Hausprojekt in Halle

SEZESSION: Ein Jahr lang daran gebastelt, nun ist es amtlich – Halle ist die erste Stadt, die sich mit einem identitären, patriotischen Hausprojekt schmücken darf. Was tut sich im Haus?

 Gastbeitrag

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SEZESSION: Ein Jahr lang dar­an gebas­telt, nun ist es amt­lich – Hal­le ist die ers­te Stadt, die sich mit einem iden­ti­tä­ren, patrio­ti­schen Haus­pro­jekt schmü­cken darf. Was tut sich im Haus?

STEIN:  Zunächst geht es recht unspek­ta­ku­lär zur Sache, das heißt kon­kret: Fort­set­zung der Reno­vie­rungs­ar­bei­ten, Fer­tig­stel­lung der lei­der not­wen­di­gen Sicher­heits­maß­nah­men, akri­bi­sche und sorg­fäl­ti­ge Vor­be­rei­tung der kom­men­den Mona­te. Wir pla­nen im Objekt selbst regel­mä­ßi­ge, wohl wöchent­li­che Ver­an­stal­tun­gen kul­tu­rel­ler und poli­ti­scher Art durch­zu­füh­ren. Die Band­brei­te umfaßt Lesun­gen, Kunst­au­stel­lun­gen (denn es gibt mitt­ler­wei­le vie­le rech­te Künst­ler!), Kon­zer­te und poli­ti­sche Vor­trä­ge. Das alles will sorg­fäl­tig geplant sein. Dar­über hin­aus steht natür­lich die Aus­wer­tung der Demons­tra­ti­on und der lin­ken Akti­vi­tä­ten gegen unser Haus an. 

SEZESSION: Euer Haus soll nicht nur Wohn- und Ver­an­stal­tungs­ort, son­dern auch, all­ge­mei­ner gehal­ten, eine Raum für die freie Rede und ein Treff­punkt für Bür­ger wer­den. Habt ihr euch hier­für die rich­ti­ge Stadt, das rich­ti­ge Vier­tel aus­ge­sucht? Und: Fürch­tet ihr Angrif­fe stu­den­ti­scher Links­ra­di­ka­ler? Denn immer­hin ist euer Leucht­turm­pro­jekt unmit­tel­bar am Cam­pus gelegen.

STEIN: Eine „Begeg­nungs­stät­te“ zu sein, steht defi­ni­tiv auf unse­rer Agen­da. Die klei­ne Ver­an­stal­tung am ver­gan­ge­nen Diens­tag, dem Tag der lin­ken Demons­tra­ti­on, hat die­se Funk­ti­on bereits bes­tens erfüllt: Neben Iden­ti­tä­ren aus Öster­reich, der Slo­wa­kei und der BRD waren Mit­glie­der der Jun­gen Alter­na­ti­ve (JA), Bur­schen­schaf­ter, poli­tisch Unge­bun­de­ne und Land­tags­ab­ge­ord­ne­te der Alter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) – nament­lich Jan Wen­zel-Schmidt, Hans-Tho­mas Till­schnei­der und Hagen Kohl – vor Ort und haben sich unter­ein­an­der aus­ge­tauscht sowie patrio­ti­sche Soli­da­ri­tät demonstriert.

Die ört­li­chen Lin­ken schäu­men natür­lich, denn bis­her beruh­te ihr (auch finan­zi­el­les) Kern­ge­schäft ja immer auf der „Ent­tar­nung“ und „Auf­de­ckung“ non­kon­for­mer Struk­tu­ren. Gleich­zei­tig fuß­te ihr poli­ti­scher „Erfolg“ auf der Zer­split­te­rung rech­ter Bewe­gun­gen und der Unei­nig­keit in unse­rem Lager – Bene­dikt Kai­ser hat die Distan­ze­ri­tis hier an neu­en Fäl­len in ihrem gan­zen Elend beschrie­ben. Wir wer­fen die­se Feh­ler der Ver­gan­gen­heit über Bord, zei­gen Gesicht und demons­trie­ren Einig­keit – wen inter­es­sie­ren noch „Outings“, wenn wir alle zusam­men­hal­ten und unse­re eige­nen Struk­tu­ren immer wei­ter ausbauen?

Was die Stadt Halle/Saale betrifft, so fin­den wir hier eine inter­es­san­te poli­ti­sche Situa­ti­on vor: Einer­seits hat die AfD hier eine brei­te Unter­stüt­zer­ba­sis und auch die durch­schnitt­li­che Hal­len­ser Bevöl­ke­rung kann wenig bis gar nichts mit lin­ken und ver­meint­lich eman­zi­pa­to­ri­schen Stu­den­ten anfan­gen; ande­rer­seits ist es in Hal­le bereits zur schwe­ren Über­grif­fen auf Mit­glie­der von „Kon­tra­kul­tur“ gekom­men (hier und hier exem­pla­risch doku­men­tiert), die Stadt för­dert ein links­ra­di­ka­les, ehe­mals besetz­tes Haus ganz offi­zi­ell (hier zu lesen), und die Steuer­töp­fe finan­zie­ren einen radi­ka­len Sumpf aus stu­den­ti­schen Anti­fa­schis­ten und „zivil­ge­sell­schaft­li­chen“ Initia­ti­ven (zur Recher­che geht es hier). Hal­le ist also defi­ni­tiv kein gemach­tes Nest – aber das wäre ja auch lang­wei­lig und böte wenig Stoff für Legen­den. Wir sind jeden­falls gekom­men, um zu bleiben. 

SEZESSION: Lan­ge wur­de ja – auch in den hie­si­gen Kom­men­tar­spal­ten – der Ruf nach einem Ort der Ver­net­zung, des Ken­nen­ler­nens, des wider­stän­di­gen Lebens ein­ge­for­dert. Nun habt ihr gelie­fert. Der Ort der Ver­an­ke­rung ist da, die Mann­schaft ist moti­viert und vol­ler Taten­drang, die Innen­ein­rich­tung ist über­wie­gend vor­han­den, ihr habt geschuf­tet und ordent­lich Geld vor­ge­streckt. Die Fra­ge liegt auf der Hand: Wor­an fehlt es noch, wer kann hel­fen, was kann jeder Ein­zel­ne tun, damit die­ses muti­ge Pro­jekt einer jun­gen Genera­ti­on sta­bi­len Zei­ten ent­ge­gen­ge­hen kann?

STEIN: Es klingt banal, doch tat­säch­lich sind jetzt vor allem drei Punk­te vonnöten:

1. Finan­zie­rung: Es macht nicht son­der­lich viel Spaß, immer wie­der offen­siv auf „Spen­den­jagd“ zu gehen, das liegt mei­nes Erach­tens eigent­lich nicht in der „rech­ten Natur“. Doch „Ein Pro­zent“, „Kon­tra­kul­tur Hal­le“ und vor allem das neue Haus in Hal­le sind aus­schließ­lich (!) spen­den­ba­sier­te Pro­jek­te. Wir haben, wie bereits ange­deu­tet, eine erheb­li­che Sum­me vor­ge­streckt und sind damit ein gro­ßes finan­zi­el­les Risi­ko ein­ge­gan­gen. Das haben wir nur getan, weil wir von der zukünf­ti­gen Arbeit in Hal­le und der Mann­schaft vor Ort zu hun­dert Pro­zent über­zeugt sind. Not­wen­dig­keit, Zeit, Ort und Leu­te fal­len zusam­men – die Mischung stimmt! 

– Hier kann also ger­ne gespen­det wer­den: Spen­den­sei­te
– Nach­hal­ti­ger ist eine För­der­mit­glied­schaft, mit der wir den drin­gend not­wen­di­gen Pos­ten des Hausverwalters/Cheforganisators finan­zi­ern wol­len: hier För­der­mit­glied wer­den
– Beson­ders groß­zü­gi­ge Spen­der, die eine Spen­den­be­schei­ni­gung benö­ti­gen, mel­den sich per E‑Mail an [email protected]

2. Ein­brin­gen und mit­hel­fen: Wer hat einen eige­nen Hand­werks­be­trieb, ist IT-Exper­te, hat Gar­ten­mö­bel übrig, brauch­ba­res Mobi­li­ar zu ver­ge­ben oder Bücher­spen­den im Reper­toire? Jede Exper­ti­se könn­te uns wei­ter­hel­fen und einen wich­ti­gen Bau­stein dar­stel­len. Mel­dun­gen und Nach­fra­gen gehen an [email protected]

3. Vor­bei­kom­men: Sobald wir das Haus offi­zi­ell eröff­net haben und die ers­ten Ver­an­stal­tun­gen bewer­ben, darf sich ger­ne in Bewe­gung gesetzt wer­den, um unse­re Räum­lich­kei­ten ordent­lich zu fül­len. Zei­gen wir aller Welt, daß unser ers­tes Haus­pro­jekt (wei­te­re sol­len fol­gen!) zum Leucht­turm für Unent­schlos­se­ne wird!

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Kommentare (10)

Ein gebürtiger Hesse

13. Juli 2017 18:31

Bravo und herzlichen Glückwunsch zu diesem herrlichen Erfolg! Endlich habt ihr sie geschaffen, die rechte Begegnunsstätte, plain in the open, so daß Freund und Feind sie sehen kann und sehen muß. Euer Haus wird wie ein Leuchtturm ausstrahlen. Freue mich auf den ersten Besuch (und den anschließenden Spaziergang am schönen Saale-Ufer).

Alles Gute, nein, Beste, ihr werten Hallenser!

Franz Bettinger

13. Juli 2017 18:40

Gesicht zeigen. Bravo. Ich gratuliere zu dem Projekt. Das Haus ist groß. Kann man da auch übernachten? Gibt es Fremdenzimmer?

Ralf Beez Ofw d. R.

13. Juli 2017 19:17

 Also die beiden Banner gefallen mir ungemein, Bitte weiter so !

Harm Wulf

13. Juli 2017 19:51

Glückwunsch nach Halle zu diesem grandiosen Projekt. Als Wessi  hat mich mein Weg leider noch nie nach Sachsen-Anhalt geführt, dies wird sich mit Sicherheit ändern, wenn das Haus für Besucher offen steht.

Der_Jürgen

13. Juli 2017 20:08

Da kann man Philip Stein und seinen Mitstreitern nur herzlich viel Glück wünschen und ihnen für ihren grossartigen Einsatz danken. Solange es solche Idealisten gibt, ist Deutschland nicht verloren, allen Unkenrufen der Defätisten zum Trotz.

Solution

13. Juli 2017 21:27

Genau so ist es richtig: Ein sinnvolles, konkretes Projekt. Ein Wellenbrecher gegenüber Antifa & Co. Ich spende regelmäßig.

KGunther

13. Juli 2017 23:42

Sehr gut...ein gutes Projekt in der alten Heimat. Werde beim nächsten Besuch mal vorbeischauen. Das Thema Finanzen ist wichtig: wir leben nicht von Luft allein:-) Spende geht raus!

Beste Gruesse
KG

Gotlandfahrer

14. Juli 2017 00:48

Wunderbar. Viel Erfolg! Bin traurig, dass meine Heimatstadt als Kontrapunkt herhalten muß. Wir sind an der Waterkant nicht alle links!

Erik Thomsen

14. Juli 2017 16:01

Herzlichen Glückwunsch zu diesem schönen Projekt. Ich bin sehr gespannt, was in der nächsten Zeit aus Halle zu hören sein wird. Und es ist ein Grund mehr, den Urlaub mal wieder in Ossi-Land zu verbringen.

Nautilus

14. Juli 2017 17:14

Gratuliere, sehr gut. Ein enorm wichtiger Schritt. Ein Leuchtturm in der politischen linksliberalen Wüste.

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