Mit Linken leben

Die Idee zu diesem Buch entstand im August/September des letzten Jahres. Damals bat ich die Leser dieses Blogs,... 

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

von ihren persönli­chen Erfah­run­gen und „Über­le­bens­stra­te­gien in einer pola­ri­sier­ten Gesell­schaft“ zu berich­ten. Die star­ke Reso­nanz auf die­sen Auf­ruf über­wäl­tig­te mich und zeig­te mir, wie not­wen­dig es ist, jener Sei­te der „pola­ri­sier­ten Gesell­schaft“ eine Stim­me zu geben, die von der herr­schen­den poli­ti­schen Klas­se und den Mei­nungs­ma­chern des Main­streams igno­riert und abge­wer­tet bis bekämpft und dämo­ni­siert wird.

Hin­zu kamen unzäh­li­ge Gesprä­che und Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Freund und Feind, eige­ne Erleb­nis­se und end­lo­se Lek­tü­ren unter­schied­lichs­ter Art, von popu­lä­ren Selbst­hil­fe­rat­ge­bern über Kom­men­tar­spal­ten und schöne Lite­ra­tur bis zu tro­cke­ner poli­ti­scher Theo­rie. Dabei funk­tio­nier­ten Som­mer­feld (die sich gut mit dem “Leben mit Lin­ken” aus­kennt) und ich über Mona­te hin­weg wie ein ein­zi­ges syn­chro­ni­sier­tes Gehirn.

In einem gewis­sen Sin­ne ist Mit Lin­ken leben auch ein Kol­lek­tiv­werk, ein “Publi­kums­buch”, an dem im Hin­ter­grund unzäh­li­ge Bei­trä­ger mit­ge­wirkt haben, nicht zuletzt unser hoch­ge­schätz­tes Kom­men­ta­ri­at. Zugleich ist es ein sehr per­sön­li­ches Buch, in dem wir nach Gus­to ver­mischt und ver­knüpft haben, was uns gera­de beson­ders gefiel und ansprach (wir haben uns auch den Spaß erlaubt, es mit Insi­der­wit­zen und zwi­schen den Zei­len ver­steck­ten Grü­ßen an unse­re Freun­de und Weg­ge­fähr­ten anzufüllen).

Es soll all jenen als Leit­fa­den, Ori­en­tie­rungs­hil­fe und Fund­gru­be die­nen, die sich und ihre Ansich­ten und Erfah­run­gen dar­in wie­der­fin­den, aber auch jene anspre­chen, die noch nicht wis­sen, wo sie ste­hen und auf wel­che Sei­te sie sich schla­gen wol­len (oder ob sie sich über­haupt auf eine Sei­te schla­gen wollen).

Was erwar­tet unse­re Leser? Teil 1 ist eine Art Lage­plan der viel­zi­tier­ten und ‑dis­ku­tier­ten poli­ti­schen “Spal­tung” oder “Pola­ri­sie­rung” unse­rer Län­der, die sich nicht zuletzt in den Ergeb­nis­sen der Bun­des­tags­wahl nie­der­ge­schla­gen hat und vor­aus­sicht­lich auch in der kom­men­den Natio­nal­rats­wahl in Öster­reich deut­lich aus­wir­ken wird.

Wir zeich­nen die Kon­tu­ren der Bruch­li­ni­en nach und rich­ten beson­de­res Augen­merk auf die Fra­ge, was wer war­um meint, wenn er von „Rech­ten“ und „Lin­ken“ spricht – Kate­go­rien, die wir selbst aus meh­re­ren Grün­den in einem ziem­lich wei­ten Sinn ver­wen­det haben, wobei wir uns für den schma­len Grat (oder auch das Wech­sel­spiel) zwi­schen Dif­fe­ren­zie­rung und (pole­mi­scher wie prag­ma­ti­scher) Zuspit­zung ent­schie­den haben. Dabei beto­nen wir, daß fast nie­mand nur “links” oder “rechts” ist – wir sind alle sozu­sa­gen Mixed eco­no­my.

Der zwei­te Teil mit dem Titel “Mit Lin­ken reden” unter­sucht die poli­ti­schen, mora­li­schen, welt­an­schau­li­chen und psy­cho­lo­gi­schen Vor­aus­set­zun­gen und Gren­zen, unter denen Gesprä­che zwi­schen Rech­ten und Lin­ken heu­te statt­fin­den – oder meis­tens eher nicht statt­fin­den oder auch gar nicht statt­fin­den können, selbst wenn bei­de Par­tei­en es wollten.

Beson­ders wert­vol­le Schlüs­sel, die Lage zu ver­ste­hen, lie­fer­ten uns dabei die Arbei­ten des ame­ri­ka­ni­schen Psy­cho­lo­gen Jona­than Haidt. Als Schwer­punkt haben wir ver­schie­de­ne typi­sche Phra­sen und Schlagwörter aus­ein­an­der­ge­nom­men, die von der Lin­ken als dis­kur­si­ve Waf­fen benutzt wer­den, dar­un­ter Ever­greens wie “Haß”, “Angst”, “völ­kisch”, “Ras­sis­mus”, “Frem­den­feind­lich­keit” oder “Tole­ranz”.

Begrif­fe die­ser Art die­nen dazu, bestimm­ten Sach­ver­hal­ten und Debat­ten einen Deu­tungs­rah­men, ein Frame zu geben, wie es in der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft heißt (Man­fred Klei­ne-Hart­la­ge hat hier­zu bereits ein exzel­len­tes ideo­lo­gie­kri­ti­sches “Wör­ter­buch” ver­faßt; ein Reframing haben Som­mer­feld und ich für das Buch­co­ver insze­niert, wer entdeckt’s?)

Die Kon­trol­le über die­se Frames oder Deu­tungs­rah­men (und dar­an anschlie­ßend: Nar­ra­ti­ve) ist in der poli­ti­schen und meta­po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Eine ernst­haf­te poli­ti­sche Oppo­si­ti­on muß unab­läs­sig dar­an arbei­ten, die Begrif­fe des Geg­ners zurück­zu­wei­sen, zu hin­ter­fra­gen und durch neue, bes­se­re, die eige­ne Sache för­dern­de Begrif­fe zu erset­zen. Es ist für die Ver­tre­ter der AfD nicht nur im Bun­des­tag von ent­schei­den­der Bedeu­tung, die­se Auf­ga­be zu begrei­fen und zu meistern.

In der “Ele­fan­ten­run­de” des ARD hat Jörg Meu­then gute Arbeit geleis­tet, sei­nen Frame sou­ve­rän gegen­über den Angrif­fen des ver­sam­mel­ten Kar­tells zu hal­ten. (Einer der ent­lar­vends­ten Kar­tell­mo­men­te war, als die sicht­lich um Fas­sung rin­gen­de grü­ne Geis­tes­rie­sin Goe­b­bels-Eckardt mit ban­ger Stim­me Joa­chim Herr­mann frag­te, ob sei­ne Aus­sa­ge, die CSU müs­se “ihre rech­te Flan­ke schlie­ßen”, kei­nen Rechts­ruck impli­zie­re – was die­ser zu ihrer Erleich­te­rung ver­nein­te.)

Das bedeu­tet kon­kret, daß man Gum­mi- und Nebel­ka­no­nen­be­grif­fe wie “ras­sis­tisch”, “rechts­ex­trem” oder “völ­kisch”, die das Kar­tell wie selbst­ver­ständ­lich benutzt, nicht nur zurück­weist, son­dern ihren Gehalt offen­siv in Fra­ge stellt.

Zusätz­lich wei­sen wir anhand eini­ger aus­ge­such­ter Bei­spie­le exem­pla­risch nach, mit wel­chen mani­pu­la­ti­ven und unehr­li­chen Mit­teln die angeb­li­chen Auf­klä­rer gegen „Vor­ur­tei­le“ oder soge­nann­te „Stamm­tisch­pa­ro­len“ arbei­ten, wobei sie häu­fig nicht ein­mal imstan­de sind, auch nur die Fak­ten kor­rekt wie­der­zu­ge­ben. Die “Rat­ge­ber”, die hier kur­sie­ren und häu­fig von der stets ein­sei­ti­gen und unver­hoh­len par­tei­ischen Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung emp­foh­len wer­den, sind stre­cken­wei­se so ein­fäl­tig und betriebs­blind, daß sie die Gren­ze zur Unver­schämt­heit überschreiten.

Ein aktu­el­les Bei­spiel fin­det sich in der FAZ vom 5. 10., wo über eine mit links­ex­tre­men Stif­tun­gen zusam­men­ar­bei­ten­de Zeit­ge­nos­sin namens Wieb­ke Elt­ze berich­tet wird, die sich ein paar schlaue Metho­den aus­ge­dacht hat, wie man “popu­lis­ti­sche Sprü­che” kon­tert. Ich begnü­ge mich mit einem Zitat, mit dem popu­lis­ti­sche Mus­ter “ent­larvt” wer­den sollen:

Bei­spiel 1: The­men­hop­ping. Wenn jemand inner­halb von einer Minu­te nach­ein­an­der die The­men Kri­mi­na­li­tät, Gleich­be­rech­ti­gung der Frau, die schwie­ri­ge Lage an den Schu­len und noch den Umwelt­schutz anschnei­de, habe man ver­lo­ren, wenn man auf allen Fel­dern nach Erwi­de­run­gen suche.  […] Bei­spiel 2: Der Opfer­dis­kurs mit der Ein­lei­tung, „das wird man ja wohl noch sagen dür­fen“, als gäbe es sys­te­ma­ti­sche Sprach- und Denk­ver­bo­te, die den Red­ner als Tabu­bre­cher legi­ti­mie­ren. Bei­spiel 3: Die Poli­ti­cal-Cor­rect­ness-Keu­le, „und dann ist man gleich Ras­sist“. Bei­spiel 4: Die ver­meint­lich dif­fe­ren­zier­te Posi­ti­on „Ich habe nichts gegen Flücht­lin­ge, aber …“ Bei­spiel 5: Rhe­to­ri­sche Unter­gangs­sze­na­ri­en, das Natur­ka­ta­stro­phen­ge­re­de von Flut und Wel­len, wo es doch eigent­lich um Men­schen geht.

Als “gäbe” es “Sprach- und Denk­ver­bo­te”, “ver­meint­lich” dif­fe­ren­zier­te Posi­tio­nen, “wo es doch eigent­lich um Men­schen geht”…  dem geschul­ten Leser die­ses Blogs muß ich den arm­se­li­gen Clus­ter­fuck aus Wirk­lich­keits­ver­dre­hun­gen, Kurz­schlüs­sen und ideo­lo­gi­schen Prä­mis­sen, die die­sen For­mu­lie­run­gen zugrun­de lie­gen, an die­ser Stel­le wohl nicht näher erläu­tern. An ande­rer schon, näm­lich in unse­rem Buch, das Denk­wei­sen, Sprach­re­ge­lun­gen und Stra­te­gien die­ser Art genau­er unter die Lupe nimmt.

An der Wur­zel des Kon­flikts sehen wir vor allem fol­gen­de Dinge:

  1. Einen unter­schied­li­chen Zugang zur Wirk­lich­keit (eine Hal­tung, eine Men­ta­lität).
  2. Eine unter­schied­li­che Wahr­neh­mung der Wirk­lich­keit (wir nen­nen es das „Ich-seh-etwas-was-du-nicht-siehst“-Spiel).
  3. Unter­schied­li­che mora­li­sche Wer­te und Gewich­tun­gen und
  4. Unter­schied­li­che kon­kre­te (auch mate­ri­el­le) Inter­es­sen, die von der Iden­tität und der Per­spek­ti­ve derer abhän­gen, die sie vertreten.

Dar­aus erge­ben sich von selbst Fra­gen nach der Ver­nunft­fä­hig­keit des Gegen­übers, sei­ner mora­li­schen Inte­gri­tät, den Inter­es­sen, die hin­ter sei­ner Schlag­wort­fas­sa­de ste­hen, sowie sei­ner psy­chi­schen oder psy­cho­lo­gi­schen Ver­fas­sung. Die Psy­cho­lo­gi­sie­rung oder Patho­lo­gi­sie­rung der soge­nann­ten “popu­lis­ti­schen” Posi­tio­nen ist neben der all­seits belieb­ten “Entlarvungs”-Rhetorik ein wei­te­rer Aspekt der “Pola­ri­sie­rung”, der uns prak­tisch tag­täg­lich begeg­net (von der “Macke” der “Abge­häng­ten” bis zur “The­ra­pie gegen Rechts”).

Die­sel­ben Leu­te, die jeg­li­che Abwei­chung von der lin­ken Dok­trin mit irra­tio­na­lem “Haß” und eben­so irra­tio­na­ler “Angst” sowie ande­ren psy­chi­schen Schä­den erklä­ren (“Rein­heits­wahn”, “Para­noia”) erklä­ren, jau­len auf, wenn mal jemand wie Jür­gen Fritz den Spieß umdreht. Dies mit nicht gerin­gem Recht – wes­halb wir ein Licht­mesz-Som­mer­feld-Gesetz auf­ge­stellt haben (mehr dazu im Buch).

Aus der Psy­cho­lo­gie haben wir auch den Begriff des Gas­ligh­t­ing als Meta­pher über­nom­men, der gut paßt, wenn das „Ich-seh-etwas-was-du-nicht-siehst“-Spiel zur geziel­ten „Was-du-siehst-exi­si­tiert-gar-nicht“- bzw. “Du-siehst-nur-was-du-siehst-weil-du-ein-pathologisch-gestörter-Rechter-bist”-Manipulation wird, wie sie von der Lügen‑, Lücken- und Lum­pen­pres­se tag­täg­lich betrie­ben wird.

Ein typi­sches Bei­spiel habe ich neu­lich auf Twit­ter gesich­tet: Als Marc Felix Ser­rao in einem Arti­kel der NZZ von “ton­an­ge­ben­den Milieus” sprach, wur­de er (aus­ge­rech­net) von Nils Mink­mar mit den Wor­ten ange­pflaumt: “Es gibt kei­ne ton­an­ge­ben­den Milieus. Der gan­ze Text ist rech­ter Quatsch. Sie soll­ten sich schä­men!” (ein Beschä­mung­s­ton, in dem man einen klit­ze­klei­nen per­for­ma­ti­ven Selbst­wi­der­spruch ent­de­cken mag)

Zwi­schen mir und Mink­mar kam es dar­auf­hin zu einem auf­schluß­rei­chen Dra­mo­lett, des­sen wesent­li­che Akte ich hier und hier doku­men­tiert habe. Ein wei­te­res Bei­spiel zwit­scher­te die nicht min­der per­fi­de Saw­san Che­bli: “AfD-Chef Meu­then sieht nur ver­ein­zelt Deut­sche. Viel­leicht soll­te er mal zum Therapeuten.”

Unser Buch hilft, die­se Mus­ter zu erken­nen und zu benennen.

Der titel­ge­ben­de drit­te Teil “Mit Lin­ken leben” schließ­lich ist eine Art Ver­hal­tens­leh­re und han­delt vom all­täg­li­chen Leben mit Lin­ken (oder genau­er: mit der lin­ken Ideo­lo­gie) in Fami­lie, sozia­lem Umfeld, Arbeits­platz usw., über den “Bür­ger­krieg” im Klei­nen bzw. über all die Spa­ga­te und Stra­te­gien, ihn zu ver­mei­den und trotz­dem mit­ein­an­der zu leben, ohne sich die Bir­nen ein­zu­schla­gen oder außer­po­li­ti­sche Bin­dun­gen und Ver­ant­wort­lich­kei­ten zu lösen. Auch hier fand sich neu­lich bei Maisch­ber­ger eine Geschich­te über ein Poli­ti­ker­paar, das jeweils in AfD und SPD tätig ist und sich bis dato trotz­dem nicht getrennt hat:

Das poli­tisch unkon­ven­tio­nel­le Ehe­paar nahm an San­dra Maisch­ber­gers Talk zum The­ma „Tage der Unein­heit – ist Deutsch­land gespal­ten?“ teil und berich­te­te von den Atta­cken, denen es sich aus­ge­setzt sieht. Das Auto wur­de demo­liert, die Haus­fassade beschmiert. Sie habe sich zwar nur bedingt bedroht gefühlt, aber „ganz viel Wut“ emp­fun­den, beschrieb Kers­tin Han­sen ihre Gefüh­le nach den Angriffen.

Aus­ein­an­der­brin­gen las­sen sich die seit über einem Jahr­zehnt ver­hei­ra­te­ten Part­ner aber weder von sol­chen Feind­se­lig­kei­ten, noch von ihren poli­ti­schen Dif­fe­ren­zen. „Wir dis­ku­tie­ren tat­säch­lich sehr viel“, so die gebür­ti­ge Ober­frän­kin über den Rich­tungs­streit im eige­nen Heim.

In die­sem Teil fin­den sich unter ande­rem ein aus­führ­li­ches lin­kes Bes­tiar­um (wel­che Arten von Lin­ken gibt es, und wie geht man mit ihnen um?), Abhand­lun­gen über Freund­schaft, Fami­lie, “lin­ke und rech­te Migran­ten”, Cucks und Neue-Rech­te-Grou­pies sowie Tips für die patrio­ti­sche Part­ner­su­che (patriotship.de) und die Pro­ble­me, die letz­te­re mit sich bringt.

Bestim­men­des The­ma die­ses Kapi­tels ist die neben dem Framing der poli­ti­schen Begrif­fe zwei­ten gro­ßen Waf­fe “gegen Rechts”, die noch gründ­li­cher wirkt: die Andro­hung der sozia­len Abwer­tung und Exkom­mu­ni­ka­ti­on. Die­ser sozia­le Druck und die Angst vor Aus­schluß und Stig­ma­ti­sie­rung ist das eigent­li­che gro­ße Macht­mit­tel der Wäch­ter des Sta­tus quo und der Hege­mo­nie lin­ker, ega­li­tä­rer und glo­ba­lis­ti­scher Ideen.

Gegen bei­des – die Macht der Begrif­fe und die Macht des sozia­len Drucks – lie­fert unser Buch reich­lich Muni­ti­on. Soweit es uns bekannt ist, ist es das ers­te sei­ner Art in deut­scher Spra­che. Ange­sichts der pilz­ar­tig wuchern­den Publi­ka­tio­nen gegen “Rechts­po­pu­lis­mus” und die art­ver­wand­te Fau­na und Flo­ra (in der Regel im Stil von Sün­den­bock- und Dolch­stoß­le­gen­den ver­faßt, in denen rech­te Schur­ken aus purer Bos­haf­tig­keit das „sozia­le Kli­ma ver­gif­ten“ und die hei­le, bun­te, libe­ra­le, bes­te aller Wel­ten sabo­tie­ren und „spal­ten“) wol­len wir die­sen uns ein wenig eintönig dün­ken­den Dis­kurs um etwas Viel­falt berei­chern und einen Bei­trag leis­ten, den „Rechts­po­pu­lis­mus“, die „Neue Rech­te“, ja die poli­ti­sche Rech­te ins­ge­samt zu stär­ken und argu­men­ta­tiv zu wappnen.

Dabei haben wir uns immer wie­der bemüht, den Geg­ner zu ver­ste­hen und zwi­schen der Sün­de und dem Sün­der zu unter­schei­den (also die ideo­lo­gi­sche und mensch­li­che oder zwi­schen­mensch­li­che Ebe­ne von­ein­an­der zu tren­nen). Wir müs­sen mit Lin­ken leben, und sie mit uns. So schnell wer­den wir ein­an­der nicht los. Bei allem, was uns an Sozia­li­sa­tio­nen, Erfah­run­gen, Men­ta­li­tä­ten, Lek­tü­ren indi­vi­du­ell oder im Kohor­ten­schnitt unter­schei­det: Wir leben im sel­ben Land, spre­chen die­sel­be Spra­che, haben die­sel­be Her­kunft, lesen die­sel­ben Zei­tun­gen, kon­su­mie­ren die­sel­ben Din­ge, schi­cken unse­re Kin­der auf die­sel­ben Schu­len, tei­len ein über­ge­ord­ne­tes his­to­ri­sches Schicksal.

Wir sit­zen im sel­ben Boot, aber wir füh­ren heu­te eine fata­le Dis­kus­si­on über zuneh­mend absur­de Fra­gen: Ob es das Boot “gibt” oder bloß ein “Kon­strukt” ist, ob Was­ser “berei­chert”, ob man Lecks “abschot­ten” muß (oder auch nur darf) oder ob sie ein Zei­chen von “Welt­of­fen­heit” sind, ob es pas­sa­gier­mä­ßig über­füllt ist, ob Pira­ten und Meu­te­rer an Bord sind, unter wel­cher Flag­ge es segeln, wel­chen Hafen es ansteu­ern und wer der Kapi­tän sein soll.

Wir glau­ben dabei nicht, daß Ver­stän­di­gung – wenn über­haupt – durch sal­bungs­vol­le Absichts­er­klä­run­gen und geheu­chel­te Neu­tra­li­täts­be­kun­dun­gen ermöglicht wird, son­dern im Gegen­teil eher durch dezi­dier­te Posi­tio­nie­rung und Grenz­zie­hung. Wenn der Abstand ein­mal aus­ge­mes­sen ist, kann man viel­leicht tat­säch­lich einen Modus viven­di oder, Gott befoh­len, gar einen Ver­nunft­kon­sens im gemein­sa­men Inter­es­se finden.

Das soll aller­dings nicht all­zu ver­söhn­lich klin­gen. Wir sind über­zeugt, daß unse­re Posi­tio­nen die fun­dier­te­ren, rea­lis­ti­sche­ren, mora­li­sche­ren und ver­nünf­ti­ge­ren sind: Rechts ist rich­tig, links ist gif­tig. Die­ses Buch ver­steht sich also auch als Mani­fest eines Para­dig­men­wech­sels, einer tek­to­ni­schen Ver­schie­bung, die wir nach Kräften fördern wol­len.

Im letz­ten Abschnitt des Buches haben wir schließ­lich eine Art “Tugend­ka­ta­log” für Rech­te skiz­ziert. Denn auch das rech­te und rich­ti­ge Leben will gelernt sein!

–––––

Mar­tin Licht­mesz u. Caro­li­ne Som­mer­feld: Mit Lin­ken leben, Schnell­ro­da 2017. 336 Sei­ten, 18 Euro – hier ein­se­hen und bestellen!

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (23)

Nautilus

10. Oktober 2017 19:03

Ein sicherlich wichtiges Buch wie ich denke. Ich persönlich habe keine linken Freunde mehr. Ich tue mir das nicht mehr an, den man kommt ja immer irgendwie auf Politik zu sprechen.  Was aber wichtig wäre ist, daß jeder Politiker der AFD ein solches Buch auf den Schreibtisch bekommt. Mit Sicherheit haben auch viele noch nie was von Metapolitik und ähnlichen gehört. Das ist aber dringend zu empfehlen. Ich hoffe, daß dieses Buch ein großer Erfolg wird.

Gotlandfahrer

10. Oktober 2017 19:59

 Es sind Artikel und Bücher wie diese hier, weswegen ich Eure Seite LIEBE!  "Clusterfuck" - meine Tochter würde sagen: "Epic!" - You made my day! Buch wird gekauft, danke für die Arbeit!

Solution

10. Oktober 2017 19:59

Meine persönliche Erfahrung hat mich gelehrt, daß es keinerlei Gemeinsamkeit mit Linken geben kann. 

Monika L.

10. Oktober 2017 20:04

Nach Jahrzehnten unter alten , kirchlichen und neuen Linken lechze ich nur noch nach einem '  Vernunftkonsens im gemeinsamen Interesse '. Jeder, der eingefahrene Denkweisen aufbricht, sei gepriesen. Etwa, wenn aus einer Massenimmigration eine Massendeportation wird: https://www.heise.de/tp/features/Massenimmigration-bedeutet-Massendeportation-3549729.html Und natürlich warte ich gespannt auf das Buch. Schön, mal wieder was von Ihnen zu lesen !

cnahr

10. Oktober 2017 20:41

Das Buch ist bereits vorbestellt! Nun muss ich allerdings meinen anti-österreichischen Rassismus ausleben. „Ich-seh-etwas-was-du-nicht-siehst“ ist korrekt reichsdeutsch formuliert “ich sehe was, was du nicht siehst.” Vorbedingung für großdeutsche Wiedervereinigung!

Leser

10. Oktober 2017 21:49

An Politiker oder andere Berufslinke braucht man diese Perlen wohl nicht verschwenden. Und "keine linken Freunde mehr" wäre mir zu apodiktisch. Viele (wohl die Mehrheit) möchten von denen "da oben" eigentlich nur in Ruhe gelassen werden, reden vieles gedankenlos nach (Klimawandel, Energiewende, Rechtsextremismus ...), sind aber ansprechbar. Vielleicht nur mit schlichten Fragen, Vergleichen ... geistigen Widerhaken?

E.

10. Oktober 2017 22:04

Ich war selten auf eine neue Buchveröffentlichung so gespannt, wie auf dieses Buch. Es muss jeden Tag bei mir eintreffen und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Wenn es mir - womit ich rechne - gefällt, wird dies mein Weihnachtspräsent für einige mir Nahestehende werden.... Nicht zuletzt die zahlreichen Kommentare in dem eingangs erwähnten Sezessions-Blogeintrag im letzten Jahr zeigten, wie viele von "uns" das Thema umtreibt: Linke sind gewohnt darin, Herrschaft um Begriffe zu erobern, um damit dann den Diskurs in ihrem Sinne zu steuern und zu bestimmen (z. B. Begriffe wie "Waldsterben", "Biodeutsche", "Energiewende", "Flüchtlinge", "Migranten", "Rechte", "Rechtspopulisten", "krude Thesen" etc. etc.). Umgekehrt sollten wir alles dafür tun, den Begriff "rechts" positiv zu besetzen: "rechts" ist nicht "rechtsextrem", sondern eine völlig legitime national- und wertkonservative Variante im demokratisch legitimierten Meinungsspektrum.

Martin Himstedt

10. Oktober 2017 22:56

Bin gespannt, ob irgendwas von meinen Ausführungen verwurstet wurde.

Leo

10. Oktober 2017 23:32

Ja, auch ich war schon bei der ersten Ankündigung dieses Buches elektrisiert. Lichtmesz lesen, Sommerfeld lesen: Schön und gut- - aber das dann auch noch nicht nur in einem, sondern einem gemeinsam(?!) geschriebenen Buch: das MUSS ja was sein...! Mit Linken leben läßt sich m.E. überhaupt nicht vermeiden, wenn man in einer deutschen Großstadt lebt. Offensiv damit umgehen ist sinnvoller als apodiktische Gesprächsverweigerung: Die soll doch - wenn schon, denn schon - von linker Seite kommen. (Und kommt ja auch, oft genug. Nun denn: An mir hat's nicht gelegen---.) Aber viele Neuzugänge nach Rechts kommen von Ex-Linken. Mit Gesprächsangeboten kommt der eine oder andere vielleicht etwas eher. (Bewegung in die umgekehrte Richtung ist nicht der Trend dieser Zehner Jahre, oder?!?) Ich freue mich auf das Buch! Das einzige, was mich ärgert: Kann leider nicht in Frankfurt zur Antaios-Buchvorstellung kommen (mit Blick auf die Kahane-Stiftung - wie reizend!), da ich an diesem Wochenende mit (vornehmlichen?/vermeintlichen? Noch-)Linken singe... Und mir gewiß bin: Die (eventuelle, ich weiß!) Querfront von morgen gibt es garantiert nur, wenn weiter von rechts die Plätze angewärmt werden...

silberzunge

11. Oktober 2017 00:28

Auf das Buch freue ich mich ganz besonders, ein absoluter Pflichtkauf. Selbstredend kann man mit jenen, die unsere Lebensgrundlagen zerstört haben und weiter munter zerstören, niemals auf einen grünen Zweig kommen - außer man verkauft sich selbst. Ein aktuelles, persönliches Beispiel. Hochschule, Thema "Feminismus/Gendern" etc. Ungläubiges Lachen reicht als Provokation. Ob ich mit meiner Position als Mann unzufrieden sei. Dass, geradeheraus gesagt, Gendern ein Blödsinn sei, zieht Unverständnis nach sich. Der Versuch, ferner zu erklären, dass der Quoten-Feminismus eine Vermännlichung der Frau bedinge, da es nun einmal heiße, 60 Stunden zu arbeiten, zu dominieren und hart zu sein, kaum verträglich zu sein scheint mit einer weiteren Rolle als fürsorgliche Mutter und Partnerin, schafft rauchende Köpfe. A-Aber es hänge an den Rollenbildern, schließlich gebe es irrsinnig gute Männer als Mütter und Frauen als Väter. Ein Mann könne ein guter Vater und eine Frau eine gute Mutter sein, gilt in so einem Zusammenhang nicht als Antwort; die intendierte Provokation wird nicht einmal als solche wahrgenommen. Stattdessen ergeht man sich in einen weiteren Vorwurf, wonach doch Frauen nach wie vor von Männern behindert würden. Etwas, was nicht ernstzunehmen und nur mit dem fassungslos zur Kenntnis genommenen Hinweis zu beantworten ist, dass heute Frauen am Sessel anderer Frauen sägen, da es sich Männer in unseren Breiten ohnehin nicht mehr trauen, zu dem Thema Stellung zu beziehen. Nach einem kurzen thematischen Bruch, vollendet durch die Einnahme eines Sitzplatzes (mal durchschnaufen), ging es plötzlich um die Gender-Beauftragten und deren Macht in Bezug auf Prüfungen, Arbeiten und dergleichen. Der Frage, ob es nicht unendlich schwierig sei, heute mit ausreichend Sensibilität auf alle Leser und Studenten einzugehen, wenn man bedenkt, dass sich man es mit - je nach Definition - 27 fluiden Identitäten zu tun haben könnte, wurde mit ernsthaftem Grübeln begegnet (der Cis-Fascho könnte Recht haben). Das Grübeln ging jedoch bald in den Wunsch nach mehr Sachlichkeit über, als plötzlich im Raum stand, dass sich jemand als Lampenschirm definieren könne und ebenfalls angesprochen werden müsse. Damit, dass der grüne Zweig in dieser Sache nicht in Reichweite sei, wurde fast elegant versucht, die Sache zu beenden. Ein hantiges Nein, ganz sicher nicht führte zu geräuschlosem Starren.

cso

11. Oktober 2017 00:50

 Ich wollte Lichtmesz eigentlich nicht mehr lesen, weil er mich meistens depressiv und hoffnungslos zurückgelassen hat.

M.L.: Sorry, war nicht Absicht.

Aber dieses Buch ist gekauft - wenigstens drei mal. Wann darf ich vorbestellen?

M.L: Jetzt!

Der_Jürgen

11. Oktober 2017 00:58

Wehe! Man hatte gehofft, von dem fremdenfeindlichen und xenophoben Ausländerhasser Martin Lichtmesz nichts mehr lesen zu müssen, doch nun erweist sich: Der Schoss ist fruchtbar noch, aus dem das kroch! Unter zynischer Ausnutzung der Unwissenheit und der dumpfen Ressentiments jener sexuell frustrierten Modernisierungsverlierer, welche die Leserschaft des rechtsradikalen Blogs "Sezession" bilden, suggeriert Lichtmesz verleumderisch, es gebe in Deutschland "Denkverbote", und die Rechten würden diskriminiert. Die braune Liesel kennt man am Geläut! Das von Lichtmesz, der bei Götz Kubitscheks völkisch-reaktionärem Kleinstverlag "Antaios" publiziert, gemeinsam mit der rechtsradikalen Demagogin Caroline Sommerfeld verfasste Machwerk "Mit Linken leben" ist ein weiterer, hoffentlich vergeblicher Versuch, sozial benachteiligte Deutsche gegen die Ärmsten der Armen, die Flüchtlinge, aufzuhetzen und hierdurch eine gemeinsame Front der Unterdrücken gegen as Kapital und seine ultrarechten Handlanger zu verhindern. Wer, wie Lichtmesz und Sommerfeld, Menschen nach ihrer Hautfarbe beurteilt und mit kruden Stammtischparolen operiert, um sein menschenverachtendes Weltbild zu propagieren, schliesst sich selbst von jeder Debatte unter Demokraten aus. Engstirniger völkischer Nationalismus, die paranoide Vorstellung von einem angeblichen "Grossen Austausch",  krude Verschwörungstheorien, billige Stimmungsmache gegen Flüchtlinge, wüste Hetze gegen  AntifaschistInnen, Schwule, Lesben, Transvestiten und andere fortschrittlich gesinnte Menschen - all das gehört zum Instrumentarium dieser braunen Rattenfänger. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Verfassungsschutz diesen DemagogInnen, die ihre faschistische Gesinnung kaum noch zu verbrämen versuchen, schon bald das Handwerk legen wird. Denn: Faschismus ist keine Meinung; Faschismus ist ein Verbrechen!  Keine Toleranz für die Feinde der Toleranz!

M.L.: Haha, perfekt!

lohengrin

11. Oktober 2017 08:37

@ Der_Jürgen : Danke für die hervorragende Rezension, die mir den letzten Anstoß zum Kauf des " Machwerks" gegeben hat...:)

Neffe Mannheims

11. Oktober 2017 19:47

Buch ist heute angekommen, danke! No border, no order.

Rüdiger Plantiko

12. Oktober 2017 00:23

Witzig: fast zeitgleich erscheint aus dem Lager der Gegner: "Mit Rechten reden - ein Leitfaden" von Zorn et al. Die Ankündigung liest sich ja gar nicht so übel, als Lobpreis politischer Streitkultur. Ich befürchte trotzdem den üblichen verdrehten Inhalt, man wird z.B  sicher etwas über "verkappte Nazis" lesen, die sich "demokratisch geben", und wie man sie enttarnt, usw. https://books.google.ch/books/about/Mit_Rechten_reden.html?id=2d-_DgAAQBAJ&redir_esc=y

Cacatum non est pictum

12. Oktober 2017 01:34

@silberzunge

Netter Bericht aus dem Irrgarten des deutschen Hochschulwahnsinns. Da haben Sie die Debattenteilnehmer ja schön mit deren eigenen Waffen geschlagen. Haben in der Diskussionsrunde eigentlich auch Männer Pro-Gender-Positionen bezogen?

Monika L.

12. Oktober 2017 11:20

Die grauen Herren und die lady in red :

https://pbs.twimg.com/media/DL4am90W0AAH7lJ.jpg:large

Rüdiger Plantiko

12. Oktober 2017 14:47

@Monika L.  " https://pbs.twimg.com/media/DL4am90W0AAH7lJ.jpg:large "

Mit diesen Schildtexten kann ich der [im Original natürlich unverschämten] "Demo" etwas abgewinnen :-) (Nur "Einfalt statt Vielfalt" ist nicht mehr nachvollziehbar, denn gerade die Einfältigen sind es ja, die immer mit dem "Vielfalt" auf den Lippen herumlaufen...  ein orwellsches "Vielfalt ist Einfalt" wäre evtl. passender gewesen) Statt da so eine lächerliche "Demo" abzuziehen, könnte man ja auch einfach sagen, womit man nicht einverstanden ist und in ein Gespräch kommen. Oder sind die Herrschenden damit überfordert? Können sie sich den Diskursverzicht heute immer noch erlauben und sich einfach darauf beschränken, ihre Vorherrschaft symbolisch zu markieren? So wie ein Affenmännchen ein Männchen niederen Rangs symbolisch zureitet, um seine Herrschaft, seinen höheren Rang klarzustellen?

silberzunge

12. Oktober 2017 20:12

@ Cacatum non est pictum

Ich war der einzige Mann in dem Seminar. Von den weiblichen Teilnehmern, die nicht sehr zahlreich waren (es handelte sich aber nicht um ein Gender-Seminar, nebenbei gesagt), gab es sogar eine öffentlich kundgetane Zustimmung.

mwiz11

12. Oktober 2017 23:24

Das Buch habe ich noch nicht gelesen, heute wird bestellt. Ich bin gespannt. Danke @Der_Juergen für die wunderbare Glosse, die Rezension aus der SZ "Er predigt den Austausch, sie marschiert auf Fackelzügen" wie ein Derivat davon, leicht abgemildert. Merken diese Feuilletonisten eigentlich noch, wie plump ihre Meinungsmache ist ? Wie durschschaubar und vorgefertigt ihre Analysen wirken ? Der Durchschnittsleser der SZ wird das wohl nicht zur Kenntnis nehmen. Zum Abschluss meines Kommentars möchte ich noch denen widersprechen, die einen grundsätzlichen Diskurs mit Linken ablehnen. Sie mögen ihre persönlichen Gründe haben, ich habe zumindest diese nicht. Diese Einstellung resultiert auch aus meiner "linksgrünen" Vergangenheit. Themen wie "Energie/Ressourcen" / "Klimawandel" / "Überbevölkerung" / "Industrie 4.0, künstliche Intellgenz" / "Neoliberalismus, Turbokapitalismus" - da stelle ich mir durchaus Berührungspunkte zwischen einer links-grünen und einer konservativ-rechten Sicht vor.

E.

13. Oktober 2017 22:55

Das vorbestellte Buch "Mit Linken leben" im Doppelpack mit "Das andere Deutschland - Neun Typen" (und samt der Neuauflage von "Warum ich kein Linker mehr bin") wartete heute nach Feierabend im Antaios-Paket vor meiner Wohnungstür. Endlich heute erhalten, das Wochenende gerettet!

Katzbach

14. Oktober 2017 00:38

Etwas schade,  dass Links/Rechts Klischee weiter zu untermauert . Wie wäre eine Einteilung in Menschen mit Kultur und gutem Benehmen und in die, die darauf weniger Wert legen? Gutes Benehmen scheint zum Auslaufmodel zu werden. Etwas erstaunlich auch die neuen Sitten auf einer Buchmesse, die man eher im Zusammenhang mit Hooligans kolportieren würde.

Martin Himstedt

14. Oktober 2017 13:37

Heute morgen, beim scrollen durch Twitter, viel mir eine „Taktik“ auf, der ich selbst schon oft aufgesessen bin . Am ehesten scheint mir das unter „Virtue signaling“ zu fallen, aber so ganz passt das auch nicht:

Paula: „Wir wollen keine Plätze in Führungsetagen gequotelt bekommen,die erarbeiten wir uns selber!Was wir brauchen ist Sicherheit im öffentl.Raum!“

@msoneasone: „Was wir brauchen? Das kannst du doch überhaupt nicht wissen! Ist überheblich u. dumm sich einzubilden, zu wissen was alle Menschen brauchen.“

– das ist natürlich schon auf den ersten Blick reichlich perfide, so zu argumentieren.

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