18. Februar 2019

Frankreich (1): Gespräch mit David L’Épée

Benedikt Kaiser / 14 Kommentare

Das erfolgreichste außerparlamentarisch-populistische Phänomen Frankreichs sind die »Gelbwesten«,

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

das wichtigste neurechte Magazin Frankreichs heißt éléments. Wir bringen beides zusammen: Nach unserem Gespräch mit Alain de Benoist (hier) und einer Analyse aus der Feder von Martin Lichtmesz (hier), veröffentlichen wir nachfolgend ein Gespräch zwischen dem freien éléments-Mitarbeiter und Gelbwesten-Kenner David L'Épée und seinem Chefredakteur Pascal Eysseric (La révolte des gilets jaunes, in: éléments 176, Februar-März 2019, S. 38–39.) Die Übersetzung hat Christa Nitsch für uns mit freundlicher Genehmigung von éléments angefertigt.

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Die Populismen auf dem Weg zur Verschmelzung

Möglicherweise sind die Franzosen gerade dabei, auf der Straße das zuwege zu bringen, was die Italiener neulich an den Wahlurnen erreicht haben. In einem viral verbreiteten Video, das mehr als eine halbe Million mal angeschaut und aus diesem Grund bei der DGSI [1] erfaßt wurde, hat unser Mitarbeiter David L’Épée die Gelbwesten dazu aufgerufen, die Regierung vor Weihnachten zu stürzen. Die Regierung wurde nicht gestürzt, aber sie ist instabiler als je zuvor. Wir wollten darüber mehr erfahren …

ÉLÉMENTS: »Die Tage, die wir gerade erleben, sind Schicksalstage. Jetzt oder nie!«, riefst Du in einem Video ["Reupload"] , das ein außerordentliches Echo erfahren sollte…

DAVID L’ÉPÉE: Dieses kleine Video fand tatsächlich ein beeindruckendes Echo, das weit über mein gewöhnliches Publikum hinausging, und keiner staunt mehr darüber als ich. Das nahm solche Ausmaße an, daß selbst die DGSI darauf aufmerksam wurde, die mich in einem Akteneintrag zitiert, der dann durchsickerte und schließlich von einigen Medien wie etwa Le Point aufgegriffen wurde.

Ich weiß wirklich nicht, was ich davon halten soll, aber mein Anwalt nimmt das sehr ernst, weil er mir rät, den französischen Boden vorerst nicht zu betreten. En passant sei daran erinnert, daß die Hausdurchsuchungen bei den Gelbwesten im Monat Dezember zugenommen haben und daß viele von ihnen in Polizeigewahrsam genommen wurden, ohne daß immer klar war, welche Gefahr von ihnen für die Sicherheit des Staates ausgehen sollte.

Weihnachten ist vorüber, die erhoffte Revolution hat nicht stattgefunden (zumindest vorerst nicht), das aber heißt nicht, daß alles wie vorher sei. Die Regierung wird nicht mehr so tun können, als wäre Ende 2018 in Frankreich nichts passiert.

Sie wurde nicht gestürzt, aber sie geht geschwächter denn je aus dieser Krise hervor und weiß, daß dieses Erdbeben nur der Anfang einer langen Reihe sozialer Proteste und Unruhen ist. Saint-Just urteilte vielleicht etwas vorschnell, als er sagte, daß die, die Revolutionen nur halb machen, ihr eigenes Grab graben: nicht ihr eigenes Grab haben die Gelbwesten begonnen hier auszuheben, sondern das des Systems, das sie bekämpfen – und dies werden sie, so hoffe ich, schließlich auch erreichen.

ÉLÉMENTS: Als leidenschaftlicher Zeuge des Aufstands der Gelbwesten hast Du sicherlich auch mitbekommen, daß der Rassismus der Hyper-Klasse wieder fröhliche Urständ feiert. »Scheißarme« haben die Medien einstimmig geheult. Wie läßt sich dieser Haßausbruch gegen die Arbeiterklasse erklären?

DAVID L’ÉPÉE:Es ist tatsächlich eines der großen Verdienste der Gelbwesten, diese Klassenverachtung ans Tageslicht befördert zu haben, die sich jetzt, vielleicht aus Angst, oder vielmehr aus der Arroganz desjenigen, der um nichts auf der Welt etwas von seinen Privilegien abtreten möchte, hemmungslos offenbarte.

Zum Ausdruck wurde sie gebracht von Politikern, natürlich von Journalisten, aber vor allem von Personen aus dem Showbusiness, die, etwas unerfahren in solchen Dingen, sich der verheerenden Wirkung ihrer Äußerungen auch weniger bewußt waren. Sobald die Forderungen der Gelbwesten an Klarheit gewannen, gesellte sich wie selbstverständlich zu diesem Klassenhaß eine panische Angst vor den Bestrebungen nach direkter Demokratie, die in der Bewegung laut wurden.

Als sich die Aufmerksamkeit der Medien (endlich!) auf einen Denker wie Étienne Chouard [2] richtete, der für die Gelbwesten im Begriff ist, zum »Ratgeber in Fragen der Demokratie« zu werden, und der aufgrund seiner Überzeugungen und seiner Demut niemals zu einem autoritären Leader werden würde, wurde die Elite erst richtig von Panik ergriffen.

Von der Schweiz aus betrachtet, ist es besonders beleidigend, wenn man vernimmt, daß das »Referendum durch Bürgerinitiative« laut den Unterstützern der Macronie eine Stufe hin zur Diktatur sei!

ÉLÉMENTS: Welche Folgen im Bereich der Politik und des Wahlverhaltens kann es bei einer Bewegung geben, in der viele Slogans wie »Weder rechts, noch links« zur Schau tragen? Wurde da gerade ein integraler Populismus ins Leben gerufen?

DAVID L’ÉPÉE: Es ist möglich, daß die Franzosen gerade dabei sind, auf der Straße das zuwege zu bringen, was die Italiener neulich an den Wahlurnen erreicht haben. Der Unterschied zwischen den beiden Ländern liegt vielleicht nicht so sehr in ihrer objektiven Lage, als vielmehr in ihrem nationalen Temperament.

Da sie pragmatischer sind als die Franzosen, haben es die bereits im politischen Spektrum vertretenen italienischen Populisten verstanden, ihre Divergenzen einzuklammern, um, ihre Volkstümlichkeit addierend, ein Bündnis einzugehen, das sie an die Macht brachte.

Die französischen Populisten hingegen, eher an Grabenkämpfe als an taktische Kompromisse gewöhnt, waren zu so einer Anstrengung nicht bereit. Und doch profilierte sich in den zwei französischen Parteien, an die wir hier alle denken, gerade in den letzten Jahren eine Generation neuer Kader, die vielleicht imstande gewesen wären, diesen wahrlich revolutionären Zusammenschluß zuwege zu bringen, um im Namen eines sozialen und souveränistischen Zukunftsbildes – von beiden geteilt und heute, beim Kampf, der entbrannte, entscheidend – ein für alle Mal die »Sicherheitsbarriere« zwischen linkem und rechtem Populismus hinwegzufegen.

Aber ihre jeweiligen Gruppen haben entschieden, diese Leute zu verstoßen: Schluß mit den Florian Philippots (im Rassemblement national) und den Djordje Kuzmanovics (in der France insoumise)! Die beiden Oppositionsparteien, die keine Spürnase für die sich anbahnende politische Umgestaltung hatten, verpaßten die günstige Gelegenheit, und diese Unzeitgemäßheit hat ein Phänomen wie das der Gelbwesten erst ermöglicht.

ÉLÉMENTS: Während der letzten fünfzig Jahre war die Abschaffung des Steuersystems eine immer wiederkehrende Forderung der liberalen Rechten. Hast Du nicht den Eindruck, daß die Gelbwesten dies jetzt selbst aufgreifen?

DAVID L’ÉPÉE: Die Gelbwestenbewegung auf die Initialzündung zu reduzieren – die Revolte gegen die Treibstoffabgaben – und aus ihr eine gegen die Steuerlast empörte Jacquerie [3] machen zu wollen, wäre eine verkürzte Sicht auf die Dinge.

Die liberalen Beobachter irrten sich nicht, als sie, weit davon entfernt, diesen belfernden Unmut[4]zu unterstützen, ihn sofort verdächtig fanden und sich über die Forderungen sozialer Natur entsetzten, die bald laut wurden.

Natürlich gab es einige Opportunisten, die die Bewegung für sich ausnutzen wollten, aber sie haben sich bei diesem Versuch die Zähne ausgebissen. Ich denke dabei an Éric Brunet [5], der am 17. November entzückt in Gelbweste auftrat, weil er Zeuge bei der Entstehung einer Empörung gegen das Steuersystem zu sein glaubte.

Anfang Dezember aber legte er die  Gelbweste wieder ab, »die Bewegung hat«, wie er schrieb, »ihre Seele verloren«, denn er hatte inzwischen auf dem Webportal der Gelbwesten entdeckt, daß dort von der Erhöhung des SMIC (Mindestlohn) und der Sozialleistungen die Rede war …

Die Weigerung, den zu teuer gewordenen Spritpreis zu bezahlen, hatte eigentlich von Anfang an nichts mit einer liberalen Position gemeinsam, war nicht Ausdruck des Wunsches, jegliche wechselseitige finanzielle Verpflichtung zwischen Bürger und Staat aufzuheben, sondern bedeutete nur, daß die geforderte Summe als exzessiv empfunden wurde und daß die Franzosen, in einer Armutsspirale gefangen, nicht mehr die nötigen Mittel hatten, dieser Forderung nachzukommen.

Damit ging auch das Gefühl einher, Opfer einer großen Ungerechtigkeit geworden zu sein: die »Kleinen« hatten den unangenehmen Eindruck, bei der finanziellen Umverteilung der »ökologischen« Anstrengung für die »Fetten« aufkommen zu müssen.

Dies erklärt auch die Sympathie, ja sogar die ausdrückliche Unterstützung, welche die Bewegung von zahlreichen Gruppen erfuhr, die aus der Wachstumskritik hervorgegangen sind (die Äußerungen Jean-Claude Michéas sind diesbezüglich erhellend), und die begriffen hatten, daß bei der neuen Steuererhebung die Berufung auf den Umweltschutz reine Augenwischerei war.

Dieser Gesinnung verdankt sich auch die Forderung, die unter den Demonstranten des öfteren laut wurde, nicht etwa die Einkommensteuer abzuschaffen, sondern eine wirklich progressive Einkommensteuer einzuführen, das heißt sie dem Verdienst des einzelnen besser anzupassen.

Dies aber ist das glatte Gegenteil des liberalen Ideals (die Liberalen, die mancherorts sogar eine degressive Steuer durchgesetzt haben!). Dieser Zorn stach in ein Wespennest, hat aber, sobald die gelbe Welle über das Land schwappte und die Leute begannen, miteinander zu reden und sich über ihre Beschwerden auszutauschen, auch weitere Probleme ans Tageslicht befördert.

Dieser im Netz einsehbare Beschwerdekatalog ist sehr klar:

  • Beibehaltung eines vergesellschafteten (und inflationsabhängigen) Rentensystems,
  • Einstellung der Zinszahlungen auf Schulden,
  • Verbot von Betriebsverlagerungen und Verbot der Veräußerung staatlicher Vermögensgüter,
  • Schluß mit der Arbeitnehmerentsendung,
  • Kampf gegen die Steuerhinterzehung,
  • Festlegung eines Maximallohns,
  • Begrenzung des Mietpreises,
  • Reaktivierung benutzernaher öffentlicher Dienstleistungen in den einzelnen Regionen,
  • Verstaatlichung von Gas und Elektrizität,
  • und allgemein eine entschiedene Ablehnung jedweder Spekulation in Bereichen, die dem Markteinfluß entzogen sein müßten.

ÉLÉMENTS: »Ein Hoch auf die Gelbwesten! Es lebe die Revolution! Es lebe Frankreich!«, schriebst Du. Glaubst Du immer noch daran?

DAVID L’ÉPÉE: Mehr denn je! Aber Revolutionen sind kein Glaubensakt, sondern ein Willensakt. Es geht nicht darum, Ereignisse anzukündigen, sondern so zu handeln, daß die Ereignisse eintreten können. Das hat Saint-Exupéry so gut auf den Punkt gebracht:

Es geht nicht so sehr darum, die Zukunft vorauszusehen, als sie zu ermöglichen. Als einer der vielen, die die Gelbwesten von Anfang an, seit letztem November, unterstützt hat, ohne es darum gewagt zu haben, auch nur einen Pfennig auf den Erfolg eines solchen Bürgerbegehrens zu verwetten, konnte ich all das, was seither geschah, kaum im voraus ahnen und erlebte es deshalb als glückliche Überraschung.

Da Umsturzzeiten Zeiten unvorhergesehener Ereignisse sind, werde ich also keine Prognosen wagen. Wissen Sie, was in einem Boxkampf die Zuschauer von den Boxern unterscheidet?

Letztere sind die einzigen, die keine Wetten auf den Ausgang des Kampfes abschließen…

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[1] DGSI: Direction générale de la sécurité intérieure (Generaldirektion für innere Sicherheit): der Inlandsgeheimdienst der französischen Regierung.

[2] In den Medien oft als »Vater des RIC« (RIC: référendum d'initiative citoyenne)Referendum durch Bürgerinitiative«, entspricht der Schweizer Volksinitiative) zitiert, als Befürworter des Frexit und weiterer böser Dinge, wurde Étienne Chouard, Wirtschaftslehrer in einem Lyzeum von Marseille, 2005 schlagartig durch einen Artikel auf seinem Blog bekannt, in dem er sich für das »Nein« im Referendum zur Annahme des Vertrages über eine Verfassung von Europa einsetzte.

[3] Diverse Bauernerhebungen wurden in Frankreich jacquerie genannt (im Hundertjährigen Krieg, während der Hugenottenkriege usw.); der Ausdruck leitet sich von dem den Bauern beigelegten Spottnamen Jacques Bonhomme ab.

[4] Grogne: Unmut, Unzufriedenheit, kommt vom Verb grogner: knurren, grunzen, wird vor allem von den Gegnern immer mit den Gelbwesten in Verbindung gebracht, verweist eigentlich auf den Schweinekoben – insofern ein weiterer Beleg für die im Interview bereits angesprochenen »Klassenverachtung«.

[5] Éric Brunet : Radio- und Fernsehmoderator v. a. bei BFM TV.


 


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (14)

Laurenz
19. Februar 2019 01:16

Hm, die Franzosen leiden wohl immer noch mental an ihrem eingrenzenden geographischen Sechseck. 3 Seeseiten, 2 Gebirge und der Rhein, eine naturgegebene Introvertiertheit des Volkscharakters.

Die Ignoranz der Franzosen der Welt gegenüber erscheint erschreckend, sie übersteigt an Impertinenz noch die Moral-Oase Deutschland. Was erwarten die Franzosen, wenn sie nachwievor teure Kolonien (+ Kolonial-Euro), teure Atomwaffen, und einen nutzlosen Flugzeugträger unterhalten?

Als 2011 klar war, daß Frankreich 2014 pleite sein würde, weder die blöden Boches, noch la perfide Albion, und schon gar nicht die Kuhhirten den Geldbeutel aufmachen wollten, haute Frankreich mal, wie meinte Herr L'Épée .... "en passant" Libyen klein. Dafür waren dann alle Verbündeten zu haben, besser ein kaputtes Nordafrika als einen crashenden Euro. Präsident Hollande rettete den Allerwertesten Frankreichs, und der Euro-Zone den Euro. Die Franzosen dankten es Hollande nicht.

Historisch, nachdem die Templer gemeuchelt wurden, agierten und dachten bis heute nur wenige Franzosen in internationalen Zusammenhängen, wohl eine Folge der o.g. Geographie. 

Sinnlose & teure Aggressionen richten sich bis heute gegen den Rhein und über ihn hinweg. Der lukrative Agrarstaat Frankreich versagte zur Zeit der kleinen Eiszeit von 1500 bis 1850 desöfteren in seiner Domäne. Viele franko-britische Geleit-Schlachten wurden um Getreide-Geleitzüge aus Amerika/Afrika nach Frankreich oder Britannien ausgefochten.

Im Prinzip wurde die Kolonialpolitik Frankreichs bis zur franz. Revolution von Jesuiten geleitet, die kolonialen Bestrebungen des republikanischen säkularen Frankreich sind bis heute ein Elend. Frankreich ist nicht in der Lage ohne ausländische Unterstützung zu existieren. Seit den 50ern besteht die Transfer-Union zwischen Deutschland und Frankreich zugunsten Frankreichs, das sahen wir auch schon in der Weimarer Zeit. Im Empire nannte man es Tribut oder Kontribution.

Wenn man diesen Gelbwesten-Report hier liest, kommt aus den Zeilen kaltes Grausen. 

1.Beibehaltung eines vergesellschafteten (und inflationsabhängigen) Rentensystems,

Wer bezahlt das? Luxemburg?

2. Einstellung der Zinszahlungen auf Schulden,

Wer gibt Frankreich danach noch einen Cent Kredit? Die EZB? Das bedeutet den sofortigen Zusammenbruch des Euros. 

3. Verbot von Betriebsverlagerungen und Verbot der Veräußerung staatlicher Vermögensgüter,

Frankreich hat eine Staatsquote von über 56%. Es geht hier ja nicht nur um die Wasserwerke (Vittel-Debatte). Sozialismus pur, heißt absehbare Pleite.

4. Schluß mit der Arbeitnehmerentsendung,

Dann muß Frankreich die Freizügigkeit des Personenverkehrs, also den modernen Sklavenhandel aufkündigen, das kracht in Brüssel.

5. Kampf gegen die Steuerhinterzehung,

Der Begriff ist arg allgemein gefaßt. Sind nach Frankreich griechische Finanzbeamte entsendet worden? 

6. Festlegung eines Maximallohns,

Das ist durchsetzbar, außer bei Geschäftsinhabern, die als ihre eigenen Geschäftsführer arbeiten.

7. Begrenzung des Mietpreises,

Funktioniert nicht, dann sieht Frankreich in 5 Jahren aus, wie der frühere Ostblock. Möglich ist die massive Besteuerung von Immobilienbesitz über erweiterten Eigenbedarf hinaus.

8. Reaktivierung benutzernaher öffentlicher Dienstleistungen in den einzelnen Regionen,

Kann man das bitte etwas näher ausführen? In Frankreich gehen eben die Investitionen in den Zentralismus und die Peripherie leidet. 

9. Verstaatlichung von Gas und Elektrizität,

die EdF ist quasi staatseigen. Wo ist das Problem? Das ist der übliche sozialistische Moloch und soll noch schlimmer werden?

10. und allgemein eine entschiedene Ablehnung jedweder Spekulation in Bereichen, die dem Markteinfluß entzogen sein müßten.

nachvollziehbar, aber wer will schon Krieg mit Amerika? Die Franzosen sind arg vergeßlich. Im 2. Weltkrieg starben 3x so viele französische Zivilisten in amerikanischen Feuer als in deutschem -.

Von Wirtschaft haben die Gelbwesten keine Ahnung, aber was soll's, linker Sozialismus halt oder noch ärger. Um uns zu schützen, sollten wir unseren Erb-Freund Frankreich mit Rußland austauschen, das wird billiger.

eike
19. Februar 2019 01:50

Ich weiß nicht so recht - und Herr Kaiser läßt sich darüber auch nicht aus - ob die französischen Gelbwesten überhaupt etwas mit unserer Bewegung gemeinsam haben.

Wenn ich mir ihren "sehr klaren" Beschwerdekatalog ansehe, kann ich keinen einzigen Punkt entdecken, der "diesseits des großen Grabens" relevant wäre. Den Cocktail von Lohnfestlegungen, Mietpreisbegrenzungen, Verstaatlichungen, Verkaufsverboten, Spekulationsablehnungen, Zinserlassen, usw. wird jeder Frankreichkenner als das ewige Gebetbuch der kommunistischen CGT erkennen, das bei jedem Streik heruntergeleiert wird.

Man muß schon eine sehr abgehobene Phantasie haben, um darin auch nur einen Hauch von Identitärem, Ablehnung von Überfremdung, banlieues, Kriminalität oder Flüchtlingskrise zu sehen. Nicht einmal eine Verteidigung des Nationalstaats gegen Brüssel kommt zur Sprache, obwohl in Frankreich der Chauvinismus mit der Muttermilch eingesogen wird.

Diese selbsternannte "Revolution" ist ein Witz, daran ändern weder die feuchten Träume des unvermeidbaren Benoist noch der Degen des Herrn L'Épée etwas.

Ein gebuertiger Hesse
19. Februar 2019 12:19

@ Laurenz und Elke
Wir sollten etwas nachsichtig sein ob der irrlichternden Begeisterung über die Gelbwesten, die auch in unserem Lager zu finden ist. Das Moment des freilich heterogenen, aber doch kollektiven - wenn auch nicht autochtonen - Protests, der auf die Straße und bis kurz vor den Elysée-Palast drängt, hat von Deutschland aus gesehen eine solche Anziehung, daß unsereins schonmal Fünfe gerade sein läßt. Und warum auch nicht? Würden wir, liefen die Gelbwesten Unter den Linden herum, uns ihnen nicht anschließen, zumindest hin und wieder?

RMH
19. Februar 2019 12:23

"Man muß schon eine sehr abgehobene Phantasie haben, um darin auch nur einen Hauch von Identitärem, Ablehnung von Überfremdung, banlieues, Kriminalität oder Flüchtlingskrise zu sehen. Nicht einmal eine Verteidigung des Nationalstaats gegen Brüssel kommt zur Sprache, obwohl in Frankreich der Chauvinismus mit der Muttermilch eingesogen wird."

@eike
Die Gelbwesten tun auch gut daran, derartiges erst einmal komplett auszublenden. Sobald der Protest als primär weiß, identitär und gegen die arabisch-maghrebinisch-afrikanische und auch islamische Überfremdung gerichtet identifiziert werden würde, wäre es für das Regime ein leichtes, die entsprechenden nicht europäisch stammenden Bewohner Frankreichs dagegen aufzuhetzen und die gelben Westen würden entweder sofort einknicken oder es käme zu einem Bürgerkrieg. Angesichts der extremen Bevölkerungsverhältnisse in Frankreich ist das offene "identitäre" Auftreten daher auszuschließen, will man nicht sofort vom Platz gefegt werden.

Aus deutscher und insbesondere aus rechts-alternativer Sicht, hatte man bislang den Eindruck, dass die gelben Westen hauptsächlich von europäischen Franzosen der unteren bis mittleren Klassen getragen wird und deswegen wurden diese Proteste auch mit Sympathie begleitet - ist dem immer noch so? Welche Rolle spielen die Franzosen nicht europäischer Abstammung bei der Bewegung?

Das die Franzosen - auch die europäischen - im Herzen Sozialisten sind, die allenfalls auch ins Sozialistisch-Faschistische abdriften können, dürfte seit 1789 halbwegs klar sein (auch die Nouvelle Droite um Benoist & Co. hat etwas typische linkes bzw. ist, zugespitzt formuliert, dem Grunde nach links). Deshalb verwundert der "Forderungskatalog" auch wenig. Wenn der gelbe Westen Widerstand immer noch im Kern von europäischen Franzosen getragen wird, dann ist er, auch ohne dass das offiziell auf die Banner geschrieben wird, dem Grunde nach "identitär" (was bestimmt noch seine Konsequenzen haben würde).

In jedem Fall sind Deutschland und Frankreich rein faktisch dermaßen mit einander verbunden, dass die französischen Ereignisse direkte Auswirkungen auf Deutschland haben werden und auf die EU auch. Zerfällt Frankreich im Chaos, werden wird das auch hier zu spüren bekommen. Die große Frage ist, wie stellt man sich hier und insbesondere in der deutschen Opposition darauf ein?

Niekisch
19. Februar 2019 12:23

"Diese selbsternannte "Revolution" ist ein Witz"

@elke 19.2. 1:50: Ist es nicht ein noch größerer, aber nicht witziger Witz, daß wir hier in Deutschland noch nicht einmal den Versuch machen, soziale Ungerechtigkeit aufzugreifen und mit der Forderung auf Souveränität und Identität zu verbinden?

Beispiel: 6-7oooooo Rentner müssen neben ihren Sozialversicherungsbeiträgen auf Direktversicherungen zur Altersvorsorge zusätzlich den vollen Beitrag (mit Arbeitgeberanteil) trotz Einzahlung aus bereits verbeitragtem Einkommen sowie zusätzlich noch den Zusatzbeitrag. Verfassungswidrig rechnet selbst das Bundesverfassungsgericht diese Altersversorgungen dem betrieblichen Bereich zu, obwohl es Versicherungen sind und die Arbeitgeber bei Vertragsschluß zumeist zugesichert hatten, daß das Kapital nach Auszahlung beitragsfrei bleibt. Bei diesem größten Betrug aller Zeiten kommt es dazu, daß Ehegatten in Rente bis zu 6x Sozialversicherungsbeiträge entrichten müssen, manche bis ins 75. Lebensjahr.

Da wären Gelbwesten genau das Richtige. Ohne Verschmelzen von "rechten" und "linken" Forderungen geht hier garnichts.

Wahrheitssucher
19. Februar 2019 15:03

@ Laurenz

„Um uns zu schützen, sollten wir unseren Erb-Freund Frankreich mit Rußland austauschen, das wird billiger.“

Ja, wer das Unmögliche nicht denkt, verkürzt seine Perspektive!

Und auf die lange Sicht: Berlin + Moskau + Paris ! ?

Laurenz
19. Februar 2019 18:09

@Ein gebuertiger Hesse  ..... Gelbwesten-Demos sind im Vergleich zu uns wohl identisch mit G20 Protesten, nur dort in Frankreich beteiligen sich auch mehr ältere Mitbürger. Frankreich ist römisch zentralistisch organisiert, daher fährt eben jeder nach Paris, oder hat schon wer Aufnahmen von Demos aus Marseille oder Lyon gesehen? Wenn man an der Loire den Präfekten verprügelt, interessiert das kein Schwein. Deswegen ist seit der franz. Revolution eine entsprechende Demonstrations-Kultur vorhanden. Bei uns im Föderalismus läuft das nur so, wenn wir am verhungern sind, und nicht mal derart, wenn wir Weltmeister im Fußball werden. Angeblich waren das ursprünglich Landbewohner und Großstrecken-Pendler, die anfingen, wegen der Spritpreiserhöhung Macrons zu protestieren, weil sie eben betroffen waren. Auf den Video-Aufnahmen des Artikels sind auch nicht-indigene Gallo-Römer zu sehen, aber nicht wirklich viele. Würden die genannten Forderungen des Artikels durchgehen, braucht aber keine mehr arbeiten gehen. Das Video-Team von Herrn Sellner war da in Paris, die produzieren ziemlich gute Video-Qualität. Aber da auch ich Deutscher bin, hätte ich keine Lust mich mit den Flicks zu prügeln, außer es wäre tatsächlich Bürgerkrieg, aber den haben wir nicht. Und deutsche Polizei ist doch harmlos. Und selbst in London demonstriert keiner von 7 Mio. Einwohnern, obwohl er im Regionalzug lebt. 

@RMH .... Frau von Storch sprach sich auf Phoenix/Unter den Linden in der der Debatte mit dem Grün-Faschisten Klocke nicht gegen die Gelbwesten, aber trotzdem äußerst vorsichtig und gegen Gewalt aus. Auch in dieser TV-Diskussion kam die Frage hoch, ob Gelbwesten links oder rechts seien. Frau von Storch wich aus, sie hätte in dieser Bewegung keinen Einblick. Der Grün-Faschist instrumentalisierte die Gelbwesten, in dem er der franz. Rechten vorwarf, die Gelbwesten zu instrumentalisieren. Insofern hätten Sie Recht. Aber wer sich nur etwas in der gallo-romanischen Seele auskennt, weiß, daß die Frogs das mit rechts/links nicht so eng sehen, wie wir. Wenn wir bei Ihrer historischen Argumentation bleiben wollen, hatten die französischen Kommunisten kein Problem bis Barbarossa mit den Nationalsozialisten der Besatzungsmacht zu kollaborieren. Aber man braucht sich über unsere Nachbarn nichts vor zu machen. Um am Sonntag Ente in Rotwein kochen zu können, würde der Franzose uns Boches verhungern lassen. Oder haben Sie jemals einen Franzosen gehört/gelesen, der die nächsten 50 Jahre Netto-Einzahler in die EU werden möchte? Auch die Force de Frappe bald 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des Warschauer Vertrags auf uns zu richten, ist für den gemeinen -, wie für den elitären Franzosen pas de probleme.

@Niekisch .... Ihre Beschwerde über soziale Ungerechtigkeiten ist müßig. Solange die Rentenauszahlung in Deutschmark lief, war es dem deutschen Renter-Michel egal, aus welchem Fenster der asozial-demokratische - oder antichrist-demokratische Politiker das Geld der Sozialkassen hinaus feuerte. Jetzt, da aufgrund extremer Euro-Inflation das Geld nichts mehr wert ist, kommen Sie als einer von wenigen, aber auch mit der falschen Analyse. Wirtschaftlich bestehen zwischen Versicherungen und Sparverträgen keine Unterschiede, außer daß Versicherungen den Sparer mehr betrügen dürfen als Banken, deswegen bieten letztere ja auch Versicherungen an. Das deutsche Finanzamt ging geschickt vor, und kassierte nach der neo-Schröder'schen Rentenregelung einen Rentner nach dem anderen ab, die sind bis heute noch nicht durch. Aber dadurch entstand keine relevante soziale Sprengkraft. Und auch der Nicht-Rentner wählte die aSozialdemokraten in alle Regierungen Merkels bis auf eine , wobwohl er weiß, da die seine Rente streichen werden. Daß Aktionäre sich nicht wehrten, ist klar, die machten durch Schröder locker 700 Milliarden Euro steuerfreien Reibach. Und Beamte, wie Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes ist es bis heute egal. Deren Rente wurde nicht gekürzt, außer 1x für U-Boote. Von daher wird es eher so laufen, daß die Sie als Boche, mehr Steuern werden zahlen müssen, damit die Macrons dieser Welt die Forderungen der Gelbwesten Frankreichs finanzieren können.

@Wahrheitssucher .... das ist Utopie, genau, wie die deutsch-französische Freundschaft eine eine Krankheit in der Wahrnehmung vieler deutscher Staatsbürger/Propaganda-Opfer ist. Diese Freundschaft basiert auf einer nuklearen Bedrohung durch Frankreich gegen uns und auf unseren Transferleistungen. Aber fragen Sie doch mal deutsche Rentner, ob sie weiterhin die Charles de Gaulle, die Force de Frappe und den Unterhalt des Elysee finanzieren wollen? Sie haben es doch gesehen. Macron wollte durch seinen exkrementalen Europa-Vortrag an der Sorbonne uns zu seinen Gunsten weiter schwächen. Und da wir da nicht mitgemacht hatten, tritt er uns bei North-Stream II in den Allerwertesten. Es hat sich seit Clodwig I nichts geändert. Wie ging der (wahre) Wahlspruch der deutschen Linken in den 90ern? F... Chirac.

Der Grund für den aktuellen geo-strategischen Zinnober ist doch, daß zumindest theoretisch eine deutsch-russische Achse endlich möglich ist. Das fürchten sogar die Chinesen.

JohanNilsenNagel
19. Februar 2019 19:28

Ich bitte um Nachsicht für meinen Kommentar, der nichts mit Herrn Kaisers Artikel zu tun hat: Morgen liest Hans Bergel zum ersten Mal öffentlich ein Kapitel aus dem dritten Teil der Trilogie "Finale". Mich hat das so gefreut - und geärgert, weil ich zu weit weg wohne! -, daß ich mögliche Enthusiasten informieren wollte. Quelle: https://www.siebenbuerger.de/zeitung/termine/19247-lesung-hans-bergel-in-muenchen.html Habe vollstes Verständnis, wenn dieser Kommentar nicht veröffentlicht wird!

LotNemez
19. Februar 2019 20:01

@Wahrheitssucher
Schade, dass es immer erst schlimmer werden muss, bevor es besser wird, aber zum Notnagel Russland wird man erst greifen, wenn
a) der chinesische Schuh wirklich drückt
b) die USA nicht mehr als Schutzmacht Europas auftreten, auch nicht Osteuropas
c) Europa durch Rezession, Zersiedelung / Überfremdung so geschwächt ist, dass es nicht mehr auf eigenen Beinen stehen kann

Ob Russland uns dann noch will?

Zur allgemeinen Verwunderung über den blinden Fleck der Gelbwesten: Ich bin kein großer Frankreichkenner wie Ulrich Wickert, darf aber meine Sicht kurz skizzieren. Ich habe gute Bekannte - Linke - in Südfrankreich. Ihre Sichtweise gleicht der des Elementsinterviews. Von Migration, Kultur, Identität ist keine Rede. Die Gewöhnung daran, als Biofranzose eine Minderheit in vielen Teilen des Landes zu sein bzw. bald zu werden ist in bürgerlichen Kreisen abgeschlossen! Der kulturelle Rollback ist überhaupt kein Thema, es fehlt nicht nur schlichtweg die Fantasie, wie das mit legalen und humanen Mitteln vonstatten gehen sollte. Man denkt gar nicht darüber nach, dass all die Zugezogenen der letzten Jahre, dass der Islam irgendwie nicht Teil der Republik sein könnte.

Das ist insofern nochmal anders als hier, als man mit Linken dort durchaus identitär argumentieren kann und doch legitimer Gesprächspartner bleibt. Man bekommt sogar recht. Aber dann kommt doch immer wieder der revolutionäre Gedanke durch. Umverteilung als Allheilmittel. Wenn alle genug zum Leben haben, gibt es keinen Grund zu streiten.

Identität gilt durchaus noch als etwas gutes, bedeutet aber nicht Kultur- oder Biofranzose, sondern legitimer Bürger der Republik zu sein. Immerhin war Algerien, war halb Afrika mal Teil der Republik und wird irgendwie immer noch als inoffizieller Distrikt angesehen. Ein bisschen wie unsere Ostgebiete. Das fällt ja auch manchen schwer sich davon zu verabschieden.

Und Frankreich hat da nochmal eine viel längere Tradition, die tiefe Wurzeln geschlagen hat und das Land jetzt an Ort und Stelle festhält. Also konzentriert man sich eben auf das, was man glaubt, ändern zu können und das Werkzeug dazu war schon immer die Revolution.

Natürlich soll, wer kämpfen will, Unterstützung erhalten. Ich kann jedoch nur davon abraten, sein Herz allzu sehr an Frankreich zu hängen. Auf die Straße bringen den Michel keine 10 Pferde, aber in der Diskussion sind wir meiner Meinung nach deutlich weiter als Frankreich. Da sehe ich eher ein Szenario, wie wir das aus Houellebecqs "Unterwerfung" kennen. Und wie im Buch ist es ein selbst gewähltes Schicksal.

Niekisch
19. Februar 2019 20:09

"als einer von wenigen, aber auch mit der falschen Analyse. Wirtschaftlich bestehen zwischen Versicherungen und Sparverträgen keine Unterschiede, außer daß Versicherungen den Sparer mehr betrügen dürfen als Banken, deswegen bieten letztere ja auch Versicherungen an"

@Laurenz 19.2. 18:09: Schreiben Sie bitte besser nicht zu Themen, von denen Sie nicht die geringste Ahnung haben. Wenn Sie hier mit reden wollen, dann beschäftigen Sie sich bitte erst einmal mit dem SGB V und dem Problem der "Bestimmtheit" von Gesetzen. Es geht darum, ob mit dem Arbeitgeber vereinbarte Direktversicherungen Betriebsrenten hinsichtlich der Verbeitragung gleichzustellen sind. Ich habe selber einen Prozeß bis zum BVerfG geführt, dürfte mich also ein wenig auskennen.

Gelddrucker
19. Februar 2019 22:42

@LotNemez: Das sagen die Linken, und was sagen die Rechten?

Wie man so hört, liegt aktuell Le Pen in den Umfragen vorne.

Ich war auch neulich bei einem Gelbwestenprotest in Paris und habe mal testweise mit einigen gesprochen und immer wieder das Thema Remigration angesprochen. Einige stimmten zu, einige nicht. Ich sehe da aber keine kollektive Unterwerfung.

Und übrigens zu besagtem Roman, war meines Wissen eins der meistverkauften Bücher in Frankreich der letzten Jahre. Das sagt auch schon einiges...

Gelddrucker
19. Februar 2019 22:46

Darüber hinaus möchte ich noch anmerken, dass bei der Jugend Le Pen mit bis zu 40% "gehandelt" wird. Kann der Prüfer hier eventuell diesen Kommentar in meinen vorigen mit einflechten?

LotNemez
20. Februar 2019 12:50

@Gelddrucker
Vielen Dank für die wichtige Perspektive.

Atz
23. Februar 2019 01:13

Das Lustigste am französischen Sozialismus war schon immer die Pariser Kommune. Forderungen, die niemand erfüllen brauchte. Bedingt durch preussische Kanonen.

Die Gelbwesten sind ja ungefähr das Äquivalent einer ungeführten ADAC Partei. Man sperre mal bei uns 50 Bauarbeiter, Schlosser usw. in einen Raum und schreibe mit was die so politisch wollen, dann hole man sich smarte Texter und Juristen und mache daraus die neue Volksbewegung. Alle denen die Politik schnurz ist, wollen gewiss die Bahnverspätung reduzieren und den Lieferdienst der Post verbessern, Diäten kürzen und mit kriminellen Fremdarbeitern weiss man auch, was man will, und Kinderschänder sind wegzusperren. Die Parteien hören der Arbeiterschaft zwar nicht mehr zu, aber diese Verachtung ist auch ihre Schwäche.