4. September 2017

Anstiftung zu identitärem Wirtschaften

Lutz Meyer / 55 Kommentare

Die Wirtschaft? Zugegeben: Die Wirtschaft gibt es nicht. Aber es gibt unzählige Unternehmen. Und je größer diese Unternehmen sind, desto interessierter sind sie an Globalisierungsprozessen.

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

  • Globalisierung bedeutet für diese Unternehmen erweiterte Märkte, sinkende Löhne, einheitliche Produktionsprozesse, erleichterten Zugriff auf Rohstoffe und Personalressourcen, weniger Umweltauflagen, Erleichterung von Kapitalverschiebungen und gleiche Rahmenbedingungen für Investitionen und Konsum in jedem Winkel auf diesem Planeten.

    Globalisierung bedeutet Profit. Hindernisse kultureller, sprachlicher, ethnischer Art müssen beseitigt werden, wenn sie dem Profit im Wege stehen.

    Doch um wessen Profit geht es eigentlich? Geht es um den Profit der wenigen Superreichen, die immer reicher werden? Ja, gewiß.

    Aber es gibt eben auch sehr viele Kleininvestoren, die am Profit der Großen ein klein wenig teilhaben möchten. Diejenigen also, die, um ein wenig Rendite einzustreichen, sich zu willigen Erfüllungsgehilfen des großen Globalisierungsgeschäfts machen, obwohl ihnen doch klar sein sollte, daß am Ende sie die Party der Großen zahlen werden – sei es durch schlechtere Arbeits-, Umwelt- und Lebensbedingungen, sei es mit kultureller Entwurzelung und Identitätsverlust.

    Neben den Kleinanlegern mit ihren Aktien gibt es auch noch diejenigen, die Produkte oder Dienstleistungen bei den Großen kaufen, weil es vielleicht etwas billiger ist dort oder ein klein wenig bequemer oder weil sie schlicht und einfach zur Aufwertung ihres Egos am Nimbus einer großen Marke teilhaben möchten. Auch hier geht es um Formen von Profit. Und neben den Konsumenten und Aktionären gibt es jene, die ihre Intelligenz und Schaffenskraft aus Karrieregründen in den Dienst der Großen stellen. Wieder geht es um Profit.

    So macht mehr oder weniger jeder auf seine Weise mit und betreibt, oft ohne es zu wollen, das Globalisierungsgeschäft der Großen. Was wäre denn Amazon ohne die Abermillionen, die dort einkaufen? Und was Coca Cola, Apple, Microsoft, McDonald's, Hollywood, BMW und Audi? Wir hätten es in der Hand, den Globalisierern die Hölle heiß zu machen. Aber das wäre unbequem und ginge außerdem zunächst einmal zu Lasten unseres eigenen kleinen Profitdenkens.

    Deshalb machen wir lieber alle mit – und beklagen gleichzeitig die Folgen unseres Handelns: die Niederlegung von Grenzen, die ökologischen Schäden, die Folgen der Massenmigration für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, den Niedergang der öffentlichen Hand, die Deregulierung und Destabilisierung ganzer Staaten, die Vernichtung von Sprachen und gewachsenen Kulturen.

    Jeder einzelne ist, wenn er in Aktien von Globalisierungsunternehmen investiert, dort Kunde ist oder Mitarbeiter im Management, am großen Ausverkauf beteiligt (wollte man die moralische Seite betonen: mitschuldig). Dabei wäre es so einfach, aufzuhören. Vielleicht nicht auf einen Schlag und sicher nicht in allen Bereichen. Aber kleine Zeichen des Aufhörens setzen kann jeder.

    Doch im Aufhören allein liegt die Lösung nicht. Man könnte zusätzlich auch darüber nachdenken, sich für eine andere Form des Wirtschaftens einzusetzen, vielleicht sogar selbst ein Unternehmen zu gründen. Diese andere Form des Wirtschaftens nennen wir: die identitäre. Damit ist nicht gemeint, daß man einen weiteren neurechten oder konservativen Verlag gründet oder mit Aktivistenbedarf und Devotionalien der Bewegung handelt. Damit käme man nicht über den Umkreis der ohnehin schon vorhandenen Fangemeinde hinaus.

    Wichtig wäre es, als Leuchtfeuer nach außen abzustrahlen und die Strahlen zu Orientierungsmarken für all die anderen werden zu lassen, die noch nicht dabei sind. Identitär meint hier, ganz weit gefaßt: auf die Identität der eigenen Kultur und ihre lange Herkunft bezogen.

    Auch ein Lebensmittelhandel, eine Eisdiele, ein Maschinenbauunternehmen, ein Restaurant, eine Gärtnerei, eine Softwareschmiede, ein Steuerberaterbüro, ein Weingut, eine Werbeagentur, eine Senioreneinrichtung, ein privater Kindergarten oder ein privat geführtes Schulprojekt und selbst eine Privatbank oder ein Pharmaunternehmen können identitär wirtschaftende Unternehmen sein oder zu solchen werden.

    Identitäres Wirtschaften läßt sich durch einige wenige Eckpunkte klar umreißen. Diese Eckpunkte sind völlig unspektakulär und im Grunde etwas Selbstverständliches – im folgenden seien einige wichtige Aspekte kurz angerissen:

    1. Identitäres Wirtschaften ist zunächst einmal Wirtschaften vor Ort, verortetes Wirtschaften. Das kann ein Handel mit regionalen Produkten sein, die in einer bestimmten kulturellen oder handwerklichen Tradition stehen.
    2. Es kann auch die Produktion betreffen, die man eben nicht aus Gründen der Profitmaximierung ins Ausland verlagert – es werden überwiegend einheimische Arbeitskräfte eingestellt und gefördert.
    3. Wenn Gewinne anfallen, werden sie in das Wachstum des heimischen Unternehmens investiert – und in soziale, ökologische oder kulturelle Projekte vor Ort. Die Wertschöpfung findet also vor Ort statt, der Gewinn verbleibt in der Region und im Land.
    4. Unternehmensanteile werden nicht an internationalen Börsen gehandelt, sondern von Mensch zu Mensch.
    5. Werden Komponenten von außerhalb des Landes bezogen, ist darauf zu achten, daß bei den Lieferanten nach ähnlichen Maßstäben gewirtschaftet wird.
    6. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Personalführung – auch ein im wesentlichen nicht oder noch nicht identitär aufgestelltes Unternehmen kann durch Mitarbeiterschulung ein Bewußtsein für identitäres Denken wecken – eine Art Bonussystem könnte die Teilnahme oder eigene Aktivitäten belohnen.
    7. Für identitäres Wirtschaften könnte im Interesse der Transparenz und des Marketings ein Zertifizierungssystem geschaffen werden. Das strukturelle Vorbild für so etwas gibt es längst – im Bereich der Biolebensmittel.
    8. Im Marketing schließlich wird – analog wiederum zum Biobereich, der durch ökologisches Arbeiten durchaus ein Teilaspekt identitärer Wirtschaft sein kann – der identitäre Aspekt immer stark kommuniziert. Ziel ist, daß das Prinzip möglichst vielen Konsumenten unmittelbar einleuchtet und sie fortan danach streben, Teil eines als sinnvoll erkannten Ganzen zu werden.

    Natürlich wäre es naiv, anzunehmen, daß das heutige Leben in seiner hochkomplexen Breite und Tiefe etwa nur mit Produkten aus der Region bestritten werden könnte. Viele Produkte unseres täglichen Bedarfs – etwa Kommunikationselektronik und Autos –  bestehen aus einer Vielzahl von Komponenten, die aus allen Ecken des Planeten kommen: kein Handy ohne seltene Erden aus Afrika, kein Auto ohne die Gummibaumplantagen Südostasiens oder Südamerikas.

    Hier könnte eine Art Fördergedanke greifen: Ein Unternehmen, das im engeren Sinne nicht rein verortet und identitär wirtschaften kann, verpflichtet sich, identitäre Projekte in den Herkunftsländern zu fördern und dazu beizutragen, die kulturelle Identität dort zu schützen oder wieder zum Leben zu erwecken. Eine Art identitäre Aktienkultur wäre ebenfalls möglich. Und durch Fundraising über Onlineplattformen lassen Gründerideen sich heute wahrscheinlich leichter finanzieren als je zuvor. Der Rest ist Arbeit und gutes Marketing. Warum sollte es nicht funktionieren?

    Die folgenden Fragen können das weitere Nachdenken anregen:

    • Sind die oben skizzierten Merkmale identitären Wirtschaftens zu weit, zu eng oder falsch gefaßt?
    • In welchem Maße (auch Teilaspekte zählen) erfüllen folgende bekannte Unternehmen Merkmale identitären Wirtschaftens: Manufactum (früher und heute), Trigema („Wir produzieren nur in Deutschland“), Red Bull (in der Person von Dietrich Mateschitz)?
    • Taugen Aspekte regionaler und ökologischer Lebensmittelproduktion (einschließlich Vermarktung), des fairen Handels sowie genossenschaftlichen Wirtschaftens (insbesondere die ökologisch-sozial ausgerichtete GLS Gemeinschaftsbank e.G.) zum strukturellen (und teils auch inhaltlichen) Vorbild für identitäres Wirtschaften?
    • Kann man sagen, daß weite Teile der deutschen Wirtschaft in den 50er und 60er Jahren im Sinne des oben Skizzierten identitär wirtschafteten?
    • Sind Familienunternehmen eher identitär als andere?

    Kommentare (55)

    Franz Bettinger
    4. September 2017 12:38

    Eine Politik / Handlings-Anweisung des "Identitären Wirtschaftens", des "Buy local" also "Kaufe, was in deiner Umgebung hergestellt wird" klingt erst mal gut, ist bei näherer Betrachtung aber verkehrt. Wenn Sie ein Produkt herstellen, sagen wir: einen Wein anbauen, der besser ist als jener, der weit weit weg angebaut wird, dann wäre es gut und richtig, wenn sich ihr Wein auch weit weit weg gut verkaufen würde, ja besser als der dort angebaute schlechtere. Ihr persönliches Können und ihre Mühen würden somit belohnt werden. Das "Buy local"-Prinzip - übrigens ein Hippie-Prinzip, bei dem ein örtlicher Hersteller nicht wegen seiner hochwertigen Produkte, sondern nur wegen seinem "birth right" bzw. Standort in der Nachbarschaft bevorzugt wird - steht dem Leistungs- und Qualitäts-Prinzip entgegen. Dafür kann ich mich nicht erwärmen und tue es in der Praxis auch nicht. Übrigens wäre die brd nie Export-Weltmeister und 'Made in Germany' bedeutungslos, hätte sich weltweit ein "Identitäres Wirtschaften" etabliert. Sorry, ich halte das Ganze für einen weltfremden und unlauteren Protektionismus (=das Gegenteil von Globalisierung).

    Die Massenmigration hat übrigens weniger mit der Globalisierung als mit der Ideologie des Globalismus zu tun. Globalismus ist nicht Globalisierung. Obwohl es fließende Übergänge gibt, sollte man versuchen , die zwei Begriffe auseinander zu halten. 

    Globalisierung (englisch: Globalisation) ist die Beschreibung einer geschichtlichen Periode, einer Tatsache. Sie begann Mitte der 90-er, hatte den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital-Strömen weltweit zum Gegenstand und kann heute mehr oder weniger als gelungen angesehen werden.  Globalisierung bedeutet eine Effizienz-Steigerung der Marktwirtschaft; nichtsdestoweniger das Hassobjekt der Linken, da sie Lohn-Dumping, Umwelt-Dumping und steigende Gewinne global tätiger Unternehmen fürchten. Konservative haben kein Problem mit der Globalisierung - aber mit Globalismus!

    Globalismus (engl. Globalism) ist etwas ganz anderes. Es ist eine Idee, besser gesagt: eine Ideologie. Im Gegensatz zur Globalisierung geht es dem Globalismus um weltweite ökonomische, kulturelle und vor allem ethnische Gleichmacherei. Globalismus ist eine unmenschliche Privat-Religion, die ein totalitäres System errichten will. Die Auslöschung der menschlichen Verschiedenheiten betreibt er militant und mit enormem finanziellen Aufwand unter dem Deckmantel der bunten Vielfalt, deren Vernichtung in Wahrheit sein Hauptanliegen ist. Massenmigration in die Länder Europas und der Islam, das sind die Brechstangen im globalistischen Werkzeugkasten. Einheitswährung, Plastikgeld, die Abschaffung von Bargeld, die UNO und unzählige private NGOs gehören ebenso dazu. Der radikale Umbau des Planeten - der der kleinsten ethnischen Minderheit (den Weißen) keinen Platz zum Leben mehr lässt - wird als Ergänzung der Globalisierung verkauft, was sachlich falsch ist. Für Konservative ist der Globalismus der natürliche Feind, vernichtet er doch alle Kulturen der Welt. Linke (in dieser Ecke fehlt es eklatant an Intelligenz) verstehen diese Zusammenhänge nicht.

    Felix Menzel
    4. September 2017 12:55

    Lieber Herr Meyer,

    zunächst einmal vielen Dank für Ihre Gedanken zu diesem Thema, das ich für außerordentlich wichtig halte und vieles ähnlich wie Sie sehe.

    Nur in Bezug auf den Finanzmarkt kann ich Ihre Einschätzungen überhaupt nicht teilen - und zwar aus folgendem Grund: Der schleichenden Enteignung durch die Nullzinspolitik der Zentralbanken bzw. des Staates kann man nur entgehen, wenn man sich dem Finanzmarkt wie auch immer öffnet und dort aktiv sein Vermögen verwaltet. Wer das nicht macht, ist also in Wirklichkeit der nützliche Idiot des Systems.

    Ihre Idee, Unternehmensanteile von Mensch zu Mensch zu handeln statt an Börsen, halte ich für utopisch, weil Wirtschaften eben nicht in der Gemeinschafts-, sondern Gesellschaftssphäre stattfindet. Mehr dazu bei Max Weber (Wirtschaft und Gesellschaft), Helmuth Plessner (Grenzen der Gemeinschaft) und auch Sieferle.

    Ich verstehe ja Ihre Intention, aber selbst beim Crowd-Investing, was ja in diese Richtung geht, ist mir noch kein Unternehmen über den Weg gelaufen, bei dem Ihre strengen Kriterien zutreffen.

    Insofern würde ich eher etwas mehr Realismus als die rechte Sicht der Dinge vorschlagen. Worauf es ankommt, ist den Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren im Sinne von Benjamin Graham herauszuarbeiten.

    Beste Grüße,

    Felix Menzel

    Dietrich Stahl
    4. September 2017 15:53

    Lieber Lutz Meyer, Danke für Ihren Artikel. Ich bin begeistert. Vor allem aus einem Grund: Sie sind der Erste hier im Forum, der endlich so etwas wie ein Programm oder eine Vision entwickelt und vorstellt. Und sei es für ein gesellschaftliches Teilgebiet. Jetzt werden all die Kritikaster kommen und Ihnen sagen, was eventuell falsch daran ist und warum es gar nicht funktionieren kann. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Das hier ist genau das, was gebraucht wird. Wenn Deutschland und das deutsche Volk eine Zukunft haben sollen, brauchen wir nicht nur [und seien es noch so exzellente] Analysen. Was jetzt wie das tägliche Brot und die Luft zum Atmen gebraucht wird, sind Ideen, wie es weitergehen könnte, wie ein freies Deutschland aussehen könnte. Wie das Finanzsystem, die Wirtschaft, die Gesellschaft gestaltet werden sollten, damit die Deutschen wieder frei und wahrhaftig brüderlich [nicht im Sinne von irgendwelchen Logen] zusammenleben können. Die Imagination ist die stärkste Kraft, die wir Menschen zu unserer Verfügung haben. Lassen Sie bitte Ihre Imagination frei wirken.

    „Die Imagination ist die stärkste Kraft, die wir Menschen zu unserer Verfügung haben.“ Diesen Satz aus dem obigen Beitrag möchte ich kurz erläutern. Bismarck, Gandhi und Martin Luther King sind drei herausragende politische Akteure, die mit der Macht der Imagination gearbeitet hatten. Insbesondere Kings berühmte Rede „Ich habe einen Traum“ ist ein Musterbeispiel für Imagination in Aktion. In dieser Rede beschreibt er seine Imagination einer USA ohne Rassentrennung etc. Jeder kann sehr leicht viele Beispiele für Menschen aus jedem anderen Bereich finden, die die Imagination zum Erreichen ihrer Ziele kreativ nutz[t]en. Es ist real wirksam, wenn Menschen ihre Imagination frei spielen lassen. Programme, Konzepte, Ideen, Visionen etc. für ein freies Deutschland setzen Kräfte und Energien in Bewegung. Die Imagination ist die Blaupause des kreativen Geistes.

    tOm~!
    4. September 2017 16:14

    @Franz Bettinger, ihre Analyse ist zutreffend, aber reicht offenbar immer noch nicht, um klar zu erkennen, daß Globalismus und Globalisierung sich nur und direkt auf die Demokratie zurückführen lassen? Warum kratzen hier immer nur alle an den Symptomen, statt endlich die Krankheitsursache zu bekämpfen?

    Cacatum non est pictum
    4. September 2017 17:22

    @Franz Bettinger

    Wenn Sie ein Produkt herstellen, sagen wir: einen Wein anbauen, der besser ist als jener, der weit weit weg angebaut wird, dann wäre es gut und richtig, wenn sich ihr Wein auch weit weit weg gut verkaufen würde, ja besser als der dort angebaute schlechtere. Ihr persönliches Können und ihre Mühen würden somit belohnt werden. Das "Buy local"-Prinzip - übrigens ein Hippie-Prinzip, bei dem ein örtlicher Hersteller nicht wegen seiner hochwertigen Produkte, sondern nur wegen seinem "birth right" bzw. Standort in der Nachbarschaft bevorzugt wird - steht dem Leistungs- und Qualitäts-Prinzip entgegen. Dafür kann ich mich nicht erwärmen und tue es in der Praxis auch nicht. Übrigens wäre die brd nie Export-Weltmeister und 'Made in Germany' bedeutungslos, hätte sich weltweit ein "Identitäres Wirtschaften" etabliert.

    Fleiß und Kreativität lassen sich auch in einem enger gesteckten Rahmen ausleben. Das widerspricht dem Leistungsprinzip nicht. Wenn die Südafrikaner den besten Wein der Welt herstellen, dann lassen Sie ihn doch den Menschen dort. Kein Deutscher oder Europäer wird daran zugrundegehen, wenn man dieses in weiter Ferne hergestellte Gut nicht importiert.

    Die Massenmigration hat übrigens weniger mit der Globalisierung als mit der Ideologie des Globalismus zu tun. Globalismus ist nicht Globalisierung.

    Oh doch. Das geht beides schön Hand in Hand. Wenn man die keineswegs zwangsläufigen Dogmen der großen Wirtschaftskonzerne übernimmt: freier Warenverkehr weltweit (in Zukunft vielleicht interstellar), Aufhebung von Zollbeschränkungen, Freizügigkeit der Arbeitnehmer etc.; dann landet man irgendwann unweigerlich dort, wo wir bald sind - in einer Welt, in der sich jeder niederlassen kann, wo es ihm beliebt; ohne nationale Grenzen, die den eigenen Siedlungsraum vor Gefahren von außen schützen; ohne regionale Verwurzelung, weil es vielerorts keine stabilen ethnischen Mehrheiten mehr gibt, sondern nur noch einen Flickenteppich von eingewanderten Völkern, die ein äußerst explosives Konfliktgemisch zusammenbrauen; ohne Identität, weil diese wahnsinnige Vermischung dafür sorgt, dass auch die letzten Traditionen noch absterben. Wer Globalisierung sagt, sagt auch Globalismus. Ich verstehe nicht, warum gerade Konservative diese Zusammenhänge oft nicht sehen. Konservativ zu sein bedeutet doch, das Erbe der Ahnen zu pflegen und verantwortungsvoll in die Hände der Nachkommen zu legen. Was sich seit Beginn der Industrialisierung vollzieht, ist eine Zerstörung der Lebensräume. Daran ist gar nichts konservativ. Und es reicht simple Grundschulmathematik, um voraussehen zu können, dass es nicht ewig so weitergehen wird. Irgendwann - wenn die Ressourcen zur Neige gehen und die Umwelt sich nicht mehr so regenerieren kann, wie es dem menschlichen Leben und Überleben zuträglich ist - wird ein Massensterben einsetzen, sei es durch Rohstoffkriege, sei es durch Krankheiten oder ähnliches. Natürlich können wir immer weiter an der Schraube drehen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Dann müssen wir uns aber auch eingestehen, dass auf diesem Wege die nachfolgenden Generationen ins offene Messer laufen - unabhängig davon, ob wir uns rechts, links, libertär oder wie auch immer schimpfen. Vor dem Hintergrund, dass die Natur uns Menschen nicht grenzenlos ernähren und gedeihen lassen kann, müssen wir also eine Umkehr vollziehen und in die andere Richtung zurückmarschieren: zurück zu begrenztem Handel und zu Protektionismus, zurück zu gesunder und regionaler Landwirtschaft, zurück zu nachhaltigen Geld- oder Tauschsystemen, weg von der ständig voranschreitenden Industrialisierung und Technisierung - alles natürlich behutsam und mit Augenmaß, aber eben doch konsequent. In den Ohren des modernen Menschen klingt das radikal und utopisch: Wir vermögen uns gar nicht mehr vorzustellen, dass das Zusammenleben anders aussehen könnte als heute. Aber es gibt eben keine Alternative dazu, wenn wir den ganz großen Knall im Sinne unserer Nachfahren verhindern wollen. Die Vorschläge von Lutz Meyer mögen als Anregungen dienen. Übrigens haben Sie, Herr Bettinger, in einem anderen Kommentarstrang den Leitspruch hierzu selbst geliefert: "Die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft." Das kann ich nur fett unterstreichen.

    Lotta Vorbeck
    4. September 2017 17:34

    Was Herr Meyer postuliert klingt in der Theorie gut. In der Praxis beginnt jedes erfolgversprechende Ausklinken aus dem Identität, Heimat und Tradition zerstörenden System, sofern man sein künftiges Geschäftsfeld in der realen Wirtschaft verortet, mit einer bezahlten, ergo schuldenfreien, für das angestrebte Gewerbe geeigneten Immobilie. Und allein mit der Immobilie ist man noch längst nicht ausgestiegen. Hinzu kommt der Nannystaat, der mit Argusaugen darüber wacht, daß niemand aus dem eben jenen unersättlichen Nannystaat nährenden System ausschert. Da werden dann beispielsweise die Grundstücke von Leuten, die überhaupt kein Abwasser produzieren, weil sie auf eigenem Grund eine mehrstufige Biokläranlage betreiben, zwangsweise mit begleitendem Polizeieinsatz an das selbstredend gebührenpflichtige Abwassersystem angeschlossen, oder ein Schafshalter der sich weigert seinen Schäfchen Ohrmarken zu verpassen, mit Haft bedroht. Gegen Lebensmittelpanschereien ist der Nannystaat (angeblich) genauso machtlos, wie gegen über die ungeschützte Grenze hinweg operierende Diebes- und Einbrecherbanden aus dem fernen Georgien. Leute, die die Zahlung der GEZ-Gebühren verweigern, sehen sich wiederum zügig der geballten BRD-Staatsmacht gegenüber. Wer möchte sein knappes Geld in Produkte minderer Qualität investieren, wenn er Besseres bekommen kann? Dies gilt nicht nur für den vom @Franz Bettinger erwähnten Wein. Man muß einen Monopolisten wie AMAZON nicht mögen. Aber, wer kann in einem abgelegenen Provinznest, wo der Dorfladen längst passé ist, an der Bushaltestelle wenn überhaupt noch ein 'Rufbus' verkehrt, womöglich ohne eigenes Kraftfahrzeug existieren, ohne daß ihm der DHL-Transporter bei AMAZON georderte Produkte ins Haus bringt?

    Der Gehenkte
    4. September 2017 17:47

    @ tOm~!

    ".... aber reicht offenbar immer noch nicht, um klar zu erkennen, daß Globalismus und Globalisierung sich nur und direkt auf die Demokratie zurückführen lassen"

    Falsch: Globalisierung ist historisch bedeutend älter und beginnt mit der Entdeckung der sphaira als sinnstiftende Gesamtumfassung, ergo (mindestens) mit den Griechen. Lesen Sie dazu Sloterdijks "Sphären-Trilogie" und "Im Weltinnenraum des Kapitals" - danach werden die verkürzten Globalisierungsbegriffe (hoffentlich) ein für alle mal verschwunden sein. Falsch auch aus anderer Sicht: Es gibt hier komplizierte und ganz und gar nicht "direkte" Verwindungen - man kann auch Dialektik sagen: Mindestens aber darf man festhalten, daß die Demokratie auch auf Globalisierung zurückzuführen ist, so wie die Globalsierung auf die Demokratie ...

    Lotta Vorbeck
    4. September 2017 18:26

    @tOm~! - 04. September 2017 - 02:14PM

    "... Warum kratzen hier immer nur alle an den Symptomen, statt endlich die Krankheitsursache zu bekämpfen?"

    __________________________________

    Eine andere Bezeichnung der Krankheitsursache heißt Ochlokratie - Klick mich!

    niekisch
    4. September 2017 20:53

    Besten Dank, Herr Meyer, für den anregenden Artikel, der mich etwas vorschlagen läßt, das ich schon länger im Sinn habe: Laßt uns doch unmittelbar hier anfangen und im überschaubaren Kreis ein gewinnloses Austauschsystem probieren mit einem Unterblog oder Forum als Plattform: in etwa gleichwertige Leistungen materieller oder immaterieller Natur können ohne Kompliziertheiten getauscht werden. Dabei sehen wir dann im Ansatz vielleicht, was auf höherer Ebene praktikabel ist.

    Lotta Vorbeck
    4. September 2017 21:20

    @Cacatum non est pictum - 04. September 2017 - 03:22 PM

    "... Wenn man die keineswegs zwangsläufigen Dogmen der großen Wirtschaftskonzerne übernimmt: freier Warenverkehr weltweit (in Zukunft vielleicht interstellar), Aufhebung von Zollbeschränkungen, Freizügigkeit der Arbeitnehmer etc.; dann landet man irgendwann unweigerlich dort, wo wir bald sind - in einer Welt, in der sich jeder niederlassen kann, wo es ihm beliebt; ohne nationale Grenzen ..."

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    Bisher ist das mit dem "Niederlassen wo es einem beliebt" eine höchst einseitige Angelegenheit. Jeder morgenländisch-afrikanische Glücksritter/Sozialtourist der mit nichts als seinem frisch geschenkten Smartphone bewaffnet über die offene, man könnte auch sagen absichtlich aufgegebene Grenze, ins von seiner Regierung zur Plünderung freigegebene GerMoney hereinspaziert, darf sich dort niederlassen, genießt strafrechtlich weitgehende Immunität, bekommt Vollversorgung und Unterbringung plus Taschengeld, inclusive freiem Zugang zum Gesundheitswesen garantiert. Umgekehrt kann sich ein BRD-Passport-Inhaber selbstverständlich nicht nach Gutdünken in anderer Leute Länder niederlassen. Nicht nur für den Erhalt der Aufenthaltserlaubnis attraktiver, klassischer Einwanderungsländer wie etwa Neuseeland sind von jedem Einwanderungswilligen zuvor eine Vielzahl von hohen Hürden zu überwinden. Beispielsweise in Perú darf sich nur niederlassen, wer entweder über eine peruanische Ehefrau verfügt, mit prall gefüllter privater Schatulle ins Land kommt, oder nach seiner Niederlassung Arbeitsplätze für autochthone Perúaner zu bieten hat. Man betrachte allein die binnen der letzten zwei Jahrzehnte von Ländern wie Ägyten, Algerien, Haiti, Nigeria oder Pakistan produzierten Populationszuwächse. Deren Bevölkerungszuwachs als Diagramm dargestellt bildet eine steil ansteigende Exponentialkurve. Will man in West- und Mitteleuropa überleben, führt zunächst kein Weg an baldiger militärischer Grenzsicherung vorbei. Perspektivisch wäre die global vorhandene Humanpopulation auf ein zukunftsträchtiges Niveau abzusenken. Siehe auch 'Die Georgia Guidestones als offizielle, in Stein gehauene Agenda der NWO?': "Die Weltbevölkerung soll um über 90% reduziert werden und von einer Weltregierung kontrolliert und geführt werden." Darüber, daß eine alles und jeden kontrollierende NWO-Weltregierung weder als wünschenswert noch zukunftsfähig anzusehen ist, dürfte hier unter den SiN-Foristen Konsens bestehen. In der drastischen Reduktion der Weltbevölkerung nebst gleichzeitig praktizierter, militärischer Grenzsicherung allerdings besteht sehr wohl die Lösung, sämtlicher aus eben jener atemberaubenden, unkontrollierten Bevölkerungsexplosion in der dritten Welt nun in West-Mitteleuropa resultierenden, zivilisationsgefährdenden Probleme.

    Nemo Obligatur
    4. September 2017 21:51

    Das hört sich zwar gut an, Herr Meyer, taugt aber nicht für die Praxis. Das Wirtschaftsleben muss einfach und klar strukturiert bleiben. Kosten, Erlöse, Gewinne. Es sollte jenseits der Regeln die etwa für den Schutz der Arbeitnehmer, der Konsumenten und der Jugend gelten nicht moralisch aufgeladen werden. Zwar ist es gut möglich, dass der Studienrat oder die Arztgattin Äpfel aus dem Bioladen kauft und sich dann besser fühlt, aber für die Masse der Menschen taugt das nicht als Vorbild Was machen Sie mit denen, die beim Aldidl kaufen müssen, weil's Geld nicht langt? Wollen Sie denen moralisch einheizen? Auf welcher Grundlage? Das ist dicht an der Diktatur und so verlogen wie die Toskana-Fraktion. So werden Sie die Herzen der Menschen verlieren.

    Die Globalisierung ist aus ökonomischer Sicht kaum zu schlagen, sie versorgt Millionen von Menschen mit Gütern und holt ebenso viele aus der Armut. Das ist ein extrem starker Anreiz. Die negativen kurzfristigen Folgen etwa hierzulande sind dagegen irrelevant. Fraglich sind natürlich die langfristigen Folgen. Da reden wir dann über Verteilungsfragen, über Nachhaltigkeit. Das ist alles erst am Anfang. Vielleicht kann man ja die Gewinne aus dem grenzüberschreitenden Handel abschöpfen. Das spräche für einen starken Staat. Aber was, wenn die internationale Wirtschaft dann die heimische Wirtschaft umgeht? Was wollen Sie dann noch abschöpfen? Dinge wie Globalisierung, Internet oder Finanzmärkte lassen sich schlecht zurückdrehen. Der Preis dafür wäre zumindest sehr hoch. Identität muss aus aber einem anderen Holz geschnitzt sein als Gewinne und Verluste - sie muss davon gänzlich unabhängig sein. Dass Sie Franzose, Spanier oder Deutscher sind, darf nicht mit den Aktienkursen schwanken. Ein reicher Spanier muss sich genauso als Spanier fühlen wie ein armer Spanier. Die Antwort dürfte eher im Bildungswesen, in de Religion und dem öffentlichen Leben liegen. Die Wirtschaft fasst man am besten gar nicht erst an oder erst ganz am Ende. Vielleicht fänden sich dann mehr Menschen, die den Preis für das Recht auf eine eigene kulturelle Identität in einer globalisierten Welt auch zahlen wollen und können.

    Lutz Meyer
    4. September 2017 22:36

    @Nemo et al.: Ich rede doch nicht einer ökonomischen Weltrevolution à la Marx und Lenin das Wort. Ich werbe für den Ausstieg im Kleinen mit Vorbildfunktion für andere - Graswurzelrevolution sozusagen. Wie die Wirtschaft im Ganzen als System funktioniert, ist mir scheißegal. Nicht umsonst habe ich mehrfach auf die Ökos hingewiesen, die es auf genau diese Weise - ein paar schöne Träume in Verbindung mit langem Atem und beharrlicher Ignoranz der diversen Bedenkenträger -  in wenigen Jahrzehnten geschafft haben, das öffentliche Bewusstsein zu dominieren, irgendwann sogar begönnert durch die Medien und leider mit tw. fatalen Folgen. Natürlich müssen wir unsererseits dann einige Fehler vermeiden, die von den Ökos gemacht wurden

    Cacatum non est pictum
    5. September 2017 00:54

    @Lotta Vorbeck

    Jeder morgenländisch-afrikanische Glücksritter/Sozialtourist der mit nichts als seinem frisch geschenkten Smartphone bewaffnet über die offene, man könnte auch sagen absichtlich aufgegebene Grenze, ins von seiner Regierung zur Plünderung freigegebene GerMoney hereinspaziert, darf sich dort niederlassen, genießt strafrechtlich weitgehende Immunität, bekommt Vollversorgung und Unterbringung plus Taschengeld, inclusive freiem Zugang zum Gesundheitswesen garantiert.

    Unser Staat ist eben nach außen maßlos unsouverän, ein politischer Niemand, ein Vasall auf unterster Stufe, ein ewiger Kriegsverlierer, den man jederzeit zur Plünderung und Vernichtung freigeben kann, ohne dass seine Bürger auch nur den Hauch einer Verteidigungschance hätten. Aber das ist ein anderes Thema.

    Umgekehrt kann sich ein BRD-Passport-Inhaber selbstverständlich nicht nach Gutdünken in anderer Leute Länder niederlassen.

    Klar, die Wanderungsbewegungen verlaufen von den failed states in die wohlhabenden Staaten mit guter Infrastruktur. Bis die Einwanderer ihre neue Heimat genauso ruiniert haben wie ihre Herkunftsländer. Das erzeugt natürlich Spannungen; nicht überall lässt man sich den Einzug der Neuen Weltordnung so widerspruchslos gefallen wie in Deutschland. Und deshalb wird es eine Weltregierung auch nie geben. Die widerstandwilligen Völker werden sich erfolgreich zur Wehr setzen. Aber die Staaten, in denen man sich dem oligarchischen Diktat unterwirft - hier geht es vor allem um West-, Nord- und Mitteleuropa - könnten sehr wohl den Albtraum erleiden, dass sich ihre Infrastruktur auflöst, die angestammten Einwohner verdrängt werden und eine autokratische Brüsseler Nomenklatura bis in den kleinsten Winkel jeder Region hineinregiert.

    In der drastischen Reduktion der Weltbevölkerung nebst gleichzeitig praktizierter, militärischer Grenzsicherung allerdings besteht sehr wohl die Lösung, sämtlicher aus eben jener atemberaubenden, unkontrollierten Bevölkerungsexplosion in der dritten Welt nun in West-Mitteleuropa resultierenden, zivilisationsgefährdenden Probleme.

    Wie ich oben ja schrieb, wird sich die Weltbevölkerung ohnehin dezimieren. Das wird die Natur schon richten. Wir haben es zum Teil in der Hand, diesen Prozess zumindest für unsere Breitengrade möglichst undramatisch und unblutig zu gestalten. Jedenfalls führt langfristig kein Weg daran vorbei, unsere Wirtschaft zu verkleinern, unseren Wohlstand abzusenken und wieder überwiegend auf das zurückzugreifen, was die Natur uns zum Überleben bereitstellt. Und damit wir überhaupt die Chance wahren, solche Prozesse einzuleiten, müssen wir selbstverständlich unsere Grenzen verteidigen.

    Herr K.
    5. September 2017 01:01

    Ich würde Hr. Meyers Idee grundsätzlich begrüßen! Es geht jetzt erstmal nicht darum, den Kapitalismus als solchen abzulösen. Es geht darum als GEMEINSCHAFT zu wirtschaften, wobei "Identität" das verbindende Glied sein soll. Ein sehr gutes Beispiel ist die Finanzpolitik orthodoxer Juden: man kann sich kostenfrei unter Einhaltung vertraglich vereinbarter Bedingungen Geld für den Aufbau sinnvoller Ideen leihen. Wenn Identitäre bei Identitäten kaufen, dann ist das nicht ein gesellschaftspolitischer Neuentwurf. Aber ein guter Weg weg von persönlichen Maximal-Erwartungen, hin zu zweckorientiertem Konsum. Da darf der Wein von mir aus auch mal nur 95% auf der Geilheitsskala erreichen - ich könnt damit leben.

    Curt Sachs
    5. September 2017 01:49

    Herr Meyer schrieb: »Ich werbe für den Ausstieg im Kleinen mit Vorbildfunktion für andere - Graswurzelrevolution sozusagen.«

    Ach jechen! Ich bin aus alter Anhänglichkeit sogar noch auf die gleichnamige Zeitschrift abonniert (die sich allerdings in sentimentaler Nostalgie mit kleinem g schreibt). Aber die Rufe »Bildet Genossenschaften!« oder »Bildet Kommunen!« oder, noch etwas abgehobener, »Bildet alternative Wirtschaftskreisläufe!« sind nicht ohn’ Ursach mindestens mittelfristig stets erfolglos geblieben, egal ob von links oder rechts. Natürlich mögen sich religiöse Schwärmer gern an solchen Phantastereien berauschen und sogar tätig daran beteiligen. Sie haben noch Glück, wenn es so schnell endet wie der hehre Traum von Bettina in Texas.

    Lotta Vorbeck
    5. September 2017 03:35

    @Curt Sachs - 04. September 2017 - 11:49 PM

    Im von Ihnen verlinkten Wikipedia-Eintrag zur Kolonie Bettina in Texas heißt es unter dem Stichwort 'Untergang':

    "Damals gingen diese Intellektuellen lieber auf die Jagd, führten ausdauernde philosophische Diskussionen oder hielten sich an die lateinischen Zitate „Bibe, post mortem nulla voluptas – Trinke, nach dem Tod gibt es kein Vergnügen“ oder „Carpe diem, quam minimum credula postero! – Nutze den Tag, traue nicht dem nächsten“ (aus: Horaz’ Oden). Dies erklärt, dass die utopische Siedlung Bettina nur wenige Monate Bestand hatte.

    Es gab Spannungen, die Gruppe der Siedler zerbrach, die meisten zogen nach San Antonio, Austin und New Braunfels, wo sie einem Beruf nachgingen, der eher ihrer akademischen Ausbildung entsprach. Die Siedlung Bettina zerfiel. Sie wurde im Jahr 1964 in die Liste der texanischen Denkmäler (Historical Marker) aufgenommen."

    ... ein uraltes, immer wiederkehrendes Problem also.

    Im weltumspannenden Rechnernetz stößt man an vielen Stellen auf ein Werbebanner der Finca Bayano:

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    Alles was deren Betreiber der auf einem deutschen Server gehosteten Netzseite schreibt, liest sich zunächst plausibel und einleuchtend. Der im Jahre 2008 aus Berlin nach Panama eingewanderte Initiator/Gründer der Finca Bayano beabsichtigt mit 100 Gleichgesinnten ein Dorf auf Selbstversorgerbasis zu gründen.

    Der Feinsinnige
    5. September 2017 03:52

    Ein sehr anregender Artikel – und ein einleuchtender und auf der Hand liegender Gedanke, Überlegungen anzustellen über ein „identitäres Wirtschaften“. Schließlich ist das Wirtschaftsleben ein so wesentlicher Bestandteil der Lebenswirklichkeit, daß es nicht ausgeklammert werden kann, wenn eine globalisierungskritische Position von rechts bzw. eine politisch identitäre Position auf eine breitere Grundlage als allein die (eminent wichtige) Frage des Grenzschutzes gestellt werden soll. Ich selbst bin alles andere als ein Experte auf wirtschaftlichem Gebiet, möchte mich daher einer konkreten Bewertung wirtschaftlicher Zusammenhänge möglichst enthalten, auch, ob der Gedanke eines "identitäre Wirtschaftens" überhaupt realistisch ist. Allerdings kann man als laienhafter Beobachter feststellen, daß sich im Bereich der ökologischen Landwirtschaft und der regionalen Produktvermarktung in den letzten Jahren/ Jahrzehnten ein Marktsegment aufgebaut hat, das durchaus beachtlich ist und wohl auch als Parallelmarkt bezeichnet werden könnte. Die ökologische Landwirtschaft wird in ihrer Existenz erheblich durch staatliche Förderung, also Subventionen, gestützt. Und: Weder ökologische Landwirtschaft noch regionale Produktvermarktung wären (unabhängig von staatlicher Förderung) möglich ohne eine überzeugte, idealistische, zahlungswillige und zahlungskräftige Klientel, die eben gerade nicht zuerst auf den Preis schaut (bzw. schauen muß), sondern auf ihre Weltanschauung. Dies wäre sicher in einem Marktsegment „identitäres Wirtschaften“ nicht anders. Bevor nicht auch bei politischen Entscheidungsträgern Sympathie für eine solche Idee aufkäme, könnte wohl kaum mit nennenswerten Erfolgen gerechnet werden. Aber die Entstehung eines solchen Marktsegments und die politische Förderung sind Tatbestände, die sich durchaus gegenseitig bedingen könnten, wie es wohl auch bei der ökologischen Landwirtschaft der Fall war. Mit dem Stichwort „identitäres Wirtschaften“ würde ich persönlich vor allem die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen im heimischen Markt verbinden, egal, wie dieser nun definiert würde: in der Region, in Deutschland, in Europa. Insofern dürfte „Trigema“ tatsächlich unter diesen Begriff einzuordnen sein. In seiner nach außen kommunizierten Einstellung gegenüber seinen Mitarbeitern, in seinem nach außen kommunizierten erfolgreichen Bemühen, sichere Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten, bin ich von Wolfgang Grupps Lebensleistung schon lange wirklich beeindruckt. Bei dem Stichwort „identitäres Wirtschaften“ darf – unabhängig von einem solchen Ausnahmeunternehmer wie Wolfgang Grupp – meines Erachtens aber die politische Komponente (neben der Frage gezielter Förderung) auch in einem weiteren Aspekt nicht ausgeklammert werden: Eine Wirtschaftspolitik, die zur Bewahrung unserer eigenen Identität beitragen wollte, müßte wohl oder übel darüber nachdenken, wie die heimische Wirtschaft vor manchen Strategien international operierender Großunternehmen oder auch anderer Länder, in denen Arbeit nicht so teuer ist, wie bei uns, wirksam geschützt werden könnte (Schutzzölle? Strafzölle bei Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland?; die im Artikel formulierten Begriffe „Fördergedanke“ oder „identitäre Aktienkultur“ klingen sehr sympathisch, aber sind zumindest ohne entsprechende staatlich gesetzte Rahmenbedingungen wohl nur schwer zu realisieren). Bei den Stichworten „Schutz- bzw. Strafzölle“ höre ich schon jetzt diejenigen aufstöhnen, die den weltweiten völlig freien Handel als wesentlichste Quelle des Wohlstands in diesem Lande sehen (woran ich meine Zweifel habe). Dieses schwierige Thema gehört meines Erachtens mit der Frage eines „identitären Wirtschaftens“ untrennbar zusammen und sollte in diese oder spätere Diskussionen einbezogen werden. Vielleicht würde bereits die Umsetzung eines bereits ziemlich alten Gedankens zum Einstieg in so etwas wie ein „identitäres Wirtschaften“ weiterhelfen: Die Wirtschaft insgesamt sollte (entgegen der heutigen Realität) endlich wieder der Politik untergeordnet werden. Dann fiele es einzelnen Teilnehmern am Wirtschaftsleben vielleicht leichter, ihr eigenes Wirtschaften zumindest auch an politischen bzw. idealistischen Zielen auszurichten (siehe wieder das Beispiel der ökologischen Landwirtschaft).

    Lotta Vorbeck
    5. September 2017 13:53

    @Cacatum non est pictum - 04. September 2017 - 10:54 PM

    "... Und deshalb wird es eine Weltregierung auch nie geben. Die widerstandwilligen Völker werden sich erfolgreich zur Wehr setzen. Aber die Staaten, in denen man sich dem oligarchischen Diktat unterwirft - hier geht es vor allem um West-, Nord- und Mitteleuropa - könnten sehr wohl den Albtraum erleiden, dass sich ihre Infrastruktur auflöst, die angestammten Einwohner verdrängt werden und eine autokratische Brüsseler Nomenklatura bis in den kleinsten Winkel jeder Region hineinregiert. ..."

    # Nur der Vollständigkeit halber: Nach erfolgter Tribalisierung/Balkanisierung/Libanonisierung/Islamisierung wird es weder Brüsseler noch einheimische Nomenklatura vermögen, bis in den letzten Winkel jeder Region hineinzuregieren.
    Wie das Leben in einem zur nördlichen Hemisphäre gehörenden Land, dem nur die vom Golfstrom von weit her herantransportierte Wärme erlaubt überhaupt erfolgreich Landwirtschaft zu betreiben, dann aussieht, wenn es mehrheitlich von islamisch-afrikanisch-orientalischen Fellachen bevölkert wird, steht freilich noch auf einem ganz anderen Blatt.

    "... Wie ich oben ja schrieb, wird sich die Weltbevölkerung ohnehin dezimieren. ..."

    # Naturgesetze sind durch Ideologien nicht aushebelbar. Die Reduktion der global vorhandenen Population wird auf diesem oder jenem Wege erfolgen. Je später, desto umfassender und monströser die damit einhergehenden, apokalyptischen Zustände.

    "... Jedenfalls führt langfristig kein Weg daran vorbei, unsere Wirtschaft zu verkleinern, unseren Wohlstand abzusenken und wieder überwiegend auf das zurückzugreifen, was die Natur uns zum Überleben bereitstellt. ..."

    # So isses! - Allerdings scheinen diese Zusammenhänge nur ganz wenigen Leuten bewußt zu sein. Auf Youtube® gibt's ein schon etwas älteres Video über einen vom Waldinspektor Jean Pain in Südfrankreich betriebenen, Wärme, Gas und Dünger erzeugenden Holzschnitzelmeiler. Mal abgesehen davon, daß die im Video gezeigten, vom Waldinspektor Jean Pain konstruierten Apparaturen, insbesondere die auf dem Dach seines CV2 montierte Gasflasche in der BRD umgehend "wachsame Nachbarn", respektive die staatlichen Behörden auf den Plan rufen würden, zeigt dieses Filmchen dem aufmerksamen Zuschauer darüberhinaus anschaulich, wie so ein Leben, welches "auf das zurückgreift was die Natur bereitstellt" - der Waldinspektor Monsieur Pain & Ehefrau Ida führen es vor - praktisch aussehen könnte.

    Machen Sie, sehr geehrter @Cacatum non est pictum doch einfach mal die Probe auf's Exempel: Selber zeigte ich dieses Youtube®-Video etlichen, mit den aktuellen BRD-Zuständen höchst unzufriedenen, eben noch von Auswanderung schwätzenden Leuten und erntete durchweg empörte Reaktionen. Die eigentlich profane Erkenntnis, daß man immer - auch was die eigenen Lebensumstände betrifft - sozusagen ein Gesamtpaket kauft und das sorglos-faul-saturierte BRDler-Konsumenten-Leben eben nur um den Preis von Heimat-, Kultur- und Identitätszerstörung plus Islamisierung zu haben ist, hat sich offenbar einfach noch nicht durchzusetzen vermocht.

    Utz
    5. September 2017 14:13

    Wenn der Stolz auf das eigene sich in wesentlichen Teilen aus der deutschen Wirtschaftsmacht speist (Exportweltmeister etc.), wird es schwierig in Richtung Kleinräumigkeit zu gehen. Alle Versuche  das eigene hochzuhalten werden daran scheitern, daß die Wirtschaft global vernetzt ist, und massive Sachzwänge produziert. Da hilft es dann auch rein gar nichts das Primat der Politik über die Wirtschaft zu fordern. Das Globale an sich, egal ob das unter dem Namen Globalisierung oder Globalismus firmiert (weltweites Wirtschaften erfordert "Gleichmacherei" in großem Maßstab) setzt Zwänge, denen sich die Politiker nur widersetzen können, wenn sie größere wirtschaftliche Einbußen am eigenen Standort in Kauf nehmen. Damit will ich nicht sagen, man könne nichts machen, man müsse das eben alles hinnehmen und letztlich sei das ja auch gut so, weil unser Wohlstand darauf beruht. Im Gegenteil, ich bin der Meinung unser Wohlstand kostet uns die Identität und wir sollten anfangen uns an weniger Wohlstand zu gewöhnen, weil das so oder so auf uns zukommt. Auf absehbare Zeit, ich vermute, wir alle werden das noch erleben, werden wir auch mit Wein, der nur 10 % auf der Geilheitsskala erreicht, zufrieden sein.

    Sehrohrtiefe
    5. September 2017 16:18

    Die Diskussion bis hierhin zeigt eindrucksvoll, wie wichtig das Thema Wirtschaft gerade auch hier ist. Gleichzeitig belegt die Diskussion, wie sehr wir am Anfang stehen. Es mangelt an einfachsten konzeptionellen Unterscheidungen, vertieftem analytischem Verständnis der Zusammenhänge sowie Kriterien, an denen sich gemeinsames Handeln ausrichten ließe. Das soll in keiner Form eine Kritik sein. Es ist reine Zustandsbeschreibung sowie Ansporn für vertieftes Nachdenken.

    Nachfolgend eine sehr unvollständige Liste von Aspekten, die eine Rolle spielen können:

    Die moderne Volkswirtschaftlehre leidet am Mangel moderner Analyse des Produktionsfaktors Land. Wir reden seit über hundert Jahren über Arbeit, Kapital und später technischem Fortschritt, Humankapital usw., aber Land wurde gleichgesetzt mit Boden für Landwirtschaft, was den Faktor irrelevant macht für die meisten Ökonomen. Erst neuerdings begreifen wir wieder, befördert durch Massenwanderungen und Klimawandel, die Bedeutung von Land, aber stets noch viel zu wenig.

    Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene sind wir gefangen in komparativen Kostenvorteilen und Handelsvorteilen. Ich negiere den Nutzen hiervon nicht, gerade für breite und wenig vermögende Bevölkerungsschichten. Nötig ist aber eine politökonomische Ergänzung: Wie ändert sich die rein ökonomische Analyse, wenn das Gemeinwohl der Inländer (um den ökonomischen Begriff zu gebrauchen) Vorrang hat? Ich bin der Ansicht, daß es auf einer ganz grundsätzlichen Ebene ein patriotischer Akt ist, ein deutsches und nicht ein ausländisches Produkt zu kaufen. Kaufe ich aber etwa einen VW, unterstütze ich direkt auch das herrschende System, denn Politik und Wirtschaft sind eng verwoben. Dies bedarf näherer Analyse.

    Einzelwirtschaftlich gesehen gibt es sehr wohl massive Vorteile, die sich aus der Schwarmfinanzierung (Crowdfunding) und anderen Crowd-Aktivitäten ergeben. Dies kommt gerade der einheimischen Bevölkerung zugute, auch in ländlichen Regionen und in traditionellen Industrien, die wegen des globalen Wettbewerbs vom Verschwinden bedroht sind. Beispiele gibt es zuhauf. Gerade in der BRD behindert die Gesetzgebung diese Wirtschaftsform jedoch massiv, anders als in anderen europäischen Ländern. Warum wohl? Wir wissen es.

    Schließlich die Finanzmärkte. Wir erleben nicht nur ein Aufblühen alternativer Finanzierungsformen, sondern auch virtuelle Währungen und verwandte Fintech-Neuerungen. Inzwischen gibt es den niederländischen Gulden wieder, wenn auch nur elektronisch als Kryptowährung. Warum dann nicht die elektronische D-Mark oder den preußischen Taler? Die Möglichkeiten, systemunabhängige Strukturen aufzubauen, sind gerade hier besonders groß.

    Fassen wir diese Diskussion somit als Einladung zu vertieftem Nachdenken auf!

    Obi Wan Kenobi
    5. September 2017 17:10

    Ein interessanter Ansatz für eine identitäre Wirtschaftsordnung sind die Arbeiten von Professor Richard Werner, eines deutschen Volkswirts, der in Japan gelehrt hat und der heute an der Universität von Southhampton tätig ist. Werner hat in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass die "Tigerstaaten" der Vergangenheit, die sich schnell eine industrielle Basis schufen (Preußen/Deutsches Kaiserreich, VR China, Japan, Singapur, Taiwan, Südkorea, in Ansätzen heute sogar Nordkorea) dies durch eine forcierte Kreditvergabe in die Realwirtschaft erreichten, wo die Kredite für Investitionen in strategisch bedeutsame volkswirtschaftliche Sektoren genutzt wurden. Fließen die Kredite einfach nur zum Kauf von Vermögenswerten (Aktien, Immobilien) ab, sind sie nicht nützlich, sondern schädlich, weil sich Blasen bilden. Heute setzt sich Werner in Großbritannien übrigens für die Schaffung eines sparkassenartigen Bankensystems nach deutschem Vorbild ein, da dies der beste Garant für eine florierende mittelständische Wirtschaft sei, während hierzulande die Sparkassen schon längst ins Visier der EU-Kommission geraten sind.

    Lotta Vorbeck
    5. September 2017 17:11

    @Utz - 05. September 2017 - 12:13 PM

    "Wenn der Stolz auf das eigene sich in wesentlichen Teilen aus der deutschen Wirtschaftsmacht speist (Exportweltmeister etc.), wird es schwierig in Richtung Kleinräumigkeit zu gehen. ..."

    # ... und diese weltmeisterlichen Exporte sich lediglich als TARGET2-Salden, ergo in bei der Bundesbank gesammelten Schuldscheinen niederschlagen, sozusagen reale Güter und Produkte gegen wertlose, beim Schuldner mangels Masse uneinlösbare Schuldscheine ins Ausland geliefert werden ...

    "... Alle Versuche  das eigene hochzuhalten werden daran scheitern, daß die Wirtschaft global vernetzt ist, und massive Sachzwänge produziert. Da hilft es dann auch rein gar nichts das Primat der Politik über die Wirtschaft zu fordern. Das Globale an sich, egal ob das unter dem Namen Globalisierung oder Globalismus firmiert (weltweites Wirtschaften erfordert "Gleichmacherei" in großem Maßstab) setzt Zwänge, denen sich die Politiker nur widersetzen können, wenn sie größere wirtschaftliche Einbußen am eigenen Standort in Kauf nehmen. Damit will ich nicht sagen, man könne nichts machen, man müsse das eben alles hinnehmen und letztlich sei das ja auch gut so, weil unser Wohlstand darauf beruht. ..."

    # Um sich gegen diese Art von strangulierenden, globalistischen "Sachzwängen" erfolgreich zu wehren, bedarf es zuvörderst unverhandelbarer, staatlicher Souveränität. Mit einer Kaste von Politikerdarstellern, die lediglich als von externen Mächten gesteuerte Sprechpuppen/Hampelmänner agieren, kann es niemals gelingen das Eigene zu verteidigen. "Politische Macht kommt" - laut Mao Tse-Tung - "aus den Läufen der Gewehre". Dies bedeutet wiederum, daß staatliche Souveränität ohne eigene, intakte, zur effektiven Landesverteidigung fähige, bestens ausgerüstete Streitkräfte nicht zu haben ist. Länder wie beispielsweise die Russiche Föderation, das burisch geführte Südafrika bis 1990 oder das kleine Nordkorea (möglicherweise nicht mehr lange) sind ökonomisch weit davon entfernt 'Global Player' zu sein, wissen (wußten) aber um den existenzerhaltenden Wert staatlicher Souveränität.

    "... Im Gegenteil, ich bin der Meinung unser Wohlstand kostet uns die Identität und wir sollten anfangen uns an weniger Wohlstand zu gewöhnen, weil das so oder so auf uns zukommt. Auf absehbare Zeit, ich vermute, wir alle werden das noch erleben, werden wir auch mit Wein, der nur 10 % auf der Geilheitsskala erreicht, zufrieden sein."

    # Selbstverständlich muß es kein Kaviar und Champagner sein. Auch die tradionelle, auf heimischen Zutaten und alten Überlieferungen beruhende, heimische Küche bietet demjenigen, der sich noch auf's Kochen versteht, eine breite Palette an abwechslungsreichen Köstlichkeiten.

    Fritz
    5. September 2017 18:51

    Im Buch „Human Race – 10 Centuries of Change on Earth“ (2014) des englischen Historikers Ian Morris heißt unter Bezug auf Marx und dessen Kritk an dem Ökonomen Thomas Robert Malthus, der ein zunehmendes Missverhältnis zwischen Fortpflanzung der Menschen und ökonomischer Entwicklung vorausgesagt hatte:

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