das kommende politische Schlagwort ist jedenfalls - Harmonie. So wie früher die Swastika aus Indien entlehnt wurde, werden die Rechten (oder State-of-the-Art-Volksintegrierer) der Zukunft [die indes nichts werden Züchten wollen] vermutlich so etwas wie das Taichi-Zeichen flaggen. Jedenfalls ganz bestimmt kein Kreuz.

Deutsche Sunniten , die nicht mehr sind als Sunniten , werden unweigerlich Salafisten

Vermutlich. Jedenfalls dann, wenn religiöser Ernst mitspielt. Den die heutigen Deutschen zuallerletzt haben.

Vielleicht machen Pierre Vogel & Co den in Hitlers "Tischgesprächen" geäußerter Traum, Karl Martell hätte bei Tours verloren und ganz Europa wäre islamisch geworden, doch noch wahr. "Als Muslime hätten die Germanen die Welt erobert." Es ging ihm nicht um theologische Fragen, auch nicht um Spiritualität, sondern ganz um diese spezielle Mischung aus fanatischer Unerbittlichkeit und Wucht. Und genau diese Virilität ist es, die das unfruchtbar gewordene Abendland in diesen Tagen so fürchtet. Es ist nicht heidnisch, es ist auch nicht christlich. Es ist dekadent.

Zum Nachtrag schreibe ich auch noch was. Aber nicht mehr heute.

Meier Pirmin
23. September 2015 08:51

@NurAliQalandar. Ich danke für Ihre Präzisierung. Das mit der aristotelischen Logik ist immerhin beeindruckend, ein Signal für einen möglichen Dialog. Wo diese fehlt, auch an sog. westlichen Schulen, ist Hopfen und Malz verloren.

Oswaldo
23. September 2015 20:01

[Wieder Freunde? :)]

@ Nur Ali Qalandar

Zu Ihrem Nachtrag, der jenseits eher religionsspezifischer / metaphysischer Erörterungen noch ein paar Worte zu politisch-praktischen Fragen stellt

- Die Trennung der Frage Ethnie/Rasse – Religion

Wenn ich die Rechte mal als das subsumiere, was - bei allen internen Unterschieden nicht marxistisch, nicht linksliberal, nicht sozialdemokratisch (heute: Linkspartei), nicht christdemokratisch, nicht liberal und auch nur mit sehr spitzen Fingern rechtsliberal (siehe Lichtschlags platt materialistisches Mantra: Mehr Netto! ^^) überzeugt ist, können Sie ernstlich davon ausgehen, dass Rassisten, die Menschen entlang der Hautfarbe etc., kurzum: biologistisch kategorisieren, eine unbedeutende Minderheit zur Rechten sind. Ernsthaft. Sehr viel stärker sind schon kulturalistische Überlegungen, was denn ein Deutscher sei. In diesem Sinne sind bspw. Xavier Naidoo oder Akif Pirincci Deutsche. Sie gehören dem Lebensstrom an. Es gibt sogar Nichteingebürgerte, die ihm angehören, und "Mitbürger", die dessen Feinde sind, darunter auch autochtone Deutsche...

Die Rechte der Zukunft wird definitiv eine ganze Menge Neudeutsche dabeihaben (wenn nicht sogar nach vorn stellen), schon um dem antideutschen Ressentiment der Linken (und damit deren einziger Waffe) den Wind aus den Segeln zu nehmen, aber auch einfach, weil man keine weiße Hautfarbe und den Nachnamen Schmidt braucht, um zu verstehen, was in diesem Land falsch läuft.

Das Stichwort Rassismus können sie vergessen. Sie finden es eher auf der Linken, wo man nach dem Motto "denkt", dass je pigmentierter die Haut, desto höherwertiger der Mensch. Auch hier haben die Linken mit ihrem Meisterintellekt die Komplettumkehr eines Problems mit dessen Lösung verwechselt.

Mit Blick auf den Begriff "Ethnie": dito.

Im Hinblick auf Religion würde eine politisch siegreiche "Gesamtrechte" vermutlich unter dem Strich recht preußisch denken (im Sinne des klassischen Preußen des 18. Jahrhundert): Es baue sich jeder sein Tempelchen und mache darin, was er will. Und WEHE, er wendet sich mit seiner Religion auch nur einen Millimeter gegen den Staat. Man würde jede Moschee erst einmal in Ruhe lassen. Aber wird der Islam in einer politisch relevanter angesehen als Deutschland, würde es rauschen. Die rechten Kuffar stellen die Nation über Gott, wie die Linken die Ideologie (und Ihre Dumm-Muslime den Koran, also ihr Verständnis des Koran, also sich selbst...). Da sollten Sie sich keiner Illusion hingeben. Dass ich als deutscher Träumer über einen Philosophenstaat sinniere, heißt nicht, dass ich nicht wüßte, was Deutschland ist. Das Ursymbol der Deutschen ist der Wald: Stehendes Heer. Elias Canetti hat uns in seinem Meisterwerk "Masse und Macht" sehr klug entschlüsselt. Man könnte auch sagen: Der deutsche Rechte wird unruhig, wenn der Kamerad mit seiner Religion fahnenflüchtig wird oder auf die eigene Truppe schießt. Solange er das nicht tut, gehört er ihr an. Das und nichts anderes ist Toleranz in Deutschland.

- Was ist eigentlich das Ziel oder die Wunsch-/ Idealvorstellung hinsichtlich Nicht-Deutschen und hinsichtlich Muslimen

Sowenige Nichtdeutsche wie möglich. Sowenige Muslime wie möglich.

Zu lesen als: Möglichst hohe Homogenität, möglichst wenig Zersplitterung. Idealerweise Einheit.

Falls es wirklich demographisch kippt irgendwann, heißt es: Soviele Muslime wie möglich. Die "Volkssehnsucht" geht jedenfalls immer nach Geschlossenheit. Die heute ach so christlichen Deutschen können sich nicht einmal vorstellen, dass ihr Vorfahren genauso fassdungslos vor dem Christentum standen wie sie vor dem Islam. Wobei dieser nicht missioniert, sondern "mehr wirft".


Wie könnte es, gesetzt den Fall , das Merkel-Regime oder seine Nachfolger geraten wirklich ins Wanken, aussehen, was dann von rechter Seite aus angestrebt wird?

Das kommt darauf an. Generell würde die Rechte jedenfalls die "moderne" abendländische Lebensweise bewahren wollen. Das mag Sie überraschen, aber es ist so. Den säkularen Staat, die Gleichberechtigung der Frau und so weiter. Sie würde definitiv Kopftücher verbieten, zum Mindesten im Staatsdienst. Sprich: in der universalistischen Denkfigur (...) den Einfluß von Religion auf die Öffentlichkeit generll eindämmen. Vielleicht gleich auch dem Christentum und der Kirchensteuer zu Leibe rücken.

Sie wäre überhaupt nicht religiös, auch nicht "protospirituell" (jedenfalls kaum mehr als das, was ich oben die "Türsteher des Geistes nannte; auch dann nicht, wenn der ein oder andere zur Emanation des Geistes aus dem All-Einen respektable Sätze zu äußern versteht), sondern eher - die Aufklärung verteidigend. Den säkularen Staat. Das ist ein bisschen absurd, ich weiß es wohl, wenn die Leute, die bei dem Stichwort "Gegenaufklärung" leuchtende Augen bekommen, so handeln, aber so ist es nunmal. Die europäische Rechte steht der Aufklärung, dem Rationalismus und der Ersetzung Gottes durch das menschliche Denken - nah. Seien wir ehrlich. Sie sollten das, was ich eingangs oben geschrieben habe, nicht für eine rechte Mehrheitsmeinung halten. Und schon gar nicht für eine notwendige Facette des historischen Massenkristalls. Ich bin ein konservativer deutscher Nationalist mit theologischem Interesse, kein Gotteskrieger. Das ist historisch sogar in der Tat "ungläubig" (in einem etwas weiteren Sinn als dem ihrer Sunni-Salafisten, für die alles "Kuffar" ist), einfach weil Preußen und nicht Gott an erster Stelle kommen.

In Frankreich verteidigt der Front National "das christliche Frankreich". Er will nicht, dass eine große Zivilisation, die unter anderem Kochen kann, von pseudoislamischen Unterschichten aufgefressen wird (ihrer Sunni-Plebs in Trainingshosen). Aber das Christentum ist selbst ein fragwürdiger Identitätskern. Aus meiner Sicht passt überhaupt nichts Altnahöstliches als Kulturmainstream nach Europa. Und wenn die europäische Rechte irgendetwas reißen will, darf sie auf keinen Fall das eine altnahöstliche gegen das andere verteidigen. Sie muß beide ablehnen, erst recht das "Eiferertum" des Nahen Ostens (in diesem, sehr allgemeinen und wörtlichen Sinn ist so ziemlich jeder autochtone Europäer "Anti-Semit"), sie zugleich aber als Facetten einer höheren Spiritualität akzeptieren und sich diese (so wie der Sufi-Orden es in der Tat macht) auf die Fahnen schreiben. Alles, was in der Nähe von Kamelen entlang "heiliger Schriften" geglaubt wird, ist sinnlos, erst recht zwischen gotischen Kathedralen. Gehen Sie mal in den Dom in Metz oder das Münster in Straßburg (die vielleicht zwei schönsten Kirchen, die die Deutschen gebaut haben) und fragen Sie sich, ob die Bedeutung der Architektur mit dem Kreuzesgeschirr rund um den Alterkorrespondiert. Die Antwort ist: nein. Wenn man die Geburtszahl hochrechntet und sich dann einst den Koran auf dem Alter vorstellt statt der Bibel, würde es aber auch nicht besser, weder religiös noch gesellschaftlich, aufgrund des erlebten Absolutheitsanspruchs sogar in den gesellschaftlichen Wechselwirkungen schlechter. Das ist es, was die Europäer so beschäftigt. Dennoch sehe ich - Anlass meines ersten Kommentars - real existierend vorhandene europäische Muslime eher als Verbündete gegen den Kulturmarxismus an (denn sie sind wenigstens keine Atheisten) und in Preußendeutschland wird man ihnen auch ihr Tempelchen lassen - solange sie ohne wenn und aber Teil des historischen Lebensstroms, des durch die Geschichte strömenden Kollektiv namens Deutschlands sind/sein wollen - und bereit sind (Sie persönlich wären es, Hut ab), Teil einer höheren "Gesamt-Spiritualität" zu sein. Den Dumpfislam, den Sie in der Sunna-Form kritisieren (ob es ihn in Schia-Form nicht auch gibt, sei mal dahingestellt), zu knacken - das wird die Aufgabe der Rechten sein. Denn sie sind anders als die Linken, die nicht mehr draufhaben, als im imperialen Auftrag alles Fremde zu bewinken, zumindest ansatzweise denkfähig.

Alle raus?

Nein, sie zu Deutschen machen. Schauen Sie sich mal die Vorfahren des Historikers Götz Aly an...

Nur die Muslime ?

Nein.

Nur bestimmte Muslime?

Alle, die Ihre Religion über den deutschen Staat stellen oder gar ihre Religion als einen eigenen Staat sehen. Damit beißt man bei europäischen Rechten auf Granit. Der Imam, der Julia Klöckner (einer Volksvertreterin, einem Vertreterin des Gemeinwesens...) aus religiösen Gründen (diese damit höher stellend) den Handschlag verweigerte, bekäme größere Probleme als unter den Linksliberalen.

Das ist übrigens keine Frage von wahr und falsch, sondern von Respekt vor der eigenen Kulturgeschichte, die, wie gesagt, den politischen und religiösen Bereich in Europa nunmal getrennt hat. Man mag auf einer abstrakt-philosophischen Ebene die Frage verneinen, dass das richtig ist. Aber auf diesen Kulturkampf kann und muss Europa verzichten. Ganz abgesehen, davon, dass die Stellung der Frau im Islam nicht metaphysisch, sondern politisch-historisch, sprich: kontingent zu erklären ist. Yin und Yang sind gleich.

In einer bürgerlichen Republik den linksliberalen Materialismus beenden (und so Spiritualität ins politische Zurückbringen), gerne, aber das ist das Gegenteil von Absolutheitsansprüche gegeneinander antreten lassen. Der dumme europäische Mensch der Moderne und der dumme Moslem haben eines Gemeinsam - sie halten zuletzt ihre eigenen Hirngespinste für Gott. Wo beides abgelehnt wird, findet man schnell zusammen.

Welche Rechte würde man Muslimen zugestehen, was von Ihnen erwarten ?

Das sollte inzwischen beantwortet sein.


Darüberhinaus bleibt aber , das habe ich hier jetzt mit Freude goutiert , Gott sei gedankt , eine geistige Verwandtschaft und Verbindung zwischen Menschen aus verschiedenen Lagern, deren Geist noch nicht völlig vom allgemeinen Zerfall ergriffen ist und die sich, jeder an seinem Platz, versuchen , aufrechtzuhalten in einer Welt wie dieser.

Grüße, Oswaldo

NurAliQalandar
24. September 2015 13:57

@Oswaldo

Danke sehr für Ihre sehr präzisen und ausführlichen Antworten auf meine Fragen .
Da ich nicht weiß, ob ich hier vor Badeschluß zum detaillierten Antworten komme , sei dies zumindest gesagt .
Ansonsten stelle ich zusammenfassend fest, daß mein Standpunkt in vielerlei Hinsicht ein anderer ist , dennoch kann ich den Ihren gut nachvollziehen.
Da mir viel daran liegt , die unsinnige Front zwischen deutschen Rechten und Muslimen aufzubrechen , sehe ich hier hier schon einmal erfreuliche Ansaetze.
So Gott will , komme ich noch dazu , auf einzelne Punkte genauer einzugehen , ansonsten jedenfalls schon mal
Danke und Gruß
NurAli

Joachim Röhl
24. September 2015 17:21

Ich bin nicht sicher, ob die heutige Veranstaltung in Dresden überhaupt stattfinden kann? denn das Feldschlößchen hat ja schon abgesagt. Was spricht eigentlich gegen einen Immobilien-Querfront mit Elsässer in Berlin oder dem Umland? bin gern mit 500€ bei und warte auf den erlösenden Rückruf "wir haben 3000 Willige per Crowd-Finanzierung gefunden" oder etwas pathetischer Menschen denen unser Land am Herzen liegt. Endlich ein Ort wo 30 Tage im Monat sehr viel laufen kann ganz ohne "plötzliche Absage" des Vermieters frei von "Hausbesuchen der SAntifa" in diesem Sinne ROT FRONT heißt QUERFRONT!!

Meier Pirmin
25. September 2015 20:22

@Oswaldo. Dieses Interview beruht auf einer noch unausgegorenen Metaphysik. Meinungen genügen nicht, es kommt alles auf Begründungen an. Die sind auf dieser Ebenen wohl kaum zu erbringen, es müsste wohl ein Buch geschrieben werden. Wenn es NurAliQandar genügt, mag man es stehen lassen.

NurAliQalandar
25. September 2015 21:15

@Oswaldo

Der antiliberale europäische Rechte ist so eine Art Türsteher des Geistes.

Der Ausdruck ist gut, den muß ich mir merken ;)
Ja, das sehe ich schon so, wobei ich selbst jedoch mehr an dem interessiert bin, was hinter der Tür ist, denn das ist es letzten Endes, was dem Ganzen Sinn und auch Kraft verleiht.
Etwas weniger enigmatisch ausgedrückt : Hinter der Tür muß eine wenigstens noch halbwegs intakte - und in ihrem Kern unverwundete und unverwundbare - Geistigkeit wohnen , sonst kann auch der bulligste Türsteher den Laden nicht sauber halten .
Es ist übrigens nicht so, daß wir diesen Typus des " Türsteher des
Geistes " in der islamischen Welt nicht auch vorfinden würden , mir fallen spontan - in neuerer Zeit - Indonesiens Sukarno und in einem gewissen Maße auch Suharto ein . In einer gewissen Weise war übrigens jeder Shah , Sultan oder Kalif ( nach Ermordung des letzten rechtmäßigen Kalifen Imam Ali ) immer nur bestenfalls ein solcher Türsteher . Die wahre Geistigkeit des Islam wandte sich spätestens nach dem Gemetzel an der Prophetenfamilie durch die eigene angebliche
" Gefolgschaft " mit Grausen von der politischen Macht ab , und betrachtete sie fürderhin als etwas , womit man sich entweder gar nicht oder nur gezwungenermaßen die Finger schmutzig machen sollte, dann nämlich, wenn es das kleinere Übel darstellte.
" Mein Haus hat zwei Türen " , so ein bekannter indischer Sufi ;
" Wenn der Sultan durch die eine hereinkommt, gehe ich durch die andere hinaus. "
Die oft gehörte Auffassung, im Islam seien Staat und Religion immer eine untrennbare Einheit gewesen, ist so nicht haltbar. Gleichwohl es wahr ist, daß der Urislam zu Zeiten des Propheten und dann Imam Alis im Grunde noch einmal - und in diesem Zyklus des Kali-Yuga definitiv zum letzten Mal - die Einheit des Priester- und des Königsamtes verwirklichte , so knallhart und niederträchtig kam dann auch die Reaktion des dunklen Zeitalters : Die wahren Erben wurden entmachtet, ermordet und verfolgt , und was dann kam, waren entweder Tyrannen oder eben bestenfalls besagte Türsteher des Geistes . ( Manch eine inspirierte Figur war wohl auch unter ihnen, ich denke bspw. an Shah Ismail I. , aber dennoch ... )
Die Einheit war zerbrochen, und die religiöse Legitimation der meisten Kalifen etc. bestand eben nur darin, die Religion und die religiöse Gesellschaft zu bewahren, so weit das eben möglich war.
Was wohl wahr ist, ist, daß eben die Religion im Islam grundsätzlich stärker mit dem gesellschaftlichen und alltäglichen Leben verwoben ist, in dem Sinne, daß es eben ein Religionsgesetz gibt, welches zumindest prinzipiell alle Lebensbereiche umfaßt. Wer aber auf welcher Grundlage und in welchem Maße diese Gesetze zur Geltung bringen kann, das steht und stand beileibe nie so fest geschrieben, wie es uns heutige Salafisten ( und geistesverwandte in anderen Konfessionen , denn ja, auch wir Schiiten haben unsere engstirnigen und Fanatiker ) glauben machen wollen.

Leere Worte sind es also nicht. Aber ein wirklich tiefreligiöser Mensch käme auch gar nicht auf die Idee, sich mit Politik zu beschäftigen. Er ist ganz Geist. Jedenfalls im Westen. Weil der Islam mit dem Komplettpaket (vor dem der Westen sich fürchtet) das etwas anders sieht, imponiert dem halbreligiösen, halbpolitischen Moslem natürlich der europäische Faschist.

Siehe oben . Ich denke , den Typus des reingeistigen Mystikers ebenso wie den des kontemplativen Kriegers findet man durchaus in beiden Religionen, wiewohl das islamische Ideal sicherlich der letztere ist .
Wobei aber der Geist stets dem Krieger zu gebieten hat , nicht umgekehrt .
Übrigens, dafür , daß Sie dem Christentum so kritisch gegenüberstehen, ist dies eine doch ziemlich christlich-dualistische Auffassung, ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen.
Mir ist der " ganz Geist " jedenfalls sehr sympathisch, um nicht mißverstanden zu werden, nur braucht der Brahmana eben auch den Kshatriya , und wenn das eigene Schicksal, das Dharma, einen aufs Schlachtfeld oder in die Politik ruft, kann selbst der Geistigste unmöglich ablehnen . Dies ist übrigens eine indo-arische Auffassung, wie sie im Buche steht , würde ich meinen , ( bspw. in der Bhagavadgita ebenso wie im Hl. Qur'an , auf welche beider Quellen J. Evola wohl nicht zufällig seine Abhandlung über die " indo-arische Lehre von Kampf und Sieg " aufbaut ) , und daher für Deutschland in höchstem Maße angemessen .
[ Daß ich, wenn ich den Begriff " indo-arisch " benutze , keinen geschichtlich kontaminierten biologistischen Rassegedanken im Sinn habe, dürfte hoffentlich klar sein . Ich benutze ihn strikt im Sinne einer geistigen Ausrichtung und " Kaste " eher als " Rasse " , mehr im Sinne Schuons als Evolas , ohne letzteren schmälern zu wollen. ]

Was an deutscher Religion gegeben haben mag, hat schon das Christentum zerstört.... Eine wirkliche deutsche Mystik gibt es doch gar nicht. Die müsste nämlich heidnisch sein. Eckhart und seine Dominikanerfreunde waren im Grund Neuplatoniker in christlicher Zwangsverkleidung,

Hier entschiedener Widerspruch !
Wenn mir eines schon immer suspekt bis zuwider war, je nach Ausprägung und Ausdrucksweise, dann der Versuch unter europäischen und besonders deutschen Rechten, das christliche Erbe dieses Landes quasi aus der spirituellen DNA " herausoperieren " zu wollen. So zu tun, als sei das Christentum eine Krankheit und ein Fehler der Geschichte , letzthin ein Fehler Gottes , gewesen, sehe ich als ebenso absurd wie gefährlich an. ( Diese übertriebene Ablehnung des Christentums halte ich nebenbei gesagt auch für Evolas größten Fehler ,wiewohl in seinem speziellen Fall man sicherlich auch persönliche wie zeitbedingte Umstände berücksichtigen muß ; die Folgen waren und sind dennoch höchst unerfreulich , um es vorsichtig auszudrücken. )
Zu behaupten, Meister Eckhart sei nur gezwungenermaßen Christ gewesen , wird einem solchen spirituellen Genie einfach nicht im geringsten gerecht . Dasselbe für Jakob Böhme , Angelus Silesius etc.
Daß ihre Innensicht - wie die aller großen Gnostiker aller Religionen - die formale Religion transzendierte , heißt ganz sicher nicht, daß ihre jeweilige religiöse Bindung zufällig war . Auf dieser Ebene, da bin ich sicher , kann man von " Zufällen " nicht sprechen.
Ich will nichtmal sagen , daß mir der Gedanke " gezwungenermaßen " zu dieser oder jener Religion zu gehören, ganz fremd ist
( Hz. Pir Rumi : " Was soll ich tun o ihr Muslims
Ich kenne mich selber nicht
Bin weder Christ noch Jude
auch Parse undMuslim nicht " )
aber wenn man eine solche formale religiöse Bindung lösen kann, dann sicher nicht nach " unten " hin, zum Deutsch - , Persisch - oder Sonstwas - Sein, sondern ausschließlich nach innen und nach oben , zum Über-Sein hin.
Darum : Deutsche Mystik war nie zufällig christlich . Daß darin nun eben auch noch der deutsche Genius mitwirkte, macht es eben zu genuin deutscher Mystik. Aber man darf die Verhältnisse nicht auf den Kopf stellen. Daher also eine Lanze für das deutsche Christentum ;)

Daß sich dieses aber nun in weiten Teilen wie Sie sagen " metaphysisch erschöpft " hat, ja, da stimme ich Ihnen zu. Nicht völlig , aber die Kraft, das Land spirituell zu regenerieren, sehe ich auf großer Linie ganz sicher nicht. Und hier kommt nun eben der Islam ins Spiel ...

optimistisch eher so in Richtung New Age und digitaler Basisdemokratie mit euroasiatische Sehnsüchten.

Das kommende politische Schlagwort ist jedenfalls – Harmonie.

Den Islam hier im Sinne einer eurasisch ausgerichteten
" Gesamtspiritualität " leben und etablieren zu können, ( das mit dem New Age und der digitalen Basisdemokratie unterschlage ich jetzt mal wohlwollend ) , ja, das könnte mir gefallen . Und Harmonie als politisches Schlagwort - sehen wir wieder nach Indonesien mit seiner
" Bhinneka tunggal Ika "-" Unity in Diversity " - Leitlinie - das wünschte ich sehr, jedenfalls wenn es richtig praktiziert würde.
Die Frage ist nur , ob es dazu nicht eben eines starken religiösen Rückgrates bedürfte, welches meiner Ansicht nach nur ein starker Monotheismus sein kann .
Und wenn es, wie oben dargelegt, das Christentum nicht mehr sein kann, was bleibt dann noch ?

Was die Tiefe und Erkenntnisfähigkeit des deutschen Geistes angeht, so glaube ich prinzipiell an seine Regenerationsfähigkeit . Nicht zwangsläufig oder sogar gar nicht in vielen heutigen Individuen, aber prinzipiell und aus seinem überzeitlichen Wesen heraus sehr wohl .
Als ich jedoch neulich mit meinem 85-jährigen deutschen Onkel, einem Katholiken, über die heutige Lage sprach, waren wir uns neben so manch anderem in einem einig : Die Dekadenz und Perversion im heutigen Deutschland wird wohl kaum zu kurieren sein, ohne daß es vorher ziemlich gewaltig rappelt . Wenn überhaupt ...
Nun ja, Gott findet Mittel und Wege , und wenn Er etwas will , so spricht Er nur " Sei , und es ist " ... ( Surah 36 )

Hm, nun habe ich mich etwas intensiver als beabsichtigt dem spirituellen Aspekt zugewandt - allerdings ist ,so Gott will , auch die politische Bedeutung desselben klargeworden.
Zu Ihrem Nachtrag zu meinem Nachtrag so Gott will später .
Besten Dank und Gruß
NurAliQalandar

NurAliQalandar
26. September 2015 12:00

@meierpirmin
Sie haben schon recht, diese Thematiken , die @Oswaldo und meine Wenigkeit hier ziemlich freihändig verhandeln, müßte man eigentlich im Rahmen mindestens eines ( vermutlich sehr dicken ) Buches behandeln.
Aber o tempora o mores, uns reicht es als Verhandlungsgrundlage in diesem Rahmen zunächst tatsächlich , was will man machen , nicht ?

Oder, wie der Dichter sagt :
" Hafez, hoff nicht aufzutauchen aus dem Dreh'n der Sphären
Tausend Mängel hat's , und bleibt doch gnadenlos im Schwingen . "

Mit Friedensgruß
NurAliQalandar

NurAliQalandar
27. September 2015 00:38

Oswaldo
Mittwoch, 23. September 2015, 20:01 (URL) | Kurz-URL

[Wieder Freunde? :)]

Klar , war es denn bisher anders ;) ? Nein, im Ernst, ich empfand unseren kleinen Dialog hier als nicht allzu spannungsgeladen und hoffe, Ihnen nicht unabsichtlich auf den Schlips getreten zu sein.

Zu Ihren Ausführungen bzgl. politischer Ausblicke hinsichtlich des Verhältnisses Islam/ Deutsche Rechte :
Wie schon gesagt , in einigen Dingen ist mein Standpunkt ein ganz anderer.
Wenn Sie sich als Nationalist mit religiösem/metaphysischem Interesse bezeichnen , so sehe ich mich genau umgekehrt : Ein religiöser
Mensch , dem die ( angewandte ) Metaphysik im Zentrum steht, der aber gerade deswegen auch einen Sinn für Volk, Ethnie/Rasse und auch Nation hat .
Nur müssen diese Dinge halt alle im rechten Verhältnis gesehen werden.
Was die Lebenspraxis angeht, so habe ich wie gesagt kein Problem damit, eine Minderheit hier zu sein und wäre lieber eine qualifizierte solche als ein großer aber trauriger Haufen . ( Als Schiit ist man das Minderheit sein eh gewohnt, es liegt sozusagen in unseren Genen ;) .)
Sollten Sie also dereinst erfolgreich sein in Ihrem Versuch , den
" Lebensstrom Deutschlands " auf die von Ihnen beschriebene Weise wieder zu festigen gegen die heute vorherrschende , letztlich suizidale Politik und Gesellschaft , ich würde es wahrscheinlich begrüßen.
Allein - ich kann nicht umhin, nocheinmal zu betonen, daß ich nicht glaube, daß unter den heutigen Umständen ein Kampf gegen die Kräfte des Zerfalls ohne eine starke Religion im Volke wirklich möglich ist. Christentum und Islam könnten, wenn wir es nur wollten und vernünftig anstellen würden , hier segensreich zusammen wirken.
Was Ihr Neuheidentum anlangt , da bin ich sehr skeptisch. Es liegt viel Gutes im Animismus , ich bin ein Liebhaber sehr alter und naturverbundener Religionen , aber der Versuch, einen "volkseigenen Animismus 2.0 " oder das Revival einer vergangenen Religion gegen eine vorhandene Hochreligion zu installieren , hat eigentlich noch nie und nirgends funktioniert und führt im besten Fall zu lächerlichen , eher aber auch zu unheilvollen Ergebnissen .
( Die Türkei und der vorrevolutionäre Iran sind gute Beispiele , um mal nicht auf Deutschland zu schauen. )

Nun ja, genug von mir fürs erste ( da ist eh noch ein längerer Beitrag in der Warteschleife ) , in jedem Fall hat es mir wirklich Spaß gemacht , mich mit Ihnen hier auszutauschen, ist ja nicht selbstverständlich.
Zumindest war der Empfang hier sehr viel freundlicher als die Reaktion, die ich neulich in der Moschee erntete, als ich auf dem Selbstbehauptungsrecht Deutschlands bestand. Zumindest bei einigen dort ist die offizielle Propaganda auf fruchtbaren Boden gefallen, wiewohl es auch andere Stimmen unter uns Muslimen gibt.
Wie sich das alles entwickelt, dafür glaube ich allerdings nach wie vor, es wird von beiden Seiten abhängen, aufeinander zu zu gehen, so es denn überhaupt gewünscht ist. Ich halte es für geboten, daher nochmals mein Dank, und so Gott will möge es weitergehen.
Beste Grüße
NurAliQalandar

Oswaldo
27. September 2015 04:49

@ NurAliQalandar

Unter den skeptischen Augen der Redaktion verrate ich Ihnen abschließend noch, worin die wahre politische Schnittmenge zwischen dem Islam und der Rechten besteht. Es ist nicht primär die Religion, auch nicht in ihrer geglückten mystisch-erlebenshaften Form. Diese verstehen Sie und ich, aber weder die Masse der Muslime mit ihrer Prinzipienreiterei und nicht die Masse der Rechten, die nicht geistig, sondern schlechthin sozialistisch empfindet (nicht im Sinne von marxistisch, sondern kollektivistisch: in der Allgemeinsten Form jener Massenkristall, der beim WM-SIEG spürbar war).

Die Klammer ist die Ablehnung des Parlamentarismus. Das schreibt sich zunächst unter Deutschen nicht so leicht, auch hier nicht. Der Grund dafür ist, dass das Objekt der Loyalität sich nur unmerklich verschoben hat, ohne dass sich der Volkscharakter geändert hätte. Aber derheutige Deutsche ist nur dem Form nach "Bürger", in Wahrheit aber immer noch Untertan und steht vor der Demokratie in der selben Weise stramm wie früher vor dem Kaiser!

Die Demokratie nicht zu mögen gilt in den Reflexen dieses Landes, auch auf der Rechten, nicht als respektable staatsphilosophische Position - sondern als Majestätsbeleidigung. Das ist aber nur der Fall, weil man den treuen Deutschen das so beigebracht hat. Lästern sie die Demokratie (sprich: den abstrakten Begriff, den die Umerziehungsingenieure dem Michel eingebläut haben), und der brave Deutsche wird so pflichtgemäß über sie herfallen, wie Herrchen gesagt hat. Adressieren sie dasselbe aber in einer Sprache, die nicht sein irregeleitetes Pflichtgefühl, sondern seinen Instink addressiert, sprechen sie also über die faulen, unfähigen und korrupten Volksvertreter im Parlament, die den Namen nicht verdienen - so wird ihnen derselbe Deutsche freudig zustimmen.

"Demokratie in Deutschland ist Verbrechen oder Verrat" schrieb Spengler. und "Volksherrschaft bedeutet in jedem Land etwas anderes". Mit dem ersten Satz meinte er den Parlamentarismus, insbesondere in seiner parteistaatlichen Bastardform, der in Deutschland etwas besonders trauriges darstellt. Und den Massenkristall, die wirkliche Form des Kollektivs - sehen Sie beim Fußball. Als Deutschland die WM gewann, war er lebendig. Jetzt ruht er wieder und das Land blickt entsetzt auf die Minderwertigen, von denen es regiert wird und in denen es meint, eine Obrigkeit sehen zu müssen.

DAS beschäftigt die Deutschen, nicht die Respiritualisierung der Welt. In ihrer wirklichen Formation sind die Deutschen im besten Sinne eine Crowd, in den aufgezwungenen Fehlfarben noch nicht einmal eine Herde.

Wir befinden uns am Ende der Nachkriegszeit. Die angelsächsischen Politformen werden in Deutschland verschwinden. Der Hass auf London und New York und jede Art finanzoligarchischer Lobby, die der Herrschaft des Geldes mit einem gekauften Parlament das demokratische Adelsprädikat der volonté générale aufheuchelt, das verbindet Deutschland und die islamische Welt. Ich habe oben geschrieben, dass ich verstehe, warum die diese vom großen Satan spricht, wo das Micheltum noch im Disneyland der Mickymaus zuwinkt. Nichts verbindet Muslime und Deutsche mehr als der gemeinsame Gegner. Zu dessen eifrigsten Agenten übrigens die Linksliberalen in diesem Lande zählen, die auch der Hauptgegner jedes spirituell denkenden Menschen sind.

Hier passen Islam und deutsche Rechte wie Schlüssel und Schloß zusammen. Sie sind definitiv bündnisfähig.

Kompatibel sind sie hingegen nicht. In einer WG könnten beide schwerlich zusammenleben, weil sie beim Verhandeln der Hausordnungen schon scheitern würden. Kulturen sind Kulturen. Und Gott ist Gott.

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