Sezession
12. August 2018

Sonntagsheld (72) – Vergissmeinnicht

Till-Lucas Wessels / 50 Kommentare

Der Spätsommer ist schon wieder so vollgepackt mit Veranstaltungen...

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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...da kann einem glatt die eine oder andere durch die Lappen gehen und das wäre nicht nur, aber besonders in diesem konkreten Fall ein Jammer. Es ist ja mit politischen Demonstrationen so eine Sache: Meist geht man gegen etwas auf die Straße, macht seinem Ärger Luft, artikuliert seine Opposition und hat sich knallige Parolen für den Schlagabtausch mit dem politischem Gegner zurechtgelegt. Die ganze Dynamik der Demonstration, die Wahl des Themas und ihr Stil – alles das ist in der Regel verhaftet in der Gegenwart und macht sich also natürlich abhängig vom Zeitgeschehen.

Ganz anders hingegen die Veranstaltung unserer österreichischen Kameraden aus Wien, die auch dieses Jahr wieder zu einem Gedenkmarsch auf den Kahlenberg rufen: Die Ankunft des europäischem Entsatzheeres, die knatternden Flügel der polnischen Husaren, der Ausfall der geschundenen Wiener, die panische Flucht der osmanischen Belagerer – es sind diese längst mythisch verklärten Bilder, die die Organisatoren vom Bündnis "Gedenken 1683" anrufen, wenn sie sich am 8. September wieder an der Josefskirche treffen, um im Licht der Fackeln und unter wehenden Transparenten den Gefallenen und den Siegern zu gedenken.

Was zu gleicher Zeit auf der – wie ich mir sagen ließ übrigens wieder restlos ausgebuchten – Sommerakademie in Schnellroda theoretisch verhandelt wird, hier erhält und bewahrt es seinen mythischen Überbau: "Europa" heißt dieser Tage die Losung bei uns in Sachsen-Anhalt, "Europa" lautet die Parole auf dem Kahlenberg.

Mir ist es daher ein persönliches Anliegen auch hier für die Veranstaltung zu werben, zum einem, weil ich selbst nicht da sein kann, zum anderen aber auch, weil ich weiß unter welchem Repressionsdruck unsere österreichischen Freunde im Moment zu leiden haben. Der Gedenkmarsch am Kahlenberg, er wird auch zum selbstbewussten "Trotzdem" werden und zum klaren Zeichen, dass man gar nicht daran denkt aufzugeben, auch, wenn es von linker wie von staatlicher Seite sicherlich wieder Versuche geben wird den Marsch zu stören, oder zu verhindern.

Wer sich informieren und auf dem Laufenden halten möchte, dem empfehle ich daher gelegentlich auf der Netzseite der Organisatoren vorbeizuschauen, wer noch eine Motivationshilfe für die Anreise braucht, dem lege ich das stimmungsvolle Video vom vergangenen Jahr nahe:


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (50)

ALD
12. August 2018 15:47

Ein antitürkischer Idiotenmarsch, dessen thematische Ausrichtung mit der heutigen Problematik der europäischen Nationen überhaupt gar nichts zu tun hat. Die Franzosen dürften konsequenterweise da wohl ohnehin nicht mitmaschieren. Und all die anderen christlichen Völker, die sich im Laufe der Jahrhunderte mal mit den Türken verbündeten und Seite an Seite kämpften wohl auch nicht. Ach ja: haben die Deutschen nicht auch...., ? Ach egal, lassen wir das Geplänkel. Auch sie, Herr Wessels und ihre türkophoben Genossen von der österreichischen IB werden letztenendes schon noch begreifen, das der gegenwärtige Kampf zum Erhalt der europäischen und nichteuropäischen Nationalstaaten nur gemeinsam mit den Türken erfolgreich zu führen sein wird. Möge Allah, Verzeihung Gott, Sie rechtleiten. Den Fackelträgern vom Kahlenberg wünsche ich natürlich dennoch eine gute Wanderung und gutes Wetter.

ALD
12. August 2018 18:53

Verzeihen Sie meinen etwas rustikalen Kommentar von heute Nachmittag. Mir geht das antiosmanische Gehabe der österreichischen IB-Protagonisten angesichts der Tatsache, daß die Türken in diesen Tagen an vorderster Front mit Blutzoll gegen die Vasallen der globalistischen Verbrecher kämpfen und somit auch im Interesse der europäischen Völker handeln, so langsam gehörigst auf den Senkel! Diese permanente Realitätsverweigerung von Sellner und Co. erinnert mehr an ein multikulturelles Kindergartenchaos als einen geordeneten, einheitlichen Widerstand...
Meine Kommentare zu diesem Artikel brauchen Sie natürlich nicht zu veröffentlichen, werter Herr Wessels. Wir wollen ja keine unnötige Unruhe verursachen.
Wohlan.

Durendal
12. August 2018 21:36

Werter ALD,
die Abwehr der osmanischen Expansionsbestrebungen im Südosten Europas ist deshalb ein Teil der europäischen Traditionspflege, weil dieser jahrhundertelange Kampf eine der Voraussetzungen dafür ist, dass es Europa heute noch gibt.
Gleichzeitig ist natürlich jedem gebildeten Europäer klar, dass es auch eine achtungswürdige Elemente in der osmanischen Tradition gibt. Das Millet-System ist aus pragmatischer Sicht möglicherweise ein interessanter Impuls, was die Zukunft Europas angeht, und unter den osmanisch geprägten bosnischen Muslimen gibt es nach meiner persönlichen Erfahrung durchaus Freunde des abendländischen Gedankens.
Aus christlich-europäischer Sicht betrachtet gibt es trotz allem m.E. im osmanischen Bezug das Potenzial, eine Form der kulturellen Verwirklichung des Islam zu finden, die künftig vielleicht nicht Feind sein muss, sondern Partner sein kann.
Daher meine Frage an Sie: Wie könnte so eine kulturelle Partnerschaft zwischen einem christlich-abendländischen Europa und einem osmanisch-geprägten islamischen Kulturraum praktisch aussehen?

RMH
12. August 2018 21:47

@ALD,

was ist daran antiosmanisch, wenn man sich an eine einstige Widerstandsfähigkeit Europas erinnert?

Wenn Sie einen Funken die Ideen der IB reflektieren würden, dann würden Sie erkennen, dass gerade die IB den Türken ihr Recht auf Ihre Türkei mit nicht einem Wort absprechen würde - allerdings entspricht bspw. die türkische Kurdenpolitik nicht der Linie einer ethnopluralistischen Bewegung.

Wie auch immer: Hier geht es m. M. n. um die Idee, dass der Islam und das Fremde nicht zu Europa gehören und man die Schlachten und Siege der Vergangenheit heute leichtfertig verspielt.

Und das man Erdogan nicht goutiert, dürfte auch der aktuellen Meinung vieler Rechter und Konservativen entsprechen.

Bei allem Verständnis für ein à rebours Denken, aber hier vergaloppieren Sie sich meiner Meinung nach schon etwas.

Waldgaenger aus Schwaben
13. August 2018 08:03

Die Abwehr der Zweiten Wiener Türkenbelagerung war der Erfolg einer deutsch-polnischen Koalition. Das Gedenken an die Verteidigung sollte genutzt werden, die europäische Rechte an ihre gemeinsame Vergangenheit zu erinnern.

Warum nicht, wenn die organisatorische Möglichkeiten es hergeben, an mehreren Stellen zu erinnern. In Ulm steht z.B. irgendwo eine Tafel, auf der daran erinnert wird, dass von Ulm aus 8000 Mann die Donau hinunterfuhren um Wien zu verteidigen. Soviel ich weiß, gibt es in Ulm auch eine IB-Gruppe.

In Polen gibt es sicher zahlreiche Denkmäler für Johann III. Sobieski, vielleicht auch eines das an die Schlacht am Kahlenberg erinnert. Eine zeitgleiche Veranstaltung an mehreren Orten und Ländern, wenn es 2018 nicht mehr klappt, dann 2019, wäre ein starkes Signal.

deutscheridentitaerer
13. August 2018 10:02

Werter ALD, ich lese Ihre Beiträge bekanntlich sehr gerne und finde es überhaupt sehr interessant, dass Sie unserer Sache hier im Großen und Ganzen zugeneigt sind.

Ich selbst bin keineswegs türkophob, im Gegenteil tatsächlich.

Natürlich feier ich die Siege über Osmanen trotzdem innerlich ab, auch wenn Sie Recht haben mögen, dass die Lage heute eine grundsätzlich andere ist.

Ich feier auch die Siege der Wehrmacht über die Sowjetunion ab, obwohl ich als Rechter bekanntlich Russlandfan bin.

Ich gerate auch in Wut, wenn ich über die Vertreibungen der Deutschen aus den Ostgebieten lese, ohne deshalb zu beginnen Polen und Tschechen zu hassen.

Mein Punkt ist, man kann ohne Weiteres die eigenen Triumphe feiern und der Tragödien gedenken, ohne dass dies mit irgendeiner Phobie einhergehen muss.

(Ich kann mich sogar für die Siege und die Tapferkeit bspw. der Roten Armee begeistern, aber das soll hier nicht mein Punkt sein).

Was unser Verhältnis zur Türkei angeht, so könnte das an sich sehr gut sein, ist aber durch die Existenz der türkischen Diaspora hierzulande belastet. Das muss man halt auch klar so sehen.

Sandstein
13. August 2018 10:19

Hmm also ich bekomme aus ein wenig Gram wenn ich da sehe. Fackelzug, paramilitärische Gruppendynamik. Wofür und was soll das? ist das Identität? Also meine nicht und es bietet genau den Anblick, den unsere Gegner benutzen, um vor uns zu warnen. Hab mich daher auch immer von der IB und ihrem lamba ferngehalten. Da wird mir zu vieles vermischt. Lakedaimonier, die Flügelhusaren ehren? War übrigens die beste Kavallerie, die die Welt gesehen hat. 150 Jahre ungeschlagen. Meist in dramatischer Unterzahl kämpfend. Daraus könnte man was machen. Wenn es denn wirkliche. Drum geht und nicht um einen billigen Anlass sich den türkischen Bewohnern Wiens überlegen zu fühlen. Aber lasst die Fackeln und quasireligiöse Stimmung bitte weg - egal wa jetzt genau die Motivation ist. Trefft euch unter der Sonne, polnische Jugendliche einladen, gemeinsam Speisen und reden. Dann werden 2-3 Reden zur Jugend Europas gehalten und wie wir nicht bereit sind, den Kontinent preis zu geben für irgendwelche schwachsinnigen Bevölkerungsexperimente.
Aber man muss ja natürlich ne Fackel halten. Und Boxen trainieren. Habe jetzt noch keinen aus der IB gesehen der mich damit überzeugt noch mir Respekt einflößt.
Ich will auch den Sellner gern mal sehen wie er allein durch mein Viertel läuft. Kann auch gerne nachts mit Fackel sein ;(
...ich komm dann helfen, versprochen.

Hartwig aus LG8
13. August 2018 10:51

@ ALD
Die Völker, die sich nicht scheuen, ihre Mythen zu pflegen (und seien sie tausend Jahre alt), sind meist befähigt, um Existenz und Bestand zu kämpfen (ob erfolgreich, steht dahin). Diese Befähigung sollte erlangt werden, BEVOR man sich nach Verbündeten umschaut.

@ RMH
""Und das man Erdogan nicht goutiert, dürfte auch der aktuellen Meinung vieler Rechter und Konservativen entsprechen.""
Finden Sie?? Erdogan mag ein lausiger Stratege und Taktiker sein (vielleicht auch nicht), aber seine Politik, die Türkei aus der westlichen Umarmung lösen zu wollen, kann ein Rechter sehr wohl goutieren. Das dieser Prozess nicht ohne Schmerzen abläuft, sollte klar sein; ob er erfolgreich sein wird, ist offen.

deutscheridentitaerer
13. August 2018 11:06

PS: Ich hatte ja auf den #SkyKing als Sonntagshelden gehofft ...

deutscheridentitaerer
13. August 2018 11:48

"Hmm also ich bekomme aus ein wenig Gram wenn ich da sehe. Fackelzug, paramilitärische Gruppendynamik. Wofür und was soll das? ist das Identität? Also meine nicht und es bietet genau den Anblick, den unsere Gegner benutzen, um vor uns zu warnen. Hab mich daher auch immer von der IB und ihrem lamba ferngehalten. Da wird mir zu vieles vermischt. Lakedaimonier, die Flügelhusaren ehren? War übrigens die beste Kavallerie, die die Welt gesehen hat. 150 Jahre ungeschlagen. Meist in dramatischer Unterzahl kämpfend. Daraus könnte man was machen. Wenn es denn wirkliche. Drum geht und nicht um einen billigen Anlass sich den türkischen Bewohnern Wiens überlegen zu fühlen. Aber lasst die Fackeln und quasireligiöse Stimmung bitte weg - egal wa jetzt genau die Motivation ist. Trefft euch unter der Sonne, polnische Jugendliche einladen, gemeinsam Speisen und reden. Dann werden 2-3 Reden zur Jugend Europas gehalten und wie wir nicht bereit sind, den Kontinent preis zu geben für irgendwelche schwachsinnigen Bevölkerungsexperimente.
Aber man muss ja natürlich ne Fackel halten. Und Boxen trainieren. Habe jetzt noch keinen aus der IB gesehen der mich damit überzeugt noch mir Respekt einflößt.
Ich will auch den Sellner gern mal sehen wie er allein durch mein Viertel läuft. Kann auch gerne nachts mit Fackel sein ;(
...ich komm dann helfen, versprochen."

Bitte bleiben Sie der IB weiterhin fern, Sie erkennen schon ganz richtig, dass man da nicht auf gleicher Wellenlänge ist.

Maiordomus
13. August 2018 12:25

Die Demonstration zur Befreiung Wiens erinnert mich leider ein wenig an die für mich eher peinlichen Umzüge der nordirischen Protestanten aus Anlass der Siege über die Katholiken, irgendwie suboptimal. Hingegen trete ich entschieden für die enorme Bedeutung von Lepanto, Wien usw. für den Geschichtsunterricht ein. Pater Maximilian Kolbe und die Brüder Stauffenberg sind für mich zwar Figuren der europäischen Geschichte, aber Don Juan d'Austria und Prinz Eugen sind in der Nettobedeutung nun mal noch diejenigen, welche einige der stärksten Pflöcke eingeschlagen haben. Auch Karl Martell muss man kennen, will man nicht als Geschichtsanalphabet gelten.

RMH
13. August 2018 12:41

"Erdogan mag ein lausiger Stratege und Taktiker sein (vielleicht auch nicht), aber seine Politik, die Türkei aus der westlichen Umarmung lösen zu wollen, kann ein Rechter sehr wohl goutieren."

@Hartwig aus LG8,

alleine, dass dieser Herr die hier lebenden Türken als fünfte Kolonne missbraucht, die Türken gegen Deutsche aufhetzt und sie zu einem Geburten-Jihad,vgl.

„Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, denn Ihr seid die Zukunft Europas!“

anstachelt, sind Gründe genug, ihn in keiner Weise mehr goutieren zu können - da mag er den kleinen Trump vom Bosporus spielen, wie er mag, unter den genannten Voraussetzungen gibt es dann eben keine Sympathiepunkte mehr und dies auch selbst dann nicht mehr, wenn man sich mit den USA ein kleines, klitzekleines bisschen anlegt (der Ersatzteilnachschub für seine F-16 Kampfflugzeuge ist sicherlich nicht in Gefahr).

Sandstein
13. August 2018 12:57

@dtid

Kein Problem, wäre es anders würden wir uns sicher kennen.
Du hast jetzt ungewollt das bestätigt, was ich zum Ausdruck bringen wollte. Man wird sich dennoch mal sehen und dann bin ich sehr gespannt wie du reagierst.

Ps: vllt mal reflektieren was du genau abfeierst. Ja die Wehrmacht war top organisiert, der Ausbildunggrad der Mannschaften und Offiziere hoch, die Disziplin unerschütterlich.
Das war bei der roten Armee genau das Gegenteil - und zwar alles. Hindert dich nicht das trotzdem ebenso abzufeiern. Ok ...alles klar.
Die Vertreibung (auch meiner Familie) war by the way eine direkte Folge des Vorgehens der Roten Armee. Hoffnungslos dir das jetzt weiter zu erklären. Fackel an und ab gehts...

Maiordomus
13. August 2018 13:19

@Identitärer. Wiewohl ich auch von Ihnen auch schon mal gerüffelt wurde, sehe ich die Sache mit dem Lambda usw. genau wie Sie.

Hartwig aus LG8
13. August 2018 14:18

@RMH

Um nicht ganz vom Thema abzuschweifen, nur eine kurze Erwiderung:
Ich beurteile einen Staatsmann a) nach seinen Zielen und b) den Fähigkeiten, diese Ziele zu erreichen. Erdogans offensichtliches Ziel, die Türkei weg von NATO und EU zu führen, schätze ich für das türkische Volk langfristig positiv. Wohlgemerkt: Ein türkischer Staatsmann und das türkische Volk sind Bewertungsmaßstab. Das hat nichts mit einer Freund-Feind-Bewertung zu tun.
Ganz allgemein und nicht Türkei-bezogen: Man kann auch dem Führer eines Feindes Respekt zollen, von dessen Eigenschaften man sich einiges für die eigene Führung wünschte.
(Im Übrigen sollte man sich nichts vormachen: Um die Türkei findet ein hartes geostrategisches Gezerre statt ... aber das ist ein anderes Thema.)

Regenmeister
13. August 2018 14:33

@Sandstein

Eine direkte Folge des Vorstoßens der Roten Armee war zweifellos die chaotische Flucht zu Jahresbeginn 1945. Die Vertreibung (vor und nach der Potsdamer Konferenz) war dann Sache der Polen und Tschechen, in Abstimmung mit Engländern und Amerikanern, die den Vertreiberstaaten die Vertriebenen ja abnehmen mussten. Die Russen haben sich bei den Vertreibungen der Deutschen nicht hervorgetan, im Gegenteil, im Mai 1945 schickten sie Zehntausende nach Mitteldeutschland geflüchtete Ostpreußen und Schlesier sogar zurück in ihre Heimatgebiete. Das ist leider völlig in Vergessenheit geraten. Aus Niederschlesien und Pommern gibt es zudem unzählige Zeitzeugenberichte, nach denen sich sowjetische Kommandanten angesichts einsickernder polnischer Milizen und Glücksritter schützend vor "ihre" Deutschen stellten. Für das Königsberger Gebiet, das als einziger Teil des Deutschen Reichs "unter sowjetische Verwaltung" gegeben wurde, hatten die Russen keinerlei Vertreibungspläne ausgearbeitet. Die letzten 100.000 Deutschen aus dieser Region wurden erst ab Oktober 1947 in die SBZ verbracht, nachdem die SED aus Berlin und vor Ort in Königsberg der evangelische Pfarrer Hugo Linck mit Nachdruck um die "Freigabe" der letzten Ostpreußen gebeten hatten.

KlausD.
13. August 2018 15:32

Schade, eine Woche zu früh, denn wir sind erst ab 16. September für 8 Tage in Wien, wohnen sogar ganz in der Nähe, in einem Ferienhaus in Neustift am Walde. Aber einer der ersten Wege wird uns ganz bestimmt zur Josefskirche am Kahlenberg führen.
Ganz klar, solch ein heldenhaftes geschichtliches Großereignis zur Verteidigung Wiens und des Zurückdrängens der osmanischen Eroberungsgelüste ist in den Köpfen und Herzen aller Europäer wach zu halten und regelmäßig gebührend zu gedenken!

Sandstein
13. August 2018 18:00

@ Regenmeister

Also die Frauen und Kinder meiner Familie sind jedenfalls mit Bollerwagen geflüchtet, die Männer und erwachsenen Söhne waren im Krieg. Mein Urgroßvater (Oberwehrmachtspfarrer 6. Armee, 71 Infanteriediv.) kam als einer der letzten 10tausend (waren nur 6tausend) aus Stalingrader Gefangenschaft zurück. Solange wollten die Frauen und Kinder nicht warten und sich der Milde des NKWD oder wessen auch immer aussetzen.
Nicht bei der offenen Rechnung. Ritterlichkeit weiter Teile der Wehrmacht hin oder her, die Sowjetländer haben einfach unglaublich viele Menschen verloren.
Was die Polen angeht, gab glaube bis 1956 noch Waldkämpfer gegen die russische Besatzung. Und natürlich waren viele Polen scharf auf Schlesien, Pommern und Westpreußen. Aber die Gebietsabtretungen und damit Vertreibungen sind sicher weiter oben besprochen worden, oder besser gesagt früher, als die Russen dann mit Truppen da waren.
Ist ja utopisch zu glauben, die Polen hätten den Russen irgendwas diktiert.

Spielt auch heute keine Rolle, 2+4 ist durch, die Gebiete sind verloren. Man kann sich ja aber heute dort Land kaufen, wenn man mag.

HomoFaber
13. August 2018 22:45

@ALD

Der “antitürkische Idiotenmarsch” ist einfach ein treffendes Symbol gegen die Überfremdung Europas. Nicht mehr und nicht weniger.
Anlaß dazu gibt es wohl reichlich.

Caroline Sommerfeld
14. August 2018 01:06

Letztes Jahr habe ich mir darüber ein paar Gedanken gemacht: https://sezession.de/57379/gedenken-als-aktionsform.
Im übrigen halte den Kampf gegen des Islam nicht für "türkenfeindlich", sondern für dschihadfeindlich, wenn man so will, und daher für erinnerns- und weiterführenswert, wenngleich wir als IB nur symbolisch "weiterkämpfen" können und wollen.

eike
14. August 2018 02:40

@deutscheridentitaerer

"PS: Ich hatte ja auf den #SkyKing als Sonntagshelden gehofft ..."

Da kommen Sie mir knapp zuvor. Auch ich war sicher, der "SkyKing" aus Seattle wäre dran, zumal der Kahlenberg noch eine Weile Zeit hat.
Aber mit Verspätung vielleicht am nächsten Sonntag...

Waldgaenger aus Schwaben
14. August 2018 07:36

@Majordomus
"Die Demonstration zur Befreiung Wiens erinnert mich leider ein wenig an die für mich eher peinlichen Umzüge der nordirischen Protestanten aus Anlass der Siege über die Katholiken, irgendwie suboptimal."

Wie schief dieser Vergleich der beiden Umzüge ist, brauche ich nicht zu erläutern.
Wie Sie dazu kommen, kann ich mir nur aus einem Schweizer Beißreflex erklären, gegen alles was auch nur entfernt mit dem Hause Habsburg zu tun hat,.

Und genau solche Beißreflexe muss die europäische Rechte sich abgewöhnen. Sonst wird das herrschende System diese Gegnerschaft innerhalb der europäischen Rechten ausnutzen und sie aufeinander hetzen.
Den polnischen Rechten kann man vorhalten, dass die deutsche Rechte Freundschaft mit Russland will und in Teilen die polnische Westgrenze in Frage stellt.

Den deutschen gemäßigten Rechten kann man den Antisemitimus der polnischen Rechten vorhalten und allen deutschen Rechten die scharfen anti-deutschen Töne dort.

Um dann zu schließen:
"Seht Ihr Nationalismus ist keine Lösung. Wollt Ihr zurück in die Zeit der innereuropäischen Kriege? Nur ein vereintes, weltoffenes und tolerantes Europa kann Euch davor bewahren."

Das Gedenken an die Schlacht am Kahlenberg wäre hier eine Gelegenheit für athmospärische Verbesserungen zu zwischen deutschen und polnischen Rechten sorgen.

Der hier teilweise heftig geschmähte Steve Bannon hat erkannt, dass die Zersplitterung der europäischen Rechten eine Problem für einen Politikwechsel darstellt und wird hoffentlich erfolgreich sein im Bemühen einen Beitrag zur Einigung der europäischen Rechte zu leisten.

Ergon
14. August 2018 08:07

@Regenmeister
Exemplarisch für das Verhalten der Roten Armee beim Einmarsch in Ostpreußen dürften die gut dokumentierten Vorgänge im Dorf Nemmersdorf am 20./21. Oktober sein, zumal sich selbst Verbündete irritiert zeigten. Der amerikanische Diplomat George F. Kennan etwa notierte in seinen Memoiren: "Die Katastrophe, die über dieses Gebiet mit dem Einzug der sowjetischen Truppen hereinbrach, hat in der modernen europäischen Geschichte keine Parallele. Es gab weite Landstriche, in denen, wie aus den Unterlagen ersichtlich, nach dem Durchzug der Sowjets von der einheimischen Bevölkerung kaum noch ein Mensch - Mann, Frau oder Kind - am Leben war, und es ist einfach nicht glaubhaft, dass sie allesamt in den Westen entkommen wären" und "Die Russen [...] fegten die die einheimische Bevölkerung vom Erdboden in einer Art, die seit Tagen der asiatiatische Horde kein Beispiel hat." (zit. n. Alfred des Zayas, Die Nemesis von Potsdam).

Vollkommen illusorisch ist es auch, die Verantwortung für die später erfolgte systematische Vertreibung ausschließlich den Westmächten und den mittelosteuropäischen Ländern zuzuschreiben, und zwar nicht nur, weil die "ethnische Säuberung" in erster Linie auf Betreiben der SU auf der Potsdamer Konferenz zwischen den Siegern vereinbart wurde, sondern auch, weil die beiden militärischen Hauptsieger in denen von ihnen beherrschten Teilen Europas ihnen genehme Regierungen, die nie über den Status von Vasallen hinauskamen, installierten.

Das Abgeleiten der Diskussion hin zu einem anderen Krieg ist insofern interessant, als es zeigt, wie wenig fruchtbar die Versuche sind, eine europäische Identität, als éléments pour la civilisation européenne, über den antiislamischen Affekt herzustellen, zumal die Darstellung selbst verzerrt ist. Der eigentliche Kriegsgegner des Osmanischen Reichs war das durch den 30-jährigen Krieg stark geschwächte Heilige Römische Reich deutscher Nation, der Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaiser, auch wenn die Unterstützung durch Polen-Litauen in diesem Fall wesentlich war. Der Terminus "deutsch" findet sich, typisch für die Identitären, aber an keiner Stelle.

Valjean72
14. August 2018 09:05

Zitat ALD:
"Ein antitürkischer Idiotenmarsch, dessen thematische Ausrichtung mit der heutigen Problematik der europäischen Nationen überhaupt gar nichts zu tun hat. Die Franzosen dürften konsequenterweise da wohl ohnehin nicht mitmaschieren."
---

Als sich das Heilige Römische Reich Deutscher Nation auf die bevorstehende Belagerung der Reichshauptstadt vorbereitete, nutzte Frankreich diese Situation aus, belagerte Straßburg und nahm es schließlich ein. Und Polen verfolgte durchaus zuvorderst eigene Interessen im Kampf gegen das Osmanische Reich.

Aber das ist offenbar der identitäre Ansatz, die Geschichtsschreibung der BRD, sowie jene der ehemaligen Feinde Deutschlands unkritisch (unbedarft) zu übernehmen, zu verinnerlichen: Polen und Frankreich sind daher - ohne Einschränkung - Freundstaaten und die drei vorrangigen Probleme, denen wir uns gegenübersehen sind der Islam, der Islam und nochmals der Islam (gewiss auch Feminismus, die 68er und SJW’S werden gerne genannt)

Der Politologe Yascha Mounk sprach in den Tagesthemen öffentlich von einem Experiment(!), welches durchgeführt werde, um monoethnische und monokulturelle Staaten in multiethnische und multikulturelle umzuwandeln.

Ein Experiment passiert allerdings nicht einfach, man lässt es bewusst (absichtlich) und i.d.R. planmäßig geschehen. Wer führt also dieses Experiment durch und zu welchem Zweck?

Frieda Helbig
14. August 2018 10:37

@Sandstein:

Widerspruch. Es spielt sehr wohl noch eine Rolle. Die ostdeutschen Gebiete sind Teil unserer nationalen Identität. Dieses Erbe sollte bewahrt bleiben und das Unrecht nicht vergessen werden.

Sandstein
14. August 2018 12:46

Zunächst @ Ergon

Sie dürften Recht haben mit der Feststellung, dass diese Versuche der Ausbildung einer europäischen Identität (per Kahlenberg-Gedenken) so nicht zu Ergebnissen führen, die zufriedenstellen.

@ Frieda Helbig

Ich vergesse nicht. Nur fragen Sie doch mal junge Leute meiner Generation, was sie von Schlesien oder Pommern halten. Mit Glück treffen Sie dann auf wen, der gern mal Leberwurst isst. Es ist einfach so verdammt traurig. Ostgebiete und Vertreibung werden kaum thematisiert, wenn dann als gerechte Bestrafung für ein Tätervolk. Kein Wunder, dass sich die Jugend abwendet. Und zuviele Alte sprechen nicht darüber, bin froh, dass es in meiner Familie Stammbaum und Memoiren gibt. Aber auch nicht jeder meiner Cousins und Cousinen interessiert sich dafür. Kann man nicht erzwingen.

Mit mir waren 2005 genau 8 weitere Deutsche im polnischen Auslandsjahr. Ich vermute mal im gleichen Zeitraum waren jeweils 8000 in den USA, Kanada und Frankreich. Neuseeland ist auch ein richtiger Renner.
Bei aller Kritik meinerseits am Auftreten der IB usw., bin ich froh dass es noch Mitstreiter gibt. Aber wie sagte E. Jünger: es hat keinen Zweck in Gesellschaft um dieses Land zu kämpfen. Man muss alleine Breschen schlagen und hoffen, dass irgendwo ein anderer am gleichen Werk ist. (Ist jetzt frei zitiert Korrektur gern wer’s zur Hand hat)

So schaut’s aus!

deutscheridentitaerer
14. August 2018 17:06

Diese Kommentarspalte lässt mich wieder mal verzweifeln; ich habe zum wiederholten Male den Eindruck, dass hier Probleme herbeigeschrieben werden, die in der Realität keine Rolle spielen.

Frankreich hat Straßburg eingenommen? Ist das ihr Ernst? Daran sollen wir uns aufhängen? Keine Ahnung, zu solchen Aussagen fällt mir nichts mehr ein.

Wir stehen unmittelbar vor dem Ende West- und Mitteleuropas, und einige machen Straßburg zum Thema. Absurd.

Das Gleiche gilt im Grunde für den zweiten Weltkrieg. Es ist unbestritten, dass die Rote Armee in Ostpreußen grausamst gewütet hat. Man kann nun sicherlich differenzieren, dass das v.a. asiatische Truppenteile gewesen wären usw. und während das historisch bedeutsam sein mag ist es heute politisch völlig egal.

Ich hege keinen Hass gegen einen Polen, Russen oder Franzosen, so sehr mir die Schilderungen der Vertriebenen auch zu Herzen gehen.

Ich will da aus Pietätsgründen auch nicht näher darauf eingehen, kann mir aber nicht den Hinweis unterdrücken, dass das Reich den Krieg begonnen hat und die Misshandlung des polnischen und russischen Volkes selbst unter in der deutschfreundlichsten Variante erheblich war.

Dann zu angeblich nicht "herstellbaren" europäischen Identität der europäischen Rechten, das ist einfach falsch, bereits die alte, nazistische Rechte war stark europäisch orientiert, heute gilt das erst Recht.

Es ist auch völlig wurscht, wie sich das historisch wirklich zugetragen hat. Es geht einfach darum, wirksame Bezugspunkte zu finden, und da ist der Kahlenberg nun mal geeignet, völlig egal, was die Franzosen da ausgenutzt haben.

Was das Ganze mit einer Übernahme feindlicher Geschichtschreibung zu tun hat ist mir schleierhaft.

Unser einziges Problem ist die Überfremdung bzw. die dahinter stehenden psychologischen Ursachen. Diese Lage teilen wir jedenfalls mit unseren westlichen Nachbarn. Wie kann man angesichts dieser existentiellen Bedrohung auf irgendwelchen auf vergangenem Unrecht herumreiten? Wir sind, nolens volens, eine Notgemeinschaft und haben entsprechend zu handeln. Dass es so zu einer Versöhnung statt dem Fortführen schwachsinniger Erbfeindschaften kommt ist einer der wenigen positiven Nebeneffekte unserer Lage.

HomoFaber
14. August 2018 17:09

@Valjean72

Zusätzlich zu der hinlänglich bekannten, dokumentierten und auch in diesem Forum bereits ausführlich diskutierten Identität der Experimentatoren bzw. Organisationen (inkl. EU und UN) und deren Motivationen, ist es wohl so, daß diese Leute, zumindest teilweise, schlicht und einfach verrückt sind. Man sollte den politischen Gegner ja nicht diskreditierend pathologisieren, aber er sagt es ja selbst. Wobei hier anscheinend noch zwischen Verrücktheit und Wahnsinn unterschieden wird:

https://articles.latimes.com/2004/oct/04/opinion/oe-ehrenfeld4

Sascha Mounk halte ich einfach für einen kleinen, neunmalklugen Wichtigtuer mit einem Identitätsproblem, das er versucht irgendwie selbst zu therapieren (ähnlich wie Augstein, bei dem aber der Wichtigtuer entscheidender ist). Allerdings ist das natürlich nur mein ganz subjektiver persönlicher Eindruck.

heinrichbrueck
14. August 2018 21:07

Seit wann ist George Soros bekannt? Den gab es auch schon vorher. Dabei ist Soros so eine Art Sekretärin, gemessen an Wichtigkeit und Reichtum. Seine Stiftungen und sein Kampf werden ihn überleben. Seit wann läuft der antiweiße Kampf? Diese Leute sind nicht verrückt, sie sind hochintelligent. Sie denken auch nicht in demokratischen Zeiträumen, sie denken in Jahrtausenden.
Wer heutzutage geboren wird, mit drei in den Kindergarten kommt, danach eingeschult wird, kennt es nicht anders. Die Geschichte wird zurechtgelogen, damit sie glaubhaft angenommen werden kann, und die Menschen wollen ohnehin meistens ihre Ruhe. Unsere Vorfahren, die sich noch als Schicksalsgemeinschaft sahen, hätten keine Grenzen aufgemacht und die Welt eingeladen.
Es geht nicht nur um politische Gegner, sondern auch um Feinde der Vernichtung. Die Zielrichtung, in der Realität sichtbar, gibt das System vor. Deshalb müssen Gegner auch nicht vernichtet werden, Feinde schon.

Sandstein
14. August 2018 21:27

@dtid

Guter Text und vieles ist richtig. Der Kritikpunkt „Straßburg“war ja aber ein ganz anderer: Kahlenberg und die Türkenkriege taugen aus gleich mehreren Gründen nicht als Vorlage für unsere heutigen Konflikte. Wir haben es a nicht mit einem offenen Krieg zu tun, noch mit einem klar definierten Gegner a la osmanisches Reich. Und b sind unsere Feinde nicht hier lebende Türken oder Kroaten, Italiener oder Balkanbewohner, sondern es ist unsere Elite, es sind unsere Mitbürger (ich hasse den Begriff „Bürger“) die das zulassen oder aktiv befeuern. Das sind völlig andere Vorraussetzungen und genau deshalb sind Fackelmärsche in Erinnerung an die Schlacht vor Wien so gefährlich. Sie suggerieren dass die hier bei uns lebenden Ausländer oder Migranten gleichzusetzen seien mit Janitscharen oder feindlichen Truppen. Genau daraus dreht man uns dann den Strick seitens UNSERER deutschen Mitmenschen.
Dabei kenne ich genug Türken die Ehrfurcht vor Deutschland erfüllt, die sogar teilweise AfD gewählt haben.
Das kann man jetzt beurteilen wie man möchte, klar sind das Einzelfälle. Unsere durch und durch korrupte Politiker Kaste mit teils urdeutschen Stammbäumen ist kein Einzelfall. Das Problem sind eben nicht 3,4 oder 10 Millionen Migranten, sondern eine deutsche Oberschicht, die die eigenen Leute verrät.

Genau hier versagt die Analyse der IB meiner Meinung nach. Mit allem anderen geb ich dir recht, mich juckt Straßburg auch nicht.

Stefanie
14. August 2018 21:27

@ deutscheridentitärer

Sie sprechen mir aus dem Herzen mit dem, was Sie zu den Tempi pasati sagen: wenn man es wirklich ernst meint mit dem Aus-der-Vergangenheit-lernen, wäre jetzt die Gelegenheit das Kriegsbeil begraben zu lassen und sich auf europäische Solidarität zu berufen, wo sie wirklich Not tut.

Noch ein kleiner Schwank am Rande: in meiner Jugend, in einem anderen Land, vor ca. 30 Jahren, pflegte man den Brauch, am Vorabend des Maitages ein Höhenfeuer anzuzünden und vorher, vom Maibaum aus, gemeinsam zum großen Holzstoß zu ziehen. Die kleinen Kinder trugen Lampions, die großen Fackeln - ohne dass mir eine besondere Pogromstimmung aufgefallen wäre (die herrschte an den Tagen vorher, als die Jugend versuchte den Holzhaufen vom Nachbardorf anzustecken). Heutzutage ist dieser Brauch eher stationär gestaltet und man geht einzeln hin, ggf. Kommt man sogar mit dem Auto. Die Fackeln und Lampions sind auch auf dem Heimweg nützlich, denn das Feuer findet meist auf offen Feld statt, wo die Straßenbeleuchtung nicht immer hinreicht. Vor der Ära der Sommerzeit wurde es wahrscheinlich auch schon auf dem Hinweg dunkel und man hatte praktischerweise auch gleich Feuer zur Hand, damit es losgehen konnte. Diese Anekdote, wie gesagt am Rande, weil für einige, die besser erzogen sind, als ich, "Fackelzug" ein Synonym für "Autobahn" zu sein scheint.

Waldgaenger aus Schwaben
15. August 2018 07:31

@sandstein
Der Umzug, Fackelmarsch soll ja auch nicht als gegen die Türken gerichtet verstanden werden, sondern als Erinnerung an die Wehrhaftigkeit der Vorfahren.
Schliesst man sich Ihrer Argumentation an, kann man historische Bezüge nur noch sehr selektiv zur Pflege der eigenen Identität herstellen, weil die Geschichte nun mal auch die Geschichte von gewonnenen und verlorenen Schlachten ist.
Die IB kann sich natürlich darauf beschränken, Lieder und Texte aus vegangenen Tagen vorzutragen. Aber auch da müsste man wohl vorsichtig sein.

Uhland ginge gar nicht:

https://www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/mw1_ge/kap_4/illustr/t4_1_2.html

Der wackere Schwabe

Als Kaiser Rotbart lobesam
zum heil'gen Land gezogen kam,
da mußt er mit dem frommen Heer
durch ein Gebirge wüst und leer.
Daselbst erhub sich große Not,
viel Steine gab's und wenig Brot,
und mancher deutsche Reitersmann
hat dort den Trunk sich abgetan;
den Pferden war's so schwer im Magen,
fast mußte der Reiter die Mähre tragen.

Nun war ein Herr aus Schwabenland,
von hohem Wuchs und starker Hand,
des Rößlein war so krank und schwach,
er zog es nur am Zaume nach;
er hätt' es nimmer aufgegeben,
und kostet's ihn das eigne Leben.
So blieb er bald ein gutes Stück
hinter dem Heereszug zurück;
da sprengten plötzlich in die Quer
fünfzig türkische Ritter daher.

Die huben an auf ihn zu schießen,
nach ihm zu werfen mit den Spießen.
Der wackre Schwabe forcht sich nit,
ging seines Weges Schritt vor Schritt,
ließ sich den Schild mit Pfeilen spicken
und tät nur spöttisch um sich blicken,
bis einer, dem die Zeit zu lang,
auf ihn den krummen Säbel schwang.

Da wallt dem Deutschen auch sein Blut,
er trifft des Türken Pferd so gut,
er haut ihm ab mit einem Streich
die beiden Vorderfüß' zugleich.
Als er das Tier zu Fall gebracht,
da faßt er erst sein Schwert mit Macht,
er schwingt es auf des Reiters Kopf,
haut durch bis auf den Sattelknopf,
haut auch den Sattel noch zu Stücken
und tief noch in des Pferdes Rücken;
zur Rechten sieht man wie zur Linken,
einen halben Türken heruntersinken.

Da packt die andern kalter Graus;
sie fliehen in alle Welt hinaus,
und jedem ist's, als würd' ihm mitten
durch Kopf und Leib hindurchgeschnitten.
Drauf kam des Wegs 'ne Christenschar,
die auch zurückgeblieben war;
die sahen nun mit gutem Bedacht,
was Arbeit unser Held gemacht.

Von denen hat's der Kaiser vernommen.
Der ließ den Schwaben vor sich kommen;
er sprach: »Sag an, mein Ritter wert!
Wer hat dich solche Streich' gelehrt?«
Der Held bedacht sich nicht zu lang:
»Die Streiche sind bei uns im Schwang;
sie sind bekannt im ganzen Reiche,
man nennt sie halt nur Schwabenstreiche.

HomoFaber
15. August 2018 07:49

@heinrichbrueck

„Diese Leute sind nicht verrückt, sie sind hochintelligent.“

Wie erwähnt, wurde das Thema ja bereits verschiedentlich kontrovers diskutiert. Verrückt und hochintelligent zu sein wiederspricht sich jedenfalls nicht. Das geht auch ganz gut zusammen.

Sandstein
15. August 2018 09:39

@ Waldgänger

..mir gehts nicht um Gesang und Gedichte, das von Ihnen zitierte kenne ich übrigens. Nur eine Variante um die Herkunft des Begriffes „Schwabenstreiche“ oder das rum-suebisieren zu erklären übrigens.

Ich will es anders erklären: einerseits sagt die IB sinngemäß: wir haben keine Zeit, lässt uns alle Kräfte Europas zusammenraffen, alte Erbfeindschaften vergessen, innereuropäisches klein-klein hinter uns lassen, anders ist der derzeitigen Entwicklung nicht beizukommen. Haken dran. Der Widerspruch tut sich jetzt auf: in Auftreten, Erscheinung und Methodik kommt dann aber genau das durch, was verhindert, dass man alle Kräfte zusammenrafft. Warum Fahnen und martialische Symbole. Warum das Lamda. Warum Fackelmarsch, warum gescheitelte Haare. Warum Videos mit Sommerlagern, wo in Reihe und Glied Boxen trainiert wird.
Es sind Stereotype die man ganz gewollt und bewusst bedient. Und dann wird man eben ruck zuck in die Pfanne gehauen.

Wer marschieren will kann zur Armee, von denen die ich kenne war aber ein ganz magerer Prozentsatz bei der Bundeswehr.

Es passt vorne und hinten nicht. Und sorry ich hab Gardemaß und auch einen blonden Scheitel. Ich rasier ganz bewusst aber nicht auf 3 Millimeter an den Seiten. Ich trage ganz bewusst keine New Balance Schuhe und ich trage ganz bewusst eben nicht bestimmte Polo Shirts. Das mag jetzt lächerlich klingen für den ein oder anderen, aber wer auf sowas nicht achtet, hat’s ungleich schwerer mit Positionen wie ethno-pluralismus durchzukommen.

Muss jeder für sich entscheiden, was er rüberbringen möchte.

Zur Wehrhaftigkeit gibt es eine Vorlage, die nie genutzt wird. Das ist die Varusschlacht. Stämme, die sich gegen ein Imperium zur Wehr gesetzt haben. Die nicht bereit waren, Freiheit und Recht für die Segnungen eines Imperiums (Thermen, Glas, Gold, Reichtum, aber eben auch Steuern)aufgeben wollten. Die ihre Kultur der Freiheit und Selbstbestimmung nicht eintauschen wollten gegen eine römische Zivilisation.

Wir tauschen seit 1945 sukzessive unsere Kultur ein gegen etwas was man amerikanische Zivilisation nennt. Aus Abstammung wird Einbürgerung, aus Brauchtum wird Business. Imperium americanum als Lektüre an dieser Stelle ausdrücklich empfohlen.

Naja wie auch immer. So sehe ich es eben, muss ja auch keiner teilen die Ansicht.
Nur bin ich mir sicher, dass, wenn wir so weitermachen Barbarossa noch eine ganze Weile wird schlafen müssen.

Utz
15. August 2018 10:56

@ Sandstein
Sie schreiben:
>> Und b sind unsere Feinde nicht hier lebende Türken oder Kroaten, Italiener oder Balkanbewohner, sondern es ist unsere Elite, es sind unsere Mitbürger (ich hasse den Begriff „Bürger“) die das zulassen oder aktiv befeuern. Das sind völlig andere Vorraussetzungen und genau deshalb sind Fackelmärsche in Erinnerung an die Schlacht vor Wien so gefährlich. Sie suggerieren dass die hier bei uns lebenden Ausländer oder Migranten gleichzusetzen seien mit Janitscharen oder feindlichen Truppen. Genau daraus dreht man uns dann den Strick seitens UNSERER deutschen Mitmenschen.<<

Wir können nicht gegen unser "Elite" auf die Straße gehen. An wen adressiert man dann einen Protest? Andererseits ist man doch schon der Hypermoral unserer Gegner aufgesessen, wenn man sagt: die Migranten sind keine Feinde, jedenfalls keine feindlichen Truppen. Damit postuliert man schon, daß man sie nicht betrüben darf, sie können ja nichts dafür, und sie sind doch auch Menschen. Wie kann da dann noch eine Remigration funktionieren? Die wären ja traurig, wenn man sie auffordern würde unser Land zu verlassen. Muß es nicht umgekehrt sein, daß man sozusagen namentlich die benennt, die hier Deutsche geworden sind, weil sie sich assimiliert haben, und diese dann ausnimmt in der Forderung sich deutlich abzugrenzen.

Frieda Helbig
15. August 2018 11:40

@Sandstein:

Danke für Ihre erklärenden Worte.

Es liegt aber auch weiterhin an uns selbst Erinnerungen wach zu halten und Unrecht beim Namen zu nennen, selbst wenn wir damit nur Wenige erreichen.

deutscheridentitaerer
15. August 2018 13:34

@Sandstein

Form- und Stildiskussionen lassen sich erfahrungsgemäß endlos führen.

So wie ich es sehe, wird es der Jugend verweigert, ihr Bedürfnis nach Disziplin, Gefolgsam und Einordnung zu befriedigen.

Das gilt schon seit längerem auch für die Bundeswehr, die diesbezüglich manch einen enttäuscht hat.

Dieses Bedürfnis der Jugend nach, zusammengefasst gesagt, Identität zu stillen, ist nicht eigentliches Ziel unserer Bewegung, sondern auch ein mächtiger Hebel zur Mobilisierung.

Dazu gehört eben eine gewisse szenische Mode, ein nach außen etwas uniformes Auftreten und sichtbare Geschlossenheit. Das sind alles schöne und erhebende Dinge, ohne die eben keine politische Bewegung auskommt.

Dass Sie es anscheinend so empfinden, dass man in der IB zwangsläufig zu einem Klischee von Seitenscheitel und NewBalanceschuhen wird, irritiert mich etwas. Vielleicht liegt darin tatsächlich ein Fehler in der Außendarstellung.

Es besteht diesbezüglich natürlich keine Verpflichtung zu irgendwas, auch nicht informeller Art.

Ich kann Ihre Vorbehalte ehrlich gesagt gar nicht nachvollziehen, habe aber gelegentlich schon ähnliches gehört.

In diesem Sinne ist es vielleicht gar nicht schlecht, da so ein geeigneter Aktivistentyp angezogen wird (was Sie nicht abwerten soll, Aktivistentypen sind oft defizitär in anderen Angelenheiten).

Ich muss allerdings zugeben, dass das alles über weite Strecken Theorie geblieben ist, in Deutschland ist uns ein echter Durchbruch, wie er wohl an sich angesichts des Sinnhungers der deutschen Jugend möglich sein müsste, bisher nicht gelungen.

hagustaldaz
15. August 2018 14:06

@ Sandstein

Was ist eigentlich Ihr Problem? Haben Sie einmal eine Demonstration der IB gesehen und den Eindruck gehabt, daß da alle gleich aussehen? Erst haben Sie etwas gegen Scheitel, dann tragen Sie plötzlich selbst einen, aber einen akzeptablen, weil die Haare länger als drei Millimeter sind! Ist das der neue Faschismus-Index? Und welche T-Shirts sind denn noch hinnehmbar, um bei denen nicht unangenehm aufzufallen, die einen schon wegen der Inhalte, die man vertritt, ohnehin mit dem Arsch nicht anschauen? Was ist falsch an einem dringend nötigen Training zur SelbstVERTEIDIGUNG? Was haben Sie gegen ein Lambda (so schreibt man das übrigens), das auf Schilden, also DEFENSIVwaffen, abgebildet war? Gemeinschaftsbildung braucht Symbole und Rituale, auch wenn Sie und ein gewisser Hausmeier das nicht wahrhaben wollen.

Was haben Sie, verglichen mit Sellner, auf die Beine gestellt? Es bleibt Ihnen unbenommen, mit Linken bei einer Tasse Kamillentee zu diskutieren, aber ob das viel bringt, ist zweifelhaft, ganz abgesehen davon, daß auch Sellner immer wieder sehr freundlich zum Dialog einlädt.

Warum die Varus-Schlacht kaum genannt wird, müßte Ihnen doch klar sein. Sie selbst haben darauf hingewiesen, daß die IB innereuropäische Konflikte überwunden sehen will. Darum bezieht man sich logischerweise auf Verteidigungskriege gegen nicht-europäische Invasoren, z. B. antike Perser, Mauren, Osmanen. Man kann mit diesen Gegnern durchaus respektvoll umgehen, schauen Sie sich die Geschichte von El Cid an, man kann Sie viel höher achten als den Ephialtes in den eigenen Reihen, aber Gegner bleiben sie erst einmal schon.

Als historischer Bezug wird von der IB übrigens meines Wissens auch Alexander der Große nicht genannt, denn seine Aktivitäten gingen über die Verteidigung weit hinaus.

Utz
15. August 2018 14:33

Nachtrag:

Wer keinen Feind sehen kann, kann nicht kämpfen. Und wer glaubt, daß wir den Kampf vermeiden können, der hat schon verloren.

Also, ein eindeutiges Ja zur Erinnerung an den Kahlenberg.

Wenn ich zeichnen könnte, würde ich unsere Situation in einer Karikatur verdeutlichen:
Es stehen sich zwei Menschengruppen gegenüber: links junge Männer, Araber, Afrikaner, bewaffnet mit Messern, etc., grimmige Gesichter; rechts eine etwas kleinere Gruppe, weiße überwiegend ältere Menschen, viele Frauen, mit Gesundheitslatschen, mit freundlichen Gesichtern, „bewaffnet“ mit Teddybären. Über beiden Gruppen Sprechblasen. Links: „auf in den Kampf!“, „ wir holen uns ihre Frauen“, „die sind schwach, wir werden gewinnen“, „das sind alles Ungläubige“, „sie verdienen zu sterben“, „Allahu akbar“. Rechts: „das sind Menschen wie wir“, „wir müssen lernen sie zu verstehen“, „wir müssen ihre Traumatisierung heilen“, „sie meinen das nicht so“, „man muß ihnen Zeit geben, sich an uns zu gewöhnen“, „sie sind Geschenke und wir dürfen ihre wunderbare Kultur kennenlernen“.

Stefanie
15. August 2018 16:24

@Sandstein

"Ich will es anders erklären: einerseits sagt die IB sinngemäß: wir haben keine Zeit, lässt uns alle Kräfte Europas zusammenraffen, alte Erbfeindschaften vergessen, innereuropäisches klein-klein hinter uns lassen, anders ist der derzeitigen Entwicklung nicht beizukommen. Haken dran. Der Widerspruch tut sich jetzt auf: in Auftreten, Erscheinung und Methodik kommt dann aber genau das durch, was verhindert, dass man alle Kräfte zusammenrafft. Warum Fahnen und martialische Symbole. Warum das Lamda. Warum Fackelmarsch, warum gescheitelte Haare. Warum Videos mit Sommerlagern, wo in Reihe und Glied Boxen trainiert wird.
Es sind Stereotype die man ganz gewollt und bewusst bedient. Und dann wird man eben ruck zuck in die Pfanne gehauen. "

Ihre Beispiele laufen im Prinzip auf ein "Was-sollen-denn-dieLeute-sagen.." hinaus.
Nehmen wir nochmal das Beispiel Fackelmarsch: Auf wen wollen Sie da Rücksicht nehmen? Sitzen irgendwo in Wien Leute hinter den Gardinen und befürchten, wenn sie junge Männer mit Fackeln vorbeiziehen sehen, daß man sie (wieder bzw. wie ihre Vorfahren) mitsamt ihrer Zahnbürste auf den Opernplatz treibt. - Oder fühlen sich Leute getriggert, die irgendwann einmal von so einem Fackelmarsch gehört ( und dabei wohlig geschauert) haben? Wo wollen Sie da die Grenze ziehen, bei der Rücksichtnahme auf Befindlichkeiten? -Beim Negerkönig? - Bei Uhlands Gedicht? - Bei der Erwähnung der Knabenlese?
Mittlerweile gelten sogar die Deutschlandfahne und die Parole "Wir-sind - das Volk" in bestimmten Kreisen als "verbrannt". Egal welches Symbol oder welchen Anlass Sie nehmen um Gleichgesinnte zu versammeln , man wird alles daran setzen es irgendwie in den Ruch des "Nazihaften" zu bringen. Ein paar Berichte mit Springerstiefeln und stiernackigen Glatzköpfen bebildern und noch der dümmste Tagesschauzuschauer kapiert, daß hier ein "wehret den Anfängen fällig " wird. Ohne gemeinsame Identifikationspunkt können Sie bei keiner Gruppe ein dauerhaftes Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen. WIr arbeiten hier ja praktisch schon auf den kleinsten gemeinsamen Nennern: gemeinsame Sprache, Zugehörigkeit zum europäischen Kulturkreis, euripide Abstammung, "Intellegenzchauvinismus" (der auch Asiaten, Juden und die meist klügere, säkulare Elite in Drittweltsstaaten einschließt) - und selbst diese Abgrenzungspunkte sind weitgehend gesellschaftlich inakzeptabel.
Vergleichen Sie im Gegenzug mit welchen Verve man auf der Gegenseite für das Kopftuch als positives Identifikationssymbol ficht: es soll ein Zeichen für starke Frauen mit ausgeprägter kultureller Identität und Traditionsbewußtsein sein - ja gar für den Feminismus im Islam (denn mit Kopftuch ist man ja geschützt und darf ohne Aufpasser raus....). Und gerne läßt man ihnen ja diese Eigenheit - wer will schon anderen vorschreiben, was sie anziehen sollen. Es liegt wahrscheinlich auch daran, daß es Frauen sind. Würden auf einmal gehäuft Männer in schwarzen, braunen oder blauen Hemden in den Innenstädten auftauchen, würde sich wohl so mancher "getriggert" fühlen. Diese Bekleidungsstücke erfüllen den Zweck eines Feldzeichens, einer Uniform, die den Trägern, wenn sie sich begegnen signalisieren: "Wir sind nicht allein. Wir haben ein gemeinsames Ziel. Ich kann meine Mitstreiter jederzeit erkennen." Daß es im Fall des Kopftuchs Frauen tragen, ist nur logisch: sie leisten ja auch die Hauptarbeit bei der Eroberung durch Verdrängung, die wir gerade erleben. Wir können von Glück sagen, daß die Männerhorden in den Innenstädten eben kein so greifbares Identifikationsmerkmal mitbringen und sich untereinander ebenfalls nicht grün sind, sonst sähe es bei Einwandererzahlen, die ein vielfaches der deutschen Truppenstärke bilden, schon ganz anders aus.

Weltversteher
15. August 2018 17:07

Ich möchte nur kurz mitteilen, daß es, mit mir, vermutlich noch weitere Leser gibt, die Sandsteins zunehmend ausgeführte Ansichten teilen und das identitäre Gebaren ähnlich wahrnehmen.

Meinem Eindruck nach ist eben der Wunsch nach einer (sichtbaren) Identität für Identitäre ein spezieller Antrieb, der indes keineswegs so allgemein die Menschen umtreiben muß, wie jene wohl meinen. Ein Teilaspekt des Daseins, der für sie übergroße Wichtigkeit hat.
Damit grenzen sie sich zwangsläufig ab - das ist wohl erforderlich für solche Identitätsbildung - und werden so Partei, Abspaltung, wo sie doch einigen zu wollen glauben(?).
Sie verkennen, daß das Neue und tatsächlich Selbstbewußte, das wir brauchen, aus verschiedenen Gründen ganz anders formatiert wäre.
Je mehr ich diesem Phänomen nachsinne - ein wenig wie eine Selbsthilfegruppe...

Man verstehe diese vielleicht wenig huldigenden Worte bitte nicht als Schmähung.

Sandstein
15. August 2018 17:36

@Utz

..wir können sie nur da treffen wo es empfindlich weh tut, das ist beim Geld. Für mich gibts da nur den Generalstreik. Geht bei gez los und hört bei der Mehrwertsteuererhöhung auf, die ohne Umwege nach Brüssel geht. 36 Milliarden fehlen wohl für deutsche Schulen. Fehlen! Wir alle wissen dass das eine Lüge ist. Sie fehlen nicht, man will sie nur nicht für uns ausgeben. Wir zahlen eben brav weiter. Mit die hässlichste Seite an uns Deutschen. Selbstkritisch: auch ich zahle noch brav, bei der gez gehe ich aber momentan ein gewisses Risiko ein. Mal schauen was passiert...

@ Frieda Helbig

Richtig. Tue ich auch. Nur macht man sich als 1990 geborener nicht besonders beliebt, langsam fehlen die Zuhörer xD

Danke für die Diskussion, Grüße an alle.

Sandstein
15. August 2018 21:05

Gut jetzt gab es noch ein paar Einwürfe, möchte versuchen darauf einzugehen.

Ja, es kann sein, dass auch ich mich in gewissen Sachen reguliere. Ich habe nicht ohne Grund auf das Auftreten etc. verwiesen. Für mich Fakt: wir haben noch 10-15 Jahre dann ist der drop hier im Land gelutscht. Es gibt aber, eben im bürgerlichen Lager mittlerweile eine gefühlte Mehrheit, die sagt, so geht es nicht weiter. Nur ist eben das bürgerliche Lager einer Erziehung und Ideologisierung unterworfen, die es ihm schlichtweg nicht erlauben, etwas zu wählen, dass oben ausgeführte stereotype bedient.
Klar kann man Fackelumzüge starten, nur werden solche Paraden keine politische Mehrheit zu Stande bringen, hoffe da herrscht hier Konsens.

Das geht nur über Berlin und die Anzugträger, und damit muss man sich in bestimmten Verhaltensweisen anpassen.

Ich arbeite übrigens bei einer bestimmten Partei in Berlin, und versuche jeden Tag das beste aus dem zu machen, was wir an Mitteln haben. Jede Rede in Erfurt oder Magdeburg wirft uns zurück, und es bleibt wiegesagt keine Zeit.

Ja Sellner hat viel bewegt, aber eben im vorpolitischen Bereich. Und der juckt in Berlin niemanden.

Am Ende muss jeder selber entscheiden, was er bereit ist zu tun oder zu unterlassen. Nur will ich mir in 10 Jahren nicht vorwerfen lassen, eine noch bestehende Chance nicht genutzt zu haben, weil man sich auf bestimmte, von uns nicht veränderbare Bedingungen, nicht einlassen konnte.

Gruß

Ps: ich weiß was ein Schild ist, und ich kenne auch die Geschichte Spartas. Die waren sicher nicht lange Zeit Hegemon, weil sie sich nur verteidigt haben. Danke für die lambda Korrektur, viel mehr ziehe ich nicht aus ihrem Text. Tut mir leid. Und ich lehne mich mit meinem Engagement weit aus dem Fenster, und reagiere giftig bei ihren Vorwürfen. Weite Teile meiner Familie meiden mich, den AfD-Typen. Lasse mir ungern Kamillentee Diskussionen vorwerfen. Nicht bei den Opfern die ich bringe. Danke für ein Minimum an Respekt!

hagustaldaz
15. August 2018 21:07

Kleine Korrektur zu meinem Text von 14.06 Uhr.

Es muß natürlich heißen: "... man kann sie (nämlich die Gegner) viel höher achten ..."

Bitte um Entschuldigung.

Waldgaenger aus Schwaben
15. August 2018 21:12

@sandstein

In der IT ist es einfach. Die Regeln für eine Kommunikation nennt man Protokoll. Kommt beim Empfänger etwas anderes an, als der Sender senden will, ist entweder das Protokoll bei Sender oder beim Empfänger falsch implementiert oder der Kanal ist gestört.

Am Kanal kann es nicht liegen. Am Empfänger können wir nichts ändern.
Was können wir als Sender tun?
Zum Beispiel türkische Verbände einladen mit zu feiern? So wie die Deutschen inzwischen auch zu Gedenkfeiern zum D-Day oder zum Ende des WKI eingeladen werden?

"Gedenken wir gemeinsam der Opfer des osmanischen Größenwahns. Der GottSeiDank 1683 vor Wien gestoppt wurde. "
Das käme sicher gut an.

deutscheridentitaerer
15. August 2018 21:19

@Weltversteher

Ihre Empfindungen seien Ihnen unbenommen - vor einiger Zeit hatte hier bspw. Wawerka Kritik an dem Auftreten der IB auf der Frankfurter Buchmesse geäußert, die ich nicht ansatzweise nachvollziehen konnte. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei Wawerka um ein äußerst wertvolles Mitglied unseres Lagers, gerade weil er ein besonnen und differenzierten Gegenpol zur verbreiteten Haudraufmentalität bildet.

So wie Herr Wawerka stelle ich mir auch Sie und Sandstein vor, also nehmen Sie das Gesagt bitte nicht als Angriff. Es ist nur so, dass Ihnen mMn gewissermaßen der Instinkt für das Vulgäre, das auf die Massen wirkt, fehlt.

@Sandstein

Ihre Ausführungen zum Generalstreik bestätigen mich in meinem gerade geschilderten EIndruck.

Das ist strategisch doch völlig mangelhaft. Genauso gut kann ich sagen, warum groß streiken, morgen gehen wir alle auf die Straße, packen uns einen Knüppel und treiben Merkel und Co. aus dem Land.

Nur, wenn wir dann zu zehnt dastehen, wird das ein kurzer Spaß.

Ein Generalstreik oder wie auch immer gearteter letzter Stoß kann höchstens das anvisierte Ziel sein, dass den metapolitischen Sieg in einen realpolitischen ummünzt.

Die entscheidende und unlösbar scheinende Frage ist doch, wie wir das Volk dahingehend agitieren können, dass sie sich einem entsprechendem Aufruf massenhaft anschließen würden.

Weltversteher
15. August 2018 21:29

wie er wohl an sich angesichts des Sinnhungers der deutschen Jugend möglich sein müsste,

Deutscheridentitärer,
daß Sie einen weit verbreiteten Sinnhunger sehen, hört sich ebenso gut wie, in vieler Ohren, unerwartet an. Vielleicht auch, weil man sich heute mit dem Sinn oft schwer tut?
Man denke doch mal für sich, was "Sinn" ist. Sollte die Jugend wirklich einen Sinn darin finden, in Formationen zu agieren?
Das glaubt vielleicht vor allem, wer selbst dazu eine Affinität hat. Sicherlich läßt man sich als junger Mensch eine Zeit lang dafür begeistern. Mir scheint das aber eher eine Sache, die sehr früh in der Entwicklung liegt und bald von differenzierterem verdrängt wird bzw. werden sollte (daß man nicht irgendwo stehen bleibt, wie es immer öfter vorkommt).

Ich glaube, das Suchen gerade der Jüngeren richtet sich nach Wahrheit und Angemessenheit (liegt schon näher am "Sinn"?). Gleichzeitig wird ihnen von allen Seiten mit voller Pulle vorgedröhnt, dies sei ebenso vergeblich wie läßlich. Das zerreibt viele.
Dazu tragen Reaktionäre und Identitäre ebenfalls mit bei, weil sie nicht nur äußerliche, sondern auch inhaltliche Abdrucks-Formen von vergangenem, einfach früherem und inzwischen nicht mehr tragfähigem, am Leben erhalten.

Venator
15. August 2018 22:48

Warum nichts, aber auch gar nichts passieren wird. Hier kann man es lesen. Man muß es wohl, inzwischen wirklich, mit Humor nehmen.

Maiordomus
16. August 2018 08:31

@Identitärer. Ihre Kommentare finde ich in diesem Blog äusserst wertvoll und besonnen. Sie verfügen nicht nur über Grundsätze, was zwar für alle wertvoll ist, auch über politisches Gespür, ohne das sich nichts verändern lässt. Teile auch Ihre Ansicht zu Wawerka. Letzterer liess ein einziges Mal politisches Gespür vermissen, nämlich als er im Talar politisch auftrat. Das ist bei politischen Auftritten nicht nur bei Linken zum Ko... Es geht, da sind wir wieder bei den Grundsätzen, um die angemessene Reflexion des Verhältnisses Kirche - Staat. In diesem Punkt habe ich mich in meinem Land seit 1975 für eine saubere Lösung engagiert, weswegen mich kirchliche Bildungshäuser seither als Referenten boykottieren. Was ist für diese Leute schon die Existenz Gottes im Vergleich zu den Privilegien der Kirchensteuer!?

Valjean72
16. August 2018 08:47

@Deutscheridentitaerer:
“Wir stehen unmittelbar vor dem Ende West- und Mitteleuropas, und einige machen Straßburg zum Thema. Absurd.“
---
Absurd?
Jahrhundertelang wurde das deutsche Herz Europas nicht zuletzt von Frankreich als Spielball seiner Interessen benutzt und gezielt geschwächt (verwüstet).

Und die zweite Wiener Türkenbelagerung ist eben auch unter diesem Aspekt zu verstehen und dient mE daher eben daher nicht einer – wie auch immer gelagerten – (Friede, Freude, Eierkuchen) europäischen Identität.

“Am 26. Jänner 1683 schloss Leopold I. ein Defensivbündnis mit Bayern gegen Frankreich und das Osmanische Reich […]

“Französische Ingenieure im osmanischen Heer traten für den Angriff auf die Kärntner Bastei ein, nahe am Wienfluss, an deren Abschnitt die Osmanen schon 1529 gescheitert waren.

Quelle: wikipedia - "Zweite Türkenbelagerung Wiens"

“Ich hege keinen Hass gegen einen Polen, Russen oder Franzosen, so sehr mir die Schilderungen der Vertriebenen auch zu Herzen gehen.“

Wollen Sie mir etwa „Hass“ unterstellen, aufgrund meiner Sichtweise, die von Ihrer abweicht? Da betreiben sie dasselbe Spiel wie die linken und liberalen Mainstream-Leute.

“Ich will da aus Pietätsgründen auch nicht näher darauf eingehen, …“

Sie guter.

“kann mir aber nicht den Hinweis unterdrücken, dass das Reich den Krieg begonnen hat und die Misshandlung des polnischen und russischen Volkes selbst unter in der deutschfreundlichsten Variante erheblich war.“

Nun, das Thema mit der Verantwortung zum Kriegsausbruch kann man durchaus differenziert sehen (d.h. nicht alle Schuld auf Deutschland ladend)

Literaturempfehlung:
Stefan Scheil: Präventivkrieg Barbarossa.
Stefan Scheil: Polen 1939. Kriegskalkül, Vorbereitung, Vollzug
Erhältlich im Verlag Antaios

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