Sezession
4. März 2019

Till-Lucas Wessels denkt europaradikal

Benedikt Kaiser / 14 Kommentare

Der junge Publizist Till-Lucas Wessels (»Sonntagsheld«) hat in der reihe kaplaken europaradikal nachgedacht. Wir stellen ihm ein paar Fragen.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

SEZESSION: In Ihrem kaplaken fordern Sie die Einheit Europas, die Abkehr vom klassischen Nationalstaatsdenken der politischen Rechten und einen europäischen Völkerfrühling. Drunter ging es nicht?

TILL-LUCAS WESSELS: Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Grund zur Zurückhaltung. Der europäische Populismus stellt sich dieser Tage als eine hochvitale Strömung heraus, die geeignet erscheint, die politische Landschaft unseres Kontinents innerhalb kürzester Zeit radikal zu verändern – allerdings mit einem starken Rückgriff auf nationale Identitäten; Souveränität ist das Stichwort der Stunde.

Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, aber ich denke es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß dieser neue Souveränismus in seinem Kern nicht reaktionär wird. Man könnte auch sagen: Gerade wir, die wir uns immer die Vorwürfe der Rückwärtsgewandheit und des Chauvinismus anhören müssen, wissen es besser und haben daher eine Verantwortung dafür, daß die neue populistische Bewegung in Europa ihre Energie nicht im Korsett einer Karikatur des vergangenen Jahrhunderts einschnürt, sondern zeitgemäß bleibt und visionär wird.

SEZESSION: Was heißt das konkreter gesprochen?

WESSELS: Dazu gehört es, den Realitäten ins Auge zu sehen, und zuallererst anzuerkennen, daß die Politik den Investiturstreit gegen die Wirtschaft einstweilen verloren hat. Ganz konkret ist dieser "Verlierer" der klassische bürgerliche Nationalstaat, der als selbständige Handlungsinstanz überall auf dem Rückzug ist: Privatisierung wichtiger Schlüsselsektoren, asymmetrische Kriegsführung, aber auch der Lobby-Zentralismus der EU – in allen Bereichen befinden sich nichtstaatliche, parastaatliche oder überstaatliche Akteure auf dem Vormarsch.

SEZESSION: Das Vereinigte Europa also als Chance für jedes einzelne europäische Land, global zu bestehen? Bitte: Ist das nicht bereits das Anliegen der EU?

WESSELS: Ja. Auf dem Parkett der Weltpolitik dauerhaft wirkfähig kann nur eine institutionalisierte Gemeinschaft der europäischen Völker sein, die sich, von einer positiven Vision getragen, den Hegemonialansprüchen aus Ost und West entgegenstellt.

In diesem Zusammenhang ist die Europäische Union jedoch untragbar: Ihr bürokratischer Zentralismus würgt regionale und nationale Identitäten ab, ihre Durchdrungenheit vom westlichen Menschenrechtsimperativ lähmt sie innen- und außenpolitisch, Lobbyismus und Wirtschaftsprimat machen sie zum willfährigen Spielball internationaler Wirtschaftszusammenhänge.

SEZESSION: Nun verhält es sich aber so, daß – speziell auf dieser wirtschaftlichen Ebene – häufig von "rechts" eingewendet wird, es gebe keine Belege für das Überholtsein des Nationalstaates im ökonomisch-technischen Bereich. Man könne dafür schlichtweg kein Verständnis aufbringen. Wie würde eine europaradikale Antwort aussehen?

WESSELS: Ich möchte mich dieser Frage von zwei Seiten nähern, denn auch die Kritik am bürgerlichen Nationalstaat, wie sie etwa Alain de Benoist formuliert, ist bilateral: Der Nationalstaat ist als bürokratischer Koloss zu groß, um die Probleme der Kommunen und Regionen angemessen regeln zu können und (für sich allein gestellt) zu klein, um auf globaler Ebene souveräne Politik zu machen. Europaradikales Denken ist daher immer kontinental statt global, subsidiär statt zentristisch und sozial statt liberal.

Konkret bedeutet das eine europäische Handelszone mit einer gemeinsamen wirtschaftlichen Außenpolitik, in der außereuropäische Mächte (egal ob staatlich, paratstaatlich oder privat) möglichst wenig Investitions- und Interventionsmöglichkeiten haben. Wie lange es dauert, um ein so vereintes Europa aus den globalisierten Wirtschaftszusammenhängen gewissermaßen "abzumelden" kann ich nicht sagen – für möglich und nötig halte ich es.

SEZESSION: Wie sähe eine Handelszone europaradikalen Zuschnitts aus?

WESSELS: Nach innen hin bestünde eine solche Handelszone aus einer Vielzahl möglichst abgeschlossener regionaler Kreisläufe, in deren Funktionieren nach dem Subsidiaritätsprinzip so wenig wie möglich eingegriffen wird.

Das ist natürlich ein Punkt, der über die reine Ökonomie hinausweist – eine regional orientierte Wirtschaft bedeutet auch einen Schritt gegen die Entfremdung der Produzenten und Konsumenten vom Produkt und voneinander; als ganz konkretes Stichwort sei hier einmal das Konzept der "Solidarischen Landwirtschaft" genannt.

SEZESSION: "Idealistische Absichtserklärungen!", könnte ein ökonomistisch argumentierender Rechter einwenden.

WESSELS: Tja. Bei einer Europakonzeption überhaupt rein vom Faktor der Wirtschaftlichkeit auszugehen, halte ich für einen Fehler. Das ist ein Grundproblem des politischen Ethos unserer Zeit, welcher nach wie vor von einem neoliberalen Wachstumsfanatismus durchwuchert ist.

Die Frage darf nicht sein: "Wie mache ich es der Wirtschaft möglichst recht?"

Die Frage muß lauten: "Welche politische Zukunft für Europa ist wünschenswert und wie stelle ich sicher, dass der Weg dahin ohne allzu viele wirtschaftliche Nachteile für die Europäer verläuft?"

"Wirtschaftliche Nachteile" klingt Ihnen zu pessimistisch? Ich glaube, daß sogar der letzte national-freiheitliche CDUler mir zustimmen wird, daß wir da in der nächsten Zeit nicht drum herumkommen.

SEZESSION: Nun dürften entsprechende Standpunkte innerhalb des eigenen Milieus auf Widerspruch stoßen, vor allem in jenem Bereich, der mit DEXIT-Phantasien und grundsätzlicher Europaskepsis operiert, etwa im Europawahlkampf bis Mai.

Wer ist also die Zielgruppe europaradikalen Denkens, die Zielgruppe Ihres zur Diskussion anregenden kaplaken-Bandes: Das gesamte eigene Lager? Neurechte Zirkel? Bis dato nur anpolitisierte Erasmus-Studenten aus den Uni-Städten? Arbeiterjugend aus Kattowitz, Hospitalet de Llobregat, Chemnitz und Rotterdam?

WESSELS: Sollte sich ein spanisch-katalanischer Kleinstverlag meines Bändchens erbarmen und eine Übersetzung veröffentlichen, wird natürlich die Arbeiterjugend von Hospitalet de Llobregat zum heißen Kandidaten!

SEZESSION: Europäischer Austausch auch im publizistischen Sinne, eine Venner-Forderung. Aber dieser Austausch bleibt, so kritisch muß man sein, selbst heute noch oft bei Wunschdenken stehen.

WESSELS: Ja, Spaß beiseite. Selbstverständlich freue ich mich über jeden Leser, der sich konstruktiv mit meinen Vorschlägen auseinandersetzt, insofern möchte ich außer der bis dato anpolitisierten Erasmus-Studenten (die können ruhig in Neuseeland oder Australien vergammeln) eigentlich keine der genannten Gruppen ausschließen.

SEZESSION: Immerhin. Und positiv gesprochen?

WESSELS: Geschrieben habe ich den Text insbesondere für die junge, hungrige Neue Rechte, die im Moment zwischen Identitärer Bewegung, Jungeuropa Verlag und Junger Alternative ihre Begeisterung für die Möglichkeit einer europäischen konkreten Utopie entdeckt.

In diesem Sinne ist europaradikal gedacht als eine kurze, intensive Einführung in den rechten Europadiskurs, die Ausgangspunkt sein soll für vertiefende Lektüre, welche sich aber auch selbstbewußt genug positioniert, um als persönlicher Beitrag in dieser Diskussion aufgefaßt werden zu können.

Wer sich dafür interessiert, aber das Büchlein noch nicht direkt erwerben will (Schade!) wird schon bald die Gelegenheit haben, meine Ansätze in einem Vortrag präsentiert zu bekommen – die Diskussion wird dann im Anschluß geführt. Dafür muß man am 16. März lediglich nach Halle kommen!

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Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


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Kommentare (14)

Der_Juergen
4. März 2019 22:50

Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, das Buch gleich zu bestellen. Wessels ist ein kluger Kopf; davon zeugen seine allwöchentlichen Beiträge.

Zum Thema: Schon seit vielen Jahren bin ich der Ansicht, dass die Staaten Europas sich auf eine gemeinsame Aussen- und Verteidigungspolitik einigen müssen. Dies bedeutet wohlverstanden nicht, dass ich gegen den Nationalstaat wäre; dieser ist auch in Zukunft unverzichtbar. Mir schwebt ein europäischer Staatenbund vor, der von Portugal bis an die Grenzen der ehemaligen UdSSR reicht (wo seine östlichen Grenzen genau verlaufen würden und welche Staaten dazu gehören würden, lässt sich im Moment nicht sagen. Dieser Staatenbund muss nach dem Motto "Kein Feind im Osten" handeln und engstens mit Russland zusammenarbeiten.)

Seine Innenpolitik könnte jeder Mitgliedstaat dieser Union selber bestimmen. Ob er autoritär oder demokratisch regiert wird, darüber hat nur dieser Staat selbst zu befinden. Aber angesichts der immer stärkeren Bedrohung durch raumfremde Kräfte und die afro-islamische Invasion müssen alle europäischen Nationen zusammenspannen und mit einer Stimme sprechen. Zentrales Prinzip eines solchen Staatenbundes wird sein, dass er ein Interventionsverbot für raumfremde Mächte verhängen wird (worunter natürlich vor allem die USA zu verstehen sind).

Ich sähe Grossbritannien nur allzu gerne als Bestandteil eines solchen Staatenbundes, aber realistischerweise ist davon auszugehen, dass die Briten mit ihren Vettern jenseits des Atlantik zusammenspannen werden.

Dies bedingt selbstverständlich, dass in den betreffenden Staaten nationale Kräfte am Ruder sind, für die die Bewahrung der europäischen Menschheit und ihrer Kultur oberste Priorität hat. Ein deutscher und ein französischer Nationalist sind heute keine Gegner mehr, sondern Partner. Dies bedeutet, dass wir einen Schlussstrich unter die Konflikte der Vergangenheit ziehen müssen. Diese dürfen und sollen historisch so objektiv erforscht werden, wie es möglich ist, dürfen aber nicht wie ein Bleigewicht auf unseren Völkern lasten. Deutsche und Polen, Serben und Kroaten, Ungarn und Rumänen sitzen im gleichen Boot, und wenn sich die Ruderer gegenseitig an die Gurgel fahren, wird der Kahn kentern.

Nun freue ich mich auf die Lektüre von Wessels' Buch.

Atz
5. März 2019 10:26

Es würde ja erst mal genügen Europa als E27 souverän zu denken. Also den massiven Einfluss der USA und der englischen Sprache endlich wegzudrücken, wobei nur noch der Cargo-Kult der Transatlantiker im Trumpzeitalter im Weg ist. Sodann Unterminierungen der Solidarität wie Steueroasen mit gemeinsamer Kanonenbootpolitik anzugehen. Wenn der Brexit zur handelspolitischen Versenkung des Vereinigten Königreichs und einem Stimmverlust des Merkeldeutschland im Rat führt, dann ist das hervorragend. Deutschland macht die Grenzen nicht dicht aber Osteuropa greift beherzt zum Zaun. Die Mittelmeer-Invasion lässt sich ohne weiteres mit robusten Maßnahmen abstellen, etwa durch militärische Abschreckung und gezielte Schläge gegenüber den Transitstaaten. Genau darum ist Europa gerade gut als Projekt, weil die anderen Regierungen Europas noch gesund sind und sich wehren. Verhoftstadt ist der letzte Mohikaner der Globalisten im Europaparlament. Die Zeiten ändern sich. Europa war und ist das Projekt der Konservativen um das Projekt Grossraum ohne Krieg zu bewerkstelligen.

Niekisch
5. März 2019 11:08

@ Der_Juergen 4.3. 22:50: Ihr Beitrag ist für mich so treffend, daß nur noch hinzuzufügen ist: ein Art europäischer Friedenskonferenz in Anlehnung an die Friedensschlüsse nach dem 30-jährigen Krieg unter Beteiligung Rußlands, aber ohne die USA, mit denen wir bilateral abschließen müssen, sollte schon stattfinden.

Vorab auch eine schonungslose Analyse des dann aktuellen europäischen - EU - Standes. Es wird oft übersehen, daß institutionell Exekutive und Legislative in der EU vermischt sind, der Europäische Gerichtshof (EuGH) ohne jegliche Legitimation über wesentliche Fragen unserer Existenz entscheidet, das europäische Parlament defizitär ist und nicht aus gleichen Wahlen hervorgeht. Fachleute sehen keine Möglichkeit einer institutionellen Reformierbarkeit der EU.

Andrenio
5. März 2019 15:32

Subsidiarität hört sich schon mal gut an, löst aber die Großaufgaben kaum.

Gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik kann nur im Rahmen der Konvergenz der Eliten gemacht werden.

Als einziges Land in Europa verfügt Frankreich über Schulen, die zumindest eine Verwaltungselite herausbildet.
Würde daraus ein Modell für Europa werden, könnte sich eine europäische Führungsschicht mit Korpsgeist herausbilden, die zur Koordination der gewaltigen Aufgaben fähig sein könnte.

Was alleine notwendig ist, um die Verteidigungsfähigkeit wieder herzustellen mit Konvergenz der Ausrüstung und Munition, eine Sysiphosaufgabe.

Hierfür müssten die Schüler mindestens 4 Sprachen fließend lernen, auch die französischen. Dazu gehört selbstredend auch eine slawische.
Dass Russland auf Dauer nur nach Trennung von den Regionen überleben wird, in dem jetzt schon muslimische Mehrheiten existieren, kann schon einmal vorausgesetzt werden. Warum also nicht Russland einbeziehen?

Für eine effektive Verteidigungspolitik reichen locker 5-10% des Steueraufkommens aller Länder, wenn nicht sogar eine Alkoholsteuer á la Sektsteuer wie unter Wilhelm II für die Kriegsmarine.

Ohne Zweifel gehört vorher ein Friedensvertrag mit einer historischen Aufarbeitung der Vergangenheit ohne Scheuklappen und gesetzlichen Einschränkungen. Alles müsste auf den Tisch.

Hierbei könnte gleich geklärt werden welche Armee in der Vergangenheit die effektivste war. Deren Modell müsste die Grundlage der Ausbildung der gemeinsamen europäischen Armee sein. Man könnte dafür gerne auch ausländische Fachleute wie van Crefeld dazunehmen.

Wie weit wir in Wirklichkeit von einer solchen wirkmächtigen Vision sind, das zeigen die heutigen Verhältnisse. Ohne eine solche gemeinsame Verteidigung ist Europa machtpolitisch ein Nichts.

solitude
5. März 2019 16:07

Ich kann mit diesem europapolitischen Ausflug nicht viel anfangen. Geht es nun darum, "den Realitäten ins Auge zu sehen" oder um "die Möglichkeit einer europäischen konkreten Utopie"?

Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit (wohl Kurt Schumacher; für mich allgemeines Prinzip). Bestandteil dieser Wirklichkeit ist die realexistierende EU, die, zu einer grundlegenden Reform unfähig, unablässig weitere Richtlinien, Verordnungen, (Gerichts-)Beschlüsse etc. erlässt, ohne dass der kleine Mann dies noch nachvollziehen könnte. Schritt für Schritt baut sie ihren Vorteil aus und schafft Fakten in immer zahlreicher werdenden Rechtsgebieten. Der sogenannte "Upload-Filter" ist nur ein vereinzeltes, ausnahmsweise prominentes Beispiel.

Untrennbar mit dem "Einigungsprojekt" verbunden ist die - uns offenbar von den Franzosen abgeschwatzte - Währungsunion, die im Zuge der Schuldenkrise einiger Südstaaten in vollständigem Gegensatz zum deutschen Narrativ zu einer tiefen Spaltung der euopäischen Völker geführt hat. Vertieft wurde diese Spaltung zuletzt durch den unter den EU-Mitgliedsstaaten strittigen Umgang mit der Zuwanderung aus dem Nahen Osten und (Nord-)Afrika.

Bei all diesen Fragen vertreten die unterschiedlichen Nationalstaaten selbstverständlich ihre Interessen, woran die EU am Ende des Tages scheitern dürfte. Der sogenannte "Brexit" könnte insoweit als Anfang vom Ende verstanden werden. Scheiterte die EU aber tatsächlich, so würden die insbesondere von der Bundesregierung übertünchten Unterschiede offensichtlich. Daraufhin einen neuen Einigungsprozess zu beginnen, halte ich für naiv.

Darüber hinaus ist fraglich, ob der "europäische Populismus" [eine einheitliche Strömung?] in seiner Gefühlsbetontheit wirklich mit dem sehr vernunftgeleiteten Ziel der Wirkungsmacht auf dem Parkett der Weltpolitik punkten kann. Dies gelingt schon den jetzigen, sich selbst als "überzeugte Europäer" bezeichnenden Protagonisten kaum.

Selbst wenn Europa beim Tanz um die Weltmacht mitmachte, bliebe weiterhin die Frage offen, wer führt. Die Rolle käme aus wirtschaftlichen und geo-strategischen Gründen eigentlich Deutschland zu, welches sie bislang (zumindest nach außen hin) nicht wollte. Es darf außerdem bezweifelt werden, dass insbesondere Frankreich einen offenen Führungsanspruch Deutschlands zulassen würde.

Ich kann mich für die hier vorgestellte, m. E. kopflastige Konzeption eines vereinten Europas nicht begeistern. Die europäischen Nationalstaaten werden auch zukünftig im Rahmen gemeinsamer Interessen zusammenarbeiten. Es kann als historisch bezeichnet werden, dass hierfür ein institutioneller Rahmen gefunden wurde. Dessen Verselbstständigung erweist dem Gedanken an ein vereintes Europa jedoch mittlerweile einen Bärendienst. Er wird sich früher oder später als nicht krisenfest herausstellen und neue Formen der Kooperation werden sich herausbilden. Interessanter als neue Einigungskonzepte erscheint mir die Rolle Deutschlands hierbei.

Waldgaenger aus Schwaben
5. März 2019 17:05

Aus dem Unterricht meines Geschichtslehrers, solche Lehrer gibt es heute wohl kaum noch, erinnere ich mich beim Lesen dieses Artikels an den Attischen Seebund.

Die Probleme eines Staatenbundes sind über Jahrtausende dieselben geblieben. Wie bringt man die einzelnen Staaten im Bund dazu die Bündnispflichten einzuhalten, auch wenn der Feind nicht (mehr) unmittelbar vor den Toren steht?

Die Vorteile nimmt jeder gerne, aber wenn es um die Pflichten geht?

Die niedrigen Zinsen der gemeinsamen Währung nehmen die Mittelmeerländer gerne mit. Zu einer nord- und mitteleuropäischen Haushaltsdisziplin lassen sie sich nicht verpflichten.
Ebenso nehmen alle gerne die Vorteile offener Grenzen in Anspruch. Wenn es darum geht, unschöne Bilder bei Grenzschließung gegen Migranten von außerhalb der EU in Kauf zu nehmen, winkt man lieber durch - bis die Migranten dann da sind, wo sie hin wollen.

Der Weg vom Staatenbund zum Bundesstaat, der manchen in Brüssel vorschwebt, bedeutet letztlich Bundeszwang. Als letztes Mittel muss das Militär eingesetzt werden um renitente Länder zum Einhalten der gemeinsamen Regeln zu zwingen. Deutschland, die Schweiz, alle föderal verfassten Staaten kennen den Bundeszwang. Zwar wird Bundeszwang kaum eingesetzt. Aber die Existenz alleine wirkt. Wer würde sein Ticket für Falschparken bezahlen, wenn er nicht wüsste, dass letztlich der Gerichtsvollzieher mit der Polizei anrückt, wenn er nicht zahlt.
Aber allein die Formulierung eines Bundeszwanges ist undenkbar angesichts der europäischen Geschichte.

Der Ausweg, den einzelnen Ländern den Austritt zu ermöglichen oder sie auszuschließen, funktioniert nicht. Ein Land wie Großbritannien wird vielleicht sogar einen harten Brexit ökonomisch überstehen. Für viele andere, kleine Länder in der EU würde ein harter Austritt oder gar Ausschluss nichts anderes bedeuten eine kriegerische Blockade. Die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern würde zusammen brechen und zu inneren Unruhen und Bürgerkrieg führen.
Weitere Probleme eines Bundesstaates ohne Bundeszwang, wie etwa die Möglichkeit, dass externe Mächte ein einzelnes schwaches Land als Brückenkopf nutzen, wurden hier
https://sezession.de/60259/der-europaeische-hindernisparcours
und hier
https://sezession.de/59453/4-fragen-zur-europaeischen-frage
diskutiert.

Wessels hat aber Recht, wenn er sagt, dass ein Zusammenschluss europäischer Staaten notwendig ist und dass er auf einer gemeinsamen Begeisterung für die "Möglichkeit einer europäischen konkreten Utopie" basieren muss.

Eine solche Utopie gibt es:

Die Christenheit oder Europa

Es waren schöne glänzende Zeiten, wo Europa ein christliches Land war, wo Eine Christenheit diesen menschlich gestalteten Weltteil bewohnte; Ein großes gemeinschaftliches Interesse verband die entlegensten Provinzen dieses weiten geistlichen Reichs. ...

http://novalis.autorenverzeichnis.de/christenheit_oder_europa/christenheit_01.html

Die Christenheit oder Europa heißt heute:
Europa wird christlich sein, oder es wird nicht sein.

Hartwig aus LG8
5. März 2019 17:10

Die europäischen Visionen von Wessels und der Kommentatoren halte ich für gewagt optimistisch, um nicht zu sagen, für unrealistisch. Aber darüber kann man diskutieren.
Ich will allerdings auf die proklamierte Sezession Europas von den USA eingehen - und damit zwangsläufig der vom amerikanischen Volk. Dieser Idee bzw. diesem Ziel hänge ich seit vielen Jahren an, bin aber dabei, umzudenken.
Versucht man, aus großer Distanz auf das geopolitische Geschehen zu schauen, so deutet sich eine Wanderung der weltbeherrschenden Großoligarchie gen Osten an; weg von den USA, hin nach China. Ich bezweifle, dass ich das zu meinen Lebzeiten noch vollendet sehen werde. Bis dahin werden die Chinesen noch durch die eine oder andere Großkrise zu gehen haben. Aber langfristig werden wir Europäer spätestens ab der zweiten Hälfte des Jahrhunderts harte hegemoniale Attacken aus Osten abzuwehren haben.
Und erst im Kontrast werden wir die Verwandtschaft zu den Nordamerikanern schätzen lernen.

Der_Juergen
5. März 2019 21:00

@Waldgänger

Wir haben ja unsere Differenzen, aber zum Schlussteil Ihrer heutigen Ausführungen sage ich nur: "Ihr Wort in Gottes Ohr.`" Nichts für ungut, lieber Franz Bettinger...

@solitude

"Gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik kann nur im Rahmen der Konvergenz der Eliten gemacht werden.
Als einziges Land in Europa verfügt Frankreich über Schulen, die zumindest eine Verwaltungselite herausbildet. Würde daraus ein Modell für Europa werden..."

Sie schneiden hier einen kapitalen Punkt an, der sogar auf diesem hochkarätigen Forum nur sehr sporadisch zur Sprache kommt. Entscheidend für die Zukunft einer Nation ist, dass sie ihre Elite fördert, d. h. schon ab der Elementarschule die Begabten nach Kräften fördert, um aus ihren eine künftige Elite zu formen, die dann in gesonderten Hochschulen zur Führungsschicht der Nation ausgebildet wird. (Natürlich werden Menschen mit tadellosem Leistungsausweis auch ohne Besuch einer solchen Schule in hohe Stellungen aufrücken können). In der heutigen BRD und anderswo werden Talente nicht ausreichend oder gar nicht gefördert, manchmal sogar unterdrückt. Ich erinnere mich an eine Passage in einem Buch von Salcia Landmann (den Titel habe ich vergessen), in dem das Schicksal eines ungewöhnlich strebsamen und begabten Hamburger Schülers namens Dirk geschildert wurde. Er wurde wegen abnormen Strebertums, das als psychische Störung eingestuft wurde, mit Psychopharmaka behandelt und dämmerte später als Wrack in einer Klinik vor sich her.

Zu ihrer Forderung, jeder Student einer Eliteschule müsse mindestens vier Sprachen, darunter eine slawische, fliessend erlernen: Schön wär's, aber aufgrund persönlicher Erfahrung mit zahllosen Schülern und Studenten muss ich Ihnen sagen, dass es nicht realistisch ist. Für einen nicht aussergewöhnlich begabten und motivierten Menschen ist der zum fliessenden Erlernen auch nur einer slawischen Sprache (von Arabisch oder Chinesisch ganz zu schweigen) erforderliche Aufwand so enorm, dass dafür ein Grossteil der Studienzeit draufginge, zumal der Betreffende Ihnen zufolge ja noch drei andere Sprachen fliessend lernen muss.... Wenn der Betreffende Offizier werden will, muss er ja auch schiessen und sich anhand einer Landkarte im Gelände orientieren und nicht nur in vier Sprachen "Ergebt euch!" schreien können.

Lotta Vorbeck
6. März 2019 00:12

@Hartwig aus LG8 - 5. März 2019 - 05:10 PM

"... Aber langfristig werden wir Europäer spätestens ab der zweiten Hälfte des Jahrhunderts harte hegemoniale Attacken aus Osten abzuwehren haben."

+ "In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts" wird von das, was von "wir Europäer" noch übrig geblieben ist, ganz andere Sorgen haben, als sich um "harte hegemoniale Attacken aus dem Osten" zu scheren.

*****************************************

"Und erst im Kontrast werden wir die Verwandtschaft zu den Nordamerikanern schätzen lernen."

+ Ist Ihnen Jared Taylor ein Begriff? - In wenigen Jahren bereits werden die europäischstämmigen US-Amerikaner in 'Gods own Country" in der Minderheit sein.

Waldgaenger aus Schwaben
6. März 2019 08:10

@Der_Juergen

Danke, solange die Gemeinsamkeiten überwiegen,...

Natürlich nehme ich Novalis nicht wörtlich. Aber ohne eine transzendentale Verankerung wird die Utopie, von der Wessels spricht und die auch ich für unerlässlich halte, nicht lange wirken. Sie muss nicht nur die Menschen unter einander verbinden, sondern auch die Menschen mit dem Transzendalen. Und das kann in Europa nur der Gott des Christentums sein.

Ein rein diesseitiges Konstrukt, wie zum Beispiel ein Verfassungspatriotismus, liefert die Idee Europa den Juristen aus. Und das Geschäft der Juristen ist es nun mal, auch abstruse Positionen aus Gesetzestexten begründen zu können, wenn sie dafür bezahlt werden.

Auch das alleinige Beharren auf Abstammung baut auf Sand. Als bei uns die ersten türkischen Gastarbeiter ankamen, verwiesen Lokalhistoriker darauf, dass unsere Vorfahren aus Anatolien eingewandert sind.
https://de.wikipedia.org/wiki/Anatolien-Hypothese

Was die Elitenförderung angeht:
Ich weiß nicht, ob Sie oder der Kommentator solitude Kinder haben. Aber mir und wohl den meisten anderen Eltern geht so, dass man mit allen Mitteln versucht, dass der eigene Nachwuchs sozial nicht absteigt.

Somit wird eine Elite immer alles geben, den eigenen Nachwuchs innerhalb der nächsten Elitengeneration unter zu bringen. Eine einkommensstarke und gut vernetzte Elite wird sich deshalb zu einer neuen Adelsschicht heraus bilden und wenn der Besuch einer guten und teueren "grande ecole" eine Karriere in der öffentlichen Verwaltung oder staatsnahen Unternehmen sichert, werden über die Zeit hinweg nicht mehr die Besten an den richtigen Stellen sitzen.
Deshalb muss es gute und kostenlose Ausbildung für alle geben.

solitude
6. März 2019 10:40

Ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken, weshalb ich gerne darauf hinweise, dass der Kommentar, auf den @Der_Juergen und @Waldgaenger aus Schwaben Bezug nahmen, von @Andrenio war. Ich persönlich halte Elitenförderung für wichtig und in Deutschland unterentwickelt. Daran knüpfen sich aber weitere Fragen an: Elite von was und/oder für was? Abgesehen davon stimme ich @Waldgaenger aus Schwaben zu, dass die Breitenbildung nicht vernachlässigt werden darf. Auch hier sieht es in Deutschland nicht gut aus.

Zurück zum Thema und klarstellend: Ich teile die skeptische Haltung von @Hartwig aus LG8. Auch hinsichtlich China stimme ich zu. Die notwendige Hinwendung zu Russland muss nicht zwangsläufig eine Abwendung von den VSA sein. Ich plädiere ohnehin für eine undogmatische Außenpolitik, die sich an deutschen Interessen orientiert (Bismarck lässt grüßen). Nochmal: Die europäische Kooperation ist notwendig und gut. Ich bezweifele aber, dass uns (neue) Utopien weiterbringen.

Laurenz
6. März 2019 12:21

@Hartwig aus LG8 .... genauso ist es, aber Macht zur Sezession funktioniert auf globaler Ebene nur mit einer militärischen Option. Davon gibt es, historisch betrachtet, nur wenige Ausnahmen. Auch die DDR wurde nicht vom Volk befreit. Ronald Reagan gab die Appeasement-Politik Willy Brandts der Lächerlichkeit preis. Auch Oskar Lafontaine wurde als Bundesfinanzminister von dem Amis nachhause gegangen. Der Artikel übersieht auch geflissentlich die ewige Spaltung Europas.

RMH
6. März 2019 19:23

"Der Artikel übersieht auch geflissentlich die ewige Spaltung Europas."

Das ist das große Problem an allen europäischen Überlegungen - wenn man sich nur ansieht, wie hier die "großen Mächte" dieses Spiel auch nach 2 Weltkriegen noch ziemlich ähnlich spielen, wie eh und je und Deutschland eigentlich nur als Zahlmeister erwünscht ist und im übrigen stets misstrauisch beäugt wird (bzw. gerne in Fesseln gesehen wird oder gar wieder in viele Staaten geteilt gewünscht wird), dann kann einem schon die Motivation am europäischen Gedanken recht schnell verlassen.

Dennoch: Europa ist ein Mythos und im Politischen ein sehr wirkkräftiger, mobilisierender Mythos. Vermutlich der einzige politische Mythos, den man in Europa länderübergreifend eben haben kann. Ein Mythos im echten Sorelschen Sinn (vgl. "Über die Gewalt" von Georges Sorel).

Die jungen, wieder sich auch aufs eigene Land besinnenden europäischen Bewegungen tun mithin gut daran, Europa als einenden und mobilisierenden Mythos gemeinsam zu pflegen und sich auf ihre Banner zu schreiben. Und rein faktisch hat Wessels natürlich recht, wenn er die globale Perspektive als Grund für ein starkes Europa nennt.

Wollen alle europäischen Nationen angesichts der Globalisierung und der damit einhergehenden Einhegung unter ganz bestimme digitale Strukturen, die ja eben nicht pluralistisch daher kommen, sondern stark monopolistisch bis maximal oligopolistisch, aber insgesamt hegemonial, ein gutes Stück Freiheit haben oder gar auch nur behalten, dann sind sie gut beraten, alte Vorurteile und Sichtweisen ein Stück weit zu begraben und konstruktiv zusammen zu arbeiten.

Robert
7. März 2019 10:25

Die Notwendigkeit einer Loslösung von EU-Europa kann für den Nationalen, Neurechten, ja für jeden „Radikal-Europäer“ (?) keine Frage mehr sein. Hier wäre natürlich auch Europa in allen Belangen neu zu denken – eben auch in sozio-ökonomischer und daher auch in monetärer Hinsicht.

Die klar verfolgbare und überhaupt nie geheim gehaltene Tendenz der EU zielt auf den Europäischen Einheitsstaat hin – und dabei keineswegs auf einen irgendwie gearteten Schutz für den Nationalstaat (darum verwundert die Frage von @Kaiser etwas: „Das Vereinigte Europa also als Chance für jedes einzelne europäische Land, global zu bestehen? Bitte: Ist das nicht bereits das Anliegen der EU?“).
Der Konzeption Wessels ist daher grundsätzlich aus machtpolitisch-emanzipatorischer Sicht zuzustimmen. Nur, wenn es um ökonomische und damit untrennbar verbunden soziale Fragen geht, wird i. d. R. im „neurechten“ Lager die Gretchenfrage nach dem Fundament jedes wirtschaftlichen Systems m. W. nach nicht gestellt, und das ist Frage des „Geldsystems“, von deren Beantwortung es abhängt, ob ein „Reform“, eine „Gesundung“, usw., im Sinne der europäischen Völker und ihres Europas überhaupt möglich ist. Diese „Globalisierten Wirtschaftszusammenhänge“ (@Wessels) bleiben solange bestehen, als der sie basierende „Globalisierte kapitalistische Geldzusammenhang“ oder auch: die „kapitalistische Geldmacht“ uns weiterhin dominiert. Das Kind/Problem hat in Fachkreisen einen Namen, der diese Thematik vielleicht noch konkreter ausdrückt: „Das verzinste Schuldgeld-System“.
Erst auf einer neuen, alternativen geldsystemischen Plattform, die als „ökologisch-sozial“ bzw. als Vollgeldsystem bezeichnet wird, können all diese „vernünftigen“ – weil natürlich, organisch und lebensrichtig! – Konzepte, wie Regionalisierung, Ökologisierung, intra- und inter-völkische Solidarisierung, Befreiung von dem (Geld-)Kapitalismus immanenten Wirtschaftswachstum, usw., eine Realisierung finden.

Die „wirtschaftlichen Nachteile" (@Wessels) finden nämlich schon längst ja ohnehin statt (nicht für die obere Wirtschaft- und Geldkaste, sondern für den einfachen Bürger und die Völker), und würden nach einer gewissen Übergangsfrist sich ins Gegenteil verkehren können, eben weil das Finanzkapital die produktive Wirtschaft nicht mehr ausbluten lassen könnte (man möge zunächst über die hier unumgängliche holzschnittartige Darstellung bitte hinwegsehen!).
Mit einem Wort: Ich plädiere hier für einen zu Ende gedachten und keine Bereiche aussparenden Radikalisierungs- und auch Konsolidierungs-Prozeß (Stichwort: „Mosaikrechte“) in diesen konzeptuellen Fragen.

„Anti-Kapitalismus von Rechts“ (so sollte eigentlich die Losung heißen!) würde auch neben der Loslösung vom „American Way of Life“ und der dogmatischen politischen Ankettung an die USA gleichzeitig aber die geo- und wirtschaftspolitische Anbindung – natürlich nur kooperativ verstanden! – an Rußland bedeuten – bei sowieso bereits vorhandener historisch-kultureller.

Fast unheimlich anmutend hat nämlich bereits Friedrich Nietzsche vor bald 150 Jahren diese Frage des Verhältnisses zu den Mächten Rußland einerseits und USA andererseits als schicksalhaft für die Existenz Europas und Deutschlands angesehen und prinzipiell in diese Richtung gehend beantwortet:

„... wir brauchen ein unbedingtes Zusammengehen mit Rußland, und mit einem neuen gemeinsamen Programm, welches in Rußland keine englischen Schemata zur Herrschaft kommen läßt. Keine amerikanische Zukunft“. Sollte diese Synthese gelingen, wird „ein deutsch-slavisches Erdregiment nicht zu dem Unwahrscheinlichsten gehören.“ Welche Bedeutung wird Europa haben? Wenn „Rußland Herr Europas und Asiens werden muß“, so Nietzsche, wird „Europa also das Griechenland unter der Herrschaft Roms sein. Europa also zu fassen als ein Kultur-Zentrum.“
(Nach: D. Groh, Rußland im Blick Europas. 300 Jahre historische Perspektiven, Frankfurt a. M. 1981 (zuerst 1961), S. 361 ff.)

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