Sezession
19. April 2016

EinProzent aktiv: Das „lebende Banner“ vom 16. April

Nils Wegner / 13 Kommentare

einprozentWer dachte, nach "#wirzählenmit" sei die Bürgerinitiative "Ein Prozent für unser Land" heimlich, still und leise entschlafen, der wurde am 16. April eines Besseren belehrt: In einer bundesweiten, generalstabsmäßig durchgeplanten Aktion zeigten Unterstützer des Vereins das sprichwörtliche Gesicht gegen die unverantwortliche Regierungspolitik. Einen ersten Überblick und viele Bilder gibt es hier; wir baten außerdem den Organisator Helge Hilse zum Gespräch:

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Sezession: Nach der Wahlbeobachtungsinitiative zu den drei Landtagswahlen am 13. März und dem beeindruckenden Erfolg in Sachsen-Anhalt, der einen Abgeordneten der LINKEN zugunsten der AfD aus dem Parlament warf, war es ein wenig still um "EinProzent" geworden. Am vergangenen Samstag folgte nun ein neuer Paukenschlag: ein bundesweites "lebendes Banner". Wie genau lief die Aktion ab? Konnten Sie Wirkung entfalten?

Hilse: "EinProzent" nutzte die scheinbare Ruhe nach dem erfolgreichen Abschluß der Wahlbeobachtungsinitative, um sich einem notwendigen und ganz speziellen Thema zuzuwenden. Eineinhalb Jahre schon demonstrieren die Deutschen in etlichen Städten ununterbrochen, allerdings ist der Informationsfluß über die virtuellen Mauern, welche die Staatsmedien darum gebaut haben, nur unzureichend in die Masse der Bevölkerung gekommen.

Wir wollen mit unserer Aktion »40 Gruppen – 40 Städte« diese Barriere gezielt überwinden, einen Impuls setzen und praktische Möglichkeiten dazu aufzeigen. Und wir wollen auch die Spielregeln ändern – wonach Protest eben nicht immer ordentlich deutsch und öffentlich angemeldet, via Facebook & WhatsApp detailliert offengelegt werden muß. Dies bringt nämlich Rituale mit sich, die wir in Form der lautstarken und inhaltsleeren Gegenproteste insbesondere der Antifa kennen.

Ziviler Widerstand muß sich den Gegebenheiten beweglich anpassen und darf nicht vereisen. Die gelaufene Aktion war eine niederschwellige Aktion des zivilen Ungehorsams. In allen Bundesländern mit Ausnahme der Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie Schleswig-Holsteins konnten wir am 16. April wortwörtlich und auf Anhieb "Flagge setzen": In 56 Städten waren unsere Gruppen aktiv, alle ausgerüstet mit einheitlichen "EinProzent"-Bannern und -Flugblättern.

halle1Halle/Saale

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (13)

Arminius Arndt
19. April 2016 10:16

Da gilt es doch einfach einmal Danke schön an alle Beteiligten und Akteure zu sagen.

philos
19. April 2016 10:54

Dem schließe ich mich an. Haben Sie Dank!

niekisch
19. April 2016 12:00

Glückwunsch zur hervorragenden Aktion!

Überraschend auftauchen..schnell wieder verschwinden...der Anrifa ein Schnippchen schlagen!

Da melde ich mich jetzt auch und mache beim nächsten Mal mit. Gerade der Ruhrpott hat es besonders nötig.

glühlampe
19. April 2016 13:18

Ich begrüße die Aktion und freue mich, dass wir EinProzent haben! Vorallem die Köpfe die dahinter stecken, machen Mut auf ähnlich gute Aktionen.
Es fällt dem neutralen Beobachter jedoch folgendes auf: Ostdeutsche Städte und Orte sind sehr gut vertreten.
Insbesondere deutsche Großstädte wie Köln, Frankfurt, München, Düsseldorf, Dortmund, Stuttgart, Nürnberg, Dortmund konnte ich nicht finden. Es kann sein, dass ich sie übersehen habe. Sonntag morgen waren sie jedoch noch nicht im Netz. Schade - insbesondere hier brauchen wir Vertretungen von Einprozent.

Person vom Pack
19. April 2016 14:04

Haben Sie nur die 'Marke' bekannt gemacht - oder wurden, etwa an einem separaten Informationsstand, auch weitergehende Diskussionen geführt?
Nur die Marke alleine, da würde ich bezweifeln, daß sich jemand die Mühe macht, der Netzadresse weiter nachzugehen.

Helge Hilse
19. April 2016 14:14

Hilse:
@ Glühlampe und Andere: Zitat: "....Insbesondere deutsche Großstädte wie Köln, Frankfurt, München, Düsseldorf, Dortmund, Stuttgart, Nürnberg, Dortmund konnte ich nicht finden. ...."
Ich darf Ihnen versichern das auch die westdeutschen Großstädte gut dabei waren. Im Blog: www.einprozent.de finden sie unter: "40 Gruppen - 40 Städte" die Bilanz der 56 beteiligten Städte verzeichnet.
Natürlich können nicht alle Bilder eingestellt werden, die Datenflut war enorm.

Gegendarstellung.
19. April 2016 14:17

Wenn Sie selber aktiv werden wollen und sich über Ein Prozent mit Gleichgesinnten vernetzen lassen, dann können Sie beim nächsten Mal dazugehören.

Christian
19. April 2016 14:30

Guter Stil setzt sich durch, auch wenn die offiziöse Berichterstattung taktisch negativ über die patriotischen Kräfte bleibt.

Es ist jetzt wichtig am Niveau des Widerstands gegen das Merkelregime zu arbeiten und gezielt Personen zu fördern, die sprachmächtig die Dinge auf den Punkt bringen ohne unnötige und billige Provokationen. Wenn man an PEGIDA von gestern denkt, wo eine Dame in gebrochenen Deutsch ein primitiv verschlüsseltes "Märchen" präsentierte und den Reim auf "Rassen" und "passen" machte, dann läuft es einem schon kalt den Rücken runter. Auch viele Kommentare in Online-Spalten schaden durch den vulgären Ton der Sache, sind Wasser auf den Mühlen der etablierten Kräfte. Konservative müssen konservativ auftreten, aber kämpferisch bleiben.

Wenn 1Prozent durch Wahlbeobachtung den Rechtsstaat verteidigt, ist das eine gute Sache für alle Menschen in unserem Lande. Danke!

Wenn jetzt keine Fehler gemacht werden, kann man hoffnungsfroh auf die Wahlen im September blicken. Gerade im Hinblick auf Berlin wird es spannend, und dort wird Wahlbeobachtung bitter nötig sein.

https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/

Andreas Walter
19. April 2016 14:51

Patriotischen Aktionismus halte ich auch für eine sehr gute Sache.

Da haben die Identitären die Tage in Österreich auch wieder einen Etappensieg errungen, der mit Sicherheit auch einige linke Gewissheiten in ihren Grundfesten erschüttert hat:

https://www.youtube.com/watch?v=S2B8lDve1EE

Aus dem Nichts erscheinen und wieder verschwinden. Wie ein Donnerschlag.

ulex
19. April 2016 16:22

Naja,

wichtiger ist sicherlich dies als Ansatz zu sehen den man mit weitergehenden Aktionsformen ausbauen will - wenn man schon ein "deutsches Greenpeace" anstrebt.

Zumindest aus "ostzonaler" Sicht wo es ja jeden Woche dutzende, von öffentlicher Gegenwehr bis auf Leipzig oder Jena ungestörte, öffentliche Versammlungen gibt auf den Marktplätzen der jeweiligen Städte, ist es sicherlich eher Larifari sich Samstags im Gewerbegebiet ne halbe Stunde vor nen Netto zu stellen..

Ist im "Westen" natürlich oft ein bißchen anders,da mag es in manchen Gegenden wirklich ein subversiver Akt sein sich ne halbe Stunde an einem Ort zu halten.

Helge Hilse
19. April 2016 18:36

Hilse:
@ ulex: Wenn sie dieses Widerstandsformat als Larifari (im Osten) betrachten, so sollte es Ihnen Verpflichtung sein sich nun selbst aktiv zu beteiligen. Haben Sie schon? Wo? Wann? Wie?
Danach wollen wir erneut darüber disputieren ob das harte Arbeit mit klopfenden Herzen oder ein nettes Event gewesen ist.

Fenris
19. April 2016 20:09

Im norddeutschen Buxtehude, immerhin 40tsd Einwohner, standen wir nicht vor irgend einem Kaufhaus sondern unmittelbar vor dem Eingang des alten Rathauses der über tausendjährigen Stadt. In der dortigen Fußgängerzone fand zu dieser Zeit ein Wochenmarkt statt, es herrschte also reger Betrieb. Die Resonanz auf unsere Aktion war sehr gut, was vielleicht daran lag, daß wir zwei hübsche junge Frauen dabei hatten, möglicherweise aber auch an unserer direkten und offenen Ansprache. Viele ältere Jahrgänge zeigten sich auffallend gut informiert, jüngere Menschen reagierten eher ablehnend. Gegen Ende der Aktion kündigte sich die örtliche Antifa an, eine erkennbar völlig verstörte Zecke fotografierte und telefonierte demonstrativ weitere Verstärkung herbei. Bevor die eintraf, hatten wir ihn aber vertrieben und waren schon wieder auf dem Heimweg. Wer bis Mittag im Bett liegt, verpasst halt das Beste :)

Das war eine klasse Idee und macht Lust auf mehr!

Filarete
20. April 2016 13:34

Sehr begrüßenswerte Akrion, aber mir war es schlicht nicht möglich, Kontakt aufzunehmen. Serienweise Leserkommentare erbaten Kontaktinformation, um teilnehmen zu können, darunter auch ich. Als nichts geschah, kontaktierte ich per Mail. Schließlich bat ich, in der Annahme, dass man sich vor Trollen fürchte, Frau Kositza um Weiterleitung meiner Nachricht an einprozent, was sie freundlicherweise gemacht hat. Nichts. Ich war daher in Dresden leider nicht dabei. Schade!

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