Sonntagsheld (106) – Unheilige Allianzen

Treffen sich ein Merseburger und ein Türke in einer Bar...

So geschehen bei uns in Halle am vergangenen Samstag, im Rahmen eines Kunst- und Familienfestes. Die Rede ist - wer mit den vorletztwöchigen Netzfundstücken vertraut ist, wird es wissen - vom Dichter Uwe Nolte und dem Pianisten Kemal Cem Yilmaz, die anläßlich unserer "Bilderstürmer 2.0"-Veranstaltung gemeinsam auftraten.

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Tref­fen sich ein Mer­se­bur­ger und ein Tür­ke in einer Bar…

So gesche­hen bei uns in Hal­le am ver­gan­ge­nen Sams­tag, im Rah­men eines Kunst- und Fami­li­en­fes­tes. Die Rede ist – wer mit den vor­letzt­wö­chi­gen Netz­fund­stü­cken ver­traut ist, wird es wis­sen – vom Dich­ter Uwe Nol­te und dem Pia­nis­ten Kemal Cem Yil­maz, die anläß­lich unse­rer “Bil­der­stür­mer 2.0”-Ver­an­stal­tung gemein­sam auftraten.

Sowohl Nol­te, als auch Yil­maz hat­ten uns die­ses Jahr bereits beehrt – ers­te­rer zu einem Neo­folk-Kon­zert im Febru­ar, letz­te­rer zur “Werk­statt Euro­pa”, die er musi­ka­lisch am Kla­vier unter­mal­te. Nun war, in der Vor­be­rei­tung unse­rer dies­jäh­ri­gen Kunst­aus­stel­lung der Gedan­ke auf­ge­kom­men, ob die Kunst von Nol­te und Yil­maz nicht viel­leicht kom­pa­ti­bel sein könn­te. Kein leich­tes Unter­fan­gen, ver­su­chen sie mal zwei Künst­ler für ein Pla­nungs­ge­spräch an einen Tisch zu bekommen…

Am Ende kam es, wie es kom­men muß­te: Bei­de hat­ten etwas vor­be­rei­tet; Nol­te eine kämp­fe­risch-melan­cho­li­sche Aus­wahl sei­ner Gedich­te, Yil­maz eini­ge Wal­zer von Cho­pin, und das muß­te jetzt zusam­men­ge­bracht wer­den. Nach kur­zer Zeit stand fest: Der Auf­tritt der bei­den wür­de ein Aben­teu­er werden.

Nol­te wür­de sei­ne Aus­wahl lesen, klar, aber die Cho­pin-Wal­zer ver­schwan­den einst­wei­len in der Noten­map­pe. Kemal Yil­maz hat­te sich bereit­erklärt über die Gedich­te zu impro­vi­sie­ren; kei­ne ein­zel­nen Stü­cke, son­dern eine gro­ße, lan­ge Melo­die über den Zeit­raum der gesam­ten Lesung hinweg.

Ich gebe zu, als Mit­ver­an­stal­ter war ich wirk­lich gespannt, ob die Rech­nung auf­ge­hen wür­de, zumal die bei­den Künst­ler im Vor­feld kein ein­zi­ges Mal mit­ein­an­der geprobt, son­dern sich qua­si blind auf den gemein­sa­men Auf­tritt ein­ge­las­sen hatten.

Was wir schließ­lich am Sams­tag­nach­mit­tag erleb­ten, das war ein Stück ech­te, ergrei­fend-schö­ne Kunst. Von der ers­ten gespro­che­nen Sil­be, vom ers­ten Anschlag der Tas­ten an lag eine Har­mo­nie im Raum, die klang, als hät­ten die bei­den schon unzäh­li­ge gemein­sa­me Kon­zer­te absolviert.

Ein­fühl­sam, mit hohem Respekt vor der gespro­che­nen Lyrik näher­te sich Yil­maz auf den Kla­vier den Wor­ten des Dich­ters; jeder Vers, so schien es, fand sogleich sei­nen Nie­der­schlag in einem Akkord. Nol­te hin­ge­gen nahm die ange­bo­te­ne Stim­mung dan­kend an, und stieg in die grim­mi­gen Dis­so­nan­zen genau so ein, wie der Pia­nist ihm in die Welt sei­ner Träu­me, etwa in Möri­kes Sehn­suchts­land “Orplid” mit sphä­ri­schen, offe­nen Klän­gen folgte.

Was mir ganz per­sön­lich bleibt, ist daher nicht nur das rund­um gute Gefühl, das eine gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung im Hal­len­ser Kul­tur­zen­trum hin­ter­läßt, es ist auch das stil­le Glück, eine Drei­vier­tel­stun­de lang ganz ruhig und ein­ge­nom­men den bei­den Künst­lern gelauscht zu haben, um dann an Kör­per und See­le gestärkt wie­der in den All­tag zurückzutreten.

Wer sich über die Arbeit des Hal­len­sers Uwe Nol­te infor­mie­ren möch­te, wird hier fün­dig, Kemal Cem Yil­maz betreibt neben sei­ner Face­book-Sei­te auch den You­Tube-Kanal “Pro­Dis­sen­sio”, auf dem er regel­mä­ßig Prot­ago­nis­ten unter­schied­li­cher Lager und Posi­tio­nen zur Debat­te lädt.

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Kommentare (13)

ALD

13. Mai 2019 14:13

@niekisch: so wurde das populistische Lied von 2011 eigentlich wiederhochgeladen: https://www.youtube.com/watch?v=QHkA1FaY5vY

Bei der Version, die Sie gesehen haben, wollte ich eine Diskussion genau zu dieser Frage anstoßen (siehe Kommentare): "Wer gehört eigentlich wie dazu?"

Gracchus

13. Mai 2019 20:52

Gibt's denn einen Mitschnitt? Klingt interessant - und erinnert daran, dass Mörike einige der schönsten Gedichte geschrieben hat.

Laurenz

14. Mai 2019 21:53

@ALD ... Danke für den Link.
Es ist doch klar, daß die Linke dieses Video ablehnt. Aus Sicht der Linken ist das Video konter-revolutionär. Die Linke wünscht Zuwanderung zwecks Destabilisierung der Gesellschaft, um aus der selbst erzeugten Not die entsprechenden revolutionären Staatssicherheits-Maßnahmen ergreifen zu können.
Aus Sicht eines Normalbürgers ist der Inhalt des Videos irreal und stark imperialistisch. Fremde kommen aus materiellen Gründen in unser Land. Auch die meisten Mischehen leben hier, sonst würden sie nicht geschlossen. Und nach 2,5 Jahren hat der/die Fremde hier auch nach einer Scheidung Aufenthaltsrecht.
Der Imperialismus beruht auf der Annahme, daß alle, die hierherkommen, neben einer Verbesserung ihres Lebensstandards auch sich selbst verändern und anpassen wollen. Was für ein rassistischer Größenwahn. Wer will sich schon selbst und seine Kultur verändern? Genau, niemand. Aber ist es nicht toll, daß ich, um "meinen" Türken zur Hand zu haben, nicht erst nach Antalya fliegen muß?
Das Beispiel bereits existierender Multi-Kulti-Staaten zeigt, daß Deutschland für nebeneinander existierende Kulturen zu klein ist, schon bei der nicht-funktionierenden Mülltrennung von Migranten ist die Integration im Eimer. Von daher, den Imperialismus weg lassen, die Welt muß nicht am deutschen Wesen genesen, auch nicht in Deutschland.

LotNemez

15. Mai 2019 13:32

@Niekisch: Dieser Kommentar bezieht sich auf den nun scheinbar gelöschten Beitrag von Niekisch. Zitat "Es reicht eigentlich schon zu sehen, wer "dazugehören" soll. Die Physiognomien könnten auch einem Werbevideo für "Willkommenskultur" entnommen sein.“

Ich lese immer gern Ihre gehaltvollen Ausführungen - wenn ich so beginne, wissen Sie sicher was jetzt kommt - zu denen diese nicht gehört. Mich ärgern solche unzweideutigen Anspielungen. Mich ärgert, dass jemand im gemeinsamen Haus mit Dreckstiefeln herumläuft und anderen das Putzen überlässt, weil ihn selbst der Dreck ja nicht stört. Mann, Niekisch, Sie sind ja wirklich dermaßen von vorgestern! Führen Sie sich doch nochmal den Konservativen Katechismus zu Gemüte, den Sie als viel Belesener ja kennen dürften: Es kann nur um die Wahrung der Bestände, nicht um ein Festhalten an unwiederbringlich Verlorenem gehen. CDU und SPD haben seit den 60ern beständig Mist gebaut, ohne Not und aus reiner Gefälligkeit für das deutsche Konzernwesen. Die Lösung entstehender Probleme hat man so lange verschoben, bis es zu spät war. Jetzt ist der Türke in der dritten Generation hier und über jeden, der wie Yilmaz ist, kann man froh sein. Ganz ehrlich, wenn ich die Wahl zwischen 2 Identitäten hätte, ich würde bei der deutschen auch dankend ablehnen, solange der hier tonangebende opferdeutsche Gesinnungsmensch sein eigenes Volk „zurückficken“ will. (neudeutsch für „ungeschehen machen“)

Oder trauern Sie vielleicht der harmonischen Atmosphäre Ihrer Jugendzeit nach? Nur mal so als völlig willkürlich gewähltes Beispiel: Was sollen DDR-Sozialisierte sagen, die ihre glückliche Kindheit und Jugend mit Pionierlager und FDGB-Ferien verknüpfen? Zurück zum Arbeiter- und Bauernstaat? Knock-knock: So wie in der Jugend wird es nie mehr sein. Das gilt für Sie genau wie für mich und jeden hier. Zu leben heißt auch, sich mit gewissen Realitäten zu arrangieren und das Beste draus zu machen. Wem Zähneknirschen dabei hilft, der möge dies ausgiebig tun. Vielleicht war das ja auch Ihr Zähneknirschen? In dem Fall: geschenkt.

Falls nicht, sind Sie sich der Tauglichkeit Ihrer eigenen Physiognomie denn so sicher?Ich meine, der fremdstämmige „Niekisch“, die Slawen mit ihren flachen, wie abgesägt wirkenden Hinterköpfen und so... Ich hätte mir ja auch ein Volk mit schön geformten Hinterköpfen gewünscht, aber dann kamen all die Ruhrpolen hereingeschwappt und vermischten sich mit den schon länger hier lebenden Elbslawen. Ein Unglück kommt selten allein. Todtraurig, aber wohl nicht mit vertretbarem Aufwand zu ändern. Mit dem Kopf ist es eben wie mit dem Land: Dem einen geht’s um die Form, dem anderen um den Inhalt. Wenigstens sollen auch Flachköpfe zu erstaunlichen Denkleistungen fähig sein.

Und ich sehe schon, Sie Fuchs haben Sellners Aufforderung zur Bildung eines rechten Kontinuums vorbildlich verinnerlicht. Damit verhält es sich, wie sie richtig andeuten, nämlich so: Vorbehaltloses Zusammenhalten und peinliches Vermeiden aller Kritik im rechten Lager bringt uns nicht weiter. Das erweckt nach außen hin lediglich den Eindruck, man habe etwas zu verbergen. Schließlich begreift jeder Simpel instinkthaft, dass gepflegter Streit in den besten Familien vorkommt, und eine Familie, die glaubt, dem Dorf ein rein harmonisches Miteinander vorspielen zu können, steht mit ihrem Glauben allein da. Das Dorf weiß immer Bescheid. Mit solchen, die sich was besseres dünken, will man nichts zu tun haben.

Also muss man lagerintern, das exerzieren Sie, lieber Niekisch, par excellence, deutlicher diversifizieren. Diversifizieren ist besser als Distanzieren. So zeigt man dem Resonanzraum und darüber hinaus, dass man zu einer gründlichen Debattenkultur fähig ist, die jedoch, das sei das Vorbildliche, ohne Ab- und Ausgrenzungsalgorithmen auskommt. GK hat das auch schon demonstriert, indem er seine Eindrücke von dem feinen Medienspektakel in Berlin skizzierte. Tanzen wir also ruhig ein bisschen Pogo miteinander, statt immer nur mit dem Gegner. Das macht interessant. Sollte dann ein Altnationaler oder ein Neuliberaler aus den eigenen Reihen einen wohlmeinend geschwungenen Ellenbogen abkriegen - „Wir Jungpioniere sind freundlich und hilfsbereit.“ Wir helfen ihm auf und weiter geht’s. Er wird schon was begriffen haben. Die Pogokultur ist schnell gelernt. Jeder darf mal rempeln und hinterher trinkt man ein Bier zusammen.

Für das Dorf gilt hingegen, dass niemand ungestraft meine Familie kritisiert, außer mir selbst.

Laurenz

15. Mai 2019 21:44

@LotNemez ... der Haken in der Essenz ihres Beitrags ist, daß die Türkei "Yilmaz" viel dringender braucht, als wir. Das wird besonders deutlich, wenn wir in den Plural gehen, und deswegen dem Präsidenten der vielen "Yilmazs" der Auftritt verboten wird.

Und Sie verkennen die Situation in der Bonner Republik. Der Preis den Deutschland mit dem geistigen und monetären Aufbau der Türkei und den bis heute gültigen Sozialabkommen bezahlte, ist dem Willen der US Amerikaner geschuldet und nicht der deutschen Industrie. Der damalige Innenminister (ich habe den Namen vergessen), wollte erst nicht unterschreiben. Die entsprechenden Artikel sind aus dem Spiegel-Archiv gelöscht worden. Das Geschäft war der Beitritt der Türkei zur Nato, und die Aufstellung us amerikanischer Raketen dort, die dann nach den Kuba-Konflikt wieder abgezogen wurden. Wir Deutschen haben die Versprechungen der Amerikaner bezahlt. Und erst, wenn die US Amerikaner die militärische Verbindung zur Türkei kappen, oder wir die Amis los sind, können andere politische Entscheidungen getroffen werden. Und wie der Fall der Mauer, können solche politischen Eventualitäten jeden Tag eintreffen. Darauf sollte man vorbereitet sein.

Niekisch

16. Mai 2019 11:20

@ LotNemez 15.5. 13:32: schonungslose Bemerkungen, für die ich Ihnen nicht böse bin, weil ich selber gerne deutlich werde. Wenn ich mich recht erinnere, bezogen sich meine Bemerkungen nicht auf die Person des Herrn Yilmaz unmittelbar, sondern darauf, daß er ein Video eingestellt hat, in dem Physiognomien sichtbar waren, die ich trotz langer Anwesenheit, vielleicht doppelten Passes oder deutschen Passes ganz einfach trotzdem als mir und uns Fremde bezeichne. Davon werde ich auch lebenslang nicht lassen. Herr Palmer, der in gleicher Weise diese Werbung der DB kritisierte, wird sicher ebenso verfahren. Ich werde niemals herabwürdigend über Fremde reden oder schreiben, aber meine Kinder und Enkel werde ich auch nicht im Stich lassen, ja verraten, wenn es darum geht, ihnen das letzte, schmale Handtuch Deutschlands zu erhalten. Inwieweit uns Fremde dabei unterstützen, ist eine ganz andere Frage.

Ich meine hier einen Kommentar geschrieben zu haben, in dem ich für den Notfall die Einführung von Fremdenrecht und die Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Reproduktion deutschen Nachwuchses vorgeschlagen habe.

Gerne bin ich ewig gestrig, wenn ich damit ein wenig rettend mitwirken kann.

LotNemez

16. Mai 2019 19:48

@Niekisch: "Einführung von Fremdenrecht"

Da notwendige Veränderungen auf die lange Bank geschoben werden, wird ein Staat, der sich seine Handlungsspielräume auf diese Weise sichert, immer wahrscheinlicher.

"die Verwertung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Reproduktion deutschen Nachwuchses"

Science Fiction sehe ich ja eher als Endstation.

Gracchus

16. Mai 2019 22:41

Ich finde die Diskussion etwas krampfig. Weshalb kann man Yilmaz nicht einfach als Indviduum sehen? Und als Pianist? Das wäre doch abendländisch - so wie es auch Wessels. Passt scho. Und offenkundig hat Yilmaz ein starkes Interesse an deutscher Kultur (nebenbei: Asiaten sind wie wikd auf dt. Musikhochschulen) ... aber hier legt man ihm nahe, in die Türkei zu verschwinden, oder wie soll ich @ Laurenz Ihren Kommentar verstehen?

Und es besteht @Niekisch ein Unterschied zu Palmer: In der DB-Werbung ging es um Repräsentativität, jedenfalls hat sich Palmer das gefragt; in dem Lied - das purer Kitsch ist, aber mich schon irgendwie kriegt - um Zugehörigkeit. Bei Ihnen scheint zu gelten: Einmal fremd, immer fremd. Ich sage das wertneutral, kann es aber natürlich nicht teilen.

Laurenz

17. Mai 2019 10:34

@Gracchus ... viele kennen Ihren eigenen Vorzeige-Türken, der nett und vollkommen in Ordnung ist. Wir können hier gerne individuelle Schicksale debattieren, wie den Cello-Spieler in den Ruinen Syriens. Aber ich bezweifle, daß dies der Sinn dieses Blogs/Verlages/Zeitung ist. Hier wird ab und an Philosophie/Literatur - und über Politik/Historie geschrieben, gefilmt & debattiert. In der Politik spielen Einzelschicksale keine Rolle, außer man nutzt (haben die Engländer in den napoleonischen Kriegen erfunden) sie zu Propaganda-Zwecken, wie im Falle des anti-deutschen, türkischen Journalisten, Herrn Yücel. Von daher sind politische Debatten über den Pianisten Yilmaz hier völlig sinnentleert, deswegen bin ich auch sofort in den Plural gegangen. Niemand hat etwas dagegen, wenn Diana Damrau die ganze Welt besingt. Aber die Sopranistin agitiert nicht und bezahlt die jeweils landesüblichen Steuern. Das kann man vom Filmemacher Yilmaz so nicht behaupten. Fakt ist, in der Türkei wählen knapp 60% Herrn Erdogan, in Deutschland auch. Das ist die Realität, welche das Video von Yilmaz konterkariert. Und das Dickste ist, Er wundert sich darüber auch noch.

deutscheridentitaerer

17. Mai 2019 20:24

@Niekisch

Ihre Ausführungen treffen, wie oft, grundsätzlich ja zweifellos zu, richten sich mit Herrn Yilmaz aber schlicht an den Falschen.

Denn dieser verleugnet nicht, dass er ein Türke ist. Er ist eben ein Türke, der hier lebt, einen wichtigen Beruf ausübt und sich in einer Weise zum politischen Geschehen äußert, die große Schnittmengen mit unserer Sicht aufweist, trotz all der negativen Konsequenzen, die das bekanntermaßen nach sich zieht.

Da gibt es doch nicht nur nichts zu beanstanden, das ist hervorragend und jedes Lobes würdig.

Gracchus

17. Mai 2019 21:15

@Laurenz
Ihr Kommentar erinnert mich an den Kommentar von xy-Redakteurin von t-online zum neuen Rammstein-Album. Den las ich gestern flüchtig auf einem U-Bahn-Screen: Die Redakteurin xy fand, Rammstein habe mit dem neuen Album die Chance verpasst, sich gegen rechts zu positionieren.

Ich hoffe, Sie verstehen - auch ohne langatmige Ausführungen -, worauf ich hinaus will. Wessels schreibt hier über ein konkretes Ereignis und über zwei Individuen. Eine metapolitische Botschaft kann ich dem nicht entnehmen. Der Beitrag ist auch kein Gleichnis auf die deutschen- türkischen Beziehungen und lässt sich m. E. nicht verallgemeinern. Herr Yilmaz jedenfalls will sich hier integrieren und ist - wenn er Bach und Schubert spielt - ganz offensichtlich an deutscher Kultur interessiert, und das ist anzuerkennen.

Natürlich wird Politik im Namen des Kollektivs / der Allgemeinheit gemacht. Zum abendländischen Erbe gehört aber der Individualismus. Dazu gehört, dass der Politik der Einzelne nicht egal sein sollte, und dafür gibt es individuelle Rechte und rechtstaatliche Garantien, auch gegen administrative Massnahmen, selbst Gesetze des Souveräns können im Namen von Individualrechten vom BVerfG kassiert werden. Anscheinend ist Ihnen das nicht bewusst, sodass schleierhaft ist, was Sie verteidigen möchten. Ihre zynische Weltsicht?

Herr Straub hat dabei in seinem Vortrag noch extra darauf hingewiesen, dass das Volk bei Schiller et al als Individualität gedacht wird. Da könnte man wie Sie fragen: Was zählt in der Weltpolitik schon das einzelne Volk?

Schleierhaft ist mir des Weiteren, weshalb Herr Yilmaz - anders als Sie - nicht agitieren darf und woher Sie wissen, dass Herr Yilmaz nicht die landesüblichen Steuern zahlt.

Laurenz

18. Mai 2019 09:47

@Gracchus .. nein das tat Herr Wessels eben genau nicht. Sie haben die Überschrift wohl nicht gelesen? Nochmals für Sie .... Zitat - Sonntagsheld (106) – Unheilige Allianzen - Zitatende.
Damit schmiß Herr Wessels, wohl bewußt, des Pudels Kern in die Arena. Die Integrationsabsicht Yilmaz' ist nicht glaubwürdig, vor allem überhaupt nicht politisch relevant. Das ist derselbe Streit, dieselbe Debatte, die Wagner mit Mendelssohn führte. Niemand kann oder sollte verleugnen, wer er ist, das hat eben auch Konsequenzen. Und Hermann Görings "wer hier Jude ist, bestimme ich", ist abzulehnen. Denn dann haben wir plötzlich hier Mio. von Hermann Görings, die großzügig die Migration in die Hand nehmen. Wo ziehen Sie die Grenze? Denn wenn Sie keine einziehen, sind Sie ein Linker. Die handhaben das genauso, nur noch großzügiger als Hermann Göring. Unser Land ist übervölkert, wir sind daher ein Auswanderungsland. Und als erstes sollten diejenigen auswandern, die noch nicht so lange hier leben.

Gracchus

18. Mai 2019 22:00

Ich schätze, die Überschrift ist Ironie - wahrscheinlich um Leute wie Sie zu narren. Unschön, dass Sie sich dabei als Antisemit entpuppen. Die "Vertürkung" der dt. Musik müssen Sie einstweilen nicht fürchten: Wie ich lese, ist Herr Yilmaz bereits zurück in die Türkei.

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