Sezession
14. Mai 2019

Trio, Café und Kultur im Raum

Redaktion / 5 Kommentare

"Wir erziehen" von Caroline Sommerfeld ist der Frühjahres-Bestseller von Antaios. Es zeigt sich:

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Die Misere ist sattsam bekannt, nun heißt es handeln. Konstruktive Lektüre, Handreichungen werden dringend gebraucht, und unsere Kinder werden in einer schwierigen Zukunft leben müssen. Das Rüstzeug dazu ist die richtige Erziehung.

Caroline Sommerfeld, selber Mutter dreier Söhne, wird am 8. Juni Gast im "Café Schnellroda" sein und  ihr Buch, ihre zehn Grundsätze zur Erziehung vorstellen. Der Verlag ist ab 13 Uhr geöffnet, die Lesung wird am frühen Nachmittag stattfinden. Wie immer gibt es Kaffee und Kuchen, Bier und Wein und bei schönem Wetter eine Grillwurst!

Kommen Sie, stöbern Sie, diskutieren Sie mit, verbringen Sie den Pfingstsamstag im geschichtsträchtigen und ruhigen Mitteldeutschland!

Für alle, die nicht kommen können: Sommerfelds Wir erziehen kann man natürlich auch bestellen, und zwar hier.

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Seit einem Jahr laden Susanne Dagen vom Buchhaus Loschwitz und Ellen Kositza zum Literarischen Trio ein: unter dem Motto »aufgeblättert, zugeschlagen« werden mit wechselnden Gästen Bücher von rechts gelesen.

In der neuen Folge ist Maximilian Krah zu Gast, diesmal nicht in seiner Eigenschaft als AfD-Politiker und zukünftiger Europaabgeordneter, sondern als leidenschaftlicher Literaturliebhaber. Vorgestellt und (diesmal sehr) kontrovers diskutiert wird russische Literatur:

Der von Kubitschek und Klonovsky und jetzt auch von Krah sehr geschätzte Gentleman in Moskau, aus der Feder von Amor Towles, der "echt russische" (Dagen) Luftgänger von Jewgeni Wlodolaskin und dann noch etwas schön skurriles: Vladimir Sorokins Manaraga: Tagebuch eines Meisterkochs.

Alle Titel sind unter den jeweiligen Links bei Antaios bestellbar.

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Das nächste "Literarische Trio" ist dann endlich wieder einmal ein Live-Trio.

Das Buchhaus Loschwitz und andere laden unter dem Motto »Kultur im Raum – Heimat« zu einem Veranstaltungstag am 22. Juni ab 11 Uhr nach Lohmen (Sächsische Schweiz) ein. Das Literarische Trio als Gast komplettieren wird dabei Michael Klonovsky.

Aber "Kultur im Raum" bietet noch viel mehr: Der Kabarettist Uwe Steimle wird mit Liedern zum Mitsingen auftreten und Antje Hermenau wird aus ihrem Buch Ansichten aus der Mitte Europas lesen und mit Susanne Dagen ein Gespräch führen.

Antaios wird einen der Büchertische betreiben, kurzum: Wir freuen uns alle auf dieses kulturelle und sehr besondere Sommerfest.

Anmeldung und weitere Informationen unter: info(at)kulturhaus-loschwitz.de, weitere Informationen zum Programm und zu Übernachtungsmöglichkeiten gibt es hier per pdf.


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Kommentare (5)

Gracchus
14. Mai 2019 22:17

"Gentlemen in Moskau" - hab ich hier stehen, bin aber über die ersten fünf Seiten nicht hinaus, und ich fürchte, was Kositza sagt, trifft zu: es hat so eine gediegene "creative writing"-Anmutung, die bei mir gleich Lamgeweile auslöst.
Von Sorokin wollte ich immer mal was lesen - aber das bestimmt nicht; da scheint Krah recht zu haben: Der Plot klingt total schwachsinnig.
"Der Luftgänger" werde ich wahrscheinlich lesen, weil ich den Vorgänger "Laurus" sehr stark fand.
Ein Statement Kositzas aufgreifend: Ich kann schon mit russischer Literatur; es stimmt auch nicht, dass alle so ausufernd schreiben würden. Was ist denn mit Cechov und Babel? Mit den "Amerikanern" können die's allemal aufnehmen.

Stil-Bluete
15. Mai 2019 12:37

#1:42 'gender-technisch'! Ja, wahrscheinlich ist dieser Sprachmissbrauch nur reine Technik.

Sich hier gegenseitig ununterbrochen ins Wort zu fallen, gelingt. Seltsamerweise. Obwohl es weniger der boshaften, spitzfindigen altmodischen Langsamkeit der klassischen Konversation als der modernen überspitzten Eilfertigkeit geschuldet ist, stört es nicht.

Nur die ganz großen russischen Autoren (Dostojewski, Tolstoi, Tschechow - Puschkin fehlt -) als Markenzeichen russischer Literatur im Hinterkopf zu haben, erbringt, um Verständnis und Liebe für russische Literatur zu mobilisieren, wenig. Der Nachholbedarf - der Osten für 'Westliteratur', der 'Westen' für 'Ostliteratur - ist groß. (Hatte 'antaios' nicht mal programmatisch 'Nord-Ost' im Sinn?)

Ellen Kositza wird mit russischer Literatur nicht warm. Bleibt nicht immer ein Rest von Fremdheit? Und ist es nicht genau das, was wir sagen wollen - nicht Distanz, sondern Konstellation zwischen Eigenem und Fremden?

Langlebige, zeitlose, aber versandete Literatur ausgraben und eine Melange aus Neuauflagen (antiquarisch, Reprints) und Neuerscheinungen - wäre das was?

Aber schon ist flugs Neues in Vorbereitung. Öffentliches literarisches Tri-Angel am 23.6. Erfreut!

Stil-Bluete
16. Mai 2019 08:15

#22:22 '...Kerl,...ist ja nur so dumm gewesen , dass er nur billiges Zeug gelesen haben muss und keine Antiken-Bibliothek hatte...'

Antike - Bibliothek der griechischen und römischen Classiker. Deutscher Schirmherr war Hermann Göring, der japanische Baron Hiranuma... bitte selbst googeln.

sok
17. Mai 2019 09:19

In dem Buch "Wir erziehen" von Caroline Sommerfgeld wird nach der Buchbesprechung die Erziehung zur Gemeinschaft behandelt. Die für die AfD wichtige Frage, ob Patriotismus anerzogen ist, bleibt vermutlich unbeantwortet.

Da ich davon ausgehe, dass Patriotismus anerzogen ist, ergeben sich daraus für die AfD wichtige Folgerungen. Man kann die unpatriotisch erzogenen Wessis nicht zu Patriopten umerziehen. Unpatriotisch erzogene Wessis werden aber zu Egoisten und nicht zu Leuten, die die Welt retten, ohne auf die Kosten zu achten.

Wenn man die Weltretter genauer unter die Lupe nimmt, dann stellt man fest, dass sie die Welt gar nicht auf eigene Kosten, sondern auf Kosten des Sozialstaats oder sogar anderer Länder retten wollen.

Da eine Rettung der Welt auf eigene Kosten einen zum Wohltäter machen und die Rettung der Welt auf fremde Kosten eher als Schekinheiligkeit bezeichnet werden kann, ist dies Unterscheidung wichtig.

Für den Wahlkampf der Afd ist es meiner Ansicht nach von entscheidender Bedeutung die Heiligen und die Scheinheiligen zu unterscheiden. Wenn man das nicht tut und die Rettung der Welt allgemein kritisiert, dann läuft man ist offene Messer. Die AfD wird verteufelt und verzwergt.

Wenn man die scheinheiligen Weltretter entlarven und auf ihre mangelnde persönliche Opferbereitschaft hinweisen würde, dann wäre man weniger angeifbar und erfolgreicher.

Es kann sogar sein, dass eine Scheinheilige gerne auf ihren Heiligenschein verzichten, da sie Angst haben, doch irgendwann eigene Opfer bringen zu müssen oder für die Opfer, die sie dem Volk auferlegen zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Insgesamt singt die AfD nicht die falsch Strophe eines Liedes und auch nich das falsche Lied, sondern nur falsche Lieder.

Gustav Grambauer
19. Mai 2019 11:30

Kennt jemand Computerspiele für eine Achtjährige, die noch verhältnismäßig gediegen und - im Rahmen dessen - ästhetisch anspruchsvoll sind, gern mit Freundinnen gemeinsam zu spielen, z. B. irgendetwas mit Märchen, Sagen o. ä., einführend statt auf Reiz-Reaktions-Basis, Mac-kompatibel? Sie liegt uns in den Ohren, sie wolle auch mal so etwas spielen. Eigentlich finden wir auch, sie solle erst da ran, wenn sie mit zehn, elf Jahren einigermaßen die Funktionsweise des Computers und des Netzes versteht (wobei sie ja Filmchen schon lange anschauen darf). Aber eine pragmatische Lösung für den Drang nach "Interaktion" als guter Kompromiß muß langsam mal her ...

Anmerkungen zum Titel folgen. Lese gerade hocherfreut, nie zuvor so etwas Gutes zur Kindererziehung in kompakter Form gelesen!

- G. G.

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