14. Dezember 2015

Was verteidigen wir eigentlich - und wie? Ein Umriß in 4 Teilen

von Götz Kubitschek / 41 Kommentare

PDF der Druckfassung aus Sezession 68 / Oktober 2015

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Wir haben Björn Höcke mit der Veröffentlichung seiner knapp einstündigen Rede, die er im Rahmen eines unserer Staatspolitischen Kongresse hielt, keinen guten Dienst erwiesen. Denn was sind diese Kongresse für Veranstaltungen? Sie sind Orte der freien Rede, des unfertigen Sprechens, des Versuchs eines Zurande-Kommens mit einer gegen unsere Nation gerichteten Wirklichkeit, vor der wir fassungslos stehen.

 

 

Worte im Rahmen eines experimentellen Raumes, Worte, kein Regierungshandeln. Wenn ich nachhöre, was Höcke sagte, und es vergleiche mit dem, was in Berlin täglich zusammenregiert wird, verlieren die zwei ungeschützten Minuten einer Rede jedes Gewicht, jedes. Was sind denn Spekulationen über den youth bulge Afrikas im Vergleich zu hunderttausendfachen Gesetzesbruch an deutschen Grenzen? Nichts natürlich, aber das eben ist Politik, und weil sich nun sogar die Junge Freiheit des relativen Gewichts Nicolaus Fests als eines Keils gegen Höcke und gegen uns bedient, seien die folgenden Überlegungen den beiden besonders eifrigen Herren gewidmet:

 

Was verteidigen wir eigentlich - und wie? Ein Umriß in vier Teilen

 

für Dieter Stein und Nicolaus Fest


1. Im Familienepos Die Wiederkehr der Wölfe des rumäniendeutschen Schriftstellers Hans Bergel findet sich folgende grandiose Szene: Zur Sicherung der für die Kriegsführung lebenswichtigen Ölquellen von Ploiesti wird 1941 ein deutsches Panzerregiment nach Rumänien verlegt. Das Land selbst gilt als Verbündeter, aber insgesamt doch als unsicherer Kantonist. Dieser Unsicherheit soll mit einer Machtdemonstration ein Ende gesetzt werden, mit einer Panzerparade in der Hauptstadt.

Bergel beschreibt, wie sich am frühen Vormittag die Bukarester Bevölkerung an den Straßenrändern einfindet, und wie dann, nach einer langen Spanne des Wartens, ein einzelner Geländewagen über die breite Straße und rund um den Platz fährt, darin stehend der kommandierende General, regungslos, die Tribüne kurz grüßend, und über dem Kragen seiner Uniformjacke blitzt das Ritterkreuz.

Es ist wieder still, nur kurz, denn dann beginnt es zu grollen, und wie Urwesen rollen die Panzer heran, langsam, einer nach dem anderen, auf der Kette drehend, den Platz überquerend. Aus der Turmluke grüßen die jungen Kommandanten, wie Kriegsgötter, schreibt Bergel, wie aus einem Guß, entschlossen, bereit, unerschrocken, feuergetauft, und das erstarrte Volk begreift, daß diese Krieger, die aus dem siegreichen Deutschen Reich stammen, nun weiterrollen gen Osten, und daß sie aus einem anderen Holz geschnitzt sind als jene, die noch nicht entschlossen in die Notwendigkeit der Zeit sich gefügt haben. Als der letzte Panzer verschwunden ist, grüßt der General noch einmal, noch immer stehend, aus seinem Wagen; dann fährt er davon.

Was da an den Bukarestern vorbeirollte, war ein kleiner Teil jener »Totalen Mobilmachung« (Ernst Jünger), die in Deutschland emotional unmittelbar nach der Niederlage des Ersten Weltkriegs, physisch und organisatorisch dann unter den Nationalsozialisten mit voller Wucht in Angriff genommen worden war. Sie setzte sich im Rahmen dieser Panzerparade zusammen aus einem Fuhrpark auf der Höhe des technisch Möglichen, aus Soldaten, die im Sinne des »Arbeiters« von Ernst Jünger zu heroischen, opferbereiten Teilen im Getriebe einer auf den totalen, den Weltanschauungskrieg hin ausgerichteten Maschinerie geworden waren, aus einer Gesamtorganisation also, als deren Teil-Keil die Panzer durch Bukarest paradierten, in Form gebracht durch eine Verbindung von modernstem technischem Geist, ideologischer Aufladung und vor allem dem Grundgefühl, daß der Weltenlauf nichts Festgelegtes sei, sondern etwas, das man zwingen könne.

Leser der geschichtsphilosophischen und detailhistorischen Werke Ernst Noltes, Stefan Scheils und Karlheinz Weißmanns wissen um die These vom Nationalsozialismus als dem denkbar radikalsten, völkisch-nationalistischen Gegenentwurf zur denkbar radikalsten, entortend-internationalistischen Infragestellung der alten Welt, mithin zur Herausforderung, dem Welterklärungs- und Welteroberungsanspruch und der reellen Bedrohung durch den Bolschewismus sowjetrussischer Prägung.

Armin Mohler war Zeitzeuge jener Epoche und vor allem des Beginns einer weltanschaulichen Auseinandersetzung, die den Krieg im Osten von vornherein und fundamental unterschied von den Feldzügen gegen Polen, Frankreich oder auf dem Balkan. Mohler berichtet in seinem autobiographischen Werk Der Nasenring, wie er im Juni 1941 in Basel vom Angriff Deutschlands gegen die Sowjetunion hörte und sofort wußte, daß es nun für Europa ums Ganze gehe. Das war nun kein gehegter, lokaler Krieg mehr: Zwischen Sowjetrußland und dem nationalsozialistischen Deutschland wurde eine Deutungsschlacht ausgetragen, und bekannt ist, daß sich nicht nur der Schweizer Armin Mohler mit seinem illegalen Grenzübertritt und seiner (letztlich gescheiterten) Freiwilligenmeldung in eine der internationalen Divisionen der Waffen-SS auf die deutsche Seite schlug: Hunderttausende Freiwillige aus ganz Europa kämpften bis 1945 an deutscher Seite nicht so sehr für das Dritte Reich Hitlers, sondern vor allem gegen den Bolschewismus und seinen möglichen Griff gen Westen.

Es steht außer Frage, daß die bolschewistische Vernichtungsdrohung tatsächlich gegeben war: Die Kollateralschäden des bolschewistischen Umbaus hin zu einem Kollektiv neuer Menschen waren plastisch, das große, entsetzliche Gesellschaftsexperiment lief nicht weit entfernt von der eigenen Haustür ab: Die Akteure um Lenin und Trotzki verfügten über eine Gesellschafts- und Revolutionstheorie, glaubten also an die Vorhersehbarkeit, Planbarkeit und Machbarkeit der geschichtlichen Entwicklung auf einen Endpunkt und Endzustand hin und waren in der Lage, diesen als unumgänglich beschriebenen Ablauf mythisch aufzuladen und ohne Skrupel in Gang zu setzen, in dem Bewußtsein, daß Hunderttausende und Millionen Opfer nichts wögen gegen die Durchsetzung der historischen Notwendigkeit und einer auf einen Dauerfrieden eingerichteten Endzeit.

Der bolschewistische Verwirklichungsweg der kommunistischen Grundtheorie ist in diesem Sinne ein Moderneprojekt schlechthin: Er ist emanzipatorisch, er ist technik- und fortschrittsorientiert, er ist materialistisch, zuversichtlich und organisationsoptimistisch, er ist ein Tabula-rasa-Modell: unwillig gegenüber natürlichen Hürden und Widerständen, sogar und vor allem gegenüber der menschlichen Natur, ihrer Bedingtheit, Unberechenbarkeit, Unfertigkeit, Individualität und Vielfältigkeit gegenüber. Und er ist in seiner Verknüpfung aus wissenschaftlicher Herleitung und fanatischem Glauben an die alleinige Richtigkeit eben dieses geschichtlichen Weges unerbittlich im Kampf gegen jeden abweichenden Impuls und jedes abweichende Gebilde:

Die bolschewistische Erhebung war die Totale Mobilmachung gegen die Bremser des vermeintlich notwendigen Ablaufes der Weltgeschichte. Denn der Kommunismus folgt notwendigerweise auf jedem seiner Verwirklichungswege der Einebnungstendenz, der Entortungstendenz und überhaupt der Auflösungstendenz, und er ist damit ja eine Schwester der radikalliberalen Ideologie, deren emanzipatorischer, vordergründig antihierarchischer, nivellierender Impuls sich ebenfalls gegen all jene Faktoren wendet, die der materialistischen Ausrichtung des Menschen und seiner Verfügbarkeit als Konsum- und Arbeitsnomade im Wege stehen: Glaube, Ort, Herkunft, Geschichte, Familie, geistige Freiheit.

Hätte man nun dieser vernichtenden Kraft- und Energiezusammenballung anders entgegentreten können als wiederum im Rahmen einer Totalen Mobilmachung? Hätte man der eigenen, physischen Infragestellung durch eines der großen Auflösungsprojekte der Moderne anders entgegentreten können als durch einen ebenso schlagkräftigen physischen Gegenentwurf? Mußte man nicht zwingend im Kampf gegen modernste Mittel selbst zu modernsten Mitteln greifen, und zwar selbst dann, wenn man nicht nur die modernsten Mittel des Gegners zu bekämpfen hatte, sondern ihn selbst als den Träger einer Macher-Moderne und durch ihn also sozusagen die Moderne höchstselbst?

Die deutsche Tragödie wird gespeist aus dem Umstand, daß der Nationalsozialismus von sich zwar behauptete, gegen die Auflösungs- und Entortungswucht seiner bolschewistischen und liberalistischen Todfeinde anzutreten und durch einen Sieg in diesem Weltanschauungskrieg das Deutsche zu bewahren – letztlich aber selbst so gründlich das Gewachsene und Hergebrachte, das Abendländische, Christliche und Maßvolle zerstörte, daß auch er nichts weiter war als eine Vergewaltigung: der Versuch nämlich, den Menschen neu zu konstruieren, hochmodern, biologistisch, rational, dabei den Idealismus und die Grundgläubigkeit gerade junger Menschen einberechnend und pervertierend.

Für Deutschland zu kämpfen bedeutete nämlich stets und auswegslos zugleich für Hitler und seine Ideologie zu kämpfen, also etwas zusammenzuschnüren, was aus rückgebundener Warte schlechterdings unvereinbar war.

Und so endete der von vornherein maßlose Weltformungsanlauf des Dritten Reiches in einem vollkommenen Desaster, und die jungen Krieger aus Bergels Roman kehrten aus dem Osten nicht wieder. Zwei Jahre später paradierten die Panzer der Roten Armee durch Bukarest, bevor sie ihre Rohre nach Westen richteten und durch die Karpaten in die pannonische Tiefebene vorstießen.

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2. Die Frage lautet: Kann man mit modernen Mitteln gegen die Moderne selbst antreten, oder verändert einen die Wahl dieser Mittel nicht selbst ganz und gar in einen Teil dessen, was zu bekämpfen und zurückzudrängen man sich auf die Fahnen geschrieben hat? Über nichts anderes hat ja zu sprechen, wer über den Widerstand gegen die Entwurzelung, die Überfremdung, die Entzauberung, Entheiligung und Vernutzung der Welt spricht, und über den taxierenden Blick auf unser Land, auf unsere Ressourcen, auf die Humanressourcen anderer Länder, und auf die Frage hinter diesem taxierenden Blick – ob nämlich Entortung und Entwurzelung durch Einwanderung dort unproblematisch sei, wo sie uns nützt.

Aber bereits in genau dieser Formulierung der Frage liegt doch schon die wahrhaftig rückgebundene Antwort: Allenfalls aus der Bodenständigkeit in die Vertikale aufgerichtet widersteht der Mensch im Wortsinne, denn wie sollte er im Hasten und Fuchteln, im Herumliegen oder Herumirren gegen etwas standhalten können?

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3.  Vor einigen Monaten traf ich mich mit einem Publizisten, der in einer Mischung aus präziser Alltagsbeobachtung und konservativer Ableitung den ganzen Wahnsinn der Überfremdung Deutschlands notiert. Dieser Mann läßt es in seinen Artikeln nicht an einem gewissen Furor gegen das fehlen, was »uns« von »unserer« Regierung aufgebürdet werde und was seiner Meinung nach zu einem unwiderruflichen Ende der westlichen Zivilisation führen müsse.

Zwei Anker in seinen Äußerungen: Es gebe noch immer ein »wir«, und es gebe eine zu verteidigende westliche Wertegemeinschaft. Daran ließ sich anknüpfen, und es war auch nur vordergründig problematisch, daß der Publizist zur Begrüßung eine Distanzierungsformel aussprach: Er selbst kritisiere, im Gegensatz zu mir, das System an sich nicht, sondern beabsichtige fest, die Integrationskräfte der Zivilgesellschaft zu stärken.

Derlei Eröffnungen gehören zum Ritual, man muß da irgendwelche Unterstellungen auch gar nicht empört zurückweisen - und im Falle des Publizisten bot sich die Gelegenheit, sofort in medias res zu gehen: Denn mich interessiert das bisher aus irgendeinem unerfindlichen Grund noch nicht ausgepackte Instrumentarium der zivilgesellschaftlichen Integrationsmittel über die Maßen, ich brenne darauf, diese Wunderwaffe mobilgemacht zu schauen und in ihrem Wirkungsfeuer zu studieren.

Das Gespräch kam also gut in Schwung, und es zeigte sich nach kurzer Zeit ein großes Interesse des Publizisten an den Erfahrungen deutscher Soldaten, die in Afghanistan nicht nur logistisch tätig waren, sondern tatsächlich »die westliche Wertegemeinschaft« mit der Waffe in der Hand verteidigten. Ob da geschossen und getötet worden sei? Ob ich Leute kennte, die getötet hätten? Ob ich wüßte, mit welchen Gewissenskonflikten da im Nachhinein zu kämpfen sei – oder ob so etwas glatt durchgehe, weil doch die Guten immer gut schlafen können, wenn sie das Böse vernichtet haben, und so weiter. Ich gab einiges aus den Gesprächen wider, die ich mit einsatzerfahrenen Soldaten tatsächlich hatte führen können, auch mit solchen, die außerhalb der Bundeswehr und innerhalb einer der privaten Militärfirmen gekämpft hatten, die im Irak und in Afghanistan zuhauf den Dreck schaufeln.

Der Publizist hörte zu und gab dann ein Bekenntnis ab, das zugleich eine Selbsteinschätzung war: Er vermute von sich, daß er kalt abziehen, ohne Pulsbeschleunigung töten und danach wie ein Kind würde schlafen können, wenn es darum gehe, dem mittelalterlichen Gesindel zu zeigen, von welcher Höhe herab man die eigenen Stadtmauern zu verteidigen gedenke.

Ich fragte: Unsere Stadtmauern in Afghanistan? – Ja, natürlich, antwortete er. – Oder doch hier in Köln? – Ja, natürlich, auch hier, und wir würden ihn noch erleben, diesen heißen Tanz.

Ich gab dann zu Protokoll, daß es mir vermutlich den Schlaf rauben würde, wenn ich töten müßte, und daß ich in Bosnien als Führer einer Aufklärungsabteilung Dinge gesehen hätte, deren Vorgeschichte mir als das Grauen entgegengetreten sei: aneinandergefesselte, halbverweste Leichen junger Männer etwa, deren Massengrab durch untergeschobene Minen gegen eine Hebung angelegt war.

Aber: diese Auskünfte waren im sonnigen Biergarten so unheroisch, daß der Gesprächsbogen eine Delle erfuhr und sich erst wieder aufschwang, als wir über die von dem Publizisten ins Gespräch gebrachte Mobilmachung der Zivilgesellschaft gegen ihre Bedrohung durch die Überfremdung sprachen. Über des Publizisten drei Widerstandsempfehlungen war ich nicht überrascht: AfD wählen, das Richtige an der richtigen Stelle publizieren und am Grundgesetz entlang erziehen, mittels Kitapflicht.

Das ist für jemanden, der in den Grundlagen der westlichen Wertegemeinschaft keine Fehlentwicklung sieht, der also keine Verheerung des Geistes erkennen mag und in der Vernutzung aller Bestände keinen geisttötenden und entortenden Mechanismus, konsequent und folgerichtig gedacht: Die Absorptionskraft des konsumgesteuerten, dekadenten Lebens, der emanzipatorische Individualismus – das sind Verlockungen, mit denen man zumindest einen Teil der global aufgebrochenen Wirtschaftsnomaden davon abbringen könnte, im eigenen Leben neben dem Streben nach materiellem und körperlichem Glück noch etwas mehr zu wollen. Und es ist immerhin eine ehrliche Antwort auf die Frage des »Wozu«, wozu sich verteidigen.

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4.  Aber es ist keine identitäre, keine im wahrhaftigen Sinne »rückgebundene« Antwort, sondern bloß eine innerhalb des Machbaren und der großen Organisationsleistung der Moderne. Um es zuzuspitzen: Der Liberalismus formt nicht ganz und gar einen neuen Menschen, sondern reduziert ihn, schleift ihm seine nichtverfügbaren Teile ab, leugnet Gott (oder belächelt ihn vielmehr), leugnet oder belächelt jedenfalls das gnadenvoll Gegebene und findet so zu einer vermeintlich freien, natürlich aber um so süßer vergifteten Massenformierung.

Die Konsequenzen schlagen voll durch: Wir haben kaum noch Widerstandskraft, und davon müssen wir einen Teil auch noch darauf verwenden, den alten, gültigen Kerngedanken einer konservativen Revolution zu verwirklichen: das erst zu schaffen oder wieder freizulegen, was zu verteidigen sich lohnte. Denn wenn die Abwehrkräfte des Geistes, die Stabilität im Innern ausgehöhlt, verschüttet, gänzlich abgeräumt sind, gibt es kein verteidigungswertes »Wozu« mehr.

Der physischen Überfremdung geht die geistige Überfemdung voraus, und deshalb darf es uns nicht wundern, wenn viele Deutsche kein Problem darin erkennen können, daß das deutsche Volk an sein Ende kommen könnte. Etwas, das es so oder so nur als Konstrukt gab, als etwas Aufgesetztes, Zufälliges, kann nicht verschwinden: Es war nie da. Dies ist dann die Stufe, die noch weit über die Verachtung des Eigenen hinausführt: Die völlige Unkenntnis des Eigenen, das fehlende Organ für irgendeinen Unterschied.

Rückgebundener Widerstand, rückgebundene Mobilisierung ist ein Zweifrontenkrieg. Wozu, das ist die zentrale Frage, leisten wir Widerstand? Leisten wir ihn nur gegen ein Zuviel an Fremden – und wären dort zufrieden, wo wir als Konsum- und Vernutzungsmonaden unter uns blieben, frei nach dem Motto: Schön ists in Gesellschaft des blinzelnden, letzten Menschen allemal dann, wenn es um uns herum nur deutsch blinzelt!

Oder gehen wir darüber hinaus und leisten Widerstand gegen ein an sich falsches, weil mechanistisches, weil grundsätzlich vernutzendes, nur weltliches Bild vom Menschen, also gegen die sozialistischen Glücksversprechungen ebenso wie gegen die Konsumoptimierung des Menschen. Dies erst wäre Widerstand an zwei Fronten: gegen die Verheerung des Geistes, die Wüste in uns – und gegen den vollen Durchbruch der entortenden Konsequenzen dieser Verheerung, die im millionenfach aufgebrochenen, angeblichen Flüchtling eine ihrer Gestalten angenommen (oder gefunden) hat. 

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (41)

Karl Blomquist
14. Dezember 2015 19:36
Allgemeines Erstaunen
wenn jemand die Folgen der Völkerwanderung benennt

Björn Höcke spricht von einem „Staatszerfall“ der BRD vergleichbar mit der Endphase der DDR. Weiter: „Einige gehen davon aus, dass ein neues Mittelalter mit einer offenen Verfasstheit, ja sogar eine Retribalisierung zu erwarten ist. Das scheint im Bereich des Möglichen zu sein“

Nach der letzten Völkerwanderung im 5. Jahrhundert teilten Eroberer-Stämme das weströmische Reich unter sich auf, und danach kam das Mittelalter.
Und man kann erwarten, dass auch bei der jetzigen Völkerwanderung die Einheimischen, und daneben vielleicht auch die Invasoren, sich zunächst zu kleinen Einheiten zusammenschließen, zunächst das Dorf, dann zum Herzogtum, oder wie immer man es dann nennt. Was bleibt ihnen denn sonst übrig, wenn sie überleben wollen?

Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung wird von Politkaste und Lizenzpresse offenbar inzwischen vollständig ausgeblendet.
Wenn Herr Höcke etwas unrichtiges gesagt hat, dann kann man doch Gegenargumente bringen. Aber einfach mit Denkverboten zu kommen, führt nicht weiter. Man ist bass erstaunt, dass jemand die Folgen der Völkerwanderung benennt – das war der Kern von Björn Höckes Rede – die man selbst hinnimmt oder mitträgt.

Rudolf Steiner zu Denkverboten und deren Überwindung

"Man kann sagen: Die Gegenwart hat es noch recht gut gegenüber dem, was da kommen wird, wenn die westliche Entwickelung immer mehr und mehr ihre Blüten treibt. Es wird gar nicht lange dauern, wenn man das Jahr 2000 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken von Amerika ausgehen, ein Gesetz, welches den Zweck haben wird, alles individuelle Denken zu unterdrücken.
Also in diese ganze Entwickelung muß sich auch die geisteswissenschaftliche Entwickelung hineinstellen. Das muß sie klar und objektiv durchschauen. Sie muß sich klar sein, daß das, was heute wie ein Paradoxon erscheint, geschehen wird: ungefähr im Jahre 2200 und einigen Jahren wird eine Unterdrückung des Denkens in größtem Maßstabe auf der Welt losgehen, in weitestem Umfange. Und in diese Perspektive hinein muß gearbeitet werden durch Geisteswissenschaft. Es muß soviel gefunden werden – und es wird gefunden werden -, daß ein entsprechendes Gegengewicht gegen diese Tendenzen da sein kann in der Weltenentwickelung."

(Rudolf Steiner, 1916, Vortrag: «Zeichen, Griff und Wort» — über okkulte Logen in unserer Zeit)
Dylan
14. Dezember 2015 19:43
Ich glaube nicht, dass das Ersehnte Sache der Politik ist. Wie bei Nietzsche ist es Haltung, Bildung und Ästhetik. In Politik umgesetzt, wird es tödlich.
Fredy
14. Dezember 2015 20:03
Das Interview in der JF ist primitiv. Dass sich Fest darauf einlässt, und tapfer über jedes Stöckchen springt, ist - um seine Worte zu nutzen - "intellektuell verstörend". Ich hatte von Beiden, JF und Fest, "ein anderes Niveau erwartet".
Fredy
14. Dezember 2015 20:16
Es werden zwar die richtigen Fragen aufgeworfen, die mögliche Antwort ist aber zu nah an der reinen Lehre. Aus meiner Sicht wohl richtig, aber politisch nicht zielführend. Man kann nicht alles auf einmal erreichen. Ein Schritt nach dem anderen zur Besserung. Und möglicherweise braucht es für jeden Schritt andere Feinde und andere Verbündete.
Andreas
14. Dezember 2015 20:35
Hallo Herr Kubitschek,

habe mir das Video am Wochenende angesehen und einigermaßen verblüfft heute den entsprechenden Artikel in der FAZ gelesen.

Verblüfft, weil ich dann doch nicht mir einer reaktion an dieser Stelle zu diesem Thema gerechnet hätte und verblüfft immer noch über den Gleichton einer FAZ mit einer TAZ (ist tatsächlich nur ein Buchstabe, sehe ich gerade).

Aus dem Tenor des Artikels muss sich aber für den Hörer der Höcke-Rede doch die Erkenntnis ergeben, dass es eigentlich vollkomen egal ist, was dieser z. Zt. sagt.

Im Grunde ist es doch das gleiche Spiel: Erst war Lucke der Böse, dann war Lucke der Gute und Petry die Böse = Teilung der AFD. Das reichte aber nicht. Daraus folgt logischerweise neuer Versuch. Jetzt ist Petry die Gute und Höcke der Böse. Vielleicht klappt es diesmal ja ? Die AFD scheint, wie ich den Statements zur Höcke-Rede entnehme, ja blöd genug erneut auf dieses Spiel reinzufallen.
F.W.
14. Dezember 2015 20:44
Ironie des Schicksals: Das ceterum censeo des IfS lautete seit je, daß, wer sich mit Politikern einläßt, von deren Bedingungen mit abhängig wird. Eigentlich wollte man das nicht, aber jetzt, wo unter der Wucht der Ereignisse der Drang unstillbar wird, aus dem lang und breit Erkannten irgend eine sogenannte Tat zu destillieren ...

Die JF hingegen versucht, sich nach Jahren in der Schmuddelecke zum Zentralorgan einer neuen, bürgerlichen Partei zu entwickeln, bis ihr Prof. Lucke einen Stricht durch die Rechnung macht.

Am Ende fängt sich ausgerechnet das IfS aufgrund der Rede eines Politikers die Kritik, kein Niveau zu haben, und die JF schmeißt sich auf Kosten des IfS an einen der Fests heran. Großartig!

Natürlich ist Fests Auffassung, jeder solle kommen, solange das Land ihn brauche, schwammig, nichtssagend und letztlich niveaulos. Es ist die letzte Verhaltensweise, die solchen Leuten noch bleibt, um sich nicht zu verlieren: Höflichkeit.
Konrad T. Burger
14. Dezember 2015 21:05
Zunächst danke, Herr Kubitschek, dass Sie den Fehler einräumen, die Rede Höckes öffentlich gemacht zu haben. In der Tat muß man zwischen einem forum internum und einem forum externum unterscheiden. Zu ersterem gehört, wie Sie richtig schreiben, die freie Rede und das unfertige Sprechen. Freilich auch die schonungslose Kritik untereinander, die - wie man in kirchlichen Kreisen sagt - "brüderliche Zurechtweisung", wenn man über das Ziel hinausschießt, Fehler macht , sich intellektuell verrennt. Ich war beim staatspolitischen Kongreß nicht zugegen, doch ich hoffe, Herr Höcke hat solche Zurechtweisung erfahren. Denn offen gestanden scheint Björn Höcke genau das zu fehlen: Wohlmeinende Kritik aus den eigenen Reihen. Wer nur einerseits erbitterte Todfeinde und andererseits gläubige Jünger, die mit leuchtenden Augen an seinen Lippen hängen, kennenlernt, verliert den nüchternen Blick auf sich selbst und auf seine Außenwirkung.

Zum Zweifrontenkrieg: Ich habe den Eindruck, im Umfeld der "Sezession" wollen Viele zu viel auf einmal. Kämpfen wir zunächst einmal gegen die physische Überfremdung, gegen die Angriffe von außen. Vieles weitere wird sich daraus ergeben. Ich erinnere mich noch an einen Artikel von Martin Lichtmesz aus dem Spätsommer 2013. Er äußerte darin größte Bedenken gegen die neu entstandene AfD. Unter anderem beklagte er, daß Bernd Lucke nicht sähe, daß der Euro nur ein Symptom einer tieferen Krise sei und man nicht - wie Lucke es vorhatte - den Euro bekämpfen, aber alles andere erhalten könne.

Damals entgegneten Kommentatoren, daß man die neue Partei dennoch unterstützen müsse, um etwas in Bewegung zu bringen. Aus einem Erfolg der AfD könne sich eine Eigendynamik entwickeln , der sich Lucke entweder beugen müsse oder die ihn hinwegfegen werde. Genau das ist eingetreten.

Eine ähnliche Situation haben wir auch jetzt. Wenn die AfD im März 16 mit sehr guten Ergebnissen in drei Landtage einzieht, dann kann sich auch daraus eine Eigendynamik entwickeln, die vereint mit andern Strömungen wie einprozent o.ä. Dinge in Gang setzt, die wir jetzt noch nicht absehen können.

Für den Wahlerfolg ist jedoch eines unverzichtbar: Masse. Die findet sich nicht rechts oder rechtsaußen, sondern in der (rechten) Mitte und, ja, auch unter den "Konsum- und Vernutzungsnomaden". Diese müssen mitgenommen werden. Wenn die Mehrheit oder eine starke Minderheit in unsere Richtung kippt, kann sich manches wie von selbst regeln.

Ein Zirkel der Unbedingten gewinnt jedoch keine Wahlen. Zu schrille Töne, zu viel Pathos schreckt die Wähler ab, die es zu gewinnen gilt. Wenigstens diese Einsicht sollten auch die Patriotische Plattform und alle "Unbedingten" haben. Wahlkampf ist etwas anderes als Metapolitik.
Gustav Grambauer
14. Dezember 2015 21:12
"Glaube, Ort, Herkunft, Geschichte, Familie, geistige Freiheit." Letztere sollte den ersten Rang haben. Ich sehe vor allem ein Wahrheitsproblem, die Auswurzelung aus der Wahrheit ist unvergleichlich tragischer als die biologische, genealogische, geographische, biographische Auswurzelung.

Wir sehen bereits eine Zivilisation verschwinden, die in flagellantischer Raserei nichts anderes mehr als die Abwehr der Wahrheit duldet und diese Abwehr totalitärer ritualisiert als alle bisherigen Diktaturen.

Dabei werden gerade viele, viele Egos bis sonstwohin aufgebläht, aber das ist nur der erste Akt des Dramas ...

Christian Schröder kann ja nicht das Wort "Niveau" in den sogenannten "Diskurs" einstreuen, dann macht es eben Nicolaus Fest auf die etwas glattere Masche, und die Meute johlt mit weil sie endlich ihren zitierfähigen Wadenbiß hat, ein simpler Mechanismus des Rädchen-Systems.

Höcke sollte sich von dem jetzt einsetzenden Tiefdekadenz-Zirkus nicht beirren lassen, auch wenn ihm das in den Sonntagsumfragen nochmals schadet.

- G. G.
Zarathustra
14. Dezember 2015 21:12
Sehr schön! Was Sie, lieber Herr Kubitschek, hier geschrieben haben, kann ich zu 90% nur unterschreiben. Besonders die letzten drei Absätze dringen ins Wesentliche vor. Einen solchen geistigen Klarblick und eine solche prinzipielle Entschiedenheit brauchen wir öfters. Wir brauchen nur 500 Leute, die soweit ins Wesentliche vorgedrungen sind, mehr nicht...

    Beste Grüße,
    Zarathustra
Bran
14. Dezember 2015 21:16
1. Höcke hat nur die Wahrheit gesagt. Objektiv. Sich davon zu distanzieren oder zu konstatieren, dass man ihm mit der Veröffentlichung dessen einen schlechten Dienst erwiesen hat, ist falsch. Vielmehr wäre es nötig darauf hinzuweisen, dass die Wahrheit nicht durch eine Instant-Moral ausser Kraft gesetzt werden kann.
2. (...)
3. Die JF ist schon lange disqualifiziert durch verschiedene Distanzen, die sie genommen hat und Aussagen, die armseliger und schwächer kaum sein könnten. Von ihr zu reden oder ihre Versagen zu besprechen, heisst, ihr eine Bedeutung zuzumessen, die sie schon lange aufgegeben hat.
4. Wer meint, in Afghanistan von den "Stadtmauern" auf den Gegner hinabzusehen, hat sich verirrt. Wir haben in Afghanistan gar nichts verloren und auf niemanden herabzuschauen. Unser Kampfplatz ist der deutschsprachige, oder weiter gefasst der europäische Raum. Alles Andere geht uns nichts an, egal was die East Coast dazu sagt. Jemand, der solche Aussagen tätigt, wird von mir als grenzschwachsinnig angesehen und ist als ernsthafter Gesprächspartner ausgeschlossen.
5. In Fällen wie Höcke momentan gibt es nur Eines: Offensive. Dazu stehen. Keine Verteidigung sondern Angriff. Wir haben Recht. Belegbar durch Fakten. Alles Andere ist Duckmäusertum und das können wir uns nicht leisten. Hier muss man sich ein Beispiel an der Linken nehmen: Kein Fussbreit der Gegenseite! Immer zu den eigenen Aussagen stehen und sich niemals distanzieren, nichts relativieren. Egal, was der Gegner für Geschütze auffährt, wir sind überzeugt und wir wiederholen unsere Argumente, bis sie eingesickert sind.
massel tov
14. Dezember 2015 21:23
"dennoch die schwerter halten".....
zu spät, herr kubitschek. leider zu spät.
es hat immerhin über 40 jahre gebraucht,
bis "allem was steht das mark aus den knochen
geblasen" worden ist (gehlen).
jetzt, wo fast keiner mehr mit dem begriff "deutsch"
etwas anfangen kann, erfolgt der großangriff: die
umvolkung durch "aliens", die kultur- und religions-
fremd und dazu noch völlig assimilationsresistent sind.
ich muß ihnen nicht sagen, daß das nicht absichts-
los geschieht. "in der politik geschieht nichts
zufällig (franklin d. roosevelt) - und der musste es ja wissen...
ich habe diese entwicklungen früh gespürt und in
den jahren unter kohl aufmerksam beobachtet -geistig-
moralische wende, haha. was dann kam hat mich über-
zeugt, daß der konservativismus in deutschland am ende ist: impotent
selbst bei satten mehrheiten. ich habe gehofft, das ende nicht
erleben zu müssen. sieht so aus, als ob mein wunsch nicht
in erfüllung geht.
Winston Smith 78699
14. Dezember 2015 21:32
@ Fredy
Man kann nicht alles auf einmal erreichen. Ein Schritt nach dem anderen zur Besserung.


Ist denn Zeit dafür? Braucht es jetzt nicht Mut der Verzweiflung und das Ausführen ungeübter Maneuver, etwas Neuartiges wie die schiefe Schlachtordnung? Der Zweifrontenkrieg ist ja kein physischer, und dieser räumliche Vergleich blockiert vielleicht die Erarbeitung von Vorstellungen, wie man ihn, die bweußtseinsmäßig-kulturelle und nicht militärische Herausforderung, mit ein- und derselben Maßnahme angehen könnte. Kubitschek sucht hier und fordert zum Mit- und Weiterdenken auf. Das sollte man nicht abwürgen.

@ Dylan erwidert:
Ich glaube nicht, dass das Ersehnte Sache der Politik ist. Wie bei Nietzsche ist es Haltung, Bildung und Ästhetik. In Politik umgesetzt, wird es tödlich.

Die uns beherrschende "Politik" ist bereits in höchstem Maße medial-irrational und mißbraucht mentale Mechanismen, die im weiteren Sinne auch zur Asthetik und Religiosität gehören. Dahingegen Sachlichkeit als Grundlage breiter Mobilisierung zu setzen bedürfte eines ganz anderen Nährbodens an kritischer Bildung als er momentan vorfindlich ist. Was ist nun traumtänzerischer oder utopischer: diese breite Grundlage einfach anzunehmen, oder mit Kubitschek zu überlegen, wie man übles ideologesches Feuer mit gutem Feuer bekämpfen könnte? Klar wäre Nietzsche ein hierzu maßgeblicher Akteur der Moderne, aber der Bezug auf Ihn weckt leider haufenweise hinderliche (nicht in jedem Falle schlechte oder falsche) Assoziationen, wie auch bei Jünger. Spiritualität (wie oben einfach im Sinne der Annahme eines Mehrs im Menschen als seine Verwertbarkeit) kann aber auch ein noch moderneres Gewand tragen. Gregory Bateson und Paul Watzlawick sind Beispiele für viele Denker, die über ein naturwissenschaftliches Paradigma dorthin gelangen. Nur als Beispiel für einen modernen Zugang verlinke ich ein Video, in dem erlebte Spiritualität, Erziehungsfragen, Ästhetik und Kritik an der Sozialdemokratie zusammenkommen und mal keine Ufos, Quanten oder Dimensionen auftauchen. Ich selbst neigte auch zum Reflex, jede Form von dem, was unter der Handelsmarke "Esoterik" so alles läuft, mit einem "Pfui" anzubellen, aber wir geraten gerade in Nöte, in denen alles recht sein wird, was hilft. Dementsprechend sei bitte auch manches Ungewohnte recht, was dies zu verhindern helfen könnte.
Juergen
14. Dezember 2015 22:08
Alle Menschen sind K-Selektoren, sie bekommen meist pro Schwangerschaft ein bis zwei Kinder, die in den ersten Lebensjahren intensive Betreuung bedürfen. Das unterscheidet sie von r-Selektoren wie zb Fröschen, die pro Zeugungsvorgang hunderte von Nachkommen haben, die sich dann ohne Betreuung entwickeln, allerdings eine sehr geringe Überlebenschance haben. Fruchtbarkeitsraten, die auch innerhalb einer Spezies zwischen Individuen sehr unterschiedlich sein können und oft von äußeren Bedingungen beeinflusst werden, sollte an nicht mit Reproduktionsstrategien vergleichen, die genetisch determiniert sind und sich höchstens über evolutionäre Zeiträume ändern können.
Marcus Junge
14. Dezember 2015 22:21
Die JF, oder viel mehr D. Stein, führt seinen Kampf gegen die AfD fort. Nachdem Lucke erlegt wurde, sind ja immer noch reihenweise Luckianer dort zu finden, die jetzt auf Höcke als erste, aus der AfD, eingeprügelt haben. Die "Blutzeugen" gegen Höcke. Und da Höcke recht maßgeblich für den Sturz von Lucke war, kommt so halt zusammen, was zur JF "gehört".

Das N. Fest dann bemüht wird, ist nur folgerichtig. Eine weitere Figur aus dem Lager derer, die zwar sehen, daß es Probleme in der BRD gibt, deren Lösung aber "etwas das Rad zurückdrehen" lautet, ohne die tieferen Ursachen anpacken zu wollen. Ein Scheinkonservativer reinsten Wassers, so wie sie für das BRD-Establishment (oder jene die da hin wollen) typisch sind.

Peinlicher sind nur noch die Kommentare vieler Scheinkonservativer, siehe Kommentarbereich JF, was aber mühelos übertroffen wird von der Reaktion der AfD-Führung.

Dumm - Dümmer - Scheinkonservativer der BRD.

Den einzige brauchbaren Artikel zu Höcke gab es bei PI.

Und weil es so schön paßt, wie das derzeit mit den Armen auf der Welt aussieht und warum Masseneinwanderung nur auch uns zerstören wird, aber nichts zum Besseren ändern kann. https://www.youtube.com/watch?v=YsRQNu9Jg7k
ecce!
14. Dezember 2015 22:33
Sehr geehrter Herr Kubitschek,

es ist soweit alles nachvollziebar, was Sie schreiben. Nur leider wird nicht ersichtlich, warum das alles im Hau-ruck-verfahren durchgezogen werden muss. Sie betonen völlig zu Recht, dass der überwiegende Anteil der Deutschen nicht einmal mehr benennen könnte, was es den "im Zweifelsfalle" zu verteidigen gäbe (das deckt sich mit meiner Erfahrung auf dem Campus).
Aber wieso braucht es denn dafür eine konservative Revolution? Rein formell leben wir nach wie vor in einer Demokratie, so dass ein sukzessiver Wechsel plausibel, ja geradezu naheliegend ist. Wohlgemerkt, die Zeit drängt und uns bleibt nicht so viel Zeit wie den Grünen 1968, um maßgebliche Botschaften in die Breite der Gesellschaft zu tragen.

Wenn ich dann aber sehe, wie nachhaltig, beharrlich und flächendeckend die 68er mit der Besetzung aller Meinungsorgane agiert haben (man betrachte nur die Hochschullehrer, die wie Studenten herumlaufen), erscheint mir eine stoßartige Aktion reichlich primitiv, weil kurzlebig.

Auch wenn ich mich persönlich dazu imstande sehe, Herrn Höckes Postion zu verteidigen, so ändert das nichts an der Tatsache, dass man den Großteil der Menschen, die man zur Wahl der Afd motivieren möchte, mit solchen Aussagen verschreckt.
Man sollte die Menschen dort abholen, wo sie stehen, und ihnen nicht Sachverhalte an den Kopf werfen, die sie noch nicht einmal verständen, wenn sie sich anstrengen würden.
Ein Fremder aus Elea
14. Dezember 2015 22:56
Das "Mehr" einer Erfahrung setzt die Tat, welche es erweitert, voraus. Es besteht aus den plausiblen Aussichten, welche nach dem Geschehenen bestehen. Es entsteht auf natürliche Weise und erlaubt doch zugleich seine Veredelung durch Visionäre im Dienste der Gemeinschaft, seien es Priester, Dichter oder auch Politiker.

Es ist also so etwas wie eine Flagge an einem Schiff: Gelingt es einem, ein Schiff zu bauen, wird man schon auch noch seine Flagge hinkriegen.

Freilich, es ist dabei weit wichtiger als jene, doch wesenhaft anhängend ist es.

Je kleiner die Tat ist, auf welche es sich bezieht, desto umfassender ist es, und zwar deshalb, weil die Welt hinter der Tat um so größer ist, je kleiner die Tat ist.

Die Tat, welche am Anfang steht, ist das ehrende Überleben. Die Tat, welche am Ende steht, ist die ehrende Angleichung.

Einmal angeglichen, kann nur der Irrtum noch das "Mehr" vorübergehend wiederbeleben, aber es liegt in der Natur der Dinge, aus seinen Fehlern zu lernen, und bald ist der Irrtum ausgemerzt und das "Mehr" tot.

Das ist die Antwort auf die Frage, was es wie zu verteidigen gilt, man muß nur etwas drüber nachdenken, und der erste Impuls wird klar. Das weitere ergibt sich durch die Umstände.
Aristoteles.
14. Dezember 2015 23:11
@Juergen

Ich weiß nicht genau, ob die afrikanische Biene Apis mellifera scutellata und die italienische Biene Apis mellifera ligustica die k- oder die r-Strategie verfolgen. Ich vermute, es ist die r-Strategie.

Gleichwohl steht bei Wikipedia (https://en.wikipedia.org/wiki/R/K_selection_theory):

"While usually applied at the level of species, r/K selection theory is also useful in studying the evolution of ecological and life history DIFFERENCES BETWEEN SUBSPECIES, for instance the African honey bee, A. m. scutellata, and the Italian bee, A. m. ligustica."

Es ist also erlaubt oder zumindest "useful", auch innerhalb einer Species unterschiedliche Strategien zu untersuchen.

Hierzu (https://en.wikipedia.org/wiki/African_bee#Trade-offs_of_two_different_strategies):

"It has been noted that A. mellifera scutellata have HIGHER RATES of COLONY GROWTH, REPRODUCTION, and SWARMING than European honey bees (A. mellifera ligustica and A. mellifera mellifera), a fitness advantage that allowed them to become an INVASIVE species."

"Over time, distributions of the genotypic traits for worker food preference must have clustered around those conferring a proclivity towards resources that improved the fitness of the subspecies. [...].
A bee population must strike a balance in the distribution of resources towards the growth of the current colony members versus reproduction.
If too much energy is expended on the maintenance of an adult colony, the bees will lose the chance to expand through reproduction but they will have older workers who specialize in nectar resources for energy (honey.)
If too much energy is spent on reproduction, such a colony will be less equipped to survive drastic seasonal changes because they have younger workers who specialize in pollen for feeding the brood, not energy storage."


(Hervorhebungen von mir)

Im Bereich der Bienen darf man also Beobachtungen anstellen,
im Bereich der Menschen aber nur unter Voraussetzung,
dass man
- nicht ohne Androhung einer sozialen Hinrichtung -
von der Inquisition beobachtet wird.
Commonkraut
14. Dezember 2015 23:25
Alte Handwerker-Regel: Nach Fest, kommt ab.

In diesem Sinne: Helm auf, weitermachen!
Pierre Aronnax
14. Dezember 2015 23:45
"Pick the target, freeze it, personalize it, and polarize it. Cut off the support network and isolate the target from sympathy. Go after people and not institutions; people hurt faster than institutions."


So lautet die 12te Regel der politischen Strategie von Saul Alinsky, dem maßgeblichen Ideengeber der amerikanischen - und mittlerweile vermutlich auch europäischen - Linken.

Das Spiel, das sich gerade um Höcke entfaltet, folgt genau dieser Regel und jeder, der sich daran beteiligt, macht sich zum Bauern einer Partie, die er selbst verlieren wird.

Das sollten sich all jene klar machen, die noch immer glauben, dass politische Gefechte mit Argumenten gewonnen werden. Die eigenen Reihen - und diesmal sind es tatsächlich die eigenen - zu schwächen, lässt nur einen gestärkt daraus hervorgehen. Dieser Politzombie (Waldstein) ist das (links-)liberale Establishment, zu dessen Diensten man offenbar gerne bereit ist, sobald die eigene Reputation ins vermeintlich anrüchige abrutscht.

So ist aber mit dem Widerstand: Man bräuchte ja nicht kämpfen, ginge es nicht um etwas. Dieses Etwas hat aber zwei Seiten an deren einer der Andere klebt. Oder um es physikalisch auszudrücken: Zwei Teile können nicht am selben Ort sein. Dass, wenn es derart existentiell wird, der eigene Ort und vor allem Machtbereich bedroht wird, die Geschosse größer werden und an Durchschlagskraft gewinnen, sollte sich von selbst verstehen.

Andernfalls: Warum überhaupt den Widerstand erklären? Als bloße Pose?

Es geht nicht um reine Lehren - sondern um offene Augen, die auch nicht vor dem goldfunkelnden Schuppentier zurückschrecken:

"Recht sich nehmen zu neuen Werthen – das ist das furchtbarste Nehmen für einen tragsamen und ehrfürchtigen Geist. Wahrlich, ein Rauben ist es ihm und eines raubenden Thieres Sache."


Wer den Fehler nicht erkennt, kann ihn nicht beheben. Dem bleibt nur das "richtige" Leben im falschen. Dass jenes über seine Falschheit hinaus aber noch über Gebühr moralisch magnetisiert werden soll - das macht den eigentlichen Skandal dieser Debatte aus.

Das Geschwafel um den richtigen Zeitpunkt der Provokation ist hinfällig. Solchen Leuten erscheint nie der richtige Zeitpunkt. Und wann war dieser je richtiger - und nötiger - als heute?
der Gehenkte
14. Dezember 2015 23:52
Politik ist und bleibt ein schmutziges Geschäft. Wer sich in diesen Ring begibt, muß wissen, daß es einen ehrlichen Kampf nur selten geben wird. Und Höcke konnte den von vornherein nicht erwarten, selbst im geschützten Raum nicht.

Man sollte ihn nicht ganz freisprechen von Naivität. Das biologische Argument machte ihn angreifbar. Während des Vortrages hat man die Tragweite nicht unbedingt erfassen können – ging mir zumindest so. Ihn ins Netz zu stellen … war tatsächlich naiv oder – im Nachhinein – zu waghalsig. Und auch der direkte „Angriff“ Höckes auf N. Fest war entbehrlich. Fest reagierte in der Tat sichtbar überrascht und genervt, auch wenn er ein Poker-Face aufsetzte. Das ungewollte Zerren ins Rampenlicht war ihm unangenehm und Höcke hätte darauf verzichten sollen. Im Saal lag Spannung, aber Fest fläzte demonstrativ im Stuhl, hatte freilich nicht den Mumm – aber wer hätte den schon? – die standing ovation zu verwehren. Nun, nachdem das Video mehr als 15 000 Mal geschaut und er öffentlich auch als Zuhörer sich bekennen mußte, kann die Retourkutsche nicht vollkommen überraschen. Nicht zu entschuldigen freilich, vor allem nicht die arrogante Geste – und das gewählte Medium.

Andererseits: 15 000 Leute haben das Video gesehen und viele werden sich ihre eigenen Gedanken machen, werden Realität und mediale Darstellung vergleichen. Und das IfS hat nun einen öffentlichen Namen …

Im Übrigen bewundere ich Ihre Aufrichtigkeit, Herr Kubitschek!
Pit
15. Dezember 2015 00:03
"Was verteidigen wir eigentlich – und wie"
-> meine Antworten:

1)was verteidigen wir : Selbstbestimmung
2)wie verteidigen wir das: mittels eines anderen Geldsystems.

Warum ist ein anderes Geldsystem, nämlich eines konkurrierender Währungen statt staatlicher Monopolwährungen, die Lösung? Weil es die Macht dissipiert, sodaß es keine Machtkonzentration ( <- Folge der Geldkonzentration daher Selbstbestimmung möglich.

Selbstbestimmung wird zu ethnisch einheitlichen Gruppen führen. Warum? Weil es von den Menschen so gewünscht wird: Selbstsegregation der Ethnien findet statt wo Freiheit der Entscheidung, d.h. Selbstbestimmung, gegeben ist.

Wird Selbstbestimmmung zu Konservativem oder Liberalem führen? Es wird zu dem führen, was die Leute selbstbestimmt wünschen. Was mehr könnte man anstreben?
Monika
15. Dezember 2015 00:07
Was verteidigen wir eigentlich - und wie Herr Stein ?
Bei diesem "ideologisierten" Denker haben Sie doch auch keine Berührungsängste :

https://jungefreiheit.de/?p=151856

Alte Freiheit ?
FFlecken
15. Dezember 2015 00:19
Höcke macht leider zu viele taktische Fehler und dies sage ich als Sympathisant. Er hat sich in vermintes Gelände gewagt, was derzeit parteipolitisch heikel ist. Nun gibt es in diesem Feld der Biologie einige klare Fakten, die wissenschaftlich stichhaltig sind und ziemlich politisch-inkorrekt. Wieso man aber eine logisch und wissenschaftlich kaum haltbare These zu vermeintlichen Fortpflanzungsstrategien beim Menschen aufstellt, dies erschließt sich mir leider nicht. Er hat einen Fehler gemacht, im Gegensatz zum künstlichen medialen Hype um den Jauch-Auftritt. Dennoch sollten wir uns nicht spalten lassen und Ruhe bewahren. Es geht um Deutschland.
Thylacin
15. Dezember 2015 00:37
@Juergen
Eigentlich wollte ich mich zu diesem Käse nicht mehr äußern, eben weil es auch in geschlossener Runde gemachte, unfertige und damit auch fehlerbehaftete Äußerungen sind, aber einige Dinge müssen dann wohl doch richtig gestellt werden.
Diese theoretischen Konzepte der r- und k-Strategien stellen im Grunde „Grenzbeschreibungen“ dar, die natürlich so in mathematischer Reinform in der Natur nie anzutreffen sind. Wenn man von einem r- oder k-Strategen spricht handelt es sich dabei immer um eine Näherung. Wer letztlich der r- oder k-Stratege ist, wird immer im Kontrast festgestellt, d.h. eine Art oder Population ist ein r-Stratege im Vergleich zu einer anderen Art oder Population, die sich eher als k-Stratege erweist etc. Demgemäß ist der Afrikaner natürlich ein klarer k-Strate verglichen mit einer Kultur E.coli-Bakterien im Erlenmeyerkolben im Labor. Verglichen mit dem wohlstandsübersättigten Europäer wird man die Afrikaner allerdings zu den r-Strategen zählen. Selbstverständlich gibt es da Unterschiede, der Afrikaner lebt eben mit Anfang 30 nicht mehr im Hotel Mama und schiebt gemütlich sein sozialwissenschaftliches Studium. Der hat sich eben schon als Zwölfjähriger als Kindersoldat verdingt oder auf Schrotthalden Computermüll abgefackelt. Mit 14 freut man sich da schon über das erste Kind und mit 30 hat man dann schon 12 davon, wobei 4 weitere nicht durchgekommen sind. Der Europäer plant dann mit Mitte 40 zusammen mit seiner gleichaltrigen Partnerin und einem hochqualifizierten Ärzteteam (Das braucht man dann auch!) sein erstes (und einziges) Kind. Ein weiteres Kind wird man sich „nicht leisten können“, während solche Überlegung statistisch gesehen bei der afrikanischen Großfamilie eine wohl eher untergeordnete Rolle spielen.
Sie schreiben auch man sollte „Fruchtbarkeitsraten“ nicht mit „Reproduktionsstrategien“ verwechseln, die „genetisch bedingt“ sind und „sich höchstens über evolutionäre Zeiträume ändern können“. Nun es gibt Organismen, die zwischen r- und k-Strategie hin und her schalten können, so etwas kennt man z.B. von Blattläusen. Auch dafür verwendet man diese Begriffe, und warum auch nicht? Es handelt sich eben um einen rein deskriptiven Ansatz, der zur Beschreibung, Strukturierung und z.T. auch Interpretation gesammelter Daten dient. Höcke hat diese Begriffe in diesem Zusammenhang schon ganz richtig verwendet.
Um auch mit der letzten Legende aufzuräumen, die da so im Netz und sonst wo herumgeistert, nein Höcke hat niemals behauptet, der Afrikaner sei genetisch auf die r-Strategie festgelegt und könne sich nicht ändern. Das Gegenteil ist der Fall, Höcke hat die offenen Grenzen in Europa scharf kritisiert, da diese (sinngemäß) es den afrikanischen Gesellschaften erlaube ihren (aus der r-Strategie herrührenden) „Menschenüberschuss“ einfach nach Europa abzuschieben und es daher auch nicht zu dem dringend notwendigen Umdenken in diesen Ländern kommt. Er meint sogar sinngemäß, dass wir den afrikanischen Gesellschaften mit einer Grenzschließung einen Gefallen täten, da diese dann eben ihre Bevölkerungspolitik änderten, weil sie sie eben ändern müssten. Das hat mit Biologismus oder Rassismus oder sonst irgend etwas gar nichts zu tun.
Ein Unmoderner
15. Dezember 2015 01:50
Man sollte die Sache doch einfach mal auf den Boden bringen:
1) Die demographischen Tatsachen sind unbestreitbar und haben als solche nichts mit Rassismus zu tun.
2) Die reine verbale Verpackung derselben ändert gar nichts.
3) Wenn man jemanden aufhängen will, findet man immer einen Haken. Wenn es nicht diese Reproduktionsfrage gewesen wäre, dann hätten die interessierten Kreise eine andere Sache hochgepuscht.

4) Die JF hat mit Luckes Rausschmiß die avisierte Rolle als AfD-Parteizeitung nicht mehr fortführen können, weil sich programmatisch nicht anpassen wollen. Seitdem eiert sie auf der Suche nach einem neuen Kundenstamm.
5) Selbstverständlich wirken Mittel und Form auf den Inhalt zurück.
Wir werden aber gleichwohl nicht darum herumkommen, gegen die Moderne oder, soweit abtrennbar, deren dekadente Teile, mit den Mitteln der Moderne vorzugehen. Ja, sogar mit noch fortschrittlicheren Mitteln. Sonst landen wir bei verstaubtem Klassizismus bzw. verschlafenen Romantismen, mit denen wir dauerhaft hoffnungslos hinterherrennen.
Allerdings kommt es entscheidend darauf an, das Instrumentarium nicht einfach fröhlich zu benutzen, sondern sich über die jeweiligen Wirkungen und Nebenwirkungen, ggf. auch Quellen klar zu werden. Oder aristotelisch gesprochen: Nicht nur das Womit gilt es zu beachten, sondern vor allem das Wozu.
6) Hinsichtlich der konkreten Politik aber ist das Kernproblem die Genußsucht des letzten Menschen, aus der er aufgerüttelt werden muß. Schon allein, weil es einer gewissen quantitativen Masse bedarf.
Leider wird es nur sehr bedingt möglich sein, das auf rationalem Weg zu erreichen. Hier braucht es auch Emotionen und Charisma.
Ulrich Lenz
15. Dezember 2015 06:25
Ich war selbst Teilnehmer der Veranstaltung und hatte an Höckes Rede nichts Grundsätzliches auszusetzen. Die Überbevölkerung Afrikas führt dazu, dass die dortigen jungen Männer in Scharen nach Europa strömen, da es in ihren Heimatländern keine freien Posten mehr für sie gibt. Etwas anderes hat Herr Höcke letztlich auch nicht ausgesagt.
Als Historiker sollte er aber mit Erklärungsversuchen aus der Biologie etwas vorsichtiger sein. Alles was mit Genetik und Rasse zu tun hat, wird in unserer "DDR 2.0" als Rassenlehre des Nationalsozialismus gebrandmarkt.

Der hamburgische AfD-Landesvorsitzende Dr. Bernd Baumann hat einmal festgestellt, dass wir es bei allen politischen Themen mit religiösen Gefühlen zu tun haben, die von der AfD durch politische Sachargumente verletzt werden. Dem kann ich nur zustimmen.

Die politischen Gutmenschen haben sich ein Himmelreich aus Flüchtlingen, gender mainstreaming und anderen Themen zusammengereimt, in dem sie die Guten sind und die Menschheit beglücken. Dass der Großteil von Europa das inzwischen anders sieht, können unsere religiösen Eiferer gar nicht verstehen.

In dieser "Gutmenschenreligion" besteht die Hölle aus der Welt des Nationalsozialismus, wobei andere totalitäre Gesellschaftssystem wie der Kommunismus und der politische Islam komplett ausgeblendet werden. Wer Begriffe wie Rasse und Genetik verwendet, ist schon zum Tod auf dem Scheiterhaufen im ewigen Feuer der Hölle verurteilt. Und genau das ist Björn Höcke soeben zugestoßen.
Waldgänger aus Schwaben
15. Dezember 2015 08:05
Höcke und dem IfS kann nur eines raten:

"Schuster bleib bei Deinen Leisten!"

Eine Einrichtung, die sich als rechter Think tank versteht, sollte sich aus der Tagespolitik raus halten und nicht versuchen, bestimmte Politiker zu unterstützen.

Höcke Ausführungen über k- und r-Strategen sind wissenschaftlicher Unsinn, sie werdennicht auf Rassen oder Unterarten in der Tierwelt angewandt. Nicht nur biologisch sind sie falsch, sondern auch historisch. Gerade Deutschland hatte über Jahrhunderte hinweg einen Geburtenüberschuss, der andere europäische Völker übertraf und durch Auswanderung abgebaut wurde. Hinsichtlich der ethnischen Herkunft stehen die Deutschen bei der Bevölkerung der USA immer noch an erster Stelle. Dazu die Rumänien-Deutschen, Russlanddeutschen etc
Oder sind wir alle "Neger"?.

Die heutige deutsche Kinderarmut hat psychologische und soziologische Ursachen, keine "evolutionären". Wären diesezu beseitigen, blühte unser Vaterland wieder.

Der Autor fragt nach dem Eigenen, was überhaupt zu verteidigen sei. Das Eigene kann nicht das Absolute sein, sondern nur ein Vorletztes. Wir müssen also auch über den Elefanten im Raum, über das Letzte sprechen.

Unter dem Schock des CDU-Parteitages stehend wachsen mir die Zweifel, ob ich nicht wie Nikolaus Fest meinen Kindern raten muss, ihre Zukunft außerhalb Deutschlands zu suchen. Deutschland hat den Glauben an das Absolute verloren, das Fundament ist zerbröckelt, nun beginnen die Mauern zu fallen.
Hartwig
15. Dezember 2015 08:13
Gute Frage. Was verteidigen wir eigentlich?
Ich möchte es äußerst einfach ausdrücken: Unser Deutschtum. Unser Blut, was das Blut unserer Ahnen ist. Und Deutschtum als Idee: Dieses Zusammendenken der preußischen Idee des Dienens und der Pflicht; der christlichen, oder wenn man so will sozialistischen Idee des Teilens und der Solidarität; und der Idee von Eigenverantwortung und individueller Entfaltung.

"Dienen, Pflicht, Teilen, Eigenverantwortung" - das sind Begriffe, die das Wellness-Bedürfnis nicht bedienen. Dahinter wird man keine "Mehrheiten" versammeln können. Noch nicht.
Wenn ich mich an den Schulen meiner Kinder umschaue; wenn ich die Jungakademiker in meiner beruflichen Sphäre vor Augen habe ... das sind keine Verteidiger, Angreifer schon gar nicht.

Böckenförde-Diktum; "kein richtiges Leben im Falschen" - Die Konservativen sollten nachdenken, welche Pfeiler sie immer und immer wieder stützen.

Sezession ist nach wie vor richtig. Das bedeutet nicht physischer Rückzug aus dem öffentlichen Raum! Ganz und gar nicht. In der realen Konfrontation (Kubitschek: Widerstandsschritte 1-x) erlangt man die Kraft zur Sezession.
Unser Deutschtum muss, zur Not, als einzelne Bausteine bewahrt werden.
H.Bühring / Norwegen
15. Dezember 2015 09:19
Die Grenzen müssen geschlossen werden-egal wie- sonst erübrigt sich jede weitere Erörterung irgendwelcher Zusammenhänge...die Zeit läuft davon.
Ich stimme Herrn Höcke voll zu. Der "mitteldeutsche Raum" ist frei von der 68-ger Kulturrevolution geblieben.
Dort kann man mit gesundem Menschenverstand noch was anfangen. Man weiss zwischen den Zeilen zu lesen.
Höcke hat genau das erkannt. Er ist unser aller letzte Chance...
Hugo
15. Dezember 2015 09:29
Lutz Bachmann hat es am Montagabend vorgezeigt, wie es einem rechten Menschen denn gelingen kann, für seine Äußerungen von den Pinocchio-Medien NICHT abgestraft zu werden: er schwieg ganze 30 Sekunden, zur großen Erheiterung zehntausender Patrioten. Ich wage zu behaupten, daß auch hier noch der Twist "durch sein Schweigen verhöhnt er die Opfer des Nationalsozialismus" kommen könnte.
Björn Höcke ist exponiert und wer in vorderster Reihe steht und kämpft, der wird durch Kugeln getroffen.
Ein Blick auf das Gespräch mit Thor von Waldstein, den ich zutiefst bewundere, führt die Argumentation der Frau Petry ad absurdum. Nicht das Schweigen, das Kriechen und das sich durchschleichen ins Parlament ist der Weg des Widerstandes. Hier können wir nichts gewinnen. Der Traum von einer Kanzlerin Petry, so schön er auch sein mag, ist Politromantik. Wir müssen auf die Straße, uns im direkten Gespräch vernetzen. Wahlen sind bestenfalls ein Barometer. Ändern können sie heutzutage gar nichts mehr. Das System hat sich zu perfekt abgeschottet und im Zweifel gibt es auch noch die Kolonialherren und die Feindstaatenklausel. Dieses Volk kann auf absehbare Zeit nicht frei sein. Aber es kann die Sehnsucht nach der Freiheit IN SICH bewahren, im gegenseitigen Erkennen des Nächsten.
Feuerturm
15. Dezember 2015 09:51
„Was verteidigen wir eigentlich“?

Nun, das sollte wohl in erster Linie die Deutungshoheit über unsere eigene (die deutsche) Geschichte sein.

Sie schreiben: "Sie setzte sich im Rahmen dieser Panzerparade zusammen aus einem Fuhrpark auf der Höhe des technisch Möglichen, aus Soldaten, die im Sinne des »Arbeiters« von Ernst Jünger zu heroischen, opferbereiten Teilen im Getriebe einer auf den totalen, den Weltanschauungskrieg hin ausgerichteten Maschinerie geworden waren ...“

Der Krieg gegen die SU war, denke ich, kein von Deutschland provozierter Weltanschauungskrieg sondern ein Abwehrkrieg.

Deutschland war unmittelbar bedroht und hat sich gewehrt, um dem bevorstehenden sowjetischen Überfall zuvorzukommen.

2 meiner - inzwischen verstorbenen - Verwandten, die im letzten Krieg im Osten kämpften, haben mir dies noch in den 90-er Jahren so bestätigt. Die verfügbare Literatur in diesem Bereich zeigt ebenfalls eindeutig in diese Richtung (mir persönlich scheint jede sonstige Annahme einfach unlogisch: freiwillige Heraufbeschwörung eines erneuten 2-Frontenkrieges, nach den bitteren Erfahrungen mit dem ersten?).

Wir sollten aufhören, uns die Kriegsschuldlüge weiter unterjubeln zu lassen!

Sie ist nämlich ein wirksames Erpressungswerkzeug und somit die perfekte Waffe in den Händen unserer Besatzer (USA) und unserer ehemaligen Besatzer (inzw. Russland).

Zu was für Entgleisungen Geschichtsvergessenheit führt, hat uns im Mai 2015 Herr Gauck vorgemacht: auch bei ihm hieß es in einer Rede im ehem. Kriegsgefangenenlager Holte-Stukenbrock, der Krieg gegen die SU sein ein "Weltanschauungskrieg, ein Vernichtungs- und Ausrottungskrieg gewesen". Brrr, das klingt fies, roh und brutal. Und beraubt einen jeglicher Argumente. Daher erstmal: Ablehnen! Nicht glauben! Und selbst gründlich prüfen.

Ja, was gilt es eigentlich zu verteidigen? Nun, unsere psychische Integrität zum Beispiel. Damit wir weiter frei denken und handeln können.

Wer die Kriegsschuldlüge heutzutage ablehnt (z. B. nicht daran glaubt, weil er sich nicht restlos davon hat überzeugen können), der sät Sturm.

Aber dieser Sturm muss wohl ausgestanden werden. Es wird mächtig Dresche geben.

Ein Schritt in diese Richtung kam Anfang November von PEGIDA: "Lasst uns mit eurem Schuldkult in Ruhe."

Sehr gut!

Schütteln wir den Schuldkult nicht ab, werden wir nicht aus dem Teufelskreis der psychischen Quarantäne ausbrechen können (abschütteln heißt hier: vergessen, keine Notiz mehr davon nehmen, ignorieren).
Ein gebürtiger Hesse
15. Dezember 2015 10:23
Was wir stets zu verteidigen haben, ist vor allem auch eine beseelte, lebendige Form, wie dieser großartige Aufsatz sie darstellt. Man beachte, wie der weitläufige Parcours, den man bei der Lektüre beschreitet, die abschließend fundamentale Frage (auf die es nur eine Antwort geben kann) nicht so sehr intellektuell herleitet, als vielmehr organisch gebiert. Was sich da auf die Lektüre und den Leser selbst überträgt, ist nichts weniger als das: uns eigener, bodenständiger, aufbegehrender, wohin-wollender Geist, der eine gute Form gefunden hat. Was gibt es besseres, erhaltenswerteres?
Monika
15. Dezember 2015 10:25
Daraus ergibt sich die Folgerung für die politische Toleranz; auch sie kann nicht unbeschränkt weit gehen. Ein gefestigtes, das heißt von der großen Mehrheit seiner Bürger aus Überzeugung bejahtes, insbesondere von der Arbeitnehmerschaft als " ihr Staat" angesehenes und anerkanntes Gemeinwesen wird in dieser Toleranz sehr weit gehen können, und es ist zu wünschen, daß es bis an die äußerste Grenze des Möglichen gehe; irgendwo aber zieht die Pflicht der Selbsterhaltung eine unübersteigbare Grenze.
Diese Grenze, die zu überschreiten Selbstmord wäre, jederzeit richtig zu erkennen oder doch abzuschätzen, dazu reichen philosophische Erkenntnismittel allein nicht aus; hier ist der gewissenhafte, verantwortungsbewußte, in der Kunst der Staatsführung bewanderte, durch Erfahrung gereifte Staatsmann gerufen.


Oswald v. Nell-Breuning, Grundsätzliches zur Politik

Nachdem Frau Merkel die größte Rede, die sie je gehalten hat ( Heiner Geißler), gehalten hat, indem sie "ihre Haltung auf das christliche Menschenbild zurückgeführt hat" ( was für eine C-Partei in Ordnung geht), begeht sie allerdings den großen Fehler, ihre Auffassung der grenzenlosen Einwanderung ins Paradies dem Volksganzen und sogar der Gesamtmenschheit aufzuzwingen.
H. Broder bezeichnet die Kanzlerin als " Hohepriesterin einer dem Politischen zutiefst entfremdeten Gesellschaft" .
Er spricht vom " Gottesgnadentum in moderner Version", davon, daß Merkels Flüchtlingspolitik pseudoreligiös sei.
"Frau Merkel ist unpolitisch" ( Maischberger) , sie ist eine "gütige Matriarchin"( taz).
Ihr weiches, entspanntes, seltsam verjüngtes Gesicht, das nach der "größten Rede" in den Medien zu sehen war zeigt, daß sie in der Tat völlig entgrenzt und losgelöst ist. Sie hat die Grenze überschritten.
Was verteidigen wir eigentlich ?
Das mindeste wäre die Vernunft.
Hajo Blaschke
15. Dezember 2015 10:28
@H.Bühring / Norwegen;Hugo
Ich stimme beiden Beiträgen zu. Das, was Stein, Fest, Meuthen, Pretzell & Petry gegen Björn Höcke abziehen ist arrogante Besserwisserei und, mit Verlaub, Anscheißerei. Stein glaubt, sich mit seiner JF als Teil des Informationssystems zu positionieren undwird doch nur angepisst. Die Preußische Allgemeine ist qualitätsmäßig um vieles besser und konservativ-liberaler als dieses Wurstblatt namens JF. Und Fest sollte mal von seinem hohen Stuhl herunterkommen. Außer seiner Entlassung als Stv. Chefredakteur von Bild hat er nichts Wesentliches im liberal-konservativen Spektrum hervorgebracht. Also: beide als erledigt abhaken.
Ja und die Presseballriege der AfD mit der Traumkanzlerin Petry und ihrer First Lady Pretzell sind diejenigen, die der AfD Schaden zufügen. Zusammen mit dem Schaukelstuhlschwätzer Meuthen springen die über jedes Stöckchen, das ihnen das Parteien-Lügenpresse-System hinhält, um bei den nächsten Pressebällen wieder dabei sein zu dürfen.
Die hohen potentiellen Wahlprognosen für die AfD sind allein solchen Leuten wie Gauland und Höcke, aber vor allem Höcke zu verdanken. Die AfD ist in Thüringen dieses Jahr um 28% gewachsen und hat ein Wahlpotential von 18 - 20%. Was dagegen bekommt die Schmuselriege um Petry auf die Beine? Nichts.
Jürg Rückert
15. Dezember 2015 10:38
Von dem Dome schwer und bang
tönt die Glocke Grabgesang
Ernst begleiten ihre Schläge
unser Volk auf letztem Wege.

Hört ihr's wimmern hoch vom Turm?
Das ist Sturm!
Rot, wie Blut
ist der Himmel;
das ist nicht des Tages Glut!
Die Straßen füllen sich, die Hallen,
und Würgerbanden ziehn umher.
Da werden Weiber zu Hyänen
und treiben mit Entsetzen Scherz.
Ja, der schrecklichste der Schrecken,
das ist der Mensch in seinem Wahn.
Flackernd steigt die Feuersäule,
durch der Straße lange Zeile
wächst es fort mit Windeseile;
glühn die Lüfte, Balken krachen,
Pfosten stürzen, Fenster klirren,
Kinder jammern, Mütter irren,
Alles rennet, rettet, flüchtet ...

Leergebrannt
ist unser Land!
In den öden Fensterhöhlen
wohnt das Grauen!
Martin Lichtmesz
15. Dezember 2015 10:40
Ich erinnere mich noch an einen Artikel von Martin Lichtmesz aus dem Spätsommer 2013. Er äußerte darin größte Bedenken gegen die neu entstandene AfD. Unter anderem beklagte er, daß Bernd Lucke nicht sähe, daß der Euro nur ein Symptom einer tieferen Krise sei und man nicht – wie Lucke es vorhatte – den Euro bekämpfen, aber alles andere erhalten könne.

So war es keineswegs; ich habe die Entstehung der AfD damals natürlich (milde, eher desinteressiert) begrüßt, nicht aber den überzogenen Eifer gewisser Kreise, die bereits hastig anfingen, Ballast im Sinne der Lucke-Orthodoxie abzuwerfen, in der Hoffnung, mit dem blauen Lufballon endlich ins Walhalla des Mainstreams aufsteigen zu können. "Größte Bedenken" äußerte ich vielmehr gegen die damals kursierende Vorstellung, man könne die Lucke AfD als trojanisches Pferd ins Establishment benutzen, indem man mit typisch deutscher Gründlichkeit auch gleich dazu übergeht, Luckes Volten und Positionen zu verinnerlichen (und zu veräußerlichen), was praktisch darauf hinauslaufen würde, daß im Pferd keine Krieger mehr, sondern nur noch freiwillige Eunuchen sitzen.

So gut wie alles, was ich damals befürchtet und wovor ich gewarnt habe, ist hernach eingetreten, und die anhaltenden Katerverstimmung der Lucke-Fans führt heute dazu, daß sie ihren Frust und Groll mit schöner Regelmäßigkeit an Höcke auslassen, und damit zu besinnungslosen Quertreibern geworden sind. Das alles ist ein Musterbeispiel für die typische, sinnlose Selbstzerlegung des konservativen Lagers, weil man nicht imstande ist, seine Illusionen und Rationalisierungen mit der Realität abzugleichen, und vor allem, wenn man nicht imstande ist, geistig redlich zu bleiben. Wenn sich nun die AfD Luckes entledigt und einen positiven Kurs eingeschlagen hat (der gerade wieder durch Matchkämpfe gefährdet ist), dann gelang dies eher trotz als wegen der Bemühungen der damaligen AfD-Rhinozerosse.

Hier nochmal zum Nachlesen:
http://www.sezession.de/40484/alternative-fuer-deutschland-mit-mimikry-ins-establishment.html
Der_Jürgen
15. Dezember 2015 10:56
@Feuersturm
Sie haben recht. Der Angriff auf die UdSSR im Juni 1941 war ein Präventivkrieg. Hierzu gibt es eine ungemein ausführliche, mit unzähligen Quellenverweisen untermauerte Studie des russischen Militärhistorikers Michail Meltjuchow, "Upuschtschenny schans Stalina" (Stalins versäumte Chance). Es gab 1940-41 fünf Varianten eines sowjetischen Kriegsplans, die allesamt offensiven Charakter aufwiesen. Die erwähnten künftigen Kampfstätten lagen alle auf deutschen und polnischem Gebiet; an defensive Massnahmen wurde kein Satz verschwendet. Eine Uebersetzungb dieses Riesenwerks scheiterte bisher an der Kostenfrage; immerhin findet sich in dem bei "Pour le Merite" erschienenen Sammelband "Ueberfall auf Europa" eine Kurzfass ung.

Somit kämpfte Deutschland damals tatsächlich um seine staatliche Existenz. Dies ändert freilich nichts daran, dass die nationalsozialistische Führung in unbegreiflicher Verblendung durch die im Osten betriebene Besatzungspolitik den Sieg verschenkt hat. Die Russen begriffen nach einiger Zeit, dass sie nur noch die Wahl zwischen eigener und fremder Gewaltherrschaft hatten, und entschieden sich in ihrer grossen Mehrheit für die eigene - wie es wohl jedes Volk getan hätte.

@Pierre Aronax
Hundertprozentig einverstanden. Taktieren und Schielen auf Meinungsumfragen bringt heute weniger denn je zuvor, denn die Zeit läuft uns davon. Höckes Ausführungen waren inhaltlich nicht zu beanstanden, und das ist es, was zählt.

"Tell the Truth and Shame the Devil" - Sag die Wahrheit und beschäme den Teufel" lautet der Titel eines neuen, explosiven Buchs von Gerard Menuhin. Eine Maxime für uns.

Eine "gemässigte" AFD a la Lucke und Henkel ist keine Alternative für Deutschland, sondern Teil des antideutschen Parteienkartells und für Deutschland so nötig wie ein Kropf für einen Menschen. Eine Opposition, die heute keine Fundamentalopposition ist, ist keine Opposition. Darum finde ich es völlig richtig, dass Götz Kubitschek die Rede ins Internet gestellt hat. Dass er Fehler zugibt, ehrt Kubitschek zwar, aber in diesem Fall hat er gar keinen Fehler begangen.
Pasquill
15. Dezember 2015 11:05
Höcke hat in seiner IfS-Rede einen - wie ich meine lässlichen - sachlichen Fehler gemacht, als er davon sprach, dass sich bei Europäern und bei Afrikanern die beiden phylogenetisch ausgeprägten Reproduktionsstrategien r und K fänden. Ob solche etwa für Affen oder Frösche belegte Fortpflanzungsweisen eins-zu-eins auf Menschen übertragbar sind, sollte jedoch sachlich kritisierbar sein. Die Geschichte zeigt, dass kulturelle Faktoren sich machtvoll und nachhaltig auf das Reproduktionsverhalten von Menschen auswirken und etwa in Europa zu einem Wandel von einer zur anderen Strategie geführt haben. So korreliert kaum etwas mehr mit der Geburtenrate als das Bildungsniveau (und die damit zusammenhängende Berufstätigkeit) von Frauen in einer Gesellschaft. So etwas muss meines Erachtens sachlich und kritisch diskutiert werden können.

Doch dass Höckes Rede und er als Politiker wegen eines missglückten Passus in einer Rede, die noch dazu im geschützten Raum eines Kongresses gehalten wurde, nun solcherart diskreditiert werden, macht mich sprachlos. Wobei Schnacksler-Bild zu erwarten war, doch bei Stuß-Fest werde ich stutzig. Sein Blog gehört für mich neben den anderen Publikationen wie Sezession, PI, Compact, AchGut etc. zur täglichen Lektüre. Ich teile nicht jede seiner Meinungen, doch das tue ich bei den anderen auch nicht. Und damit komme ich zu der langen Rede kurzer Sinn: Ich staune über die Gnadenlosigkeit, mit der auch in der rechtsintellektuellen Szene inhaltliche Abweichungen oder vermeidbare Schnitzer wie etwa in der Pirincci-Rede geahndet werden (eine Vorablektüre durch die Veranstalter mit dem die KZ-Passage streichenden Hinweis an P., dass Ironie fast immer falsch verstanden wird, hätte das Drama verhindert), man sich voneinander distanziert und die ohnehin nicht gerade überschießenden Kräfte (im Verhältnis zum Mainstream) weiter zersplittert. Das hat mich schon an den Linken und Grünen stets gestört- denen ich früher sicher zugeneigter war - die inquisitorischen Schnellschüsse und Ausschlüsse, selbst bei kleinsten Kleinigkeiten. Kräfte bündeln sollte doch die Strategie sein, und einen Kernkonsens zwischen den verschiedenen Konservatismen suchen, der auch Abweichungen und Schwankungen im Nichtkonsensuellen zulässt.
Möglich, dass dies die Blauäugigkeit einer Anfängerin ist, doch sind schon zuviele gute Ansätze in den Anfängen versandet.
Hartwig
15. Dezember 2015 11:34
""Ich staune über die Gnadenlosigkeit, mit der auch in der rechtsintellektuellen Szene inhaltliche Abweichungen ... geahndet werden ...Das hat mich schon an den Linken und Grünen stets gestört ... die inquisitorischen Schnellschüsse und Ausschlüsse, selbst bei kleinsten Kleinigkeiten.""

@ Pasquill

... hat sich bei den Linken aber gelegt, zumindest öffentlich.

Macht und Pfründe disziplinieren. Man hat etwas zu verlieren. Siehe CDU-Parteitag.
Gibt es nichts zu verlieren, so entfällt ein diszipinierendes Moment und im schlimmsten Fall haben sie einen Hühnerhaufen.
Klaus Scholz
15. Dezember 2015 11:44
Sehr geehrter Herr Kubitschek,

zu Ihrem Beitrag sei kritisch angemerkt, daß Sie bis zum Ende der Seite 2, also bis zum Absatz … Die deutsche Tragödie … das nur allzu begierig kolportierte Klischee des Kriegsverherrlichers in seiner bewundernden Nähe zum NS Staat bedienen, denn Viele warten auf genau solche Stellen, um sie zu instrumentalisieren, denn niemand interessiert sich dann noch für den Rest, in dem Sie kompakt & unmißverständlich klar legen, worum es geht, & wo Sie stehen. Einiges bleibt meiner Auffassung nach gleichwohl ungesagt: Die Rolle der JF kann man bewerten, wie man will, als Zeitung am Markt steht sie im Konkurrenzkampf um Auflagen, genau wie jede andere Zeitung auch. Da sie viel Wert darauf legt, auch Personen als Autoren oder Interviewpartner zu gewinnen, die nicht dem zugrunde liegenden Meinungsspektrum zuzuordnen sind, besteht ab einem gewissen Punkt Distanzierungszwang. Herr Fest möchte auch nicht ewig für eine Minderheitenpublikation schreiben, dafür ist er zu jung & zu ehrgeizig. Dies gilt umso mehr in Zeiten eines immer grotesker werdenden „Kampfes gegen rechts“ in all seinen absurden & gefährlichen Ausprägungen & -wirkungen. Alte Animositäten zwischen Sezession / IfS & JW dürften ebenfalls keineswegs ausgeräumt sein. Die AfD ist eine Partei, die ebenfalls im Wettbewerb steht, was die o.g. Distanzierung auch als Teil eines fortgesetzten Machtkampfes innerhalb der Partei erscheinen läßt, die in diesem Zustand & ohne Programm für mich ohnehin unwählbar ist. Wohin allerdings Sektiererei, Rechthaberei & Abspaltung, Distanzierung & Zersplitterung führen können, hat die gesamte Linke überall auf der Welt eindrucksvoll vorgeführt. Warum ihr also nacheifern ? & daß das, was ist, nicht gesagt werden darf, kennen wir hinlänglich. Abschließend: Die Erkenntnis, daß die auf diesen Seiten vertretenen geistigen & historischen Grundlagen, die daraus resultierenden Erkenntnisse & Absichten keinesfalls mehrheitsfähig sind, ist nicht neu. Gefährlich & selbstzerstörerisch wäre eine daraus resultierende frustrationsbedingte Radikalisierung. Davor sei hier ausdrücklich gewarnt.

Mit den besten Grüßen

Klaus Scholz
Götz Kubitschek
15. Dezember 2015 13:30
dank für die anmerkungen.
badeschluß. kubitschek

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