Sezession
3. September 2018

Chemnitz – Zwickmühle und Schlußfolgerung

Götz Kubitschek / 61 Kommentare

Ich war am Samstag in Chemnitz. Meine Schlußfolgerung aus dem, was ich dort miterlebte und wahrnahm, lautet:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die AfD sollte nicht mehr als Veranstalter von Großdemonstrationen auftreten. Ich will das begründen, zuvor aber eine knappe, persönliche Bemerkung:

Als passioniertem Leser fallen mir in Phasen großer Anspannung vor und nach den Kulminationspunkten "bewährte" Bücher geradezu in die Hand. Bewährt sind sie, weil ich in ihnen Stellen aufsuchen kann, die ich vielleicht zwanzigmal, vielleicht fünfzigmal gelesen habe. Jedes dieser Bücher ist mit Orten, Lagen, Atmosphären verbunden.

Als ich am späten Abend aus Chemnitz zurückgekehrt war, griff ich nach Ernst Jüngers "Strahlungen", und zwar zu den "Kirchhorster Blättern" - dem Teil also, den Jünger während seines Abzugs aus Paris und seiner Entlassung aus dem aktiven Dienst in der Wehrmacht zu schreiben begann. Als Erstlektüre fand ich auf dem Schmutztitel meiner Ausgabe die Eintragung "Sarajewo, Feldlager, Dezember 1996".

Die gestrige Lektüre nun, die ich heute nach dem Abendessen noch kurz fortsetzte, "bewährte" sich auf jene Weise, die das Bewährte auszeichnet: Sie lag sozusagen in der Hand wie ein oft verwendetes Utensil. Wer die "Kirchhorster Blätter" kennt, mag ahnen, was ich damit meine, gerade beim Blick auf den Samstag.

Samstag in Chemnitz: Wir waren eine knappes Dutzend Leute, parkten nicht weit ab, sahen den frechen linken Zug, umgingen ihn, stießen am Marxkopf auf die Kundgebung von "Pro Chemnitz" und erreichten den Sammelpunkt des AfD-Trauermarsches, als dort noch nicht viel los war.

Unterwegs das übliche: Penetrante Fotografen kriechen einem mit ihren Objektiven ins Gesicht und pochen noch nach der zwanzigsten Porträtaufnahme auf ihre Pressefreiheit. Ich habe bisher keine souveräne Verhaltensweise im Umgang mit dieser ungehobelten Aufdringlichkeit gefunden.

Von allen Seiten stießen Gruppen dazu, dann wurden Ordner gesucht, dann schloß sich "Pro Chemnitz" dem AfD-Trauermarsch an, dann gab es erste Durchhalteparolen aus dem Lautsprecherwagen und dann kamen endlich die Spitzenpolitiker der AfD aus dem Ladenlokal des Kreisverbandes, um die Spitze des Zuges zu bilden. Da war es schon nach fünf.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, daß die Polizeiführung und die politischen Entscheider an diesem Tag jede rechtliche Finte ausnutzen würden, um den Trauermarsch ausbranden zu lassen wie ein klug angelegter Deich eine große Welle: Immer stimmte irgendetwas nicht - mal die Zahl der Ordner, mal die Personalien der Ordner, mal die ungehinderte Pressearbeit, mal irgendeine Sachsenfahne.

Zuletzt, nach fünfhundert Metern im Schneckentempo, stieß der Zug (immerhin angeführt von einem halben Dutzend Landeschefs und etlichen Mandatsträgern aus den Landtagen und dem Bundestag) auf ein Hindernis, das ebenso ordnungswidrig wie wirkungsvoll seit Jahren von der "Zivilgesellschaft" aufgestellt wird: "Gegendemonstranten", deren Bewegungsfreiheit auf der vorgesehenen AfD-Route paradiesisch war, blockierten mit Erfolg jeden weiteren Schritt der vieltausendköpfigen Menge.

Die Polizei räumte nicht. Sie räumte nicht, obwohl es ihr leicht gefallen wäre zu räumen. Am Ende unseres Zuges standen Hundertschaften untätig, waren Wasserwerfer auf der denkbar falschesten Seite aufgefahren. Dann war die Uhr abgelaufen, die Zeit um, und der Veranstalter wurde aufgefordert, die Versammlung zu beenden.

Und damit sind wir dort angelangt, wo die Zwickmühle aufgestellt ist: Die AfD will und muß sich als Verteidigerin des Rechtsstaates gegen die Rechtsbeugung und die Auslegungswillkür der Altparteien präsentieren und legitimieren, und dieser Wunsch nach einer lupenreinen Weste führt in Ausnahmesituationen regelmäßig dazu, daß man den Staat und seine Machtmittel nicht als Gegner wahrnimmt, sondern noch immer als neutrale Größe, die noch nicht ganz verstanden habe, wer eigentlich im Recht ist und das Richtige will. (Was für ein grandioser Irrtum!)

Die AfD ist zugleich aber diejenige Kraft, die angetreten ist, um dem in jeder Hinsicht gerechtfertigten Protest, Zorn, Aufstand der Bürger gegen die Zerstörung der Ordnung in unserem Land eine wirkungsvolle Stimme zu geben. Sie ist konservativ-revolutionär entworfen, und zwar nicht in jenem zahn- und ahnungslosen Sinne, in dem Alexander Dobrindt (CSU) diese Vokabel hersagte und sich dabei schneidig fühlte.

Die AfD ist konservativ-revolutionär, weil sie unter anderem den von miesen Figuren erbeuteten Staat, den deformierten Rechtsstaat, zu seinem eigenen Besten infrage stellen und kurieren will. Sie will den Staat nicht verwerfen, sondern seine würdige Form wiederherstellen. Dies geht nur, indem man die von Hans-Thomas Tillschneider vorhin auf unserem Netz-Tagebuch zitierte Verhaltenslehre ernst nimmt und anwendet: die kleine Ordnung stören, um die große Ordnung zu retten.

Mir scheint die Schlußfolgerung zwingend zu sein: Die AfD kann beides zugleich nur dort, wo sie selbst von A bis Z die Herrin der Lage ist - wo also die Grenzüberschreitung, die Verletzung der verlogenen "Ordnung" tatsächlich kalkulierbar bleibt.

Bei einer Demonstration wie der gestrigen in Chemnitz ist diese Kalkulierbarkeit nicht gegeben. In einer Situation, in der die Polizei objektiv das Recht nicht durchsetzt und dieser Unwille offensichtlich wird für jeden, der zunächst auf die Machtmittel der Staatsmacht blickt und dann hinüber zu der schmalen Linie der Blockierer: In einer solchen Situation ist für die Partei der Rechtstaatlichkeit die Infragestellung der Redlichkeit der Staatsmacht nicht möglich, schlicht nicht möglich.

Die Infragestellung des polizeilichen Treibens vor Ort wäre dabei noch nicht das Problem: Die Reaktion unkontrollierbarer Gruppen innerhalb der Demonstrationsteilnehmer und die überproportionale Steigerung solcher Vorfälle durch die Deutungsmacht der Leitmedien machen der AfD in solchen Situationen jeden Ungehorsam unmöglich.

Sehen Sie die Zwickmühle? Ihrer gnadenlosen Mechanik hat sich die anwesende AfD-Spitze mit einem unschönen Abgang durch die verblüfften und aufgebrachten Menschen entzogen, die ihr als Trauerzug gefolgt waren: Man sah die Abgeordneten und Landeschefs nebst ihren Leibwächtern im selben Moment durch eine Gasse das Feld verlassen, als die ersten Sprechchöre gegen die Blockade aufbrandeten und gegen den Riegel der Polizeikräfte gedrückt wurde: Bloß keine schlechten Bilder!

Ich kann Höcke verstehen, ich kann die empörten Wähler verstehen, ich kann Tillschneider verstehen. Ich kann nur raten: Keine Großdemonstrationen mehr unter der Fahne der AfD. Laßt das andere machen! Die Teilnahme empfehlen, sich unters Volk mischen, Gesicht zeigen, an der Gegenöffentlichkeit mitwirken und die Sympathie der Wähler gewinnen - das kann man auch, wenn man nicht den Hut aufhat und in der Zwickmühle steckt.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (61)

deutscheridentitaerer
2. September 2018 23:06

Ich verstehe die Zwickmühle im vorliegenden Fall nicht. Ein Durchbrechen der Polizeikette wäre natürlich unmöglich gewesen. Aber was ist an einem Beharren auf dem Demonstrationsrecht nicht rechtsstaatlich? Selbst wenn es dem Buchstaben nach rechtswidrig wäre, was ich nicht glaube, so war die Auflösung der Demonstration offensichtlich dem Geist der Versammlungsfreiheit zuwiderlaufend. Ich glaube nicht. dass ein bloßes Verharren skandalisieren hätte werden können.

MartinHimstedt
2. September 2018 23:24

Großartiger Beitrag, der genau mein Gefühl wiedergibt, als ich heute im Mainstream las.

Das Vorgehen der AfD-Politiker war freilich vorher abgesprochen. Und wer will jenen diese Entscheidung auch verübeln? Die Propaganda-Maschinerie läuft auf Hochtouren und die „schlechten Bilder“ wären mutmaßlich ein Fiasko, was die zukünftige Wahlentscheidung des uninformierten Bürgers betrifft.

Andererseits auch richtig: Stehen wir, oder auch nur die AfD, jetzt, nach dem „Rückzug“, besser da? Natürlich nicht! Allein, Höcke und Co. haben sich abgesprochen. Und es steht zumindest mir (!) nicht zu, jene Festlegung in Frage zu stellen.

Vielleicht eines noch, auch zur Beruhigung des Bademeisters: Aus meiner Zeit in der Linken weiß ich ganz genau, dass diese Leute, ja, sogar MdBs, häufiger irgendwelchen Stress, wegen irgendwelchen Blockaden, auf irgendwelchen Demos hatten. Spontan fallen mir hier Michael Leutert und Caren Lay ein.

Niedersachse
2. September 2018 23:46

Ich bin war erst hin- und hergerissen, wie ich die gestrigen Ereignisse bewerten soll. Mit etwas zeitlichem Abstand bin ich froh, dass es nicht zur großen Eskalation kam. Es wäre die Sache nicht wert gewesen, es hätte der AfD (vor allem dem Flügel um Höcke) massiv geschadet, wenn Wasserwerfer und Polizeiknüppel zum Einsatz gekommen wären. Ein paar Meter weniger laufen wirft uns nicht zurück. Im Gegenteil: Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Rund 8.000- 10.000 bei "uns" und wenn - überhaupt - 3000 bei der Demo der Verhetzten. Dazu noch die Bilder der getöteten Menschen vorne platziert und ein breites Spektrum aus allen Gesellschafts- und Altersschichten. Herr Kubitschek, wissen Sie woran mich das gestrige Vorgehen der Polizeiführung erinnerte? An den Trauermarsch von Dresden 2010. Fast schon schablonenartig, nicht wahr?!

MartinR
3. September 2018 00:18

Bei nächster Gelegenheit besser machen, mit Courage !
Jedem Teilnehmer dieses Marsches gebührt größte Hochachtung.Viele stehen hinter Euch, denkt daran !

Botschafter2258
3. September 2018 00:58

Sehr geehrter Herr Kubitschek,

als jemand der ca. 700 km vom Geschehen entfernt lebt kann ich nur jedem Respekt zollen der dort teilnimmt. Glücklicherweise kam es zu keinen nennenswerten Probleme. Wäre es zu Gewalttaten gekommen, dann hätte es ein mediales Echos unbekannten Ausmaßes gegeben.

Zurück zur Demonstration: In der Berichterstattung fehlt der Hinweis, dass die linke Demonstrationsgruppe die AFD-Demonstration blockiert hat. Kein Wort, dass dies eigentlich illegal ist.

Ich kann auch gut verstehen, dass einige nach Ende der Demonstration wütend waren. Ich wäre ebenfalls wütend gewesen. Und das einige sich verbal Luft verschafft haben ist nachzuvollziehen.
Das 8000 Menschen kamen finde ich erfreulich und das bei 4000 Gegendemonstranten. Man darf nicht vergessen, dass die Gegenseite (noch) größere Mobilisierungsmöglichkeiten haben.

Ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb man sich ständig von PEGIDA distanzieren muss. PEGIDA ist gegen die Islamisierung unseres Vaterlandes und diese zu verhindern ist wohl die größte Mission von uns allen in der Zukunft.

Und das die unzähligen Messerattacken keine Einzelfälle sind haben die Medien schon dadurch bewiesen, indem sie selber hierüber berichten oder aber auch nicht, wie im Fall des ermordeten Arztes aus Offenbach, der mutmaßlich Täter hier ein Somalier.

Die Schlagwörter in den letzten Tagen sind Rechtspopulismus, Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus, Inszenierung und rechte Hetzte. Cem Özedemir möchte eine Brandmauer gegen die AFD errichten und am liebsten würde man den Sachse entmündigen, da er die Errungenschaften von Buntland nicht haben möchte. Eigentlich fehlt in dieser Debatte der letzten Tage nur der Hinweis auf den undankbaren Ostdeutschen, der immer noch nicht Westdeutsche (Ruhpott) Verhältnisse haben möchte. Statt sich darüber Gedanken zu machen weshalb der Osten so unzufrieden (braun) ist, sollte man versuchen ihn zu verstehen.

Bitte seien Sie mir für die nächsten Worte nicht böse. Ich kann nur mutmaßen. Ich glaube, man hat den Ostdeutschen so viel versprochen und ihn dabei gar nicht auf die Wirklichkeit vorbereitet. Vielleicht hätte man nach der Wende den Osten sagen sollen, dass nicht alles über Nacht geht. Vielleicht hätte man ehrlich sein sollen und erklären, dass es Jahre dauern wird bis im Osten die gleichen Verhältnisse herrschen wie im Westen (wirtschaftlich).

Und abschließend möchte ich einfügen, wer berichtet über die Hetze der linken Gruppen. Sie sind es die jeden als Verfassungsfeind stigmatisieren, der ihre Politik infrage stellt. Diese Menschen sind so abgehoben, dass sie gar nicht wissen wie das Volk denkt. Volker Kauder meint, man sollen sich schämen AFD zu wählen. Das einzige, weshalb ich mich schäme ist, dass ich 15 Jahre CDU gewählt habe.

Mfg
Botschafter2258

Andrenio
3. September 2018 06:53

Dr. Christina Baum, die blonde Jungfrau von Orleans der AfD, Landtagsabgeordnete in Baden Württemberg, hat gestern noch in der Nacht einen Bericht über die Vorgänge im Bereich Polizeisperre veröffentlicht.

https://youtu.be/saXNr9yJ1ws

Es gab also jenseits derselben gar keine Antifa.

Ich möchte an dieser Stelle die Frage aufwerfen ob geschätzte 10 Bundestags- und Landtagsabgeordnete kein Weisungsrecht gegenüber einem Einsatzleiter haben oder ein solches zumindest beanspruchen können.

Ich schlage vor, dass man sich im Vorfeld einer solchen Veranstaltung über die Hierarchie der Exekutive informiert und sicherstellt, dass die Verantwortlichen erreichbar sind.
Dann wäre ein Herumirren und Durchfragen nicht notwendig.

Die Durchführung eines Normenkontrollverfahrens soll hier nur angedacht werden. Hier geht es um ein Elementarrecht aus dem Grundgesetz. Dies sollten die AfD-Fraktionen aus allen Landtagen und dem Bundestag öffentlich wirksam vor das Bundesverfassungsgericht bringen.

Die AfD als Durchführender der Demo ist direkt Betroffener und könnte klagen.

H. M. Richter
3. September 2018 08:28

Einverstanden.
Mögen andere zukünftig als Anmelder fungieren.

Aber dieses(!) eine Mal war es nun einmal die AfD.

Sie ist die größte (und letztlich einzige) Oppositionskraft im Deutschen Bundestag und vertritt Millionen Wählerinnen und Wähler.

Deshalb steht die AfD in der Pflicht, sofort und mit aller Konsequenz alle(!) rechtlichen Schritte einzuleiten, diesen Tag, der noch in die Geschichte eingehen könnte, lückenlos aufzuklären!

Dies betrifft insbesondere Aufklärung über jene Befehlskette u.a., die schließlich zum Stopp des Schweigemarsches geführt hat. Gab es für das Anhalten der vieltausendköpfigen, friedlich demonstrierenden Menge irgendwelche Anweisungen von "ganz oben"?! Bereits vor Beginn des Trauermarsches?!

Auch außerparlamentarische Aufklärung ist deshalb von Nöten. Zur Erinnerung: Nach den Demonstrations-Ereignissen am 7. und 8. Oktober 1989 in Ost-Berlin wurde damals eine unabhängige Untersuchungskommission gegründet. Sie entstand aus zwei Ausschüssen, die sich nahezu zeitgleich, aber unabhängig voneinander, gebildet hatten. Auslöser waren die brutalen Übergriffe der Sicherheitskräfte auf Teilnehmer der Demonstrationen am 7. und 8. Oktober.

Damals wurden Gedächtnisprotokolle dringend benötigt. Heute übernimmt das Internet (teilweise) diese Funktion. Der von @Andrenio verlinkte Erinnerungsbericht der Abgeordneten Dr. Baum zeigt dies sehr eindringlich.

RMH
3. September 2018 08:35

G.K. hat vollkommen recht - Getrennt marschieren, vereint schlagen, so könnte man es zusammenfassen. Bei einer klaren Rollenverteilung gehört dann aber auch dazu, dass sich Leute wie Tillschneider - ich hab das gestern schon geschrieben - mit öffentlicher Kritik zurückhalten (intern darf er unbenommen mal hart auf den Tisch schlagen, wenn er meint, dass muss so sein).

Ich sehe im Übrigen mit derzeit weit über 1000km Distanz zum Ort des Geschehens die Veranstaltung weitaus Gelungener, als viele hier, die vor Ort waren und bei denen die emotionale Klärung/Beruhigung noch kommen wird. Alleine das Bild von den getragenen Bildern der Opfer, auch das Bild von B. Höcke in der "Bild", bei dem klar erkennbar sich unter seinem weißen Hemd die darunter getragene Schutzweste zeigt etc. --- das wirkt mehr, als der Abbruch nach wenigen Metern, den ja eigentlich nur die Leute vor Ort so richtig bemerkt haben. Das Bild aus der Vogelperspektive, welches den wahren Umfang des Zuges zeigt, sollte auch viel mehr verbreitet werden und last, but not least, man sollte bei einem anderen, geeigneten Anlass auch mal zu ner Party übergehen, so wie es die linken heute Abend dreister Weise und dem Anlass unangemessen machen. Denn: Man darf nicht immer nur das raunende Orakel und der Warner sein, man muss auch sexy sein, damit es für mehr als 25% bei Wahlen reicht - und das sollte das Ziel aller Patrioten sein.

Tobinambur
3. September 2018 08:37

Brillante Analyse.

Heinrich Loewe
3. September 2018 08:51

@Botschafter 2258, Ostdeutsche

Ich glaube nicht, daß das Materielle für meine ostdeutschen Landsleute eine so bedeutende Rolle spielt in der gegenwärtigen Auseinandersetzung. Das ist ja auch der Trugschluss der Sächsischen Landesregierung, die ihre Sparpolitik lockert und das Säckel aufmacht, um die AfD einzudämmen.
Nein, wir sehen einfach die Zustände durch Multikulti in den westdeutschen (und leider nun auch schon eigenen) Großstädten - und das wollen wir nicht. Dazu haben wir auch volles Recht, ohne das weiter begründen zu müssen; es ist unser Land. Dieses bürgerschaftlichen Selbstbewusstsein rührt noch von '89 her.

Und es ginge ja auch, wenn man wollte; man muß halt nur Grenztruppen aufstellen, so wie es viele Jahrzehnte lang war.

Wenn Sie die Mentalität, Sozialisation der Ostdeutschen verstehen wollen, dann schauen Sie sich z.B. mal die "Gebote der Jungpioniere" an. Ziehen Sie die kommunistische Grundierung ab, und Sie haben durch und durch konservative Werte: Vaterland, Familie, Fleiß und Ordnung, Respekt, Kultur.

Franz Bettinger
3. September 2018 09:48

Wenn sie einen Arsch in der Hose hätten, würden die 'Toten Hosen' gegen die Mörder und deren Hinterfrau ansingen statt gegen trauernde Chemnitzer, aber die Sängerknaben sind nur Versager.

Stefanie
3. September 2018 10:50

Auch in Plauen gab es am Samstag verschiedene Demos. Da ich beruflich eingebunden war, konnte ich leider nur mal kurz weg, um mir einen kleinen Eindruck zu verschaffen:
Am Tunnel und die Bahnhofsstraße hinauf, standen in jeder Seitenstrasse Polizeiwagen und Einsatzkräfte. Daneben ein paar junge Leute mit bunten Haaren und am Theaterplatz die LINKEN mit Trommeln aus der Konserve. Sonst war die Stadt praktisch ausgestorben ( wohl auch weil die Strassenbahn Richtung oberer Bahnhof/Preißelpöhl nicht fuhr). Vor der Stadt-Galerie (Einkaufszentrum) und auf dem Klostermarkt/Altmarkt, waren wegen Trödelmarkt und Samstagsmarkt noch ein paar Leute, doch wen man auch ansprach - ob Händler, Kunden, Veranstalter- sie reagierten auf die Demos eher genervt. Ganz wenige zeigten direkt Ablehnung, doch daß von diesen Veranstaltungen ein Funke oder eine Mobilisierung ausging, kann man auch nicht behaupten. Es blieb ruhig - ich vermute weil die Krawallbrüder sich von Chemnitz mehr versprachen und gerade auch die ANTIFA ihr Personal dort gebündelt hat. Wie schon oft, hatte ich den Eindruck daß solche geplanten Demos schlicht Rituale der Selbstvergewisserung beider Seiten sind. Was zeigt(demonstriert) man damit eigentlich genau? Soweit ich es beurteilen kann, war das in Chemnitz anders - besonders bei den Spontandemos vor einer Woche - es war mehr Herzblut dabei.
Was man aus den Demonstrationen vom Wochenende lernen kann? Man hat versucht alles an einerStelle zu bündeln - was ja verständlich ist - es ging ja gerade von dieser einen Stelle - dem Tatort - der Funke für den Protest aus. Denkbar wäre aber auch in verschiedenen Orten in Sachsen/Ostdeutschland Spontandemos anzusetzen (Chemnitz, Dresden, Plauen, Pirna, Bautzen, Cottbus, Erfurt). Weder Antifa noch Polizei noch irgendwelche Schauspieler vom Verfassungsschutz hätten die Möglichkeiten überall vor Ort zu sein. Vorraussetzung dafür wäre, daß man vor Ort Leute für die Organisation findet und per Rundmail bzw. SMS Anhänger kurzfristig mobilisieren kann.

starhemberg
3. September 2018 11:12

Hervorragend nüchterne Analyse. Wie ich gestern hier schon schrieb - vor Ort mag es manchem als Niederlage erschienen sein, doch in der Außenwirkung war es ein glänzender Erfolg. Die Gewaltlosigkeit und das letzten Endes "Schwanz einziehen", wenn man es so derb beschreiben mag, zeigt klar auf - hier hält man sich an die Gesetze, hält man sich an die Vorgaben der Staatsmacht, mögen diese auch noch so perfide, tendenziös und verlogen sein. Zurück bleibt meines Erachtens vor allem die große Enttäuschung der Gegenseite - man wollte die "hässliche Rechte" vorführen, ihr Gewaltpotential zeigen, vielleicht wieder von niemals stattgefundenen "Hetzjagden" fabulieren - doch - leider, leider, es blieb absolut friedlich, trotz der (gewollt) unfairen Vorgangsweise der Polizei. Und ich denke darüber hinaus, dass so mancher bei den teilnehmenden Polizeibereitschaften viel lieber mit heißem Herzen beim Demonstrationszug mitgegangen wäre. Langmut zu zeigen, wo viele glauben dreinzuschlagen wäre der bessere Weg, erfordert Kraft und Ausdauer. Beides scheint ausreichend vorhanden zu sein.
Man kann zufrieden sein.

Spaetregen
3. September 2018 11:46

Ich war auch da. Extra aus Freiburg hier her gefahren und habe es genau so erlebt wie der Verfasser. Nun habe ich mich an den Innenminister gewandt und darauf hingewiesen, dass ich durch die Untätigkeit der Polizei in meinem grundgesetzlich verbrieften Recht nach Artikel 8 GG behindert wurde.

JH84
3. September 2018 12:26

Bezüglich ungehobelter Kameraobjektive im Gericht mach es doch einfach wie in der Serie BOSTON LEGAL wo der Staranwalt Denny Crane immer irgendein Provokanten Quatsch mit zwei drei Worten von sich gibt. Wie etwa "Das Kaiserreich kommt wieder. Sein sie sicher." oder "Patrioten wehrt euch Protestiert laut. Ich bin Götz Kubitschek Götz Kubitschek." Und mit keiner Silbe auf die Fragen der Kameragesichter eingeht.

Tom
3. September 2018 12:28

Ich fand ich die Demoteilnahme der AfD in diesem Fall richtig und wichtig. Das Signal wäre aber das Gleiche gewesen, wenn auch AfD-Farben verzichtet worden wäre. Es geht um die Sache. Die AfD ist wichtiger Teil der Sache – aber eben nur ein Teil. Die AfD kann und sollte Gesicht zeigen, muß sich mit dem Protest auf der Straße solidarisieren. Das sollten sie künftig aber als Bürger tun – unter Bürgern – ohne AfD-Symbolik. Da stimme ich Herrn Kubitschek zu.

Das Dilemma, dass die AfD ein einwandfreies Bild abgeben wollte, während sich die Polizeiführung ohne Not einem Häuflein linksradikaler Rechtsbrecher beugte, wegen ihnen die rechtmäßige Großdemo abbrach, ist ersichtlich. Das Unrecht siegte hier – und die AfD verließ kampflos den Platz.

Man muß dazu sagen, dass diese spezielle Demonstration hier als Trauerzug konzipiert war. In dieser Hinsicht fand ich die Reaktion der Veranstalter auf das Unrecht des Abbruches angemessen würdevoll.
In diesem Fall war die Reaktion, ohne Protest abzuziehen, absolut richtig, wie ich finde. Das verlangt die Würde.
Der Klügere gibt in solchen Fällen nach – aber auch nur in solchen Fällen.

Weitere Demos werden folgen, die keine Trauermärsche werden. Natürlich bleibt die Gewaltlosigkeit oberste Maxime. Das bedeutet aber nicht, dass man es einer politisch motivierten und offenbar vom regierenden politischen Gegner beorderten Polizeiführung künftig ebenso leicht machen muß. Man darf es nicht.

Wenn sie die wenigen rechtsbrüchigen Blockierer aus politischen Gründen nicht räumen möchten, dann sollen sie eben die angemeldeten, rechtmäßigen Demonstranten räumen. Viel Spaß dabei! Sorry den einfachen Beamten, die für die Herrschenden dann den Packesel machen müssen – aber da müßt ihr dann wohl durch.

Unrecht hat sich in Deutschland in einigen Bereichen etabliert und möchte das nun auch in anderen tun.
Wenn Unrecht sich in Deutschland durchsetzen kann, dann muß es dem Recht künftig auch möglich sein!

Wenn man uns des Recht nehmen will, müssen wir es mit Nachdruck eben wieder einfordern! Das geht auch friedlich und passiv.

WiederWider
3. September 2018 12:56

JA, herr kubitschek, ja und nochmals ja. dem inhalt nach. dem gefühl nach. ich war zu der zeit zufällig eine woche in sachsen und hätte mich gern mit ihnen angelegentlich meines - und ihres - besuches der europa-nostra persönlich unterhalten, sie waren aber - verständlicherweise - dermaßen angespannt, daß dies kaum befriedigend gewesen wäre. i.ü. habe ich, der sich auch jetzt noch in idealen und werten sowohl leicht links der mitte wie auch konservativ fühlt (derzeitiger o-ton mainstream vermutlich: "ultranazi"), was sich, wir wissen definitiv nicht ausschließt - wunderbare, auch konträre gespräche mit vielen teilnehmern geführt. auch wenn ich in einigen fällen ein andere meine habe - das ist in ordnung. ABER: auch in diesem ihrem beitrag - ich lese die sezession schon eine weile recht aufmerksam - sehe ich, daß wir häufig auf der richtigen seite der barrikade mit den gleichen überzogenen erwartungen auf das gleiche ergebnis zugehen: die revolution frißt ihre kinder. immer! das habe ich persönlich mehrfach in meinem leben genossen. wörtlich! mit schmerz und mit stolz. und meine eltern und großeltern eher erlitten in buchenwald (nach mai 1945!), hohenschönhausen und viele jahre in bautzen II. heute denke ich, daß es schon viel ist, wenn man an der richtigen stelle zur richtigen zeit ein stück weit etwas richtiges tut. und dahingehend war samstag für mich die rolle der afd, und all derer, die sich nicht zersplittert und konträr gegen die abschaffung einer demokratie (ja - die mag ich!), die abschaffung eines ganzen wertesystems, den rassismus gegen die identität einer ganzen volksgruppe (sachsen), weiterhin des eigenen volkes und letztlich den deutschen und europäischen genozid durch die eigene sogenannte regierung aktiv und aufrecht etwas unternimmt, SEHR WICHTIG. I.ü. erinnere ich mich da an j. poensgens beitrag "unsere radikaltät" in der gleichen "sezession", der mich ziemlich beeindruckt hat: "...Ich will nicht weiter Leute mismachen, die, erst vor kurzem durch die Gewalt der Umstände politisch geworden, ihre Wut in den gewohnten Geleisen auf das sichtbarste Ziel richten. Und ganz ehrlich: Die „Merkel muß Weg“-Sprechchöre haben etwas von Volksgesundheit. Volksgesundheit ist das Erste und Wichtigste, was von einem Straßenprotest erwartet werden kann. Wer von den Eindrücken und Gedankenfetzen, die die Leute auf die Straße treiben, verlangt, daß sie einem akademischen Prüfungsausschuß standhalten, verkennt den Geist der Straße." - und dies war 8 wochen VOR CHEMNITZ! ich bin froh, daß es immer mehr leute gibt wie sie und andere kluge, störrische und mutige menschen! danke! WIDER! WIEDER.

Schlaumeier3000
3. September 2018 13:19

Ich war zunächst auf der ProChemnitz Kundgebung, bin dann mit zur AFD/Pegida Veranstaltung gegangen und habe die Zeit des letztendlichen Stillstandes in der Brückenstraße dazu genutzt, die linke Demo sowie die im Zentrum agierenden Polizeikräfte aus der Nähe zu besichtigen und zwei, drei Fotos zu machen. Ob die AFD Führung in einer Zwickmühle gesteckt hat, mag ich nicht beurteilen. Nach dem was ich an Polizeikräften gesehen und gezählt habe wäre jedes Anstinken gegen diese Übermacht völlig absurder Unsinn gewesen. Außer geordnetem Rückzug gab es da keine Optionen, soweit ich das einschätzen kann. Was ich bemerkenswert fand an diesem Tag, war die Fusion der beiden rechten Demonstrationen. Als wir mit der Masse der ProChemnitz Demo Kopf-auf-Kopf mit den schon aufgestellten AFD/Pegida Leuten zusammentrafen hatte ich den Eindruck dass die Stimmung beiderseits etwas gereizt war. Die gößere Demo sollte sich in die Kleinere integrieren und deren Regeln akzeptieren, was tatsächlich einigen Truppenteilen anfangs schwer fiel. Letztenendes hat die AFD Demo-Leitung aber binnen 30..40 Minuten das Kunststück hinbekommen, die ProChemnitz Leute nach hinten vorbei schwenken und einreihen zu lassen, ohne größere Vorkommnisse. Von da ab stand die Rechte vereint und die Spaltereien von denen der Herr Kohlmann in seinem energischen Schlusswort bei ProChemnitz noch gesprochen hatte waren erledigt. Darauf können alle Teilnehmer stolz sein!
Das der Zug dann nicht sonderlich weit gekommen ist, war für mich nebensächlich, die Meter wird keiner nachmessen und in der Presse zitieren. Das die Teilnehmerzahl zwischen ca. 17:30 und 18:30 noch regelrecht explodiert sein musste, wurde mir erst beim fotografieren von der Terrasse in der Brückenstrasse klar.
Was mir nach wie vor nicht klar ist, ist wo die angeblichen 3-4000 Teilnehmer bei den Linken gewesen sein sollen. Ich habe sie nicht gefunden. Der Kern der Linken-Demo hielt die Kreuzung Zschopauer Str.- Bahnhofsstrasse besetzt. Von dort ging wohl auch die wiederholte Strosstrupptätigkeit der Chaoten durch den Johannisplatz aus, die ich schon von der Straße der Nationen aus entfernt beobachten konnte. Hinter der Kreuzung konnte man die nächste Strassenbahnhaltestelle auf der Bahnhofsstrasse schon wieder frei betreten, direkt vor der Kreuzung in Richtung Bahnhof stand schon Polizei mit Hunden. Finden 1000 Leute auf so einer Kreuzung Platz? Ach so, und in einer Ecke des großen Parkplatzes am Krankenhaus war ein Punkkonzert, da sprangen noch 100-200 Leutchen rum, aber das war es dann.

Maxx
3. September 2018 14:23

Stimme hier dem Kommentator @Starhemberg zu. In der Außenwirkung waren die wenigen per Staatsrundfunk übermittelten Bilder dieses Trauermarsches, egal wie kurz er war, trotz alledem ein Erfolg.
Der Gegner wollte Bilder der Gewalt ... und hat sie nicht bekommen. Wie schädlich wären erst Bilder eines unwürdigen Gerangels von AfD-Funktionären mit Polizei und Linksextremen gewesen? Genüßlich hätte das Regime jede Szene ausgeschlachtet ...

Zitat Starhemberg: "Die Gewaltlosigkeit und das letzten Endes "Schwanz einziehen", wenn man es so derb beschreiben mag, zeigt klar auf - hier hält man sich an die Gesetze, hält man sich an die Vorgaben der Staatsmacht, mögen diese auch noch so perfide, tendenziös und verlogen sein. Zurück bleibt meines Erachtens vor allem die große Enttäuschung der Gegenseite - man wollte die "hässliche Rechte" vorführen, ihr Gewaltpotential zeigen, vielleicht wieder von niemals stattgefundenen "Hetzjagden" fabulieren - doch - leider, leider, es blieb absolut friedlich, trotz der (gewollt) unfairen Vorgangsweise der Polizei. Und ich denke darüber hinaus, dass so mancher bei den teilnehmenden Polizeibereitschaften viel lieber mit heißem Herzen beim Demonstrationszug mitgegangen wäre."

AlbertZ
3. September 2018 15:00

Bereits am Mittwoch war ich irritiert, als ich auf SiN las, daß die AFD einen Schweigemarsch gegen die Opfer von Ausländergewalt in Chemnitz organisiert. Mein unmittelbarer Gedanke: Das ist nicht stimmig.
Der Mißton liegt darin, daß die AFD eine politische Partei ist, der Trauermarsch jedoch eine vorpolitische Veranstaltung. Dementsprechend muß die Organisation der Veranstaltung in den Händen vorpolitischer Gruppen liegen.
Auch wenn die Vorstellungen der AFD und der Demonstranten sich vielfach decken, sind ihre Betätigungsfelder doch eindeutig verschieden. Die AFD mag eine Großdemonstration veranstalten, wenn sie ihrem ureigenen politischen Aktionsfeld entspricht. Das wird deswegen selten sein, weil das nur in einem Rechtsstaat frei möglich ist, dieser jedoch heute stark eingeschränkt ist.

Die 'Zwickmühle' besteht darin, daß es hinter der Antifa, den hohen Beamten der Polizei und den Medien politische Mühlenspieler gibt, die die Figuren der Polizei, der Linksextremisten und der Journalisten ziehen. Und diesen Zügen muß man ausweichen, um letzlich die Mühlenspieler zu verdrängen.

Pilgerin
3. September 2018 16:37

Ich habe noch nicht viel auf dieser Seite gelesen, aber dieser Artikel über die "AfD-Seele" gefällt mir sehr! Sehr scharfsinnig haben Sie ausgedrückt, warum die AfD letztendlich nichts bewegen kann.
Die AfD glaubt wie so viele, daß vor absehbarer Zeit die Welt noch in Ordnung war und hofft, diesen Zustand wieder herzustellen. Das reicht aber bei Weitem nicht.

Niedersachse
3. September 2018 17:52

@Pilgerin

"Sehr scharfsinnig haben Sie ausgedrückt, warum die AfD letztendlich nichts bewegen kann."

Die AfD kann sehr wohl parlamentarisch was bewegen. Genau dazu ist sie auch da. Ob sie etwas "bewegen" kann, hängt ganz einfach von der Menge der Wählerstimmen ab. Die AfD ist in der Opposition! Nicht in der Regierung. Und die Regierung in ihrer jetzigen Konstellation regiert nur, weil ein beträchtlicher Anteil unseres Volkes nicht in der Lage ist, politische Sachverhalte zu überblicken und den Hauptgegner zu erkennen.

"Die AfD glaubt wie so viele, daß vor absehbarer Zeit die Welt noch in Ordnung war und hofft, diesen Zustand wieder herzustellen."

Woher möchten Sie das wissen? Ich denke den meisten der AfD ist bewusst, das die Probleme nicht erst im Sommer 2015 entstanden sind, sich aber seitdem extrem verschärft haben.

Ostpreusse
3. September 2018 18:32

# Botschafter2258; RMH

Das leidige Thema der langen Anreise trifft auch auf mich zu (mehr als 1000 km). Deshalb würde ich mir wünschen, wenn es ein- bis zweimal im Jahr zu einem koordinierten Deutschlandtreffen an einem symbolträchtigen Ort (Wartburg; Kyffhäuser; Hambacher Schloß) käme, auf dem eine größtmögliche Anzahl von Patrioten Einigkeit und Widerstand gegen das Regime demonstrieren könnte. Ich weiß, daß es vereinzelt schon Initiativen in dieser Richtung gibt, aber es fehlt noch das "breite Bündnis" (um sprachliche Anleihe beim Gegner zu nehmen). Für eine solche Machtdemonstration würden ich und sicher sehr viele Mitstreiter und Sympathisanten eine lange Anreise in Kauf nehmen.

Dieter Rose
3. September 2018 20:05

in Erinnerung an die Zeiten
in Ravensburg mit der
Schwäbischen Zeitung
die Überschrift zum heutigen Leitartikel:

"Eiskalt kalkulierte Widerwärtigkeit"

(nicht der Mord war gemeint,
sondern der Trauerzug)

Gustav Grambauer
3. September 2018 20:17

Heinrich Loewe

"Dieses bürgerschaftlichen Selbstbewusstsein rührt noch von '89 her."

... zu 1 % - aber zu 99 % von vor `89. Als ich der Krankenschwester beim Chemnitzer Bürgerdialog zugehört habe, hatte ich ein Déjà-vu mit der Nationalen Front der DDR. Da lebt etwas, was Außenstehende entweder gar nicht sehen können oder, falls sie es sehen können, wohl für etwas so Totes halten wie die westliche Fassadendemokratie. Ein Spiegel-Zeilenschinderlein von der Hamburger Ericusspitze wird es niemals erfassen. Gut so!

Diese Krankenschwester versteht sich in ihrer Stadt wie eine Herrin im eigenen Haus - und tritt dementsprechend als Bürgerin dem Ministerpräsidenten wie ein Mitglied dessen eigenen Stabes gegenüber. So ausgeprägt gibt es dieses Auftreten nur im Osten, es ist sogar typisch für den Osten.

Zur Vorbereitung auf die Jugendweihe gab es in der DDR die Jugendstunden, zu einer solchen war unsere Schulklasse in der Volkskammer im Palast der Republik. Es gab eine Führung, bei der uns auch der (leere) Plenarsaal gezeigt wurde, anschließend gab es in einem der Antichambres ein Gespräch bei Kaffee und Kuchen mit zwei Abgeordneten (SED). Sie haben uns gefragt, was uns ins Auge stäche, wenn wir Übertragungen aus der Volkskammer im Fernsehen sähen. Als keiner das Augenfällige sagte, sagten sie es selbst: fällt euch denn nicht auf, wie überaltert dieses Parlament ist. Kaum einer von den Abgeordneten wird aus biologischen Gründen in zehn, fünfzehn Jahren noch hier sitzen. Ihr seid die Jugend, eure Generation wird in ein paar Jahren hier sitzen. Ihr werdet in ein paar Jahren in diesem Staat die "Herren im eigenen Haus" sein, kultiviert bereits heute, sogar wenn ihr durch die Straßen geht, das Gefühl, in diesem Staat "die Herren im eigenen Haus" zu sein. Oh, das war, selbstverständlich im Angesichte des Anspruchs der Parteilichkeit, sehr ernst und förderlich gemeint!

In aller Ambivalenz der Enge der ideologisch, politisch, wirtschaftlich usw. definierten Spielräume, der Gängelung durch die Partei, der Unterwanderung durch Stasi-Spitzel usw. gab es damsls Partizipation am Staatswesen zu einem niemals vorher und nachher gekannten Grade und für die einfachsten Leute, von den Schieds- und Konfliktkommissionen über die Aufsichtsräte der Wohnungsbau-, Konsum-, Schlachthof- sowie Einkaufs- und Liefergenossenschaften usw. über die Jugendweihe-, Wahl- und Wohngebietsausschüsse über die Schöffentätigkeit über die Elternaktive über die Hausgemeinschaftsleitungen über die Mach-Mit-Wettbewerbe über die Ausschüssse Handel und Versorgung bei den Räten der Städte, Kreise und Bezirke bis hin zur ehrenamtlichen Wetterbeobachtung, den Jagdgesellschaften und den "Freiwilligen Helfern" der verschiedensten "Organe" von Feuerwehr bis Grenztruppen und ganz zu schweigen von der Gewerkschaftstätigkeit sowie der Fülle der Patenschaften zwischen allen möglichen Betrieben, sozialen Einrichtungen, Kommunen und militärischen bzw. paramilitärischen Einheiten. Es haben nicht alle nur deshalb mitgemacht, weil sie dadurch schneller an den Telefonanschluß kamen, regelmäßig dem Arbeitsplatz entfliehen konnten (für all das wurde man von der Arbeitszeit freigestellt) oder um sich mit der Kaderakte irgendwo nur hochzuschleimen, da war vor allem sooooooo viel Herzblut dabei!

Das alles war getragen von einem Egregor, der insbesondere im Liedgut gelebt hat, welches nicht zufällig heute wieder da ist und als hochbrisant erkannt wird:

https://www.youtube.com/watch?v=VH1a5UmL1HE&feature=youtu.be

Ich merke das nicht an, um das alles nur zu loben, klar wurden viele vonvornherein nur als dumme Idioten / Ja-Sager / Claqueure / Lückenfüller ausgenutzt (oder haben sich als solche ausnutzen lassen). Mache nur einmal darauf aufmerksam, um das Phänomen zu erklären, daß die sozialistische Demokratie in der DDR selbst als zynische Fehlkonstruktion immer noch viel lebendiger und selbstbewußter war als es der heutige Anspruch des sogenannten bürgerschaftlichen Engagemnents aus der Ecke Maron-Tellkamp-Lengsfeld-Maaz je wird einlösen können.

Nach meiner Beobachtung übertraf die Partizipation in der DDR in ihrer energetischen Dichte sogar die Schweizer Verhältnisse, die mit ihrem immer noch vergleichsweise hohen Maß an Freiheit und Subsidiarität von ihren Grundlagen her selbstverständlich viel gesünder sind. Aber deren Agens ist ein (für mich in seiner Dichte immer noch kaum vorstellbares) Netz an Stiftungen, welches schon von seinem Kanzleikorrespondenz-Stil her nicht mit dem Faktor der sozialen Wärme und Berührung arbeiten und die Krankenschwester pars pro toto nicht ansatzweise mit einbinden kann (und auch gar nicht einbinden will). (Alles andere über die Mängel des Schweizer Gemeinwesens hat Mohler in seinem heute noch aktuellen Schaufenster-Essay schon vor fast vierzig Jahren gesagt.)

Bei aller Gefahr des damit wieder heraufkommenden kollektivistischen Miefs wie er sich z. B. in der damaligen Schunkelseligkeit, die auch mir immer zuwieder war, gezeigt hat: es ist nur gut, wenn das DDR-Selbstbewußtsein als "Herren im eigenen Haus im Staat" im Osten weiterlebt oder jetzt wiederauflebt!

(Auch die Bürgerrechtler von `89 haben auf keiner anderen als dieser Basis den damaligen Staat demontieren können. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, die in den Kerkern der Stasi wie die Kakerlaken an die Wand gequetscht worden waren, war deren strotzendes staatsbürgerliches Selbstbewußtsein innerhalb der staatlichen Strukturen der DDR hochgezüchtet worden, daran konnten nicht mal die systematischen Erniedrigungen insbesondere bei den Männern beim Wehrdienst in der NVA etwas verbiegen. Deshalb ist es auch völlig egal, auf welcher Seite die oben erwähnte Krankenschwester damals stand.)

- G. G.

Patriotin
3. September 2018 20:28

@Botschafter2258
Genau das denke ich auch - wieso muss man sich von PEGIDA distanzieren? Das ist geistige Bevormundung. Auch ich bin froh, dass es PEGIDA gibt, immernoch, trotz aller Versuche, sie totzumachen. Ich habe die Anfänge miterlebt, mein Erwachen, was den Islam angeht, begann 2010, und schon da war an Aufklärung, geschweige denn Zurückdrängung nicht mehr zu denken.
(...)
Als ich kürzlich das Buch "Haltet eurer Herz bereit" von Maxim Leo las, er berichtet u.a. über das Ende der DDR, dachte ich, wie relativ leicht war das doch damals, obwohl man da auch dachte, die Mauer würde nie fallen. Muss also heute auch erst ganz Europa versinken? Ich hoffe es nicht.
Tendenziell erfreulich ist aber, dass die Strukturen überall zu bröckeln beginnen - CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke - alle haben zu kämpfen. Sehr begrüßenswert die Aktion von Wagenknecht. Vielleicht ist das das Konzept - langwierig zwar, aber am Ende vielleicht doch erfolgreich? Steter Tropen höhlt den Stein - auf beiden Seiten?

Utz
3. September 2018 20:31

>>Zurück bleibt meines Erachtens vor allem die große Enttäuschung der Gegenseite - man wollte die "hässliche Rechte" vorführen, ihr Gewaltpotential zeigen, vielleicht wieder von niemals stattgefundenen "Hetzjagden" fabulieren - doch - leider, leider, es blieb absolut friedlich, trotz der (gewollt) unfairen Vorgangsweise der Polizei.<<

Stimmt leider auch nicht. Gerade eben wurde im hr ein SPDler interviewt, der von 10-15 Rechten angeblich attackiert wurde. Es hätte mich gewundert, wenn man bei mehreren Tausend Demonstranten nicht einen gefunden hätte, der bereit ist irgendeine Pöbelei breitzutreten.

Patriotin
3. September 2018 20:33

@ Franz Bettinger
3. September 2018 09:48
"Wenn sie einen Arsch in der Hose hätten, würden die 'Toten Hosen' gegen die Mörder und deren Hinterfrau ansingen statt gegen trauernde Chemnitzer, aber die Sängerknaben sind nur Versager."

Teilen Sie das denen doch bitte direkt mit! Ich würde mich anschließen und dasselbe tun.
(Ich vermute außerdem mal, die haben außer ihrem Gegröle von Politik null Ahnung...die treten halt auf, wo es gewünscht - und bezahlt wird.)

Patriotin
3. September 2018 20:48

Wenn ich das alles hier so lese, bekomme ich immer mehr den Eindruck, Deutschland ist
1. als Land zu groß, um sich abkapseln zu können (der Schweiz geht es hier etwas besser)
2. mitten in Europa fehl am Platz mit einer solchen Regierung
3. als Bestandteil der NATO/ des Kapitalismus am Ende seiner Duldungsfähigkeit angekommen.
Nur gibt es leider keine Insel (im Sinne von begrenztem Nationalstaat) Deutschland mehr. Es ist verdammt schwer unter diesem massiven, politischen Druck, Bewährtes noch EINIGERMASSEN zu bewahren. Die Tendenz, gegen die wir - viele Menschen - tagtäglich ankämpfen, ist wie eine Flut, die man vielleicht im Zaum halten, aber am Ende nicht aufhalten kann.
Wenn man die Ukraine anschaut, oder Libyen, Syrien usw., wird klar, dass uns das Gleiche blüht: Bürgerkrieg, Destabilisierung, Schwächung. Das scheint das Ziel zu sein. Wir sind auf dem besten Weg dahin. In der DDR gab es übermäßig viele Stasi-Leute in allen Vereinigungen, die man sich vorstellen konnte. Heute ist es nicht viel anders. Ich bin zutiefst überzeugt davon, dass wir von genau solchen Leuten gelenkt werden. Sie sitzen in der Regierung, in den Parteien, auch in der AfD, in Ämtern, in Gewerkschaften. Sie dienen, in einigen Fällen nichtwissend, jenen, denen an der politischen und wirtschaftlichen Destabilisierung Europas gelegen ist. Der Plan ist einfach - das fördern, das Chaos schafft. Der Wahnsinn dabei ist, dass man das offenbar nicht durchbrechen kann.

Patriotin
3. September 2018 20:58

Aha:
https://www.gmx.net/magazine/politik/konzert-chemnitz-50000-zeichen-33145998

Schweigeminute und "untersagte Gegenkundgebungen"

Man feiert sich selbst.

Durendal
3. September 2018 21:26

Angesichts der Bilder von 50.000 Gestalten, die über dem Grab des Ermordeten ihre Willkommensparty für die Mörder feiern, stellt sich mir die Frage, wie und warum man etwas bewahren soll, was gar nicht bewahrt werden will.
Vielleicht hatte Freud zumindest mit seinen Gedanken über den Todestrieb ja Recht und auch Nietzsche mag Recht gehabt haben als er sagte, dass man noch stoßen soll, was unbedingt fallen will.
Vielleicht muss man am Ende sogar dem Urteil, das der Grünenpolitiker Malik Karabulut in seinen zulässigen Meinungsäußerungen dem Charakter der Deutschen ausstellte, angesichts dieser Bilder zustimmen.

RMH
3. September 2018 21:37

@>50tsd beim Gratis Konzert der Hosen in Chemnitz:
Vergessen wir bitte alle nicht, bevor wir schimpfen, dass auch bei so einer Veranstaltung locker ein paar tausend AfD-Wähler zzgl. tausender potentieller AfD-Wähler mit dabei sein werden bzw. sind.

Ich höre ja auch Dave Brubeck Quartett & Co. ohne deswegen ständig Vernissagen zu besuchen, einen auf Kosmopolit zu machen und links-grün zu wählen. Ich denke sogar, dass es schon recht bald einen schönen Kater von der netten Party geben wird.

quarz
3. September 2018 21:44

@Starhemberg

"man wollte die "hässliche Rechte" vorführen, ihr Gewaltpotential zeigen, vielleicht wieder von niemals stattgefundenen "Hetzjagden" fabulieren - doch - leider, leider, es blieb absolut friedlich2

Das hindert das Politmedienkartell aber nicht daran, die vorbereitete Empörungswalze genau so abrollen zu lassen, als ob es die erhofften Szenen gegeben hätte. Es wird ja trotz Dementi der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen auch weiterhin regelmäßig von "Hetzjagden" geschrieben und täglich schwillt die Flut an Vorschlägen an, was man nun ob dieser herbeifantasierten "ungeheuerlichen" Vorgänge in Chemnitz gegen die AfD unternehmen solle. Des Kaisers neue Ausschreitungen sind nach wie vor das tägliche Brot der Medien.

All das erinnert an das berühmte sozialpsychologische Lehrbeispiel Leon Festingers, wo eine nicht eingetroffene Weltuntergangsprophezeiung nicht etwa den Autoritätsverlust der versagenden Prophetin zur Folge hatte, sondern umso entschlossenere Bemühungen der Sektenmitglieder, sich gegenseitig die Richtigkeit des Weges zu versichern, ihre kognitiven Dissonanzen abzubauen und ihre Botschaft mit größerem Nachdruck als je zuvor nach außen zu tragen.

2Fahnenhalter
3. September 2018 22:23

Habe mit Kubi eine ca. 10m x 5m Deutschlandflagge gehalten, jeder in der Mitte, ich links, er rechts, nach Abbruch der Demo war unter anderen noch 2 Stunden vor Ort: Ich !, mit Beharrlichkeit und Hilfe eines Rechtsanwalts, der eine Spontandemo angemeldet hatte, sind wir zur Trauerstelle durchgedrungen, er war ein außergewöhnlicher Moment, den es so wohl kein zweites Mal geben wird. Wir haben uns mit ca. 250 Patrioten um die Trauerstelle versammelt, uns hingekniet, an den Händen gehalten, 1 Schweigeminute abgehalten, gesungen. Ein Freund von Daniel hat von seinem Leben berichtet, danach sind wir friedlich unserer Wege gegangen, in einiger Entfernung hörte man die wummerndeen Musik und Bässe der Antifa, die den Abbruch des Trauermarsch feierte.

Immer noch S.J.
3. September 2018 22:57

Abgesehen davon, dass eine politische Überzeugung den Auftritt begründet, ist dieses Konzert vor allem eines: applaussicher und werbewirksam. Der Zeitgeist garantiert neben genussfreudigen Besuchern (Stichwort: Gratiskonzert) auch solche, die unter dem Eindruck einer behaupteten bzw. imposant erzeugten, aber nicht weiter reflektierten Angst vor einer Bedrohung der Demokratie meinen, ein Zeichen setzen zu müssen. Das ist nicht weiter riskant, denn wer genau hat eigentlich bedrohliche Absichten? Das hier im Kommentarbereich verlinkte Foto der SPD-Prominenz in Chemnitz, die sich ausflugsbeglückt mit einem Selfie verewigt, aber zugleich scheut, ihre Politik zu hinterfragen, was nun gar nicht zur Situation passt, belegt, dass so gut wie nichts mehr in diesem Land stimmig ist. Wer etwas ändern will, pfeift auf das Gerede, die mediale Berieselung und die unsachlichen Unterstellungen. Es stehen unbeantwortete Fragen im Raum.

Der Starost
3. September 2018 23:09

@ Durendal

Natürlich sind nach einem alten Grundsatzurteil (vor WK I) des damals in Leipzig ansässigen Reichsgerichts auch die Deutschen als Volk insgesamt beleidigungsfähig.

Ich habe dem weiter keine Bedeutung beigemessen: Selbst wenn man die hier gewiss der rechtlichen Nachhilfe bedürftige Hamburger Staatsanwaltschaft darauf hingewiesen hätte, wäre das Verfahren auf eine Weisung des ihr übergeordneten Grünen “Justizsenators“ eingestellt worden.

heinrichbrueck
3. September 2018 23:15

"Und die Regierung in ihrer jetzigen Konstellation regiert nur, weil ein beträchtlicher Anteil unseres Volkes nicht in der Lage ist, politische Sachverhalte zu überblicken und den Hauptgegner zu erkennen."

Gilt für jedes Volk. Deshalb soll auch überall die Demokratie installiert werden. „Make the world safe for democracy“. Nötigenfalls mit Bomben.

@ Durendal

Ihr letzter Satz ist nicht besser! Diese Irregeleiteten auf diesem Satanistenkonzert, nicht der Feind. Unwichtig. Vielleicht Gegner. Jedenfalls ohne eigene Tradition.
Damit es keine Mißverständnisse gibt, mich beleidigt Ihr Selbsthaß nicht.

Alles Gegenwärtige war nach '45 so angelegt. Es beschleunigt nur auf den letzten Metern.

Niedersachse
3. September 2018 23:45

@Durendal

"Angesichts der Bilder von 50.000 Gestalten, die über dem Grab des Ermordeten ihre Willkommensparty für die Mörder feiern, stellt sich mir die Frage, wie und warum man etwas bewahren soll, was gar nicht bewahrt werden will."

Unabhängig davon, wie viele von denen die dort "auf Gräbern tanzen" unsere Landsleute sind, wir kämpfen mit Sicherheit nicht für die dort Anwesenden. Das, was sich dort versammelt hat, ist - zumindest überwiegend - der Bodensatz unserer bunten Gesellschaft. Vergessen wir nicht: Wir sind immer noch eine Minderheit und es war doch klar, dass bei einem Volk wie dem unseren, eine ziemlich große Zahl Verblendeter den Weg nach Chemnitz finden würde...

Rauchwarnmelder
4. September 2018 01:08

Gestatten Sie, dass ich etwas anderer Meinung bin. Die AfD hat sich für die Menschen sichtbar auf der Seite der Demonstranten positioniert. Das war von meiner Warte aus gesehen richtig und wichtig: kein Wegducken, sondern blaue Flagge zeigen.

Dass dieser Schweigemarsch von bestens organisierten Deutschenhassern bis zum Abbruch blockiert wurde, war für jeden Bürger ebenso erkennbar wie die grenzenlose Schadenfreude von Politik und Medien darüber.

Das ist trotz aller verständlicher Enttäuschung der richtige Weg: dem politisch-medialen Komplex den Spiegel vorhalten, damit mehr Menschen im Lande endlich anfangen, über die vielen Manipulationen nachzudenken und ihre Arglosigkeit zu hinterfragen. Mehr geht vorläufig nicht und schneller geht es auch nicht.

Wenn man praktisch das ganze hierarchische System auf Bund-, Länder- und Kommunal-Ebene gegen sich hat, alle nur denkbaren Organisationen und Institutionen, dann sind die eigenen Schritte zum Erfolg mühevoll und klein. Und jeder unbeholfene Fehltritt wird gnadenlos vom Gegner bestraft.

Lassen wir uns nicht auseinanderdividieren. Nie zuvor ist die Altparteien-Staatsmacht so offensichtlich eine Allianz mit der 4. Gewalt eingegangen, um eine parlamentarisch und außerparlamentarisch gemischte Opposition zu bekämpfen.

Teufel
4. September 2018 06:24

"Ich habe bisher keine souveräne Verhaltensweise im Umgang mit dieser ungehobelten Aufdringlichkeit gefunden."

Simpel: Zurueckfotografieren. Sie haben dieselben Rechte, wie diese Figuren.

Mariaschaab
4. September 2018 08:09

"Simpel: Zurueckfotografieren. Sie haben dieselben Rechte, wie diese Figuren."

Professionelle Fotografen/Videografen wären gut. Wie ist es rechtlich mit Dronen für Videoaufnahmen bei Demos?

Mindestrentner
4. September 2018 08:33

Erwünschte Wirkung wird wohl nur durch eine strikte Teilung in einen politischen und einen aktionistischen Arm zu erreichen sein.
Dazu müsste aber zuerst die Innensicht und Befindlichkeit des Mosaiks des (kleinsten) gemeinsamen Nenners zu Gunsten einer - wenn auch vielleicht nur temporären - Legierung überwunden werden.

deutscheridentitaerer
4. September 2018 08:39

Das Konzert war ein schlecht geplanter Zug des Establishments. Ich kenne einige der Leute, die dort hin sind, das sind nicht mal unsere Feinde, sondern einfach völlig ignorante Schlafschafe. Es sind diejenigen Studenten, die in ihrem Kreis aus kiffenden Trotteln als intelligent gelten, weil sie gelegentlich mal einen Zeitungsartikel lesen.

Die Gestalten, an die ich konkret denke, würden sich sogar eher als "konservativ" bezeichnen und reagieren mit Belustigung, wenn man ihnen von Gender, critical whiteness o.ä. erzählt. Es sind halt Deppen ohne kongruente Weltsicht, aber mit Drang zum Konsum. Deswegen gehen sich auch auf ein Gratiskonzert, aber nicht auf die Gegendemo am Samstag, obwohl es da doch gem. der Linkspresse galt Lynchmorde zu verhindern. Es sind zutiefst infantile Gestalten, die selbst von der Antifa zurecht verachtet werden.

Der Gehenkte
4. September 2018 09:37

"Ich habe bisher keine souveräne Verhaltensweise im Umgang mit dieser ungehobelten Aufdringlichkeit gefunden."

Stoa. Mark Aurel. Seneca. Falls Aufheiterung vonnöten: Montaigne. Falls Transzendenz: Angelus Silesius.

Reinhard Gnauck
4. September 2018 09:59

Bin mit Kubitschek Empfehlung völlig einverstanden

Dieter Rose
4. September 2018 10:13

heute wird getitelt:
"Eine Stadt wacht auf!"
Wehe, wehe, das wäre "von rechts gekommen"!

Hesperiolus
4. September 2018 10:18

Eben das, was früher als die "breite Masse des werktätigen Volkes", insonders mit seinen "fortschrittlichen Kräften", oder davor als die "(gesunde) Volksgemeinschaft" imaginiert wurde und den Resonanzraum einer sinistren Propaganda darstellen sollte, wird heute penetrant als die sog. "Zivilgesellschaft" bemüht. In Chemnitz wurde diese ominöse "Zivilgesellschaft" mit Staatsrock zum Tanz auf das Grab des Ermordeten gebeten. In der Tat. Mit einer Art verrohter Häme, die auf der Linie von "Tanz den Karfreitag", "Bomber Harris do it again" oder "Happy Holocaust" liegt. Widerlich!

Lotta Vorbeck
4. September 2018 11:31

Die Willkommens-Putschisten sind im September 2018 offensichtlich noch immer in der Lage, quasi aus dem Stand 50.000 bis 60.000 - auf Zehntausend mehr oder weniger kommt's in diesem Falle überhaupt nicht an - junge [sic!], antideutsche, Jubelperser zu aktivieren und in Chemnitz auflaufen zu lassen, um ihre, Zitat Wladimir Wladimirowitsch Putin, "Kultur des Todes" zu zelebrieren.

Eine nicht nur logistische Meisterleistung, zu der man, angesichts dessen, was sich seit September 2015 nahezu flächendeckend im einstigen Lande der Deutschen ereignete, wohl nur gratulieren kann.

Pilgerin
4. September 2018 11:35

@Niedersachse
Es ist kein Zweifel, daß die AfD im Parlament längst überfällige Arbeit leistet und daß sie das nur im Rahmen einer Minderheit tun kann.
Aber im Großen und Ganzen will sie doch "nur" (was schon eine Herkulesaufgabe darstellt) zu einer liberalen Rechtstaatlichkeit zurück.
Sie möchte das mit fairen Mitteln erreichen, als immer faire Partner, aber Chemnitz zeigt spätestens, daß der Staat an sich unfair ist.
Wie kann sich eine Partei gegen Betrüger durchsetzen?
Dies ist absolut kein Aufruf zur Anarchie!!!
Aber die AfD müßte sich viel wärmer anziehen: Um gegen diese Übermacht des Bösen anzukommen, braucht es keine fairen Ehrenleute, das ist viel zu wenig, sondern Märtyrer, die bereit sind, über sich selbst hinaus zu gehen.
Dies gilt sicher nicht für jeden einzelnen AfD-ler, aber ich sehe nicht viele, die es wagen würden, ohne Abgrenzeritis für eine Wahrheit bis ins Letzte auch einzustehen.

Fritz
4. September 2018 11:59

Habe ich übrigens richtig gesehen, dass das eine nahezuvöllig "weiße" Veranstaltung war, sowohl was die Musiker wie auch das Publikum betrifft?

Michael B.
4. September 2018 14:11

> Habe ich übrigens richtig gesehen, dass das eine nahezuvöllig "weiße" Veranstaltung war, sowohl was die Musiker wie auch das Publikum betrifft?

Kann nicht sein, wie dieses bei seidwalk (https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2018/09/03/die-chemnitz-depression/) verlinkte Video schon rein im dargebotenen Text zeigt :)

https://www.youtube.com/watch?v=IgtZdfqOFQ4

Nath
4. September 2018 15:31

Der Artikel gibt mir Gelegenheit, nochmals an das anzuknüpfen, was ich in meinem letzten Kommentar zum Ausdruck bringen wollte. Nach den Ereignissen in Chemnitz ist man auf rechter Seite vorsichtig optimistisch - doch auch der Gegner sieht sich veranlasst, seine Reihen durchzuzählen und sich Mut zuzusprechen durch den Hinweis, "die Mehrheit der Menschen in diesem Lande" (das unvölkische Volk) sage immer noch Ja zur Zivilgesellschaft und zu mehr Einwanderung. Die patriotische Bewegung wächst schnell, während die anderen in für sie beängstigendem Tempo schrumpfen.

Dennoch sollte man sich auf seiten der Rechten nichts vormachen. Es r e i c h t (noch?) nicht. Die AFD mag, extrem optimistisch spekuliert, bei etwaigen Neuwahlen 30 % bekommen. Selbst wenn man die Zahl der Nichtwähler ("schweigende Mehrheit") imaginär den AFD-Sympathisanten zurechnen und der genannten Zahl hinzuaddieren würde, käme man nicht auf die notwendigen 51 %, die man ja nach eigenem Selbstverständnis zu repräsentieren meint. (Mir geht es hier nicht um die Machtfrage, sondern um die L e g i t i m i t ä t des Anspruchs, Interessenvertreter des Ganzen zu sein.) Nach wie vor ist eine Mehrheit des "Volkes" a k t i v dazu bereit, den antipatriotischen Parteien, seien es Linke, SPD, Union oder Grüne, ihre Stimme zu geben, und kein Rechter kann sich ernsthaft der Illusion hingeben, diese "einfachen Leute" wüßten im Prinzip nicht, was sie tun. Sie wissen es sehr wohl, und wenn es hart auf hart kommt und man sie ins Gesicht fragte, "Nimmst du wirklich das Risiko in Kauf, dass infolge der schrankenlosen Einwanderung du und deine biodeutschen Landsleute noch in diesem Jahrhundert zur Minderheit im eigenen Land werden?", so würden diese Altparteienwähler schließlich antworten: "Wer weiß, ob es überhaupt so kommt, und selbst wenn - das müßte ja nicht unbedingt schlimm sein."

Es existriert in der Tat ein "breites Bündnis" zwischen den Seelen der Individuen, die dieses Volk ausmachen, das von der One-World-Vorstellung so durchdrungen ist, dass man dem Wesen der eigenen Ethnie (von Begriffen wie "Vaterland" ganz zu schweigen), selbst wenn man ihm nicht direkt feindselig gegenübersteht, letztlich mit Gleichgültigkeit begegnet. Es löst bei ihnen nichts aus, es ist ihnen schlichtweg nicht wichtig genug.

Am Ende könnte sich die grüne "rettet das Weltklima"-Strategie als genialer ideologischer Schachzug erweisen. Falls die Welt der Klimakatastrophe entgegensteuert - und die Mehrheit der Deutschen glaubt an diese säkularapokalyptische Prohezeiung - sind dann nicht Fragen, wie offene oder geschlossene Grenzen, Großer Austausch etc. obsolet und irrelevant? Rücken für die Angehörigen dieser Glaubensdoktrin nicht "alle Menschen dieser Erde" zusammen wie noch nie zuvor in der Geschichte? Müssen sie sich nicht als globale Schicksalsgemeinschaft begreifen, wodurch das Denken in nationalen Kategorien beinahe lächerlich erscheint? Die One-World-Ideologie hält hier einen scheinbar wissenschaftlichen Hebel zur Massenbeeinflussung in ihren Händen, von welchem der "wissenschaftliche Sozialismus" niemals hätte träumen können.

Es ist keineswegs so, dass Deutschland zwischen Lager A (globalistisch) und Lager B (patriotisch) gespalten wäre. Dazwischen gibt es eine Menge Menschen, die andere weltanschauliche Präferenzen haben und welche das pro oder contra bei besagter Frage am Ende kalt lässt. Es sind aber diese Leute, die bei Wahlen dann doch wieder ihr Kreuz bei rot, schwarz, grün oder gelb machen, weil ihnen besagtes Thema nicht unter den Nägeln brennt.

Trotzdem reden die Rechten vom "Volk" bzw. dessen Willen, den es zu vetreten und durchzusetzen gelte. Warum sagt man nicht, "Lasst sie doch, wenn doch offensichtlich der mehrheitliche Wunsch, sich selbst abzuschaffen und in einem anderen Ganzen aufzugehen, der faktische Gegenbeweis für die Annahme ist, ein solches "Volkswesen" existiere überhaupt?"

W o ist denn das Volk? Kommt es zum Vorschein, wenn man diese Abermillionen Individuen imaginär durchzählt und am Ende den Summenstrich macht? Sicherlich nicht. Deswegen verwies ich in meinem vorigen Kommentar auf die Aktualität Platons. Die idea, die Sache selbst ist bei ihm nicht in den Einzeldingen, sie hat einen anderen Ort, und "Volk" bildet hier keine Ausnahme. Ein Rechter ist ein (in den meisten Fällen unwissentlicher) Platoniker. Für ihn hängt das Sein des Volkes nicht davon ab, ob im extremen Fall 99 % desselben behaupten, es gebe keines. Andernfalls, wenn er wirklich das sinnlich-faktisch vorhandene Volk im Blick hätte, wäre er nichts als ein moderner Ritter von der traurigen Gestalt.

heinrichbrueck
4. September 2018 16:40

Vor hundert Jahren hätten nicht 99% behaupten können, es gebe kein Volk. Was ist in der Zwischenzeit passiert? - Der induzierte Selbsthaß definiert den Volksbegriff nicht aus dem Inneren, er übernimmt eine Definition. Diese Definition ist feindlich gesinnt.
Haß ist im demokratischen Geschäft eine Konstante. Wahlen verlaufen nach den Gesetzen der Antipathie: Wer eine Partei ein bißchen weniger haßt als eine andere, wählt sie. Antipathie schlägt Sympathie. Nicht aus Liebe.
Es geht immer um die Machtfrage. 51% AfD reicht nicht.

Sandstein
4. September 2018 17:58

@ Nath

ich verstehe Ihre Ausführungen und gebe Ihnen mit vielem auch Recht. Ich würde den Bogen dennoch größer Spannen, um zu zeigen, worum es eigentlich geht. Deutsche sind Europäer mit mehrheitlich Wurzeln im germanischen Geblüt. Unsere Vorfahren entstammen der Kurgan Kultur aus den asiatischen Steppen (wenn Sie das vertiefen wollen: Marja Gimbutas).
Aktuell werden unsere Lebensräume und -Realitäten von einer Invasion bedroht, die unterschwellig aggressiv ist, und mal hier mal dort tatsächlich aggressiv auftritt. Es gibt wenig Mittel gegen diese Form der Invasion, es ist ein nicht erklärter Krieg gegen Weiße, der in anderen Teilen der Welt schon krassere Formen annimmt. In Südafrika werden die Buren enteignet und auf den eigenen Farmen von mordenden und verstümmelnden, folternden Mobs heimgesucht. Aber auch in Schwedens Großstädten grassieren Raub, Totschlag und Mord. Schweden hat eine der höchsten Vergewaltigungsraten weltweit. Deutschland dürfte sich dem in 5 Jahren angeglichen haben.
Und ich bin ganz bei Ihnen, ich bin im Grunde nicht bereit diejenigen zu verteidigen, die das alles entweder nicht sehen, sehen können, oder sogar noch gut heißen. Nach dem Motto "payback day". Na dann nehmt "ihr" doch die Quittung entgegen - ich sicher nicht!

Aber es gibt eben auch mindestens 25% der Deutschen, die eine andere Zukunft wollen.
Und hierfür gilt es Pläne zu entwerfen, so utopisch diese derzeit noch auf viele wirken mögen.
Für mich gibt es solange eine deutsche Zukunft, wie Leute sich zu diesem Volk bekennen. Daher stammt der Begriff "deutsch" übrigens. tiudisc bedeutet: ZUM VOLKE ZUGEHÖRIG. Und die 75% der Taubstummen Systemameisen jucken mich dann herzlich wenig. Sollen sie ihrer pheromonätzenden Königin doch folgen.

Vielleicht ist dieses Land also schon soweit verkommen und indoktriniert, dass es hier für die besagten 25% keine Zukunft mehr geben kann. Dann muss man eben woanders hin, und es gibt sicherlich Länder auf dieser Welt, die gut ausgebildete und friedliche, prosperierende Deutsche willkommen heißen werden. Ist ja jetzt schon der Fall.

Dass Rechte Platoniker sind, halte ich für ausgemachten Blödsinn. Ich sehe Deutsche, keine Idee von Deutschen. Und es gibt eine Zukunft, solange ich unter 10nen einen erkenne, der aufrichtig sein Bekenntnis zum Deutschtum lebt.

Die Ideenlehre Platons halte ich für eine Ideen-Leere.
Wie sagte nicht gleich mein Lieblingsphilosoph: Ich sehe ein Pferd, keine Pferdheit.

Ich denke Sie verwechseln in diesem Sinn Deutsche (die es faktisch biologisch gibt) mit "Deutschsein" (das ideel konzeptioniert ist, und bei weitem nicht auf alle Deutschen zutrifft)

Gruß

Utz
4. September 2018 18:11

@ Nath
Wollen Sie uns entmutigen?

Sie schreiben:
>> und wenn es hart auf hart kommt und man sie ins Gesicht fragte, "Nimmst du wirklich das Risiko in Kauf, dass infolge der schrankenlosen Einwanderung du und deine biodeutschen Landsleute noch in diesem Jahrhundert zur Minderheit im eigenen Land werden?", so würden diese Altparteienwähler schließlich antworten: "Wer weiß, ob es überhaupt so kommt, und selbst wenn - das müßte ja nicht unbedingt schlimm sein."<>Warum sagt man nicht, "Lasst sie doch, wenn doch offensichtlich der mehrheitliche Wunsch, sich selbst abzuschaffen und in einem anderen Ganzen aufzugehen, der faktische Gegenbeweis für die Annahme ist, ein solches "Volkswesen" existiere überhaupt?"<>Am Ende könnte sich die grüne "rettet das Weltklima"-Strategie als genialer ideologischer Schachzug erweisen. Falls die Welt der Klimakatastrophe entgegensteuert - und die Mehrheit der Deutschen glaubt an diese säkularapokalyptische Prohezeiung - sind dann nicht Fragen, wie offene oder geschlossene Grenzen, Großer Austausch etc. obsolet und irrelevant? <<

Natürlich nicht! Dieses Argument ist an Absurdität nicht zu überbieten. Angeblich gilt: Weil die Globalisierung mit weltweiter Ressourcenausbeutung das Klima schädigt, brauchen wir eine weltweite Zusammenarbeit. Ich hätte da einen besseren Vorschlag: Fahren wir doch einfach die grenzüberschreitende weltweite Wirtschaft insofern zurück, daß wir aufhören Analphabeten zu importieren, damit es in Billigjobs genügend Druck auf die Löhne gibt. Wenn die "Fachkraft" nämlich die deutsche Grenze überschreitet, wird flugs aus einem relativ kleine ökologischen Fußabdruck ein riesengroßer. Grenzen zu, dann helfen wir der Umwelt. So herum wird ein Schuh daraus!

Ostelbischer Junker
4. September 2018 20:41

@ Nath

Wir alle laufen doch hier einem Popanz hinterher oder anders gesagt, dem rauschenden Lametta wie Raspail sagen würde, namens: Deutsches Volk. Selbst, wenn 100 % der Deutschen, abzüglich der Sezessionisten, laut schreien würden: Wir wollen die totale Migration, würden wir hier alle nicht aufgeben und vesuchen wenigstens noch einen umzustimmen, auf das das Lebensrecht der Deutschen in der nächsten Generation nicht vergessen wird. Einstweilen steht ein großer Teil unserer Landleute noch gegen uns. Aber wie hart ist deren Abneigung gegen uns?
Ich halte nichts davon, jede Stimme für die älteren Parteien als Votum für die Migrationspolitik und gegen die AfD zu sehen. Rente reißt mehr vom Hocker, nun da wieder drei Jahre ins Land gegangen sind. Die Titanic hat Leck geschlagen, die Mannschaft steuert auf den nächsten Eisberg zu und die Passagiere feiern weiter. Ist das unser Anspruch, uns zu dem Leichentanz zu gesellen?
Nein, wir rackern an der Dichtung des Lecks. Geht sie dennoch unter: scheiß drauf, bleibt sie schwimmen: Jackpot! Ein super modernes, luxoriöses Schiff. Sobald wir die Möglichkeit haben, zeigen wir den Passagieren den halsbrecherischen Kurs, den die alte Mannschaft in vollem Bewusstsein eingeschlagen hatte (Die Legende vom plötzlich aufgetauchten Eisberg sitzt zu tief, maybe we must rub their noses in it?). Ich glaube man wird uns am Ende als neue Mannschaft einsetzen.

PS: Legitim ist Herrschaft nur durch denjenigen, dem vom Erzbischof von Köln ein Edelsteinbesetzter Goldreif, der einstweilen noch in der Wiener Hofburg liegt, im Frankfurter Dom aufs Haupt gesetzt wurde. Alles mag legal sein, legitim nicht.

problembeer
4. September 2018 20:51

Ich war am Samstag in Chemnitz anwesend und habe das Ende der Veranstaltung mit einer Portion Wut im Bauch aufgenommen. Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gelangt, das die Entscheidung der AFD richtig war die Versammlung zu beenden und nicht auf dem Demonstrationsrecht zu beharren. Es war nicht auszuschliessen das es zu unschönen Szenen kommt. (verbale bzw. körperliche Auseinandersetzungen mit der Polizei bzw. der anwesenden sogenannten Journalisten)
Das versucht die Öffentlichkeit ja zu provozieren und kann die AFD in der gegenwärtigen Situation überhaupt nicht gebrauchen. Ansonsten wären die jetzt vom Establishment erhobenen Forderungen nach einer Beobachtung der AFD durch den VS noch wesentlich schärfer. Das würde wiederum eine breite Masse des bürgerlichen Wählerpotentials endgültig abschrecken.
Mann sollte über die Art und Weise der Durchführung derartiger Veranstaltungen nachdenken. Demonstrationen mit einer geplanten Wegstrecke werden allerorten zuverlässig von der ANTIFA blockiert und die Polizeioberen sind nicht willig diese Blockaden zu räumen. Deswegen ist diese Variante für die AFD kein gangbarer Weg.
Die AFD braucht aber zwingend den Kontakt zum Volk, muss Gesicht zeigen !
Warum sich nicht einfach auf eine Kundgebung an einem Ort beschränken ? Dann hätte man nur noch das Problem das von der Gegenseite versucht wird die Zu-und Abgänge zum Versammlungsort zu blockieren, was meiner Meinung aber lösbar wäre.
Für meinen Geschmack war die Durchführung der Demonstration seitens der AFD auch nicht professionell genug. Meines Erachtens hätte das Szenario eines möglichen Anschlußes von ProChemnitz vorher schon bedacht und durchgespielt werden müssen. Dann hätte sich der Demonstrationszug nicht erst mit mehr als einstündiger Verspätung in Gang setzen müssen. Zudem lies die Lautstärke der Durchhalteparolen vom Demonstrationswagen zu wünschen übrig, was mit der Zeit nicht gerade zur Beruhigung der Teilnehmer beitrug. Wie sowas geht zeigt Pegida.

Niedersachse
4. September 2018 21:23

@Sandstein

"Aktuell werden unsere Lebensräume und -Realitäten von einer Invasion bedroht, die unterschwellig aggressiv ist, und mal hier mal dort tatsächlich aggressiv auftritt. "

Wenn deutsche Politiker durch die Weltgeschichte tingeln und - über was für Kanäle auch immer - millionen Ausländer nach Deutschland locken, kann man wohl kaum von einer Invasion sprechen. Ich habe noch nie gehört, dass "Invasoren" mit Bussen und Flugzeugen aus Nachbarländern abgeholt werden. Ich habe auch noch nie gehört, dass der von den "Invasoren" überfallene Staat massenhaft Wohnungen bereitstellt, Häuser baut und "Kennenlern- Partys" mit deutschen Frauen veranstaltet. Ferner ist es mir völlig neu, dass der von "Invasoren" überfallene Staat, mit repressiven Gesetzen gegen die eigenen Bürger vorgeht und sie zu Rassisten und Aussätzingen erklärt, wenn sie damit nicht einverstanden sind.

Im Klartext: Das antideutsche Merkel- Regime betreibt mit seinen Komplizen von der Wirtschaft gerade eine Umvolkungspolitik gegen das eigene Volk. Der Clou dabei ist, dass wir unsere eigene Abschaffung (bzw. dass die Zahl der Abstammungsdeutschen gegenüber Ausländern prozentual weniger wird) auch noch bezahlen dürfen. Das, was hier passiert hat absolut NICHTS mit einer Invasion zu tun, ganz wichtig! Gruß

HaraldFriedrich
5. September 2018 01:04

1. Ich war am Samstag ebenfalls mit einer Kleingruppe in Chemnitz und hatte den gleichen Gedanken wie Kubitschek: Die AfD sollte nicht mehr als Veranstalter derartiger Versammlungen auftreten; wohl aber dazu aufrufen und Führungspersonal schicken. Die Argumente hierfür sind genannt; sie sind schlagend.
2. Dennoch wäre von den anwesenden AfD-Oberen und der Versammlungsleitung mehr Durchsetzungswille und Beharrungsvermögen zu verlangen gewesen.
3. Nach Auflösung der Versammlung sind wir (wie sehr viele Leute, sehr wütend aber auch alles in allem sehr dsizipliniert) einfach geblieben, haben die Polizeiketten, die tatsächlich eher locker aufgestellt waren und hinterher an den Seiten völlig verschwunden waren, umgangen und die Kreuzung Brückenstraße/Straße der Nationen besetzt. Nach einigem hin- und her und Verhandlungen mit den Vertretern von Pro Chemnitz rückte die Polizei ab und es konnte doch noch eine Kundgebung an der Trauerstelle durchgeführt werden. Leider waren inzwischen viele Leute nach Hause gegangen.
4. Der Ablauf zeigt, daß hier noch sehr viel mehr möglich gewesen wäre. Eine Aktionsgruppe von 30-40 Leuten wäre m. E. in der Lage gewesen, nach Auflösung der Versammlung viele Demonstranten links über die Terrasse beim Karl-Marx-Denkmal an der Polizei vorbei auf die Kreuzung zu bringen. Von da aus hätte man einen Demonstrationszug über die Straße der Nationen auf den Weg bringen können. Oder wie es ein Mitstreiter vor Ort formulierte: "Wie '89, immer in Bewegung bleiben und die Polizei umgehen."
5. Fazit: Man wird sich darauf vorbereiten müssen, das Recht auf Demonstration - friedlich, aber nachdücklich - durchzusetzten. Dies ist auch - je nach Situation, natürlich nicht immer - ohne Gewaltanwendung von unserer Seite möglich.

Der Feinsinnige
5. September 2018 01:13

@ Niedersachse:
Ich sehe in dem Geschehen durchaus eine Invasion, und zwar bezogen nicht nur auf Deutschland, sondern auf Europa. Die über das Mittelmeer kommenden, mit Menschen überfüllten Schiffe sind von Jean Raspail im „Heerlager der Heiligen“ mit gespenstischer Prophetie vorhergesagt worden. Wie anders als Invasion soll man das bezeichnen, was Raspail (nicht nur) in seinem Roman beschrieben hat, und im Ergebnis auch das, was gegenwärtig geschieht und in den letzten Jahren geschehen ist? Es ist eine Invasion, die allerdings – genauso, wie Sie schreiben, von unseren Regierungen und damit letztlich uns allen gefördert und finanziert wird.

@ deutschidentitärer:
Ihre Gedanken zu den Besuchern des Chemnitzer Konzerts halte ich für absolut einleuchtend, was nichts an meinem Ekel bezüglich dieser Veranstaltung (die weniger als 200 m von dem Ort des Verbrechens entfernt stattfand) und der politischen Absicht der Initiatoren und Sponsoren ändert.

@ Kubitschek:
Der Analyse und der Schlußfolgerung stimme ich zu, wenn auch schweren Herzens, habe ich es doch bislang für vorteilhaft gehalten, wenn die Macht einer starken Partei hinter einer Demonstration steht. Dies hat sich am Samstag jedoch als Trugschluß erwiesen. Die Autorität von gewählten Abgeordneten, die am Samstag ebenfalls nichts genützt hat, könnte auch auf einer nicht von der Partei AFD organisierten Demo ausgespielt werden.

Danke für den Hinweis auf die „Kirchhorster Blätter“. Ist die Lage tatsächlich vergleichbar aussichtslos?

„Freilich siegt auf die Dauer stets die geistigere Macht, und daher mußte Troia zerstört werden.“ (Ernst Jünger in den "Kirchhorster Blättern" am 26. Februar 1945).

Der erste Teil dieses Satzes Satz läßt noch hoffen, der zweite erschauern. Die Hoffnung (auf eine weniger tragische Wendung) stirbt zuletzt.

Sandstein
5. September 2018 11:16

@Niedersachse

Es ist ja nicht so, dass die Asylbewerber, Flüchtlinge, wie auch immer, von zu Hause mit Bussen hier her gekarrt werden. Übers Mittelmeer müssen sie schon setzen, oder lange Wanderrouten in Kauf nehmen. Kennen Sie noch die Bilder von der bulgarischen Grenze? Oder die Bilder vom Balkan? Oder die Bilder von der spanischen Küste? Oder in den Häfen Italiens? WAS genau daran ist bitte KEINE Invasion?

@ Feinsinniger

Auch Troja hatte eine Zukunft. Hab neulich erst die Ilias gelesen.
Aeneas jedenfalls konnte mit einigen flüchten, sogar Teilen der Königsfamilie. Die alten Römer beriefen sich auf ihre trojanische Abstammung. Noch während der Kaiserzeit gab es Patrizierfamilien, die ihre Stammbäume bis auf Aeneas zurückführen konnten.

Es gibt eine Zukunft!

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