Sezession
23. Januar 2019

Gauland in Schnellroda – Populismus und Demokratie

Götz Kubitschek / 30 Kommentare

Dr. Alexander Gauland (Bundessprecher der AfD und Fraktionsvorsitzender im Bundestag) hat in Schnellroda zum Thema "Populismus" vorgetragen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Daß Gauland im Rahmen der Winterakademie des Instituts für Staatspolitik (IfS) zu den 150 Schülern und Studenten sprechen würde, lag nach seinem FAZ-Gastbeitrag zum Begriff "Populismus" nahe: Thema der Winterakademie war »Volk«, die Teilnehmer beschäftigten sich mit unterschiedlichen Aspekten dieses unter Beschuß geratenen, sehr deutschen Begriffs.

Gauland hatte  im Oktober 2018 in der FAZ pointiert skizzierte, wieso es der »Populismus« sein müsse, von dem aus er und die AfD Politik zu betreiben hätten. Sein kontrovers diskutierte Beitrag war für uns der Auslöser, den Grandseigneur der alternativen Politik für Deutschland nach Schnellroda einzuladen.

Die Auffassungen Gaulands über Populismus und Volk sowie seine Kritik an einer demokratie- und volksfernen Elite werden vom Institut für Staatspolitik geteilt - in einer Studie mit dem Titel "Die Stunde des Populismus" hat das IfS eine positive Übernahme des Begriffs und der daraus abgeleiteten Verhaltenslehren zusammengefaßt.

In seinem unten als Videomitschnitt veröffentlichten Vortrag übernimmt Gauland den »Populismus« als politische Ausrichtung, wendet ihn ins Positive und beansprucht ihn selbstbewußt für sich und seine Partei.

»Populismus« wird von uns und Gauland als eine ganz unterschiedliche Formen annehmende Protestbewegung gegen die Globalisierung interpretiert, als Protest "gegenüber zwei ihrer hauptsächlichen Erscheinungsformen: dem internationalen Handel und der Migration, also der grenzüberschreitenden Bewegung von Geld und Gütern einerseits und von Personen andererseits" (Philip Manow).

Es geht in diesem Kontext, also im Sinne eines authentischen, aus der Zeit heraus notwendig gewordenen »Populismus«, um "ein Bündnis aller starken kollektiven Identitäten, aller Kulturen, die sich nicht damit abfinden, unter der Dampfwalze der Globalisierung zu verschwinden" (Alain de Benoist).

Betrieben wird diese Dampfwalze von einer neuen globale Klasse, die alleine dadurch schon als politischer Gegner markiert ist. In den Worten Gaulands, der wiederum den englischen Publizisten David Goodhard zitiert, stehen die ortlosen, global mobilen "Anywheres" den verorteten, an ihrer Heimat festhaltenden "Somewheres" gegenüber.

Die Angehörigen der neuen Klasse sind ihren eigenen Völkern gänzlich entfremdet, in der Welt, also überall und zugleich nirgends zuhause, und und sie predigen das Ideal einer globalisierten, moralgesättigten Weltgesellschaft, ohne Grenzen, ohne Identitäten und ohne Konflikte.

Dr. Alexander Gaulands steht auf der Seite der "Somewheres" (wie Trump, wie Le Pen, wie Strache, wie Orban, wie Salvini), und sein Vortrag ist somit eine Geländevermessung, eine Standortbestimmung, aber auch: eine Bestimmung des Gegners. Das Manuskript der Rede erscheint im kommenden Heft der Sezession (Februar 2019), das den nächsten, starken Jahrgang unserer Zeitschrift eröffnet.

Wir laden Sie daher ein, die Sezession zu abonnieren. Das Februar-Heft, Thema Volk, bietet Ihnen neben Gaulands Text weitere wesentliche Vorträge der Winterakademie. Bitte lesen und abonnieren Sie hier: Es gibt verschiedene Abo-Kategorien. Und natürlich können Sie dort das Heft auch als Einzelheft vorbestellen. Wir liefern in der ersten Februar-Woche.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.


Kommentare (30)

Balvenie
23. Januar 2019 17:27

Hermann Hesse, Literatur- Nobelpreisträger deutscher Sprache, (er war Schweizer Staatsbürger) ist nun weiß Gott des "rechten Populismus" nicht verdächtig. Ich fand in, Hermann Hesse, Briefe Band V, 1933-39, (Suhrkamp 2018), folgende definierende Aussage zum Begriff Volk: S.113 Brief an Bertha Markwalder
"Sie sagen, ich sei >stets unter den Feinden Deutschlands< gewesen! Warum denn? Weil ich sehr häufig ein Gegner der deutschen Politik war? Aber ein Volk hat ja nicht bloß seine Politik, es hat auch seine Seele, seine Kultur, seine Landschaft, seine Sprache, seine Geschichte und Erinnerungen, sein Erbe an Geist und Kunst. An dem allen habe ich, seit ich lebe, mit meiner ganzen Lebensarbeit den innigsten Anteil, sowohl als Dichter wie als Kritiker." Vielleicht ist das für die Sezession Februar von Interesse?

Stil-Bluete
23. Januar 2019 18:10

Bestens!

Doch: '... a l l m ä h l i c h stattfindet, ist nichts dagegen zu sagen... Wir sind nicht wahnsinnig und behaupten, dass wir die Globalisierung stoppen oder umkehren werden. Das läge auch nicht in unserem Interesse...'

Dann wäre die Globalisierung und das Verlöschen unseres Volkes buchstäblich nur 'eine Frage der Zeit'? Je gedehnter, je unauffälliger, um so angenehmer?

Der gesamte Vortrag - hervorragend! Das o.g. Zitat am Ende des Vortrags, naja, da schwächelt, da fremdelt es.

Da sich Herr Gauland vor allem auf die englischsprachige Literatur bezieht, bleibt ein typisch deutsches Phänomen - das der Vertreibung dunkel.

Noch in der 2./3. Generation bilden seelische Verwerfungen, zwischen Negierung/Verdrängung einerseits (mehr links), Verlustgefühl/Heimatlosigkeit andererseits (mehr rechts), zwischen Ablehnung und Sehnsucht eine verworrene, typisch deutsche Gemengelage von Heimweh und Fernweh.

Niekisch
23. Januar 2019 19:14

Dem Prozess des Ausdehnens des Nichtsagbaren durch die Globalfanatiker kann im Gegensatz zu früher nicht mehr dadurch begegnet werden, dass wir selber inkriminierte Begriffe verwenden oder für uns selber verwenden, um sie ihnen aus der Hand zu winden. Besonders der Begriff Populismus, in dem der Begriff Volk inzidenter steckt, ist insoweit eine Leimrute, an der wir nicht klebenbleiben sollten. Seitdem das ius sanguinis zum Definieren der Deutschen als Volk im eigenen Staat beseitigt wurde, haben die Behörden repressiv die Möglichkeit, Begriffe wie deutsch, Volk, völkisch und populistisch anzuprangern und zu sanktionieren. Denn auch ein Neger mit bundes -deutschem Pass gehört seitdem rechtlich unanfechtbar zu uns. Wir sind daher gezwungen, völlig neue, einfache, aber prägnante Begriffe zu finden, die unseren Überlebenswillen dokumentieren und zugleich das Schwert des Feindes abgleiten lassen.

Gibt es Vorschläge?

Gibt es Vorschläge?

Ein gebuertiger Hesse
23. Januar 2019 20:28

@ Niekisch
Sie sprechen einen wichtigen heiklen Punkt an. Wenn die sprachliche Bezeichnung dessen, was wir sind, zerschossen wird, verlieren wir ein weiteres riesiges Stück Boden, auch in mentaler Hinsicht. Aber würde man alternativen Wortneuschöpfungen nicht stets das Bemühte, aus der Not Geborene anmerken - "und wäre verstimmt"? Allemal sie nie so flächendeckend etabliert werden könnten wie das einfache "deutsch". Der abgrenzenden Bestimmung halber gibt es ja bereits das "passdeutsch", das all jene meint, die unserem Volk eben nicht durch die Herkunft angehören, sondern ihm bloß - in dekonstruktivistischer Absicht - mit sprachlichen Taschenspielertricks zugeschustert werden. Es mag gescheiter sein, in dieser Richtung weiterzudenken und alle, die nicht nicht zu uns gehören, anders als uns selbst zu benennen. Die Hoheit des grundlegenden "deutsch" sollte zumindest von unserer Seite aus niemals aufgegeben werden.

Der_Juergen
23. Januar 2019 20:29

Aus Gründen, die ich in einem früheren Strang genannt habe, stehe ich Gauland äusserst reserviert gegenüber, doch muss ich zugeben, dass ich dieses Referat sehr gut finde. Zumindest bis kurz vor Schluss; auf den Pferdefuss hat @Stilblüte dankenswerterweise hingewiesen.

Gaulands Satz "Völker sind nichts Statisches" ist nicht a priori falsch, bedarf jedoch der Einschränkung. Die heutigen Chinesen dürften sich genetisch praktisch nicht von jenen der Konfuzius- und Laotse-Zeit unterscheiden, denn sie haben nur sehr wenig fremdes Blut aufgenommen, und die Eindringlinge, von denen sie unterworfen wurden und die sie dann dank ihrer überwältigenden zahlenmässigen Überlegenheit einfach absorbierten (Mongolen und Mandschus), gehörten ebenfalls der gelben Rasse an. Ein noch prägnanteres Beispiel dürfte Korea sein. In Japan gab es immerhin eine gewisse Vermischung mit den weisshäutigen Ainu, aber auch das japanische Volk ist extrem homogen.

Wenn in Ländern wie England, Deutschland oder Frankreich eine Vermischung von Völkern stattfand, waren es stets genetisch nahe miteinander verwandte. Diese Mischungen konnten offenbar sogar fruchtbar sein; die Engländer haben, selbst wenn man das zahlenmässige Verhältnis berücksichtigt, mehr geniale Persönlichkeiten hervorgebracht als die praktisch unvermischten Skandinavier.

Eine Vermischung mit dunkelhäutigen Fremden war offenbar für kein Volk von Nutzen. In Norditalien liegt der durchschnittliche IQ bei über 100, in Süditalien bei 90 oder knapp darüber. Die praktischen Auswirkungen dieser Tatsache sind mit Händen zu greifen. Die heutigen Ägypter haben mit ihren "Vorfahren", den Schöpfern der Hochkultur, ethnisch herzlich wenig gemein.

Natürlich ist ein reiner Biologismus abzulehnen; der Mensch ist mehr als seine Gene. Aber diese spielen eine wichtige Rolle. Ja, der kulturelle Faktor fällt ebenfalls enorm ins Gewicht, doch welche Kultur ein Volk hervorzubringen vermag, hängt letztlich ebenfalls zum grossen Teil von seinem biologischen Erbe ab. Wäre Griechenland von Hottentotten bevölkert gewesen, so hätte es keinen Homer, keinen Plato und keine Sophokles hervorgebracht.

Das blaue Quadrat
23. Januar 2019 21:00

@Niekisch: Wieso sind w i r gezwungen? Wenn ich, aus welchen nachvollziehbaren Gründen auch immer - z. B. als Angehöriger des öD - nicht sagen kann, was ich sagen möchte, spielt es dann eine Rolle, w a s ich n i c h t sage? Wenn ich aber in der Lage bin, zu sagen, dann habe ich etwas zu verteidigen.
Was den Neger angeht: unter Bedingungen wie Bekenntnis zu Land, Sprache, Seele pp. gehört er nicht nur rechtlich zu uns. Wie war das noch? "Weiss sein ist keine Frage der Hautfarbe".

Franz Bettinger
24. Januar 2019 05:32

@Niekisch: Muss man sich der Amtssprache beugen? Und neue umverbrannte Begriffe für unser Anliegen finden? Ich denke nein. Das Bestehen auf der guten alten Bedeutung von Worten wie Volk, Stamm, Vaterland, Mutter, Familie, Rasse et cetera ist viel effektiver. Und provokanter! Man sollte diese Schlacht nicht vermeiden wollen. Man könnte es ohnehin nicht. Das immer wieder Verwenden und ins Positive Wenden von dem Volk fast verloren gegangenen Begriffen ist eine Aufgabe, die ich für eminent wichtig halte und der ich mich nicht erst seit dem Herbst 2015 annehme. Nur so lässt sich die Hoheit über unsere Muttersprache behalten bzw. zurückgewinnen. Darum danke ich Menschen wie Alexander Gauland für ihre Furchtlosigkeit. Denn wer seine Sprache dem Feind ausliefert, hat kaum noch etwas zu erhoffen; hat das Wesentliche schon verloren. Wir haben es gerade wieder höchst peinlich im Bayrischen Parlament erlebt: Welch schändlicher Missbrauch mit einer stigmatisierenden Sprache getrieben wird! Ein paar gezielt lancierte Schlüsselworte, und die Menge bricht in orgiastische Raserei und standing ovulations aus, nicht anders als einst im Sportpalast. Was für eine armselige Bagage! - Ein paar Begriffen lasse ich ihren Bedeutungswandel allerdings gern, z.B. dem Wort Propaganda. Es ist unersetzlich geworden, um damit kurz und bündig die Ergüsse der Lügenpresse zu markieren.

Laurenz
24. Januar 2019 11:04

@Niekisch, Der_Juergen, Das blaue Quadrat ..... die Nationalsozialisten unterschieden zwischen Staatsangehörigen und Staatsbürgern. War diese (Sprach-)Regelung deswegen schlecht, weil die Nationalsozialisten sie nutzten? Da müßte das aktuelle bundesrepublikanische Deutschland einiges abschaffen, wie das Kirchenrecht, Tierschutzgesetze, Wohlfahrtsverbände, Jagdgesetz etcetc.
In der letzten Maischberger-Debatte hatte sich Herr Gauland unter den Teilnehmern am besten im Griff, auch besser als die Moderatorin, eine exorbitante Leistung. Aus mutmaßlich opportunen Gründen verneinte Er gegenüber Frau Amann vom Relotius-Märchenwald eine ethnische Haltung, sondern kolportierte eine rein kulturelle -. Ist es wirklich nötig, daß man jedes politische Ziel, vor allem heute als konservativ - oder rechte Themen in den Vordergrund zu rücken? Mir persönlich sind die Protagonisten der AfD zu harmlos. Deswegen schickte man wohl, anstatt Meuthen, auch Gauland zu Maischberger. Meuthen verstrickt sich, wie auch Weidel & Co., zu leicht in der Rechtfertigungsspirale. Der politische Angriff in der Debatte wäre, meines Erachtens, der Sache dienlicher.

Niekisch
24. Januar 2019 11:54

@Ein gebuertiger Hesse 23.1.20:29: als ebenfalls gebürtiger Hesse habe ich in den 60iger Jahren an der Schlacht um den Cantate - Saal in Frankfurt und vielen weiteren blutige Auseinandersetzungen mit deutschfeindlichen Internationalisten teilgenommen. Wir hätten uns für unser Deutschsein notfalls totschlagen lassen und das bleibt auch so. Recht verstanden geht es jetzt um die Begriffe im politischen Wortkampf und zwar um einen Begriff, der unser Wollen im Ganzen umschreibt, speziell um den gerade durch die Gegenseite in den Vordergrund geschobenen "Populismus". Da muß es für uns Besseres zur Abwehr geben als gerade diesen Begriff, weil der Schild gegen den Speer des Globalismus nicht nur mit Deutschem, rein Volksbezogenem besetzt sein kann. Die Problematik greift über Deutsches und Deutschland hinaus. Wir sollten einen Oberbegriff finden, unter dem unsere unverkäuflichen Werte mit den uns eigenen Begriffen von Fall zu Fall außen- oder innenpolitisch, parteipolitisch oder außerparlamentarisch - metapolitisch zu subsumieren und zu verwenden sind. Not kennt kein Gebot.
@Das blaue Quadrat 23.1. 21:00: der Gegner spannt die geistige Falle immer weiter und zieht damit zugleich die Schlinge um den Hals der Oppositionellen immer enger. Also sind wir zu Reaktion, Beweglichkeit und zum Erfindungsreichtum gezwungen. Angehörige des öffentlichen Dienstes - ich habe den sog. Radikalenerlaß miterlebt - sind unter Verhältnissen wie hier im Lande immer gefährdet und halten sich am besten zurück, nehmen am Meinungskampf rein verbal außerhalb des Heimatortes teil. Es geht nicht anders. Der Gegner hat a l l e Möglichkeiten der Repression, besonders auch außerhalb der Rechtsordnung.
Doch, "Weiss" sein ist eine Frage der Hautfarbe, weil die Hautfarbe der Spiegel des persönlichen Erbes aufgrund Abstammung ist.
@Franz Bettinger 24.1. 5:32: Nein, beugen wollen wir uns nicht. Mit Gramsci gesprochen: wer ein Milieu vorfindet oder schaffen muß, das den Sprung zur Macht ermöglicht, der muß anpassungsfähig sein. Beispiel: in der Weimarer Zeit konnte eine deutsch - völkische Freiheitsbewegung agieren, der "Stahlhelm" aufmarschieren, die "Eiserne Faust" zuschlagen oder Zeitschriften sich "Arminius", "Hammer" oder "Widerstand", Zeitungen "Völkischer Beobachter" nennen, weil breite, stützende Milieus vorhanden waren. Das ist heute nicht der Fall, traditionale Milieus im politischen Bereich sind Sandkörner. Der uns feindliche Internationalismus mit seinen geistigen Putzkolonnen reicht bis auf die Töpfchen im Kindergarten.
Wir vergessen unsere Werte und Begriffe nicht, aber wir sollten sie variieren und dergestalt auf unseren Schilden platzieren, daß der Speer der Auflöser, ja Vernichter aller Dinge, die uns lieb sind, erst einmal ins Leere geht, bevor wir deren Reihen durchbrechen und ihr Lager einnehmen.

Ein gebuertiger Hesse
24. Januar 2019 14:27

@ Niekisch
"Not kennt kein Gebot." Da haben Sie allerdings recht, und es schadet nicht, sich das Ausmaß der Not, in der wir uns inzwischen befinden, möglichst klar zu Bewußtsein zu bringen. (Vor Augen haben wir es ja ohnehin, schon wenn wir in egal welcher deutschen Kleinstadt Bus und Bahn fahren, doch muß die Vergegenwärtigung der GESAMTEN Misere darüber hinaus gehen.)

Was den neuen Wir-Begriff angeht, den Sie redlicherweise suchen: sobald er über das Nationale (oder vielleicht auch nur Regionale, das die Rechten stets etwas stiefmütterlich behandeln - warum eigentlich?) hinausgeht, andere Länder und Völker mitmeinen soll, verläßt er notwendig den Bereich des Partikularen. Und ist das nicht unser eigenstes Terrain? Verbliebe man ansonsten nicht im Abstrakten oder wolkig Vagen? Und dennoch: es mögen sich möglichst viele an der Begriffsuche beteiligen, warum denn nicht? Nur suche man keine eierlegende Wollmilchsau, die alles Wünschenswerte subsumiert, eine solche dürfte es nicht geben. Die Aussendung eines vitalen symbolischen Akzents mag dagegen schon genügen.

Dieter Rose
24. Januar 2019 14:51

Herr Gauland soll doch mal veranlassen,
dass das Wahlprogramm der AfD
zweispaltig als Synopse dargestellt wird:
links - Programm
rechts - Begründung und Herleitung,
gerne auch mit Verweis auf ähnliche
Aussagen bei anderen Parteien
(es reicht, wenn man bis zur CDU zurückgeht!)

Stil-Bluete
24. Januar 2019 21:42

Populismus: Ist es möglich, mehr noch, ist es uns gegeben, aus einem Stück Schweinefleisch ein Stück Rindfleisch zu machen?

Franz Bettinger
24. Januar 2019 22:39

@Niekisch: Das wort-logische Gegenteil von Globalismus / Internationalismus ist Populismus / Nationalismus. Daher wohl wählte Gauland diesen Begriff, auch wenn der oft und absichtlich gerne falsch verstanden wird (nämlich Populismus im Sinne von unzulässiger Vereinfachung und Biertisch-Nivau). In der aktuellen Orwell-Welt muss man den Begriffen (aber natürlich auch dem Wort Rassismus) deshalb immer die eigene Definition folgen lassen. Diese Worte stehen nun mal nicht mehr für sich allein. Sie haben einen Bedeutungswandel erfahren, ob wir wollen oder nicht. Verehrter Niekisch, ist wüsste nicht, welches bessere Wort man dem Globalismus entgegensetzten könnte: Den Partikularismus? Welcher Partikel ist gemeint? Nicht das Individuum (Individualismus). Das Volk und die Nation sind gemeint, voilà! Was immer wir redend verwenden, es sollte vom einfachen Mann intuitiv verstanden werden. "Ich bin für das Volk," oder "für die Nation," kann man sagen, das wird akzeptiert. "Ich bin Nationalist," ist schon vergiftet. Also wäre es (nicht logischer, aber) zielführender, von Nation zu reden statt von Nationalismus. Da haben Sie völlig recht.

zephyros
24. Januar 2019 23:52

Guter Vortrag von Gauland. Goodhart wird in letzter Zeit auch im deutschsprachigen Raum immer häufiger rezipiert (prominent in der NZZ am 06.01., aber auch in Foren taucht langsam die Goodhart'sche Unterscheidung somewhere/anywhere in einigen Beiträgen auf)

Die rechte Wende beginnt meines Erachtens mit dem Bewusstsein, ein "Somewhere" zu sein. Ich habe einige Male erlebt, wie im Zuge einer Wiederentdeckung der sakralen Räume des eigenen Heimatortes dieses Bewusstsein entstehen oder reaktiviert werden kann. Dort, wo die Vorfahren Transzendenz erlebt und ritualisiert haben, wo der Strom der Geschichte noch die mitreißende Kraft entfalten kann, dort ist immer noch die Aura vorhanden, die den Identitätsfunken entzündet, und ein tiefes Verwurzelungsbewusstsein entfacht.

Damit enstünde auch ganz selbstverständlich eine tiefe Ablehnung gegen das liberal-mobile Austauschbare, eine Bindungstiefe, auf die das "Anywhere-Imperium" keinerlei Zugriff hat.

Hartwig aus LG8
25. Januar 2019 11:27

Wie so oft geht es auf SiN ziemlich humorlos zu. Ich bin immer wieder beeindruckt, auf welch beachtliche Wortspiele unsere linken Gegner so kommen. Kurz nach Chemnitz gab es plötzlich den "Sächsismus". Da können wir nur lernen. Es ist ja auch einiges auf dem Weg. Habe jüngst einen Aufkleber mit der Losung "Lieber Kernkraft als Flüchtlingsstrom" gesehen. Und ein Spruch wie "Weiss sein ist keine Frage der Hautfarbe" ist doch nun wahrlich geeignet, seinen Gegner herauszufordern, und sich als allen Rassen wohlwollend gesonnenes semi-rassistisches Infant terrible zu gerieren. Ob man den Spruch bei naher Betrachtung gelten lassen kann, ist doch unrelevant.

Ruediger Plantiko
25. Januar 2019 12:24

@Stil-Bluete

Dieser Satz gegen Ende des Vortrags war auch der, der mich beim Hören am meisten befremdet hat. Es kann ja nicht darum gehen, "die Globalisierung" als sowieso unaufhaltsamen Prozeß ein bißchen zu verlangsamen, um den Übergang für alle glimpflicher zu gestalten.

Hilft der Kontext des Satzes? Gauland ging gerade auf den Vorwurf ein, Rechte sprächen einer "ethnischen Reinheit" das Wort. Dagegen wandte er ein, daß Völker seit jeher Einschmelzungs- und Umwandlungsprozesse durchmachten.

Nein, der Kontext hilft nicht: Globalisierung ist etwas grundsätzlich anderes als daß ein Volk irgendwann eine kleine Minderheit von Einwanderern auf- und in seinen Organismus hineinnimmt.

Nun kann das Wort Globalisierung vieles bedeuten, es wäre zuerst einmal abzugrenzen, was gemeint ist. Gauland zitierte am Anfang die Definition von der freien weltweiten Bewegung von Waren, Kapitel, Dienstleistungen - und Menschen. Die ersten drei dieser Bewegungen halte ich für relativ unproblematisch. Die letzte aber legt die Axt an praktisch alles, was seßhafte Kulturen hervorgebracht haben und ihnen heute selbstverständlich und liebenswert ist. Menschen auf dem Globus zu bewegen ist etwas fundamental anderes als Waren und Geld zu bewegen. Ein Mensch ist nicht im entferntesten mit einer Ware vergleichbar, er ist "ein großes Wunder", wie Pico della Mirandola in einer berühmten Rede staunend bemerkte. Er blüht in einem konkreten Raum und einer konkreten Zeit, ist in seiner Identität mit diesen Verhältnissen eng verwoben. Nun soll er - um seiner sogenannten Selbstverwirklichung willen - seine Herkunft hinter sich lassen, sich auf den Weg machen und irgendwo auf der Welt den Ort finden, der ihm im Augenblick die meisten Vorteile bietet, um, wie man sagt, "sein Potential optimal zu entfalten". Wobei diese Menschen dann, wie ein bekannter deutscher Kanzler in einer bekannten Rede einmal sagte, "überall und nirgends zuhause sind, sondern heute in Berlin leben, morgen genauso in Brüssel sein können, übermorgen in Paris und dann wieder in Prag oder Wien oder in London, und die sich überall zu Hause fühlen". (Was er damals als besondere Lebensart eines sogenannten auserwählten Volkes beschrieb, ist mittlerweile zum Lebensstil einer recht großen Schicht von Menschen geworden.) Die möglichen materiellen Annehmlichkeiten, die diese neue nomadische Lebensweise mit sich bringt, werden mit dem Verlust der Heimat bezahlt, dem Verlust der Verwurzelung, auch der Geborgenheit und Hülle, die ein Gemeinwesen dem Menschen bietet. Letztlich werden durch diesen Prozeß also die den Menschen bergenden und tragenden Gemeinwesen selbst zerstört. Um es genauer zu sagen: es wird mein Gemeinwesen zerstört, mein Volk, weil es eines der Hauptziele dieser Migrationsbewegungen ist. Es verschwinden ja letztlich, um einen anderen bekannten Satz zu zitieren, "nur die Völker, die nicht mehr die Kraft oder den Willen haben, sich in der Sphäre des Politischen zu halten".

Globalisierung, soweit der Begriff die freie Migration von Menschen und ein "universelles Niederlassungsrecht" beinhaltet, ist ein Angriff auf das Wesen des Volkes an sich und daher nicht mit früheren Einschmelzvorgängen vergleichbar, die immer die Völker zwar verändert, aber in ihrem Kern doch intakt gelassen haben.

Dies muß verhindert werden, nicht bloß hinausgezögert. Auf Strafe des Untergangs.

Niekisch
25. Januar 2019 13:22

@Laurenz 24.1.11:04: Nein, wieso soll eine gesetzliche Regelung schlecht sein, nur weil sie durch Nationalsozialisten eingeführt oder weitergeführt wurde? Am Rechtssystem der damaligen Zeit hat mich allerdings immer die überspannte Spanne zwischen Rechtspositivismus und unbestimmten Rechtsbegriffen besonders gestört, weil unbestimmte Rechtsbegriffe inzidenter die Gefahr in sich bergen, dem Totalitären Tür und Tor zu öffnen. Wir sehen es heutzutage an der sog. Staatsschutzgesetzgebung - Volksverhetzung pp.-

@Ein gebuertiger Hesse 24.1.14:27: Die Nationalsozialisten hatten es da leichter als wir heute. Sie nahmen für sich diesen Begriff "Nationalsozialisten" auf Reichsebene, für die internationale Ebene erstrebten sie - ob glaubhaft oder nicht - eine "Internationale nationaler Sozialisten" auf jeweils eigener Grundlage. Für uns und die übrige Welt einen adäquate Umschreibung zu finden, ist nicht leicht, muß im Auge haben, daß die Auflösung a l l e r das Traditionale und Ererbte Dinge und Werte die Welt und uns bedroht.
Ich werfe den zweiflügeligen Oberbegriff "Heideseele", nachfolgend "Heimatseele" in den Ring. Heide bezieht sich einerseits auf die vorabrahamitische Glaubenswelt unserer Vorfahren, andererseits auch auf die Heide im wildgrünenden Waldgebiet, beides für internationalistische Überfremder und für uns fremde Menschen heute, morgen und in Zukunft innerlich nicht erreichbar, unsere letzte feste Burg schon immer. Heim und Haus, also die Heimat, sind für uns auch heute noch überwiegend dort, gepaart mit unserem romantisch-idealistischen Geist aus diesem wäldlerischen Ort.
"Seele" ist von alters her die zum See Gehörende". Nach alter germanischer Vorstellung wohnten die Seelen der Ungeborenen und der Toten im Wasser. So sind auch diese Garanten unseres Lebens dem Zugriff des Artfremden entzogen und reichen uns die Hand, wenn es zum Letzten kommt.
Und wir wiederum reichen die Hand auch den anderen Heimatseelen in der Welt, die nach ihrer Art ebenfalls noch solche sein wollen.

Als "Heimatseelen"suchen und finden wir dann vom Metapolitischen aus jeweils ganz konkrete Kampfbegriffe für die Auseinandersetzung mit den Austauschern und Auflösern.

@Franz Bettinger 24.1.22:39: Ich gestehe ein, über den Oberbegriff "Heimatseele" noch keinen konkreten, unter den Oberbegriff zu subsumierenden Begriff zu haben, aber ich überlege. Liege ich denn falsch, wenn ich den Begriff "Heimatseele" für am tiefsten liegend, am wenigsten widerlegbar und am weitestend in die Völker der Welt ausgreifend halte? Ist er nicht auch wenigstens partiell dem "Partikularismus" synonym?

Den Begriff "somewhere" möchte ich verwerfen.

heinrichbrueck
25. Januar 2019 13:35

Populismus ist Demokratie in der Krise, also dient er auch ihrem Erhalt. Die nächste Frage wäre dann, ob ein Gewinn - für die Erhaltung des Volkes - daraus resultieren kann.

Nationalismus ist die Weltanschauung von der Selbstbestimmung des eigenen Volkes. Wenn man mit Demokraten einfache Sprache reden muß, damit sie das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen, dann wird sich daran nichts ändern. Wie ein intellektueller Bluff, der den Wähler schutzbedingt mit der Wahrheit verschonen muß, damit der Totgeweihte gerettet werden kann. Ist nur leider ein Widerspruch.

somewhere/anywhere. Werden mit dem gleichen Konzept in die Hölle befördert. Was bringt mir die konkrete Aussage eines somewhere in einem solchen Fall?

Ruewald
25. Januar 2019 17:29

@Der_Jürgen: besser kann man es kaum ausdrücken;

@Bettinger: Zustimmung (aber ist das neudeutsche "standing ovations" nur so herausgerutscht oder Selbstironie?)

Wer die Begriffe setzt, demonstriert Macht und übt Macht auf die Köpfe aus. Deshalb müssen wir uns mit aller Kraft dagegen widersetzen.
Der völlig falsche Weg wäre, uns wie Untertanen herumhetzen und dauernd nach alternativen Begriffen suchen zu lassen.
Richtiger meine ich ist die Strategie nach dem Vorbild fernöstlicher Kampfsportarten: sich geschmeidig in die Angriffrichtung einzuklinken und dann den Gegner zu Fall zu bringen.

Gauland hat es mit dem Begriff Populismus richtig gemacht, indem er zu der ursprünglichen etymologischen Bedeutung zurückgekehrt ist, ihre positive Konnotation wiederhergestellt hat, und damit die aufoktroyierte Bedeutungsverzerrung aufgedeckt und die negative Konnotation neutralisiert hat.

So sollte es auch mit anderen Begriffen gemacht werden. Vor jeder Diskussion erst einmal die Begriffe klären (Definition, Explikation, Explanation), bevor man aneinander vorbeiredet. Sich die Bedeutung der Begriffe nicht aufzwingen lassen. Decouvrieren der semantischen Inversion und Vergewaltigung der Sprache (daß der Begriff plötzlich das Gegenteil seiner ursprünglichen Bedeutung haben soll und mit welchem Recht bitte?), die 'Orwellisierung' der Sprache, Verwässerung der Begriffe.
Gegen die Verwässerung der Begriffe muß insistiert werden auf klaren Differenzierungen, indem man unterscheidende Unterbegriffe bildet. Das ist beim Beispiel "Deutscher" mit der Unterscheidung zwischen Paßdeutscher versus Herkunfts- (oder Bio-)deutscher gut gelungen.

Dekonstruktion der Dekonstruktionen und Dekonstruktivismen! Die Aufgabe ist eine Reconquista. Die Rückeroberung der Sprachhoheit und der Dignität unserer Sprache.

quarz
25. Januar 2019 21:27

@Balvenie

Ihrem Hinweis möchte ich einen weiteren hinzufügen. In der Einleitung zu dem von ihm zusammengestellten "Deutschen Lesebuch" schreibt Hugo von Hofmannsthal:

„Es ist nichts Geringes, ob eine Nation ein waches literarisches Gewissen besitze oder nicht, und gar die unsere: denn wir haben nicht die Geschichte, die uns zusammenhalte – da sind bis ins sechzehnte Jahrhundert zurück keine allen Volksteilen gemeinsamen Taten und Leiden und auch das Geistige, das hinter den Leiden noch steht, und diese zu einem Besitz machen könnte, ist nicht gemeinsam – die ferne Geschichte aber, die des Mittelalters, ist zu schattenhaft: mit alten Märchen kann man eine Nation nicht zusammenbinden. Nur in der Literatur finden wir unsere Physiognomie, da blickt hinter jedem einzelnen Gesicht, das uns bedeutend und aufrichtig ansieht, noch aus dunklem Spiegelgrund das rätselhafte Nationalgesicht hervor.“

Wenn auch die Verengung auf die Literatur nicht meinen Beifall findet (die Musik wäre in zumindest gleichem Maße zu bedenken), so gibt uns Hofmannsthal hier doch ein beachtenswertes Zeugnis einer Wahrnehmung, die zu seiner Zeit noch Allgemeingut war, in der Reflexion unserer Zeitgenossen hingegen fast völlig verschwunden und einer besinnungslosen Hingabe an den Allerweltslärm des Augenblicks gewichen ist.

Niekisch
25. Januar 2019 22:37

Korrektur zu 13:22:
"Für uns und die übrige Welt einen adäquate Umschreibung zu finden, ist nicht leicht, muß im Auge haben, daß die Auflösung a l l e r das Traditionale und Ererbte Dinge und Werte die Welt und uns bedroht."

muß lauten: Für uns und die übrige Welt eine adäquate Umschreibung zu finden ist nicht leicht, man muß im Auge haben, daß die Auflösung aller Dinge und Werte, des Traditionalen und Ererbten, die Welt und uns zugleich bedroht.

Franz Bettinger
25. Januar 2019 22:59

@Ruewald:
Ich schrieb nicht "standing ovations" sondern "standing ovulations", und nicht versehentlich, sondern aus Bosheit. Den Wortwitz kann man nun mal nicht verdeutschen. Im übrigen sollte man nicht krampfhaft verdeutschen wollen. Es gibt wunderbare englische Begriffe, die kaum treffend ins Deutsche zu übersetzen wären. Versuchen Sie einmal "Custer's last stand" zu übersetzen. Mit Standpunkt? Brrr!

@Niekisch:
Heimatseele ist ein wunderbarer und zutreffender Begriff. Aber was glauben Sie würde passieren, wenn ihn Gauland im Bundestag ausspräche. Dieses schöne Wort perlte am Grünspan des Plenums ab wie klares Regenwasser auf einer seifigschmierigen Oberfläche. Leider! Aber Gauland und seine werten Mitstreiter sollten sich stets vor Augen halten: Man redet im Parlament nicht zu den da Herum-Sitzenden, respektlos schwatzenden und in verschiedene Röhren guckenden Politikern, man redet erstens zum Volk und für das Volk, und man redet zweitens an die Adresse zukünftiger Generationen. Und deshalb würde ich Worte wie Heimatliebe und Heimatseele benutzen, laut, deutlich und immer wieder. Zur Dokumentation! Oder wie der Engländer sagen würde: "Just for the record!"

Franz Bettinger
25. Januar 2019 23:22

@Plantico:
Gauland hat nicht zufällig einmal (und zwar als Hauptteil seines Vortrags) vom verderblichen und zu bekämpfenden Globalismus gesprochen und ein anderes Mal (eben ganz am Ende und fast nebensächlich) von Globalisierung. Das sind zwei ganz verschiedene Sachen. Globalisierung (engl. Globalisation) ist die Beschreibung einer geschichtlichen Periode, einer Tatsache. Sie begann Mitte der 90-er, hatte den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapitalströmen weltweit zum Gegenstand und kann heute als gelungen gelten.

Globalisierung ist nichtsdestoweniger das Hassobjekt der Linksgrünen, da sie Lohn-Dumping, Umwelt-Dumping und steigende Gewinne global tätiger Unternehmen fürchten. Konservative haben kein Problem mit der Globalisierung.

Globalismus (engl. Globalism) ist etwas ganz anderes. Es ist eine Idee, besser gesagt: eine Ideologie. Im Gegensatz zur Globalisierung geht es dem Globalismus um weltweiten ökonomischen, kulturellen und vor allem ethnischen Marxismus, oder anders gesagt: um Gleichmacherei. Die Auslöschung kultureller und ethnischer Verschiedenheit betreibt er militant und mit enormem finanziellen Aufwand unter dem Deckmantel der bunten Vielfalt, deren Vernichtung aber in Wahrheit sein Hauptanliegen ist. Massenmigration in die Länder Europas und der Islam sind die Brechstangen im globalistischen Werkzeugkasten. Einheitswährung, Plastikgeld, die Abschaffung von Bargeld, die UNO und unzählige private NGOs gehören ebenso dazu. Der radikale Umbau des Planeten - der der kleinsten ethnischen Minderheit (den Weißen) keinen Platz zum Leben mehr lässt - wird als Ergänzung der Globalisierung verkauft, was sachlich falsch ist. Für Konservative ist der Globalismus der natürliche Feind, vernichtet er doch alle Kulturen der Welt. Linke und Grüne verstehen diese Zusammenhänge nicht - in dieser politischen Ecke fehlt es eklatant an Intelligenz.

Resüme: Globalisierung ist eine Effizienz-Steigerung der Marktwirtschaft. Globalismus ist eine unmenschliche Idee, eine Privat-Religion, die ein absolutistisches, totalitäres, feudal-kommunistisches System errichten will.

Nemesis
26. Januar 2019 00:26

@Niekisch
@Franz Bettinger
"Muss man sich der Amtssprache beugen? Und neue umverbrannte Begriffe für unser Anliegen finden? Ich denke nein"
@Ruewald
"Wer die Begriffe setzt, demonstriert Macht und übt Macht auf die Köpfe aus. Deshalb müssen wir uns mit aller Kraft dagegen widersetzen."

Ein strategischer Rückzug ist ja noch lange keine Niederlage.

Begriffe zu setzen erfordert Medienmacht. Existiert diese in einem Ausmaß, daß dies gelingen könnte?
Was also bleibt, wäre sich "mit aller Kraft" dagegen zu widersetzen. Und dann? Außer Erschöpfung?

@Ruewald
"Richtiger meine ich ist, die Strategie nach dem Vorbild fernöstlicher Kampfsportarten: sich geschmeidig in die Angriffrichtung einzuklinken und dann den Gegner zu Fall zu bringen."

Umleitung der Kraftvektoren.
Gaulands Weg ist eine Möglichkeit.
Es existieren aber noch andere.

Wieso nicht Begriffe verwenden, die über lange Zeiträume sehr bewußt ins Unterbewußtsein der Bevölkerung eingepflockt wurden, jedoch zu einem anderen Zweck?
Konkret:
Begriffe wie z.B. Ureinwohner, Native etc. wurden ja eingeführt, um historische Verdrängungen unter Umgehung des Begriffs Volk präsent zu machen. Begriffe wie Heimat und Volk sind in D in Weiten Teilen verbrannt. Die Konnotationen wurden gesetzt.
Warum also diese gesetzten Umschreibungen nicht verwenden?
Der Vorteil liegt darin, verbrannte Begrifflichkeiten wie Volk, völkisch etc. komplett zu umgehen, dennoch das Gleiche auszudrücken und gleichzeitig das medial gesetzte Bewußtsein des Verdrängens in den Menschen zu aktivieren.
Dies würde ich unter Kraftumleitung verstehen.

Und daß Begrifflichkeiten zu einem geeigneten Zeitpunkt nicht rücksubstituiert werden könnten, steht doch nirgends geschrieben.

Ruewald
26. Januar 2019 13:30

@Bettinger
An Ihrer pikanten "Bosheit" kann man Gefallen finden. Das Beispiel entlarvt Sie als Mediziner.

Da haben Sie natürlich Recht, daß manche Übernahmen aus einer Fremdsprache Bereicherungen sein können.
Ein privatsprachliches Beispiel dafür, daß ich kein ganz enger Purist bin:
Robert Faurisson hatte bei einem Interview mit Gilad Atzmon auf die Frage, ob es ihm vor allem um "Wahrheit" gehe, geantwortet, das Wort "vérité" sei ihm zu verschwommen und zu emotionsgeladen, so daß er lieber den Begriff "exactitude" bevorzuge. Seitdem werde ich , wenn ich etwas schludrig war, von meiner (100% herkunftsdeutschen) Frau stets angemahnt mit: "Exactitude!".

Niekisch
26. Januar 2019 13:32

@Franz Bettinger 25.1.22:59:
Vielen Dank für den Einwand. Aber ohne belehrend wirken zu wollen: unter 25.1.13:22 hatte ich ja explizit darauf hingewiesen, daß der Begriff "Heimatseele" nur der Obergegriff sein soll, zumal er für uns Oppositionelle und Dissidenten jeglicher Couleur dem gemeinsamen Überbau dienen, Streitereien vorbeugen kann. Ich schrieb dann: "Als "Heimatseelen" suchen und finden wir dann vom Metapolitischen aus jeweils ganz konkrete Kampfbegriffe für die Auseinandersetzung mit den Austauschern und Auflösern". Auch in der anschließenden Antwort an Sie werde ich insoweit deutlich.
Herr Gauland kann ja dem Gegner im Reichstag entgegenschleudern: nennt uns Populisten, wir nennen Euch aus unserer beleidigten Heimatseele heraus Feinde des souveränen Verfassungsvolkes!

Hinsichtlich der angeblichen Segnungen der Globalisierung (25.1.23:22) stimme ich Ihnen nicht zu. Aber ich bin auch kein Konservativer. Als "Heimatseele" sehe ich durchaus Umwelt-, Lohn-, Bildungs-, Kultur- und ethnisches Dumping. Insofern bin ich "Querfrontler"

Und Globalismus folgt für mich nicht aus der Globalisierung, sondern umgekehrt: Adam Weishaupt "wirkte" zeitlich längst v o r der Globalisierung.

@Nemesis 26.1. 00:26: Begriffe setzen - in die Welt setzen - erfordert keinerlei Medienmacht. Die hatten die APO und die Grünen zu Anfang auch nicht. Es kommt darauf an, die selbstgefundenen und gesetzten Begriffe ganz unten und vor Ort an den Meinungsschaltstellen anzubringen und immer wieder vehement zu verteidigen, bis der Gegner nicht mehr daran vorbei kann. Der Begriff "Der große Austausch" ist schon jetzt nicht mehr aus dem Bewußtsein vieler Menschen nicht mehr zu eliminieren. Dem Gegner beim Anmarsch argumentativ ein Bein zu stellen geht natürlich auch. Ursprünglich anderen Zwecken dienende Worte einspannen geht ebenfalls: "Stadtindianer" z.B. gabs mal oder gibt's noch.
Entscheidend sind immer Kreativität, Beweglichkeit, Mut und Entschlossenheit!

Ruewald
26. Januar 2019 13:33

@Nemesis
"Umleitung der Kraftvektoren" finde ich treffend gut, werde ich mir merken. Sind Sie Physiker?

Ruediger Plantiko
26. Januar 2019 16:05

@Franz Bettinger

Bei Ihrer Erklärung über den Unterschied zwischen Globalismus und Globalisierung lassen Sie in der Definition von Globalisierung die Zeitbombe unter den üblicherweise aufgeführten "vier Bewegungen" aus: Sie nennen nur die freie Bewegung von Waren, Kapital und Dienstleistungen. Normalerweise (und auch Gauland nimmt dies dazu) werden auch noch die Menschen bewegt, und das ist genau der Problempunkt, denn er erzeugt die unheilvolle neue (Ober-)Schicht der Heimatlosen. Heimat ist weder dem linksgrünen Utopia zu opfern noch einer "Effizienzsteigerung der Marktwirtschaft". Marxisten und Ökonomen irren gleichermassen, wenn sie geschichtliche Prognosen als unabwendbar und wissenschaftlich zwangsläufig ausgeben. Gegenwärtig ziehen multinationale Unternehmen (im Namen der Effizienzsteigerung der Marktwirtschaft) und Linke (im Namen ihrer grenzenlosen Hypermoral) am gemeinsamen Strang - eine unheilvolle Allianz untereinander eigentlich verfeindeter Kräfte in ihrem gemeinsamen unruhig flackernden Hass auf den in seiner Heimat geborgenen, selbstbewussten Menschen.

Nemesis
26. Januar 2019 22:22

@Ruewald
Nein, kein Physiker.
Sie wissen ja:
Der Spezialist weiß immer Mehr und Mehr von immer Weniger, bis er am Ende Alles über Nichts weiß. Der Generalist weiß immer Weniger und Weniger von immer Mehr, bis er am Ende Nichts über Alles weiß.
Ich versuche dazwischen zu bleiben und die Theorie und Praxis zu verbinden: Ing...

@Niekisch (26. Januar 2019 13:32 )
Ja, und ergänzend: Ich denke, es geht dabei auch nicht um ein Entweder-Oder. Das Eine schließt das Andere ja nicht automatisch aus. Ich würde sagen: Situations-, Mentalitäts- und Persönlichkeitsbedingt. Oder wie Sie zurecht schreiben:
"Entscheidend sind immer Kreativität, Beweglichkeit, Mut und Entschlossenheit!"
Disziplin, Ausdauer, Strategie, Übung, Niederlagen und Glück gehören allerdings auch dazu. Bei Allem.

Franz Bettinger
26. Januar 2019 23:54

@Plantico: Irrtum! Beim Prozess der Globalisierung werden keine "Menschen als solche" (also als Migranten, und erst recht keine Menschenmassen) bewegt, wäre ja auch total unproduktiv; schlimmer: es wäre kontraproduktiv. Wenn sich Menschen (Berater, Ingenieure) bewegten, dann meist von der ersten in die zweite Welt, freiwillig, zur Effizienz-Steigerung. Gerade der Große Austausch hat nichts mit der Uridee der Globalisierung (freier Handel) zu tun. Man sollte die zwei Prozesse (obwohl namensähnlich) tunlichst auseinander halten und fein unterscheiden. Ich überlasse auch Herrn Gauland, sollte er die zwei Begriffe vermengt haben, nicht die Definitions-Hoheit. "Menschenmassen als solche bewegen", das hat nichts mit Globalisierung zu tun. Ganz im Gegenteil: Es dient dem Tiefen Staat (deep state) als Waffe zur Zerstörung der existierenden Hochkulturen; dies angekündigt im UN- und kurz danach im EU-Plan von 2001, also in der "Replacement Agenda", die viel zu wenig öffentlich bekannt (gemacht) wurde. Vielleicht sollten die AfD, Tichy, epochtimes, achgut etc.) dies nachholen!! Es handelt sich um ein angekündigtes Groß-Verbrechen.

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