Sezession
31. Juli 2018

Neue Regeln für Überläufer

Götz Kubitschek / 78 Kommentare

Wir saßen bei Wiesbaden mit einem CDU-Urgestein zusammen, einem altgedienten Partei-Haudegen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Er gehört zu jener Sorte Männer, deretwegen das halbe bundesdeutsche Bürgertum entlang der Unmündigkeitsformel »Augen zu, CDU« bis zur Selbstverleugnung die christdemokratische Volkspartei gewählt hat (und wohl noch immer wählt).

Ob er wisse, daß man Leute wie ihn in unseren Kreisen als »nützliche Idioten« bezeichne? Ja, er wisse das, aber er müsse gleich zurückfragen: was wir denn in seiner Lage anders gemacht hätten, besser, kompromißloser? Sei es nicht so, daß er dort, wo er innerhalb der CDU gewirkt habe, doch das Maximale für die richtige (die nationale, die widerständige, die rechte?) Sache herausgeholt habe? Was wäre die Alternative gewesen?

Die Alternative wäre der Ausstieg gewesen, die Arbeitsverweigerung, die Nicht-Beteiligung am grundsätzlich falschen Weg, das Abwarten und die subkutane Arbeit an einer anderen Sprache, an neuen Strukturen und an neuen Regeln. Letzteres vor allem: Diejenigen, die das Geschäft der Etablierten, der Altparteien kennen und die Bewegungsabläufe ausgekungelter Scheingefechte im Innern des Betriebs studieren konnten oder sogar mitorganisieren mußten, obwohl ihnen etwas ganz anderes vorschwebte, müßten uns (und vor allem den Entscheidungsträgern in der AfD) zu neuen Regeln raten.

Ein Beispiel: Es ging im Gespräch mit dem CDU-Urgestein unter anderem um die Frage, inwiefern man auf die Befindlichkeiten CDU- und FDP-naher, bürgerlicher Wähler Rücksicht nehmen müsse, um Mehrheiten zu gewinnen. Denn, so sein Argument: Mit grundsätzlich alternativem Kurs und Personal seien vielleicht 20 Prozent im Bund und 30 Prozent in den fünf Ostländern zu erreichen, aber dies reiche für einen Regierungsauftrag hier wie dort nicht aus.

Er riet also zur Vorsicht, riet dazu, die Mehrheitswählerschicht nicht zu verschrecken und nicht ständig und überall von Grundsätzlichkeit und Alternative, von Unversöhnlichkeit und »Jagd« zu sprechen. Und dann kam der Tip: Manchmal sei es besser, nicht in eine Sackgasse zu laufen, sondern einen Umweg zu gehen. Denn nicht immer sei die kürzeste Linie zwischen zwei Punkten die Gerade.

Wir warten in unseren Gesprächen geradezu auf solche Beschreibungen von Tanzschritten. Es spricht aus diesen Phrasen ein durch jahrzehntelanges Eckenstehen gebrochenes Selbstbewußtsein, das sich die aufgezwungenen »Umwege« als geschicktes Verhalten schönredet und nicht mehr in der Lage ist, im übertragenen Sinne eine »Gerade« zu schlagen - den kürzesten Weg zwischen Boxhandschuh und Nase also.

Massenhaft drängen diese in Altparteien verzogenen Leute nun in unserer längst sehr stabiles Widerstandsgebäudes. Manche schleudern auf ihrem Weg »herüber zu uns« ihr Altparteiengehabe ab wie eine Altlast; andere (oft diejenigen, die Machtinstinkt haben und gleich wieder nach vorn drängen) tragen das Gelernte und Verinnerlichte in die neuen Strukturen, verkleistern sie mit ihrer Bedenkenträgerei und ziehen - erneut an Schalthebeln plaziert - ihresgleichen nach.

Es versteht sich von selbst, daß nur mit denjenigen, die begreifen, was eine »Alternative« ist und wovon sie lebt, eine »Alternative« im grundsätzlichen Sinn möglich ist. Es ist nicht schwierig, für jedes Politikfeld alternative Konzepte zu erarbeiten. Sehr viel schwieriger ist es aber, sich anders zu verhalten und die Fleisch gewordenen Verhaltensregeln und Reflexe abzulegen.

Keinem AfD-Wahlkämpfer der ersten Stunde ist es zu vermitteln, daß für einen CDU-Professor, der mit der AfD liebäugelt, die Grenze des Erträglichen dort erreicht ist, wo er von der Deutschen Bank nicht mehr zu einem bestdotierten Abendvortrag eingeladen wird. Und kein AfD-Politiker sollte es akzeptieren, daß auf eine solche Befindlichkeit plötzlich Rücksicht genommen werden müsse.

Es gibt (ein Zitat aus dem Neolithikum der AfD!) erstens diejenigen, die zum Establishment gehörten und wieder dazugehören wollen, zweitens solche, die bisher nicht dazugehörten, nun aber den Pfad dorthin gehen, drittens aber diejenigen, die nicht dazugehörten und es auch in Zukunft nicht wollen. Letztere halten die Partei (und das "Milieu") in Bewegung.

Neue Regeln! Wem der Wind zu rauh ist, der an den Wahlkampfständen, in Gesprächsrunden, im Freundeskreis und an der Arbeitsstelle zu wehen beginnt, wenn man sich für den Widerstand entschieden hat, soll weiterhin seine »Umwege« gehen und »Sackgassen« meiden.

Vielleicht wird ihm eines nie klar: »Alternativ« bedeutet, in vermeintliche Sackgassen hineinzugehen und sie noch einmal zu kartieren. Die Stadtpläne stimmen nicht mehr: Viele Sackgassen sind Duchgangsstraßen. Wir benutzen sie und winken denen nach, die sich – wie schon immer – auf ihren Umwegen verlieren.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (78)

Ronny Licht
31. Juli 2018 16:40

Hat es nicht mit Umwegen begonnen, Herr Kubitschek?

Mit neuen Narrativen und dem Rückgriff auf die konservative Revolution, um das „alte“ hinter sich zu lassen? Der Rückgriff auf linke Kulturtheoretiker nach der Art Gramscis?

Gehen deshalb die Indentitären nicht von Beginn an Umwege über die westliche und von „Kulturmarxismus“ geprägte Popkultur (aktuellstes Beispiel: Komplott - „counterculture eastside“)?

gegenfrage kubitschek:
sind das umwege im skizzierten cdu-sinn? ich denke nicht!

Fritz
31. Juli 2018 17:09

Ich kann mich an die Anfänge der Grünen erinnern; die CDU führte ständig das "Rot-grüne Chaos" im Munde und und warnte vor jeder Regierungsbeteiligung der Grünen.

Heute sieht das bekanntlich ganz anders aus; die Grünen sind nicht nur als Regierungspartner akzeptiert, sondern sie haben auch gewissermaßen die geistige Hegemonie über die CDU (und die meisten anderen Parteien) gewonnen.

Frage wäre, ob so etwas auch für die AfD mittelfristig denkbar wäre? Regierungsbeteiligungen wären jedenfalls in absehbarer Zeit möglich, denke ich.

RMH
31. Juli 2018 17:19

Ich denke, es wird gar nicht so viele Überläufer mehr geben bzw. die Zahl wird vernachlässigbar bis ignorierbar sein. Die, die es wollten, haben es schon längst durchgezogen und die, welche die "Umwege" bevorzugen, machen es konsequenterweise ("Umweg") nicht und werden früher oder später ohnehin mit der AfD an einem Tisch sitzen. Bei Joschka Fischer hat es nur 2 Jahre gedauert, vom ersten Parlamentssitz bis zum Ministeramt in Hessen (83 BT, dann 85 Minister in Hessen). Bei der AfD wird es etwas länger dauern, aber auch nicht so lange, wie viele offenbar meinen.

For something in between gibt es aktuell und bis dahin auch noch die Vera Lengsfeld.

Ronny Licht
31. Juli 2018 17:28

Danke für die Antwort,

"gegenfrage kubitschek:
sind das umwege im skizzierten cdu-sinn? ich denke nicht!"

Ich denke schon.

Es gibt in Ihrem Text mindestens zwei Schlüsselstellen, an denen ich anknüpfe:

"Er riet also zur Vorsicht, riet dazu, die Mehrheitswählerschicht nicht zu verschrecken und nicht ständig und überall von Grundsätzlichkeit und Alternative, von Unversöhnlichkeit und »Jagd« zu sprechen. [...]"

Und:

"[...] gebrochenes Selbstbewußtsein, das sich die aufgezwungenen »Umwege« als geschicktes Verhalten schönredet und nicht mehr in der Lage ist, im übertragenen Sinne eine »Gerade« zu schlagen - den kürzesten Weg zwischen Boxhandschuh und Nase also. "

War es nicht das gebrochene Selbstbewusstein, welches die Rechten der Nachrkriegsjahrzehnte gezwungenermaßen auf Umwege geraten lies, sodass bis dato keine "Gerade" möglich ist?
Spielt nicht besonders die AFD sogar bewusst das tatktische Spiel zwischen milderen Tönen um die "Mehrheitswählerschicht nicht zu verschrecken" um dann immer wieder über ein "Fliegenschiss"-,"Wir werden sie jagen"- oder "Mahnmal-der-Schande"-Manöver den Raum des Sagbaren im besten Falle zu erweitern?

Die NPD, die nach Ihren Aussagen zu "hoch gekpokert hat", ist ja bekanntlich bis heute eine Nullnummer geblieben,...dank kraftraubernder Luftschläge.

antwort kubitschek:
ronny licht, Sie sind unter den kommentatoren das rhetorische nudelholz. Sie rollen Ihren teig platt, auf teufel komm raus. ich meine, Sie sollten langsamer lesen und danach erst einmal darüber nachdenken, was "das angerichtete" (botho strauß!!) ist.

Martin Heinrich
31. Juli 2018 18:37

Die "Gretchenfrage", mit der man diese "CDU-Urgesteine" an ihre Grenzen bringt, ist:
Was muss Merkel - u.a. nach Banken- und Eurorettung, "Energiewende", Abschaffung der Wehrpflicht, "Flüchtlingskrise" - noch alles anrichten, bevor Sie aus der CDU austreten???

Solution
31. Juli 2018 19:35

Es gibt schon längst keine Entschuldigung mehr dafür, in der CDU Mitglied zu sein. Wer es jetzt noch nicht begriffen hat, muß damit rechnen, daß ihm Absicht für die Beteiligung am Niedergang unterstellt werden muß.

Andreas Walter
31. Juli 2018 19:58

Ach Ronny. Lassen Sie doch auch deutsche Künstler machen was sie wollen.

Oder dürfen deutsche Patrioten nur als "Nazis" auftreten? Um irgendwelche Klischees zu erfüllen? Sie verwechseln da glaube ich was. Haben noch nicht verstanden, worum es geht.

https://www.youtube.com/watch?v=HlP84iYwVbY

Ronny Licht
31. Juli 2018 22:15

Lieber Herr Kubitschek,

ich würde wirklich gerne auf Ihre Argumente eingehen, nur leider sehe ich keine. Anstatt Ihre Position über Verweise auf Textstellen argumentativ zu stärken, werden Sie persönlich und verstecken Sie sich hinter einem argumentum ex silentio.
Obendrein verfallen Sie in Bestätigungsfehler nach dem Muster, „Wer sich nur Mühe gibt, – wer nur will, versteht meinen Text auch richtig“.

Nun haben Sie die ausgeprägte Angewohnheit zur bildhaften und essayistischen Schreib- und Sprachweise (Bsp.:"[...]oder in geologischer Ruhe verharren - wissend, daß das alles als Sediment nur ein paar Millimeter zu Stein verpreßter Schleim sein wird, eines sehr fernen Tages? Ich weiß es nicht." oder auch "Wir jedenfalls freuen uns auf die Welle der Bekenntnislust. Sie wird Kanäle freispülen."). Das liest sich durchaus angenehm und lädt zu Gedankenspielen ein. Von diesem Standpunkt aus jedoch vermeintliche Missverständnisse mit Spott zu attackieren gleicht dem Taschenspielertrick aus Andersens "Des Kaisers neue Kleider".

Auf diese Weise funktioniert auch der rechts konnotierte Volksbegriff: Jeder weiß ja schließlich wer dazugehört und wer nicht. Lassen Sie uns doch versuchen einen sachlichen Austausch zu führen!

antwort kubitschek:
okay. bitte sagen Sie bescheid, sobald Sie vorhaben, sachlich zu werden. dies könnte gelingen, wenn Sie nochmals lesen und danach folgende frage beantworten: Wer könnte mit meinem text gemeint sein?

W. Wagner
31. Juli 2018 22:28

RMH täuscht sich gewaltig mit seinem ersten Satz. Er wird sich wundern, wer da noch wechselt, denn a) gibt es noch Viele, die ARD und ZDF glauben, sich überhaupt nicht vorstellen können, dass die FAZ nicht optimal informiert, und daher nicht mal Tichys oder JF kennen, und b) gibt es die, die sich engagieren wollen, aber noch (!) durch die Drohkulissen der Antifa etc. verängstigt sind - das sollte man nicht unterschätzen.
Dem Herrn der CDU möchte man empfehlen: Gezielt vor der Bayernwahl (mit dem ganzen Verein, den er vertritt, [falls ich hier richtig vermute]) zu wechseln!

Ronny Licht
31. Juli 2018 23:00

@ Andreas Walter,

selbstverständlich können rechte Rapper rappen worüber sie wollen. Ich kann und will denen das nicht verbieten. Auch wenn ich - aufgewachsen mit Rap - alles mir Bekannte als unfreiwillig komisch erachte.

Und wo liege ich bitte falsch, wenn ich hinter rappenden Identitären einen Versuch zu erkennen glaube, die angenommene linke Kulturhegemonie durch Habitus-Nacheiferung für sich zu nutzen? Man nimmt doch den Stallgeruch bewusst an (@Kubitschek: die Sprache färbt ab) und verzichtet dabei bewusst auf Innovationen. Nur die Texte unterscheiden sich in den Aussagen.
Diese Hypothese wird vor allem vor dem Hintergrund präzisiert, wenn ein Alex Malenki meint:
"Von Bushido bis 187 Straßenbande - ich habe immer alles gehört und meistens auch gefeiert. Deutscher Rap hat lange Zeit mit dem patriotischen Charme geflirtet, sich mit alt englischer Schrift geschmückt und letzten Endes dann doch bei 16Bars tausendmal betont, dass es alles nicht so gemeint war. Anders bei Komplott. Spätestens seit seiner EP 'Bastion' auf der er, gemeinsam mit Chris Ares, das linksliberale Establishment attackiert, Genderwissenschaften eine lyrische Backpfeife gegeben und identitäre Motive in seinen Texten verbaut hat, kennt man ihn als den wohl berühmtesten patriotischen Rapper Deutschlands." [1]

Überdies konstruiert Malenki hier etwas unzutreffend. Wenn man Ghetto-Romantik (@ Kositza: ...eine Chance? Späßchen!), Lokalpatriotismus und Diaspora-Narrative außen vor lässt, hat Rap in Deutschland nur marginal mit "patriotischen Charme" geliebäugelt, wie ihn Malenki und Co. verstehen. Und das ist dann selbst den Größen wie Fler seiner Zeit ("schwarz, rot, gold - hart und stolz") empfindlich auf die Füße gefallen. Abgesehen davon gibt Malenki ganz klar die Intentionen des Künstlers wieder.

PS: Ihr einseitiger Meinungsblasen-Propagande-Youtube-Link (frei übersetzt: "Europäer wachen auf! Wie selbst normale Menschen beginnen gegen Einwanderung aktiv werden") - nicht persönlich gemeint! - hilft mir ohne weitere Informationen leider nicht weiter.

--------
[1] https://www.youtube.com/watch?v=obTnhfT9Sso ; siehe Videobeschreibung.

Halenberg
31. Juli 2018 23:07

Herr Kubitschek, Sie fordern Rückgrat, Persönlichkeit, Verantwortungsbewusstsein. Sie verachten Opportunisten und Karrieristen, Feigheit. Sie haben hohe Ansprüche. Alles durchaus lobenswert. Aber Menschen sind aus krummem Holz, immer und überall.
Sie schreiben gut, auf Ihre Art poetisch, fordern unbedingte Alternative, bleiben aber im Ungefaehren. Ein altes JF Interview mit einem rechten Urgestein kommt in Erinnerung (persönliche Dinge interessieren hier nicht):
https://jungefreiheit.de/debatte/interview/2015/sonst-endet-die-afd-als-lega-ost/
Deutschland ist auf einem ganz schlechten Weg, die Wende muss bald kommen. Ich erinnere: Die AfD ist - manipulierte Umfragen hin oder her - noch immer unter 20 %. Die Antwort darauf ist sicher nicht mehr "Flügel", den Sie vermutlich mit den Dritten meinen, die vermeintlich die Partei in Bewegung halten. Soviel realpolitik muss schon sein.
Machiavelli, nicht Waldgang!

Ronny Licht
31. Juli 2018 23:18

Geht in Ordnung, Herr Kubitschek.
Hier das klare Signal: Ich habe vor sachlich zu werden und antworte:
Sie sprechen mit Ihrem Text die als "nützliche Idioten" und "verzogenen Leute" paraphrasierten Überläufer aus den Volksparteien sowie allgemein neugewonnene und im Speziellen aus Ihre Sicht nicht hart genug gesottenen Aktivisten und neuen Neurechten an.

Von dieser Annahme ausgehend, soll mein erster Kommentar und die darauf folgende Antwort das von Ihnen gezeichnete Bild relativieren. Denn Sie attestieren damit die Inanspruchnahme von Umwegen nur den nachgiebigen Anderen, verkennen aber evtl. dass es genau dieser Weg war und mitunter ist, den Teile der sog. „neuen Rechten“ (auch aus Ihrem Umfeld) gingen und gehen.

W. Wagner
31. Juli 2018 23:39

@Ronny Licht
Vielleicht steht es mir nicht zu Ihnen zu antworten, denn ich kenne Sie nicht und damit auch nicht Ihre Hintergründe, vor allem nicht Ihr Alter; dennoch:
a) Warum sollte die Konservative Revolution, die Beschäftigung mit ihren Denkern ein Umweg sein und keine gerade Linie?
b) Sellner - um nur einen von den Identitäten zu nennen - beruft sich stets neu auf Heidegger, der vom
“Anfang” spricht - wo ist da der Umweg? Das gilt z. B. auch bei anderen, die sich etwa mit Stefan George befassen. Das “Geheime Deutschland” ist nie ein Umweg. Auch die erneute Beschäftigung mit Marx geht auf etwas zurück, aber sicherlich nicht in Form eines Umweges (wie er hier beim CDU-Mann gemeint ist).
c) Da ich Götz Kubitschek seit seinem ersten Buch kenne, frage ich mich, wo Sie Umwege sehen? Oder bei Ernst Nolte? Oder bei Hans-Dietrich Sander? Oder bei anderen der Nachkriegsrechten, die Sie ansprechen?
Die Geschichte mit dem CDU-Mann ist für jeden (Älteren) klar: Viele Menschen - aus allen Schichten und verschiedensten politischen Einstellungen, die durchaus nicht irgendwie rechts sein müssen, - sehen, dass etwas nicht stimmt, manche - wie jener CDU-Mann haben tiefere Einblicke - seit Jahrzehnten !!! - und dennoch tun sie nichts! Sie meinen eine Bastion zu halten, die sie schon seit Kohls “Wende” nicht mehr mit wirklichem Einfluss verteidigen. Statt dessen woll(t)en sie jedem, der sich engagiert und dabei auch Gefahren (Antifa etc.) eingeht, zu braven Umwegen raten. Aus eigener Feigheit!
Jeder muss das für sich entscheiden, manch einer wird aber Kubitscheks (!) “neue Regeln” vielleicht bedenken oder hilfreich finden?
Aber habe ich Ronny auch nicht verstanden.

Franz Bettinger
1. August 2018 00:16

Mir ist Kubitschecks gerade Linie - und die der AfD - tausendmal lieber als die Umwege des CDU-Ursgesteins. Wohin uns das Anpassungs-Vermögen der alten Hasen, der neunmalklugen Partei-Taktiker, gebracht haben, das sehen wir seit 2005: Teuro, Atomausstieg, Energie-Krise, Banken-Krise, Invasions-Krise, Deutschland vor dem Ende. Die Umwege sind zu Selbstzwecken und Zirkelschlüssen geworden. Doch vielleicht hat der Merkel-Albtraum auch etwas Gutes, nämlich die schleichende Vergrünung und Verdummung der Deutschen endlich zu beenden und den Aufstieg der Rechten - hoffentlich an die Macht - zu ermöglichen. Vielleicht landen die Deutschen per Salto Mortale Merkeliensis ja mal auf den Beinen statt wie üblich auf dem Kopf, dem Hintern oder unter einer islamischen Dampfwalze. Bei der AfD spüren viele den kühlen frischen Wind der Gegenkultur, der durchs Haus fegt "und die Fenster raushaut" (Höcke). Was für eine Hoffnung, was für eine Erholung seit 2005, nach dieser wirren wahnsinnigen Anfahrt! Unsere Saat ist gelegt. Die Jagd geht weiter. Kerzengerade!

Johannes Poensgen
1. August 2018 00:41

Der bundesrepublikanische Konservatismus ist gescheitert, als er es in den 1950ern nicht auf die Reihe brachte, einen deutschen Yasukuni-Schrein zu errichten, der aller deutschen Kriegstoten, auch den nach dem Krieg in Nürnberg und anderswo ermordeten gedacht hätte.

Das hätte manchem den Giftstachel gezogen, und man hätte zu dieser Zeit damit noch keineswegs die Mehrheit verschreckt. Es war reine Feigheit.

Seit diesem Versagen sind diese Urgesteine und andere Bierzelthelden politische Untote. Über sie auch nur zu sprechen hat etwas von Leichenschändung.

RMH
1. August 2018 07:45

@W.Wagner,
im Text ging es nicht um neue Wähler, da ging es um alte Parteigänger der alten Parteien, die erst jetzt oder zukünftig wechseln könnten (gab ja schon einige, insbesondere in der Gründungsphase der AfD) - und da täuschen Sie sich gewaltig, wenn Sie meinen, da gäbe es noch große Bewegungen in Richtung AfD oder gar noch weiter weg, in Richtung alternative Rechte/Konservative. Auch in der ersten Grünen-Bundestagsphase gab es wenig Wechsel von echten Establishment hin zu dieser Partei (natürlich gab es auch SPDler bei den Anfangsgrünen (vor dem BT), P. Kelly ist vermutlich die Bekannteste. Vom kleinen Schisma der FDP anno 82 profitierte eigentlich nur die SPD) - im Gegenteil, mit bspw. Schily wechselte später ein linker Hochkaräter von den Grünen zur SPD (das war ja auch der Versuch des Kreises um Petry, zurück zur Union, der zu früh gestartet wurde und deshalb gründlich schief ging). Was bei den Grünen aber immer stark war, war die Verwurzelung und das Netzwerk der linken Grünen zu den anderen linken Parteien. Dies war meiner Meinung nach auch eine wichtige Ursache (von mehreren) für den fast kompletten Linksschwenk bei den Grünen, die ja bekanntermaßen auch rechte und konservative Gründer hatten (die aber immer eine Minderheit waren), und die aber als "Spinner" in den Reihen der Union abgetan und damit auch endgültig abgeschnitten wurden.

Warten wir es ab. Die AfD kann bei den Wählern noch zulegen (aber nicht beim Personal aus fremden Reihen - so meine These), das wird sich im Herbst in Bayern und Hessen zeigen (interessant wird aber auch die Europawahl in 2019), aber spätestens im Herbst nächsten Jahres, wenn in den neuen Ländern Wahlen anstehen, kann sich dann schon das erste mal die Koalitionsfrage für die AfD stellen und dann werden wir sehen, wie schnell (oder auch nicht), die "Urgesteine" ihre "mit denen nie"-Politik aufgeben oder nicht (wenn, dann natürlich nur nach theatermäßigem sich winden und drehen). Wenn solche "Urgesteine" sich in vertraulichen Runden recht zugeneigt und gar Wechselwillen zeigen, dann hat das meiner Meinung nur das geschickte Abtasten der Optionen und das Vorfühlen für das Mögliche als Hintergrund und in den seltensten Fällen echten Wechselwillen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

PS: Es kann natürlich auch komplett anders laufen und die AfD stagniert und zerlegt sich intern, die Union sucht ihr Heil in der Flucht hin zum Linksblock etc. - alles ist möglich und oben gebe ich nur meine eigene Prognose, gestützt auf einer gewissen Verwurzelung in normal konservativen und "bürgerlichen" Kreisen, wieder.

PPS: Man kann natürlich auch provokativ die Frage stellen, warum so etwas überhaupt hier diskutiert wird, aber wer hier schon länger mitliest, der weiß, dass so etwas auch seine konkreten Hintergründe hat, über die ich jetzt nicht spekulieren will

Sandstein
1. August 2018 10:13

@ Franz Bettinger

Volle Zustimmung, hab mich eben fast am Kaffee verschluckt so musste ich lachen, wenn Sie schreiben "per Salto Mortalis Merkeliensis"....

13 Zeilen die sitzen, danke dafür :)

Der Gehenkte
1. August 2018 10:26

@ Ronny Licht

Mir scheint, Sie haben den Text tatsächlich nicht aufmerksam genug gelesen, denn Sie verwechseln theoretische mit taktischen-charakterlichen Umwegen.

Wenn ich mich nicht komplett in SiN täusche, dann führen viele weltanschauliche Wege nach Schnellroda und der marxistische (in seinen Spielformen) ist sogar ein Königsweg, ebenso wie der über die KR.

Dagegen finden charakterliche Opportunisten, Fahnen in drehenden Winden, hier wenig Unterstützung.

Alternative meinte in diesem Kontext die "andere Natur". Nicht eine Wahl zwischen zweiter, dritter, vierter Möglichkeit, sondern d i e eine andere Position, die förderst nicht inhaltlich beschrieben, sondern im Seinstypus, im Wesenstypus entworfen wurde. Der Schreiber ist der Inbegriff dieses Typus!

Caroline Sommerfeld
1. August 2018 12:01

Erinnere mich an ein Gespräch mit einem Juristen, kennen uns schon lang, wohnen aber weit voneinander entfernt, irgendwann schrieb er, er wäre in den letzten Jahren "sowohl linker als auch rechter geworden". Ein Treffen interessierte mich und was das wohl bedeuten sollte. Erst eine längere Ausführung über das Migrationsproblem, den Riß, die Repolitisierung der Öffentlichkeit, die Grenzen des Guten. D'accord. Dann aber: just diese von Kubitschek beschriebene Melange: Sympathie mit rechtem Denken aber grundsätzlicher Unwille, dessen Grundsätzlichkeit denken zu wollen. Seine Rede hatte den Zweck, daß ich mir dickköpfig, prinzipiell, auf Krawall und "anti" gebürstet vorkommen mußte, darüber hinaus "unfaßbar naiv" (H. Kazim) und verrannt.
Sein kluges Argument: ich wolle doch etwas erreichen. Und nicht nur mit Glasperlen spielen und philosophische "Sprachspiele" (seine Worte) treiben. Wenn ich also etwas erreichen wollte, müßte ich taktische Umwege gehen, bestimmte Diskussionen und Gräben meiden, im Vokabular abrüsten und immer ein paar Schritte auf die Linken zugehen, immer eine Koalition im Kopf haben statt meines "Mangels an Versöhnung". Zwickmühle. Klar will ich was erreichen. Und gleichzeitig unerbittlich bleiben. Der Jurist hielt sich für sehr vernünftig und beobachtend, dann kam auch noch das Argument, "links" und "rechts" wären doch eigentlich nimmer zielführend und ich müsse ganz andere Wege gehen, um meine Botschaften an den Mann zu bringen, Manager wüßten da viel mehr als wir Rechten.

Der Unterschied, nicht nur der Gemüter: auf seine Weise kann man nicht kämpfen, sondern nur verhandeln. Und ich wollte und will nicht verhandeln. Das ist mir zutiefst zuwider, dann bin ich nämlich unversehens mitten im Vokabular und in der Denkfalle des Gegners - was dieser erreichen will. "Dann spiel halt weiter dein Glasperlenspiel, ich will dir ja nur helfen, zu erkennen, wo du nicht weiterkommst." Ich glaube, er wird sich weiterhin für sehr vernünftig halten, und ich kämpf noch ein bißchen weiter, vor allem gegen eines: linke Manipulationsmuster. Wir sollten uns wiedersehen in ein paar Jahren und nochmal darüber reden.

Lotta Vorbeck
1. August 2018 12:42

@Caroline Sommerfeld - 1. August 2018 - 12:01 PM

"... Der Unterschied, nicht nur der Gemüter: auf seine Weise kann man nicht kämpfen, sondern nur verhandeln. Und ich wollte und will nicht verhandeln. Das ist mir zutiefst zuwider, dann bin ich nämlich unversehens mitten im Vokabular und in der Denkfalle des Gegners - was dieser erreichen will. "Dann spiel halt weiter dein Glasperlenspiel, ich will dir ja nur helfen, zu erkennen, wo du nicht weiterkommst." Ich glaube, er wird sich weiterhin für sehr vernünftig halten, und ich kämpf noch ein bißchen weiter, vor allem gegen eines: linke Manipulationsmuster. Wir sollten uns wiedersehen in ein paar Jahren und nochmal darüber reden."

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Sie, liebe Caroline Sommerfeld haben auf ihrem wackligen Floß einen weiten, beschwerlichen Weg herüber, hier ans rechte Ufer des großen Flusses zurückgelegt.

Logischerweise kämpfen Sie jetzt, wo sich Ihr hoher persönlicher Einsatz - zunächst noch zaghaft - im methaphorischen Sinne zu rentieren beginnt, weiter.

halbautomat
1. August 2018 13:29

@Ronny Licht 31. Juli 2018 16:40

Wenn der „Rückgriff“ auf die Denker der KR für Sie einen Umweg darstellt, dann frage ich mich, wo Sie das Ziel dieses Weges vermuten.
Im Mainstream des betreuten Denkens der Amanns und Bednarz‘ führt eine ziemlich gerade Linie von der KR zum NS. Was semantisch am Ende natürlich nichts anderes ist, als die bewährte alte Keule in zielgruppengerechter Verpackung. Wenn ich Ihren Beitrag recht interpretiere, war dies auch Teil Ihrer Botschaft. Oder habe Sie missverstanden?

John Haase
1. August 2018 14:22

@Ronny Licht
Sie sind ein begnadeter Troll. Respekt. Ich habe so etwas früher eher mit zynischen One-Linern gemacht, aber dafür wird man von Ihren Spießgesellen mittlerweile nur noch gebannt und für Ihre wortreiche Taktik fehlt mir die Geduld (wobei man auch für sowas woanders schnell gebannt wird).

@Caroline Sommerfeld
Behalten Sie bloß Ihren Mangel an Versöhnung bei. Das System ist nicht mehr entscheidend reformierbar, also arbeit jeder, der sich nicht auflehnt an seiner Stärkung mit, nur vielleicht etwas langsamer. Man sollte daher den Selbstwert dieser kaum hörbar murrenden Schergen im Gespräch nicht unangetastet lassen, sie haben es nicht anders verdient.

Versöhnung ist unmöglich. Sarrazin und andere (Buschkowsky, Heisig) haben maßvolle Kritik am und innerhalb vom System geäußert - sie wurden ignoriert und im Falle Sarrazins gesellschaftlich geächtet. Warum also sollten wir, die wir bereits jetzt geächtet sind, Versöhnung erhalten, selbst wenn wir es wollten?

Machen wir uns nichts vor: würden wir in einem Buch von einer vergangenen Epoche eines längst untergegangenen Landes am anderen Ende der Welt lesen, deren herrschende Schichten sich ähnlich verhalten hätten wie unsere, keiner von uns würde an einem Satz wie: „im Jahre 946 v.Chr. kam es zu Unruhen und schließlich zum Aufstand, im Zuge dessen Zehntausende der oberen Schichten getötet wurden“ hängenbleiben.

In Deutschland verdienen sicher mindestens Tausende den Tod für ihren Verrat in geschichtlich wohl einmaligem Maße. Sie sollten ihn allerdings trotzdem nicht erhalten, weil wir als (Kultur-)Christen unsere berechtigten Rachewünsche zügeln müssen. Also: Gnade ja, Milde auch, viel von beidem, wir werden es brauchen, aber keine Versöhnung.

Die taktisch geschickten Umwege der CDU-Bonzen u.ä. Gelichters führten auf Umwegen zu Masseneinwanderung, allgegenwärtiger Propaganda und dem derweil noch lokal begrenzten Recht geistesgestörter Männer in Frauenkleidern, die Mädchentoilette zu gebrauchen. Diese Supertaktiker mögen ihre dreißig Silberlinge nehmen und gehen, wohin der Pfeffer wächst.

HomoFaber
1. August 2018 14:24

„Sie verwechseln theoretische mit taktischen-charakterlichen Umwegen.“

Mit der Antwort kann man was anfangen: klar, knapp, deutlich.

MARCEL
1. August 2018 14:45

Richtig!
Widerstand und Käuflichkeit schließen sich aus.
Leider die forma mentis von über 60 Jahren Dauer-Wohlstand. Unterscheidbarkeit tut not.
Kämpfen muss wieder gelehrt und gelernt werden.
(P.S. bei der Bundeswehr lernt man es leider auch nicht mehr)

Neuland
1. August 2018 15:06

Bitte Herr Kubitschek, einfach neu anfangen mit DEM Politischen Personal? Kann nicht systematischer vorgegangen werden? Wir sind doch nicht im Feuilleton. Im übrigen bin ich kein Theoretiker oder Intellektueller. Aber ich weiß, dass in der politischen Sphäre gewisse Gesetzmäßigkeiten gelten, die sich vom normalen Leben unterscheiden. Partei, besonders wenn sie in den Landtagen vertreten sind, verhalten sich und sind auch so organisiert, wie Unternehmen. Sie treten nach außen so auf und sehen sich gegenseitig als Konkurrenten. PR, also Werbung ist wichtig und Aussagen einzelnen können schon mal als geschäftsschädigend wahrgenommen werden. Die einzelnen Abgeordneten sindpateiübergreifend überwiegend Kapitalinteressen verpflichtet, werden von Lobbyisten aller Schattierungen besucht oder im Falle der Linken von den antideutschen Netzwerken, NGO, Stiftungen finanziert. Wie wollen sie damit eine neue Politik durchsetzten?

Wäre es nicht zielführender eine politische Bewegung ins Leben zu rufen, die Beschlüsse der tablierten Parteien mehr in den Fokus nimmt, von außen kritisiert und Druck macht. Also wirklich grundsätzlich politische Debatten und Diskussionen anregt, mit staats- und demokratietheoretischen Argumenten, nicht mit Befindlichkeitsdarstellungen oder Metapolitik? Somit indirekt auch in den politisch-parlamentarischen Prozess einwirken kann, dann von Fall zu Fall mit AfD, etc. kooperiert?

Auch müssen sie dranbleiben an den großen Themen. Es gibt genug Material. Sehen sie hier, die Reeducation als Konstruktion von US-Psychiatern mittels US-Gameshows der fünfziger und sechziger Jahre, ganz großes Kino. Umerziehung übers Fernsehen:
https://www.epd-film.de/filmkritiken/overgames
https://www.youtube.com/watch?v=HYU3CtrdJNU

Nicht nachlassen, nicht ablenken lassen, bei der Sache bleiben.

Grüße aus dem Erzgebirge

HomoFaber
1. August 2018 15:09

@ Ronny Licht
Nochmal zum „rechts konnotierten Volksbegriff“: Dieser Volksbegriff funktioniert ja nicht nur intuitiv, sondern ist auch rational anthropologisch begründet und definiert: Sprache, Kultur, Abstammung (Ethnie). Hier handelt es sich aber eben um keinen Zirkelschluß, sondern um eine sinnvolle Setzung mit einer Entsprechung in der Realität. Ansonsten wäre jede sprachliche Begriffsdefinition eine Zirkelschluß.
Daß diese Definition unscharf ist oder der Begriff von Anderen anders definiert werden mag, ändert nichts an der Berechtigung seiner Verwendung im konservativen Sinne, wie hier bereits dargelegt: https://sezession.de/58745/das-wars-diesmal-mit-schwarzen-fussballspielern

heinrichbrueck
1. August 2018 15:17

Im hiesigen Parteiensystem (das Wort Altparteien streichen, es verschleiert zu sehr) hängt die Aufsteigerposition von der Veranlagung ab, die es in jedem Volk prozentual ausreichend gibt. Wer den falschen Weg nicht gehen kann, steht nicht zur Auswahl im Wahlangebot, darf dafür CDU-Wahlplakate aufhängen. Neuparteien haben ihre Funktion unter Beweis zu stellen. Dazu muß eine Wählermehrheit von der Wahrheit überzeugt werden. Diese Bewußtseinsformung setzt eine Bereitschaft voraus, als Volk überleben zu können, die in einer Demokratie, deren Lügenäther betäubt, nicht vorgesehen ist. Die Forderung an den Überläufer, zum Systemwechsler werden zu müssen, verändert den Bedeutungsinhalt des Wählerwillens und setzt ihn zugleich voraus.
Sind die offenen Grenzen ein Umweg? Sind sie eine Gerade? Und wenn ja, auf wessen Nase?

Lotta Vorbeck
1. August 2018 16:34

Die von Björn Höcke als "die Lauen" bezeichneten, stets auf ins Nirwarna führenden "Umwegen" wandelnden, allenfalls cuckservativen Wegducker, sind dieselben, die auch immer wieder ungefragt hyperventilieren, "es gäbe nicht nur Schwarz oder Weiß, sondern auch Grautöne ..."

Mögen sie uns mitsamt ihrer Grautöne fernbleiben!

Andreas Walter
1. August 2018 18:44

@John Haase

Exakt auch mein Eindruck und ich weiß auch bereits warum. Hab' den Herrn schon vor ein paar Tagen gegoogelt und was ich gefunden habe auch alles KuK mitgeteilt. Hab' für solche Leute ein Gefühl, und verlass mich auch mittlerweile darauf. Lieber mehr Energie auf die verwenden, die sich noch unschlüssig sind. Hatte aber auch mal einen sogar sehr guten Freund, der sich lieber stundenlang mit Gegnern gerieben hat. Sinnlos. Weil deren angeblichen "politischen Überzeugungen" in Wirklichkeit ein Selbstschutz sind, sie aber darum über gar keine Optionen verfügen. Ich weiß es ja von mir, weil ich Christ bin. Mein Handlungsspielraum ist auch eingeschränkt, im Gegensatz zu Odins Jüngern, Muslimen und auch Marxisten. Von sich kreuzigen, totschlagen und vergewaltigen lassen hat aber auch der Heiland nicht gesprochen, über eine Ohrfeige kann man diskutieren, was das bedeuten könnte.

Eigentlich aber weiß es Kubitschek sogar, denn sein Blog heisst nicht umsonst Sezession, und nicht Kompromiss.

DirkAhlbrecht
1. August 2018 21:17

Vermutlich hat man in der italienischen Democrazia Cristiana ähnlich argumentiert. Mit dem bekannten Ergebnis.

Diese Leute sitzen mit den Ideologen auf dem Weg die Niagarafälle hinab; und behaupten, wenn man denn nur will, dann wird man es kurz vor dem Absturz noch ans rettende Ufer schaffen.

Das ist natürlich alles ausgemachter Quatsch.

RMH
1. August 2018 22:07

Hier wird das Entschiedene, das Heroische, das bei der Linie bleiben gerade doch sehr arg abgefeiert, obwohl das ästhetisch Schönere und Überlegenere noch die das politisch erfolgreiche war - in Schönheit sterben ist auch so etwas typisch Deutsches.

Daher als break und kleine Auflockerung ein Lied von links, in seiner Ironie Querfronttauglich ;)

https://www.youtube.com/watch?v=2z4hsbRSSEY

DirkAhlbrecht
1. August 2018 23:04

@RMH

Da ist wohl eher das Gegenteil richtig. Wer saß doch gleich im Bunker und hoffte auf Herrn Wenck?

Parallelen zu heute? Unübersehbar.

eike
2. August 2018 05:27

Beim Thema 'Urgestein' fällt mir Altkanzler Helmut Schmidt ein, gegen den der Wiesbadener vermutlich ein kleines Licht ist. Schmidt warnte schon 1992 in einem Interview der Frankfurter Rundschau:

" Die Vorstellung, daß eine moderne Gesellschaft in der Lage sein müßte, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit möglichst vielen kulturellen Gruppen, halte ich für abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen. [...]
Weder aus Frankreich noch aus England noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen diese Gesellschaften nicht. Dann entartet die Gesellschaft [...]
Aus Deutschland ein Einwanderungsland zu machen, ist absurd. Es kann dazu kommen, daß wir überschwemmt werden.

Seine Stimme hätte Gewicht gehabt, er hätte sie immerhin noch mehr als zwei Jahrzehnte hören lassen können, hat es aber vorgezogen durch Rauchen in talkshows zu provozieren ...

Im übrigen sollte man das Thema Urgestein-Überläufer nicht auf Altparteibonzen beschränken, von denen ohnehin nichts zu erwarten ist. Vielleicht wichtiger wären Überläufer/Sympathisanten aus anderen Kreisen: Film, Kunst, Sport, Wissenschaft, ... sofern sie den Mut einer Brigitte Bardot haben.

Maiordomus
2. August 2018 12:02

Der Text von Sellner scheint mir, in einem gewissen Gegensatz zu einigen Stimmen aus seiner langjährigen Fan-Gemeinde, zu denen auch Leute gehören, deren Enkel er sein könnte, besonnen und eher realistisch als pessmistisch. Die Lage für ihn wie für seine Kollegen bleibt ernst.

@Elke. Was Sie schreiben und zitieren von Helmut Schmidt ist das eine. Das andere ist, sobald mal alle gestorben sein werden, die noch direkte reale Erfahrungen als Soldaten oder Offiziere im 2. Weltkrieg gemacht haben, werden diese ausnahmslos nicht mehr mit der Unschuldsvermutung, sondern in fast jedem einzelnen Fall, wenn man nicht im Minimum Deserteur gewesen ist, mit der Schuldvermutung eingedeckt, so dass dann nun mal halt auch ein Helmut Schmidt für ein konsequent auf einen Krieg von Schwerverbrechern konzipiertes Geschichtsbild am Ende als Nazi-Offizier dastehen wird, dessen Urteil über keinerlei wegweisende Autorität mehr verfügen kann.

Der Ausdruck "Schwerverbrecher" für die deutschen Entfesseler des 2. Weltkrieges wurde von Alexander Gauland in einem Interview mit der Weltwoche erst vorige Woche in der "Weltwoche" verwendet, offenbar zum Ausgleich für seine völlig missglückte "Vogelschiss"-Metapher. Die ersten Anzeichen, dass man mit dem verstorbenen Altkanzler auf Dauer nicht viel anders umgehen wird wie neuerdings zum Beispiel mit Joachim Fest und anderen, lassen sich schon ausmachen. Es ist eine Folge der Uminterpretation der ursprünglichen bürgerlichen Kritik am Nationalsozialismus in Richtung der neototalitären Ideologie des Antifaschismus, welche eine hexenjägerische Mentalität entfacht in Richtung: "Faschistisch ist, was der Linken nicht passt". Diese Richtung ist im Bildungsbereich und an vielen Hochschulen und erst recht in nicht wenigen Redaktionsstuben und beim Kultur-Establishment und einer nach "Konsens-Objektivität" ausgerichteten Geschichtsschreibung bereits Mainstream.

Dieter Rose
2. August 2018 13:11

@Majordomus

Dann müssen wir wohl alle Hoffnung fahren lassen.

Denn wie soll es uns gelingen nur mit Überzeugungskraft
(des Wortes) das durch und durch indoktrinierte System, bzw. dessen Gläubige umzuformen, die seit Jahren
durch einen Marsch durch die Institutionen geformte
Gesellschaft zum Nachdenken zu bringen.

Könnte das ein Einzelner sein, der mitreißt?
Oder viele Gleichgesinnte? Wie müssen die
Überzeugungen sein, die diese Kraft zur Veränderung
in sich tragen?

Doch weiter hoffen? Zusehen und Schreiben?

Oder sich auf den Untergang als Volk vorbereiten?

Ronny Licht
2. August 2018 13:15

@ W. Wagner

Sie: „Vielleicht steht es mir nicht zu Ihnen zu antworten [...]“
Großer Quatsch (nett gemeint)! Ich sehe keinen Grund, wieso man sich hier nicht antworten sollte wie man mag. Wofür reib ich mich denn hier sonst so auf? :D

Zu a)

Wenn ich von „Umweg“ spreche, dann verstanden als den Rückgriff von den „alten“ Rechten der Nachkriegsjahrzehnte auf die Theorien der Konservativen Revolution(-äre), als notwendige Inkaufnahme eins temporären Substituts für Faschismus, Nationalismus und Nationalsozialismus. Anders hätte man sowohl in Frankreich (Venner, Benoist, OAS) und erst recht in der BRD kein Land gesehen. Denn nach 1945 haftete ja bekanntlich rechten Parteien und Organisationen in Westeuropa lange der Schatten des NS-Regimes und des Holocausts an, was sich in fehlender gesellschaftlicher Akzeptanz, einer parlamentarischen Bedeutungslosigkeit (bspw. Verbot der Sozialistischen Reichspartei; > dagegen mag auch der kurzzeitige Wahlerfolg der NPD auf Landesebene in den 1960ern nicht zu rütteln) und geringen Parteimitgliederzahlen ausdrückte.
Um durch gesellschaftliche tragbare Konzepte an Akzeptanz zu gewinnen, begannen Teile der alten Rechten und rechtskonservative sich neu zu orientieren. Gerade in der beginnenden Krise der NPD, entstand der Neokonservatismus und ein neuer Antiliberalismus in Form von Rückgriffen auf die „Konservative Revolution“. Hier entstand auch das „Ethnopluralismus“-Ideologem durch Henning Eichberg (der jedoch auch in der „konservativen Revolution“ in negativer Hinsicht einen vermeidbaren Umweg sah.)

Ideologisch und historisch ganz real standen sich die Strömungen der „konservativen Revolution“, „völkisches“ Gedankengut, Nationalsozialismus und „Faschismus“ zu nahe, als dass man nicht ohne Grund in der Geschichtsschreibung von „Steigbügelhaltern“ und „Wegbereitern“ des NS-Regimes spricht.
Nehmen wir doch Moeller van den Brucks „drittes Reich“-Impulse auf die Nationalsozialisten oder parlamentarische Konservative wie etwa von Papen (Reichskanzler, dann Vizekanzler). Gerad in der Zeit um bzw. bis 1933 waren sich Konservative und Nationalsozialisten einig in ihrem Bestreben, das Parlament auszuschalten und die linken Parteien und die Gewerkschaften zur Not unter Anwendung von Gewalt abzuschaffen mit dem Ziel an die Stelle der „dekadenten“ Demokratie der Weimarer Republik ein dauerhaft autoritäres Regime zu implementieren.
Oder schauen Sie sich Armin Mohler an, der meinte Faschismus sei für ihn "wenn enttäuschte Liberale und enttäuschte Sozialisten sich zu etwas Neuem zusammenfinden." Daraus entstünde dann "was man konservative Revolution nennt.“ Überläufer waren auch damals schon als Chance gesehen. ;)

Auf die Frage etwa, inwiefern er den Nationalsozialismus an seinem Lebensabend nach wie vor bewundere, wie er es 70 Jahre zuvor getan hatte, antwortete er:
"Was heißt bewundern? Er hat immerhin eine richtige Führung geschaffen. Die Kader, die er heranzog, das hatte Stil."

Diese positive Grundeinstellung zum NS vernimmt man (etwa nur als Nichtrechter?) noch heute mit Blick auf die AFD, deren geistigen Fundamentbauern oder deren Speerspitze IB. Sei es bei Mario Müller (Kontrakultur Halle) oder anderen "schneidigen" jungen Männern der IB: allein die teilweise offengelegten Viten mit eindeutiger Bezugnahme auf NS-Verherrlichung und Antijudaismus und -semitismus entkräften diese Annahmen milde gesagt nicht gerade und untermauern die befürchtete Nähe und erneute Wegbereitung zum Nationalismus.
Bei der Betrachtung der IB und großen Teilen der AFD schwingt in der Wahrnehmung von außen eben immer ein bestimmtes Bauchgefühl als Frage mit:
„Na! Wenn die könnten wie sie wollten...?“.

Und ganz unbegründet scheint diese „Furcht“ nicht zu sein. Denn obwohl der aktuelle Rechtsextremismus - etwa in Form der NPD, die auch Überläufer an die AFD verliert - , die prinzipielle Opposition zu Aufklärung und Menschenrechten immanent ist, sieht man auch hier im Kleinen diesen „Umweg“ ja bereits ab den 1970ern (NPD/JN) und dann intensiver nochmal ab Mitte/Ende der 2000er Jahre und deren propagierten „neuen Nationalismus“, der sich ebenfalls an Ideen Benoists und Eichbergs orientiert.

Zu b)
Zugegebener Maßen habe ich keine Ahnung von Heideggers Welt. Aber der "Anfang" bei Heidegger verstanden als Zwischenphase zwischen zwei Anfängen, entkräftet doch nichts.

Der Wikipedia-Joker verrät aber an dieser Stelle u.a.:
„In der Forschung herrscht Einigkeit darüber, dass sich Heidegger im „Dritten Reich“ mit Begeisterung für das engagierte, was er die „nationalsozialistische Revolution“ nannte.“

Zu C) ...hab ich gerade keine Gedanken. Vielleicht komme ich an einem späteren Zeitpunkt darauf zurück.

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@ Der Gehenkte

Sie: „Sie verwechseln theoretische mit taktischen-charakterlichen Umwegen [...]“

Inwiefern ist das strikt zu trennen?
Ist man auch ein taktisch-charakterlicher Opportunist, wenn man aufhört Gottfried Küssel und seinen Holocaustleugnungen zu folgen um sich öffentlich neu aufzustellen? Oder ist das nach Ihrem Verständnis „nur“ ein theoretischer Umweg?

Oder wie sieht es aus, wenn man sich als "ehemaliger" autonomer Nationalist bereits in IB-Kaderfunktion mit militanten ukrainischen Ultranationalisten (Regiment Assow) im Gruppenbild abbilden lässt und darunter kommentiert „wir brauchen bald Freiwillige in Westeuropa“, dann aber eine gewaltfreie und „konservative Revolution“ propagiert? Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Theoretische oder taktische-charakterliche Umwege?

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@ Der Halbautomat

Stichwörter „Steigbügelhalter“ und „Wegbereiter“?
> Siehe Antwort an W.Wagner.

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@ John Haase

„Sie sind ein begnadeter Troll. [...]“

Wieso? Weil ich andere, nichtrechte Sichtweisen hier einstreue? Ich denke, dass schadet Niemanden in dieser Runde, oder?

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@ HomoFaber,

Sie: „Nochmal zum „rechts konnotierten Volksbegriff“: Dieser Volksbegriff funktioniert ja nicht nur intuitiv, sondern ist auch rational anthropologisch begründet und definiert: Sprache, Kultur, Abstammung (Ethnie).“

Sie machen es doch an dieser Stelle ganz deutlich und weisen mit „(Ethnie)“ auf einen (!) Aspekt hin, unter dem „Volk“ verstanden werden kann...neben Staatsvolk, Nation und einige mehr.
Abgesehen davon, dass das Problem an der ethnischen Unterscheidung besteht, dass der Ethnos-Volksbegriff hier hochgradig konstruiert ist, weil das Zugehörigkeitsgefühl eben nicht vor genealogisch begründeter Identität und/oder gleiche Sprache und/oder gleiche Kultur halt macht.
Die Hauptfrage der identitären Sichtweise dreht sich hierzu doch stets darum, wer dazu gehört und wer nicht und wer das festlegen darf. Für Deutschland sind das weiße Männer und Frauen, die in Ihrer Entwicklung zumindest eine Spur christlich-jüdischer Abendland-Sozialisierung durchlebt haben, deutsch sprechen und idealerweise seit mehreren Generationen in Deutschland verwurzelt sind.

Geht man davon aus, dass der Mensch stammesgeschichtlich zu heute vergleichsweise ein Kleingruppentier ist, dass artgerecht in Gruppengrößen von etwa 50 Personen lebte und man aktuell merkt, dass 150 „Freunde“ (Dunbar Number) gerade die Grenze ausmacht, auch oder vor allem in Sozialen Netzwerken, lässt sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl bei 80 Mio. Menschen nach dem Ethnos-Begriff nur konstruieren, aber nicht real herstellen (für historische Gegenbeispiele bin ich offen).
Das schließt jedoch nicht die Bereitschaft aus, Werte zu teilen im Sinne von Staatsvolk.
Was war es für ein „Wir-Gefühl“ als man 1989 in Leipzig schrie: „Wir sind das Volk“ – und eben 26 Jahre später noch einmal? Was denken Sie, wenn Sie im außereuropäischen Urlaub einen Deutschen aus einem von Ihnen weit entfernten Bundesland sehen? Ich denke mir meist: „Oh, der/die spricht auch deutsch. Hätte man aber auch an der Kleidung erkennen können.“ Mehr „Wir-Gefühl“ will dann aber auch nicht aufkommen.

Vor diesem Hintergrund lautet meine Frage, ob man Ihren Volksbegriff im Angesicht der großen und komplexen Gesellschaften (das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen) nicht langsam wirklich über Bord werfen muss. Oder anders gesagt: In prähistorischen Epochen hätte identitäre Politik vielleicht ihre Bereichtigung gehabt - keine Polemik! -, um die Homogenität (sprachlich, kulturell, genealogisch) gegenüber anderer Stämme als Abgrenzungsmerkmal zu erheben.

Sie: „Daß diese Definition unscharf ist oder der Begriff von Anderen anders definiert werden mag.“

Aber wer sind denn aus Ihrer Sicht die „Anderen“ die diese scheinbar Normative Setzung auch anders definieren könn(t)en?

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@ Andreas Walter

„Hab' den Herrn schon vor ein paar Tagen gegoogelt und was ich gefunden habe auch alles KuK mitgeteilt [...]“

Falls es Sie interessiert: Ich habe im vergangenen Jahr viel Zeit in Archiven verbracht und tausende Seiten von HVDVP-Verhörprotokollen,-Notizen und MfS-Berichten durchgearbeitet und erkenne verblüffende Parallelen zu Ihrem Sprachduktus. Hier ein Experiment:
"Hab´mich nach dem Herrn Licht schon vor ein paar Tagen erkundigt und was ich erfahren habe auch alles IM "Riss" mitgeteilt."

Sandstein
2. August 2018 14:27

@ Eike

"2. August 2018 05:27
Beim Thema 'Urgestein' fällt mir Altkanzler Helmut Schmidt ein, gegen den der Wiesbadener vermutlich ein kleines Licht ist. Schmidt warnte schon 1992 in einem Interview der Frankfurter Rundschau:"

Puuuuuuh durchatmen.
Danke dafür. Es zeigt nämlich wie verlogen und billig manipulativ dieser werte Mann war. Noch in seiner Amtszeit hat er selber "Abwerbeabkommen" unterschrieben. Erzählen Sie mir jetzt nicht, er kam erst 1992 auf den Gedanken, dass das schlecht für sein Land gewesen sein könnte. Lächerlich.

Dass Sie das so schlucken, wo mit ein bisschen Recherche alles klar ist, enttäuscht mich ziemlich. Ist es wirklich so leicht, Leuten in die Tasche zu pinkeln, und zu sagen es regnet?

Meine Güte....

Maiordomus
2. August 2018 15:40

@Mein letzter Satz ist nun mal ein schwer wegzudiskutierender Befund. Das heisst nicht, @Sandstein, alle Hoffnungen fahren zu lassen, aber für Zeitgeiständerungen braucht es in der Tat Generationen, selbst 25% AfD-Wähler würden da wenig ändern. Noch interessant ist, was Frank A. Meyer in www.blick.ch im Zusammenhang mit Deutschland und Europa über die "Nation" ausführt.

KlausD.
2. August 2018 16:12

@Maiordomus
"Der Ausdruck "Schwerverbrecher" für die deutschen Entfesseler des 2. Weltkrieges wurde von Alexander Gauland in einem Interview mit der Weltwoche erst vorige Woche in der "Weltwoche" verwendet ..."

Herr Gauland, so sehr ich ihn schätze, hat sogar die AfD als nicht rechte Partei bezeichnet ...
Siehe nachfolgendes Interview ab Min. 3:44
https://www.youtube.com/watch?v=A1ts_8SYNZE
Umwege gehören wohl demzufolge auch in der AfD zum Tagesgeschäft. Ich bin zwar ein Vertreter der kompromißlosen, klaren Linie, muß aber mittlerweile akzeptieren, daß es in der Gesamt-BRD nicht zu revolutionären Zuständen kommen wird. Zumindest nicht mit der AfD, wie unlängst Frau von Storch sinngemäß auf einem Bürgerforum ausführte: "Kein Marsch der Hunderttausende, sondern parlamentarische Arbeit". Und die besteht darin, wie schon Bismarck sagte: "Politik ist die Kunst des Möglichen."

Der Gehenkte
2. August 2018 21:38

@ Ronny Licht

"Sie: „Sie verwechseln theoretische mit taktischen-charakterlichen Umwegen [...]“

Inwiefern ist das strikt zu trennen?"

Ich werde mich hier auf keine Diskussion einlassen, sofern sie sechs Fronten zugleich angehen wollen. Daher nur soviel: Differenzierung verlangt nicht nur die intellektuelle Redlichkeit, sondern ist auch diskurslogisch der einzige Weg sinnvoll miteinander zu streiten. Sie kritisieren hier mit der Sense, nicht mit dem Skalpell. Kritik kommt aber von kritein = scheiden, trennen. Solange das nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist, kann man sich alle inhaltlichen Debatten sparen.

RMH
2. August 2018 22:25

"Wer saß doch gleich im Bunker und hoffte auf Herrn Wenck?"

Was war daran heroisch, ästhetisch schön und "in Schönheit sterben"?

Wie auch immer, mir ging es darum, dass man das Kind nicht immer mit dem Bade ausschütten muss, Taktik und List (letzteres ist bei den Asiaten, Chinesen insbesondere, hoch angesehen- bei den deutschen Rechten ist der Begriff der List hingegen ja fast schon anrüchig) gehören zum politischen Geschäft einfach dazu.

Frieda Helbig
2. August 2018 22:41

@Ronny:
Macht die Diskussion um den Begriff "Volk" nicht nur dann Sinn, wenn darüber Einigkeit herrscht, daß er noch immer seine Berechtigung hat? Ist ansonsten nicht jegliche Diskussion hierüber obsolet? Also ganz direkt gefragt: Gibt es für Sie überhaupt Völker? Gibt es für Sie ein deutsches Volk?

Ansonsten hat doch Kubitschek schon alles zu unserem Verständnis gesagt. Sinngemäß: Deutscher, also dem deutschen Volke zugehörig, ist, wer von Deutschen abstammt ODER wer sich soweit assimiliert, daß er notfalls sein Leben für den Erhalt dieses Volkes geben würde.

Das kann einem nun gefallen oder nicht. Man kann das auch für rückwärtsgewand oder fortschrittsfeindlich halten. Aber es ist nun einmal unsere Ansicht. Zumal deswegen, weil ein Sozialstaat klar definieren muß, wer Beiträge einzahlt und wer hierfür dann Leistungen erhält.

HomoFaber
2. August 2018 23:35

@ Ronny Licht:

„... ob man Ihren Volksbegriff ... nicht langsam wirklich über Bord werfen muss.“

Darüber kann man verschiedener Meinung sein. Sie könnten das Thema ja auch mal mit Erdogan-Türken diskutieren. Vielleicht gewinnt meine Begriffsdefinition dabei für Sie wieder an Bedeutung. Wie auch immer: Es spielt für die Logik meiner Argumentation keine Rolle.

„Aber wer sind denn aus Ihrer Sicht die „Anderen“ ... ?“

Vielleicht Sie, Herr Zorn oder Herr Habeck z.B.: Diejenigen die den Begriff eben anders definieren (wollen). Weiteres spielt für die Logik meiner Argumentation keine Rolle.

HomoFaber
2. August 2018 23:50

@ Ronny Licht:

„Inwiefern ist das strikt zu trennen?“

Das ist insofern strikt zu trennen, als daß es hier konkret darum geht was der Bademeister in diesem Artikel sagen wollte und nicht z.B. darum, ob jemand ganz anderes, der Fotos in der Ukraine macht, glaubwürdig ist.

Zudem gilt, daß eine Neuaufstellung eine Neuaufstellung ist und kein Umweg. Sonst würde sie ja Umweg genannt werden und nicht Neuaufstellung: Junge Leute können erwachsen werden. Manche tun das, andere weniger.

Ronny Licht
3. August 2018 00:40

@ Der Gehenkte

Ich reagiere lediglich auf "sechs Fronten". Und das ist auch ok. Niemand kommt zu Schaden. Es passiert maximal Streit. Aber "wem der Wind zu rauh ist..." ;)

Benedikt Kaiser wollte mit mir nicht diskutieren, weil ich ihm nicht offen genug war. Und Sie verweigern sich, weil ich nach Ihrem Empfinden meine Kritik zu grobschlächtig ansetze. Es ist immer wieder eine interessante Erfahrung wert hier kommentieren zu dürfen...
"[...] Als gott ..und eh ihrs euch versahet · biege
Ich diesen starren balken um zum rad." (Hybris zu später Stunde ;) )

Beim nochmaligen Lesen kann ich meine Hinsicht vielleicht konkretisieren:
Kubitschek formuliert eine Exklusivität, bzw. stellt Bedingungen - btw: für wen spricht er und wer legitimiert ihn dazu? - für Überläufer und "Fahnen im Wind" und übersieht dabei, dass Rechts eben nicht von "Taktik und List" ausgenommen ist, wie RHM es bereits oben andeutete. Wieso auch?...primus in illam lapidem mittat!

Und noch ein Gedanke: Vielleicht verstellt sich mir der Blick als Außenstehender, der nicht im Milieu mitmischt, aber es blieb bisher sowohl die angekündigte Welle der "Bekenntnislust" aus und ich hörte und las auch nix von einem Ansturm auf die AFD oder der rechten APO. Von daher stellt sich mir auch hier die Frage, woraus sich das Selbstbewusstsein speist, Forderungen zu Formulieren? Wikipedia sagt: "Der Bluffer erweckt durch sein Verhalten den Eindruck, sein Blatt sei sehr viel aussichtsreicher, als das tatsächlich der Fall ist."

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PS: Übrigens durfte ich im Februar dieses Jahres aktiv daran mitwirken, dass eine Spezialsammlung zu Stefan George und seinem Kreis aufgelöst und erfolgreich unter die Menschen gebracht wurde. Waren Sie auch da? Ist knapp 5 min fußläufig von der Bibliothek des Konservatismus gelegen.

Andreas Walter
3. August 2018 07:23

@Ronny Licht

Aber Herr Licht, vor Marxisten würde ich jeden warnen. Da zögere ich keine Sekunde und kann mir darum auch keine Formulierung kurz genug sein, damit die Nachricht, Botschaft möglichst schnell bei allen ankommt.

Da man hier aber eher sachlich ist, muss man auch Gefühle begründen oder Beweise für seinen Eindruck vorlegen. Habe ich darum getan und absolut kein Problem damit. Wie die Börsenaufsicht, oder eben ein Aufklärer, Fernmelder.

Denn Marxisten sind es, die die Weltherrschaft wollen, nicht Patrioten, falls Sie das vergessen haben. Weltherrschaft aber halte ich, ebenso wie Monopolismus, für absolut gefährlich und schädlich für die Menschheit. Letzteres weiß ich aber auch ohne Marx und Marxisten. Schlimm genug darum, dass wir derzeit auch so viele Quasi-Monopole auf der Erde haben, auch in der Informationstechnologie und den Neuen Medien. Denn auch die müssen alle zerschlagen werden. In dem Punkt sind wir uns doch einig, oder?

Der Gehenkte
3. August 2018 10:36

@ Ronny Licht

"Niemand kommt zu Schaden. Es passiert maximal Streit." - die Zeit, die Zeit kommt zu Schaden. Ich würde sie gern opfern, bestünde die Aussicht auf eine sinnvolle Diskussion.

Nach allem, was ich von Ihnen hier vernommen habe, muß ich Kaiser recht geben. Sie sind klug aber verbohrt, sie stehen auf ihrer Plattform - theoretisch gut abgefedert - und wissen, wie der Hase läuft ... und folglich sehen Sie nur noch diese Hasen. Sie lesen Texte im Rastermodus und warten darauf, daß es einrastet - was es regelmäßig tut und mancher Forist spielt Ihnen in die Hände.

Und Sie sammeln fleißig Material - vielleicht nicht untypisch für einen Archivhengst und Archäologen -, das Sie dann jedem bei Gelegenheit um die Ohren hauen können. Dürfte Ihnen bei Ihren Forschungen nicht ganz unbekannt vorkommen.

Ihre Annäherungen hier sind nicht authentisch, nicht von tatsächlichem Erkenntnisinteresse geleitet, sondern sie wähnen sich besser als die Teilnehmer und warten nur darauf, daß diese - ihrem Raster entsprechend - Dummheiten sagen, die Sie dann vorführen können. Sie wollen sich selbst beweisen, wie beschränkt die NR ist - was sie natürlich ebenso ist, wie jede andere Schule ... Ihre inbegriffen.

Schauen Sie sich Ihre sechs Fronten an, von oben, treten Sie mal heraus aus Ihrem hermeneutischen Zirkel ... dann werden Sie bemerken: S i e sind hier der Spieler, für jeden eine andere Hand, keine Strategie - außer Stänkern - aber viele Taktiken. (Bitte nicht mit der obigen Strategiedebatte vermengen! - ich ahne es schon)

Aber Sie sind klug und gebildet und allein das ist schon selten geworden. Machen Sie sich einfach mal auf, lassen Sie das Licht einen Moment in Ihre Seele und ... dann könnte man reden. Aber wie gesagt: erst scheiden lernen. Wer Ironie mit Überheblichkeit verwechselt hat noch einen langen Weg.

George: Beim nächsten Mal bitte vorher sagen!

HomoFaber
3. August 2018 11:50

@ Ronny Licht
Sie verwechseln nicht nur theoretische (z.B. Rückgriff auf linke Kulturtheoretiker) mit taktischen Umwegen, sondern unterstellen der Neuen Rechten auch, sie sei bloß Mimikri der alten Rechten (gesellschaftliche tragbare Konzepte). Ein Vorwurf zu dem bereits ausreichend viel gesagt ist.
Fundstück zur Herrschaft des Verdachts: https://sezession.de/22927/verdacht-und-mimikry

heinrichbrueck
3. August 2018 12:22

Es kann keine neuartige Definition des Volksbegriffs geben, solange es konkrete Völker gibt. Der Volksbegriff verschwindet auch nicht aus der Welt, ebensowenig die Völker die an ihm festhalten. Ein Volk ohne positiven Volksbegriff verschwindet definitiv. Dafür sorgen schon die Naturgesetze und die Steuerungsprozesse. Wie wollen sich solche Spinner in der Sphäre des Politischen halten, die ihre Volkszugehörigkeit nicht kennen? Jeder Affe kennt seinen Stamm. Nur der Weltbürger scheint ein Genie ohne Stamm zu sein. Keine starken Wurzeln im Volk, - dafür eine Pseudoverwurzelung, in den komplexen Gesellschaften einer unhistorisch gedachten Zukunft, gesetzt -, die irgendwelche Schwierigkeiten im Umvolkungsprozeß machen würden. Jetzt muß in den nächsten zwanzig Jahren nur noch das Bargeld abgeschafft werden, und der Weltbürger kann für Jahrhunderte ohne Volksbegriff zurechtkommen. Am Ende der Gleichung stellt sich eigentlich nur noch die Frage, in welches Volk der Weltbürger assimiliert wurde.

Maiordomus
3. August 2018 12:53

@Ronny Licht. Ich habe auch schon ziemlich regelmässig Kritik geübt, wurde aber als Intellektueller aus dem Lager von weiland Criticon und als Konservativer, der philosophisch und politologisch nicht die genau gleichen Grundlagen hat wie die noch um mindestens eine Generation jüngeren Leute von Sezession, manchmal noch einigermassen verstanden, so wie ich die meisten zu verstehen hoffe. Ich bin bereit, von jedem, der noch ein intellektuelles Niveau hat und/oder authentische Erfahrungen, über eigene Besserwisserei hinaus nach Möglichkeit auch noch was zu lernen. Ich schliesse kaum aus, dass diese Leute in der Gegenwart etwas zu sagen haben könnten und würde sie in den wenigsten Fällen auf allenfalls zu kritisierende Irrtümer oder reinen Fanatismus reduzieren. Vielen fehlt jedoch noch Erfahrung in Politik und Demokratie. Ihre Ausführungen, Licht, sind aber meist nicht so, dass einem automatisch ein Licht aufgehen würde. Bei Kleists Zerbrochenem Krug gibt es einen Schreiber "Licht". Er bleibt leider eine Nebenfigur auf dem Weg zu etwas mehr Klarheit.

nom de guerre
3. August 2018 17:55

@ Ronny Licht
Bei Ihren auch hier wieder zahlreichen Kommentaren ist mir insbesondere derjenige aufgefallen, in dem Sie, wie ich Sie verstehe (bitte um Aufklärung, falls Sie es anders gemeint haben sollten), die begriffliche Unmöglichkeit eines deutschen Volkes an der Anzahl der Einwohner Deutschlands festmachen möchten - dass also bei ca. 80 Mio. Menschen kein hinreichendes dauerhaftes Zusammengehörigkeitsgefühl da sei, um von Volk zu sprechen, und infolgedessen auf dieser Grundlage legitimerweise keine Identitätspolitik betrieben werden könne. Ich werde mir nun nicht die Blöße geben, einen eigenen Volksbegriff zu benennen. Solche Definitionen haben bekanntlich ihre Tücken und es ist auch nicht das, worauf ich an dieser Stelle hinauswill. Meine Frage ist folgende: Wenn 80 Mio. Deutsche zu viel für ein funktionierendes Zusammengehhörigkeitsgefühl sind, welche Zahl wäre denn dann noch ausreichend gering? Anders gefragt, können die Liechtensteiner für sich in Anspruch nehmen, ein Volk zu sein, zu definieren, wer dazugehört und wer nicht, und können sie, um von der theoretischen auf eine relevante praktische Frage überzugehen, bestimmen, wie viel Einwanderung ihr kleines Land verträgt, um nicht zur Unkenntlichkeit verändert zu werden? Und wie verhält es sich mit der deutlich größeren (und ethnisch/sprachlich komplizierteren, aber lassen wir das einmal außen vor) Schweiz? Dürften Maiordomus' Landsleute sagen, wir Schweizer sind ein Volk und definieren, wer dazugehört und wer nicht? Sollte ich Sie nicht komplett missverstanden haben, müsste man davon ausgehen, dass bspw. die vielen kleinen deutschen Herrschaftsgebiete vor 1806 sehr wohl hätten bestimmen dürfen, wen sie als Angehörigen "ihres" Volkes betrachten möchten und wen nicht, während das heute verbliebene Deutschland als Ganzes dasselbe nicht darf. Oder hätte das damalige Königreich Preußen dies auch nicht tun dürfen (da zu viele Einwohner für das Gefühl "wir sind alle Preußen und wissen, wer ein Preuße ist und wer nicht"), die einigermaßen winzige Reichsgrafschafschaft, aus der ich stamme, aber schon? Ich gebe zu, Sie verwirren mich.

t.gygax
3. August 2018 18:30

maiordomus@
Der Schreiber Licht in Kleists Komödie ist aber doch eher eine ziemlich jammervolle Figur.....nebenbei: es gibt eine herrliche Verfilmung aus dem Jahre 1937 ( jaja, ich weiss schon, die finstersten Zeiten der Barbarei...) mit einer jungen Elisabeth Flickenschildt, bei der ich immer trübsinnig werde, wenn ich denke, welche Rollen sie 20 Jahre später spielte.
Zu dem Herrn Ronny Licht: für den ist das alles hier nur ein großer Witz, der nimmt hier niemand ernst und will letztendlich Leute vorführen, schafft es aber nicht, weil die meisten Foristen ihm weit überlegen sind.Und außerdem: der Typ riskiert nichts, sitzt auf der richtigen Seite des Establishments und weiss, dass er jederzeit abgesichert ist. Andere Leute, die es wagten, sich mit den "Aussätzigen" -denn nichts anderes ist das ganze sezessions-Volk für die Herrschenden
- bekamen Berufsverbot, wurden entlassen, verloren ihre Existenzgrundlagen. Ihr gar schröckliches Verbrechen: sie hatten mit den falschen Leuten gesprochen, das darf es nicht geben.
Keine Polemik, ich könnte das an mindestens 10 Fällen belegen, und die kenne ich selbst.......

DirkAhlbrecht
3. August 2018 20:00

@RMH

Sie verweisen damit auf die Strategeme. Kann man natürlich machen. Soweit mir allerdings bekannt, zielten diese durchweg auf ein Gegenüber ab, das zu rationalem Denken und Handeln fähig und in der Lage war - auch und gerade im Sinne des Erhalts der bestehenden Ordnung.

Die (heutige) heimische Situation der handelnden sog. Eliten ist davon meiner Überzeugung nach meilenweit entfernt. Sie mögen einwenden, dass sich mit Blick auf den bspw. seitens EU und UN propagierten Diversity-, Resettlement- und Relocation-Unsinn durchaus ebensolche Motive werden finden lassen - auch und gerade im Sinne des Machterhalts bzw. dessen Ausbau.

Ich bezweifle dies. Denn die sog. Verbündeten aus fernen Gestaden, die die heimischen Eliten in ihrem Tun (noch) unterstützen, verfolgen natürlich und notwendigerweise eigene politische Ziele und Machtoptionen. Und die haben wenig bis gar nichts mit jenen Zielen zu tun, denen man sich in Berlin und Brüssel verpflichtet fühlt.

Denn: Was sind denn die Erfolgsaussichten mit Blick auf jene, die in der Merkel-CDU verbleiben und für eine rationale und vernunftgeleitete Politik werben? Das man den (multikulturellen) Trommelrevolver beim Russisch Roulette ein paar Mal häufiger drehen möge - und nur um am Ende dennoch dasselbe verheerende Ergebnis zu erzielen?

Nein, das kann es meiner Meinung nach nicht sein. Ich habe auch grundsätzlich nichts gegen Taktik und List. Aber doch nicht angewandt gegenüber jenen, die schon in absehbarer Zeit im großen Spiel keine Rolle mehr spielen.

Maiordomus
3. August 2018 22:24

@Gygax. Ich schrieb vor Jahren hier mit Klarnamen. Es war mein Ende als Mitarbeiter bei zwei sogenannt liberalen Blättern bzw. Publikationen. Natürlich gab es zur Zeit, die Sie ansprechen, gute Filme, besonders was die schauspielerischen Leistungen betraf, wenn ich an Emil Jannings, Theo Lingen und die von Ihnen genannte Flickenschildt denke, die ich auf der Bühne noch gesehen und erlebt habe. Zu den Drehbuchautoren der damaligen Zeit gehörte auch Erich Kästner.

HomoFaber
3. August 2018 22:50

@ nom de guerre

Hat Ronny doch geschrieben. 50 Leute sind ok für ein Volk. Höchstens aber 150.

HomoFaber
3. August 2018 23:00

150 bei Facebook

nom de guerre
4. August 2018 10:25

@ HomoFaber
50 oder 150 Leute (nebenbei bemerkt mag RL mit diesen Zahlen bei persönlichen Nähebeziehungen durchaus Recht haben, aber darum geht es hier ja nicht) hätten den Vorteil, dass sie zu keinem politischen Willensbildungsprozess in der Lage wären, dessen Relevanz über die eines Kaninchenzüchtervereins hinausginge. Wenn das die Absicht ist, die hinter der Verneinung des Volksbegriffs steht, besteht in der Tat kein weiterer Erklärungsbedarf.

A9B65509Z
4. August 2018 12:39

Wer ist ein Überläufer? Was ist das Charakteristikum des defector, des transfuga? Zunächst einmal ist Überläufer, wer erkannt hat, dass der Kampf für die eigene Sache aussichtslos geworden ist; er sieht sich auf der Verliererseite, will aber um jeden Preis zu den Gewinnern gehören. Die eigene Haut zu retten, sich den Gewinnern anzubiedern und einen privilegierten Platz in der neuen Ordnung zu haben sind seine wichtigsten Anliegen. Politisch gesehen sind Überläufer nichts anderes als Opportunisten, Karrieristen, und der Unterschied zwischen defector und traditor ist nicht allzu scharf. Dies trifft auch auf die "Urgesteine der CDU zu, die jetzt ihren Einfluss in der eigenen Partei schwinden sehen und deshalb mit der AFD liebäugeln. Wenn sie behaupten, sie seien so lange in der CDU geblieben, um so viel wie möglich von der nationalen Sache zu retten, so ist dies bloß eine Schutzbehauptung, eine ziemlich billige Ausrede. Erreicht haben sie nämlich gar nichts und in der CDU geblieben sind sie, weil sie nicht auf ihre lieb gewordenen Pfründe und Posten verzichten mochten. Wäre es anders gewesen, so hätten sie viel früher der CDU den Rücken kehren müssen! Die Märtyrerpose steht ihnen sehr schlecht, sie ist einfach nur lächerlich. Sie sind ausgebuffte Machtzyniker und mit allen Wassern gewaschene Machiavellisten, sicher, doch ihrem Rat, auf die Befindlichkeiten der CDU-und FDP-Wähler Rücksicht zu nehmen, sollte man nicht blindlings folgen, wenn man nicht selbst so werden möchte wie die Protagonisten des Deutschland abschaffenden Altparteienkartells.
Manche dieser Überläufer mögen tatsächlich zu besserer Einsicht gelangt sein und begriffen haben, worum es bei dieser gigantischen, von oben herab durchgeführten Umvolkungsrevolution geht: Um Sein oder Nicht-Sein des deutschen Volkes. Doch einige dieser "transfugae" werden auch geschickt getarnte trojanische Pferde sein, vor deren Ratschlägen man sich so sehr in Acht nehmen sollte wie vor den bekannten Geschenken der Danaer.
Überzeugungen und Haltungen sind wichtiger als Wahlen, Wahlstrategien und wahltaktische Manöver. Ein Paradigmenwechsel kommt nicht durch Wahlen zustande, der Paradigmenwechsel muss im Bewusstsein der Menschen den Wahlen vorausgegangen sein, um dann in diesen seinen Ausdruck zu finden.

Maiordomus
5. August 2018 06:20

@An den Buchstaben- und Nummernheini: Es braucht in der Politik nicht nur Überzeugungen und Haltungen, auch nicht Naherwartungsneurosen vom Untergang Deutschlands, sondern Erfahrung, Wissen, Augenmass und strategisches Denken. Ich habe vor Jahrzehnten bei der CDU und CSU, denen ich auch schon mal die Schweizer direkte Demokratie erklären durfte, durchaus Leute mit echten Überzeugungen und politischem Wissen kennengelernt. Es stimmt aber, dass in der Epoche Merkels und schon zu Zeiten von Kohl zumal nach der Wende eine gewaltige und fast krebsartige weitverbreitete Charakterkrise einsetzte. Natürlich gibt es opportunistische Überläufer, aber auch bei solchen muss überprüft werden, ob sie nicht doch brauchbar sein könnten. Der fähigste Politiker der französischen Geschichte, Talleyrand, war xmal Überläufer, aber immer in der Meinung, Frankreich mit Realpolitik nützlich zu werden, was in seinem Fall auch stimmte. Er gehörte zum Reformflügel der Monarchie, widersetzte sich nicht der Hinrichtung des Königs, kriegte die Kurve bei Napoleon und erst recht nach dessen Sturz, und beim Wiener Kongress bewirkte er, dass Frankreich nicht als Verlierer behandelte wurde. Leider sehe ich in Deutschland keinen brauchbaren Talleyrand, zumal nicht in der CDU. Ehrlich enttäuscht bin ich von Schäuble, den ich vor Jahrzehnten absolut als Grundsatzpolitiker kennenlernen durfte, die Reinhold-Schneider-Gesellschaft engagierte ihn als Redner. Für einen wirklichen Politikwechsel in Deutschland werden jedoch Mitglieder der Altparteien sowie Teile der Elite eine Rolle spielen müssen. Selbst auch linke Revolutionen waren weltweit auf Aristokraten angewiesen, auf ihre Art Überläufer.

Bei der AfD fällt immer wieder mal auf, dass man einfach keine Ahnung von Politik hat. Das absolute Lehrbuchbeispiel, das ich von Anfang an in dieser Eigenschaft beobachtet habe und so eingeschätzt, war Frauke Petry. Weidel scheint eher ein Talent zu sein, wiewohl es obersaudumm war, mit einem Bild vom St. Gotthard, dem Herzen der vom deutschen Reich für immer getrennten Schweiz, für die Rettung Deutschlands zu werben. Dabei findet in der Schweiz "Umvolkung" und Masseneinwanderung bei Leugnung des Problems durch massgebende Eliten und die Parlamentsmehrheit bezogen auf die Zahl der Gesamtbevölkerung in noch weit höherem Ausmass als in Deutschland statt, auch die Kosten dieses Prozesses laufen aus dem Ruder. Das aber ist ein anderes Problem. Sicher aber ist, mit Eifer allein kann die Wende nicht geschafft werden. Nie falsch, wenn auch ohne kurzfristige Erfolge, ist das Halten geistiger Positionen und die metapolitische Arbeit an den Grundlagen. Dabei weiss ich gut genug, dass auch dies allein nicht genügt.

Frieda Helbig
5. August 2018 10:03

@Ronny Licht:

Jetzt sind ein paar Tage ins Land gegangen und ich wartete gespannt auf eine Antwort Ihrerseits. Leider kam keine. Irgendwie enttäuschend, reagieren Sie doch sonst verläßlich mit langen Texten, Insiderwissen und Fußnoten.

Ist Ihnen die Frage (Gibt es für Sie ein deutsches Volk?) zu unterkomplex?

Gruß

Neuland
5. August 2018 19:48

Do wolln mor doch mol ein bisschen "ouf'm Busch kloppen", mal sehen was so raus kommt, aus der AfD und den "neurechten" Bewegungen?

1. Höcke ist im Osten so beliebt und beim Establishment wie bei den AfD-Wirtschaftsliberalen so verhasst, weil er den NEOLIBERALISMUS nicht nur kritisiert sondern überwinden möchte.
2. Faktenbezogene Macht- und Herrschaftskritik, sehe ich hier wie auch in der AfD nur selten. Es fehlt die Analyse und Kritik des Finanzsystems wie die des militärisch-geheimdienstlichen Komplex (tiefer staat). Dieses Schweigen muss man sich als politische Bewegung erst mal leisten können und das ist erklärungsbedürftig.
3. Sammlungsbewegung und Basisdemokratie oder rechtes Elitenprojekt?
4. Außenpolitik in Realität ist intransparent und findet jenseits nicht nur von demokratischer Kontrolle sondern außerhalb des Rechtsstaates seine praktische Umsetzung.
(siehe Syrien und die Beteiligung der Bundesregierung)
5. Nato-Frage, wie hälst du es mit dem transatlantischen Bündnis?

Ich hoffe immer noch auf substanzielle Aussagen von Kubitschek zu den fünf Fragen. Aber auch die hier so schön in Umschweife palavernden Zeitgenossen, sind aufgerufen zu antworten.

Grüße aus dem Erzgebirge

HomoFaber
5. August 2018 20:04

@ Frieda Helbig

Falls ich für Ronny einspringen darf: Alles oberhalb von 50 Kleingruppentieren, im Extremfall sogar 150 Facebook-Freunden, ist eine Konstruktion.
Damit können wir als als Homo faber hervorragend leben. Kein Brunnen, keine Brücke ohne uns.
Nur gegen die Dekonstruktion möchte ich mich verwahren.

Frieda Helbig
5. August 2018 21:59

@HomoFaber:

Danke fürs Einspringen.

Seis drum.

Man muß ja nicht jedermann Gedankengänge verstehen bzw. deren Sinn...

Liegt vielleicht auch am Wetter :-)

DirkAhlbrecht
6. August 2018 10:41

Wenn man sich das (staatlich gedeckte und kontrollierte) Schuldgeldsystem, lieber Neuland, ohne ökonomische Grundlage und einzig aus politischen Erwägungen (Euro) heraus zurechtbiegt, kann man dann von Neoliberalismus sprechen?

Wenn mir dieses System alsdann um die Ohren zu fliegen droht, und ich auf Kosten anderer diverse Banken (denen man das Geld zuvor gleichsam aufgedrängt hat) und hernach ganze Länder vor dem Kollaps retten muss bzw. will, haben wir es dann mit Neoliberalismus zu tun?

Wenn ich bspw. eine sog. Energiewende ins Leben rufen, und diese an allen Eigentums- und Vertragsrechten vorbei den Verbrauchern aufdränge (und die diesen Unsinn auch noch mit einer Umlage bezahlen dürfen) kann man dann ernsthaft von Neoliberalismus sprechen?

Wenn man in Deutschlands eh schon prekären und schlecht bezahlten Arbeitsmarkt beständig neue Nachfragende nach dieser Art von Beschäftigung durch (unkontrollierte) Massenmigration zufügt (und damit den Preis für diese nachgefragte Leistung drückt), kann man dann wirklich von Neoliberalismus sprechen?

Nein, so finde ich, das kann man eben überhaupt nicht. Es ist in meinen Augen das exakte Gegenteil. Eine völlig aus dem Ruder gelaufene Lenkungskaste zeigt dem Souverän die totalitär-sozialistischen Instrumente. Und wird dabei nicht müde, die selbst verursachten Folgen dem " freien Markt" (den es gar nicht gibt) in die Schuhe zu schieben.

Sandstein
6. August 2018 10:43

@ Alle(die es juckt)

..diese ominösen "150 Personen" die hier im Raum geistern hat RonnyLicht aus einem Buch von Harari. Homo Deus, Lektüre ausdrücklich empfohlen. Er beruft sich dabei auf Untersuchungen, die ergaben, dass Menschen nie in der Lage sind zu mehr als 150 Personen eine emotionale Beziehung aufzubauen. Das heißt man kann nicht mehr als 150 Menschen lieben/hassen/kennen.

Mag durchaus was dran sein, geht aber schon alleine von völlig falschen Prämissen aus. Denn natürlich kennt nicht jeder Deutsche jeden Deutschen, dafür gibt es ja Geschichten, Mythen, Legenden die ein Dach bauen, unter dem sich all jene versammeln können, die dieses Dach anerkennen.

Personen wie RonnyLicht folgern aber aus solchen Erkenntnissen, dass es wohl besser wäre, in kleinteiligen Strukturen bis 150 Personen zu leben. Da haben wir sie dann: die zerstückelte Gesellschaft, die sich noch leichter lenken lässt, also große Personenverbände.

Ich wette aber, selbst das ist noch geheuchelt, kann mir nicht vorstellen, das RonnyLicht in einer Kommune lebt. Das sollen dann andere Pioniere erst einmal austesten...

RMH
6. August 2018 11:45

" ... dass es wohl besser wäre, in kleinteiligen Strukturen bis 150 Personen zu leben."

Wie das praktisch dann aussieht und funktioniert, kann man ganz gut an den Sinti- und Roma sowie Araber-Clans - die neuere Kriminalistenbezeichnung bzw. Medienchiffre dafür ist "Großfamilien" - sehen. diese können übrigens auch schon einmal die 150er Schwelle überschreiten. In solchen Strukturen braucht man dann auch keine Schulen oder ähnliche Bildung mehr (was wurde bspw. in allen Ländern Europas versucht, die Zigeuner durch Bildung, Schulzwang etc. irgendwie einzuhegen und zu "integrieren" - die Bilanz davon ist, Ausnahmen bestätigen die Regel, vernichtend).

Die Überwindung des Clanwesens und Tribalismus und die Bildung der Staaten war schon immer eine große Kulturleistung der Europäer, insbesondere seit der Antike, und nicht nur etwas Technokratisches und Administratives. Das wird heute gerne und geflissentlich übersehen. Und ein Staat als Kulturleistung benötigt eine tonangebende Kultur und kein Multi-Kulti als Maßstab (deswegen kann es durchaus Multi-Kulti geben, siehe bspw. Rom, aber auch dort haben im Zweifel immer die Römer (einschließlich derer, dazu geworden sind) das letztendscheidende Wort gehabt. Und genau darum geht es doch bei der ganzen Debatte: Sich als Einheimischer, als "schon länger hier Lebender", sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Das gilt im Übrigen auch für die Migranten vorheriger Generationen und Dekaden, deren Claims mit der Masseneinwanderung der jüngeren Zeit auch massiv in Frage gestellt und ebenso neu verhandelt werden - aber diese Kreise werden ja gerade mit metwo & Co. glänzend davon abgelenkt, dass nicht ihre bisherigen Gastgeber das Problem für sie sind, sondern die neuen Gäste an der Tafel Deutschlands, die ohne Unterlass zu Tisch gelassen werden.

HomoFaber
6. August 2018 12:14

@ Frieda Helbig

Das liegt nicht am Wetter, sondern am „musischen Stil“. Sollte sagen: Selbst wenn unser Volksbegriff eine Konstruktion sein sollte, so erfüllt er doch seinen zivilisatorischen Zweck und manifestiert sich dadurch. Demnach gibt es auch nach Ronnys konstruktivistischer Argumentation ein deutsches Volk.
Oder mit anderen Worten:

„Die Überwindung des Clanwesens und Tribalismus und die Bildung der Staaten war schon immer eine große Kulturleistung der Europäer, ...“

heinrichbrueck
6. August 2018 13:04

@ Neuland

“So war der Tod gekommen, wie Zieten aus dem Busch.„

Demokratie ist, wenn eine manipulierte Mehrheit eine halbwegs gescheite Minderheit neutralisiert; damit die Herrscher und Installateure derselben, stets im Hintergrund schwer zugänglich und der strukturlosen Beweislast ein Schnippchen schlagend, langfristig nicht sonderlich gestört werden.

Konkret ist die Abgabelast, von einem Euro müssen 52 Cent für X verdient werden. Also für 48 Cent arbeiten, und die restliche Zeit gute Bücher lesen (80 % Frakturschrift, 20 % Antiqua, sonst wird es zu zeitgenössisch). Dann muß die Überproduktion auch nicht mehr verschenkt werden. Das Grundeinkommen gibt es schon, heißt Sozialleistungen. Es winkt die 20-Stunden-Woche. Bargeldabschaffung und europäischer Paß machen auch die Runde. Der gläserne Konsument, der Musterdemokrat. In diesem Kontext bekommt das Wort Freiheit einen perversen Klang.

Die Nato. Begründung in den Köpfen der Mehrheit, eine Mischung aus Schuld und Mißtrauen. Zwei Weltkriege vom Zaun gebrochen. Kein Vertrauen in das eigene Volk. Eine schiefe Gemengelage in so ziemlich jeder Durchschnittsdiskussion. Das wahlberechtigte Votum wird höhere Beiträge vorziehen, ein Bündnis mit den guten und zum Guten führenden Menschenrechten verteidigen. Eine deutsche Welt aufzubauen, sie zu verteidigen und stolz aufrechtzuerhalten, kommt einem 150-Facebook-Volk schwerlich in den Sinn. Nichts deutsch - aber dafür gut. In dieser hanebüchenen Logik kommen noch irgendwelche Wohlstandswehwehchen zum Ausdruck, wird Afrika und das Klima bedauert, von Wohlstand und Integration geschwafelt, Kompromißbereitschaft signalisiert.

Höcke ist nicht die AfD. Hat die AfD einen Plan? Dürfte im Parteiprogramm stehen. Manchmal ist Schweigen viel besser...

Und die Wahrheit? „Allen geht’s gut.“ (Matteo Scuro)

Dabei kann alles immer noch gut werden.

Wahrheitssucher
6. August 2018 13:30

@ Neuland

Glückwunsch zu den Fragestellungen.
Warten wir auf Antworten...

Maiordomus
6. August 2018 17:04

@Wahrheitssucher. Ein ganz trefflicher Aphorismus, den Sie da am Schluss zum Besten geben. Mit den richtigen Fragestellungen gewinnt man eine Perspektive aus dem Schlamassel, wiewohl noch längst keine Problemlösungen. Es ist aber schon hilfreich, dass man von Lebenslügen, auch politischen, wegkommt. Vgl. den noch lesenswerten Artikel von Kaiser zu Wagenknecht und der sogenannten Sozialen Frage.

Frieda Helbig
6. August 2018 20:48

@HomoFaber:

Herzlichen Dank :-)

Auch an die Anderen für zahlteiche sachdienliche Hinweise.

Ronny Licht
7. August 2018 02:40

@ Frieda Helbig

Zunächst bitte ich Sie die verzögerte Antwort zu entschuldigen. Aber dieser von mir begonnene Dialog frisst in der Tat Zeit, wie @Der Gehenkte zu Recht bemerkte.
Da ich bis Ende dieses Monats privat sehr eingebunden binsein werde, hätte ich mir diesen großangelegten Dialog wohl eher verkneifen sollen, zumal die Kommentarfunktion hier ja auf zwei Wochen (?) beschränkt ist. Deshalb bitte ich die Foristen um Nachsicht. Aber ich verspreche, ich lese mit. ;)

Sie: „Macht die Diskussion um den Begriff "Volk" nicht nur dann Sinn, wenn darüber Einigkeit herrscht, daß er noch immer seine Berechtigung hat?“

Wieso sollte das ausschlaggebend für die Entscheidung über den Beginn einer Diskussion sein, worüber Einigkeit herrscht und worüber nicht? Im Übrigen halte ich Ihre Fragen nicht für „unterkomplex“. Doch sehe ich es als zielführender an, differenzierte Sichtweisen anzunehmen, wo es keine klare Ja/Nein-Antwort gibt.
Sie: „Gibt es für Sie überhaupt Völker?“
Und genau hier fang ich an. Die Differenzierung von Volk, Gesellschaft, Nation und Nationalität ist erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts nachweisbar und gewann besonders mit Herders „Volksgeistbegriff“ (zuvor spricht Herder gleichwertig von Nation und Volk) an Schwung. Davor wurde der Begriff „Volk“ eher abschätzig gebraucht. [1]

Sie: „Gibt es für Sie ein deutsches Volk?“

Hier stellt sich doch die Frage nach dem definitorischen Ansatz: "Demos", "Ethnos" sowie deren gegenseitige Anziehung und deren rechtliche Grenzlinien.
Während Demos nur die geteilten Werte beschreibt, nicht aber die tatsächliche, soziale Zugehörigkeit festlegen kann, ist die genealogische Zuweisung eine einende Erzählung innerhalb der Staatsgrenzen. Weil Sie im zweiten Kommentar die Verwendung von Fußnoten anmerkten, möchte ich Sie auch an dieser Stelle nicht enttäuschen und beginne gern mit einem Zitat aus einem Artikel vom Soziologen Jan Weyand, der auf den Verweisungszusammenhang von Demos und Ethnos abzielt:

„Da das Selbstverständnis des Demos als einer Kulturgemeinschaft zwar spezifiziert, welche Werte und Eigenschaften für seine Angehörigen charakteristisch sind, aber in keiner Weise festlegt, wer dazu gehört und wer nicht, entsteht auf der Ebene der Selbstbeschreibung von Volk der gleiche Zwang zur Eingrenzung wie auf der Ebene des Rechts, und er wird in der gleichen Weise gelöst: In der Zeit beschreiben sich Völker als historisch-genealogische Gemeinschaften. Erst die genealogische Zuordnung von Individuen zu Gruppen durch Ethnisierung verbindet erstens eine Abstraktion, das „deutsche Wesen“, die „französische Lebensart“, die „italienische Leichtigkeit“ usw. eindeutig mit einem konkreten Träger, einzelnen Deutschen, Franzosen, Italienern. Ethnisierung ermöglicht der Brüdergemeinde zweitens, sich in der historischen Zeit als mit sich identische Gruppe zu verstehen, das heißt sich die Geschichte der Gemeinschaft in Form einer historischen Genealogie zu erzählen. Ethnisierung ermöglicht dem Demos drittens, die Entwicklung des so genannten Volkscharakters als eine Entwicklungsgeschichte seiner Verfeinerung zu erzählen, die in den jeweiligen Nationalikonen besonders ausgeprägt zum Tragen kommt. Deshalb verstehen sich Nationalstaaten in ihren Selbstbeschreibungen nicht nur als homogene Kulturgemeinschaften, sondern auch als ethnisch homogene Gemeinschaften.“ [2]

Im Weiteren vertieft Weyand diese Zusammengehörigkeit durch den Einfluss von ius sanguinis und ius soli auf die Staatenangehörigkeit in den USA. Während ius sanguinis die Staatsangehörigkeit der inländischen Kinder bestimmt, reguliert das ius soli lediglich die rechtliche Zugehörigkeit ausländischer Kinder.

Interessant an dieser Stelle ist auch die Frage nach der „ethnischen“ Homogenität und der Relevanz für eine Nationalstaat. Während bspw. Caroline Sommerfeld in einem Artikel der Sezession vom August 2016 davon spricht, dass die „‘Homogenität‘ als relative [!] Gleichartigkeit eines Staatsvolkes kein rückwärtsgewandtes Reinheitsphantasma [ist], sondern elementar, daß man die Grundlagen der Gesellschaft anders kaum definieren kann.“ [3] scheint es doch allein mit Blick auf die relative junge etymologische Genese des Volksbegriffs und des „Volksgeistes“ nicht ganz aus der Luft gegriffen, dass die Grundlagen moderner Gesellschaften auch anders hergestellt werden können.
Nach Mährlein war es auch Herder, der den Volksbegriff als homogene Einheit formuliert hat. Im Zuge des 19. Jh. festigte sich diese Vorstellung.

Zuletzt kann man sich fragen, wie man die Homogenität des Ethnos´ biologisch, sprich genetisch definiert.
Zwar kann man über Gendaten phänotypische Gemeinsamkeiten von „Subpopulationen“ (in Ihrem Sprachgebrauch „Volksgruppen“) über Funktionsformen der Gene bestimmen. Aber allein alle heutigen Europäer sind ein Potpourri von Genen aus unterschiedlichen Teilen Eurasiens und anderen Erdteilen, das sich im Verlauf der letzten Jahrtausende und Jahrhunderte vermischte und keine klare genetische Abgrenzung zwischen den heutigen Einwohnern Europas erkennen lasst. Es zeichnen sich aber Verwandtschaftsgradienten ab, die nah beieinander wohnende Populationen auch genetisch naher verwandt erscheinen lassen als geografisch weit entfernte Menschen. So sind z. B. heutige Bewohner Süddeutschlands naher mit Ostfranzosen verwandt als mit Einwohnern Ostdeutschlands. Letztere sind hingegen naher verwandt mit Menschen aus dem heutigen Polen als mit Einwohnern des Rheinlandes. Aus genetischer Sicht lasst sich in keiner der heutigen Nationen mit fest umrissenen Staatsgrenzen eine eigenständige Population erkennen.[4]
Genetische Befunde mit menschliches Verhalten (Andreas Vonderach [Sezession 52, 2013, S.7] etwa weiß von „Krieger-Genen“, Gene die auf „Charakter der Deutschen“ oder „Händlervölker“ hinweisen zu berichten) und deren geografischen Verteilung gleichzusetzen bleibt allerdings ein Phantasma, – allein da die Populationsgenetik über zu viel statistische Schwächen verfügt. [5] Selbstredend gilt das auch für die Einteilung nach „Rassen“. Die „Rassentheorie“ und der aktuell immer wieder bei rechten You-Tubern hochgehaltene „Rassenrealismus“ sind überholt und wissenschaftlich unhaltbar. Der genetische Polymorphismus ist bei Homo Sapiens Sapiens schlichtweg zu gering (relativ kurz zurückliegende Auswanderungsbewegung aus Afrika; die immer wieder stattfindende nachträgliche Mischung,...) als dass man aus biologischer Sicht „Rassen“ bilden könnte.

Aber selbst wenn man meine bisherigen Ausführungen außer Acht lässt stellt sich zu guter Letzt die Frage: Wie soll man mit diesen Menschen verfahren, wollte man dem Ziel einer „relativen“ Homogenität im Staat ernsthaft nachgehen? Was schwebt den Sezessionisten so vor? Oder den rechten Parlamentariern? Gerade mit Blick auf 80 Mio. Staatsdeutsche, von denen aktuell knapp 25% Migrationshintergrund haben.[5] Eine Person hat laut statistischen Bundesamts einen Migrationshintergrund, "wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde".
Soll man/ will man /darf man es machen, wie es der nun mittlerweile von Antaios hofierte Akif Pirincci vorschlägt: „Es müssen ca. 8 Millionen Menschen das Land verlassen. Man kann ihnen sagen in sechs Monaten werdet ihr kein Geld mehr bekommen, - auch kein Essen. Und ihr müsst aus euren Wohnungen. 8 Mio. Menschen, auch die hier geboren wurden.“ [6]

@HomoFaber
Übrigens ist allein diese Verbindung von Personen wie Pirincci oder auch Mario Müller („...mit dem Flugzeug, mit dem Schiff, mit der Bahn) [7], und deren Deportations-Phantasien im Umfeld von Antaios und IfS, ein deutliches Indiz dafür, dass man es tatsächlich an vielen Stellen mit „Mimikry der alten Rechten“ zu tun hat. Haben Sie vielen Dank für den empfohlenen Artikel.

@ Der Gehenkte
Danke für Ihre Impulse! Ich werd versuchen daran zu denken – auch mit Blick auf George! ;)

@Alle Foristen
Man hängt sich hier hart an der Zahl „150“ auf. Bald heißt es noch: „150 darf man nicht mehr sagen!“ ;)

Lassen Sie mich an dieser Stelle einige „Nachtgedanken“ aus dem Bauch heraus formulieren:
Identitätspolitik (nicht identitäre!)? Von mir aus! Dann aber bitte fundiert auf kommunaler und regionaler Ebene angelegt. Der Vereinsamung (In England entsteht aktuell eine Ministerium für Einsamkeit) komplexer, urbaner Gesellschaften entgegenwirken mit gemeinschaftlichen Aktivitäten. Grundlagen für kulturellen (nicht merkantilen) Konsens durch soziale Räume schaffen. In Kopenhagen haben sie aus der Königlichen Bibliothek einen multifunktionalen Bau gemacht, in dem Familien, Leseratten oder Chiller mit Rechner aufeinandertreffen. Urbane Räume müssen neu gedacht werden. Auf diese Weise könnten kleine Zellen entstehen, in denen sich leichter Werte entwickeln lassen, die dann verbinden und die dann wiederum die Grundlage für Narrative sind (nicht ausgeblutete Dörfer sind da nach wie vor gute Beispiele, oder? > wer kann emprisch Auskunft geben?)
Diese Zellen stünden im interaktiven Austausch mit anderen kleinen Zellen und entwickelten Metanarrative, die im Idealfall in gemeinsamen Werten der 80 Mio.– dem Staatsvolk – oder auch 740 Mio. kumulieren. Ähnlich wie ein Europa der Vaterländer, nur auf der Eben der Regionen, Kommunen und Gemeinden – auch mit nationalen Grenzen. Nicht zwingend konservativ, sondern dynamisch und progressiv!
Kultur entsteht durch Kommunikation, Aushandlung und Schaffen und weniger durch das überwiegende thymotische Anrufen konservierter Werte die – wie einst dem Golem – dem personifizierten Kollektiv den Odem einhauchen sollen.
Und vielleicht würde der Wille zum Wachstum etwas gehemmt und die Uhren könnten dann wieder langsamer laufen? Natürlicher...

--- --- ---
[1] Mährlein, Christoph (2000), Volksgeist und Recht: Hegels Philosophie der Einheit und ihre Bedeutung in der Rechtswissenschaft, S. 17 ff.

[2] Weyand, Jan (2017), Zur Bedeutung der Unterscheidung von Demos und Ethnos für „Integration“, S.6.

[3] Sommerfeld, Caroline (08.2016), Kategorienfehler. Schmitt - Luhmann - Nassehi, in: Sezession 73, S. 21.

[4] Krause/Haak (2017), Neue Erkenntnisse zur genetischen Geschichte Europas, in: LDA-Halle „Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter, S.21 -38.

[5] https://www.sueddeutsche.de/politik/mikrozensus-etwa-jeder-vierte-in-deutschland-hat-einen-migrationshintergrund-1.4077431

[6] https://www.youtube.com/watch?v=An12OkMYhBE (ab 1:00)

[7] https://www.youtube.com/watch?v=CDI7iUXMKu8 , (ab 14:03).

Andreas Walter
7. August 2018 12:52

Ronny for Präsident!

Deutsche also in Artamanen-Kibbutzim (AKLs) konzentrieren und isolieren. Eine Idee, wie sie auch aus dem Südafrika der 60er Jahre stammen könnte. Sie sind wahrhaft kein Genie, Herr Licht, denn wir sind etwa 14 Millionen (schon jetzt). Mein Vorschlag daher schon lange vor Ihnen: Wir wollen Thüringen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und die Hälfte Brandenburgs rechts um Berlin herum. Was die Bayern dann machen muss man abwarten, dort dauert alles immer etwas länger, der Gemütlichkeit wegen. Mit den Bayern aber hätten wir dann fast ein deutschsprachiges Intermarium, auf jeden Fall aber ein Christliches, mit Italien und Slowenien im Süden. Von der Adria bis an die Ostsee und im Rücken die christlichen Visegrád-Staaten. Die Schweiz muss dann auch sehen, wo sie bleibt, und auch wohin der Rest driftet schauen wir uns aber hinter Grenzzäunen an, selbstverständlich mit Wehrpflicht.

Es geht hier nicht um ein paar "Nazi-Spinner", so wie Sie das gerne sehen und auch darstellen möchten, Herr Licht, sondern um Millionen, die eine Alternative auch für Deutschland wollen. Das worüber wir hier schreiben ist aber auch kein isoliertes deutsches Phänomen, sondern ein Europäisches, wenn nicht sogar ein Weltweites. Zumindest, wenn man der überwiegend marxistischen Presse glauben schenken möchte.

https://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/4802982/Schwedendemokraten-erstmals-staerkste-Partei-in-Schweden

Gustav Grambauer
7. August 2018 13:37

Die Hingabe an die Logik des Systems hat auf der Kommandobrücke eine noch viel tiefere Dimension:

Bin an einer völligen Neubewertung der Lage, genauer gesagt nur einer bestimmten Ebene der Lage. Hatte es 2015 auch noch nicht in der Klarheit gesehen: Merkels "Wir schaffen Das" hieß im Klartext "Wir schaffen es, den Bürgerkrieg zu verhindern" (daduch, daß wir via Integration das Haßpotential der Invasionsarmee neutralisieren - bildlich gesprochen mit Margeriten in die Gewehrläufe gesteckt).

Dieser Bürgerkrieg hätte die Lunte für den WK-III werden sollen ...

Die Koordinaten waren und sind für Merkel, die, das sollte niemals vergessen werden, über die Kanzlerakte regiert wird, unumstößlich vorgegeben:

1. die UNHCR-Resettlement-Programme mit ihren Kontingenten

2. Keine Grenzkontrollen, eine doppelte Waffe gegen die BRD: einerseits kommen die Mehrfachregistrierer, für die die BRD mehrfach zahlen muß und so finanziell potenziert geschwächt wird - andererseits löst jede Registrierung eines sogenannten Flüchtlings die Erschaffung eines Finanztitels aus, dessen Destinatär der registrierende Staat wird, und dies will die BIZ

https://de.wikipedia.org/wiki/Bank_für_Internationalen_Zahlungsausgleich

https://www.srf.ch/news/schweiz/ice-in-basel-entgleist-ursache-des-ungluecks-ist-unklar

der BRD nicht gönnen und verweigert es mit Hinweis auf die "Schlamperei".

3. "Mehr Europa" in Rhetorik und Tat.

Merkel hat die Schlußfolgerung aus diesen drei conditiones sine quibus non gezogen: "Wenn wir schon die Kotze fressen müssen, dann verdauen wir sie wenigstens gründlich.".

Man muß gar nicht so weit gehen, die Atomkriegs-Drohungen gegen Deutschland in Betracht zu ziehen, die z. B. FJS in seinen Memoiren freimütig offengelegt hat und an die ich seit 2015 jedesmal denken muß wenn ich Merkel sehe.

Im Rahmen dieser Taktik jongliert sie so gut sie kann, und es lag und liegt für sie nur nahe, dabei die "breiten Bündnisse der Zivilgesellschaft" mangels stärkerer, tragenderer Zentripetalkräfte, aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen heraus, als Partner zu nutzen. Wäre ich ein Ketzer, dann würde ich sagen, daß die Teddybärchenwerfer Deutschland vor einem Bürgerkrieg gerettet haben, da der Funke von "Make Love not War", soviel kann man heute schon sagen, im Großen und Ganzen auf die eingeschleusten IS-Kämpfer übergesprungen ist. (Die "tragischen Einzelfälle", von denen PI-News täglich berichtet, kann man als kollaterale Kontaminationseffekte einer verhinderten Weltkriegsplanung verbuchen. Selbstverständlich muß man dabei auch sehen, daß die massenhaften Einsatz-Befehle an die Kämpfer via Smartphone-App aus geo-hegemonialen Gründen, Danke Onkel Wowa!, Danke Erdogan!, Danke Assad!, ausgeblieben sind.)

Aus dieser Appeaser-Logik heraus erweist sich der Kampf gegen Rechts noch in ganz anderer Hinsicht als als folgerichtig. Somit bekommt auch der Sermon "Integration! - Integration! - Integration!" eine ganz andere Bedeutung, Logik und Brisanz. Somit wird auch klar, warum sie sich mit den zwei türkischen Flaggen bei Erdogan hat fotografieren lassen, es war im Rahmen der Appeaser-Logik ein Signal der gemeinsamen Stärke, nicht der Schwäche!

Merkels Herren wollen sie schon länger hops nehmen (angeführt besonders von der Bild-Zeitung spürbar seit einem Jahr), aber die sind mittlerweile so schwach, daß das nicht mehr so einfach geht wie mit Schröder damals. Mehr noch, die stecken jetzt vollends in der Sackgasse fest, auch und gerade dank Merkel, die die taktisch sehr klug ausmanovriert hat.

Für einen, sagen wir, Joe Kaeser, ist es ein Ausdruck der Deutschen "Staats"-Räson, Merkel die Stange zu halten, auch wenn unsereins diese verquere Logik nie verstehen wird.

Merkel ihrerseits könnte z. B. längst ihren Kampf für North Stream aufgegeben, Rußland im Sport boykottiert oder etwa Seehofer entsorgt haben. Hat sie aber nicht, sie hält an ihren conditiones sine quibus non fest. Dahinter steht fast das gesamte BRD-Juste-Milieu wie eine Front, teilweise bis ins Lager der Grünen hinein, im Wissen um die Signale an den Tiefen Staat. Die wollen Deutschland oder auch nur die BRD - im Rahmen des Machbaren (!) - so stabil wie möglich halten.

Für uns ist dieses Taktieren kafkaesk und dieses Wissen bitter, aber es gibt einen zweifachen Trost:

1.) Deutschland (aber leider auch die BRiD) erweisen sich mit diesem Wissen als viel stabiler und - soweit man das mit dem Sieferle-Blick überhaupt sagen kann - inmitten der Unreife ("des falschen Lebens im Falschen" mit verblüffendem Nexus zum Adornoschen "Asyl-für-Obdachlose"-Text) reifer als gedacht.

2.) Wenn die Politik des "Wir schaffen Das" einer äußersten Kriegsgefahr und einem äußersten Besatzungsnotstand geschuldet war und ist, dann stehen die Chancen für die Remigration umso besser, wenn die Ursachen für die Migration wegfallen, d. h. wenn der Hegemon (die zündelnde transatlantische Achse) zusammenbricht und das Nouvelle Besatzerregime (Trump) disloziert - und danach sieht es sehr aus:

Fazit, bei voller Zustimmung zu jedem einzelnen Buchstaben von G. K.: die CDU wird im Geschichtsbuch nicht ganz so übel wegkommen wie gedacht, im Urteil der Geschichte werden angesichts des Obigen um 3 bis 5 Prozent mildernde Umstände einbemessen sein. Selbstverständlich bleibt es dabei, daß das "Dunkeldeutsche Pack" die noch viel größere politische Reife gezeigt hat.

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Überläufer:

Hillary hat bereits ihren Seitenwechsel bzw. ihre Unterwerfung unter die globale Macht signalisiert, "If you can`t beat them - join them",

https://www.youtube.com/watch?v=UbbWuiAtRd4

und die Armenierin (!) Kardashian, die ehemalige Anführerin der Anti-Trump-Bewegung von Hollywood her, hat diese bereits, schwarz wie Hillaries Mütze gekleidet, vollzogen, Subliminal-Botschaft: "Begnadigt uns bitte alle, wir standen damals alle unter Drogen":

https://www.blick.ch/people-tv/usa-gefaengnisinsassin-nach-kardashian-besuch-bei-trump-freigelassen-id8465712.html

- G. G.

HomoFaber
7. August 2018 14:51

@ Ronny Licht

Leider scheinen Sie von Populationsgenetik und der entsprechenden Anthropologie keinen blassen Schimmer zu haben. Irgendwann wird man allerdings müde den immer gleichen Unsinn immer wieder neu zu widerlegen. Das Thema wurde auf SiN aber u.a. mit Hinweisen auf die entsprechenden wissenschaftlichen Originalpublikationen (nicht nur im Kommentarbereich) schon so weit diskutiert, daß Sie sogar hier anfangen können sich einzulesen:

https://sezession.de/52631/bjoern-hoecke-notizen-zum-kontext-der-kontroverse

https://sezession.de/53540/armin-nassehi-und-die-ethnische-homogenitaet

Stil-Bluete
7. August 2018 15:41

@ Neuland
Gelungene Überraschung, der Film 'Overgames'. Ich fand ihn so fundamental, dass ich ihn hier gleich noch einmal verlinke

https://www.epd-film.de/filmkritiken/overgames

Das mit der Umerziehung der Deutschen, das weiß man gemeinhin. Aber wie tiefgreifend das vorbereitet wurde, ist erschütternd. Ich muss daran denken, dass die Wissenschaftler nach dem Atombombenabwurf (Oppenheim, Teller usw.) mit Recht in Verruf geraten sind. Die Psychologen und Psychiater, vor allem aus den USA, sind bisher heil davon gekommen.

Es ist an der Zeit, dieser Art kaltschnäuziger Menschenvererstörung, ja, -Menschenzerstörung, die sich als neutrale, objektive Wissenschaft tarnt, ebensolche Verurteilung zukommen zu lassen wie der Verurteilung der Physiker, die die Atombombe konsgtruierten - bis zur Vernichtung der menschlichen Seele.

Gruß ins Erzgebirge: 'Oh Arzgeberch wie bis'de schie...'

heinrichbrueck
7. August 2018 15:44

Man kann sich den Umvolkungsprozeß auch wissenschaftlich schönreden. Kein Gott der Ewigkeit, dafür eine temporär gültige Wissenschaft. Alles fließt (den Bach runter). Kein Plan oder Vorstellung, der tausend Jahre umfaßt. Dafür eine Rechtfertigung, wissenschaftlich verbrämt und unsichtbar gehalten, wie Deutsche dezimiert werden können. Die Moderne, ein gesteuertes Projekt, und die ihr dienende Intelligenz, vorhersehbar, haben ganze Arbeit geleistet. Vergleichbar einem Hund an der Leine, der seine Werte auch entwickeln darf. In diesem Fall wird das Hündchen sein Herrchen beißen.
Deutsche dezimieren, Ausländer ins Land lassen, danach die Unterstellung: Die wollen Ausländer rausschmeißen, blablabla... Dieses ganze Gedankengebäude ist deshalb so perfide, weil es der Dezimierung nichts entgegensetzen kann. Diese ganzen gutmenschlich angehauchten Differenzierungen sind eine Verteidigung des Projekts Großer Austausch.
Schweinesystem darf man ja nicht mehr sagen, man würde die Schweine beleidigen. Die konstruierten Lügen sind schwer zu durchschauen, aber sobald das Wort Werte auftaucht, ist die Marschrichtung nicht mehr zu verschleiern.

Bran
7. August 2018 21:10

@Ronny Licht:
Beim Lesen Ihrer Weisheiten überkommt mich nostalgisches Schwelgen darüber, als ich selber noch ein Linker war und auch solche Plaudertaschen-Wortungetüm-Monstrositäten auf meine unvorbereiteten Mitmenschen losliess.
Leider muss ich Ihnen aber sagen, dass einerseits Homo Faber zu Ihrem Genetik-Diskurs schon alles notwendige gesagt hat und andererseits Ihre ganze Rhetorik-Kiste vollkommen zweckfrei ist.
Sie haben einen regelrechten Fetisch daraus gemacht, um den Volksbegriff rumzueiern. Ich kenne diese Gesprächstaktik noch aus meiner eigenen linken Zeit. Man verlangt vom Gegenüber einfach immer wieder eine haarfeine Definition von absolut jedem Diskussionsgegenstand, den man delegitimieren will und gibt sich mit keiner Aussage zufrieden, weil ja z.B. ein Stuhl von einem Ausserirdischen auch als Pilz empfunden werden könnte und somit die Bezeichnung Stuhl nichts Allgemeingültiges über ein allfälliges Sitzmöbel auszusagen vermag.
Lustigerweise kennen die Kreise, aus denen Spassvögel wie sie üblicherweise hervorkrauchen, durchaus Völker, wenn sie kurdisch, tibetanisch, palästinensisch oder irgendwie indigen sind. Einzig die Europäer...denen mag man kein Volk zugestehen.

Es ist auch auffällig, wie Sie gerade im Bezug auf Europa ein Genetik-Fass darum aufmachen, dass man die Leute auf dem alten Kontinent eh nicht auseinanderhalten könne, um dann ein paar dürre Worte noch über Afrikaner zu verlieren, von denen man sich auch kaum unterscheide. Dies aber mehr noch als Nachbemerkung, weil Sie natürlich wissen, dass es unter hiesigen Patrioten gar keine innereuropäischen Animositäten mehr gibt und es eben genau um Afrikaner und Araber geht. Im Grunde zünden Sie einfach gewundene, verschwurbelte und kaum lesbare Nebelkerzen und als eher unduldsamer Leser fragt man sich automatisch: Für was eigentlich? Wen glauben Sie, hier in diesem Forum durch den Kakao ziehen zu können?

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