Ein amerikanischer Alptraum (1) – Grundlagen

Mein Kumpel Jakob Augstein hat die Deutschen dazu aufgefordert, ihr Land "zum besseren Amerika" zu machen.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Pünkt­lich zum Erschei­nen mei­nes neu­en Kapla­ken­bänd­chens Ras­sis­mus – Ein ame­ri­ka­ni­scher Alp­traum ent­wirft der rote Mil­lio­när mit rascher Feder sei­ne Uto­pie: Was die Ver­ei­nig­ten Staa­ten nicht geschafft haben, die Ver­spre­chen des “Schmelz­tie­gels” ein­zu­lö­sen, soll nun zum “deut­schen Traum” werden:

“Gebt mir Eure Müden, Eure Armen, Eure geknech­te­ten Mas­sen, die sich danach seh­nen, frei zu atmen.” Das steht im Sockel der Frei­heits­sta­tue. Heu­te klingt das wie ein Hohn: Die USA sind zur Olig­ar­chie ver­kom­men. Die Armen wäh­len in ihrer Ver­blen­dung die Mil­li­ar­dä­re. Das Tren­nen­de, der Ras­sis­mus, die sozia­le Apart­heid, über­wiegt das Gemein­sa­me. Der ame­ri­ka­ni­sche Traum ist aus­ge­träumt. Deutsch­land könn­te sich die­sen Traum aneig­nen und dar­aus eine bes­se­re Wirk­lich­keit machen. Die Arme öff­nen für Men­schen, die ein bes­se­res Leben suchen. Ein Leucht­turm der Frei­heit sein. Ein hel­les Licht in der Dun­kel­heit. Und dar­auf einen neu­en Stolz gründen.

Um die­sen “Traum” eines Ein­wan­de­rungs­lan­des Deutsch­land zu ver­wirk­li­chen, ist Aug­stein sogar bereit, ein klas­si­sches Anlie­gen der Lin­ken zu opfern, näm­lich den Sozialstaat:

Aber man kann das Argu­ment auch umdre­hen und den Rech­ten recht geben: Weil sich die Ein­wan­de­rung nicht mit dem bis­he­ri­gen Sozi­al­staat ver­trägt, ent­schei­den wir uns für die Ein­wan­de­rung und für einen ande­ren Sozialstaat.

Wie die­ser “ande­re” Sozi­al­staat aus­se­hen soll, bleibt im Dun­keln. Als Brenn­stoff für die­se herr­li­che Idee (die so neu nicht ist) bie­tet er eine Mischung aus hyper­mo­ra­li­scher Erpres­sung (Deutsch­land soll die Ver­ant­wor­tung für die Pro­ble­me der Drit­ten Welt über­neh­men) und mul­ti­kul­tu­rel­ler Uto­pie an:

Das lässt sich mora­lisch begrün­den: wenn der Preis für unse­ren Sozi­al­staat die Toten im Mit­tel­meer sind, ist er es nicht wert. Wenn der Preis die Ver­sklav­ten in den liby­schen Lagern sind, ist der Preis zu hoch. Aber mora­lisch Begrün­de­tes hält in der Poli­tik bekannt­lich nicht viel aus. Die Moral allein trägt nicht.

Der bes­se­re Grund ist eine ande­re Idee von Deutsch­land: Ein neu­er “Schmelz­tie­gel”, in dem Men­schen aus Euro­pa, dem Nahen Osten und Afri­ka gemein­sam eine neue Nati­on erschaffen.

Das heißt nichts ande­res, als daß Aug­stein noch mehr Men­schen aus der ara­bisch-mus­li­mi­schen Welt und Schwarz­afri­ka nach Euro­pa ein­wan­dern las­sen will, um die euro­päi­schen Natio­nen abzu­schaf­fen und “neue” Natio­nen zu begrün­den, die offen­bar kei­nen ande­ren Inhalt und kei­ne ande­re Iden­ti­tät haben, als die­se Ein­wan­de­rung selbst zu ihrem geschicht­li­chen Ziel zu erklären.

Gar­niert wird die­ser Arti­kel mit einer bun­ten “Kar­ne­val der Kulturen”-Collage, womit sug­ge­riert wird, daß Deutsch­land dann eine end­lo­se “Diver­si­ty”- und Fol­ko­re-Par­ty ins Haus steht, ganz nach dem Geschmack der kos­mo­po­li­ti­schen Schickeria-Linken.

Aug­stein ist lei­der kein iso­lier­ter Spin­ner, der mit sei­nen Ideen allei­ne dasteht. Wie Frank Böckel­mann tref­fend for­mu­lier­te: “Wer sich heu­te ‘links’ nennt, kün­digt ledig­lich an, noch hart­nä­cki­ger zu for­dern, was alle ande­ren auch schon for­dern.“ Die Vor­stel­lung, man kön­ne aus den euro­päi­schen Natio­nen per Mas­sen­ein­wan­de­rung aus Vor­der­asi­en, Nord- und Schwarz­afri­ka uni­ver­sa­lis­tisch-glo­ba­lis­ti­sche Schmelz­tie­gel schaf­fen, die aus irgend­ei­nem Grund noch ihren Cha­rak­ter als zum Bei­spiel “Frank­reich” oder “Deutsch­land” behal­ten sol­len, ist heu­te Dok­trin der herr­schen­den Eli­ten (ich ver­wei­se auf mei­nen Arti­kel zu einer pro­gram­ma­ti­schen Rede von Frans Timmermans).

Und die­se bedür­fen der Intel­lek­tu­el­len, um die­se Dok­trin zu pro­pa­gie­ren. Yascha Mounk hat sie auf einen berüch­tigt gewor­de­nen Punkt gebracht:

… daß wir hier ein his­to­risch ein­zig­ar­ti­ges Expe­ri­ment wagen, und zwar eine mono­eth­ni­sche und mono­kul­tu­rel­le Demo­kra­tie in eine mul­ti­eth­ni­sche zu verwandeln.

Oder auch Ulri­ke Gué­rot und Robert Men­as­se,  die “Lust auf eine gemein­sa­me Welt” machen wol­len, die sie durch eine Art Sied­lungs­ko­lo­nia­lis­mus auf euro­päi­schem Boden ver­wirk­li­chen wol­len. “Bür­ger­rech­te für ­alle”, aber auch wirk­lich für ALLE ist ihre Devise:

Wie wäre es, wenn Flücht­lin­ge in Euro­pa Bau­land zuge­wie­sen bekä­men, benach­bart zu den euro­päi­schen Städ­ten, aber in einem Abstand, der die Anders­ar­tig­keit wahrt. Damit wür­de man ­einen Mög­lich­keits­raum an neben­ein­an­der real exis­tie­ren­den Lebens­ent­wür­fen und ‑model­len schaf­fen. So ent­ste­hen Neu-Damas­kus und Neu-Alep­po, Neu-Mada­ya inmit­ten von Euro­pa. Oder auch Neu-Diyarbak­ir oder Neu-Erbil und ­Neu-Dohuk für die kur­di­schen Flücht­lin­ge. Viel­leicht auch Neu-Kan­da­har oder Neu-Kun­dus für die afgha­ni­schen Flücht­lin­ge oder Neu-Enu­gu oder Neu-Ondo für die nige­ria­ni­schen Flücht­lin­ge. Euro­pa ist groß (und dem­nächst leer) genug, um ein Dut­zend Städ­te und mehr für Neu­an­kömm­lin­ge auf­zu­bau­en. Wir stres­sen uns nicht mit Integration.

Gué­rot und Men­as­se leh­nen dabei jeg­li­che “Leit­kul­tur”, vul­go “Inte­gra­ti­ons”- oder “Assimilations”-Anforderungen radi­kal ab:

Wir ver­zich­ten auf Inte­gra­ti­on. Wir respek­tie­ren Anders­ar­tig­keit – und las­sen die Neu­an­kömm­lin­ge in ihrer Anders­ar­tig­keit allein.

Auch hier fehlt jeg­li­che rea­lis­ti­sche Idee, wor­auf sich denn dann das “Gemein­sa­me” die­ses Gemein­wei­sens begrün­den soll, die­ser “neu­en Nati­on”, deren Cha­rak­ter ist, kei­ne Nati­on sein zu wol­len. Gué­rot spricht von einer  “Repu­blik Euro­pa”, womit sie aller­dings eher eine Art post-natio­nal­staat­li­che Sowjet­uni­on meint, wäh­rend der bel­gi­sche Alt­his­to­ri­ker David Engels ein post­de­mo­kra­ti­sches, von bür­ger­kriegs­ar­ti­gen Span­nun­gen zer­fres­se­nes “Impe­ri­um” her­auf­däm­mern sieht.

Wenn nun Aug­stein sowohl den “mel­ting pot” als auch sein Schei­tern beschwört, dann bedarf es einer Ana­ly­se die­ses Schei­terns (das übri­gens auch Tuvia Tenen­bom in sei­nem Buch Allein unter Ame­ri­ka­nern kon­sta­tiert), um auf­zu­zei­gen, daß der mul­ti­kul­tu­rel­le Traum auch dann nicht Wirk­lich­keit wer­den kann, wenn ihn – “Wir schaf­fen das!” – ein paar bun­te Hell­deut­sche träu­men und anpacken.

Obwohl Mul­ti­kul­tu­ra­li­sie­rung und “Diver­si­ty” in der west­li­chen Welt zum poli­ti­schen Pro­gramm, ja zur säku­la­ren Reli­gi­on erho­ben wor­den sind, wird man ver­geb­lich nach einem rea­lis­ti­schen oder auch nur ein­heit­li­chen Kon­zept des “Zusam­men­le­bens” suchen, das ein sol­ches “e plu­ri­bus unum” stif­ten könn­te. Wie die Bei­spie­le Aug­stein, Gué­rot und Men­as­se zei­gen, muß auf ver­meint­li­che mora­li­sche Impe­ra­ti­ve und regel­rech­ten rhe­to­ri­schen Kitsch aus­ge­wi­chen wer­den. Teil­wei­se soll das Stre­ben nach einer “mul­ti­eth­ni­schen, mul­ti­kul­tu­rel­len Demo­kra­tie” selbst die­se Ein­heit stif­ten. Wodurch wird sie aber gewähr­leis­tet, wenn die­ses End­ziel erreicht ist?

Ent­schei­dend ist, daß die­ses Ziel logi­scher­wei­se nur durch eine demo­gra­phi­sche und kul­tu­rel­le Selbst­re­duk­ti­on oder gar Kapi­tu­la­ti­on der euro­päi­schen Völ­ker und Natio­nen erreicht wer­den kann. Auch hier gilt, wie in den USA: “Diver­si­ty = Less white peop­le.” Und wenn nun Guérot/Menasse schrei­ben, Euro­pa sei “groß (und dem­nächst leer) genug, um ein Dut­zend Städ­te und mehr für Neu­an­kömm­lin­ge auf­zu­bau­en”, dann wird deut­lich, daß auch sie mit Gebur­ten­schwund und “Bestands­er­hal­tungs­mi­gra­ti­on” rech­nen, um ihr Ziel zu ver­wirk­li­chen. Indes ist Euro­pa (oder gar Deutsch­land) im Ver­gleich zu Afri­ka ein win­zi­ger Kon­ti­nent, der noch dazu dicht besie­delt ist. Hier stim­men also schon mal die ein­fachs­ten Prä­mis­sen nicht.

In mei­nem neu­en Kapla­ken-Bänd­chen schrei­be ich:

Die „Ame­ri­ka­ni­sie­rung“ Euro­pas hat auch die alten Natio­nen des Mut­ter­kon­ti­nents in pseu­do-uni­ver­sa­lis­ti­sche Staa­ten, „Wil­lens­na­tio­nen“ und „Ein­wan­de­rungs­län­der“ mit Ansied­lungs­recht für jeder­mann ver­wan­delt. Plötz­lich kann nicht nur jeder Mensch auf die­ser Welt Ame­ri­ka­ner wer­den, son­dern neu­er­dings auch Deut­scher, Fran­zo­se, Eng­län­der oder Schwe­de – womit die­se Begrif­fe ihren Sinn und ihre Sub­stanz ver­lie­ren. Jede west­li­che Nati­on soll es Ame­ri­ka gleich­tun und zu einer „uni­ver­sa­len Nati­on“ werden.

Um zu ver­ste­hen, was in den USA geschieht, und was auch West­eu­ro­pa blüht, je mehr es das ame­ri­ka­ni­sche Modell über­nimmt, ist Samu­el Hun­ting­tons Buch Who Are We? Die Kri­se der ame­ri­ka­ni­schen Iden­ti­tät  eine uner­läß­li­che Lek­tü­re. Obwohl die Ver­ei­nig­ten Staa­ten per Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung (1776) und Ver­fas­sung (1787) ideell auf einer uni­ver­sa­lis­ti­schen Basis grün­den, die aus der Auf­klä­rung stammt, waren sie über den Groß­teil ihrer Geschich­te weder ein “Ein­wan­de­rungs­land” noch ein “Schmelz­tie­gel”. Wie alle Natio­nen hat­ten auch die USA eine eth­no­kul­tu­rel­le Basis, die Hun­ting­ton “anglo­pro­tes­tan­tisch” nennt. Die­se bil­de­te die “Leit­kul­tur”, den Kern, um den sich die zahl­rei­chen Ein­wan­de­rer­grup­pen etwa seit den 1840er Jah­ren gruppierten.

Sie hat­te noch bis in die acht­zi­ger Jah­re hin­ein Gül­tig­keit, wäh­rend sich in den neun­zi­ger Jah­ren zuneh­mend “mul­ti­kul­tu­ra­lis­ti­sche” Model­le durch­setz­ten, par­al­lel zum demo­gra­phi­schen Rück­gang der wei­ßen Bevöl­ke­rung. In die­ser Zeit taucht auch expli­zit das Eli­ten­pro­jekt der mul­ti­eth­ni­schen, mul­ti­ras­si­schen, mul­ti­kul­tu­rel­len “uni­ver­sa­len Nati­on” auf, das von Bill Clin­ton so for­mu­liert wur­de: „Wir wol­len eine mul­ti­ras­si­sche, mul­ti­eth­ni­sche Gesell­schaft wer­den,“ sag­te Prä­si­dent Bill Clin­ton 1997 anläß­lich eines Besu­ches afro­ame­ri­ka­ni­scher Jour­na­lis­ten im Wei­ßen Haus. Dies bedeu­te nichts gerin­ge­res als „die drit­te gro­ße Revo­lu­ti­on Ame­ri­kas“. Durch sie wür­den „wir bewei­sen kön­nen, daß wir tat­säch­lich ohne eine domi­nant euro­päi­sche Kul­tur leben können.“

Die­se “domi­nant euro­päi­sche Kul­tur” ist iden­tisch mit Hun­ting­tons “anglo­pro­tes­tan­ti­scher” Haupt­kul­tur. Sie ist “impli­zit weiß”, weil aus Euro­pa stam­mend. Nichts ande­res also ist gemeint, wenn die kul­turm­ar­xis­ti­sche Lin­ke von “whiteness”, “white pri­vi­le­ge” oder “white supre­ma­cy” spricht, womit sie nicht nur eine “ras­sis­ti­sche Macht­struk­tur” atta­ckie­ren will, son­dern auch deren Trä­ger, wei­ße Men­schen schlecht­hin, die pau­schal des “Ras­sis­mus” ver­däch­tigt wer­den, unter ande­rem des­halb, weil sie an ihrer klas­sisch ame­ri­ka­ni­schen Leit­kul­tur fest­hal­ten und/oder nicht zur eth­ni­schen Min­der­heit wer­den wol­len (was etwa ab 2045 ein­tre­ten wird). “Ohne eine domi­nant euro­päi­sche Kul­tur” zu leben, bedeu­tet nichts ande­res, als ohne eine wei­ße, euro­päisch­stäm­mi­ge Mehr­heit zu leben, und trotz­dem noch Ame­ri­ka zu bleiben.

Aus die­sem Pro­jekt resul­tiert ein anti­wei­ßer Ras­sis­mus und “Auto­ras­sis­mus”, der teil­wei­se auch die Form eines Klas­sen­kamp­fes annimmt, was erklärt, war­um sich so vie­le Wei­ße, und kei­nes­wegs nur “Eth­no­ma­so­chis­ten” dar­an betei­li­gen. Ich habe die­ses The­ma aus­führ­lich in mei­nem zwei­ten Bei­trag zu dem Sam­mel­band Natio­nal­ma­so­chis­mus behan­delt; das Kapla­ken Ras­sis­mus ist sozu­sa­gen die Fort­set­zung und Ergän­zung dazu.

Clin­ton pries also die Umwand­lung der USA in eine “mul­ti­ras­si­sche, mul­ti­eth­ni­sche Gesell­schaft” als erwei­ter­te ame­ri­ka­ni­sche Revo­lu­ti­on, als nächs­ten logi­schen Schritt, um die ega­li­tä­ren und uni­ver­sa­lis­ti­schen Idea­le der Ver­fas­sung und Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung gründ­li­cher umzu­set­zen und zu voll­enden. Hier­in liegt ein ekla­tan­ter Wider­spruch, da die “mul­ti­ras­si­sche, mul­ti­eth­ni­sche Gesell­schaft” zwangs­läu­fig auch eine mul­ti­kul­tu­rel­le Gesell­schaft sein muß, und Uni­ver­sa­lis­mus und Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus im Grun­de Gegen­sät­ze sind.

Der lin­ke Estab­lish­ment-Komi­ker Jon Ste­wart, ehe­ma­li­ger Mode­ra­tor der Sati­re-Sen­dung The Dai­ly Show, brach­te die­se Uto­pie in einem Inter­view mit dem Sen­der CBS auf den Punkt:

Was uns wirk­lich groß macht, ist, daß Ame­ri­ka eine Ano­ma­lie in der Welt ist. Es gibt vie­le Men­schen – und ich den­ke, daß Trumps Kan­di­da­tur die­sen Gedan­ken bestärkt hat‑, die glau­ben, daß eine mul­ti-eth­ni­sche Demo­kra­tie, eine mul­ti­kul­tu­rel­le Demo­kra­tie unmög­lich ist. Aber genau das ist Ame­ri­ka,  durch sei­ne Grün­dung und sei­ne Ver­fas­sung. Ame­ri­ka ist nicht natür­lich. Stam­mes­den­ken ist natür­lich. Wir kämp­fen gegen Jahr­tau­sen­de mensch­li­chen Ver­hal­tens und mensch­li­cher Geschich­te, um etwas zu erschaf­fen, das noch nie­mand getan hat. Und das ist es, was an Ame­ri­ka außer­ge­wöhn­lich ist. Es ist nicht ein­fach, es ist eine unglaub­li­che Sache.

Dies ist jedoch eine ahis­to­ri­sche Betrach­tungs­wei­se. Vie­le den­ken, daß die USA immer schon eine “mul­ti­ras­si­sche, mul­ti­eth­ni­sche Gesell­schaft” waren, wäh­rend Bill Clin­ton Ende der neun­zi­ger Jah­re zutref­fen­der­wei­se davon sprach, daß sie es erst wer­den müssen.

Weni­ge haben die tat­säch­li­che eth­no­kul­tu­rel­le Ent­wick­lung der USA prä­sent. Sie beginnt mit den Kolo­nien eng­li­scher Sied­ler in Nord­ame­ri­ka, die den Grund­stock der Nati­on leg­ten. Es ist kaum über­trie­ben, wenn man fest­stellt, daß die Grün­der­vä­ter der USA, die es für abwe­gig hiel­ten, ihre Frei­heit und Gleich­heit mit ihren schwar­zen Skla­ven und den Urein­woh­nern zu tei­len, so etwas wie „wei­ße Natio­na­lis­ten“, oder zumin­dest kon­ser­va­ti­ve Rea­lis­ten waren, die sich der Spra­che der Auf­klä­rung bedienten.

Das ers­te Ein­bür­ge­rungs­ge­setz aus dem Jahr 1790 beschränk­te die Ein­wan­de­rung in den frisch gegrün­de­ten Staat aus­drück­lich auf „free white per­sons of good cha­rac­ter“, auf „freie Wei­ße mit gutem Cha­rak­ter“, also ohne kri­mi­nel­le Belas­tung. Das gab einen Ton vor, der lan­ge Gül­tig­keit hat­te. Das Zeit­al­ter der „Mas­sen­ein­wan­de­rung“ begann erst in den 1840er Jah­ren, wobei die ers­te Wel­le über­wie­gend aus Nord- und West­eu­ro­pa kam. Die Ein­wan­de­rung aus Chi­na wur­de 1882 für die nächs­ten sech­zig Jah­re gestoppt, mit dem erklär­ten Ziel, die eth­ni­sche Zusam­men­set­zung des Lan­des nicht zu gefähr­den. Ähn­li­che Geset­ze folg­ten für ande­re asia­ti­sche Län­dern, wie etwa Japan (japa­nisch­stäm­mi­ge Ame­ri­ka­ner wur­den bekannt­lich wäh­rend des 2. Welt­kriegs in Lagern inter­niert, da man an ihrer Loya­li­tät zu den USA zweifelte).

Zwi­schen 1890 und 1920 folg­te eine mas­si­ve Wel­le aus Süd- und Ost­eu­ro­pa, die mit 1,3 Mil­lio­nen allein im Jahr 1907 ihren Höhe­punkt erreich­te. Die­se zwei­te Wel­le erzeug­te erheb­li­che sozia­le Span­nun­gen und ver­an­laß­te den Staat, eine Ein­wan­de­rungs­pau­se zu ver­ord­nen. 1921 und 1924 wur­den Geset­ze erlas­sen, die die Ein­wan­de­rung dras­tisch redu­zier­ten und west- und nord­eu­ro­päi­sche Ein­wan­de­rer bevor­zug­ten.  Das änder­te sich erst im Jahr 1965, als der „Immi­gra­ti­on and Natu­ra­liz­a­ti­on Ser­vices Act“ oder „Hart-Cel­ler-Act“ in Kraft trat, der die bis­he­ri­gen Restrik­tio­nen auf­hob und die Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung ermöglichte.

Sena­tor Ted Ken­ne­dy ver­si­cher­te den besorg­ten Bür­gern, das neue Ein­wan­de­rungs­ge­setz wer­de, kei­ne Ban­ge, das Land kei­nes­wegs „mit Ein­wan­de­rern aus den bevöl­ke­rungs­reichs­ten und benach­tei­ligs­ten Natio­nen Afri­kas und Asi­ens über­schwem­men“. Ame­ri­ka wer­de sei­ne „eth­ni­sche Mischung“ bei­be­hal­ten, wäh­rend sich „die eth­ni­schen Mus­ter der Ein­wan­de­rung durch die vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men nicht so schroff ändern wer­den, wie man­che Kri­ti­ker zu glau­ben scheinen.“

In der Tat ist genau dies pas­siert; seit den sech­zi­ger Jah­ren ist die wei­ße Bevöl­ke­rung kon­ti­nu­ier­lich zurück­ge­gan­gen. Anfang der neun­zi­ger Jah­re setz­te eine wei­te­re mas­si­ve Ein­wan­de­rungs­wel­le ein, die bis heu­te nicht nach­ge­las­sen hat. Im sel­ben Jahr­zehnt brei­te­te sich der Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus dra­ma­tisch aus, und mit ihm die „poli­ti­sche Kor­rekt­heit.“ Im Jahr­zehnt 2001–2010 wan­der­ten – legal oder ille­gal – mehr Men­schen ein, als jemals zuvor in der ame­ri­ka­ni­schen Geschich­te in einem ver­gleich­ba­ren Zeit­raum, aller­dings kaum mehr aus Euro­pa. Zusätz­lich zum eth­ni­schen Wan­del ist die Bevöl­ke­rungs­zahl seit 1965 um Rund 130 Mil­lio­nen angestiegen.

Die bis­si­ge kon­ser­va­ti­ve Autorin Ann Coul­ter (die ame­ri­ka­ni­sche Ellen Kositza), die irisch-deut­scher Abstam­mung ist, schrieb in ihrem Buch Adiós Ame­ri­ca!:

Noch im Jah­re 1990 lie­ßen sich die Wur­zeln der hal­ben ame­ri­ka­ni­schen Bevöl­ke­rung zu den schwar­zen und wei­ßen Ein­woh­nern von 1790 zurück­ver­fol­gen. Fast die gesam­te wei­ße Bevöl­ke­rung Ame­ri­kas zwi­schen 1600 und 1970 stamm­te aus einem geo­gra­phi­schen Raum, der etwa dop­pelt so groß wie Texas ist. Die gesam­te schwar­ze Bevöl­ke­rung stamm­te aus einem Teil von West­afri­ka, der so groß wie Flo­ri­da ist. Bevor Ted­dy Ken­ne­dy zuschlug, war Ame­ri­ka nie weni­ger als 99% west­eu­ro­pä­isch weiß und west­afri­ka­nisch schwarz.

In Wirk­lich­keit waren die Ver­ei­nig­ten Staa­ten seit ihrer Grün­dung stets bemüht gewe­sen, die Ein­wan­de­rung in „God’s Own Coun­try“ zu regu­lie­ren und zu steu­ern, sich Ver­dau­ungs- und Ver­schnauf­pau­sen gön­nen, nicht zuletzt unter dem Gesichts­punkt der Wah­rung einer spe­zi­fi­schen natio­na­len Iden­ti­tät. Hun­ting­ton spricht in Who are We? wie gesagt von einer „anglo­pro­tes­tan­ti­schen Haupt­kul­tur“, an der „die meis­ten Ein­woh­ner unab­hän­gig von ihrer jewei­li­gen Sub­kul­tur teil­hat­ten.“ Die Kul­tur der Grün­der­ge­nera­ti­on habe „fast vier Jahr­hun­der­te lang“ die „zen­tra­le, dau­er­haf­te Kom­po­nen­te der ame­ri­ka­ni­schen Iden­ti­tät“ gebil­det. Wäre Ame­ri­ka von nicht von bri­ti­schen Pro­tes­tan­ten, son­dern fran­zö­si­schen, spa­ni­schen oder por­tu­gie­si­schen Katho­li­ken besie­delt wor­den, wäre das Ergeb­nis nicht Ame­ri­ka, „son­dern Que­bec, Mexi­ko oder Brasilien.“

Hin­zu kommt ein spe­zi­fi­sches Ethos und Pathos, das der schwe­di­sche Sozio­lo­ge Gun­nar Myrd­al das „ame­ri­ka­ni­sche Cre­do“ nann­te: Der Glau­be an „Leben, Frei­heit und Stre­ben nach Glück“, an „Indi­vi­dua­lis­mus, Leis­tung und Chan­cen­gleich­heit“, an Selbst­ver­ant­wor­tung und Prag­ma­tis­mus, an „das Volk“, Wett­be­werbs­geist und Lais­sez-fai­re – alle­samt Din­ge, die nach Hun­ting­ton ihre Wur­zeln „in den Glau­bens­über­zeu­gun­gen der dis­si­den­ten Pro­tes­tan­ten haben“, die auch in der Gene­se des angel­sä­chi­schen Libe­ra­lis­mus und der libe­ra­len Demo­kra­tie über­haupt eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. Das ame­ri­ka­ni­sche Cre­do sei „Pro­tes­tan­tis­mus ohne Gott“, das säku­la­re Glau­bens­be­kennt­nis einer „Nati­on mit der See­le einer Kir­che“, wie Alexis de Toc­que­vil­le for­mu­lier­te. Nicht ohne Grund erschie­nen die Ame­ri­ka­ner den Alt­eu­ro­pä­ern oft wie vul­gä­re Mischun­gen aus Pre­di­gern und Geschäftsmännern.

Natür­lich gab es auch stets einen angel­sä­chi­schen Chau­vi­nis­mus (man den­ke an die Kon­flik­te zwi­schen “Nati­vis­ten” und katho­li­schen Iren in Scor­se­ses Film Gangs of New York), Span­nun­gen, Vor­ur­tei­le und Kul­tur­kämp­fe zwi­schen wei­ßen Eth­ni­en, und seit dem spä­ten 19. Jahr­hun­dert stell­te sich die Fra­ge, wie man die her­ein­strö­men­den Mas­sen assi­mi­lie­ren kön­ne, um aus ihnen gute und ech­te Ame­ri­ka­ner zu machen.

Hun­ting­ton nennt drei ver­schie­de­ne Kon­zep­te, die seit etwa einem Jahr­hun­dert die Debat­ten bestimmen.

Das bereits in den 1780er Jah­ren ent­wi­ckel­te Kon­zept des „Schmelz­tie­gels“ wur­de vor allem durch das Thea­ter­stück The Mel­ting Pot (1907) von Isra­el Zang­will bekannt. Ursprüng­lich sah es nur die Ver­schmel­zung von Men­schen aus wei­ßen, euro­päi­schen Natio­nen zu einer ame­ri­ka­ni­schen „neu­en Ras­se“ vor (so der fran­zö­sisch-ame­ri­ka­ni­sche Schrift­stel­ler Hec­tor St. John de Crè­veco­eur). Genau das ist auch halb­wegs gelun­gen. So bestimm­te der öster­rei­chi­sche Geo­po­li­ti­ker Jor­dis von Lohau­sen die USA poli­tisch als „Schmelz­tie­gel der wei­ßen Völ­ker“ (wie das aus­sieht, zeigt etwa die­ser Pro­pa­gan­da­film aus dem 2. Welt­krieg von Josef von Stern­berg).

Die Deut­schen zum Bei­spiel, die eine zah­len­mä­ßig sehr gro­ße Ein­wan­de­rer­grup­pe waren, haben sich gera­de­zu spur­los in der ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft auf­ge­löst, was auch ein “Run­ning Gag” in Teven­boms Buch ist. Dem­ge­gen­über bil­den etwa die ame­ri­ka­ni­schen Schwar­zen, Nach­kom­men von west­afri­ka­ni­schen Skla­ven, wei­ter­hin eine Grup­pe mit star­ker Eigen­iden­ti­tät, die sich öko­no­misch, kul­tu­rell, habi­tu­ell und nicht zuletzt phy­sisch erheb­lich vom wei­ßen Ame­ri­ka unter­schei­det und heu­te eher einen wach­sen­den als einen nach­las­sen­den his­to­ri­schen Groll gegen die wei­ße Mehr­heits­ge­sell­schaft hegt.

Zang­will, der als glü­hen­der Zio­nist sein eige­nes Volk lie­ber nicht ver­schmel­zen woll­te, dehn­te die Vor­stel­lung de Crè­veco­eurs auf alle Ras­sen, Völ­ker, Kul­tu­ren und Reli­gio­nen der Welt aus: „Kel­te und Roma­ne, Sla­we und Teu­to­ne, Grie­che und Syrer, Schwar­zer und Gel­ber, Jude und Nicht­ju­de, Osten und Wes­ten, Nor­den und Süden, die Pal­me und die Pinie, der Nord­pol und der Äqua­tor, der Halb­mond und das Kreuz“ soll­ten durch das „rei­ni­gen­de Feu­er“ und die Alche­mie der neu­en Welt zur „Repu­blik des Men­schen und zum König­reich Got­tes“ ver­schmol­zen wer­den. Was sei schon der Glanz „Roms und Jeru­sa­lems“, ver­gli­chen mit dem „Glanz Ame­ri­kas, wohin alle Ras­sen und Natio­nen kom­men, um zu arbei­ten und nach vor­ne zu blicken“?

Dies ent­sprach auch ganz dem Geist des Gedich­tes von Emma Laza­rus, das nur weni­ge Jah­re zuvor (1903) auf einer Bron­ze­ta­fel am Podest der New Yor­ker Frei­heits­sta­tue ange­bracht wor­den war: „Gebt mir eure Müden, eure Armen, /Eure geknech­te­ten Mas­sen, die frei zu atmen begehren,/Den elen­den Unrat eurer gedräng­ten Küs­ten; /Schickt sie mir, die Hei­mat­lo­sen, vom Stur­me Getriebenen,/ Hoch halt’ ich mein Licht am gold’nen Tore!“ Wor­in man unschwer die mora­li­sche Tuba erken­nen kann, die auch heu­te gebla­sen wird, um die Mas­sen­ein­wan­de­rung zu recht­fer­ti­gen – etwa von Aug­stein, der die­ses Gedicht auch zitiert.

Das zwei­te Kon­zept ist das der „Toma­ten­sup­pe“ oder des „Anglo-Kon­for­mis­mus“. Die „anglo­pro­tes­tan­ti­sche Toma­ten­sup­pe“ wird durch „ein­ge­wan­der­te“ Zuta­ten wie Sel­le­rie, Gewür­ze, Peter­si­lie, Croû­tons usw. ange­rei­chert, bleibt aber die­sel­be Sup­pe. Es han­delt sich also um ein Pro­gramm der kul­tu­rel­len Assi­mi­la­ti­on, das über Jahr­zehn­te hin­weg die Norm war.

Dem setz­te der in Schle­si­en gebo­re­ne, jüdisch-ame­ri­ka­ni­sche Phi­lo­soph Hor­ace Kel­len eine wei­te­re kuli­na­ri­sche Meta­pher ent­ge­gen: Ame­ri­ka sei viel­mehr eine Salat­schüs­sel, gekenn­zeich­net durch „kul­tu­rel­len Plu­ra­lis­mus“, wobei er de fac­to „eth­ni­schen Plu­ra­lis­mus“ mein­te. Denn nach Kel­len kön­nen Men­schen, also die „Zuta­ten“ des Salats, ihre Kul­tur, nicht aber ihre eth­ni­sche Zuge­hö­rig­keit ändern. „Bio­lo­gie ist Schick­sal, Iden­ti­tä­ten sind ‚durch Abstam­mung deter­mi­niert‘, und sie stel­len ‚dau­er­haf­te Grup­pen­un­ter­schei­dun­gen‘ dar.“ (hier zitiert nach Hun­ting­ton). Die Lösung soll­te eine ame­ri­ka­ni­sche „Trans­na­tio­na­li­tät“ sein, „ein Ver­we­ben, zusam­men mit ande­ren Län­dern, der vie­len Fäden aller Grö­ßen und Farben.“

Wir erken­nen in allen drei Kon­zep­ten unschwer Moti­ve der heu­ti­gen mul­ti­kul­tu­ra­lis­ti­schen Ideo­lo­gie wie­der. Was ist bes­ser? „Inte­gra­ti­on“ durch Ver­mi­schung? Durch Assi­mi­lia­ti­on und „Leit­kul­tur“ (in stark ver­dünn­ter Form: „Wer­te“- und Grund­ge­setz­be­kennt­nis)? Oder durch ein Neben­ein­an­der in „Viel­falt und Bunt­heit“? Die­se zum Teil wider­sprüch­li­chen Ansät­ze gehen in der Rea­li­tät flie­ßend inein­an­der über, aber man kann sagen, daß Kel­lens Ansatz heu­te der vor­herr­schen­de ist.

Hun­ting­ton sieht nun im Über­gang vom „Toma­ten­sup­pen“- zum „Salat“-Konzept, also von (anglo­pro­tes­tan­ti­scher) Leit­kul­tur zu (mul­ti­eth­ni­scher) „Mul­ti­kul­tur“ eine der Haupt­ur­sa­chen für die ame­ri­ka­ni­sche Iden­ti­täts­kri­se. Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und „Diversity“-Kult stei­gern das Inter­es­se „an Ras­se, eth­ni­scher Zuge­hö­rig­keit, Geschlecht und ande­ren For­men von sub­na­tio­na­len Iden­ti­tä­ten“, unter­mi­nie­ren somit die Idee einer „Leit­kul­tur“. Dadurch schwin­den auch die Fak­to­ren, „die frü­her die Assi­mi­lie­rung von Immi­gran­ten geför­dert haben, in Ver­bin­dung mit der zuneh­men­den Ten­denz von Immi­gran­ten, dop­pel­te Iden­ti­tä­ten, Loya­li­tä­ten und Staats­bür­ger­schaf­ten zu haben.“ Es gibt mit ande­ren Wor­ten kei­ne Schüs­sel mehr für den Salat.

Dar­an schließt auch die Grund­the­se mei­nes Büch­leins an: Eine mul­ti­eth­ni­sche, mul­ti­ras­si­sche, mul­ti­kul­tu­rel­le Gesell­schaft, die sich noch dazu als ste­ti­ger Pro­zeß und “Expe­ri­ment” mit unge­wis­sem Aus­gang ver­steht, die kei­ne exak­te Vor­stel­lung vom End­ergeb­nis hat (Ver­mi­schung, Toma­ten­sup­pe, Salat­schüs­sel?), und die auf einem unhalt­ba­ren ega­li­tä­ren Dog­ma basiert, das die rea­len Unter­schie­de ver­drän­gen, leug­nen, erklä­ren muß, wird zwangs­läu­fig zur “ras­sis­ti­schen” Gesell­schaft wer­den, die von ras­si­schen, eth­ni­schen, kul­tu­rel­len Unter­schie­den gera­de­zu neu­ro­tisch beses­sen ist.

Gleich­zei­tig wird sich die­se ras­sis­ti­sche Aggres­si­on zuneh­mend auf die Mehr­heits- und Stamm­be­völ­ke­rung rich­ten, die schließ­lich kon­se­quent redu­ziert, ent­kernt, rela­ti­viert und zurück­ge­drängt wer­den muß, um die mul­ti­kul­tu­rel­le, mul­ti­eth­ni­sche Uto­pie zu ver­wirk­li­chen. Und die­se Mehr­heits- und Stamm­be­völ­ke­rung ist in Euro­pa wie in den USA “weiß”.

Die Aggres­sio­nen der “Nicht-Wei­ßen” stei­gern sich, je schwä­cher, nach­gie­bi­ger, schuld­kom­plex­be­la­de­ner und “tole­ran­ter” sich die wei­ße Mehr­heits­ge­sell­schaft gibt. Mit ande­ren Wor­ten, wer­den die Min­der­hei­ten kaum freund­li­cher oder nach­gie­bi­ger, je mehr sie zah­len­mä­ßig wach­sen und je mehr gesell­schaft­li­che Teil­ha­be, kul­tu­rel­le Domi­nanz und poli­ti­sche Macht sie bekom­men – im Gegen­teil, die For­de­run­gen und Ansprü­che wach­sen pro­por­tio­nal mit, eben­so wie das lukra­ti­ve Gejam­mer über angeb­li­che “Dis­kri­mi­nie­rung”.

Dar­um soll­te man auf die Ent­wick­lun­gen in den USA genau ach­ten; sie sind ein Fens­ter in unse­re Zukunft, die bereits begon­nen hat.

– – –

Mei­nen kapla­ken-Band Ras­sis­mus. Ein ame­ri­ka­ni­scher Alp­traum kann man hier bestel­len.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (49)

Gotlandfahrer

10. August 2018 12:56

Herzlichen Dank an ML für diesen umfassenden Zusammentrag.

Meinem vergleichsweise einfachen Strickmuster geschuldet fällt mir zu Augstein und den Vorgängen Amerikas nur ein, dass Dinge, die nicht funktionieren, nur solange gemacht werden können, wie sie auf Kosten funktionierender Dinge gemacht werden können. Dass Multikulti nicht funktioniert, brauchen wir hier nicht erörtern, da reicht es den Worten der Kanzerin, ich glaube es war in 2003, zu lauschen.

Insofern ist das, was ein Augstein von sich gibt, Endsieggestammel. Da es auch um Amerika ging ein Anglizismus: They hit rock bottom. Sie sind am Ende ihrer linken Erzählung, wenn jetzt schon der Sozialstaat Fascho ist.

Auch wir wissen ja längst, das der Ausgang der Nummer teuer wird, so oder so. Das ist der Preis der Aufklärung, die die Hirne des Durchschnitts verwirrt, multipliziert mit der technologischen Echtzeitgleichschaltung auch der Letzten.

Aber die frohe Botschaft ist ja immer wieder dem Allem zu entnehmen: Es wird den weissen Völkern mit Gewalt das zurückbringen, was sie fortgeworfen haben: Ihr Bewusstsein, dass ihnen niemand helfen wird ausser sie sich selbst. Es ist ein Trial and Error. Teuer aber effektiv. Und insofern glaube ich an die nächste Zivilisationsstufe, die von einer führungswilligen weissen Elite geprägt sein wird. Das wilhelminische Deutschland ist perdu wie jede andere Epoche, aber es wird ein starkes vaterländisches Europa geben. Ggf muslimisch. Aber selbst das wäre die Erlösung von den linken Spacken.

Maiordomus

10. August 2018 13:09

Den Ausdruck "Mein Kumpel" hätte ich beiseite gelassen. Lichtmesz wird im Vergleich zu den Augsteins immer eine Randfigur der Publizistik bleiben, nun mal am Rande dessen, was als Meinungsfreiheit in Deutschland vielleicht noch toleriert wird,

ML: Das nächste Mal schreibe ich fett IRONIE dazu.

vgl. Sellner, der Augstein mal zu stören versuchte und dann in die wütendste Nazi-Keule hineinrannte, mit ein Grund, warum er mit dem im Vergleich schlimmstmöglichen Stempel "Rechtsextremist" öffentlich abqualifiziert wurde, gegen welche Bezeichnung er sich kaum gerichtlich wehren kann.

ML: Sorry, aber das ist mal wieder blühender Unsinn. Den Stempel "Rechtsextremist" hat Sellner auch ohne Augstein schon längst verpaßt bekommen, und er selber war ja gar nicht dabei bei der Störaktion.

Gustav Grambauer

10. August 2018 13:11

Hierum geht`s Herrn Augstein, um den Krieg der Oligarchie gegen die Souveränität zurück "heim ins Reich" zu holen wenn jetzt Amerika zu "den eigentlichen Absichten hinter seiner Kolonisierung" zurückkehrt:

"Nikolaus von Kues leitete ... die Empfehlung ab, der Lage im Mittelmeerraum, die nach dem Fall Konstantinopels desolat war, zu entfliehen. Cusas spezifische Anweisungen sowie wichtige wissenschaftlich-technische Einzelheiten aus dem Umkreis des Cusaners brachten Kolumbus dazu, sich etwa ab 1480 auf die Überfahrt zum Kontinent auf der gegenüberliegenden Seite des Atlantiks im Jahr 1492 vorzubereiten. Die ersten Fahrten benötigten in etwa die Zeit, die Kolumbus vorausberechnet hatte.

Die Überfahrt löste eine transatlantische Kolonisierungswelle aus, weil sich (wie etwa Sir Thomas More in seiner Schrift 'Utopia' zu verstehen gab) plötzlich die Gelegenheit bot, einen neuen Ort zu besiedeln, der in relativ sicherem Abstand zu dem kulturellen Verfall in Europa unter der damaligen venezianischen und vergleichbaren Oligarchie lag. Diese Pest der neo-venezianischen Oligarchie, die der Intention parlamentarischer und entsprechender oligarchischer Relikte des sogenannten 'Feudalismus' zugrunde liegt, dominiert Europa noch heute.

Die erfolgreiche Amerikanische Revolution zog sich tatsächlich über die Zeit von 1763 bis 1789 hin, nachdem die Briten im Kontext des Pariser Vertrages vom Februar 1763 entschieden hatten, die englischen Kolonien in Nordamerika zu zerschlagen. Dieser Entschluß veranlaßte die Bewohner dieser Kolonien, die eigentlichen Absichten hinter der Kolonisierung, die durch den Einfluß des Nikolaus von Kues auf die Pläne des Steuermanns Christoph Columbus in Gang gesetzt worden war, mehr denn je zu verwirklichen.

Der Idee, zum Wohl der Menschheit ferne Landstriche zu besiedeln, ist der Ursprung der wesentlichen Funktion der englischsprachigen Kolonien Nordamerikas bis heute. Das gleiche sah auch General Douglas MacArthur in Australien unter John Curtin. Und das gleiche Potential sahen auch führende US-Amerikaner wie John Quincy Adams bei der Abfassung der Monroe-Doktrin in der zukünftigen Herausbildung unabhängiger, nachkolonialistischer souveräner Staaten in Mittel- und Südamerika, sobald diese Länder von der Herrschaft der anglo-holländischen, liberalen Tyrannei Europas befreit wären. Dies ist bis zum heutigen Tag die wesentliche langfristige Rolle der Vereinigten Staaten, wie zerrüttet das Land heutzutage (2008, also lange vor Trump, - G. G.) auch erscheinen mag." - https://www.bueso.de/laeuft-falsch-europa-neotenisch

Finde diesen Blickwinkel, der sich teilweise mit dem Huntington-Blickwinkel (Vorsicht: Falle!) deckt, überwiegend aber nicht, und der noch in viel tieferer Hinsicht vom identitären und souveränistischen Axiom getragen ist, viel aufschlußreicher, konstruktiver und vielversprechender (auch bei vielen Vorbehalten gegenüber LLR). Die "Besiedlung ferner Landstriche zum Wohl der Menschheit", die ja nun mal geschehen ist und der wir heute in unmittelbarer Konsequenz den Presbyterianer (andererseits: Rolls-Royce-Liebhaber) Trump in seiner Position verdanken, steht dabei der Verteidigung der Scholle nicht entgegen - ganz im Gegenteil, wir bekommen nur zusätzliche Hilfe bei der Verteidigung unserer Scholle.

(Huntington: Man kann ganze Bibliotheken über den Kampf um Identität, Souveränität, Rasse, Kultur vollschreiben - solange man nicht die Manipulationen insbesondere des Britischen Imperialismus hieran mit erfaßt, wird man immer das Thema verfehlen.)

So wie Dugin es von sich gesagt hat bin auch ich seit gewisser Zeit an einer völligen Neubewertung der Amerikaner und der USA, die ich zeitweise nur in toto verabscheut hatte, dran. Es wird gerade hier vielen wohl so gehen ...

Der Clou bei Augstein liegt darin, daß die Hard-Core-Transatlantiker (und das ist / war er entgegen aller anderslautender rhetorischer Schaumschlägerei) jetzt von sich aus den Transatlantismus begraben, wozu sie auch sozusagen per Notbremsung die Myriaden ihrer jahrzehntelang in dessen Sinne gehirngewaschenen Apologeten schleunigst bringen müssen.

- G. G.

ede

10. August 2018 13:18

Genial, Herr Lichtmesz. Ich denke, es lohnte sich auch ein genauerer Blick auf Brasilien und den Libanon. Das scheinen mir Staaten zu sein, die dem Salatschüsselprinzip entsprechen.

MartinHimstedt

10. August 2018 14:22

Es geht ja schon damit los, dass „Diversity“ und „Buntheit“ Lügen-Vokabeln sind. Würde man die eigentliche Bedeutung dieser Begriffe ernst nehmen, müssten ja in ungefähr gleicher Anzahl rassige Schwedinnen, japanische Videospiel-Nerds und irische Guinness-Liebhaber einwandern. Und um ehrlich zu sein: Vielleicht fände ich das gar nicht so schlecht (also, zumindest das mit den Schwedinnen: Wo gibt es Elch-Kuscheltiere für die Bahnsteigkante?).

Wir wissen alle, dass es in Europa eigentlich nur um Türken/Araber/Afrikaner geht. Vereinzelt vielleicht noch um kriminelle Ost-Europäer. Der Begriff „Migrationshintergrund“ ist damit alleine schon rassistisch (Henryk M. Broder), da damit immer nur eine einzige Gruppe (innerhalb der Gruppe) gemeint ist. Kein Mensch hat zu dem polnisch/brasilianischen (weißen) Geschäftsführer, einem meiner Kunden, jemals gesagt, er habe einen „Migrationshintergrund“ oder sei „Ausländer“.

„Buntheit“, im Sinne der Linken, bedeutet tatsächlich: Europa, der vielleicht bunteste Kontinent der Welt, wird zukünftig tatsächlich viel weniger bunt – dafür aber deutlich islamischer.

Ich staunte nicht schlecht, als ich gestern Nahles zu dieser Kindergeld-Geschichte äußerte: Sehr kritisch, das ginge nicht, kriminelle Ost-Europäer. Entschuldigung, aber wen interessiert dieser Fliegenschiss (haha!) angesichts fast einer Billion Euro Kosten für Deutschland aufgrund der aktuellen Situation? Man müsse die Kommunen deshalb (!) entlasten. Warum gilt Nahles nicht als rassistisch, wenn sie diejenigen Leute anspricht, die sich hier Kindergeld erschleichen? Man fragt sich so unweigerlich, ob es eine gigantische Fixierung allein auf Muslime gibt: Diese armen, mitleiderregenden Menschen, die hier ständig Alltags-Rassismus bis hin zu Gewalt ausgesetzt sind, aber trotzdem zu Millionen her möchten – warum auch immer.

Was nun die USA betrifft, so sehe ich, dass die weiße Bevölkerung seit 1970 bis 2050 ungefähr gleich bleibt: Schwankungen sind normal, aber es gibt keinen dramatischen Geburtenrückgang der autochthonen Bevölkerung, wie das beispielsweise in Europa der Fall ist, richtig?

M.L.: Sieht nach der einen Statistik ganz so aus, durch den Bevölkerungszuwachs ändert sich allerdings das Verhältnis Weiße-Nichteweiße.

Mit ist klar, dass das Karriere-Model Sibel Schick, samt Anti-Weißen-Rassismus und politischer Korrektheit, in den USA schon sehr viel ausgereifter ist. Aber zumindest stirbt man dort ganz offensichtlich nicht aus.

Durendal

10. August 2018 14:25

Erklären Guérot und Menasse auch, warum das neue Aleppo (zumal ohne Assimilation seiner Bewohner) anders aussehen sollte als das alte? Und warum Völker, die in ihren Heimatstaaten mit z.T. großer räumlicher Distanz zueinander nicht friedlich zusammenleben können, dies auf engerem Raum und vor dem Hintergrund noch größerer Heterogenität in Europa tun sollen?

Interessant ist der ethnopluralistische Ansatz von Guérot und Menasse, die davon ausgehen, dass Araber in Europa in Neu-Damaskus und Kurden in Neu-Erbil leben würden. Aber warum sollten sie das tun, wenn sie bereits im alten Damaskus etc. nicht leben wollten und statt dessen Europa vorzogen? Warum sollten sie nicht wieder aus dem neuen Damaskus in die noch von Europäern bewohnten Räume ziehen wollen?

Und wenn man schon einen kolonialen Ansatz wählt: Warum dann nicht einen, der die Welt europäisiert und dadurch in den Herkunftsgebieten der Migranten die Bedingungen schafft, die diese in Europa suchen? Warum entscheidet man sich für einen kolonialen Ansatz, der genau das zerstört, was diejenigen suchen, in deren Namen man den Generalplan der Umsiedlung nach Europa vollzieht?

Wahrheitssucher

10. August 2018 14:41

@ Gotlandfahrer

„ aber es wird ein starkes vaterländisches Europa geben.
Ggf. muslimisch. Aber selbst das wäre die Erlösung von den
linken Spacken.“

Ein starker, hoffnungsvoller Gedanke. Nur: Wenn es muslimisch wird, wird es nicht (noch nicht?) vaterländisch sein...

Ein anderer Gedanke:
Irgend jemand sprach oder schrieb einmal von den heutigen Zuständen als dem „Wachkoma des Dritten Reiches“ (Autor ist mir entfallen). Zu verstehen in dem Sinne, daß es einerseits mausetot ist, andererseits heute immer genau das Gegenteil von dem getan wird, was seinerzeit getan wurde bzw. getan worden wäre.
Da gibt die Verpflichtung im letzten Satz seines Politischen Testamentes an die Führung der Nation[en] zur „peinlichen Einhaltung der Rassengesetze“ tatsächlich einen Sinn...

Fritz

10. August 2018 15:48

@Durendal: Ganz ihrer Meinung. Der ganze Multikulturalismus geht von der Voraussetzung aus, dass es eigentlich nur zwei Kulturen gibt: Die des weißen Westens (Europa und Nordamerika) und alle übrigen, die sog. Persons of Color, die wie eine einheitliche Kultur aller Nichtweißen gedacht werden.

Die Voraussetzung ist natürlich grundfalsch; Schwarze, Araber und Asiaten haben untereinander nicht mehr gemeinsam als alle diese mit den Weißen und sich sich teilweise spinnefeind. In Niedersachsen jedenfalls bringt man arabische und afrikanische Flüchtlinge in getrennten Schulklassen unter, weil sie nicht miteinander zurechtkommen.

Die USA sind keine multi-ethnische Gesellschaft wie Lichtmesz sehr richtig schreibt, da wäre eher an Brasilien oder Kolumbien zu denken, wo die Rassenmischung schon 400 Jahre andauert und es eigentlich kaum noch "reinrassige" Menschen gibt; weder Schwarze noch Weiße. Eine solche Mischung hat es in den USA eben nicht gegeben, warum auch immer. Die Spanier und Portugiesen jedenfalls hatten keinen Abscheu vor den eingeborenen oder afrikanischen Frauen, vielleicht anders als die Angelsachsen. Oder sollte hier der Protestantismus eine Rolle spielen?

Bei Huntington bin ich immer etwas irritiert, da er sich im wesentlichen auf die Einwanderung von Latinos bezieht, die außerdem nicht in die Sozialsysteme stattfindet wie in Deutschland.

Meine persönliche Erfahrung ist jedenfalls, dass man Latinos nicht mit Muslimen gleichsetzen kann. Ich würde für jeden Moslem, der Deutschland verlässt, mit Kusshand zwei Mexikaner aufnehmen.

Monika

10. August 2018 16:40

Ich mag die klaren, strukturierten Beiträge von Lichtmesz !
Damit kann man arbeiten. Macht Spass.
Ansonsten:
Lieber eine Randfigur der Publizistik als ständig im Mittelpunkt stehen wollen.

Maiordomus

10. August 2018 16:42

@ML. Bin dankbar für die Korrektur, dass ich mich im Zusammenhang mit dem Gruppenprotest gegen Augstein falsch erinnerte. Ich glaube mich richtig zu erinnern, dass Augstein ziemlich hysterisch auf diese Aktion reagierte, zumindest in seiner Kommentierung. Ich erkläre Ihnen nun aber als pensionierter Logiklehrer noch den Unterschied zwischen falsch und sinnlos ("blühender Unsinn").

ML: *stöhn*

Falsch im Sinne des von mir 30 Jahre lang verwendeten Logiklehrbuches von Albert Menne ist der Satz: Sellner war vor Ort und im Lokal, als ein Auftritt von Augstein gestört wurde.

Sinnlos wäre die Aussage gewesen: Sellner war schon im Fegefeuer, als ein Auftritt von Augstein gestört wurde.

Ein falscher Satz, wie zum Beispiel etwa die Angabe, 200 Identitäre störten Augstein, lässt sich ganz einfach empirisch falsifizieren und korrigieren; bei einem sinnlosen Satz ist jede Beweismöglichkeit und Falsifizierung ausgeschlossen. Dass Sellner damals im Fegefeuer war, lässt sich nur insofern falsifizieren, als er zum fraglichen Zeitpunkt noch lebte, aber das mit der Bestimmbarkeit des Fegefeuers, schon für Luther kein wissenschaftlich eruierbarer Fakt, ist nach neueren Erkenntnistheorien ein wissenschaftlich sinnloser Satz. Ein blosser Irrtum in der Sache der Präsenz an einem lokalisierbaren Ort ist nie einfach "blühender Unsinn", bloss falsch, zumal da ja Sellner, unabhängig ob er dabei war oder nicht, für die deutsch-österreichischen Identitären als identifizierbare intellektuelle und strategische Person im deutschsprachigen Raum den Kopf immer primär hinhalten muss, selbst wohl sogar bei Aktionen, für die er weder direkt noch indirekt verantwortlich war und ist. Ich gehe davon aus, dass Sellner von Augstein als gefährlicher eingeschätzt wird als praktisch jeder der relativ Namenlosen, die bei Störungsaktionen etwa gegen Augstein und Maas dabei gewesen sind. Sich in Sachen Sellner in diesem Fall falsch zu erinnern, war zwar im Sinne der Logik falsch, aber keineswegs sinnlos. Ich fürchte, deutsche Richter könnten dieser meiner Argumentation folgen und sie würden mich wohl kaum der böswilligen Verleumdung Sellners schuldig sprechen.

Selber appellierte ich freilich an dieser Stelle schon mehr als einmal an Sellner, sich als im Prinzip integrer politischer Denker und Stratege von solchen direkten Aktionen fernzuhalten. Bin nun also direkt froh, dass ich mich falsch erinnere. Es ändert aber nichts daran, dass die wirklich gewichtigen Gegner der Identitären in Sellner auf einzigartige Weise eine "Gefahr" sehen und weniger bei kleinen und mittelgrossen Mitmachern. Selber habe ich ja immer wieder betont, dass Sellner weit unter dem politischen Kriminalitätsgrad von Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit anzusiedeln ist. Er wird wohl trotzdem nie eine Rede in Frankfurts Paulskirche halten können, selbst wenn er nicht dümmer wie die genannten sein dürfte und ebenfalls aus politischen Gründen ähnlich wie die genannten nicht an einem seriösen Studienabschluss interessiert. Oder hat wenigstens Cohn-Bendit einen solchen? Die Bezeichnung "Philosoph" passt natürlich für alle drei nicht, aber intelligent sind sie ohne Zweifel und auch politische Phantasie und sogar Lernfähigkeit ist bei einem jeden vorhanden. Vom geistig-politischen Format würde ich unabhängig zu meiner Distanz von Vordenkern jeder Art jeden der drei über Jakob Augstein einordnen, unabhängig von politischen Wertungen.

quarz

10. August 2018 17:17

Warum werden Multikultibefürwortern à la Augstein nie knallharte wissenschaftliche Fakten auf den Tisch gelegt und die damit fällige Rechtfertigung ihrer Visionen eingefordert?

Die öffentliche Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern spielt sich nach einem Muster ab, nach dem der Ausgang eines solchen Gesellschaftsexperimentes ein großes Mysterium ist und die Beurteilenden je nach Temperament Einschätzungen deponieren, die man auf den Kerngehalt "Das wird sicher super" bzw. "Das stelle ich mir problematisch vor" reduzieren kann. Als ob es keine über vage historische Vergleiche hinausgehende empirische Evidenz gäbe.

Die gibt es aber. Zahllose empirische Studien aus aller Welt zeichnen so ziemlich dasselbe Bild: ethnische Fragmentierung geht mit einer teils massiven Schädigung des Funktionierens einer Gesellschaft einher. Sowohl der Grad der Fragmentierung ist messbar als auch der Grad des Schadens, den sie anrichtet. Das zeigt sich im Detail in den verschiedensten Aspekten gesellschaftlichen Zusammenlebens: im Ausmaß der Bereitschaft zu ehrenamtlicher Tätigkeit, in der Spendenfreudigkeit, in der Steuermoral, in der Kriminalität, in der Innovationsleistung, in der psychischen Gesundheit, in der Kontaktfreudigkeit, in der Verlässlichkeit der Institutionen etc. etc.

Man mag bei einzelnen Studien über Feinheiten und Details streiten, aber in Summe zeichnen sie ein so eindeutiges Bild, dass man, sofern man noch über einen Funken intellektueller Redlichkeit verfügt, nicht einfach mit "Ach was, wir schaffen das!" darüber hinweggehen kann.

Fortlaufend wundere ich mich darüber, dass niemand die Multikulturalisten zu einer öffentlichen Stellungnahme in Bezug auf diese wissenschaftlichen Fakten zwingt und alle ihnen durchgehen lassen, dass sie die gesellschaftspolitische Orientierung zu einer Glaubensfrage verkommen lassen, bei der die Oberhand behält, wer sein Narrativ suggestiver ausmalt: Teletubbies vs. Hieronymus Bosch.

Franz Bettinger

10. August 2018 17:27

Ja, nicht 'Rasse' ist die Fiktion (das Konstrukt), sondern 'Gleichheit'. Es gibt Rassen, aber es gibt keine Gleichheit. Nirgends! Nicht mal zwischen eineiigen Zwillingen gibt es eine komplette Gleichheit. Das ist linkes Geschwätz. Nicht mal vor dem Gesetz gibt es sie, die Gleichheit. Dafür gibt es Geschlechter-Boni, Rassen- und Klassen-Rabatte und bei der Recht-Sprechung Armuts-Entschuldigungen. Das sind Armuts-Zeugnisse Justitias. Nur die viel beschworene Gleichheit, die gibt es nicht. Das weiß jedes Kind. Gott sei Dank, wie langweilig wäre die Welt!

Die Hautfarbe ist nicht das einzige, aber das am meisten augenfällige Rasse-Merkmal. Die Schwarzen (Afrikaner), Weißen (Europäer, Kaukasier), Gelben (Asiaten) und all die anderen Rassen (Indianer, Aborigines, Polynesier, Eskimos) unterscheiden sich in mehr: Augenform und Augenfarbe, Haarfarbe und Haarkleid (Glatzen bei Weißen, Kraushaar bei Schwarzen), Nasenform, dem IQ (darin vorne liegen die Asiaten), Körper-Talente (Läufer, Sprinter, Schwimmer und Turner). Auch die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten hängt von der Rasse ab (z.B. die Laktose-Intoleranz). Was soll der Schwachsinn zu behaupten, all das seien kultur- oder erziehungs-abhängige Konstrukte? Sind es nicht! Die Rassen haben unterschiedliche Eigenschaften. Sie haben Vor- und Nachteile. Die haben sich in den letzten 40.000 Jahren herausgebildet. Das ist auch gut so. Ich möchte all die Rassen mit ihren Unterschieden nicht missen. Wie blöd muss einer wie Augstein sein, einen einzigen Mischmatsch, eine einzige Sorte Massenmensch der wahren natürlichen Diversität vorzuziehen? Ach ja, grün muss man sein in der Birne.

nom de guerre

10. August 2018 17:58

Den Artikel von Augstein fand ich, als er auf SPON erschienen ist, schon einigermaßen bizarr. Ich meine, es hat schon etwas, wenn ausgerechnet ein Millionär (und nun gar ein roter Millionär) fordert, man solle doch den Sozialstaat im Interesse des Großen Ganzen opfern, und sich gleichzeitig wundert, wenn amerikanische einfache Leute einen Milliardär wählen. Die Antwort darauf, weshalb ich oder irgendjemand anderes dieses "eine neue Nation erschaffen" überhaupt wollen sollte, was denn an unseren bestehenden Nationen unzureichend und daher eine Neuerschaffung mit anderem Personal wünschenswert sein soll, bleibt er leider schuldig.
Die Ergüsse von Guérot und Menasse stellen diejenigen des Herrn Augstein allerdings in den Schatten (nebenbei bemerkt scheinen die beiden, wie ich dem Artikel bei kurzem Überfliegen entnommen habe, die bis 1914 herrschende weitgehende Reisefreiheit mit einer allgemeinen Niederlassungsfreiheit zu verwechseln; dass das ein erheblicher Unterschied ist, mussten vermutlich nicht nur der Schuster Wilhelm Voigt und Trumps Großvater erfahren). Was stellen die sich unter Neu-Damaskus oder Neu-Erbil vor? Welche Gesetze sollen in diesen Homelands für "Geflüchtete" gelten? Muss sich ein deutscher Landwirt dann weiterhin an die Tierschutzvorschriften halten (was absolut richtig ist!), während die Bewohner dieser Städte nach Herzenslust schächten dürfen? Dürfen sie, wenn sie nicht in Neu-Damaskus, sondern in Neu-Kundus leben, die Tradition des Bacha bazi leben, ohne dass das strafbar ist? Oder banaler: Wird die Müllentsorgung nach deutschen Vorstellungen betrieben oder nach denen der Herkunftsländer? Glauben diese Autoren ernsthaft, dass diese Idee zu einem gedeihlichen Zusammen- oder meinetwegen auch nur Nebeneinanderherleben führen kann?

@ quarz Diese Frage stelle ich mir auch. Die Einwanderungsdebatte wird nach meiner Wahrnehmung geführt, als ob es keine Soziologen oder auch Historiker gäbe, als ob niemand über irgendwelche wissenschaftlichen Erkenntnisse verfügte, in denen die Folgen einer allzu großen gesellschaftlichen Heterogenität beschrieben werden und als ob niemand wüsste, dass die gegenwärtige europäische Zivilisation das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung ist, die nicht von Millionen Menschen etwa aus dem islamischen Raum im Schnelldurchlauf nachvollzogen werden kann - selbst wenn dies gewünscht wäre, was bei "wir sparen uns Integration und bauen Neu-Damaskus" ja eher nicht der Fall ist.

RMH

10. August 2018 18:37

@Fritz,
sie waren offenbar noch nie in Brasilien oder haben auch keine guten Kontakte dorthin. Wenn es ein Auswandererland gibt, in dem Deutsche noch halbwegs ihr "Deutschtum" pflegen (wenn auch nicht unbedingt in der Sprache), dann ist es bspw. Brasilien und damit meine ich nicht das Oktoberfest in Blumenau. Wer immer ein bisschen Geld hat, der heiratet auch möglichst "weiß" und nicht nur "in weiß". Ich kenne die USA vor Ort nicht gut genug, um jetzt vergleichen zu können, ob die Deutschen in USA ähnlich "deutsch" geblieben sind, wie die in Brasilien aber die, die ich aus meinem eigenen Bekanntenkreis kenne, die nach USA ausgewandert sind, die sprechen nach nur 10 Jahren nur noch sehr schlecht deutsch und haben alles Mögliche geheiratet.

@G.G,
bei den von Ihnen zitierten Ausführen zum Thema Besiedelung zum Wohl der Menschheit schimmert meiner Meinung nach ein freimaurerischer Aspekt durch, der so eben nicht offen genannt wird. Dabei ist die Maurerei klar in den USA erkennbar und auch die "Aufklärung" in Europa wurde von den Freimaurern vorangetrieben. Im 18. und bis ins 19. Jhdt hinein war in Europa fast jeder, der eine Universität besucht hat, in irgendeiner Loge, nur der Katholizismus hat sich hiergegen deutlich verwahrt.

Wie auch immer, was vollkommen richtig ist, ist der doppelbödige Aspekt des Kampfbegriffes Rassismus. Denken die hiesigen Linken, Mainstream-Politiker und Medientrottel, Rassismus sei ein Begriff in einer Art von "innerweißen" Auseinandersetzung zur Disziplinierung der Weißen, so übersehen sie, dass der Rassismus-Vorwurf doch in erster Linie zu einer Mobilisierung aller Minderheiten gegen die (Noch-!) Mehrheit der weißen Europäer führt. Sie machen also buchstäblich die Rechnung ohne den Wirt. Es gibt wohl kaum noch eine Schlägerei, bei der sich ein Migrant im Nachgang nicht mehr mit dem Argument verteidigt, er sei "rassistisch" angegangen worden. Wohin das Einimpfen des Mems, alle Weißen sind Rassisten führt, hat man am Beispiel Südafrika deutlich gesehen und man sieht es dort heute noch (ich habe das schon einmal an anderer Stelle geschrieben). Die Entlarvung des Rassismusbegriffes als substanzlos und billiges Argument im innerpolitischen Kampf der "Weißen" untereinander mit der damit einhergehenden Hauptwirkung, dass sich jeder Kaffer (für mich kein abwertender Begriff) jetzt ermächtigt sieht, Weiße anzugehen, ist das Gebot der Stunde. Vermutlich dient das Buch von M.L. auch diesen Zweck (werde es mir kaufen - danach weiß ich mehr). Die Linken und der naive Mainstream werden noch merken, wohin ihr Rassismusgeschrei führt - nämlich dazu, dass sie selber was auf die Nase bekommen.

quarz

10. August 2018 20:00

@Andreas Walter

Dass diejenigen, deren Visionen durch diese Fakten getrübt würden, nichts von ihnen wissen wollen, überrascht mich ja nicht so sehr. Mich wundert vielmehr, dass ihre Meinungsgegner sie ihnen nie unter die Nase reiben und sie dadurch zur Stellungnahme zwingen. Man muss der Vogel-Strauß-Politik der Multikulturalisten ja nicht schweigend beiwohnen.

silberzunge

10. August 2018 21:35

Dass der Sozialdemokratie bei uns überall die "bunte" Utopie wichtiger geworden ist als die Bestandssicherung des Sozialstaats, alleine aufgrund der Tatsache, dass sich Buntistan mit dem verhassten Nationalstaat notwendigerweise nicht verträgt, sagt eigentlich schon alles

Immer noch S.J.

10. August 2018 21:37

Wenn die Wirklichkeit sich kurzerhand durch schöne Worte gestalten ließe, hätte Jakob Augstein recht. Hat er aber nicht. Eine anekdotische Begebenheit aus dem Jahr 2016 kann das exemplarisch verdeutlichen. Die Darstellung ist übrigens juristisch belastbar.

In einem beschaulichen Teilort einer ländlichen Gemeinde in Baden-Württemberg mit grob 30 Einwohnern wurde auf eine Entscheidung des Landratsamtes hin eine Zweitaufnahme für über 200 Migranten in einem ehemaligen Landhotel eingerichtet (übrigens ein damals mit mehreren Sternen gekröntes Hotel direkt an einem exklusiven Golf-Platz).

In der gespannten Atmosphäre der sog. Bürgerinformationsveranstaltung, gut besucht im kleinen Saal mit 400 Bürgern, tauchte wie durch Zauberhand der SWR mit einer Kamera auf. Vor Beginn wurde mitgeteilt, dass niemand Kommentare zur Migrationspolitik der Bundesregierung machen dürfe und zu Beginn seiner Stellungnahme seinen vollen Namen sowie seine Herkunft vor dem Saal-Mikrofon bzw. der SWR-Kamera nennen müsse. Mit etwas Phantasie kann man sich die Folgen dieser Ankündigung vorstellen. Es herrschten allgemeine Verunsicherung, Eingeschüchtertsein und stille Empörung vor. Einer der ersten Beiträge kam von einem Mitglied des Asyl-Helferkreises, das unter anderem sagte, man möge auf die Migranten zugehen, es sei wie Urlaub, man brauche nun nicht mehr in die Fremde fahren. - Und da haben wir es. Viele verbinden mit der Zuwanderung ein heiteres, ein bezahltes Begegnungsfest, den kostenlosen Urlaub, die immerwährende Folklore. - Ideologie? Obsessive Oberflächlichkeit? Geringschätzung anderer Kulturen?

Sollten die Deutschen mehrheitlich keinerlei Fragen mehr stellen, dann werden sie natürlich weiterhin brav zur Arbeit gehen und Steuern zahlen für Vorgänge, die sie nicht überblicken. Cui bono – eine notwendige Überlegung. „Es ist so bequem, unmündig zu sein“ (Kant, 1784) - eine Erkenntnis.

heinrichbrueck

10. August 2018 22:09

Augstein ist die linke Nemesis der Demokratie. Die drei genannten Musketiere geben zu, vielleicht unabsichtlich, "europa ist groß (und demnächst leer) genug", es nicht zu können (das eigene Volk erhalten zu wollen). Neu-Damaskus = Kastensystem.
Zwei Rassismen (in einem Vorwurf): die Erfinder und die Umsetzer.
Auf welcher Ebene soll der Rassismusvorwurf angegangen werden? Das Ziel der Erfinder, die sichtbare Umsetzung, ist die Beseitigung der weißen Rasse. Die Umsetzer sind Migranten, die den Erfindern in keinster Weise gewachsen sind.
Wie konnte diese Rassismuskeule funktionieren? Durch Aufspaltung in Herren- und Sklavenrasse. Bleiben die Migranten in ihren Ländern, können sie schwerlich Rassismus brüllen. Gehen sie in weiße Länder, gibt es plötzlich Rassismus? Beide Seiten haben sich nicht geändert. Und hier kommt die Aufspaltung ins Spiel, die aus normalen Migranten ihrer Herkunftsländer Sklavenforderungen macht, was nicht ohne eigene Degradierung (über den Rassismusvorwurf) möglich ist. Es paßt einfach nicht zusammen. Also, warum wurde es zusammengestellt? Danach, wenn das Kind einmal in den Brunnen gefallen ist, über Haß zu lamentieren und nachträgliche Lösungen zu suchen, funktioniert so nicht.

Martin Heinrich

10. August 2018 23:01

@G.G.
Die Ausführungen von bueso halte ich für fragwürdig.
Man könnte lange über die historischen Zusammenhänge diskutieren. Hier nur ein Detail:

"Cusas spezifische Anweisungen sowie wichtige wissenschaftlich-technische Einzelheiten aus dem Umkreis des Cusaners brachten Kolumbus dazu, sich etwa ab 1480 auf die Überfahrt zum Kontinent auf der gegenüberliegenden Seite des Atlantiks im Jahr 1492 vorzubereiten."

Ich wage es schwer zu bezweifeln, dass die Schriften Nikolaus von Kues einen entscheidenden Einfluss auf Kolumbus gehabt haben. Unbestritten ist, dass Toscanelli, der Kolumbus mit Kartenmaterial versorgte, mit N.v.Kues befreundet war. Dass Toscanelli die Ideen N.v.Kues an Kolumbus herantrug, ist durch bueso nicht belegt.

Ausschlaggebende Motivation für Kolumbus waren vermutlich materielle Gründe. Wie schon in Marco Polos Buch "il millione" beschrieben, hoffte er, das geheimnisvolle Goldland Cipangu (Japan) auf dem Seeweg nach Westen zu finden. Seine materiellen Ansprüche auf die zu raubenden Reichtümer und Ländereien ließ er sich vom König in der "Kapitulation von Santa Fe" bescheinigen. Irgendwelche Motivationen, der Oligarchie von Venedig zu entfliehen, dürften bei Kolumbus wohl kaum vorhanden gewesen sein.

ede

11. August 2018 00:51

Kumpel Augstein:
Es gibt schlimmere als Augstein. Nach meinem Eindruck ist er authentisch, er glaubt an das was er sagt. Das ist keineswegs Standard bei der Presse. Klar, finanziell vermutlich kein Problem für ihn.

Nochwas: Lichtmesz ist das Schwergewicht, nicht Augstein. Und wie die öffentliche Meinung in zehn Jahren aussieht, warten wir nicht nur ab.

Ergon

11. August 2018 07:11

Im Artikel werden verschiedene zur Beschreibung der Folgen der Masseneinwanderung in die USA herangezogene Intergrationskonzepte, von der Metapher des Schmelztigels über die anglo-protestantische Leitkultur bis zum Multikulturalismus, vorgestellt und implizit bewertet. Der Begriff der europäischstämmigen oder weißen Mehrheitsgesellschaft setzt voraus, dass sich nicht nur eine an den ursprünglichen Siedlern in Neuengland orientierte und laut Huntington bis in die 1980-er Jahre dominierende Leitkultur etablierte, die unterschiedlichen aus Europa eingewanderten Völker sich nicht nur im Schmelztigel zu einer hyperindividualistischen Gesellschaft auflösten, sondern eine neue Gemeinschaft, eine neue Ethnie, die des weißen Amerikaners, hervorgebracht wurde. Das angeführte Beispiel der trotz ihrer zahlenmäßigen Größe als öffentlich wahrnehmbare Gruppe verschwundenen Deutschen ist aber im besten Fall gebrochen ironisch.

Vor dem Ersten Weltkrieg gab es eine Vielfalt deutschsprachiger Zeitungen und Bücher. Die deutsche Sprache war in einigen Bundesstaaten im öffentlichen Raum, in der Verwaltung oder in Schulen präsent. Dieser Zustand änderte sich abrupt mit dem Beginn des Krieges, und zwar schon in der Zeit vor dem offiziellen Kriegseintritt, in der die USA über die Finanzierung und Versorgungslieferungen (einschließlich Waffen) de facto Kriegsbeteiligte waren, und kippte in eine anti-deutsche Hysterie, die auch zunehmend Deutschamerikaner betraf. Deutsch wurde in einigen Bundestaaten im öffentlichen Raum verboten, es gab öffentliche Verbrennungen deutschsprachiger Bücher und Zeitungen, und insbesondere die Gemeinschaften der Mennoniten und Amischen, die nicht nur mehrheitlich deutscher Abstammung waren, sondern auch den Militärdienst verweigerten, wurden Opfer von tätlichen Übergriffen und Brandanschlägen auf ihre Kirchen. Genauer nachlesen läßt sich das etwa auf https://www.immigrantentrepreneurship.org/entry.php?rec=214 , ein vom BMWi finanziertes Projekt.

Der Abriss läßt zumindest Zweifel an der Existenz einer halbwegs homogenen eurpäischstämmigen Bevölkerung in den USA aufkommen, und es dürfte auch unter den weißen Amerikanern genügend viele geben, die der Zeit der WASP und der anglo-protestantischen Leitkultur keine Träne nachweinen. Zu diesen zählt in Deutschland Sigmar Gabriel, der in einem Interview des Spiegels, als Reaktion auf den Auftritt von Donald Trump beim gemeinsamen Frühstück mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, der eine einzige Schimpftirade über Deutschland war, dem US-Präsenten vorwarf, zwar Kim Jong-un eine Bestandsgarantie zu geben, in Deutschland aber einen Regimewechsel anzustreben. Den demografischen Wandel in den USA, weg von einer europäischstämmigen Bevölkerungsmehrheit und Trumps Amerika und hin zu einem "anderen" Amerika, sah er als eine große Chance für uns.

Wahrheitssucher

11. August 2018 14:27

@ Ergon

„... in Deutschland aber einen Regime(!)wechsel anzustreben.“
Nicht wünschenswert?

„Ein anderes Amerika“
Nicht mehr der Hegemon?

Ruediger Plantiko

11. August 2018 15:07

Der angestrengte Versuch der Amerikaner, politisch eine Gleichheit unter den Menschen aller Rassen zu fördern, hat also genau zum Gegenteil geführt: zu einer Obsession vom Rassegedanken. Spezielle Förderungsmaßnahmen wie "affirmative action", um die Schuld des Weißen Mannes durch ausgleichende Ungerechtigkeit abzutragen, erfordern ja gerade, daß man die Menschen sehr genau nach Rasse unterscheidet.

Das klingt nach dem - von Liberalen immer gern angeführten - Kobra-Effekt: ein Gouverneur Indiens hatte angeblich einer Kobraplage dadurch Herr zu werden versucht, daß er für die Abgabe jeder erlegten Kobra eine Prämie ausgab - was zum Effekt hatte, daß die Bauern die anscheinend vom Gouverneur so geliebten Kobras zu züchten begannen. Die Maßnahme hatte also das Gegenteil dessen zur Folge, wofür sie eigentlich gedacht war.

Es ist aber nicht staatliches Handeln an sich, das durch die US-Politik in Mißkredit gerät, sondern nur dasjenige staatliche Handeln, das die Realität und die Natur des Menschen ignoriert. Ich würde nicht die Etikette "Kobra-Effekt" darankleben, sondern "Verleugnete Realität schlägt zurück" (reality bites). Die Konsequenz ist dann nicht etwa die Reduktion staatlichen Handelns auf das unerläßliche Minimum (wie es der Liberale fordert), sondern wirklichkeitsgemäßes staatliches Handeln, nicht im Dienste von Illusionen, sondern eine Orientierung am - aus der Betrachtung der menschlichen Natur abgeleiteten - bonum commune, statt am malum commune.

Was daraus konkret und *positiv* in puncto Rassenfrage folgt, ist in unserem jetzigen Zustand nicht leicht zu beantworten. Das *Negative* ist immerhin klar: die Rund-Um-die-Uhr-Beschallung mit Multikulturalismus muß aufhören; an die Stelle einer Erziehung zur Blindheit für Rassenunterschiede muß das treten, was Jared Taylor den "rassischen Realismus" (race realism) nennt. Man muß aufhören zu glauben, durch hinreichend starke mediale, schulische und akademische Erziehungsmaßnahmen ließen sich die Menschen zu welchem auch immer gewünschten Idealzustand bringen. Das wären schon einmal deutliche Änderungen hin zu einer realistischeren Weltsicht. Und nur bei klarer Sicht kann man wirklich gut handeln.

Fritz

11. August 2018 20:13

RMH: Brasilien ist fast so groß wie die USA, die deutschstämmigen Brasilianer im Süden sind eine verschwindenden Minderheit. In den großen Städten Rio, Sao Paulo, Salvador herrschen die von mir beschriebenen Verhältnisse.

Andreas Walter

12. August 2018 01:04

@Fritz

Da gibt es auch solche und solche, Fritz, in Mexiko. Allerdings teile ich Ihre Ansicht, was Südamerika betrifft. Ein bisschen Deutschtümelei gibt es dort tatsächlich nur noch in Südbrasilien und dann noch vereinzelt in sehr wenigen Orten, Kleinstädten über ganz Südamerika verteilt. Lassen sich aber an einer bis zwei Hände abzählen. In den VSA und Kanada wurden die Deutschen völlig resorbiert, ebenso wie auch in Australien, Neuseeland und Südafrika.

Was die Vermischung mit den Afrikanern betrifft möchte ich auf folgendes hinweisen. Von den etwa 12,5 Millionen Sklaven aus Afrika wurden nur etwa 400.000 lebend in die VSA verbracht (hauptsächlich in die Südstaaten), der Rest, 10,7 Millionen (96%) und am Leben aber in die Karibik und nach Mittel- und Südamerika (letztes hauptsächlich Ostküste). Hinzu kommt aber vielleicht tatsächlich auch das sexuelle Verhalten in katholischen Länder, das ein anderes ist wie in Anglikanischen. Alles in allem gab es daher südlich der VSA einfach mehr Gelegenheit für Liebe als bei den zugeknöpften Anglikanern, auch bereits in Zeiten der Cholera. Als der ganze Kontinent also noch nicht so stark besiedelt war wie heute.

https://www.slavevoyages.org/assessment/intro-maps

Sehr begehrt waren sehr viel später allerdings in Südamerika "Las Blancas", was mir von Nordamerika so nicht bekannt ist, oder schlicht dort nicht auffiel, im Gegensatz zu Brasilien und sogar Argentinien. In Südafrika waren zeitweise die meisten Weissen übrigens Männer, wodurch sich dort vielleicht auch das Phänomen der vielen Mischlinge erklären lässt, obwohl die Buren eigentlich Calvinisten waren. So ganz klar ist das also noch nicht, was hier wie ausschlaggebend war, könnte aber heutzutage alles dank Genanalyse sogar erforscht werden:

https://en.wikipedia.org/wiki/Coloureds#/media/File:South_Africa_2011_Coloured_population_proportion_map.svg

Waldgaenger aus Schwaben

12. August 2018 08:29

Ob der Blick in die USA wirklich ein Blick in unsere Zukunft ist bezweifle ich. Ich hoffe, es kommt nicht schlimmer.

Hervorstechendes Merkmal der Vorschläge wie Deutschland und ganz Europa zu einem bunten LaLa-Land verwandelt werden soll, ist deren Irrationalität.
Augstein wird ja im Artikel ausführlich behandelt.

Im Frühjahr 2015 schlug Heribert Prantl vor "Im Namen der Menschlichkeit" afrikanische Flüchtlinge aufzunehmen. Ohne Obergrenze natürlich.
Vorschlag für deren Versorgung in Deutschland:

In Mecklenburg-Vorpommern sollten sich die Migranten „mit den Erfahrungen ihrer uralten Subsistenzwirtschaft, also der Selbstversorgung, eine bescheidene Existenz aufbauen“.
Das ist so irrational, dass man eigentlich gar nicht darauf eingehen müsste. Hier macht sich jemand die Mühe:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article141708971/Fluechtlinge-als-Bauern-in-Mecklenburg-ansiedeln.html

Nächster Beispiel:
Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, hielt am1.8.2018 eine Traueransprache für Sophia L.. Sopia stieg als Anhalterin zu einem marrokanischen LKW Fahrer in's Fahrzeug und wurde dann von ihm vergewaltigt und ermordet.

Bedford-Strohm:
"Vielleicht wäre sie noch am Leben, wenn sie aus dem Misstrauen heraus gelebt hätte. Aber wäre das das bessere Leben gewesen? Hätte es ihr Leben sein können? "

Also:
Vergewaltigt und ermordet zu werden, war das bessere Leben, als eines, das aus dem Misstrauen heraus zu gelebt geworden wäre und deshalb etwas länger gedauert und weniger grausam geendet hätte?

Bedford-Strohm sprach in Abstimmung und auf Einladung der Angehörigen der Ermordeten.

https://de-de.facebook.com/notes/heinrich-bedford-strohm/traueransprache-f%C3%BCr-sophia-am-182018-in-amberg/1953318894730969/

Ich könnte noch viele weitere Beispiele anführen, etwa unseren Freund Diez, der hier in Untergangsphantasien schwelgt.

https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/klimawandel-die-katastrophe-haette-verhindert-werden-koennen-a-1221528.html

"Es wird Chaos geben und Kriege, es wird Millionen von Toten geben ... Es wird Krankheiten geben, .... Es wird die sechste Auslöschung geben, und es ist nicht klar, ob nicht der Mensch zu denen gehört, für die die Erde kein Ort mehr ist, auf dem sie leben können."

Aber die Absicht, jetzt etwa vorbeugend die Grenzen schliessen und eine starke Landesverteidigung aufbauen, verdammt Diez in seinen anderen Beiträgen als inhuman.

Bedfrod-Strohm handelt en detail, Diez en gros.

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer, ist der Titel eines bekannten Werkes von Francisco de Goya.
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schlaf_der_Vernunft_gebiert_Ungeheuer

Ich hoffe, dass die Irrationalität nur der moralischen Selbsterhöhung der Augsteins, Prantls, Bedford-Strohms, Diez' und ihrer Anhänger dient und die das nicht ernst meinen.

Meinen sie es aber ernst, gehen wir interessanten Zeiten entgegen.

qvc1753

12. August 2018 13:20

Uiuiui... Herrn Augsteins Idee ist Mumpitz, aber nicht aus den Gründen, die man hier so angibt.
Die USA sind eine Willensnation, geschaffen aus einer Idee und als solche immer wieder in der Lage sich selbst neu zu definieren. Wer meint, dass die USA weiß, angelsächsisch und protestantisch seine, dem widersprechen die Schwarzen, Latinos und Asiaten vehement. Diese sind berufen sich genau so auf die klaren Worte und die einfache, aber unanfechtbare Wahrheit, die so offensichtlich ist, dass sie keines weiteren Beweises bedarf: „ ... all men are created equal ... and are bestowed by their creator with certain, unalienable rights.“
Das damit auch Sklaven, Indianer oder wer auch immer gemeint war, das müsste und muss in jedem Falle neu ausgekämpft oder ausgehandelt werden.
Ob die Lehren der Alt Right oder ein Präsident Trump dies umkehren können, dies sein einmal dahin gestellt. Ich glaube es nicht wirklich.
Diese Konzept nun auf Deutschland zu übertragen ist etwas fraglich. Dies aber aus anderen Gründen als den angenommenen.
Zum einen ist Europa kein Kontinent, der eine offene Grenze zum Westen hat wo sich Siedler an Land bedienen können (die Frage der Ureinwohner einmal beiseite gelassen). Wir werden daher nicht in der Lage sein die Verheißung einer Neuen Welt aus zu strahlen.
Aber wir können aus unseren in der Verfassung niedergelegten Werten etwas schaffen, an das sich jeder Mensch anschließen kann. Der Gedanke Heines, die Schwarz-Rot-Goldene Fahne zum Banner des freien Menschen zu machen ist weder unrealistisch, noch unedel.
Hier zu glauben, das eine spezifisch deutsche Kultur oder eine spezifisch deutsche Art der Nation zu retten sei, ist nur dann realistisch, wenn man anerkennt, dass das spezifisch deutsche etwas ist, das immer vielfältige Einflüsse aus allen Richtungen und Kulturen gesammelt und vereinigt hat.
Erkennen wir das einmal an, dann werden wir erkennen, das wir nicht ein besseres Amerika sein können, aber mindestens die Nation, die als Brücke und Verbindung zwischen in Europa dient.
Und dies beinhaltet ebenfalls, das wir nach außen offen und auch nach innen offen sein müssen.

Gustav Grambauer

12. August 2018 14:16

RMH

Freimaurerei hin oder her, die intellektuelle Rechte scheint mir an der Frage gespalten zu sein, ob die Erhaltung unserer Rasse im Rahmen des zivilisatorischen (und nur von den Linken pervertierten) Prinzips geltend gemacht werden soll und durchgesetzt werden kann - oder im Krieg gegen die Zivilisation wie es die Nazis versucht haben und damit bereits auf die Schnauze gefallen sind.

Martin Heinrich

Berichtige mich gern wegen Kolumbus und räume ein, daß hierzu meine Kenntnisse aus der Abenteuerliteratur meiner Kindheit und Jugend lange nicht ausreichen. Aber bleibe bei der unabhängig davon bestehenden Hypothese, daß die U. S. (und übrigens nicht die US(o)A, korrekterweise nicht "Of" sondern "Off" Amerika, das "Off" macht das Agieren im Offshore-Rechtskreis kenntlich) als Plattform zur Bündelung der Kräfte im späteren Kampf gegen die verfaulten europäischen Oligarchien gegründet wurden und diesen Impuls jetzt mit der Entmachtung der dortigen Clans zu entfalten beginnen. Lawrow hat nach der Wahl Trumps gesagt, daß sich die Amerikaner möglicherweise veredeln ("ennoble") werden, was auch wieder nach Freimaurerei klingt, wobei ich mir aber nahezu sicher bin, daß er kein Maurer ist.

- G. G.

Fritz

12. August 2018 14:37

Dieser Bedford Strohm ist ein Ekel, ein absolute Schande für jeden, der christlich getauft ist, wozu ich auch gehöre,obwohl nicht gläubig.

Lotta Vorbeck

12. August 2018 16:09

@Fritz & @Andreas Walter

"... da wäre eher an Brasilien oder Kolumbien zu denken, wo die Rassenmischung schon 400 Jahre andauert und es eigentlich kaum noch "reinrassige" Menschen gibt; weder Schwarze noch Weiße. Eine solche Mischung hat es in den USA eben nicht gegeben, warum auch immer. Die Spanier und Portugiesen jedenfalls hatten keinen Abscheu vor den eingeborenen oder afrikanischen Frauen, vielleicht anders als die Angelsachsen. ..."

________________________________________

Was beispielsweise russische Frauen mit den Augen eines Mitteleuropäers betrachtet, so überaus attraktiv erscheinen läßt, dürfte deren, durch jahrhundertelange, partielle Mischung mit Asiaten entstandene, ganz spezielle, klar europäisch/kaukasisch dominierte Physiognomie ausmachen.

Ähnlich wie mit den in Südamerika nicht nur in Kolumbien anzutreffenden Latinas, die aus der - wie von @Fritz dargelegten, seit 400 Jahren währenden Rassenmischung von Spaniern/Portugiesen mit indigenen Frauen hervorgegangen sind, verhält es sich mit Filipinas. Sowohl die Mehrzahl der südamerikanischen Latinas als auch die, der aus der Mischung von Spaniern mit malayischen Frauen hervorgegangenen Filipinas gelten mit mitteleuropäischen Augen betrachtet als attraktiv.

Vielleicht ebenfalls sehens- und bedenkenswert, diese kurze Sequenz:

"Wir nehmen uns Europa von den Europäern!"
https://youtu.be/48IWWykmnvs?t=955

Andreas Walter

12. August 2018 18:50

Vor langer Zeit habe ich diesen Artikel sogar als Verknüpfung in meinem Browser abgespeichert. Als Lesezeichen. Also nicht nur mit "Drucken" und dann "Als PDF sichern ..." abgelegt, wie sonst üblich. Hatte da wohl Cicero zum ersten mal entdeckt, eben genau durch diesen Artikel, vermute ich heute, und wollte mir ihn oder Cicero dann später genauer ansehen.

https://www.cicero.de/kultur/fluechtlingsdebatte-warum-naiver-idealismus-zynisch-ist/56065

Was mich aber am meisten an ihm immer wieder fasziniert ist das Datum, an dem er geschrieben wurde. Also darum erst den Artikel lesen und dann auf's Datum schauen, wenn es die Neugier und Selbstkontrolle zulässt. Dann ist der Effekt des Erstaunens einfach am grössten.

Solution

12. August 2018 19:56

@ Lotta Vorbeck

Ich empfehle Ihnen zum Thema Rassenmischung die Anmerkungen von J. Philippe Rushton, u.a. auch sein Buch "Rasse, Evolution, Verhalten".

Wo hat Rassenmischung jemals zu einem meßbaren Fortschritt geführt?

Ist es nicht vielmehr bei Rassenmischungen so, daß eine Seite immer der Verlierer ist?

Wo sind heute z.B. die Indogermanien in Indien und Pakistan? Was hat es Alexander dem Großen gebracht, daß seine Edlen sich mit persischen Frauen verbunden haben?

Rassenmischung ist in aller Regel der Anfang von gravierenden, negativen Veränderungen. So kann z.B. auch der Durchschnitts-IQ einer Bevölkerung drastisch verändert werden. Theroretisch in beide Richtungen, doch die Geschichte zeigt für die Europäer, daß dies nie von Vorteil war.

Mich würde mal interessieren, wo eine Rassenmischung ohne Verlierer stattgefunden hat. Für mich persönlich gibt es da nur Verlierer.

Durendal

12. August 2018 21:00

Aktuell dazu ein Beitrag von Andrea Dernbach zu rassenpolitischen Fragen bzw. darüber, "wo Deutschland zu weiß ist".
https://www.tagesspiegel.de/politik/vielfalt-und-teilhabe-wo-deutschland-noch-zu-weiss-ist/22903914.html
Ich habe selbst an den Rändern der Rechten niemals einen Menschen kennengelernt, der so vom Thema Rasse bessessen war wie es Frau Dernbach und ihre Gesinnungsgenossen scheinbar sind.

Andreas Walter

12. August 2018 23:06

@Lotta Vorbeck

Ich bin "Kaukasier" (Jamnaja-Kultur). Darum gefallen mir "Russinnen" vermute ich, jetzt wo Sie es sagen, auch am besten (solange sie nicht auch rumzicken). Meine Vorfahren kamen lediglich schon vor etwa 6.000 Jahren nach "Deutschland". Nur hiess es damals noch nicht so. Doch wenn nichts anderes "greifbar" ist, und das war eben oft der Fall während der Zeit der Seefahrer und Kolonialisierung ab 1500, dann entdeckt man auch den Liebreiz schwarzer und indianischer/asiatischer Frauen. Was aber ebenso auch auf das Wesen der Frau zurückzuführen ist, die ich darum auch nicht nur als Opfer sehe. Alpha-Männchen ist nun mal Alpha-Männchen, egal wie er/es das hinbekommt (oder warum es sich so ergibt, ergeben hat, betreffend der technischen Evolution, die dem "Weissen Mann" zumindest für ein paar Jahrhunderte einen Vorteil verschafft hat).

Das Primitive (Primordiale) hat darum schon immer mehr Einfluss auf die Weltgeschichte gehabt als alles Andere. Hört nur niemand gern', dass wir uns im Grunde alle nur wie (unterschiedlich kluge) Affen verhalten, die lediglich bei bester Versorgung und Sicherheit (Industriegesellschaften, Eliten) Eigenschaften der Bonobos annehmen. Zumindest der biologische, animalische Teil unser aller Existenz. Dazu gehört eben sehr viel Selbst-Ehrlichkeit, um das zu akzeptieren, doch darum ja auch immer wieder all die Seltsamkeiten, die man selbst aus dem "Priesterseminar" so mitbekommt. Oder von Leuten, bei denen die "normale" Programmierung, Prägung der ersten Neuronalen Schaltkreise nach Leary gestört wurde.

Oder um es (kurz) auf den Punkt zu bringen: "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach."

Alternativ: Der Geist ist frei, Materie jedoch träge und schwer, gewichtig, schwergewichtig, schwer gewichtig. Wichtig.

Im schlimmsten Fall geht ein Chris McCandless darum auch verloren, verreckt in der Wildnis. Wäre er mal schön lieber in der Stadt, in der Zivilisation geblieben, anstatt die Natur unvorbereitet, unerfahren herauszufordern. Die Natur ist nämlich auch primitiv, primordial, ist ständig nur Sex und Kampf, Krieg, ist bestialisch. Sie vom Menschen zu trennen bedeutet Zivilisation. Anfangs waren es nur Dornenhecken und Palisaden, später dann sogar Stadtmauern aus Stein oder Lehm. Aus kampfbereiten Männern wurden immer grössere Heere, aus Wurfsteinen und Speere Atomraketen, aus Äxten und Feuer Maschinen und Kernkraft. Alles nur, um die Natur zu beherrschen, die sonst uns beherrscht. Oder sogar tötet. Ihre Gesetze zu ignorieren ist daher tödlich.

Es schient tatsächlich der IQ zu sein plus noch etwas anderes, was ich aber noch nicht verstehe. Es ist wie verhext. Vor allem an China scheitern alle Modelle. China hätte schon viel früher viel weiter sein müssen, und das war es ja auch schon mal. IQ plus Not (die bekanntlich erfinderisch macht) hatten nämlich auch schon die Chinesen durch die Jahrtausende und auch letzten Jahrhunderte. Aber auch das allein ist es nicht, also nur Bevölkerungsdruck. Was unterscheidet zum Beispiel auch die nordamerikanischen Indianer von den Azteken, den Maya und den Inkas? Biologisch wohl eher wenig. Die Lebensräume waren dagegen sehr unterschiedlich, ich habe sie alle gesehen. War es also auch dort darum der "Sonnengott", wie auch in Ägypten, also die Kenntnis der Astronomie und damit auch der Jahreszeiten? Das ist nämlich wichtig in Regionen mit Wassermangel, um überhaupt vernünftig Landwirtschaft zu betreiben. Wo wir wieder bei Nahrungssicherheit, Bonobos und Zivilisation wären. Wo sind die Pyramiden Nordamerikas, denn selbst in China gibt es welche, was aber nur wenigen bekannt ist. Pyramiden sind die Wolkenkratzer der Antike.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ac/Comparison_of_pyramids_SMIL.svg

Lotta Vorbeck

12. August 2018 23:30

@Solution - 12. August 2018 - 07:56

"Wo hat Rassenmischung jemals zu einem meßbaren Fortschritt geführt?

Ist es nicht vielmehr bei Rassenmischungen so, daß eine Seite immer der Verlierer ist?

Wo sind heute z.B. die Indogermanien in Indien und Pakistan? Was hat es Alexander dem Großen gebracht, daß seine Edlen sich mit persischen Frauen verbunden haben?

Rassenmischung ist in aller Regel der Anfang von gravierenden, negativen Veränderungen. So kann z.B. auch der Durchschnitts-IQ einer Bevölkerung drastisch verändert werden. Theroretisch in beide Richtungen, doch die Geschichte zeigt für die Europäer, daß dies nie von Vorteil war. ..."

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Zum Ergebnis des Tripel-Allianz-Krieges, dem sechsjährigen, von 1864 bis 1870 geführten Krieg Paraguays gegen Argentinien, Brasilien und Uruguay heißt es auf Wikipedia:

"Die Bevölkerung Paraguays bestand zu Kriegsende aber überwiegend aus Frauen und Kindern, da nur rund 28.000 erwachsene Männer das Kriegsende überlebt hatten, was einem Verlust an männlicher Bevölkerung von bis zu 80 Prozent entspricht. Da seit 1867 Dreizehn- bis Sechzehnjährige in die Paraguayische Armee einberufen und auch bis zu 70-Jährige zum Kriegsdienst herangezogen wurden, beschränkte sich der Bevölkerungsverlust nicht nur auf die Gruppe erwachsener Männer, sondern ging durch fast alle Altersgruppen. Ebenso nahmen Frauen in der Endphase des Krieges an den Kampfhandlungen teil.
Spätestens seit 1869 führten die alliierten Streitkräfte einen schonungslosen Krieg auch gegen die Zivilbevölkerung. Es kam zu weitreichenden Plünderungen und Vergewaltigungen. Flüchtlingsbewegungen ließen den Bevölkerungsverlust noch zusätzlich ansteigen.

Paraguay, das vor dem Krieg einer der wirtschaftlich fortschrittlichsten und mächtigsten Staaten der Region war, konnte diesen Status nie wieder erreichen."

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tripel-Allianz-Krieg

Nach Kriegsende änderte man das paraguayische Familienrecht und forderte die verbliebenen Männer offiziell dazu auf, mit indigenen Frauen möglichst viele Kinder zu zeugen. So entstand dort die heutige Mehrheit der sogenannten Latin-Parguayer.

Daß Rassenmischungen nicht ubedingt zur Aufwertung der daraus entstehenden Population führen, dürfte unbestritten sein.

Genau dies meint der US-amerikanische Militärstratege und Globalist, Thomas P. M. Barnett, wenn er folgendermaßen für die NWO (New World Order) wirbt: "Um die „Gleichschaltung aller Länder der Erde“ zu erreichen, soll in Europa eine sogenannte „hellbraune Mischrasse“ entstehen. Hierfür dienen die Massen an Migrantenströmen als Mittel zum erhofften Zweck. Das Resultat am Ende ist eine Bevölkerung mit einem durchschnittlichen Intelligenzquotienten (IQ) von 90 – also dumm genug, um ihre Sklaverei nicht zu begreifen, aber gerade noch ausreichend intelligent, um für die Herrscherkaste zu arbeiten."

Andreas Walter

12. August 2018 23:54

@Solution

Vorsicht, Solution, IQ ist nicht alles.

Schwarze und Weisse haben Iberoamerika sehr viel gebracht, wenn auch unterschiedliche Dinge. Die Indianer waren klug, stammen ja aus Asien, waren aber angeblich weniger robust und damit geeignet für die harte körperliche Arbeit auf den Plantagen und besassen auch sehr wenig Widerstandskraft gegenüber tropischen Erregern. Darum hat man überhaupt die Schwarzen extra aus Afrika geholt. Die Indianer hätten sich auch nie gefügt, waren renitenter als die Schwarzen. Oder auch feinfühliger, geistig empfindlicher, hätten sich umgebracht oder totgesoffen.

Wobei man dabei auch immer die Sozialklassen beachten muss, wer sich also mit wem und vor allem in Massen paart.

Weisse Bauern und Minenarbeiter mit Bantu Frauen bringt womöglich weniger als Akademiker aus Yale und Harvard mit Aborigines. Letzteres ist aber wohl eher selten und würde glaube ich ohne Gewalt nicht akzeptiert werden.

Wobei man das eigentlich von den ganzen linken SJW der Universitäten erwarten könnte. Doch da hört eben die Nächstenliebe auf, auch bei Marxisten.

Benno

13. August 2018 00:01

@Andreas Walter Eher als die Konfession, dürfte sich die Zahl verfügbarer Frauen auf das Phänomen der Rassenvermischung auswirken. Wenn Siedler bereits mit ihren Frauen in die Neue Welt aufbrachen, so waren sie nicht gezwungen, sich mit Einheimischen oder Sklavenfrauen zu vermischen. Man sieht das ja auch heute. Trotz massiver Propaganda zur Vermischung mit fremden Ethnien, bspw. in der Werbung, zeugt die überwiegende Mehrheit der Europäer Nachwuchs immer noch mit Europäerinnen und dies auch an Orten, an denen durchaus andersrassige Frauen vorhanden wären. Umgekehrt werden Männer, die alleine in fremden Landen unterwegs sind, früher oder später auch Verkehr mit heimischen Frauen haben, da die Absenz gleichrassiger Frauen weder den Sexual- noch den Fortpflanzungstrieb abtöten kann. Dann dürften auch noch eine Reihe weiterer Faktoren ins Spiel kommen. Etwa wie hoch die Zahl an freigelassenen Sklaven ist, wie viele Sklaven überhaupt in ein Land gebracht wurden etc. So war ja, wie sie selber sagen, die Sklaverei in den englischen Kolonien, resp. den späteren USA, räumlich sehr viel begrenzter als etwa in Brasilien. Es gab im Süden tatsächlich mehr Gelegenheiten, einerlei, ob die Männer und Frauen nun katholisch oder protestantisch waren.
Abgesehen davon ist Südamerika nicht gleich Südamerika. Die Bevölkerungsstruktur ist in Argentinien eine gänzlich andere als etwa in Brasilien. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Argentinier sich länger und erfolgreicher um europäische Einwanderer bemüht haben. Und selbst in Brasilien sind die Unterschiede riesig. Wenn Fritz behauptet, in Brasilien gäbe es kaum noch reinrassige Menschen, egal welcher Rasse, dann kennt er den brasilianischen Süden wohl wirklich nicht so gut. Salvador als ehemaliger Umschlagsplatz für afrikanische Sklaven ist ein denkbar schlechtes Beispiel. Sie ist, zählt man die Mulatten dazu, die schwärzeste Stadt in Brasilien. Zufälligerweise ist es auch jene Stadt mit der höchsten Mordrate. Der brasilianische Süden wird überwiegend von Weissen und einigen Ostasiaten bewohnt. Zufälligerweise sind die südlichen Bundesstaaten auch die wirtschaftlich erfolgreichsten. So erfolgreich, dass immer wieder einmal das Thema einer Sezession aufkommt.

Zum Artikel: Das Zurückdrängen angelsächsischer Leitkultur ist ein Phänomen, das sich nicht nur auf die USA beschränkt. Malcom Fraser, ehemaliger australischer Premier, gab einmal von sich: „Glücklicherweise sind die Tage angelsächsischer Konformität vorbei und ich glaube wir sind wegen dem alle besser dran als Nation und Individuen.“ Interessanterweise wurde die sogenannte „White Australia Policy“ ebenfalls um die Mitte der 60er Jahre zu Fall gebracht. Es gab also eine synchrone Entwicklung zu den USA.
Zu Horace Kallen könnte man noch hinzufügen, dass er sein Konzept des „kulturellen Pluralismus“ nicht nur als mögliche Variante in einem demokratischen Staat betrachtete, sondern, „kulturellen Pluralismus“ geradezu als Voraussetzung für eine gesunde Demokratie betrachtete. Und wie heute bei anderen Minderheiten, ging es natürlich auch ihm darum, sich für seine Minderheit einen Platz in dem Land zu erobern, in das sie eingewandert ist. Amerikaner kann jeder sein, damit auch ein schlesischer Jude Amerikaner sein kann, ohne allzu grosse Abstriche an seinem Eigenen machen zu müssen. Es ist offensichtlich, dass solche Konzepte zuallererst kulturfremden (oder eben ethnisch fremden) Einwanderern dienen, ihren Einfluss als Gruppe und Individuum im neuen Land zu sichern. Wenn dann die bis dato staatstragende Gruppe um ihren Einfluss bangt und sich dagegen zur Wehr setzt, dann wird das heute mit der Rassismusklage delegitimiert. Kallen hat offenbar gerne in Metaphern gesprochen. So umschrieb er das Konzept des kulturellen Pluralismus etwa auch mit der Nation als einem Orchester, in welchem jede kulturelle Gruppe ihr eigenes Instrument in Harmonie, aber nicht im Einklang mit den anderen spielt. Schon diese Metapher zeigt doch das zwangsläufige Scheitern einer solchen Konzeption auf. Irgendeine Gruppe muss ja vorgeben, welche Melodie gespielt wird. Logischerweise ist das die autochthone Mehrheitsgesellschaft, im Orchester etwa die Geiger. Die anderen Instrumente sind dann schon nicht mehr frei in der Wahl ihrer Spielweise, wenn aus dem ganzen wirklich eine Harmonie entstehen soll. Sie müssen also eine gewisse Anpassungsleistung an die Mehrheitsgesellschaft vollziehen, soll aus dem ganzen nicht einfach eine Kakophonie entstehen. Das setzt dann dem Pluralismus doch wieder sehr enge Grenzen. Man kann es drehen und wenden wie man will: Demokratie ist nur in einigermassen homogenen Ländern möglich. Wer anderes behauptet ist entweder ein Fantast oder ein Betrüger.
In Athen ging die Demokratisierung des Staates wohl nicht zufälligerweise mit einer Einschränkung des Bürgerrechts nach Abstammungsprinzipien einher. Aber heute sind einige Liberale ja schon so weit, dem antiken Athen den demokratischen Charakter abzusprechen, weil der Staat keine liberale Demokratie war. Umgekehrt würde wohl eher ein Schuh draus.

Durendal

13. August 2018 08:10

@Andreas Walter
Ich will Sie nicht enttäuschen, aber die statistische Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass Ihre Vorfahren zu relevanten Anteilen u.a. auch aus dem ostwärtigen Mittelmeerraum sowie aus Sibirien stammen.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4170574/

Andreas Walter

13. August 2018 17:14

@Benno

Nur ein Einwand zu Ihren Ausführungen, die an mich gerichtet sind. Mit allem Anderen an mich bin ich mit Ihnen einer Meinung.

Argentinien musste sich gar nicht sonderlich um weisse Einwanderung bemühen, es liegt einfach an den klimatischen Bedingungen des Südens Südamerikas, die von Europäern einfach favorisiert werden. Das Gleiche gilt für Südafrika oder Australien/Neuseeland auf der Südhalbkugel. In warmen Gefilden wurden früher zudem auch noch die Hochlandlagen von den Weissen bevorzugt besiedelt. Das ist so ähnlich wie mit den Kühlschränken. Die eigenen sich auch nicht alle für die Tropen, was man da aber nur am Typenschild erkennt:

https://blog.liebherr.com/hausgeraete/de/klimaklasse/

Die letzten Tage haben ja gezeigt, was für einen enormen Unterschied das macht. Meine Grenze liegt so ziemlich genau bei 26°C, bei 50-60% Luftfeuchtigkeit. Trocken geht auch noch etwas höher, aber heiss und feucht, das mochten Weisse ohne Klimaanlage noch nie. Da musste es schon immer um viel Geld gehen, exotische Gewürze, Kautschuk, Gold, Tabak, Edelsteine, bevor sie das freiwillig mitgemacht haben. Dann doch lieber Kaffee und Tee im Hochland anbauen, oder gleich die Klassiker, die man aus dem Norden kennt. Arbeitsintensiv in den Tropen war aber vor allem Reis, Baumwolle, Rohrzucker, Tabak, Kakao, Indigo.

Viele Weisse sind allerdings auch als "Sklaven", als Leibeigene auf Zeit auf den amerikanischen Kontinent gekommen, nur wissen das die meisten Leute nicht. Leider auch nicht die Schwarzen, die sich darum bevorzugt nur selbst bejammern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Indentur

Maiordomus

14. August 2018 08:42

"Kumpel Jakob Augstein" ruft jetzt in seiner SPIEGEL-Kolumne offen und ungeschützt zum direkten Anschluss an Wagenknechts linke Sammlungsbewegung auf. Das ist schon rein publizistisch zu weit aus dem Fenster rausgelehnt, zumal für ein Publikumsorgan von der Reichweite des SPIEGEL. Dieses politisch ungeschickte Verhalten passt eher zu seinem Vater Martin Walser, der zwischendurch auch mal mit der KPD sympathisierte, als zum politisch nicht unintelligenten linksnational gesinnten Rudolf Augstein selig, der noch ein interessantes Buch über Jesus schrieb und mit Martin Heidegger tiefsinnig und nicht unkritisch zu diskutieren wusste. Schon im Buch "Es wird eine Rebellion geben - Was unsere Demokratie jetzt braucht" (2014) ist mir jenseits bloss von Meinungen, die ich nicht teile, Jakob Augsteins mangelnde politische Intelligenz aufgefallen, einschliesslich Schwärmens vom Papst. Eben politische Naivität, die man selbst einem angeblichen Dummkopf wie Trump in der Regel nicht unterstellt. Eine Eigenschaft, die damals schon auf der Rechten Frauke Petry zukam. Politische Intelligenz, deren grosser Lehrer zum Beispiel Machiavelli war und die im Lager der deutschen Linken zum Beispiel durchaus noch ein Herbert Wehner zu praktizieren wusste, vielleicht stärker als bei den Unionsparteien Franz Josef Strauss, ist ein ausgeprägt knapp verteiltes Gut. Bei PEGIDA ist es mir eigentlich noch nie aufgefallen, obwohl immerhin die eine oder andere politische Dummheit vermieden wurde.

Wolfhagen

14. August 2018 13:05

@Fritz, ich bin in Brasilien geboren und aufgewachsen und muß Sie korriegieren.

Die südlichsten Bundesländer (Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná) aber auch das wirtschaftlich stärkste Bundesland Sao Paulo haben immer noch eine (europäisch-)weiße Bevölkerungsmehrheit.

So klein ist die Gruppe der Nachkommen deutscher Einwanderer auch nicht, es sind mehrere Millionen und in vielen Ecken stellen sie noch die Mehrheit. Zu den Deutschen gesellen sich auch sehr viele Italiener (meistens aus Norditalien), Slawen, Balten, Spanier und Portugiesen, auch hat Brasilien die größte japanische Gemeinde außerhalb Japans. Chinesen und Koreaner sind relativ neu.

Mit wenigen Ausnahmen sind aber diese Nachfahren von Einwanderern bereits assimiliert, ihre Familien sind ja zum Teil seit ca. Mitte des 19. Jahrhunderts im Land. Wie in den USA waren beide Weltkriege Zäsurpunkte in ihrer Geschichte.

Ähnlich wie in den USA (und wohl auch bald in Deutschland) sind die weißen Brasilianer mit sich verstärkenden rassistischen Kampagnen konfrontiert: "weiße Schuld", "weiße Privilegien", "affirmative action" (so z.B. Quoten für Schwarze in den meisten öffentlichen Universitäten) und was auch immer.

Meine Heimatstadt hatte in den 1960er - 1970ern eine überwältigende Mehrheit aus Nachfahren vor allem von Deutschen (mit Schweizern) und Italienern. Es war ein friedliches Leben. Zu der Zeit begann die große, interne Wanderung von nicht-weißen Brasilianern aus dem Nordosten des Landes - mit allen negativen Folgen, die wir aus den USA kennen und in Deutschland beobachten und in der nicht so fernen Zukunft noch stärker beobachten werden: Verfall der Innenstädte, Anstieg der Kriminalität, Rückzug auf "gated communities" (von Mauern geschützten Wohnvierteln) und Privatklubs, kaschierte jedoch spürbare Konflikte zwischen "ihnen" und "uns", zunehmende kulturelle und soziale Unterdrückung der Weißen.

Gunnar W.

Andreas Walter

14. August 2018 19:42

Ich wüsste auch nicht, wer uns noch bereichern könnte, ausser die Juden oder Asiaten, zumindest was den IQ betrifft. Dazu müssten wir dann aber bei anderen Eigenschaften womöglich Abstriche machen, so dass ich unter dem Strich eigentlich ganz zufrieden bin mit unseren Jungs. Ich schreibe deshalb Jungs, weil die Mädels sich in den letzten Jahrzehnten etwas zu viel Unsinn von der kulturmarxistischen Schlange haben einreden lassen.

Jetzt aber beschweren sich darum die jungen Damen über die "neuen" deutschen Männer, die doch alle nur Weicheier sein (habe ich wirklich schon erlebt), und schielen darum nach Süden. Oder lesen Fifty Shades of Grey, denn erst das ist ja die optimale Mischung in Zeiten der Ebola. Hahaha, "Liebe in Zeiten der Ebola", der neue Roman von Andrea Waltari.

Fritz

15. August 2018 08:19

"Die Zahl der deutschstämmigen Brasilianer wird meist zwischen 2 und 5 Mio. angegeben (Zahlen schwanken sehr stark). Aufgrund von starker Vermischung von Teilen der Deutschbrasilianer wird angenommen, dass bis zu 12 Millionen Brasilianer zumindest teilweise deutsche Vorfahren haben."

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschbrasilianer

Bei über 200 Millionen Einwohnern, ist das nicht viel.

"Etwa die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung hat einen nicht unerheblichen Anteil afrikanischer Vorfahren."

Wikipedia

Gustav

15. August 2018 10:33

Ein Demokrat vom alten Schlage würde heute nicht Freiheit für die Presse, sondern von der Presse fordern .... Eine furchtbarere Satire auf die Gedankenfreiheit gibt es nicht. Einst durfte man nicht wagen, frei zu denken; jetzt darf man es, aber man kann es nicht mehr. Man will nur noch denken, was man wollen soll, und eben das empfindet man als seine Freiheit. Und die andere Seite dieser späten Freiheit: es ist jedem erlaubt zu sagen, was er will; aber es steht der Presse frei, davon Kenntnis zu nehmen oder nicht. Sie kann jede »Wahrheit« zum Tode verurteilen, indem sie ihre Vermittlung an die Welt nicht übernimmt, eine furchtbare Zensur des Schweigens. die um so allmächtiger ist, als die Sklavenmasse der Zeitungsleser ihr Vorhandensein gar nicht bemerkt.“

„An Stelle der Scheiterhaufen tritt das große Schweigen. Die Diktatur der Parteihäupter stützt sich auf die Diktatur der Presse. man sucht durch das Geld Leserscharen und ganze Völker der feindlichen Hörigkeit zu entreißen und unter die eigene Gedankenzucht zu bringen. Hier erfahren sie nur noch, was sie wissen sollen, und ein höherer Wille gestaltet das Bild ihrer Welt. Man peitscht ihre Geister auf, durch Artikel, Telegramme, Bilder - Northcliffe! - bis sie Waffen fordern und ihre Führer zu einem Kampfe zwingen, zu dem diese gezwungen sein wollten. Das ist das Ende der Demokratie.“

„Das Geld organisiert den Vorgang im Interesse derer, die es besitzen*, und die Wahlhandlung wird ein verabredetes Spiel, das als Selbstbestimmung des Volkes inszeniert ist. *Hier liegt das Geheimnis, weshalb alle radikalen, also armen Parteien notwendig Werkzeuge der Geldmächte, in Rom der equites, heute der Börse werden. Theoretisch greifen sie das Kapital an, praktisch aber nicht die Börse, sondern in deren Interesse die Tradition. Das war zur Zeit der Gracchen ebenso wie heute, und zwar in allen Ländern. Die Hälfte der Massenführer ist durch Geld, Ämter, Beteiligung an Geschäften zu erkaufen und mit ihnen die ganze Partei.“

„Aber die Macht verlagert sich heute schon aus den Parlamenten in private Kreise, und ebenso sinken die Wahlen unaufhaltsam zu einer Komödie herab.“

Oswald Spengler

Andreas Walter

15. August 2018 12:02

@Fritz

Wichtig ist ja auch immer, den Zeitverlauf und damit Verlauf der Geschehnisse und des Status Quo zu bestimmten Zeiten im Auge zu behalten. Es könnte durchaus sein, ist sogar sehr wahrscheinlich, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte Brasiliens die Bevölkerung zur Hälfte oder sogar überwiegend schwarz war. Stellt man in folgender Tabelle "Broad disembarkation regions" und "Only disembarked" ein und klickt dann auf "Show" sieht man auch sofort warum (man bedenke dazu gleichzeitig auch die geringe Zahl der Indianer in Nordamerika und auch ihre beinahe Auslöschung durch alle möglichen Umstände wie Krieg und Seuchen. Das war in Südamerika nämlich genauso, ausser im Urwald):

https://www.slavevoyages.org/assessment/estimates

Als die Deutschen daher in grösseren Mengen nach Brasilien kamen waren die meisten Schwarzen schon da:

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Einwanderung_in_Brasilien

Ich glaube daher, zusammenfassend folgendes sagen zu können:

In eine bereits bestehende weisse Bevölkerung kreuzen sich Deutsche relativ schnell ein und lösen sich dann darin auf. So geschehen in den VSA, in Australien/Neuseeland und in die weisse Gemeinschaft von Südafrika

In einer bereits bestehenden schwarzen oder anderweitig andersartigen Bevölkerung bleiben sie eher oder wesentlich länger separiert. Wie zum Beispiel in Brasilien.

Ein massenhafter Zuzug von Muslimen und Schwarzen nach Europa wird daher nicht in kurzer Zeit eine Mischrasse hervorbringen, selbst nicht unter den Schwarzen und Muslimen. Ein "besseres" Amerika kann daher ausgeschlossen werden ebenso wie das Inzucht -"Argument" von Schäuble. Wahrscheinlicher ist, dass sich in Wirtschaftskrisen die unterschiedlichen Gruppen sogar bekriegen werden, was ja auch mit ein Grund für die Leidensgeschichte der Juden ist, nur dass die meistens in der Minderheit waren. Wobei die Marxisten versuchen werden, daraus einen Klassenkampf zu machen, was einer der Gründe ist, warum sie die Armen der Welt in ihre Arme (ihre Armee) schliessen wollen. In den VSA wählen Einwanderer nämlich traditionell hauptsächlich die Demokraten, in Europa ist das ähnlich. Den Roten geht es daher nur um mehr Macht (um dadurch an mehr Geld zu kommen), den Liberalen und Kapitalisten um mehr billige Arbeitskräfte. Geld regiert eben die Welt.

Fritz

15. August 2018 13:03

@Andreas Walter

Bin da ganz bei ihnen. Von Brasilien kenne ich nur Salvador de Bahia, war allerdings in Paraguay, wo es auch viele Deutschstämmige gibt.

Der Schmelztiegel ist ein heutzutage Mythos, der nicht mehr funktioniert. In Brasilien ist es dazu nur gekommen, weil zwei der drei Rassen praktisch rechtlos waren, und es wird auch in Europa keine neue "multiethnische" Kultur geben, sondern ein Konglomerat aus feindlichen Gruppen, die sich auch noch vom Äußeren her unterscheiden, beste Voraussetzungen also für florierenden Rassismus. Muslimische Frauen dürfen bekanntlich keine nichtmuslimischen Männer heiraten.

Schwarze und Araber hassen sich untereinander auch, noch aus Zeiten der Sklaverei.

Benno

15. August 2018 14:38

@Fritz Bezüglich "kaum noch reinrassiger Menschen" in Brasilien haben sie sich einfach verrannt. Sie können gerne die bpb zitieren; dass fast die Hälfte der Brasilianer schwarze Vorfahren haben, dann zitieren sie aber bitte komplett und erwähnen sie auch, dass sich fast die Hälfte der Brasilianer sich als "Weisse" bezeichnen. Wenn nur die Hälfte dieser Leute tatsächlich Weisse sind, dann leben in Brasilien gut 50 Millionen Europäer, von kaum noch reinrassigen Menschen kann man da schlicht nicht reden.

@Walter "Ich wüsste auch nicht, wer uns noch bereichern könnte, ausser die Juden oder Asiaten, zumindest was den IQ betrifft."

In der Tat. Blöd nur, wenn diese Leute uns dann mit Konzepten wie "cultural pluralism" bereichern. Da kann man doch gerne drauf verzichten. Letztlich heisst dieses Ldnd in der Mitte Europas immer Deutschland und nicht Hoch-IQ-Land.

HomoFaber

15. August 2018 16:26

@Lotta Vorbeck

Ich halte es für keine gute Idee Barnett angedichtete Falschzitate aus dem Internet zu kopieren und weiterzuverbreiten. Er hat viel Zeugs geschrieben, aber das nicht.

Fritz

16. August 2018 08:01

@Benno

Fahren sie mal nach Brasilien und schauen sich die Leute an; nicht in Pomerode oder Porto Alegre, sondern in Rio oder Belo Horizonte, da können sie die bunte Völkervielfalt sinnlich erleben.

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