20. Oktober 2017

Selbstversuch: zwei Wochen AfD-Wähler

von Martin Sellner / 39 Kommentare

Die Frankfurter Buchmesse hat eine offene Flanke unserer Gegner aufgezeigt: Sie sind wahnsinnig.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

"Wenn der Wahnsinn epidemisch wird, heißt er Vernunft“, so zitiert Broder den Nervenarzt Oskar Panizza im Vorwort zu Vahlenfelds gelungenem Buch Mal eben kurz die Welt retten. Umgekehrt wird der Wahnsinn um so offensichtlicher, je mehr Leute sich aus seinen kollektiven Zwängen verabschieden.

Der Coup von Antaios auf der Frankfurter Buchmesse, der später vielleicht als metapolitischer Wendepunkt betrachtet wird, ist ein guter Gradmesser. Jeder, der sich nach den und bezogen auf die Vorgänge des letzten Wochenendes nicht klar auf die Seite des Verlages stellt, ist Teil der Epidemie.

Der Wahn, an dem das linksliberale Deutschland leidet, ist aggressiv: Sein Ziel heißt Vernichtung. Es ist eine eliminatorische Paranoia gegen Rechts, hinter der ein Wunsch nach moralischer Reinheit und geistiger Ausrottung steht, über dessen geschichtliche Herkunft man viel nachdenken und schreiben könnte.

Es wird immer viel über uns Rechte gesagt und geklagt. Was wir auch tun: Es ist immer das Falsche. Läßt ein sächsischer Arbeiter in einem wütenden Onlinekommentar seinen Frust raus, ist es Hetze. Schreibt Sarrazin ein faktenschweres Buch über das Scheitern Multikultis, ist es „kaschierte Hetze“. Kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Dorfjugendlichen und Einwanderern, ist das „rechte Gewalt“. Betreibt eine Bewegung wie die IB friedlichen politischen Aktivismus, dann ist das sogar „noch schlimmer“, weil schwerer zur verurteilen. Bekennt sich ein echter Neonazi zum NS, wird er als Nazi bekämpft, weil Nazis genau sowas tun. Grenzt sich ein Konservativer vom NS ab, wird er auch als Nazi bekämpft, weil Nazis genau sowas tun.

Treffen sich Rechte in der Provinz zu einem Seminar, wird ihnen der klandestine Aufbau „völkischer Denkfabriken“ vorgeworfen. Kommen Rechte zur Buchmesse, wird ihnen das als Provokation und „Landnahme“ zur Last gelegt. Die eigentliche Provokation jedoch ist immer nur unsere nackte Existenz.

Daß es uns gibt, und nicht was wir tun, ist das Problem der Linken. In der „Friedensvolksgemeinschaft gegen Rechts“ darf es keinen Bruch und keine Dissonanz geben. In klinischer Reinheit soll der deutsche politisch korrekte Bürger von Kindesbeinen an das richtige Denken angezüchtet bekommen.

Jede Störung dabei ist wie eine ärgerliche Verunreinigung, lästiger Dreck, den man wegmachen muß. Ob dieser offen auf der Fensterscheibe auftritt oder sich gar versteckt im Abflußrohr sammelt, ist egal. Er ist zu beseitigen, um den reibungslosen Ablauf des deutschen Ideologiehaushalts zu gewährleisten.

Aus diesem Grund ist alles, was uns Rechten im Detail vorgeworfen wird, meist völlig belanglos, da sich dahinter der uneingestandene Wunsch nach Vernichtung versteckt. Erst wenn wir nicht mehr atmen oder abgeschworen und uns selbst aufgegeben haben, können wir es unseren Kritikern recht machen.

Die scheinbare Uneinigkeit in ihrer Debatte war bis vor Frankfurt stets nur die Frage, wie wir besser zu bekämpfen sind. Von Weiß bis Kahane, von Maas bis Speit stand das Urteil der Sozialtechniker felsenfest: Wir haben keinen Platz in der Debatte und sind operativ zu entfernen. Ob das besser sanft-einhegend oder barsch-ausschließend, mit netten Worten oder harten Schlägen zu vollstrecken sei, war die einzig erlaubte offene Frage.

Auch viele Artikel rund um die Buchmesse bewegen sich in diesem heuchlerischen Debattenrahmen. Uns wird unsere bloße Teilnahme an der Buchmesse als „perfide Strategie“ vorgeworfen. Die Aggressionen der Antifa gegen uns nennt man „bewußte Selbstinszenierung“ und die Angriffe auf Bücherstände „gezielte Opferhaltung“. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit gegen Rechte sei am Ende dadurch gerechtfertigt, daß diese dasselbe tun würden, wenn sie an der Macht wären.

Die von Vernichtungstoleranz befallene deutsche Intelligenz bemerkt das Perfide dieser Äußerungen wahrscheinlich gar nicht mehr. Sie kann nach Adorno „keine Lüge aussprechen, ohne selbst daran zu glauben“.

 

Die „Opferhaltung“, die uns vorgeworfen wird, leben die Linken selbst. Sie sind unendlich verkrampft, humorlos und wehleidig. Sie belagern und beäugen sich gegenseitig in der ständigen Angst, selbst Opfer des kollektiven Verdikts zu sein und plötzlich jenseits der sich täglich verschiebenden Demarkationslinie zu landen.

Ihr peinlicher Habitus der verspäteten Rebellion gegen das Dritte Reich, das priesterliche Geraune von „Wachsamkeit“, das „Warnen und Wehren“ wider die Anfänge zeigt vor allem einen Mangel an Selbstbewußtein und eine Einsicht in die eigene Belanglosigkeit und Langweiligkeit.

Die Selbstvergessenheit, in der die Linken alles, was sie selbst tun, auf ihre Gegner projizieren, die paranoide Angewiesenheit auf den „ewigen Nazi“ als Rechtfertigung ihrer Schuldideologie, der vernichtungslüsterne Wahn, mit dem sie tausend Ausflüchte und Vorwände für die Ausmerzung unserer Existenz suchen – all das wurde in Frankfurt zur Kenntlichkeit entstellt.

In vielen Zeitungen kam es zu Ausreißern, die sich dem beschriebenen erlaubten Debattenfenster gegen Rechts verweigerten und die Frage nach unserer Daseinsberechtigung in den Raum stellten.  Mittlerweile gibt es sogar eine von namhaften Intellektuellen unterzeichnete Petition, die fordert, uns – ganz offiziell – neben Atmen und Sprechen auch das Schreiben und Verlegen zu gestatten.

Sogar die hartnäckigste Lüge der Vernichtungstoleranz gerät ins Wanken: Daß unser Ausschluß aus dem Diskurs mit der Meinungsfreiheit vereinbar sei, da wir ja Faschisten und unsere Äußerungen damit Verbrechen statt Meinungen seien, wird mancherorts vorsichtig angezweifelt.

Daß es keine echte Meinungsfreiheit gibt, sondern das Äußern und Vertreten bestimmter Ansichten mit absurden sozialen Kosten und körperlichen Risiken verbunden ist, sickert langsam in die Debatte ein. Auch daß sie selbst seit Jahrzehnten alle wichtigen Stellen der Ideologie- und Medienproduktion besetzen und diese Machtposition beinhart ausspielen, wird einigen linksliberalen Multikultis auf einmal schuldig bewußt.

Um diesem gesunden Zweifel etwas auf die Sprünge zu helfen und die epidemische Verbreitung des Wahnsinns weiter einzudämmen, möchte ich alle linken Leser zu einem sozialen Experiment an sich selbst einladen. (Alle Rechten bitte ich, es an ihre linken Bekannten weiterzuleiten.) Es lautet „Zwei Wochen AfD-Wähler“ und funktioniert wie folgt:

Ab morgen sagt ihr eurer Familie und all euren engsten Freunden, daß ihr bei der Bundestagswahl die AfD gewählt habt. Ihr macht dazu einen Facebook-Post und gebt keine weitere Erklärung ab, als daß es euch „persönlich wichtig war“. Ihr bittet, das im „Namen der Meinungsfreiheit“ zu tolerieren. Dann heißt es: einfach zurücklehnen, abwarten und die Reaktionen in Beruf, Familie und Umfeld dokumentieren. Haftung für Nebenwirkungen für Karriere, Beziehung oder Leib und Leben wird nicht übernommen.

„Aber ich will doch gar nicht AfD wählen“, mag jetzt ein Linker einwenden. „Ja, das mag sein“, lautete unsere Antwort, „aber du mußt es auch nicht wollen.“

Für die Hunderttausende, die es gerne würden oder tun, aber nicht sagen dürfen, für die Millionen, die der Wahnsinn der Vernichtungstoleranz zum Schweigen gebracht hat, haben wir uns auf der Buchmesse gestellt. Es zeigte sich die Hilflosigkeit des linken Wahns, wenn er durch unsere nackte Präsenz herausgefordert wird. Er wird sich daran gewöhnen müssen.

––––––

Martin Sellner: Identitär! Geschichte eines Aufbruchs, Schnellroda 2017. 280 S., 16 € – hier einsehen und bestellen!

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (39)

Ertrunken
20. Oktober 2017 16:21

Wahn, Ausrottung, Vernichtung? Die Neue Rechte als die neuen Juden oder was sollen uns die markigen Worte sagen? In der Grundrichtung natürlich vollkommen richtig, aber sprachlich kann hier abgerüstet werden. Sie wollen es der Linken in ihrem "Wahn" ja nicht gleich tun.

Ein gebürtiger Hesse
20. Oktober 2017 16:40

Toller Aufsatz, brilliante Idee. Der Selbstversuch böte den Linken die Gelegenheit, zumindest einmal - aber immerhin für zwei Wochen, das kommt dem Dschungelcamp nahe - dem Wahnsinn der eigenen Sippschaft ins Gesicht zu schauen. Das könnte eine echte Lern-, ja Lebenserfahrung werden. Ich fürchte allerdings, daß der Versuch schon deshalb nicht unternommen wird, weil er von unserer Seite, also von Tief unten kommt und zudem von leibhaftigen Sellner vorgeschlagen wurde. Aber vielleicht haben ja doch ein paar Leutchen die cojones, sich auf die Sache einzulassen. Schade eigentlich, daß wir selbst nicht teilnehnehmen können, denn: outen geht nur einmal

Solution
20. Oktober 2017 16:58

...und schon ist die "Petition" gestoppt. Wie erbärmlich, wie armseelig.

Linkerhand
20. Oktober 2017 17:11

Wahnsinn ist eine ansteckende Krankheit.

Stresemann
20. Oktober 2017 17:13

Ich selbst würde mich weder als "links" noch als "rechts" benennen, weil ich die Validität einer solcher Verortung der politischen Haltung auf einer x-Achse nicht für aussagekräftig halte. Es wäre Zeit für sinnvollere Rubrizierungen als die altbekannten, aus einer Sitzordung der französischen Nationalversammlung resultierend... Abgesehen davon: Die sog. "rechten" Verlage sind nicht das Problem auf der Buchmesse gewesen, sondern in der Tat die diskursunfähigen Antagonisten eben dieser Verlage... Ganz besonders peinlich dabei der Stand dieser wohlfinanzierten Stiftung, die durch ihr Nicht-Reden-Können (von Wollen nganz zu schweigen) den eigenen intellektuellen Bankrott erklärt hat. Wenn das Denken zur sog. Rechen abwandert, dann wandern die Denker eben mit... Vlt wäre es sinnvoll, dies zunächst auf der systemischen Ebene nachzuvollziehen und nicht gleich wieder die Moralkeule über diesem Phänomen zu schwingen.

deutscheridentitärer
20. Oktober 2017 17:56

"Wahn, Ausrottung, Vernichtung? Die Neue Rechte als die neuen Juden oder was sollen uns die markigen Worte sagen? In der Grundrichtung natürlich vollkommen richtig, aber sprachlich kann hier abgerüstet werden. Sie wollen es der Linken in ihrem "Wahn" ja nicht gleich tun."

Wachen Sie auf guter Mann. 

Lotta Vorbeck
20. Oktober 2017 18:01

@Ertrunken - 20. Oktober 2017 - 04:21PM

Wahn, Ausrottung, Vernichtung? Die Neue Rechte als die neuen Juden oder was sollen uns die markigen Worte sagen? In der Grundrichtung natürlich vollkommen richtig, aber sprachlich kann hier abgerüstet werden. Sie wollen es der Linken in ihrem "Wahn" ja nicht gleich tun.

Nö, warum abrüsten? - Es ist an der Zeit, Klartext zu reden und sich dies auch von niemandem mehr verbieten zu lassen. "Holt Euch Euer Land zurück!" - plakatierte die AfD vor dem 24. September.

deutscheridentitärer
20. Oktober 2017 18:32

"Die Neue Rechte als die neuen Juden oder was sollen uns die markigen Worte sagen?"

Ich finde diese Aussage ziemlich unanständig, was soll der Verweis auf den Massenmord an den Juden? Das war ein rechtsextremer (? lese nach bei Zitelmann, Selbstverst. eines Revolutionärs ist wohl gerade in 5. Auflage erschienen, EK) Massenmord, aber sie wissen wohl selber dass es genügen Massenmorde von links an tatsächlichen oder angeblichen Rechten gab? Also warum tun Sie so als wäre das eine absurde Vorstellung. Rezipieren Sie außerdem mal die aktuellen Eigendarstellungen der extremen (und auch nicht so extremen) Linken, mal schaun wie viel dann von Ihrer Empörung übrig bleibt.

Wundert mich immer wieder, wie man den Weg hier her findet und dann solch albernen Denkmustern verhaftet bleibt.

Thorsten B
20. Oktober 2017 18:49

@Solution: Die Petition ist nicht gestoppt, es gibt nur einen "Konflikt" mit den allgemeinen Bedingungen dieser Plattform. Frau Dagen muss wahrscheinlich etwas an der Formulierung ändern und hat dafür 3 Tage Zeit. Und das sollte doch möglich sein. Denn wie hat Ellen Kositza treffend auf eben jener Veranstaltung gesagt: "Wir sind die Guten!". Wir stehen aufrecht für das Richtige. Die Argumente liegen auf unserer Seite. Ich sehe hier nichts Inkonvenierendes!

Tony
20. Oktober 2017 19:04

Die Präsenz auf der Buchmesse war ein metapolitischer Erfolg, das läßt sich nicht leugnen. Allerdings ist das Verhalten der Moralquacksalber und linken RandaliererInnen allzu vorhersehbar. Sich darauf einzustellen, ist ein leichtes, den politischen Gegner zum Akteur werden zu lassen, muß die notwendige und logische Konsequenz sein. Neulich meinte ein Kollege von mir, daß ein Bekannter sich als AfD-Wähler bekannt hat und somit - seiner Meinung nach - ziemlich abdriftet. Wohin war ja klar! Ich zuckte nur mit den Achseln, dann rutschte es mir raus: "Ich bin rechts." Nicht provozierend, nicht zynisch. Nein, eher gleichgültig, als wäre es das Normalste der Welt. Er hielt kurz inne, und meinte: "Das ist schon ok." Dann schneller Themenwechsel... irgendwas mit Boris Becker...

Klaus D.
20. Oktober 2017 19:20

@ Ertrunken

"... Wahn, Ausrottung, Vernichtung?  ..."

Ja, so drastisch muß es gesagt werden, Herr Sellner bringt es auf den Punkt: "Der Wahn, an dem das linksliberale Deutschland leidet, ist aggressiv: Sein Ziel heißt Vernichtung. " Weiteres Beispiel: Der Kampf, die Aggressionen, die Hetze des Establishments in Verbindung mit Medien und Antifa gegen die Identitären in Halle/Saale. Es geht ihnen erstmal um Vertreibung, man will sie weghaben. In einem Leserkommentar habe ich gefragt: "Und was kommt als nächstes, Psychiatrie oder gleich KZ?" Diese Aggression gilt erstmal nur den Identitären, aber letztendlich allen, die eine von der vorgegebenen political correctness abweichenden Meinung haben.

John Haase
20. Oktober 2017 19:34

@Ertrunken

Nix, es reicht! Sprachliche Aufrüstung tut not. In der derzeit salonfähigen Lingo kann man gar nichts anderes ausdrücken als Linksliberalismus, daher muß ein jeder aufrechter Dissident sich ein anderes Vokabular suchen.

t.gygax
20. Oktober 2017 20:12

@ ertrunken

" sprachliche Abrüstung" . Ich kann Ihnen aus persönlicher Erfahrung sagen, dass Sellner mit dem Wort " vernichten" die Wahrheit sagt. Es gibt genügend Leute, die sowohl ihre Existenz, ihre Familie, ihr gesamtes soziales Leben verloren haben, weil sie ins Visier derjenigen kamen, die nur eines kennen: Destruktion, Zerstörung, Hass. Und das kann auf der brutalen Ebene der Antifa geschehen wie auch der subtilen Ebene inoffizieller Berufsverbote, bei denen der Betroffene natürlich nie erfährt, wer ihn da von seinem Schreibtisch aus im Wissen um seine Machtfülle genußvoll ausradiert hat... ich bin heute der Überzeugung, dass es unter diesen Leuten reihenweise Sadisten gibt, denen es Spass macht, Leben zu zerstören. Dies hat übrigens Götz K. vor 10 Jahren selbst so gesehen, als er einem hohen Beamten des Verfassungsschutzes ein  mutiges Wort entgegenhielt: " Sie zerstören Leben".

Genau so ist es, und deshalb ist Sellners Wortwahl die einzige, die ein der Wahrheit verpflichteter Mensch heute noch verwenden kann.

Paul Weber
20. Oktober 2017 20:23

....aber man kann noch unterschreiben. Es würde mich interessieren, was an der Petition nicht den Richtlinien entspricht. Vielleicht wissen wir es in drei Tagen.

Das mit dem Selbstversuch ist eher etwas für Masochisten und ggf. finanziell unabhängige. Ich habe das vor einem Jahr bei Facebook mitgemacht. Faszinierend, wirklich. Dabei war auffällig, dass es meinen besorgten Freunden nicht um mich ging, sondern vielmehr darum, sich in der Öffentlichkeit zu  profilieren. Warum: Nun, ich schreibe meine Freunde gerne persönlich an, diskutiere, frage nach warum sie etwas (zweifelhaftes) vertreten. Aber eine Besorgnis öffentlich zu posten, sprich der Versuch mich bloßzustellen zeigt mir doch, dass es um etwas anderes ging. Vielleicht bin ich auch zu empfindlich? Das Ergebnis: ich gucke mir jetzt nur noch Essensbilder an und wandere im Netz als Familie Weber rum. Jaja, die Sache mit dem Coming-out, ich erinnere mich. :-P

Der_Jürgen
20. Oktober 2017 20:36

In einem Kommentar zum letzten Artikel von Lichtmesz bezeichnete ich die Antifanten sowie die Leute von der Antonio Amadeu-Stiftung (natürlich überschneiden sich diese Gruppen personell; ihre Ideologie ist ja dieselbe) als "gemeingefährliche Psychopathen". Ob ein Psychopath zwangsläufig wahnsinnig sein muss, ist fraglich, denn letztere Bezeichnung impliziert ja, dass der Betreffende nicht imstande ist, rational zu handeln. Doch manche Serienmörder haben einen sehr hohen IQ (der höchste bei einem solchen Mörder gemessene war 167); dies ist natürlich der Grund dafür, dass sie der Polizei oft viele Jahre lang nicht ins Netz gehen. Dass ein psychopathischer Killer hochintelligent und gebildet sein kann, wird Dr. Hannibal Lecter uns gerne bestätigen.

HIer verweise ich auf eine höchst fruchtbare Diskussion, die im Anschluss an einen Beitrag von Martin Lichtmesz vor etwas weniger als zwei Jahren auf diesem Blog über den EU-Kommissar Frans TImmermans geführt wurde. (Siehe www.sezession im Netz "Blog Archive" Frans Timmermans: Der Grosse Austausch als 'Manifest Destiny'"). Damals wies Forist Winston Smith darauf hin, dass man die Beweggründe dieses Mannes, der auch den hintersten Krähwinkel der weissen Welt mit 'Kulturbereicherern' aus Afrika und dem Orient überfluten will. nicht mit Karrierestreben und Opportumismus allein erklären kann, sondern vor allem mit psychopathischem Zerstörungsdrang. 

Was treibt einen normal intelligenten Deutschen oder sonstigen Europäer dazu, den alten Kontinent mit seinem wundervollen kulturellen Erbe in eine Mischung aus Nigeria und Afghanistan verwandeln und den Menschenschlag, der diese Kultur geschaffen hat, durch Vermischung abschaffen zu wollen? Rationale Gründe gibt es nicht; ob man diese Leute nun als "Wahnsinnige" bezeichnen soll, wie es Martin Sellner tut, oder als "Psychopathen", wie ich es tun würde, ist von zweitrangiger Bedeutung.

Das utopische Projekt von der "eurasisch-negroiden Zukunftsrasse", von der ein hier wohlbekannter Autor in einem 1925 erschienenen Buch kündete, muss zwangsläufig daran scheitern, dass die Masseneinwanderung zwar unstreitig zu einer steigenden Zahl von gemischtrassigen Ehen und sonstigen Verbindungen führt, aus denen Kinder hervorgehen, in erster Linie aber eine Atomisierung der Gesellschaft bewirkt, ihre Aufspaltung in eine VIelzahl von ethnischen und religiösen Gruppen, die sich bestenfalls fremd und schlimmstenfalls feindlich gegenüberstehen. (...) Die europäischen "Eliten" schaffen mit ihrer Politik die Grundlagen eines ewigen Bürgerkrieges. An historischen Beispielen hierfür fehlt es nicht. Gemischtrassige Gesellschaften sind notorisch instabil. Ist es wirklich ein Zufall, dass Honduras und El Salvador mit ihrer Mischbevölkerung aus Weissen, Negern und Indianern astronomisch hohe Kriminalitätsraten aufweisen?

Mit Fanatikern, die solch offenkundige Fakten aus ideologischer Verbohrtheit nicht zur Kenntnis nehmen und jeden, der sie ausspricht, zum Unmenschen, wenn nicht gar zum Untermenschen erklären, der im Grunde überhaupt keine Existenzberechtigung besitze; mit feuerspeienden Megären wie Anetta Kahane, für die es eine "Bankrotterklärung" darstellt, dass Deutschlands Osten noch weitgehend weiss ist, ist ein Dialog nicht möglich. Sie wünschen ihn ja auch gar nicht, da sie kein Interesse daran haben, ihre ganze moralische und intellektuelle Erbärmlichkeit zu offenbaren.

Stresemann
20. Oktober 2017 21:52

Was mir gerade aktuell noch einfällt zur der treffenden Aussage:

 "Der Wahn, an dem das linksliberale Deutschland leidet, ist aggressiv: Sein Ziel heißt Vernichtung. Es ist eine eliminatorische Paranoia gegen Rechts, hinter der ein Wunsch nach moralischer Reinheit und geistiger Ausrottung steht, über dessen geschichtliche Herkunft man viel nachdenken und schreiben könnte."

Letzteres wird durchdacht und ist aufgeschrieben im neuen Buch von Horst G. Hermann: Im Moralapostolat. Gerade in Erscheinung begriffen im Manuscriptum Verlag (https://www.manuscriptum.de/im-moralapostolat.html). Könnte für den o.g. Teil des Diskursfadens lesenswert sein.

 

Monika L.
20. Oktober 2017 22:04

Startet doch einen hashtag in der Art von "me too": Ein outing aller,  die gemobt, beleidigt, verlassen, beschimpft usw. werden, weil sie Populisten sind.

Vaterland
20. Oktober 2017 22:55

In Hinsicht auf die Ereignisse während der Frankfurter Buchmesse veröffentlichte ich in der "Zeit" nachfolgenden Leserkommentar:

" ' Rechtsextreme Ideologen wollen ihre Schriften öffentlich diskutieren, eine Handvoll Leute protestiert, Handgemenge, Polizei. Anschließend tagelange Eklat-Berichterstattung. Auftritt der abgeklärt demokratischen Kommentatoren, die gönnerhaft erlauben, 'die Rechten' grundsätzlich reden zu lassen, wegen Meinungsvielfalt und so weiter und so fort.'

Ein wenig mehr inhaltliche Differenzierung darf man von einer 'Zeit'-Autorin eigentlich erwarten: Die Begriffe 'rechtsextrem' und 'rechts' bezeichnen nämlich unterschiedliche Sachverhalte. Wären auf der Frankfurter Buchmesse tatsächlich 'rechtsextreme' Werke ausgestellt worden, so wäre das eine Straftat, die mit rechtsstaatlichen Mitteln geahndet worden wäre.
Dies trifft aber mitnichten zu. Deshalb geht es offensichtlich wieder einmal darum, Personen, die in der Öffentlichkeit dezidiert 'nicht-linke' Positionen und Einstellungen vertreten, zu 'kriminalisieren' und auf diese Art ins soziale Abseits zu drängen."

Quelle: http://www.zeit.de/kultur/2017-10/rechtsextreme-buchmesse-umgang-afd-deutschstunde?cid=15737364#cid-15737364

Ruewald
20. Oktober 2017 23:35

Zur Pathologie des linken Establishments fällt mir die "Diagnose" Pre-TSS =
prä-traumatisches Stress-Syndrom ein, das Gilad Atzmon so treffend in seinem Buch The Wandering Who? A Study of Jewish Identity Politics beschrieben hat.

Maiordomus
21. Oktober 2017 02:31

Dieser Beitrag hat aus meiner Sicht noch klar zu wenig Distanz zu sich selber, der Verfasser hätte besser noch etwas darüber geschlafen.

donna_alta
21. Oktober 2017 09:37

Ich sehe für mich persönlich keinen Sinn in einer Verortung im rechten oder linken oder sonst irgendeinem Lager. Zudem sind die auch hier oft als Linke bezeichneten meiner Meinung nach keine im eigentlichen Sinn. Ich hab allerdings auch nicht den “literarischen Hintergrund“, den sehr viele auf SiN haben. (Gerade darum lese ich aber sehr gern hier - sowohl die Artikel als auch die Kommentare.)

Als ich die Videoberichte (auch Ihren, verehrter Herr Sellner) zur Frankfurter Buchmesse sah, fühlte ich mich jedoch ganz klar bei denen im Publikum, also bei den Rechten? Was auch sonst? Sie sind die Vernünftigen, die ihre Heimat lieben und gewillt sind, sie zu verteidigen, es sind die wahrhaft Denkenden und Fühlenden!

Den “Demonstranten“, die ich bei unzähligen Veranstaltungen selbst schon erlebt habe, möchte ich einfach nur zurufen: Ihr Lieben Kinder, verausgabt euch nicht so! Spart eure Kräfte, denn ihr werdet demnächst ganz früh den Wecker stellen müssen, um meine Rente und das Leben eurer herbeigerufenen Zöglinge erarbeiten zu dürfen. Dieser Gedanke macht mich ganz ruhig im Angesicht dieser Gehirngewaschenen. (Ja, ich weiß, es wird nicht so kommen und ich krieg auch keine Rente mehr!) Irgendwann mach ich das mal, bei der nächsten AfD-Gegendemo vielleicht. Hab es in der Verwandschaft übrigens schon ausprobiert. Das hat super funktioniert - eisige Stille und traurige Blicke!

Ich hab schon lange keinerlei Problem mehr, mich zu meinen Überzeugungen zu bekennen. Sind die rechts? Ist mir ziemlich egal. In diesem Sinne: Nazi oder Klobürste.

 

Aristoteles
21. Oktober 2017 10:36

Die Ereignisse in Frankfurt spiegeln in nuce wider, was sich monate- und jahrelang während der öffentlich genehmigten und friederfertigen Demonstrationen gegen die Islamisierung des Abendlandes abspielte (Ausnahme zum Teil: Dresden).

Die zahlreichen Beschimpfungen, Bespuckungen, Bewerfungen mit Fäkalien und Bierflaschen, die blutigen Gesichter (ein Bild von einer Pegida-Demo in Frankfurt ist mir ganz besonders in Erinnerung) spielten sich immer wieder ab, um die letzten Deutschen in Deutschland zu bekämpfen.

Gezielt benutzte das BRD-System die Antifa und die sogenannten Zivilgesellschaften, um die Meinungsfreiheit im Land der Meinungsfreiheit ad absurdum zu führen.

Es bedarf einer gesonderten Untersuchung, wie es den Helden der Buchmesse gelang, den Spieß in einem begrenzten Raum einmal umzudrehen, während das Meinungskartell in Sachen Pegida jahrelang die Oberhand behalten und die Köpfe der 'Normalbevölkerung' im Dauermodus verdrehen konnte.

Die Massenmedien sind der Hauptfeind.

Monika L.
21. Oktober 2017 10:42

"Der Coup von Antaios auf der Frankfurter Buchmesse, der später vielleicht als metapolitischer Wendepunkt betrachtet wird, ist ein guter Gradmesser. Jeder, der sich nach den und bezogen auf die Vorgänge des letzten Wochenendes nicht klar auf die Seite des Verlages stellt, ist Teil der Epidemie."

Martin Sellner

Auch ich sehe das Geschehen um den antaios-Verlag als Wendepunkt der Metapolitik. Besser: Als einen Kristallisationspunkt. Allerdings sind in der Folge verschiedene Auswirkungen denkbar. Über die zu reden wäre.

Was ist geschehen ? Der Börsenverein des dt. Buchhandels gewährt rechten Verlagen halbherzig ein Standrecht, weil man ja für' das Wort und die Freiheit' ist und von "der Vielfalt der Meinungen lebt'. Er schafft es aber nicht, die Veranstaltungen zu schützen, auf denen die vielfältigen Meinungen ausgetauscht werden sollen,  schlimmer , er will es gar nicht schaffen. Noch schlimmer, er hofiert leise oder unverhohlen die, die Meinungsfreiheit am liebsten sofort abschaffen würden, bevor es die " bösen Rechten" in Zukunft sowieso tun. Dass man sich dagegen im status nascendi nur lautstark wehren kann, das habe ich verstanden:). Umso erfreulicher, dass in Folge dieses ungeheuerlichen Vorgangs  eine Charta 2017 entsteht !

Gestern wurde in 3 SAT das Buch von Nina Horrorzecke " Popolismus für Anfänger ' vorgestellt, das die Deutungsmuster der Bösen Rechten entschlüsselt: "Eighty shades of brown". 

Entrüstet zeigt sich die Moderation über die Charta 2017. Es sei ungeheuerlich, dass damit an die Charta 77 erinnert werden solle. Man habe den namhaften Autor und Mitunterzeichner Uwe Tellkamp dazu befragen wollen. Er war natürlich  auf Anfrage nicht erreichbar. Erreichbar auf Anfrage waren auch nicht Carolin Emcke und Jürgen Boos. Die man fragen wollte, warum sie sich der Forderung der Charta 17 nach gelebter Freiheit nicht anschließen wollen. 

 

Der_Jürgen
21. Oktober 2017 10:49

@Vaterland
Das ist eine äusserst schwache Argumentation. Was soll das Jonglieren mit undefinierten Begriffen wie "rechtsextrem"? Wenn Sie schreiben: "Wären wirklich rechtstextreme Werke ausgestellt worden, so wäre das eine Straftat die mit rechtsstaatlichen Mitteln geahndet worden wäre", übernehmen SIe voll und ganz die Ideologie des Systems.

SIe billigen diesem das Recht zu, Gedanken und Thesen, die mit der Etikette "rechtsextrem" behaftet werden, zu verbieten. Wenn Sie ihm dieses Recht zugestehen, dürfen Sie aber auch nicht murren, wenn Lichtmesz, Sellner, Kositza und Kubitschek morgen verboten werden, denn die kann man ja nach Belieben ebenfalls als "Rechtsextremisten" abstempeln. Einen Strafbestand "Rechtsextremismus" gibt es übrigens in der BRD nicht. Und von welchen "rechtsstaalichen Mitteln" reden Sie da? Halten Sie die BRD allen Ernstes für einen Rechtsstaat?

Starhemberg
21. Oktober 2017 12:05

Erstens - danke für die klaren Worte! Die Zeit des ständigen Rechtfertigens muss endlich vorbei sein. Zweitens - eine wahre Geschichte aus Österreich:

Einer meiner zwei besten Freunde, früher unter Haider FPÖ-Funktionär, der aber mit Strache nichts zu tun haben wollte, stieg nach dem BZÖ-Niedergang aus der Politik aus und wurde Rhetoriktrainer und Berater. Er arbeitete dann jahrelang erfolgreich für ein rot dominiertes Berufsförderungsinstitut. 2015 bekannte er offen, wieder FPÖ zu wählen, seinen Frieden mit Strache gemacht zu haben und benannte die sogenannte "Flüchtlingskrise" als die "größte Bedrohung für Europa seit Ende des kalten Krieges". Er gewann dabei immer mehr begeisterte Kunden, seine Stunden waren vollbesetzt, sein Mut und seine Ehrlichkeit wurden gelobt. 

Ende der Geschichte - im August 2016 (als er gerade auf Urlaub war) wurde, mit Hilfe zweier "roter" Frauen im Sekretariat des Instituts und einer geschiedenen Mitvierzigerin, die meinen Freund als Trainer kennengelernt hatte, sich ihn in verliebte und ihm seit Monaten erfolglos nachstieg, eine vollkommen erfundene "sexuelle Belästigung" unterstellt. Um einen Gerichtsprozess zu vermeiden (die drei Frauen wären bereit gewesen gegen ihn auszusagen - alles gelogen), blieb ihm nichts anderes übrig, als zu kündigen. Es war ein kleiner Skandal, der ganze Ort sprach darüber. Die Gegenseite hatte ihr Ziel erreicht, für meinen Freund war dieser Bruch ein traumatisches Erlebnis und er hat sich davon bis heute weder finanziell noch psychisch erholt.

Kurz gesagt - man WILL uns VERNICHTEN, Martin Sellner übertreibt leider keinesfalls.

Coriolan
21. Oktober 2017 13:09

Man sollte Partnerbörsen für Identitäre gründen. Denn die beste Waffe und der natürlichste Widerstand gegen das eliminatorische Bestreben der europäischen Machteliten, sind möglichst viele autochthone Paare und Kinder. Je mehr davon, umso besser. 

Martin S.
21. Oktober 2017 13:34

"Die Massenmedien sind der Hauptfeind."

Nachdem auch ich gestern Abend einen Selbstversuch besonderer Art unternommen habe, stimme ich dieser Aussage völlig zu.

Seit 1985 verzichte ich auf den TV-Konsum. Gestern gab ich mir dann eine hohe, intensive Dosis: Tagesthemen, Tages-Show, Aspekte, und als Abschluss und Krönung: Neo Magazin Royale! 

Wer diesen politisch-korrekten Mix aus linker Propaganda, Halbwahrheiten, Lügen und Unsinn ständig und ausschließlich konsumiert, lebt in einer Filterblase, die nur dadurch aufbrechen wird, wenn es einen radikalen und schmerzhaften Einbruch der Realität in die Filterblase gibt. Antaios kann dazu beitragen, dass die Filterblase Risse bekommt!

deutscheridentitärer
21. Oktober 2017 14:05

"Denn die beste Waffe und der natürlichste Widerstand gegen das eliminatorische Bestreben der europäischen Machteliten, sind möglichst viele autochthone Paare und Kinder. Je mehr davon, umso besser."

Grundsätzlich schon. Allerdings ist mit Kind der Aktivismus deutlich schwieriger. Mir ist rätselhaft, wie die Kubitscheks ihr Programm mit sieben Kindern durchziehen. Bis die Kinder groß sind, veranschlagen wir mal für 3+ Kinder 20 Jahre. BIs dahin ist die Sache gelaufen.

Dann machen die paar dutzend kinderreichen Familien auch keinen entscheidenden Unterschied mehr. Andererseits ist die Sache vielleicht sowieso schon gelaufen. Dann ist es natürlich sinnvoll sich schon jetzt auf die Minderheitenexistenz in einer tribalisierten Gesellschaft einzustellen und mit Kinderkriegen möglichst früh anzufangen. 

silberzunge
21. Oktober 2017 14:07

Na logisch, Abrüstung der Worte. Das ist ja allerliebst.

http://www.zeit.de/2017/37/wahlkampf-debatte-globalisierung-sprache/komplettansicht

http://www.zeit.de/2017/40/alternative-fuer-deutschland-alexander-gauland-bundestagswahl

Herr K.
21. Oktober 2017 14:54

Es ist kein Exterminieren im Physischen, was diese Linken wollen, auch wenn Sellners Ängste nach dem linken Mob der Buchmesse verständlich ist. Auch hier gilt es von Nolte zu lernen und den linken Allmachtsbestrebungen keine totalitäre Gegenbewegung zu präsentieren, vielmehr ist wichtig, das zu sein, was die Linken gerade eben NICHT sind: humorvoll, charmant, besonnen, mutig. Von daher ein Dankeschön an alle, die sich in die Negativtrance nicht hineinziehen lassen und lieber stoisch den richtigen Weg gehen.

Übrigens: Es gibt kein Recht auf Stasi- Propaganda! Man kann den Spiess so ironisch umdrehen.

Vaterland
21. Oktober 2017 15:03

Der_Jürgen

"Das ist eine äusserst schwache Argumentation. Was soll das Jonglieren mit undefinierten Begriffen wie 'rechtsextrem'? Wenn Sie schreiben: 'Wären wirklich rechtstextreme Werke ausgestellt worden, so wäre das eine Straftat die mit rechtsstaatlichen Mitteln geahndet worden wäre', übernehmen SIe voll und ganz die Ideologie des Systems."

Sie haben offensichtlich nicht bedacht, dass ich meinen Kommentar in der "Zeit" veröffentlicht habe.  Seit Beginn der Massenimmigrationskrise kommentiere ich dort regelmäßig entsprechende Artikel. Hierbei beachte ich folgenden Grundsatz: Verstehen setzt das Verstandene voraus  - oder im Pädagogendummdeutsch: Man muss den Leser dort abholen, wo er steht. Zu Beginn meiner Kommentierungen wurde ich von der Redaktion mehrmals auf die "rote" Liste gesetzt, d.h. meine Kommentare unterlagen vor der Veröffentlichung generell einer Prüfung seitens der Redaktion. Einmal wurde die Kommentierungsfunktion für mich sogar gänzlich gesperrt. Ich intervenierte mehrmals und erreichte, dass man mich schließlich wieder "freischaltete".  Während des letzten Jahres konnte ich nahezu ungehindert kommentieren, obgleich meine Kommentare teilweise "schärfer" ausfielen als zu Beginn. Ich führe dies darauf zurück, dass sich das akzeptierte Meinungsspektrum selbst in einem "linken" Medium wie der "Zeit" nach "rechts" verschoben hat. Zudem fällt auf, dass meine "rechten" Kommentare häufig eine hohe Leserzustimmung erhalten. 

Ich  betrachte meine Interventionen in einem "linken" Medium als Beitrag im Sinne Thor v. Waldsteins metapolitischer Strategie.  Und das dürfte sinnvoll sein - oder etwa nicht?

Vautrin
21. Oktober 2017 19:51

Amen!

Katzbach
21. Oktober 2017 21:08

Ich nehme nicht an, dass Bukowski Oskar Panizza gelesen hat, aber er ist zu gleicher Erkenntnisse gekommen. Frei zitiert: "Warum laßt man uns denn frei rumlaufen, wenn wir irre sind?"Die Erwiderung: "Ich denke mal, wir sind einfach zu viele und deshalb läßt man uns einfach frei rumlaufen."

Zu dieser Gelegenheit möchte ich den Intellektuelle das Werk empfehlen. Vor Jahren konnte man noch mit der Begründung, Fäkalsprache ablehnen, wenn man aber das Deutsche Fernsehen betrachtet, ist Bukowski dort bereits angekommen jedoch ohne literarischen Beiwerk. Auch auf der Buchmesse hätte er ein gute Figur gemacht im Vergleich, denke ich.

Paracelsus
21. Oktober 2017 22:01

Die Zuschreibung "wahnsinnig" an die Gegner ist meines Erachtens problematisch:

einerseits nimmt sie ganz richtig die psychische Dimension des Geschehens in den Blick. Vieles von dem Geschehen ist nicht oder nicht nur auf der Ebene von Argument und Verstand lösbar,

andererseits bedeutet "Wahnsinn" schon eine Diagnose, die man einem Kollektiv ohnehin nicht stellen kann und die zu stellen, für den Einzelfall, doch gewissen Ärzten vorbehalten ist.

Festzuhalten bleibt also: neben den in der Diskussion von @ Der_Jürgen angesprochenen Thematik gewisser Persönichkeiten, die mit der Zuwanderung von Hunderttausenden gewisse ethnische Projekte verfolgen,

geht es beim "gemeinen Linken" auf psychischer Ebene um die Regulation von innerseelischem Wohlbefinden, für welches bekanntermassen beispielsweise ein klarer Feind wichtig sein kann. Der von Sellner gebrauchte Begriff der "Projektion" ist da wegleitend, in der tiefenpsychologischen Fachsprache steht er beispielhaft für ein besonders ungünstiges Niveau der sogenannten "Abwehrformen", also der Mittel, die sich das Unbewusste bedient, um möglichst viel Wohlbefinden zu ermöglichen. Das Hineinsehen eigener Emotionen in andere gilt mithin tatsächlich als Zeichen für ein gestörtes, problematisches Seelenleben.

Aber es gibt Hoffnung! Es ist nahezu jedem Menschen möglich, sich der eigenen Projektionen, Verleugnungen oder auch Entwertungstendenzen anderer bewußt zu werden.

"Der Rechte" steht für den "87%- Deutschen" für das Dunkle in sich selbst, die  "abgewehrten" eigenen Anteile, vor denen man Angst hat, denen man sich schämt usw. Aber es lohnt sich, sowohl das eigene Verdrängte anzuschauen als auch die Rechten sich konkret anzuschauen, dann wird man merken, es ist alles gar nicht so schlimm, der Mensch ist nun mal vielfältig und hat dunkle und helle Seiten... Und der, den man für ach wie böse hielt, ist doch gar nicht so schlimm...

Wie andernorts gesagt, ich halte diese innere Arbeit, das Dunkle, Unheimliche usw. nicht mehr auf andere zu projizieren, für dringend notwendig. Und selbstverständlich kommt diese Art der Projektion auch bei Rechten vor...  Da fasse sich jeder an seine eigene Nase.

Dann braucht es auch keine Bürgerkriege oder Reservate, wie es auf dem Lichtmesz-Strang die Tage diskutiert wurde.

Cacatum non est pictum
22. Oktober 2017 00:30

@Herr K.

Es ist kein Exterminieren im Physischen, was diese Linken wollen, auch wenn Sellners Ängste nach dem linken Mob der Buchmesse verständlich ist. Auch hier gilt es von Nolte zu lernen und den linken Allmachtsbestrebungen keine totalitäre Gegenbewegung zu präsentieren, vielmehr ist wichtig, das zu sein, was die Linken gerade eben NICHT sind: humorvoll, charmant, besonnen, mutig. Von daher ein Dankeschön an alle, die sich in die Negativtrance nicht hineinziehen lassen und lieber stoisch den richtigen Weg gehen.

"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt." Man wird die Konfliktebene nicht dauerhaft verlassen können, auf die das Geschehen von linker Seite verlagert worden ist. Der Krawalltourismus vom vergangenen Wochenende war einer Buchmesse sicher unwürdig. Aber den Rahmen hat die Antifa abgesteckt, flankiert natürlich von den selbsternannten Lordsiegelbewahrern des freien Wortes. Und ich gehe jede Wette ein, daß die Nie-wieder-Deutschland-Krakeeler ziemlich beeindruckt waren von der lautstarken Gegenwehr - sind sie es doch sonst gewohnt, den politischen Gegner nach Belieben verspotten und niederbrüllen zu können. Sollen sie ruhig merken, dass der Wind sich in ihre Richtung dreht. Warten wir ab, wie viele bei der Stange bleiben, wenn ihnen erst einmal ein Orkan ins Gesicht bläst.

Der Feinsinnige
22. Oktober 2017 02:19

@ Vaterland: Ihr Engagement und Ihre Geduld mit der ZEIT-Redaktion verdient Lob und Unterstützung. Ich bin gespannt, wie lange Ihre Zulassung auf der ZEIT-Seite nach Ihrem hiesigen Kommentar und der Verlinkung Ihrer eigenen Stellungnahme unter (fast) demselben (nur latinisierten) Pseudonym noch bestehen bleibt. Bitte berichten Sie bei Gelegenheit weiter in diesem Block!

Der Artikel, den Sie verlinken und auf den Sie geantwortet haben, ist wirklich (im negativen Sinne) eindrucksvoll. Nur beispielhaft ein kurze Zitat: „Es steht jedem Bürger in diesem Land zu, demokratiefeindliche Rechtsextreme niederzuschreien, sie am Sprechen und Publizieren oder an Auftritten zu hindern. Es geschieht interessanterweise aber kaum. Hin und wieder fliegt ein AfD-Mitglied mal aus dem Restaurant oder aus der Sauna.“

Die Autorin Mely Kiyak befürwortet also Verhaltensweisen, die mit Fug und Recht zumindest als schlechtes Benehmen und Diskriminierung bezeichnet werden können, durchaus aber auch mit verschiedenen Gesetzen in Konflikt geraten dürften – und das unter dem Dach der ZEIT. Danke für diesen Link!

@ Silberzunge: Danke auch für Ihre Links! Vor allem der erste Artikel hat es in sich. Alle ideologischen Wortpirouetten des Autors Jens Jessen können eins nicht verbergen: Jessen ist implizit ehrlicher als viele andere Deutschlandabschaffer. Zitat:

Was verdient mehr Respekt: die eigene nationale Tradition oder die internationalisierte, von andersreligiösen Fremden mitbestimmte Gegenwart?“

Aha – unsere Gegenwart (in Deutschland) wird von andersreligiösen Fremden mitbestimmt, aber -- eine Islamisierung findet nicht statt.??

Zitat: „Für viele ... dämmert dagegen am Horizont der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit, mindestens Arbeitslosigkeit. Sie werden mit ihrer deutschen Spezifik bald nichts mehr zu beißen, schon gar nichts zu lachen oder mitzureden haben. Für sie bedeutet die Internationalisierung ihrer Heimat eine Erfahrung ähnlich der, wie sie von Ostdeutschen nach der Wende gemacht wurde: dass sie sich mit einem Mal als Emigranten im eigenen, über Nacht radikal veränderten Land fühlen.“

Abgesehen von der meinerseits durch Punkte ersetzten diffamierenden Passage zu Beginn eine für einen Globalisierer und Deutschlandabschaffer doch (sicher ungewollt) recht wirklichkeitsnahe Beschreibung dessen, was zu geschehen droht und schon geschieht.

Zitat: „Es ist aber auch klar, dass die überkommenen Parteien sich gegen die Umwälzungen im Zuge der Globalisierung nicht wehren können. Sie können nur, um dem Bürger etwas von seiner Panik zu nehmen, Widerstand simulieren – indem sie mit Angela Merkel Verzögerung versprechen oder mit Martin Schulz die sozialdemokratische Rhetorik der guten alten Zeit noch einmal bemühen, eine Geste, die genauso rührend retro ist, wie die AfD-Propaganda gewalttätig retro ist.“

Die Altparteien können sich nicht wehren? Sie wollen es nicht! Jessen spricht es mit seinen vernebelnden Worten aus: Sie belügen und betrügen das Volk. An dieser Aussage ändert auch der letzte (unverschämte) Halbsatz nichts. Auch ein Herr Jessen wird noch erleben, daß das Volk in seiner Mehrheit diese Lüge nicht ewig hinnehmen wird und daß die Forderung der AFD und ihrer Wähler, die illegale Masseneinwanderung zu beenden und damit den Rechtsstaat wieder herzustellen, nichts mit Gewalttätigkeit und nichts mit „retro“ zu tun hat. Die Diskussion in diesem Land scheint langsam, Schritt für Schritt, selbst in einem Medium wie der ZEIT zu den Kernpunkten vorzudringen, und sei es durch solche Artikel wie den des Herrn Jessen.

Utz
22. Oktober 2017 13:37

@ Braunschweiger

So macht Abrüstung Spaß:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/mit-rechten-reden-unendlich-oede-kolumne-a-1173702.html#ref=nl-dertag

Erschreckend! Mittlerweile leben die Gutmenschen wirklich in einem Paralleluniversum. Rettung der Menschlichkeit! Die Zeit des Redens ist vorbei! Merken die eigentlich was sie da machen?

Die Gegenseite hat Angst. Die meisten von denen fürchten allen ernstes, daß wir demnächst wieder anfangen KZs zu bauen und Juden zu vergasen. Die Kombination aus Dummheit und Angst treibt diese Blüten. Immer wieder erlebe ich in persönlichen Gesprächen hautnah diese riesengroße Angst.

Leider hilft uns das nichts, zu erkennen, daß ihre Haltung aus Schwäche entsteht. Vernichten wollen sie uns trotzdem. Weder die Angst noch die Dummheit ist einfach auflösbar. Würden wir - um deren Angst einzudämmen - beteuern, daß uns nichts ferner liegt als KZs zu bauen, würde bei der Gegenseite nur das Argument kommen: die Rechten sind Wölfe im Schafspelz, sie verstecken ihre eigentlichen Ziele. Nichtsdestotrotz müssen wir wohl trotzdem immer wieder die Absurdität ihrer Weltwahrnehmung thematisieren. Ein paar der Intelligenteren könnte es ja doch zum Nachdenken bringen.

Franz Bettinger
22. Oktober 2017 21:48

@ Jürgen (und auch @ Vaterland):

Da liegen Sie ausnahmsweise einmal falsch. Zumindest das Verfassungs-Gericht hat die Begriffe - natürlich nicht philosophisch, sondern zugegebenermaßen sehr unzulänglich und Willkür-affin - für sich definiert. Danach ist "rechts-extrem" (z.B. Mein Kampf, Symbole der Nazis) verboten, "rechts-radikal" (z.B. die NPD) nicht. Darauf bezieht sich der Forist @ Vaterland. Und deshalb sollte die AfD Politiker des BT's verklagen, die diese Unterscheidung nicht machen. Übrigens ist mein Eindruck der, dass die meisten Politiker die Unterscheidung kennen und sich daran halten. Zur Diffamierung taugen selbstverständlich beide Begriffe gleichermaßen, da haben Sie recht, Jürgen. So ist es vom Gegner beabsichtigt.

@ Wahnsinn:

Wen's interessiert: Medizinisch unterscheidet man qualitative (Psychosen, darunter den Wahn) und quantitative (also übertriebene Reaktionen, Neurosen) Abweichungen vom Normalen bzw. von der Wirklichkeit. Wer im Alkohol-Delir weiße Mäuse sieht, erlebt einen Wahn; wer vor einer Maus auf einen Tisch flieht, eine Neurose. Unter extremem Stress (z.B. Krieg, KZ) vermehren sich die Neurosen, während Psychosen seltener werden. Warum? Weil sich in Extrem-Lagen die Wirklichkeit dem Wahn annähert, und damit die Unterschiede zwischen den Wahnsinnigen und den Normalen schrumpfen. Gerade in der Not (in Schlachten) gibt es auch den kollektiven Wahn (panische Flucht oder Berserker-haften Angriff). - Mit der Bezeichnung psychopathisch liegt man in jedem Fall richtig, was die Antifa betrifft, alles unterlegt mit einer Portion Dummheit, deren Größe gar nicht unterschätzt werden kann. "Wer das Denken nicht von kleinauf gelernt hat, dem wird das Denken immer weh tun." "Gekonntes (aber) macht Spaß." "Warum von Bosheit sprechen, wenn Dummheit ausreicht zur Erklärung."

@ Cacatum:

Zustimmung. Man muss der Antifa ihren eigenen Wind ins Gesicht blasen. Das beste Mittel gegen Mobbing ist Gegen-Mobbing. Dafür darf man sich nicht zu fein und nicht zu leise sein. Selbstbewusstes Gegenfeuer sind diese Typen nicht gewohnt, und intellektuell haben sie rein gar nichts drauf. - "Ihr habt recht," so ging ein Spruch am AfD-Stand, der immer zog, " wäre ich wie ihr bei der Antifa, würde ich auch nicht diskutieren wollen. Nur brüllen. Da könnt ihr nix verkehrt machen." Das gab unter den Marktplatz-Besuchern immer Lacher zu unseren Gunsten.

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