Sezession
18. März 2018

Leipziger Buchmesse – Antaios, Tumulte, Resonanz

Götz Kubitschek / 17 Kommentare

Gestern die ersten beiden Antaios-Lesungen - laut "Welt" waren wir (wie schon in Frankfurt) die Auslöser der Tumulte.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Und bereits im Titel teilt man mit: "Nach Protesten der Antifa eskaliert die Situation." Es sind solche Berichte, nach deren Lektüre wir abwägen, ob es nicht doch notwendig sei, die Dinge geradezurücken. Unsaubere Überschriften und Begriffe, die Ursache und Wirkung verkehren: Marc Reichwein von der "Welt" weiß schon, wie man schreiben muß, daß Roß und Reiter nicht deutlich genug genannt werden und die Fließrichtung der Unschuldsvermutung wie (noch) immer nach links geht.

Wenn ich's nun anders erzähle, wird's wieder den ein oder anderen Kasek geben, der dies für "Opferstilisierung" hält. Diese von vornherein falsche Deutung unserer Arbeit ist mittlerweile zu so etwas wie der letzten Rettungsgasse der Verhinderer der Auseinandersetzung mit uns geworden.

Martin Lichtmesz hat vorgestern noch einmal auf die Entstehung und das mehr als peinliche Verhalten des Autorentrios verwiesen, das diesen Opfer-Begriff ins Spiel brachte. "Mit Rechten reden" war deren Aufhänger (mithin ein weiteres Sich-dran-Hängen an unseren flotten Kahn). Aber dieses "Reden" war nie ernsthaft als ein "mit" uns reden gemeint, sondern nur als ein etwas geschickteres (nicht klügeres) "über" uns reden. Der Vertrauensvorschuß, den wir Per Leo plus x entgegenbrachten, ist jetzt halt aufgebraucht, und das ist nicht weiter schlimm, sondern ein weiteres, eher kürzeres Kapitel einer Verlaufsgeschichte, die ich eines Tages wohl aufschreiben muß.

Aber zurück zu gestern, zum Verlauf:

Wir waren am frühen Nachmittag bei einer Diskussionsveranstaltung der #verlagegegenrechts - es diskutierten (diskutierten?) Liane Bednarz, Andreas Speit, Christoph Links, "über" uns, und als das dritte Mal die Behauptung aufgestellt wurde, man könne "mit" uns gar nicht reden, weil wir daran kein Interesse hätten (jenseits der Opferrolle), platzte zuerst Ellen Kositza, dann mir, dann Martin Lichtmesz der Kragen, und wir riefen ein paar Sätze dazwischen, Tenor: Hier sind wir doch, wir können gleich anfangen mit dem Reden. Aber das war nicht vorgesehen, das war und ist auf keinem der 20 Podien über und gegen uns nicht vorgesehen, und ich stellte mir, während wir uns trollten, die Frage, ob eine Initiative von #verlagegegenlinks auf dasselbe Wohlwollen der Messeleitung, der Zivilgesellschaft, der politischen Entourage stoßen würde. Wohl eher nicht.

Am späten Nachmittag hatten dann wir unsere beiden Veranstaltungen. Die Zugänge: über Schleusen, recht wenige Zuhörer nur waren zugelassen, und nach einigem Verhandeln konnte ich noch weitere 15 Leute hereinbitten, mit der Auflage, dies mögen bitte keine Störer sein. Also wählte ich mir bekannte Leser.

Drin dann doch ein massiver Störversuch, ein paar Antifas mit einem Banner, viel Geschubse, Rangeleien, dann konnten wir weiterlesen. Draußen: Sprechchöre gegen uns (und vor unserem Zeitfenster übrigens bereits eine unangemeldete linke Kundgebung), weder Rangeleien - aber es eskalierte eben gar nichts, ganz entgegen der Darstellung von Marc Reichwein.

Denn wir hatten unsere Leser und Unterstützer um Ruhe gebeten - kein einer Buchmesse unangemessenes Gegenbrüllen, sondern stille Präsenz und dazu die schönen Sprüche und Symbole auf großen Plakaten, von denen hier etliche zu sehen sind.

Einmal begannen ein paar "von uns" zu skandieren, aber sie wurden gleich zur Ruhe gerufen, und so war eine halbe Stunde lang neben den Parolen der Antifa nur das Gespräch zwischen Benedikt Kaiser und mir zu hören. Als Sommerfeld und Lichtmesz dann den "Nationalmaschismus" vorstellten, war es schon ganz ruhig.

Von wegen also "Eskalation" und "Auslöser Antaios". Aber mancher Reichwein macht sich die "Welt" eben so, wie es ihm gefällt. Soll er.

Wir nennen das, was wir heute Abend dann vier Tage lang gemacht haben werden, "erweitertes Verlegertum": Bücher verlegen und ihnen gegen den erklärten und praktizierten Widerstand der "Zivilgesellschaft" den Resonanzraum verschaffen, der ihnen gebührt. Alles undramatisch, wenn es nicht immer wieder #versagergegenrechts gäbe, die ein Drama daraus machten.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (17)

starhemberg
18. März 2018 12:31

Ein klarer Punktsieg. Allerdings sind die supernervösen Diskursherrschaftsbewahrer auch ziemlich dämliche Gegner.
Man kann sie nur auslachen. So, jetzt mache ich es mir auf der Couch gemütlich und lese ein Kaplaken-Bändchen.

Brettenbacher
18. März 2018 12:52

"....recht wenige Zuhörer nur waren zugelassen...".

Wenn es also unter diesen Umständen auf die Anzahl der Sympathischen nicht so angekommen ist, so sollte doch erwähnt werden, daß derer wohl hunderte mehr, wenn auch nicht hinein gekommen, so doch - stimmungsmäßig deutlich spürbar - da gewesen wären, wenn nicht seit dem späteren Vormittag nichts, aber auch gar nichts mehr auf Schiene nach Leipzig gegangen wäre.. Und zwar von keiner Himmelsrichtung..
Die in Folge dessen seit Dezennien wieder erste authentische weil auf dem Domplatz zu Erfurth einverleibte "Thüringer" konnte den Alten aus dem Schwarzwald für die Fehlfahrt nur wenig trösten.

W. Wagner
18. März 2018 13:50

Danke für den Bericht. Ich denke, dass Sie und ihr Team sowohl mit den YouTube-Filmchen als auch mit dem Design der hochgehaltenen Plakate sehr gekonnt, durchdacht, geschmackvoll, gut reagiert haben. Auch dass Sie und Ihre Frau sowie Martin Lichtmesz etc. sich bei den Gegenveranstaltungen zeigten, entlarvt dieselben in ihrer Verlogenheit ein Gespräch angeblich zu suchen. So gewinnen Sie weitere Leser.

Leo Lobauer
18. März 2018 14:49

Man soll sich bekanntlich kein Bild machen. Aber: auf mdr.de findet sich unter:
https://www.mdr.de/kultur/buchmesse/video-tumulte-auf-der-buchmesse-100.html

ein Video, dass den Ablauf der "Rangelei" und die "Nie wieder"-Schreier gut ins Bild setzt!

heinrichbrueck
18. März 2018 15:07

Links hat systemstabilisierende Macht, aber keine systemerhaltende Herrschaftsmacht. Die deutsche Rechte will die unmittelbare Herrschaftsmacht; bekommt sie natürlich auch, ist alles nur eine Frage der Zeit. Der Gegner mag Bednarz und Leo heißen, - auf unterster Ebene und indirekt, als Diener der unsichtbaren Herrschaftsmacht -, der Feind hat einen anderen Namen. Wer die Strukturen nicht ändern will oder kann, liefert Beweise. Indizienbeweise lassen sich kategorisieren.

Die Spaltung RECHTS - LINKS wird verlagert auf NATIONAL - INTERNATIONAL. Die Scheingefechte gegen einen tragfähigen Zusammenhalt sollen wohl weitergehen. Die reale Herrschaftsmacht spielt auf Zeit.

Sind die Nationalen (oder die Völkischen, wie sie von den Lakaien des negativen Umvolkungsprozesses, der zugleich das größte Völkermordprogramm der Weltgeschichte ist, mit ihrem Angstmachernamen benannt werden) clever, setzen sie die Liberalen und deren Einstellungen in ein volkserhaltendes Recht. Ist ein solches Dienstverhältnis eine liberale Unmöglichkeit, bleibt den Liberalen nur die indirekte Verteidigung des Globalismus. In diesem System kann niemand aus seiner Haut, bis jedem die Haut abgezogen wurde. Die Vorgaben der Propaganda laufen auf Hochtouren. Nützlich ist diejenige Propagandavorgabe, die eingebettet das notwendige Umvolkungsprogramm gewährleisten kann.

Sichtbar wird die Gefährlichkeit eines Feindes erst dann, wenn eine Zuwiderhandlung, direkt oder indirekt, die eingespielten Waffen zum Einsatz kommen lassen. Natürlich ohne selber Lakaien des Systems zu werden; also wie die Linken sich den Globalisten zu Diensten gebärden.

In diesem Zusammenhang spielt Trump auch NATIONAL gegen INTERNATIONAL aus, wobei der einfache Wahlspruch MAGA eine Finte sein könnte. Schließlich ist ohne Sezession der Weißen, die MAGA wohl nicht schwarzgefärbt verstanden, die durchmischte USA rettungslos verloren.

Die USA haben eine demokratische Kultur. Der Hauptgrundzug dieser Kultur ist das demokratische Recht desjenigen, der sich im Lebenskampf seiner Ethnie, als Durchsetzender herausstellt. Seine Enkelkinder können diesen Kampf schon gegen die Durchsetzenden einer anderen Ethnie verlieren, und damit seinen ganzen Lebenskampf zunichtemachen. Herkunft ist zweitrangig. Diese Art Verdrängungsprozeß gewährt keine glorreiche Zukunft. Die Kultur produziert unaufhörlich Ausschußware. Es ist die Beschäftigung mit Makulatur. Der Zerfall eines solchen Landes ist nicht aufzuhalten. Ein Konglomerat ohne Zusammenhang, seelenlos. Gäste. Gefräßig auf der Suche... Die Vereinigten Staaten von Europa lassen grüßen.

Und dann die sozialen Verwerfungen.

Dazu Gustave Le Bon: "Die soziale Täuschung herrscht heute auf allen Ruinen, die die Vergangenheit auftürmte, und ihr gehört die Zukunft. Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer."

Die Linken sind Täuscher, ob sie es wissen oder nicht. Getäuschte zu werden, - schließlich haben die Schuhputzer der Globalisten, deren Progressionsbereitschaft grenzenlos sein möchte, ihren Gegner verstanden -, war noch nie eine gute Idee.

In unserer deutschen Geisteskultur würden die Schaffenden das gegenwärtige Geldsystem zerstört haben, was durch die Vermischungsdemokratie wohl noch rechtzeitig verhindert werden soll.

Ein gebuertiger Hesse
18. März 2018 15:16

Hätte der blöde Winter nicht die Leipziger Bahnhofsweichen einfrieren lassen, so daß die Stadt praktisch geblockt war, hättet Ihr noch einen und vermutlich viele weitere Besucher mehr gehabt. Mist. Aber den Resonanzraum habt Ihr so oder so erweitert.

Gutes Gelingen für heute nachmittag!

Mauerbluemchen
18. März 2018 16:07

Zu diesem jämmerlichen versagergegenächz-Gestalten/transatlantifawürstchen fällt einem nur ein höchst treffender serbischer Ausspruch ein:

Haßt sich selbst bis Mittag und danach die ganze Welt (für Sprachkundige: mrzi sebe do podne, a posle toga ceo svet).

Hartwig aus LG8
18. März 2018 16:29

Frau Kositza, Frau Sommerfeld, Herr Kubitschek, Herr Lichtmesz ... ich möchte Ihnen meinen Respekt dafür zollen, dass Sie sich den wohl unausweichlichen Anfeindungen immer wieder aufs Neue aussetzen. Das ist eben doch eine ganz andere Nummer, als sich mehr oder weniger gesichtslos um den Antaios-Messestand oder die Lese-Insel zu scharen, wenn sich der krakeelende Mob nähert.

Ein erweiterter Rundgang über die Messe offenbarte das metapolitische Schlachtfeld der näheren Zukunft. Marx-Jahr 2018. Marx hier und Marx da, und je nach Verlag durch Lenin oder Trotzki garniert. Das sah nicht nach nostalgischem Überbleibsel aus, sondern wie ein groß angelegtes Revival. Im 82er Heft der Sezession wird dem auch Rechnung getragen. Wobei: Der alte historische Marx mag das Eine sein, der heutig praktizierte Marxismus, auf den sich letztlich noch die absurdesten Emanzipationsbewegungen berufen, ist die eigentliche Baustelle.
Bildlich wurde Marxs markantes Konterfei als Pop-Ikone stilisiert und auf T-Shirts und Tüten herumgetragen. Vielleicht sollte SiN als Plattform die Leserschaft dazu aufrufen, Gegenentwürfe in Bild und Slogan zu entwerfen. Mit einfalls- aber vor allem humorlosen Motiven ala Konmo ist jedenfalls kein Blumentopf zu gewinnen.

Blue Angel
18. März 2018 16:36

Dem Lob von W. Wagner schließe ich mich an: Es war wirklich eine sehr überzeugende Gesamtpräsentation.

Einige zusätzliche, interessante Zusammenhänge des Grundthemas (globalistisch-)international und (multipolaristisch-)national hat Hadmut Danisch gefunden:
https://www.danisch.de/blog/2018/03/18/maas-und-soros/

H. M. Richter
18. März 2018 19:09

Liane Bednarz, die als Expertin gehandelt wird, ohne auch nur das Wort Konservatismus aussprechen zu können - vgl.

https://www.youtube.com/watch?v=37FyJ2ywzII

- ab 0:04 Min.,

will also mit jenen, über die sie unablässig spricht und schreibt, nicht diskutieren?!

Das ist interessant, sind doch die Damen Sommerfeld und Kositza wie die Herren Kubitschek und Lichtmesz u. a. gewissermaßen ihre Arbeitgeber ...

Es verwundert hingegen nicht, daß einschlägige Berichte über das Leipziger Buchmesse-Geschehen erneut der altbekannten Methode entlehnt sind, welche die Ursache für ein schweres Sexualdelikt nicht im Täter, sondern im "Minirock" verortet wissen will.

Doch gibt es längst eine Gegenöffentlichkeit, die von Tag zu Tag größer wird und sich zu informieren weiß.

Im Ergebnis kommt es zur Entlarvung, die letztlich sogar gemeinschaftsstiftend wirken kann.

Möglich auch, daß beispielsweise jene Zeitungsberichte über den bedrohlich wirkenden, glatzköpfigen Antifa-Linken auf der Frankfurter Buchmesse, der als Rechter herhalten sollte, eines Tages an den Universitäten des Landes als Lehrmaterial dienen werden, wenn das Phänomen der sog. 'Lügenpresse' analysiert werden wird.

Darüber, ob dann eine Liane B. noch als Expertin gilt, kann durchaus gewettet werden, wenngleich jene, die die Zeit nach 1989 - mit der urplötzlichen Beweglichkeit der Alt-Kader - bewußt erlebt haben, so sicher nicht sein werden ...

Immer noch S.J.
18. März 2018 19:14

Im Vergleich zu Frankfurt war das zum Glück nichts Besonderes. Die Medien haben erkennbar Mühe, das kaum Bedeutsame aufzupumpen und mit geschickt gewählten Bildern das Klischee der stets gewaltbereiten, rülpsenden Rechten irgendwie zu bedienen. Es gelingt einfach nicht. Wenn es so auch weiterhin verliefe, können wir alle zufrieden sein. Es ist eine Art Ausweitung der Präsenz gelungen. Spektakulär waren die vorbereiteten Schilder wie #VERSAGERGEGENRECHTS, die in Kombination mit der Tatsache, dass Rechte meines Wissens die Veranstaltungen der anderen Seite in Frankfurt bzw. Leipzig nicht störten, das Bild prägnant abrunden. Ganz wunderbar entlarvend ist übrigens, wie die gerade erfolgte Verhaftung zweier Linksextremisten mit ihren Sprengstoffvorbereitungen weitgehend verschwiegen wird. Auch wenn z.B. Marc Reichwein in der WELT heute einmal mehr ein Gespräch zwischen den verhärteten Fronten anmahnt, da er sich davon reuevolle Einsichten verspricht ("frei nach dem Philosophen Hans-Georg Gadamer, immer noch: Der andere könnte recht haben"), sehe ich persönlich für derlei Inszenierungen keinen zwingenden Bedarf. Es ist alles in Hülle und Fülle gesagt und geschrieben worden. Die Leute müssen sich mal langsam entscheiden, wenn sie es noch nicht getan haben sollten.

Theophrastus Bombastus
18. März 2018 21:43

Diskussion mit meinem besten Freund, zwischendurch von ihm:
>>Zwischendrin Mal ne Definition:
Diese lauten Typen, die sich den ganzen Tag moralisch überlegen fühlen und mit erhobenen Zeigefinger überall politische Korrektheit nach eigener Definition einfordern und Andersdenkende mit Nazi-Keulen zum Schweigen bringen wollen: Das sind keine Linken! Wer die als Beispiel für typische Linke anführt weiss nicht, wovon er redet. Ein Punk(!)-Kumpel von mir nennt die "braune Bolschewisten", andere Bezeichnungen sind "rote Gestapo" und sogar die Simpsons bezeichneten sie als "Kommunistennazis".
Die philosophischen Definitionen von rechts und links sind: Links: alle Menschen sind gleich(berechtigt), Rechts: Menschen sind von Natur aus unterschiedlich (viel wert).
Kommunistennazis halten sich für natürlich überlegen, moralisch (gottgegeben?) im Recht, während andere (Menschen und Meinungen) minderwertig sind.
Laut Definition sind also genau das Rechte.
Kommunistennazis beschimpfen auch gerne andere (echte?) Linke als "Nazis", z.B. die Wagenknecht, als sie einfach bestätigt hat, dass es Schnittstellen im Programm von Linke und AFD gibt (Fakt). Solche Leute sind auch nur Spalter. Bitte DIE NICHT mit echten Linken gleichsetzen. Die sind genauso repräsentativ, wie 5 betrunkene Fascho-Hools nachts um 4 an der Strassenbahnhaltestelle. <<

Haben wir es also hier mit Kommunisten-Nazis zu tun? Kennt einer vonEuch die wahren Linken und was wollen die? Kann man mit denen reden?

Der Feinsinnige
18. März 2018 22:58

Der Buchmessenauftritt war ein voller Erfolg. Dank an Antaios, daß dieser Kampf geführt wird. Die mit extra entworfenen, schön gestalteten und geistreichen Schildern durchgeführte Gegendemo war eine tolle Idee!

Der Stand war, soweit ich dies im Netz und auch direkt am Ort des Geschehens mitbekommen habe, gut besucht, trotz des zugewiesenen Platzes am Rande des Messegeländes. Dies konnte nicht verhindern, daß die Veranstaltungen wohl zu den bestbesuchtesten der Messe gehört haben dürften - nicht in der Veranstaltungsfläche, die von der Messeleitung offenbar bewußt winzig konzipiert war, sondern was die Zahl der potentiell Interessenten angeht, die draußen standen und aufgrund der akustisch unterdimensionierten Lautsprechertechnik (deren Stärke mit Sicherheit genauso wie die Veranstaltungsfläche von der Messe vorgegeben war) nur wenig bis nichts mitbekommen konnten. Mein persönlicher Eindruck vom Samstag: Unter der dreistelligen Zahl von Leuten, die sich um die Veranstaltungsfläche versammelten, waren ein sehr großer, überwiegender Teil ernstlich Interessierter (egal, ob Antaios-Anhänger oder Neutrale, die sich ein eigenes Bild machen wollten, was durchaus auch auf manchen Andersdenkenden zutreffen kann). Eine Veranstaltungsfläche mit hundert und mehr Sitzgelegenheiten hätte mühelos mit ernstlich Interessierten gefüllt werden können. Das wird die Messeleitung in Zugzwang bringen: Nochmals wird man sich eine solche örtliche Einzwängung kaum leisten können, zumal selbst in der etablierten Presse bereits Kritik unter Sicherheitsaspekten laut wird:

„Eingehegt war die Veranstaltung also durch Sicherheitsleute der Messe und der sächsischen Polizei. Dazu gab es Durchsagen der Messeleitung sowie hilflose Ansagen: „Bitte lassen Sie die Fluchtwege und Sicherheitsgänge frei.“ Tja, warum sind die Gänge überhaupt wieder so eng, wenn doch schon Demos zu befürchten sind? Da hilft auch eine Randplatzierung in der Messehalle nicht.“
https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article174659544/Leipziger-Buchmesse-Nach-Protesten-der-Antifa-eskaliert-die-Situation.html

Die Störungen, akustisch und auch tätlich, gingen von links aus, wie zu erwarten war. Das Zusammenwirken von Polizei, Messe-Security und wohl auch anderer Security (die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Security von Compact“; die Korrektheit dieser Information kann ich nicht beurteilen, es war jedoch Sicherheitspersonal anwesend, welches aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes weder dem Messepersonal noch der Polizei zuzuordnen war).

Im selben Artikel (https://www.sueddeutsche.de/kultur/leipziger-buchmesse-drinnen-der-geist-draussen-die-hooligans-1.3911011) schreibt die Süddeutsche Zeitung:
„Dass es nicht zum großen Krach kam, lag vielleicht nur daran, dass sich die Menschen in diesem Moment im Outfit zu ähnlich waren, um sofort identifiziert zu werden, und womöglich auch an der Präsenz eines älteren Wutbürgertums, das wild herumschimpfend zwischen jugendlichen Aktivisten stand.“
Das „wild herumschimpfend“ einmal beiseite gelassen, fühle ich mich durchaus angesprochen („älterer Wutbürger“, auch wenn ich die Bezeichnung, da grundsätzlich pejorativ ironisch gemeint, an sich ablehne). Der von der SZ formulierte Satz beinhaltet genau den Punkt, warum es wichtig war, daß so viele Sympathisanten außerhalb der eigentlichen Veranstaltungsfläche anwesend waren und ausgeharrt haben, obwohl kaum etwas bis gar nichts zu verstehen war.

Man wird nicht ewig nur ÜBER Antaios OHNE Antaios diskutieren können. Früher oder später werden die Einladungen kommen. Und wenn es noch Jahre brauchen sollte – das Establishment ist nicht nur in der Defensive, sondern ist vom „Riß“ mittlerweile selbst erreicht worden. Neuester Beweis: https://www.erklaerung2018.de/

Lotta Vorbeck
18. März 2018 23:35

@Götz Kubitschek

Eine rein rhetorische Frage:
Können Sie, nach all den Gehässigkeiten, Unterstellungen und Verdrehungen, die eben jene Liane Bednarz über Jahre hinweg, über Götz Kubitschek, Ellen Kositza, Ihre Mitarbeiter und Ihre Projekte auf sämtlichen zur Verfügung stehenden Kanälen unablässig hyperventilierte, dieser Frau Bednarz vergeben?

Doctor Who
19. März 2018 13:22

Ein Dialog von Autoren die als "rechts" eingeordnet weredn mit "linken" Spinnern die eigentlich nur auf Konfrontation und Gewalt aus sind wird nie möglich sein. Eine sachliche Diskussion mit linken Intellektuellen ist vielleicht möglich wenn diese von ihrem hohen Ross runterkommen dass sie die Wahrheit abboniert haben weil sie sich selbts als Antifaschisten sehen. Nich nur das - ein solcher Dialog und Zusammenkommen im Interesse einer funktioinierended Gesellschaft in Deutschland sind unbedingt nötig wenn wir nicht wollen dass unsere Gesellschaft wie im 30-jährigen Krieg in blutige und endlose Konflikte um Religion zerfällt. Die gefahr ist sehr real and wer wissen will wie das heute aussehen könnte muss nur in den Geschichtsbüchern nachlesen was in Indien in the 40er Jahren bei der Erlangung der Unabhängigkeit passiert ist.

Hartwig aus LG8
19. März 2018 20:13

"Den Riss vertiefen." Kubitschek.
Der Gegner geht darauf ein:
https://www.taz.de/Kommentar-Rechte-auf-der-Buchmesse/!5489446/

Wir sollten diese Sprache verstehen und annehmen, auch wenn der Autor des verlinkten taz-Artikels ein Niemand ist.
Argumentieren? Ja, aber nur innerhalb des erweiterten eigenen Lagers. Nicht mit dem Gegner, der sich auf taz.de als Feind entpuppt und auch so zu bezeichnen ist.
Unser Lager wird auch ohne "öffentliche Debatte" größer. Die Lokalpostille der Buchmesse-Stadt erweist sich zwar einmal mehr als linke Kampfpresse (Gerhard Stoltenberg), aber sie publiziert werbewirksam den Aufruf erklaerung2018.de, und damit eine Reihe namhafter Persönlichkeiten, die von der Einheitsfahne gehen.

https://www.lvz.de/Nachrichten/Kultur/Kultur-Regional/Tellkamp-Sarrazin-Broder-Intellektuelle-initiieren-Erklaerung-2018

Phobius
19. März 2018 23:44

Die Linken bewegen sich im Kreis um unser Lagerfeuer herum und blasen ihre heiße Luft hinein. Das ist doch wunderbar.

OT: Herfried Münkler fühlt sich von den Rechten auf den Fuß getreten. Für die verheerenden Rezensionen seines Buches „Die neuen Deutschen“ bei Amazon macht er in einem Interview mit der NZZ „Kubitschek und seine Leute“ verantwortlich:
„Wenn man da genau reinschaut, sieht man viele vorformulierte Texte. Der Weg dieser intellektuellen Konserven führt vermutlich nach Schnellroda.“ - „ Zu dem rechten Verleger Götz Kubitschek?“ - Ja. Da oder an ähnlichem Ort ist das wohl vorformuliert worden.“ (…) Für jemanden wie mich, der in der alten Bundesrepublik gross geworden ist, ist die Strategie dieser Herren besorgniserregend. Schauen Sie, auf welche Autoren Kubitschek und seine Leute rekurrieren, das ist die Rechte der Weimarer Republik.“
https://www.nzz.ch/feuilleton/herfried-muenkler-zur-eu-krise-jetzt-haben-wir-ein-gebilde-das-kaum-noch-steuerbar-ist-ld.1365726

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