13. Oktober 2017

Es wird heiß: Auf zur Buchmesse!

Nils Wegner / 25 Kommentare

Lichtmesz und Sommerfeld sind auf der Frankfurter Buchmesse eingetroffen, ihre druckfrische Lebenshilfe von rechts sorgt für großes Aufsehen – und Ellen Kositza hat dazu einiges zu berichten!

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Die bisherigen Tage auf der Buchmesse haben unzweideutig klargemacht, wie wichtig die Auseinandersetzung mit den betroffenheitsbeflissenen "Wohlgesinnten" ist: Gleich zum Einstieg wurde der Antaios-Stand attackiert, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat für die Fernsehkameras eine klägliche "Demo" organisiert, und selbst Frankfurts SPD-Oberbürgermeister Feldmann konnte nicht widerstehen, dem Verlag die zweifelhafte Ehre seiner Aufwartung zu machen.

Seinen bisherigen Höhepunkt erreichte der vom Börsenverein ausdrücklich eingeforderte »Umgang« mit jeglicher Form der Konsensstörung dann in der vergangenen Nacht: Nach Antaios traf es diesmal den gemeinsamen Stand von Manuscriptum und TUMULT. Dieser wurde komplett unbrauchbar gemacht, sämtliches Material gestohlen oder zerstört – Johannes Hoof und Frank Böckelmann präsentierten der Medienmeute am Vormittag das Werk deren gerufener Geister an einem leeren Messestand (weitere Informationen hier).

Doch es gibt auch Positives zu berichten: Der Zuspruch nicht ganz so telegen "engagierter" Messebesucher ist überwältigend. Thomas Wagner, Autor von Die Angstmacher, gab am gestrigen Donnerstag ein sehr sehenswertes Interview auf dem "Blauen Sofa" und ließ sich trotz redlicher Mühen des Moderators nicht dazu bewegen, von seiner Ansicht abzurücken, daß die Neue Rechte nicht nur hochinteressant sei, sondern man auch mit ihr statt über sie reden müsse.

Und dann ist da natürlich noch das Antaios-Buch des Jahres: Mit Linken leben, bereits einführend erläutert von Lichtmesz und Sommerfeld selbst (auch im sinnvollen Doppelpack mit Das andere Deutschland erhältlich). Nun hat es sich natürlich auch Ellen Kositza nicht nehmen lassen, das Buch im Rahmen des kanal schnellroda vorzustellen. Bevor Sie sich nun aber den Rezensionsfilm zu Gemüte führen, noch ein Hinweis:

Die beiden Autoren höchstselbst werden ihr Werk morgen öffentlich auf der Buchmesse präsentieren – es lohnt sich also, vorbeizuschauen! Und da seit Mittwochmorgen die Verlagstelefone vor Programmnachfragen nicht mehr stillstehen, haben wir die Buchmessenveranstaltungen von Antaios noch einmal kurz und bündig in einem PDF-Dokument zusammengefaßt, ideal vor allem zum Herunterladen auf's Mobiltelefon! Nun also erst hier den Plan ein-, dann unten den Film ansehen – viel Vergnügen!


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.


Kommentare (25)

H. M. Richter
13. Oktober 2017 17:49

Wenn das, was auf der Frankfurter Buchmesse 2017 bisher den Verlagen Antaios, Manuscriptum und TUMULT widerfahren ist, auf einer Buchmesse in Moskau oder St. Petersburg drei oppositionellen russischen Verlagen geschehen wäre, wie groß wohl wäre dann der Aufschrei in Presse, Funk und Fernsehen hierzulande gewesen?  Hätte dann nicht gebebt die Stimme der Tageschausprecherin oder des Tagesschausprechers beim Verlesen der empörenden Meldung? Und wäre da nicht vielleicht sogar der russische Botschafter in Berlin einbestellt worden, um ihm hochoffiziell eine Protestnote zu überreichen?

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Diese drei Stände verkörpern in diesen Tagen das Geleitwort der deutschen Literatur in Gänze: "Freie Statt für freies Wort, freier Forschung sichrer Port, reiner Wahrheit Schutz und Hort". Glück auf !

Selbstdenker
13. Oktober 2017 19:08

tja die selbsternannten Demokraten sind wieder einmal aktiv,und zeigen wie dumm sie wirklich sind. Zur Dummheit gesellt sich auch noch Feigheit, läuft doch bei denen. Mich widern diese Leute nur noch an.

Erzet
13. Oktober 2017 20:35

Habe gerade mal geschaut, ob die Zerstörung der Stände von manuscriptum u. Tumult den etablierten Medien eine Nachricht wert sind: nö. Dafür aber der "Achse des Guten" (https://www.achgut.com/artikel/es_war_einmal_eine_buchmesse) Also: Aufstehen, Krönchen zurechtrücken, weitermachen! Kann leider nicht auf Buchmesse kommen, wünsche aber viel Erfolg, noch mehr neue Leser und haufenweise Geld!

Franz Bettinger
13. Oktober 2017 23:34

Mal eine dumme Frage: Hätte man nicht mit so etwas wie Sabotage rechnen müssen und deshalb 24 Stunden lang eine oder mehrere Wachen oder wenigstens Kameras zur Beobachtung an den Ständen der bedrohten rechten Verlage postieren müssen? Kann man dies wenigstens jetzt, nach den zwei Vorfällen, nachholen? Oder wird einem dies von den Betreibern der Buchmesse verwehrt. Wenn ja, mit welchem Grund? - Die Notwendigkeit von Wachen, das wäre doch ein schöner side kick auf die "Demokraten" und Messe-ianer, der zeigt, auf welchen Hund FRA und die brd gekommen sind. Gute Werbung für unsere Sache, finde ich. Denn auch schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, irgendwie.

S. J.
13. Oktober 2017 23:55

Empörend zweifellos. Ich halte es aber für optimal, dass nachvollziehbar für jedermann eingesehen werden kann, dass im Deutschland des Jahres 2017 Buch-Stände vor Öffnung des Publikumsverkehrs verwüstet werden (!). Jemand konnte nicht anders, als seinem Naturell zu folgen. Damit haben wir die Nagelprobe: Das Offensichtliche wird reflektiert und dann angegangen (so gehört es sich für eine selbstbestimmte Gesellschaft), oder die Mehrheit ist so kolossal verblödet, dass sie Bücherverbrennungen oder Bücherbeschädigungen für ein normales Mittel der Auseinandersetzung hält. Für eine derartige Gesellschaft lohnt kein Engagement. 

Lotta Vorbeck
14. Oktober 2017 00:59

@S. J. - 13. Oktober 2017 - 09:55

"... Damit haben wir die Nagelprobe: Das Offensichtliche wird reflektiert und dann angegangen (so gehört es sich für eine selbstbestimmte Gesellschaft), oder die Mehrheit ist so kolossal verblödet, dass sie Bücherverbrennungen oder Bücherbeschädigungen für ein normales Mittel der Auseinandersetzung hält. Für eine derartige Gesellschaft lohnt kein Engagement."

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So isses: Für das, was sich in schönstem BRD-Sprech "Zivilgesellschaft" nennt, lohnt wahrlich keinerlei Engagement. "Der Wahlpreuße von heute muß im Blick auf diesen Staat aufhören, sich wie ein Preuße zu benehmen. Wenn er es nicht tut, wird er zur lächerlichen Figur. Er wird zum nützlichen Idioten, der weiterhin stabilisiert, was andere mit seiner Unterstützung noch etwas länger und etwas ertragreicher aussaugen können."  Götz Kubitschek, 18.11.2006

Solution
14. Oktober 2017 00:59

Es sollte doch möglich sein, solche Schäden durch Spenden unverzüglich auszugleichen. 

Herr K.
14. Oktober 2017 01:06

Mal im Ernst- hätte es noch bessere Werbung geben können? Nein. Verwüstete Buchstände sprechen mehr als deutliche Worte, besonders vor Öffnung für die Öffentlichkeit, ich bin schon jetzt gespannt, wie die Messeleitung die Sicherheitslücke verantworten will. Es ist ja auch kein Busbahnhof, oder? Gutes Gelingen!!!!

Fräulein von Trense
14. Oktober 2017 02:29

Habe mir gerade auf RT das Filmchen zum Thema lecht-rinks auf der Buchmesse angeschaut und bin einfach nur erschüttert wie primitiv diese angefetteten Aushilfstrotzkist*nnen sind - nicht einmal mit RT wollen die reden ... na ja, aber wenn man bedenkt, daß die Russen denen damals die Weltrevolutionssuppe versaut haben, ist das Gezicke dieser globalesischen Stiftungsmäuschen schon wieder konsequent.

Was für widerlich bornierte und kotzdumme Spießer - egal ob NGO-Lurche oder bräsige Angestellte mit Pappdeckeln.

Detlef Neustadt
14. Oktober 2017 12:11

Da dieser Aufstand der Anständigen ja in der Nacht durchgeführt wurde; musste dazu nicht auf das Messegelände "eingebrochen" werden?

Starhemberg
14. Oktober 2017 12:38

Es widert mich an, wenn dieses selbstgefällige "anitfaschistische" Akademiker-Prekariat derartig billig und feige solch gehirnamputierte Aktionen durchführt. Es widert mich an, aber es überrascht mich nicht (mehr). Da die Linken über keine realistischen Argumente  verfügen, werden sie wie die in die Ecke gedrängte Ratte nur noch aggressiv. Was mich aber nicht nur anwidert, sondern zutiefst ärgert, ja, geradezu "narrisch" macht, wie wir Österreicher zu sagen pflegen, ist, dass die gesamte Systempresse es nicht der Mühe wert findet, über derartige Vorfälle angemessen zu berichten. Dies alleine zeigt und ist der klare Beweis dafür, dass sämtliche Vorwürfe in Richtung "Lügen-" oder "Lückenpresse" nicht nur absolut zutreffen, sondern vielleicht sogar noch untertrieben sind. Ich jedenfalls fiebere aus dem Süden mit und wünsche meinem Lieblingsverlag heute gutes Gelingen und viele interessierte und selbst denkende Besucher! Amen.

Schneekette
14. Oktober 2017 13:02

Wie sind die Angreifer eigentlich reingekommen? Zweimal nacheinander? Nur so eine Frage..

Ulrike
14. Oktober 2017 13:58

Nur einige kurze Überlegungen zu dem interessanten Video mit Thomas Wagner:

(ab 7:00: Verschiendene weltanschauliche Positionen innerhalb der Neuen Rechten: „Ein Pluralismus von Positionen, der Näherungspunkte und Gemeinsamkeiten in alle politischen Richtungen hat“; ab 10:20: Was eint die Neue Rechte? „Neue Rechte – ist keine Partei sondern eine intellektuelle Strömung"; der Hinweis auf "geistige Ahnenreihen“)

Vielleicht liegt eine Gemeinsamkeit in der "Art des Denkens"; „Denken“ ist dabei aus meiner Sicht nicht gleich „Standpunkt“; „rechtes Denken“ ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit „rechten Standpunkten“; „rechtes Denken“ kann durchaus zu „linken Standpunkten“ führen; „rechtes Denken“ ist „richtig denken“ im Sinne von „selber denken“; „rechtes Denken“ gründet sich auf Tatsachen und nicht auf Meinungen und Ideologien; zu „rechtem Denken“ gehört der Wille, die Ergebnisse seines Denkens immer wieder neu zu hinterfragen und an der Wirklichkeit zu prüfen, die Dinge zu Ende denken, Konsequenzen zu ziehen, Verantwortung zu übernehmen; „rechtes Denken“ ist damit ein Prozeß im Sinne von procedere = vorwärts gehen; Wissenschaftler oder Bürgerbewegungen, welche sich kritisch mit bestimmten Ideologien auseinandersetzen (z. B. Biologen oder die Bewegung „Demo für alle“ mit ihrer Kritik an der Gender-Ideologie), denken in diesem Sinne zwar „rechts“, müssen aber nicht unbedingt „rechte Standpunkte“ vertreten

Mibus
14. Oktober 2017 15:43

Es ist erschreckend, in welchem Zustand sich das "breite Bündnis gegen Rechts" befindet. Gewalt und Zerstörung, mehr hat man nicht aufzubieten. Und dann auch noch eine solche Gewalt, die keine ist im eigentlichen Sinne: Ehrenhaft und fair, nein - hinterhältig und angstvoll. Man ist der schönen, der neuen, der kreativen Rechten nicht gewachsen. Psychisch und physisch. Solidarität ist eine Waffe. Bald ist Weihnachten, Freunde. Noch heute bei Antaios bestellen unter www.antaios.de.

Roland von Tronje
14. Oktober 2017 17:07

Eigentlich muß ich dringed was arbeiten, aber während der letzten zehn Minuten habe ich  mir auf verschiedenen Seiten die Kommentare zu dem Geschehenen durchgelesen. Das Wort "widerwärtig" fällt recht häufig, aber mich schüttelt es gerade angesichts einer völlig anderen Tatsache: Da wird ausstellenden Unternehmen, die nun nicht gerade für breites finanzielles Rückgrat bekannt sind, ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden bereitet - und den Leuten der eigenen Seite fällt nichts anderes ein als "erinnert mich an überwundene Zeiten" (biologisch wohl langsam ein Ding der Unmöglichkeit), "die Saat des Staates geht auf" (brandneue Erkenntnis) oder "wird unterm Strich nicht aufhalten können, da letzlich auch eine Werbung" (muß man unbedingt konsequent weiterdenken: Noch bessere Werbung für unsere und gegen "deren Sache"  wäre doch ein oder mehrere Tote!). Sind die ganzen Foren-Helden mittlerweile dermaßen bescheuert, daß sie nicht wenigstens den Mund halten können, wenn ihnen nichts an adäquater Reaktion einfällt? Wissen sie eigentlich, was das für die Betreiber und Standmitarbeiter für ein häßliches Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins bedeutet? Daß offenbar jederzeit und an jedem Ort noch weit schlimmere Dinge passieren können? Ich habe übrigens gelesen, daß bei einer Lesung am Stand der Wochenzeitung für Debatte ein Zuhörer aufgestanden ist und einem dieser (tatsächlich) widerwärtigen, saturierten Störer (einer der Sorte, die sich hinter Alter und graumehlierter Stoppelfresse versteckt) ohne Vorwarnung die Faust ins Gesicht gedrückt und sich anschließend seelenruhig wieder hingesetzt hat. SO sie mein morgiger Sonntagsheld aus, für Dialoge war lange genug Zeit!

Desprecio
14. Oktober 2017 21:14

@ "Roland von Tronje"/ 14.Okt.2017

Volle Zustimmung ! Alles, was man hinzufuegen moechte, waere bestenfalls fuer die Blockwarte dieses Landes und die hochintellektuelle Verraeterstiftung gegenueber dem Antaios/Sezession-Stand auf der derzeit aktuellen Buecher - Verbrennungsmesse in der Goethestadt  Frankfurt am Main geeignet. In Frankfurt a.M., in der Stadt der Frankfurter Nationalversammlung (1848/1849), der ersten frei gewaehlten Volksvertretung der deutschen Lande. Die Frankfurter Paulskirche gilt neben dem Hambacher Schloss als Symbol der demokratischen Bewegung in Deutschland. Was wuerden wohl die damaligen Delegierten der Nationalversammlung zu der Buecherverbrennung im Verlaufe einer internationalen Frankfurter Buchmesse im Jahre 2017 sagen ? Was wuerden sie sagen, wenn man ihnen dann noch erklaert haette, dass dies sogar ohne Widerspruch aus Politik, Medien und der Messe-Verantwortlichen hingenommen wurde, ja diese sogar teilweise als spiritus rector fungierten.

Kohlhaas
14. Oktober 2017 22:18

R.v.Tronje : vollste Zustimmung . Es reicht .

mwiz11
14. Oktober 2017 23:44

 Setze mich gerade mit Twitter mit der ganzen Thematik auseinander. Bin schon als Nazi beschimpft worden obwohl ich höchstens leicht sarkastisch auf die #antifa eingegangen bin. Mir wird langsam echt Angst, wohin das alles führen soll. Ich war immer an Debatte mit allen und jedem interessiert, befürchte aber, daß das nicht mehr lange funktionieren wird. Respekt an Thomas Wagner für seine Gratwanderug auf dem blauen Sofa. So wünsche ich mir das.

Henk Senster
15. Oktober 2017 04:57

Die Welt titelt:
“Auftritt von Björn Höcke auf Buchmesse eskaliert”
.
Und wenn man dann weiter liest ist es nicht der Auftritt von Höcke sondern die Demonstration gegen Höcke die eskalierte.
.
Also, aus meiner (niederländischen) Sicht ist was dort passierte, die postmodernistische Art der Bücherverbrennung. 
Und zwar in Orwell’sche Verkehrung: selbsternannte Antifaschisten zeigen überdeutliches faschistoides Verhalten.

nom de guerre
15. Oktober 2017 12:14

@ Roland von Tronje

Ich teile Ihre Verwunderung über die Reaktionen, zumal der Werbeeffekt ja auch nur dann eintreten kann, wenn die Öffentlichkeit von diesen Vorfällen erfährt. Wer nicht Tichys Einblick liest oder die Achse des Guten, kriegt es aber gar nicht mit (habe jedenfalls bis gestern in der "normalen" Presse nichts dazu gelesen). Wenn man es unbedingt will, kann man jedoch im Prinzip alles positiv umwerten. Hinsichtlicht des wirtschaftlichen Schadens würde mich interessieren, ob so etwas versichert ist und wenn ja, ob die Versicherung den ganzen Schaden abdeckt. Dieses Gefühl der Ohnmacht, das Sie beschreiben, ist allerdings genau das, was die Täter erreichen wollen (Gleiches gilt ggf. für die, die solche Taten überhaupt erst ermöglichen - ich meine, gibt es auf dem Gelände denn keine Security? Einen ganzen Stand leezuräumen, kostet Zeit, das müsste doch jemand merken! Wieso hängen da nicht wenigstens Kameras, die sehen, wenn sich Leute bei den Ständen rumtreiben, die dort nachts nichts verloren haben?). Hinsichtlich des In-die-Fresse-Gebens widerspreche ich Ihnen allerdings aus verschiedenen Grünen: Erstens ist das wohl kaum ein angemessenes Nievau für eine Auseinandersetzung (außerhalb von Kirmeszelten) und man sollte solche Phantasien vielleicht Frau Nahles überlassen, zweitens kommt der Mensch, von dem Sie sprachen, jetzt vor Gericht und muss mglw. als "rechter Gewalttäter" für ein Exempel herhalten - davon hat auch keiner was. Und drittens würden wir in einem Bürgerkrieg enden, wenn jeder seinen (in vielen Fällen sicher nachvollziehbaren) Frust auf diese Weise ausagieren wollte. Anders gesagt, ich verstehe diese Reaktion, aber man muss auch nicht über jedes Stöckchen, das einem jemand hinhält, drüberspringen. Besonders wenn man in einer Situation mit egal welchem Verhalten immer nur verlieren kann.

nom de guerre
15. Oktober 2017 12:21

Nachtrag: Inzwischen weiß ich etwas mehr - Spiegel Online beschreibt unterschiedliche bizarre Vorfälle auf der Buchmesse (u.a. den "In-die-Fresse-Geber") und widmet dem Stand von Manuscriptum/Tumult immerhin einen ganzen Satz(!): https://www.spiegel.de/kultur/literatur/frankfurter-buchmesse-die-auseinandersetzung-mit-den-rechten-a-1172953.html

Dietrich Stahl
15. Oktober 2017 15:17

@ nom de guerre

"Hinsichtlich des In-die-Fresse-Gebens widerspreche ich Ihnen allerdings"

Zustimmung. Eskalation ist genau das, was die Dunklen wollen. So können sie ihr Süppchen kochen. Reinspucken - in die Suppe, meine ich.

Selbstdenker
15. Oktober 2017 15:33

Wenn linke keine Argumente haben, schlagen sie zu. Man muss aber leider sagen, dass sie sich der Rückendeckung durch die  Medien sicher sein können. Genau das ist der springende Punkt. Die Netzwerke dieser linken funktionieren gut, und desshalb brauchen sie auch nichts zu befürchten. Wie viele frage ich mich aber, gibt es da keinen Sicherheitsdienst der seine Aufgabe wirklich ernst nimmt? oder schaut der einfach weg? Ich wünsche viel Kraft und Mut und ich denke, dass die eine oder andere Spende angebracht ist, nein sie ist unbedingt notwendig.

Heinrich Brück
15. Oktober 2017 16:23

Die Gewalttätigkeit dieses demokratischen Regimes wird immer noch zu häufig unterschätzt. Als ob die Antifanten etwas gegen Bücherverbrennung einzuwenden hätten; schließlich werden in der Bundesrepublik Bücher eingestampft und verbrannt, es geht um den Inhalt dieser Bücher. Man hätte in der Weimarer Zeit, ginge es nach diesen Leuten, alle sogenannten Rechten totschlagen können. Ein jedes System wird seinen Kern schützen, und zwar mit allen Mitteln. Jedenfalls war es bis zum heutigen Zeitpunkt nie anders. Hier läuft eine Geschichtsfälschung, also ein geschichtsverfälschender Umgang miteinander, der, als wäre es selbstverständlich, den Untergang von Nationen besiegelt. Diese Zerstörungsmacht steht als Voraussetzung auf dem Plan, falls Linkszentrierte einen Diskurs bemühen wollen. Dieses hochpeinliche Demonstrieren gegen Antaios, ist als Überzeugung eine Leernummer. Es traten Mühlenspieler gegen Schachspieler an. Und wenn diese Konversationsarbeit abwarten muß, bis die Linken aus der Zwickmühle finden, wird das demokratische Regime zur Lüge. Dann bleibt noch viel Zeit, die politische Abhängigkeit, damit verbunden die Kulturlähmumg, zum Schaden des Eigenen, zu erhalten.

Solution
15. Oktober 2017 16:28

Hier etwas von der "Hessenschau" zu den "Tumulten":

https://www.hessenschau.de/kultur/buchmesse/buchmesse-lautstarke-tumulte-bei-antaios-veranstaltung,protest-buchmesse-100.html

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