Sezession
24. Mai 2019

Solidarität, Metapolitik, Hoffnung

Martin Sellner / 50 Kommentare

In meinem letzten Beitrag beschrieb ich die Dynamik des Infokriegs und die Parallelen zur Zersetzungstaktik der Stasi. Wie können wir darauf reagieren?

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

1. solidarisch

Gegen die Taktiken der Zersetzung sind wir heute ähnlich wehrlos wie die Opposition in der DDR gegen die Stasi. Wir haben keine metapolitische, keine politische und keine stabile finanzielle Machtbasis.

Das Netzwerk aus Justitz, Politik, Medien und Antifa ist totalitär in dem Sinne, daß es keinen gesellschaftlichen Bereich gibt, der sich seiner Kontrolle entzieht. Der öffentliche Raum von Stadtplätzen bishin zu Versammlungsräumen wird ebenso vom Gegner kontrolliert, wie unsere private Kommunikation und Kontobewegungen. Die Hoffnung, irgendetwas „verbergen“ zu können, ist naiv. Wenn das Bankkonto nicht gekündigt, der Name noch nicht geoutet, die Nachbarschaft noch nicht per Steckbrief „informiert“, die Wohnung noch nicht durchsucht, Daten noch nicht geleaked sind und man noch in  keine Videofall gelockt wurde, bedeutet das nur eines: man ist für den Gegner (noch) kein Störfaktor.

Diese beklemmende Wahrheit könnte einen in Panik geraten lassen. Ich rate zur Gelassenheit. Solidarität und Sauberkeit sind unsere Antwort.

Jeder Mensch ist fehlerhaft und hat eigentlich ein Recht auf das Intime und Private. Da uns das heute nicht gewährt wird, müssen wir versuchen, besser zu sein als die anderen. Wir wissen, dass man mit den Methoden von Outing und Zersetzung jeden der "erhabenen" Politiker und Journalisten des Mainstreams auseinandernehmen könnte. Schwächen, Abgründe und Skandale gibt es überall. Doch nur bei uns werden sie systematisch aufgedeckt, geleaked und skandalisiert.

Wer erkennt, dass er charakterlich nicht in der Lage ist diesem Druck stand zu halten, sollte auch keine exponierte Position anstreben. Wer sich in einer solchen befindet, muß sich rund um die Uhr, so verhalten als würde er beobachtet. (Für alle die eine akkurate literarische Beschreibung unserer Lager interessiert empfehle ich die Trisolaris-Reihe von Cixin Liu und seiner Beschreibung der „Sophone“.)

Das ist hart, ja fast unmöglich. Daher geht die Sauberkeit einher mit der Solidarität und dem Verstehen. Wer jetzt auf Heinz Christian Strache einschlägt, ist ein Lump, und ich wünsche ihm, daß all seine WhatsApp-Nachrichten, sein je verbreiteter Klatsch und seine schwächsten Momente zu internationalen Schlagzeilen werden. Die Fehler und Schwächen, die das Video zeigt, ändern keinen Jota an der Tatsache, daß sie Teil einer totalitären Zersetzungsstrategie des Gegners sind, die einen erfolgreichen rechten Politiker neutralisieren und das bisher erfolgreichste rechtspopulistische Reformprojekte vernichten sollte.

Wer hier mit Häme reagiert macht sich auf doppelte Weise zum Komplizen der Zersetzung. Er arbeitet mit an der Zerstörung der jeweiligen Person, und er verunsichert alle zukünftigen möglichen Führungspersonen. Wenn ein Fehler bedeutete, von allen verlassen und verstoßen zu werden, führt das zu einem Mangel an Risikobereitschaft und Aufbruchswillen.

Ich erinnere mich gut an die großen Bedenken vor der Defend-Europe-Mission, dass uns ein Fehlschlag vom rechten Publikum, „nicht verziehen“ würde, und wir lieber eine kleinere aber sicherer Aktion wählen sollten. Wer, meist aus der wohligen Sicherheit anonymer Accounts, über das Scheitern von öffentlichen auftretenden Personen scherzt, ist ein Werkzeug der Zersetzung.

Gefangen im linken Panopticon, einer totalitären Überwachung und peinlichen Strafen unterworfen, ist unsere einzige echte Waffe Solidarität. Die eigenen Prinzipien dürfen niemals gelockert werden. Korruption und Charakterschwäche sind als solche klar zu kritisieren. Aber der Akt des Leaks, der Lockfalle und der medialen Vernichtung ist als gegnerischer politischer Angriff im Infokrieg zu erkennen, sein Opfer als solches zu behandeln: rasch versorgen, hinter die eigenen Linien schaffen und anderswo unterbringen.

Die Verzweiflung der Linken darüber, daß sich keine „Anti-Strache“-Bewegung in der FPÖ bildet und sogar die von ihm beschimpfte und geschaßte IB nicht zum Agenten ihrer Zersetzung wird, zeigt, wie begrenzt diese Taktik ist. Sie baut im vorstrafrechtlichen Bereich immer auf die Kooperation der Opfer auf. Sie funktioniert über soziale Dynamiken, dir nur dann eintreten, wenn alle freiwillig mitmachen. Entziehen wir ihr durch sachliche Kritik und revolutionärer Solidarität, die Kraft, und zeigen wir Verständnis für die Unvollkommenheit des Menschen.

2. metapolitisch

Der Zusammenbruch der Koalition in Österreich ist Ausdruck eines Systemfehlers. Das rechte Lager hat kein metapolitisches Potential aufgebaut. Es hat keine Kraft zur Setzung der Narrative. Wir haben jeden Einfluß auf die Hochschulen verloren. Das macht es dem Gegner leicht, die intelligenteren Teile der Jugend entsprechend zu indoktrinieren. Diese bemannen wiederum die Schaltstellen der Metapolitik und indoktrinieren die nächste Generation mit umso größerer Intensität.

Dieser Teufelskreis muß in einer geistig-kulturellen Reconquista durchbrochen werden. Das ist die Aufgabe der jungen Generation. Sie verläuft auf der Ebene des Aktivismus und der Theoriebildung, die in gegenseitiger Befruchtung voranschreiten müssen. Die Entscheidung zur Gründung der IB im Jahr 2012, mit der wir nach und nach das Gewicht von der theoretischen Arbeit zu Strategie und Aktivismus verlagerten, war das Fazit aus dem Scheitern der französischen Nouvelle Droite, die in einem aktivistischen Vakuum agierte.

Das heißt nach Guillaume Fayes Analyse: Es gab keine aktivistischen und gegenkulturellen Resonanzräume für Theorien und Ideen. Das verschärfte sich in Deutschland, wo eine NS-Subkultur dieses Feld total beherrschte. Der Aufbau einer alternativen, aktivistischen neurechten Kraft musste in klarer Abgrenzung zu dieser Subkultur betrieben werden, um diesen Resonanzraum zu schaffen. Hier erzielte die IB einen in der Nachkriegsgeschichte einmaligen Erfolg und hält länger als jede aktive Gruppe zuvor dem Druck von Innen und Außen stand.

Der Hunger nach theoretischer Arbeit, den nun viele spüren, ist gesund und macht Hoffnung. Die Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung ist trotz medialen Drucks groß, und über Plattformen wie die IB, aber immer häufiger auch durch eigenen Kanäle, Medien und Projekte, können sich "metapoltische Freelancer", entsprechend ihrer Wirkkraft von der Basis "crowdfunden" lassen - eine Tatsache, die unsere Gegner im Mainstream, die ohne staatliche Förderungen keinen Tag überleben würden, in neidvollen Ärger versetzt. Im Unterschied zu Politikern können die Aktivisten für die Spenden keine Aufträge oder Steuersenkungen, sondern ausschließlich ihren Widerstand versprechen.

Der Aufbau dieser Strukturen und Kräfte des Aktivismus, der Theoriearbeit, sowie der Gegenöffentlichkeit ist primär, die rechtspopulistischen Wahlerfolge sind sekundär. Das ist die Lektion aus dem Rückschlag in Österreich. Auch Trump, der die metapolitischen Gegenkräfte und die Gegenöffentlichkeit sträflich vernachlässigt und ihrem Deplatforming zusieht, wird das bald lernen.

Wahlerfolge und Regierungsperioden sind temporär. Es gibt in Demokratien systemimmanente zyklische Wechsel. Was langfristig bestehen bleibt, ist der metapolitische Rahmen für den öffentlichen Diskurs. Es ist das Overton Fenster, dessen „Mitte“ und Brennpunkt am Ende immer zur politischen Wirklichkeit wird.

Metapolitik schlägt Politik, das haben die Linken in den letzten Wochen eindrucksvoll bewiesen. Sie haben dem Volk seine Regierung genommen. Doch sie werden damit nicht durchkommen. Neue Chancen zur Synchronisierung von Metapolitik und Politik werden kommen.

3. zuversichtlich

Die anderthalb Jahre schwarzblau werden bald zum Mythos werden. Die zahlreichen Reformen und Politaktionen Kickls, wie die Umbenennung der „Aufnahmestelle in „Ausreisezentrum“, werden zu Legenden reifen, und gerade weil man der Regierung nicht die Zeit für eine mögliche Selbstentzauberung ließ, zu einer mobilisierenden Sehnsucht für Österreichs Rechte werden. Die Sprengung der Regierung, die in den Umfragen ungeschlagen war, wird als „Dolchstoß“ und Raub ins kollektive Gedächtnis eingehen.

Sollten linke Kräfte jetzt kurzfristig die politische Macht zurückerobern und alles rückgängig machen, wird der scharfe Kontrast umso sichtbarer werden. Bringen die kommenden Monate zudem eine Abschwächung der Beliebtheit von Sebastian Kurz, so wird die FPÖ in den nächsten Jahren wohl wieder zur stärksten Kraft aufsteigen - getragen vom Mythos der „18 Monate“.

Wir dürfen niemals vergessen, dass sich Kurz’ Erfolg "parasitär" zum Erfolg der FPÖ verhält. Er profitiert von der Tatsache, daß sie ihm als „radikale Flanke“, ermöglichte, FPÖ-Inhalte umzusetzen, dies aber als ÖVP-Kanzler zu tun. Man konnte mit Kurz einen „Strache light“ wählen, also für die FPÖ votieren, ohne „FPÖ-Wähler“ und damit Außenseiter zu werden. Da Kurz aber wohl keine absolute Mehrheit erreichen wird, muß er entweder wieder mit den Freiheitlichen koalieren, oder eine Mitte-links Regierung bilden. In dem Fall wird er sich nicht mehr parasitär bei FPÖ-Themen bedienen können und damit seiner Beliebtheit die Grundlage nehmen.

Die ÖVP könnte nach einem Jahr der Ernüchterung wieder auf ihre Werte vor dem Kurz-Effekt hinunterpurzeln.

 

All das wird aber nichts nutzen, wenn parallel zum politischen Dampfer nicht auch ein "Geschwader" an metapolitischen Beibooten existiert. In den 18 tükrisblauen Monaten war die IBÖ durch den tiefen Staat komplett gelähmt und in Prozessen befangen. Unsere Aufgabe ist es jetzt, unter den verschärften Bedingungen wieder handlungsfähig zu werden, eine patriotische Avantgarde und Zivilgesellschaft aufzubauen und eine alternative Gegenöffentlichkeit zu stärken.

Beim nächsten Anlauf einer unvermeidlichen FPÖ-Regierungsbeteiligung ist es notwendig, dass wir überall in Österreich selbstverwaltete Jugendzentren haben, über einen ganzen Kader an festangestellten Aktivisten verfügen, der sich ausschließlich der Organisation von Kampagnen widmet. Wir brauchen eine aktive und starke Uni-Gruppe, die eventuell sogar bei Hochschulwahlen antritt und die linke Hegemonie in ihrer Hochburg herausfordert und bindet. Wir benötigen starke, autonome, professionelle Plattformen der Gegenöffentlichkeit, die auch den Boulevard herausfordern können und eine breites, auf die Jugend zugeschnittenes Angebot an "Infotainement".

Das sind hochgesteckte, aber erreichbare Ziele. Die personellen und finanziellen Ressourcen dazu sind vorhanden. Sie müssen lediglich aktiviert und organisiert werden. Dabei kommt es vor allem auf erstere an. Denn Dominanz der linken Metapolitik verdankt sich letztlich dem "Verrat der rechten Intelligenz". Während die Mehrheit der linksdenkenden Anghörigen der Boomer-Generation metapolitisch wirksame Berufe wie Journalist, Künstler, Lehrer, Mediengestalter, etc. wählten, flüchtete sich die rechte Bildungselite in metapolitisch fast, bis völlig wertlose, karriereträchtige Berufe in Technik, Medizin, Recht und Wirtschaft. Diese Flucht entsprang dem irrationalen Instinkt, sich und seiner Familie durch guten Verdienst für die dunkle erhahnte "kommende Flut" eine Arche zu bauen. Während der rechte Teil der deutschen Intelligenz jeden Tag aufsteht und mehrheitlich Medikamente verschreibt, Aktien verkauft, Klienten verteidigt, Baupläne zeichnet und Businesspläne erstellt, schreiben ihre linken Kommilitonen und Altersgenossen Glossen, erstellen Expertisen zum „Rechtspopulismus“, inszenieren „Theaterstücke gegen Rechts“, oder bauen Denkmäler vor Höckes Haus. Selbstverständlich ist die Finanzkraft und Unterstützung rechter bürgerlicher Kreise wichtig. All unsere Arbeit lebt von ihr und ich bin für jede einzelne Unterstützung ehrlich dankbar. Aber wenn wir statt dieser, bereits jetzt einige große, rechte Zeitungen, oder rechte Universitäten, Liedermacher und Theaterbühnen, also echte metapolitische Macht  hätten, wäre das objektiv besser. Die Systemkrise des rechten Lagers ist das Ergebnis zahlreicher Einzelentscheidungen und Lebensentwürfe gegen die Metapolitik. Die Aufgabe einer neuen Generation ist es, in der Entscheidung über ihre Lebensgestaltung nicht auf karrieristische Ratschläge, und ängstliche Fluchtreflexe, sondern die Stimme des Gewissens zu hören. Erst wenn sie es anders gemacht hat, hätte sie das Recht zur Kritik an ihren Vorgängern!

In der kommenden politischen Zuspitzung in Österreich, mit der wieder "deutsche Verhältnisse eingekehrten" und meine ursprüngliche Hoffnung der Austriakisierung der BRD sich umkehrt, wittere ich also keinen Kellergeruch sondern Morgenluft. Mit Ernst Blochs „docta spes“ bin ich ein „militanter Optimist“. Die Gewißheit, dass wir siegen werden, gründet sich auf die Tatsache, daß wir theoretisch siegen können und die einzige Variable unser Wille dazu ist.

Ich habe die letzten Tage intensiv alle demographischen Tabellen und Hochrechnungen studiert derer ich habhaft werden konnte. Indem ich das mit meinem Wissen über die unausweichlichen Entwicklungstendenzen multiethnischer Gesellschaft verglich, offenbarte sich mir das gigantische Ausmaß der Krise, in deren Frühstadium wir uns befinden. Gleichzeitig erkannte ich, dass eine Verlangsamung, ein Einfrieren und endlich eine Umkehrung des Bevölkerungsaustauschs nach wie vor möglich ist. Demokratische Mehrheiten an der Wahlurne werden die nächsten Jahrzehnte noch möglich sein.

Und ich lernte noch etwas: Unser Gegner haben nichts in der Hand. Sie sind geistig bankrott. Ihre Ideologie befindet sich im krassesten Widerspruch zu Realität, was auch die Intensivierung von Repression und Zersetzung erklärt. In allen Szenarien und Plänen zum Management des Bevölkerungsaustausch zeigt sich ein infantiler Wunderglaube.

Ihre Zukunftsmodelle laufen letztlich auf ein Zulassen des Großen Austauschs und ein blindes Hoffen auf „Wertekurse“ und „Integration“ hinaus. Sie schreiben das ohne diese Begriffe jemals klar zu definieren, geschweige denn deren Möglichkeitsbedingungen und Kapazitätsgrenzen zu problematisieren. Sie haben keine Lösungen und keine Antworten. Ihre einzige Strategie ist die Verschleppung der Krise und die Verhinderung der Frage. Sie haben keine Visionen und keine Utopie, kein revolutionäres Potential und vor allem kein Charisma.

Der bräsige, grüne Habeck, dessen größtes rebellisches Abenteuer wohl mal ein Motoradfahrt durch die Toskana war, verkörpert die geistesgeschichtliche Lage des Gegners deutlich. Er hofft auf Ruhe, weil er zur Krisenbewältigung nicht mehr in der Lage ist. Er japst nach Zensur, weil er die echte Debatte nicht erträgt.

Wir dagegen sind für die Krise gebaut und Stress gewohnt.


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (50)

Der Gehenkte
24. Mai 2019 14:42

Obwohl ich Martin Sellners strategisches Denken sehr hoch einschätze und auch mit der Grundrichtung seiner Argumentation übereinstimme, gibt es hier doch einig blinde Flecken, die es ihm verunmöglichen den vollen Ernst der Lage zu überblicken.

1. "Jeder Mensch ist fehlerhaft und hat eigentlich ein Recht auf das Intime und Private. Da uns das heute nicht gewährt wird, müssen wir versuchen, besser zu sein als die anderen. "

Das ist zwar richtig, beantwortet aber nicht die Frage, wie man dieses "besser-Sein" auch verwirklichen kann. Appelle und Vergatterungen helfen da nicht weiter. Und wer ist überhaupt dieses "wir"? Spricht Sellner hier von der IB, also einer kleinen "Avantgarde" oder von uns allen? Wenn er die IB meint, dann hat die Aussage immerhin ein wenig Sinn.

Auf "Eigentümlich Frei" wurde diese Frage gerade diskutiert, indem die Causa Strache am leninschen Begriff des "demokratischen Zentralismus" geprüft wurde. Dort kam man zu dem Schluß, daß die conditio humana nicht zu hintergehen sei, sondern nur - in beschränktem Ausmaß - einzudämmen. Dazu bedarf es einerseits gewisser permanenter Exerzitien, wozu nur wenige überhaupt in der Lage sind, und der Beschränkung einer Bewegung auf eine kleine Zahl an Mitgliedern. Je mehr Menschen involviert sind, umso zwangsläufiger schlägt das "menschliche Element" durch:

https://ef-magazin.de/2019/05/23/15066-der-fall-strache-als-paradebeispiel-fuer-das-wesen-der-politik-das-problem-mensch

Es handelt sich dabei um ein klassisches Dilemma. Wer mächtig werden will, wird korrupt, wer nicht korrupt werden will, muß ohnmächtig bleiben. Das ist eine Gewissensfrage.

Es muß zudem klipp und klar betont werden, daß das Primat im Duo Aktionismus/Theoriearbeit auf letzterem liegen muß! Wir leiden hier unter den Folgen einer vor Jahrzehnten verlorenen Schlacht. Ihr Ergebnis zu revidieren, wird ebenso Jahrzehnte dauern - dagegen sind kleine aktionistische Scharmützel Kinkerlitzchen. Das mag die Leute zwar bei der Stange halten, ändert aber so gut wie nichts. Daher noch einmal der Aufruf: Gerade Leute wie Sellner oder Lenart sollten ihre Studien beenden, die Theorie beherrschen lernen, Medienumgang üben ... und dann irgendwann fertig ausgearbeitete Alternativen anbieten und verteidigen.

2. Dazu gibt es aber auch einige Mißverständnisse. Dieser Satz drückt das paradigmatisch aus: "Aber wenn wir statt dieser, bereits jetzt einige große, rechte Zeitungen, oder rechte Universitäten, Liedermacher und Theaterbühnen, also echte metapolitische Macht hätten, wäre das objektiv besser."

Hier wird der Unterschied zwischen Institution und Ausdruck negiert. Hätte man ernsthafte Denker in den Reihen, dann stünden ihnen auch die Institutionen offen. "Liedermacher und Theaterbühnen" werden die Rechten im jetzigen Zustand aber nie haben, weil Kunst Kreativität braucht und Kreativität wesentlich links ist. Rechte Künstler befriedigen ein Privatinteresse nach Heimeligkeit, bringen aber selten wahre Kunst hervor. Hier müßte die metapolitische Arbeit eben auch erst ansetzen und den Begriff der Kunst neu definieren und zwar so, daß er allgemein anschlußfähig wäre.

... Ich unterbreche hier um es nicht zu lang werden zu lassen. Das Weitere evtl. später.

Niekisch
24. Mai 2019 15:02

@ Der Gehenkte 14:42: Ich widerspreche: Appelle können insofern weiterhelfen, weil sie vor Verkünden des Appells dazu gezwungen sind, intensiv nachzudenken und griffig zu formulieren, wollen Sie sich nicht lächerlich machen. Es ist so ziemlich das Schwerste, was es gibt. An meinem "Appell für Alle 2014" auf "Metapolitika" habe ich monatelang gefeilt und @ Laurenz hat mir in einem der letzten Artikel hier auf SiN dabei geholfen, eine neue, weitere Aussage für den Appell zu finden. Das Arbeiten an Appellen ermöglicht auch Selbstvergewisserung und zwingen zur Disziplin.

Waldgaenger aus Schwaben
24. Mai 2019 15:58

Ich gebe zu, dass ich zeitweise auch so naiv war, unsere Lage mit der Opposition in der DDR zu vergleichen.

Aber so einfach ist das nicht. Die Ibiza-Aktion wurde wohl nicht direkt von einem westlichen Geheimdienst eingefädelt. Die Spur wird sich wohl zwielichtigen, halbseidenen Milieu privater Sicherheitsfirmen verlieren.
Vielleicht wurden diese ja von einem Geheimdienst oder einer politischen Partei, oder einer Firma beauftragt. Erfahren wird man das nie.
Woher letztlich das Geld (300 000 bis 600 000 Euro) für die Operation kam, wird wohl nie bekannt. Vermutlich sind Barzahlungen über mehrere Mittelsmänner gelaufen.
Über die selben Kanäle könnten übrigens auch Aufträge für Gewalttaten laufen, wenn denn für notwendig erachtet werden wird.

Aber zur Zeit genügen noch die Antifa-Milchbubis. Da läuft es analog. Angreifer, auf AfD-Büros oder auch Abgeordnete stehen kaum auf staatlichen Gehaltslisten, da läuft wohl vieles über Fördermittel.

Eine staatliche Zensur findet auch nicht statt. Das erledigen private Firmen wie facebook über das Privatrecht.
Kleinere unabhängige blogs können auch über private Klagen stillgelegt werden. Joachim Steinhöfel beschriebt auf seinem blog, dass man heute schon für ein paar Euros drittklassige Juristen bekommt, die 100 seitige "rechtsunsinnige" Schriftsätze verfassen. Hat ein Hobbyblogger so etwas im Briefkasten, muss er sich einen Anwalt suchen, der das liest und beantwortet.

Nein wir sind in der DDR.

Ich schließe mich einem Vorredner an:
"Ich unterbreche hier um es nicht zu lang werden zu lassen. Das Weitere evtl. später."

Ein gebuertiger Hesse
24. Mai 2019 16:24

Groß die Worte gegen die Einprügler auf Strache. Einmal mehr zeigen sie, daß das Abenteuerliche Herz, das wir weiter als das unsere reklamieren wollen, auch das der sittlich-klugen Weitsicht ist. Hier gilt es anzuschließen.

Niekisch
24. Mai 2019 17:15

Fehlerteufel in 15:02: Das erste "Sie" muß groß geschrieben sein und statt "zwingen" muß es "zwingt" heißen.

@ Waldgaenger aus Schwaben 15:58: Ob Geheimdienst oder nicht, jedenfalls ist das Zerbrechen des "Blocks Oesterreich" aus der Phalanx derjenigen, die der EU auf dem Weg zu den Vereinigten Staaten gefährlich werden können, für deren Verfechter höchst wichtig. Zugleich auch für diejenigen, die Europa parallel dazu als wirtschaftliche Konkurrenz der USA durch Überfremdung schwächen wollen.

Laurenz
24. Mai 2019 17:34

Für mich der beste Sellner-Artikel, den ich bisher zu lesen bekam. Die Analyse ist detailliert, trotzdem überschaubar.

1. Die Deutschländer neigen zur verfehlten Nibelungen-Treue, aber ich sehe bei den Aktivitäten des IB keinen Bereich, wo diese zum Tragen kommen könnte. Ich habe die Mittelmeer-Abenteuer-Kreuzfahrt-Videos sehr genossen. Und selbst, wenn manches in die Hose geht, ist einem das für's Leben nicht zu nehmen.
Die Situation in Österreich ist unübersichtlich aktuell. Meinungsumfragen sind nur bedingt tauglich, der menschliche Faktor ist auch da zu einflußreich.

2. Die reine öffentlich bemerkbare Existenz einer intelligenten patriotischen Initiative/Partei mit sachlicher Arbeit reicht im Grunde. Geduld über die eigene Lebenszeit hinaus ist gefragt.
Nutzte es dem ANC wirklich etwas, daß Herr Mandela ewig im Knast saß? In der Frage der Jugendarbeit, ist vor allem das Denken gefragt. Es reicht, wenn der IB das halbe % der jungen Denker abgreift. Nach Konrad Lorenz reagiert der Rest eh nur auf den Schmerz. Von daher muß man die Linke einfach nur die Karre weiter in den Dreck fahren lassen. Man kann den jeweils auftretenden Schmerz und seine Intensität, wie auch die Güte der Kampagnen in Europa ziemlich genau an den Wahlergebnissen feststellen.

3. Daß Herr Kurz sich überhaupt getraut hatte, vorwurfsvolle Interviews gegen die FPÖ zu fahren, verwundert angesichts der noch nicht so alten "Cash-for-Laws“-Affäre" schon. Der Schluß, daß sich ein ehemaliger ÖVP-(auch noch Innen-)Minister der Republik Österreich tatsächlich kaufen ließ, und man da die Schlußfolgerung auf die Gesamtpartei oder gar auf die deutsche CDU/CSU überführen könnte, ist doch naheliegend. https://de.wikipedia.org/wiki/Cash-for-Laws-Aff%C3%A4re
Wenn eine Partei solch einen Kronprinz Kurz zur Verfügung hat, ist das quasi höhere Gewalt. Auch wenn Herr Pilz der Meinung ist, daß einer, der in "kurzer" Zeit 2 Regierungen lyncht, weg müßte, so werden ihn doch wieder viele Österreicher, vor allem Frauen, wählen. Ist die nähere Betrachtung dieses Marketing-Phänomens nicht weitere Gedanken wert?

@Der Gehenkte ....
1. Gut beschrieben. Typisch deutsch, bewerten Sie das Studium zu hoch. Wenn Sie die Studienabbrecher in der Politik betrachten, z.B. Herrn Bundeskanzler Kurz, ist der Abschluß eines Studiums nicht unbedingt notwendig. Aber es hilft erstmal, keine Sozialversicherung bezahlen zu müssen.

2. Die Frage, was ein Künstler zu sein hat, ist überflüssig. Künstler befinden sich immer in Abhängigkeit öffentlicher Kultur-Brotkrümel, welche die Dezernenten abfallen lassen. Würde es mehr rechte Kultur oder mediale Präsenz geben, wäre das erstmal kontra-produktiv. Es führte nur zum Bosbach-Effekt einer Pseudo-Diversität.
Was sich in den letzten Monaten anbahnte, linkes Dauerfeuer aus allen Rohren, läßt auch so manchen Idioten bemerken, was die Stunde geschlagen hat. Sobald der Stecken in eine andere Richtung schwimmt und sich das medial ausdrückt, wechseln Künstler die Seite, denn wer "hungert" schon gerne oder will Bettelbriefe an Herrn Soros schreiben? Was meinen Sie, Der Gehenkte, wie viele ohne Bezahlung sich freiwillig ein Pussy Riot Konzert antun?

RMH
24. Mai 2019 19:31

Nachdem jetzt eine Woche vorbei ist, bin ich nicht mehr so sehr darüber genervt, dass Herr Strache Ansätze von Hochstapelei und Korrumpierbarkeit, wie sie das gesamte andere etablierte Politikervolk eben auch hat, gezeigt hat (ich wohne in Bayern, bin also von klein auf die CSU und ihre Gschaftlhuberei in jedes Kuhkaff hinein gewöhnt (wo die SPD herrscht, ist es auch nicht anders) da schockt einen sowas eigentlich nicht mehr- auch nicht die gespielte Empörung eines M. Söder und sämtlicher Medien dazu) - diese gezeigten Ansätze, den "Etablierten" oder besser "Mannes mit Einfluss" zu geben, kann man auch einfach nicht wegdiskutieren oder schön reden.

Was mich eher nervt ist, dass er auf Ibiza mit seinem Kumpel war, Frauen und Alkohol da waren und es wird offenbar 7 Stunden lang nur über Politik, Intrige, ergo seinen JOB gelabert.

Und wir schlagen - nachdem die Geldquellen sich ja niemals freiwillig auftun werden - ernsthaft eine verschärfte Manneszucht als Gegenmaßnahme vor. Wenn Strache und sein Mate doch nur einmal abgeschaltet hätten, Kabale und Politik in Wien gelassen hätten und gefeiert hätten. Sex, drugs & Rock ´n Roll - das wäre menschlich gewesen, das wäre männlich gewesen und das hätten wir dann aufgrund der Not der linken Medien wohl auch gesehen, aber da hätte man gesagt, tue Buße Sünder, wir sind alle Sünder … und wenn Deine Frau deswegen auszieht, kann man das dann auch verstehen. Aber so …

… so wars ein Spießerunglück eines Strebers, der offenbar nicht mal auf Ibiza alle Fünfe gerade sein lassen kann. So wars das, was man von allen anderen Politikern auch erwartet - und das enttäuscht am meisten!

Und das ist meine Empfehlung:
Geht´s auch mal ordentlich einen drauf machen und quasselt dabei nicht über Politik oder die Rettung des Weltklimas. Dann wird Euch halt im Ernstfall irgendwann ein Alkohol- oder Drogenproblem angedichtet, aber was soll´s … das ist heutzutage ja Standard, geht man eben mal demonstrativ in eine Entzugsklinik und vermarktet danach die Story.

Nur bitte eines nicht ob der ganzen Überwacherei: Steril und nur noch asketisch werden. Wir brauchen ganze Menschen für diesen Kampf. Dazu gehören auch private Momente der Entgrenzung und des Rausches. Wenn die "auffliegen", dann kann man wenigstens sagen, ok, ich hatte Spaß und Du?

Der Gehenkte
24. Mai 2019 19:51

Weiter zum dritten Punkt. Optimismus ist eine feine Sache, aber ich kann nicht sehen, woraus sich Sellners Optimismus speist. Einerseits wird eingestanden, daß die IBÖ die letzten 18 Monate komplett gelähmt wurde, andererseits aber angenommen, man könne jetzt expandieren und intensivieren. Dabei hat die Tarrant-Geschichte, die Herrn Sellner die letzten Wochen vollkommen vereinnahmte, und der Fall Strache doch gezeigt, daß die Wege und Mittel unergründlich und unerschöpflich sind, eine Opposition zu lähmen. Auch eine Kamera kostet nur ein paar Euro. Das ist doch ein Widerspruch: einerseits den totalen Krieg beschreiben, hemmungslos und ohne Moral, und umgekehrt zu glauben, man könne gerade unter vollem Beschuß angreifen.

Noch problematischer sind die Erkenntnisse aus den Studien der demographischen Tabellen. Ich will Sellner seinen Optimismus nicht nehmen - aber meine Studien führen mich zu gegenteiligen Erkenntnissen. Diese Entwicklung ist einer Naturkraft gleichzustellen - man kann sie kanalisieren, vielleicht, aber nicht verhindern.

Ähnliches gilt auch für die Kulturhegemonie. Wenn man sich vor Augen führt, daß fast 50% der Schüler und Studenten und 35 % der jungen Leute - zitiere das aus dem Kopf - Grün wählen will, dann ahnt man doch, daß wir noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt sind. Der Greta-Effekt, der jetzt zu hektischem Aktionismus führt, tut sein Übriges.

Nein, zu dieser Art Optimismus ist kein Grund. Diese Tendenz könnte sich nur umdrehen durch einen katastrophischen, traumatischen Moment - und der muß zudem "auf der richtigen Seite" passieren. Noch ein Tarrant, noch ein Strache, noch ein X und die Lage wird prekär. Die AfD, die Opposition überhaupt, scheint den Zenit überschritten zu haben, sie wartet nur auf den kommenden Skandal, um zurückgestutzt zu werden.

Das liegt auch an ihr selbst: als monothematische Partei/Bewegung lebt sie von schlechten Nachrichten - bleiben diese aus, versiegt die Quelle. Sie muß sich deutlich breiter und tiefer aufstellen, sie muß auch endlich aufhören, sich per se gegen wissenschaftlichen Konsens aufzulehnen. Die Rechte muß sich durch bessere Lösungen auszeichnen, nicht durch Leugnungen.

"Unser Gegner haben nichts in der Hand. Sie sind geistig bankrott." - Das ist korrekt, aber es bedeutet nicht, daß "wir" es nicht ebenfalls sind. Opfer des allgemeinen Kulturverfalls.

Korrektur zum Aktivismus: Er bringt die notwendige Öffentlichkeit, die Fassade. Insofern ist er notwendig, wenn er seriös bleibt. Aber die Fassade braucht den Kern, die Substanz und die kann es nur in Schriftform geben.

distelfink
24. Mai 2019 20:09

Im ersten Punkt stimme ich zu. Den vielfältigen, alle Bereiche der Gesellschaft durchdringenden, totalitär zu nennenden Bedrohungen können wir nur mit solidarischem Handeln entgegentreten.

"
Der Zusammenbruch der Koalition in Österreich ist Ausdruck eines Systemfehlers. Das rechte Lager hat kein metapolitisches Potential aufgebaut.
"
Wie hätte der Zusammenbruch der Koalition durch metapolitisches Potential verhindert werden können?

Die Abhöraktion als solche und die Veröffentlichung der Aufzeichnungen sind eine Straftat und erforderten keine metapolitische Fundierung von Seiten der Täter. Daher hätte nach meiner Meinung kein "Einfluß auf die Hochschulen" geholfen, sondern eine freie Presse. Die Medien, öffentlich-rechtlich oder privat, sind aber (partei-)politisch gelenkt und nicht metapolitisch. Es geht um Meinungslenkung zum Machterhalt zur Sicherung der Geldquellen, nicht um kulturelle Hegemonie. Diese ist ein Mittel zum Zweck.

Ich sehe das Positive: Die gerade laufende erfolgreiche Aufklärungsarbeit der Freien Medien ist atemberaubend. Und die Hintermänner haben nicht aus Langeweile gehandelt und anscheinend auch nicht aus Geldgier, sondern weil sie in Strache einen Gegner sehen, der ihnen gefährlich wurde. Das zeigt wieder einmal, daß wir auf dem richtigen Weg sind.

Was wir brauchen und haben, das zeigt die Causa, ist das natürliche Gespür für Anstand und Ehrlichkeit und die Abscheu vor Hinterhältigkeit und Verschlagenheit. Auch wenn wir diesem Anspruch selber nicht immer gerecht geworden sind. Das ist unser Trumpf und mit dem machen wir den letzten Stich.

Ergon
24. Mai 2019 20:45

Die These über das metapolitische Scheitern in Bezug auf die FPÖ und Österreich vermag ich nicht zu beurteilen, eine Setzung und Erweiterung des Diskursraums lässt sich etwas weiter nördlicher gelegen bei den zentralen und zugleich strittigen Themen "Nationalstaat" und "Völker und ihrer Identitäten" sehr wohl ausmachen. Beispiele sind der Aufsatz von Nida-Rümelin, aus dem Benedikt Kaiser zitiert, wenn auch in einer sozialpolitischen Reduktionsform, Äußerungen des zu der "Generation der Flakhelfer" (Maschke) gehörenden Historikers Heinrich August Winkler des Inhalts, die Mehrheit der Europäer sei nicht dazu bereit, die historisch gewachsenen Nationalstaaten zugunsten eines vereinigten Europas aufzulösen, und auch Kramp-Karrenbauers Aufsatz "Europa richtig machen", in dem sie an einen europäischen Superstaat ablehnt und eine stärkere Stellung der Mitgliedsstaaten in der EU mit der Begründung fordert, es seien die Nationalstaaten, die "demokratische Legitimation und Identifikation" stifteten.

Eine andere wichtige Setzung fand in Bezug auf die angeblich alternativlose Politik Merkels in der Eurokrise statt, das ursprüngliche zentrale Thema der AfD, die, im Gegensatz zum Narrativ des "Populismus", in ihrer Lucke-Phase ein Elitenprojekt war. So gut wie alle "konservativen" (lies: nicht-linken) deutschen Wirtschaftswissenschaftler, die hier die Mehrheit stellen, hielten und wahrscheinlich halten die hohe deutsche Haftungsübernahme mit kaum zu übersehenden Risiken für absurd.

Im Text geht es natürlich um neurechte/identitäre Themen, und in Bezug darauf erhalten beide angesprochenen Setzungen - trotz des Hefts zum Thema "Volk" - angesichts der starken paneuropäischen Ausrichtung, des Flirts mit der Alt Right und der Ideen um "white nationalism/ white identity/ white race" und auch der Anlehnung an Benoist samt des Versuchs einer rechtsmarxistischen "Theoriebildung" einen eigenartigen, fast exotisch anmutenden Dreh, der die Annahme nahelegt, die spezfisch neurechten Interpretationen seien hier schlicht nicht anknüpfungsfähig. Macrons weitgehende Reformvorschläge für die EU sind an Deutschland abgeprallt, und der Grund sei, so einige Stimmen, dass er Deutschland einfach nicht verstehe. Einen ähnlichen Eindruck habe ich bei vielen Artikeln aus Schnellroda. Jedenfalls sehe ich nicht, dass die Früchte einer "Theoriearbeit", soweit sie sich in dem beschriebenen Themenfeld bewegt, eine sonderliche Resonanz erfahren würden.

Waldgaenger aus Schwaben
24. Mai 2019 21:24

Wir sind nicht in der DDR 2.0.
Wir haben es auf der Gegenseite überwiegend mit einer Söldnertruppe zu tun. Söldner wollen mit möglichst geringem Risiko und Aufwand möglichst viel verdienen. Das erklärt auch die intellektuelle Dürftigkeit auf der Gegenseite, die Sellner zu Recht beklagt.

Sellner schreibt weiter:
"Gleichzeitig erkannte ich, dass eine Verlangsamung, ein Einfrieren und endlich eine Umkehrung des Bevölkerungsaustauschs nach wie vor möglich ist. Demokratische Mehrheiten an der Wahlurne werden die nächsten Jahrzehnte noch möglich sein."

Ja, die Entscheidungsschlacht wird in der Einsamkeit der Wahlkabine statt finden. Die Frage ist nur, ob die Gegenseite es mit ihrer Söldnertruppe schafft, wenn es eng wird für sie, den Kern der Demokratie, das Wahlrecht, zu zerstören. Ich denke nicht, solange es noch genug Kämpfer gibt, die es nicht dulden werden, wenn Wahlen gefälscht oder für ungültig erklärt werden oder das Wahlrecht an Ungeeignete verschenkt wird.

Am Sonntag bin ich wieder Wahlhelfer.

Andreas Walter
24. Mai 2019 23:22

Zuviel auf einmal. Antworte hier darum nur auf den Teil "solidarisch":

Nein. Nicht anständiger sein wollen als die Anderen. Auch nicht entschuldigen, für gar nichts, niemals. David Cole erklärt dir warum. Schreib ihm, lass' es dir von ihm erklären.

Ist Psychologie. Schwächlinge verachten Schwäche. Weil sie eigentlich nach Führung suchen, nach Halt, Schutz (starke, positive Vaterfigur, die sie oftmals nicht hatten).

Laurenz
25. Mai 2019 00:00

@Der Gehenkte ... ich mag wieder in einem Teil widersprechen. Die jungen Leute, die Schule schwänzen und auf Demos gehen, nannte man früher Gymnasiasten. Es sind die Kinder derjenigen, die privilegiert, einige Luxusprobleme täglich lösen müssen. Sobald diese jungen Leute sozialversicherungspflichtig arbeiten gehen müssen, ändert sich das Wahlverhalten akut, vor allem dann, wenn die Eltern keinen monatlichen Wechsel schicken.

@Ergon ... das Währungsthema Luckes ist ein aufrechtes Elitenprojekt gewesen, das ist richtig. Es liegt an der Abstraktion des Geldes in größeren Summen, welche viele nicht begreifen können und es nicht vermögen, den Zusammenhang zur eigenen Betroffenheit herzustellen. Das verstehen sogar manche Luckes nicht ganz. Das versteht man erst einigermaßen, wenn man einen Titel, den keiner mehr kauft, auf dem eigenen Buch hat, das man persönlich verantwortet.
Der soziale Aspekt Luckes besteht darin, daß die Währungsfrage in erster Linie, die nicht Vermögenden von unter 3 Mio. Euro-werstes Eigentum betrifft. Daher unterscheidet sich die Elite Luckes von der der Euro-Befürworter. Denn die sind, wie Lucke auch, in der Lage, die Währungsverluste auszugleichen, wozu die Mehrheit nicht in der Lage ist.
Die Macron-Frage ist deswegen auf Taubheit in Berlin gestoßen, weil die "friedlichen" Erfahrungen mit den Frogs nun schon 70 Jahre alt sind. Die Deutschen sollen generell das Scheckbuch zücken und die Frogs haben die Budgethoheit.

nigromontanus
25. Mai 2019 08:37

Da der Text von einer gewissen Frustration durchdrungen ist, will ich dazu anmerken, daß die Lage trotz aller strukturellen Mängel, die Martin Sellner treffend beschreibt, zumindest in Österreich gar nicht so fatal ist. Es ist unstrittig, daß Sebastian Kurz nur durch massive Adaption rechtspopulistischer Inhalte die Wahl gewinnen konnte. Und es ist ebenso unstrittig, daß er die glaubwürdige Umsetzung dessen, wofür er seit Beginn seiner Karriere steht, einzig mit der FPÖ umsetzen kann. Manche sehen in Kurz' Manöver politisches Machtkalkül, ich sehe darin offen gesagt schlicht Überforderung: durch 18 Monate eines geradezu konzertierten Medienkriegs gegen die Regierung, Empörungswellen gegen alles, was auch nur einen Millimeter vom linksliberalen Konsens abweicht, und nicht zuletzt den krassen Lügenkampagnen, zuletzt gegen die IB und das sogenannte "Rattengedicht" (das nicht rassistisch, sondern nur eine ungeschickte Satire war), während also ununterbrochen die Nazi-Keule kreiste und das 4. Reich kurz vor der Tür stand, ist er letztlich eingeknickt, wohl, weil er Angst hatte, sein "seriöses" Gesicht, das ihm als typischen Mitte-Konservativen natürlich alles bedeutet, zu verlieren.
Mit dem Absägen der FPÖ kann er das Gesicht wahren. Verliert aber nun leider den Koalitionspartner, ohne den er seinen bei den Österreichern enorm populären politischen Kurs gar nicht fortsetzen kann. Er hat nun eigentlich nur 2 Möglichkeiten im Herbst: entweder versucht er, nach den Wahlen massiven Druck auf die FPÖ auszuüben, um sie als Koalitionspartner zu kastrieren. Doch das wird schwierig, falls die FPÖ selbstbewusst bleibt, denn als Alternative bleibt ihm eigentlich nur die SPÖ, die Rückkehr zur verhassten Großen Koalition, und überdies eine Neujustierung seiner Politik, die wenig vom Glanz Kurz' als konservativen Reformer übriglassen wird, sondern wohl als Kompromiss dem Post-Konservativismus von Merkel und Co. entsprechen würde. Dadurch allerdings würde er seine Glaubwürdigkeit verlieren, seine Beliebtheit überdies, die Frustwähler würden wieder zur FPÖ strömen und man wäre zurück am exakt gleichen Punkt wie 2017. Nur daß Kurz politisch verbrannt wäre.
Ich denke, daß zweiteres geschehen wird. Und das also, was wir jetzt als Niederlage wahrnehmen, und was das Establishment schon als Trendwende euphorisch feiert, nur ein Interregnum darstellt. Denn natürlich: die gesellschaftlichen Probleme wachsen von Jahr zu Jahr, und die FPÖ ist nicht über politische Themen gestolpert, sondern über eine persönliche Diskreditierung. Langfristig wird sie sich erholen, auch wenn dieses Wochenende zur EU-Wahl womöglich ein paar Prozentpunkte verlorengehen. (Mehr Sorgen mache ich mir um die AfD in Deutschland, aber das ist ein anderes Thema.)

Gelddrucker
25. Mai 2019 08:50

@der Gehenkte

Einige Anmerkungen.
Als Jugendlicher und Student habe ich ebenfalls Grün gewählt, sowie einige Altersgenossen. Grün ist halt gerade im Trend, auch wegen des Klimawahns. Ebenso sind diese Leute hauptsächlich Mittelschichtler, die mit den negativen Folgen des Austauschs kaum konfrontiert werden. Ich habe mal gelesen, dass die USA aus dem Vietnam erst abgezogen sind, als die obere Mittelschicht ihre Söhne hätte dorthin schicken müssen. Ihre Zahlen sind alarmierend, aber kein Grund zu resignieren. Kommt Zeit, kommt Vernuft.

Wie kann man das Wandern von Menschen als Naturgewalt bezeichnen? Hätten die Afrikaner mal gedacht, dass die europäischen Kolonisten abziehen? Aus Sicht der "Geschichte" ist meiner Meinung nach die Wahrscheinlichkeit eines Abzugs der arabisch-afrikanischen Kolonisten 50%.

Die Demographie sagt mir, dass Sie es zu pessimistisch sehen, Sellner zu optimistisch. In Offenbach am Main haben ca. 90% der jungen Kinder Migrationshintergrund. In sämtlichen westdeutschen Großstädten um die 50% oder deutlich mehr wie in Frankfurt, Stuttgart oder Nürnberg. Immernoch die meisten Europäer, sicher, aber wie man das in JahrzehnteN noch reparieren will, ist mir schleierhaft. Meiner Meinung nach bleibt noch ca. 1 Jahrzehnt, um das ganze durch Wahlen zu lösen. In Frankreich weniger.

Tatsächlich ist es so, dass wir nicht bankrott sind. Wir haben eine konkrete Vorstellung, wie Europa demographisch aussehen soll, stellen Sie diese Frage mal einem Linken, oder konfrontieren Sie einen Nationalismusgegner mal mit der Ethnozentrik eingewanderter Völker. Da wird nichts kommen.

Der Einfluss drastischer Ereignisse auf das Ganze ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Tarrant war sicher nicht der letzte rechte Gewalttäter. Ebenso wird es weitere Akte von Islamisten geben, und es ist meiner Meinung nach auch nur eine Frage der Zeit, bis ein Antifa-Spinner oder einzelne Migranten mal einen rechten Politiker oder Aktivist totschlägt. Wie sich solche Dinge auswirken, bleibt abzuwarten.

Niedersachse
25. Mai 2019 08:57

@der Gehenkte

"Das liegt auch an ihr selbst: als monothematische Partei/Bewegung lebt sie von schlechten Nachrichten - bleiben diese aus, versiegt die Quelle. Sie muß sich deutlich breiter und tiefer aufstellen, sie muß auch endlich aufhören, sich per se gegen wissenschaftlichen Konsens aufzulehnen. Die Rechte muß sich durch bessere Lösungen auszeichnen, nicht durch Leugnungen. "

Tut die AfD denn das, nur von schlechten Nachrichten leben? In die Nachrichten schaffen es doch sowieso nur die wenigsten Fälle, die der AfD nutzen würden. Ganz im Gegenteil, es wird doch peinlich genau darauf geachtet, kein "Wasser auf die Mühlen von..." zu geben und all das, was im Großen wie im Kleinen geschieht zu verschweigen oder zu relativieren. Nein, die AfD lebt nicht von guten oder schlechten Nachrichten, sie lebt von der Realität. Die Realität, wird aber nicht in den Nachrichten übermittelt, sondern Tag für Tag erfahren. genau hier kommt die Eigenverantwortung eines jeden Bürgers ins Spiel: Seine Erfahrungen und Beobachtungen im Alltagsleben mit der Propaganda des Medienkartells abgleichen und daraus seine Rückschlüsse ziehen.

Was ich noch befremdlicher finde, sind Ihre Begriffe des "wissenschaftlichen Konsens" und "Leugnungen".
Ich gehe davon aus, das Sie die Klimawandel- Religion meinen und wenn Sie, verehrter "Gehenkter" bei diesen Veitstänzen mitmachen wollen, nur zu. Gerade die letzten Monate haben doch gezeigt, das der angeblich menschengemachte Klimawandel in den Status einer Ersatzreligion gehoben wurde, dessen Priester uns auf allen Kanälen und zu jeder Zeit von unserer "Schuld" zu überzeugen versuchen. Dazu passt auch der Begriff "Leugner". Nur, mit "Wissenschaft" hat das nichts mehr zu tun, eher mit einem politisch- medial inszenierten Massnwahn, dem millionen enthirnter Zombies verfallen sind. Als "Ablasshandel" für uns reuige Sünder wurde ja schonmal vorsorglich der Testballon "Co2- Steuer" steigen gelassen. Und hier soll die AfD mitmachen, einfach bar ihrer Überzeugung und unter Nichtbeachtung der Realität mit den Wölfen heulen?! Viel wichtiger ist doch genau jetzt in dieser überhitzten Debatte und diesem hysterischen Gekeife von Klima- Greta & Co nüchterne Fakten zu bringen und den eigenen Standpunkt zu untermauern. Die Lösung liegt dabei auf der Hand, nämlich zu sagen das dieses Problem bewusst inszeniert wurde und der Mensch so gut wie keinen Einflus auf das Weltklima hat. Aber diese Erzeugen von Ängsten ist für Einige 1. natürlich sehr lukrativ und 2. wieder ein neues Druckmittel, um die Masse zu lenken. Übrigens, wenn etwas wirklich umweltschädlich, dann die Herstellung von Biosprit, für dessen Anbau in Asien und Südamerika der Regenwald abgeholzt wird, oder das Aufstellen von Windkraftanlagen im Wattenmeer und Naturschutzgebieten.

Der Gehenkte
25. Mai 2019 10:21

@ Laurenz: " ich mag wieder in einem Teil widersprechen."

Tun Sie das - habe nichts anderes erwartet, das ist Ihr Markenzeichen.

"ist der Abschluß eines Studiums nicht unbedingt notwendig"

Selbstredend spreche ich nicht vom formalen Studienabschluß. Ob jemand dieses Papier erwirbt, ist vollkommen irrelevant. Vieles spricht dafür, daß ein ernsthaftes Studium außerhalb der Institution Uni tiefgründiger sein kann. Mit "Studium abschließen" war natürlich gemeint, sich tief und breit aufzustellen. Sellner ist hochbegabt, aber seine Bildung ist insulär. Umso beeindruckender, was schon daraus herausholt.

"Die Frage, was ein Künstler zu sein hat, ist überflüssig."

Nein, ist sie nicht! Vor allem, wenn man nach einer metapolitisch verankerten Kunst ruft. Sellner sollte hier an Heideggers - den kennt er ja ein bißchen - Kunstbegriff denken. Dann käme er auch nicht auf die Idee, von rechten Liedermachern zu träumen, die künstlerisch durch die Bank bedeutungslos sind.

"Sobald diese jungen Leute sozialversicherungspflichtig arbeiten gehen müssen" ... werden sie nicht anders denken, sondern die Realität in jenen Begriffen umdeuten, die man ihnen zur Verfügung gestellt hat. Das Argument: "Geh erstmal arbeiten" ist zwar verbreitet, verkennt aber Sinn und Zweck geistiger Prägung.

@Gelddrucker: "Grün ist halt gerade im Trend, auch wegen des Klimawahns." Nein, Grün ist kein Trend, sondern die Zukunft. Natürlich kann sich die Grüne Partei zerstören, aber diese Bewegung wird der zentrale Agens der kommenden Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte sein. Der Konflikt zwischen Mensch und Natur wird alles Gewesene weit in den Schatten stellen. Das ist vollkommen folgerichtig, wenn man die existentielle Dimension der Frage begreift. Ähnlich wie bei der Atombombe, die diese Frage zum ersten Mal aufgeworfen hat, ist es Zeit für "Kugel-Meditationen" (Sloterdijk).

"Wie kann man das Wandern von Menschen als Naturgewalt bezeichnen?" - Ich hatte geschrieben, man solle es w i e eine Naturgewalt behandeln. Solange die objektiven Kräfte, die dahinter stehen, unsere subjektiven maßlos übersteigen, wäre das der einzig sinnvolle Ansatz. Die Welle wird kommen: die Frage ist, ob wir die notwendigen Dämme und Kanäle schon gebaut haben oder nicht. Sie käme übrigens sogar ohne diese dramatischen demographischen Zahlen aufgrund der inneren Logik der Globalisierung. Das sind objektive Prozesse.

@ Niedersachse: "Tut die AfD denn das, nur von schlechten Nachrichten leben?" - Die AfD ist als euroskeptische Partei entstanden und hat sich über die Migrationskrise etabliert. Gerade rudert sie von ihrem Anfangsimpuls zurück, weil man Angst hat, das mediale Kartell aufzuschrecken und weil man weiß, daß schon mehrere Generationen sich ein Leben ohne EU gar nicht mehr vorstellen kann. Darüber hinaus hatte sie ihren größten Zulauf durch die Ängste, die die 15er Migrationswelle ausgelöst hat. Die ist momentan medial unsichtbar geworden, also stagniert die Partei und schmiert bald wieder ab. Sobald linke Parteien das Thema beackern (siehe Kaiser), wird sie den Weg der Dansk Folkeparti gehen, die übrigens nicht nur an links verliert, sondern auch an zwei deutlich weiter rechts von ihr stehende Parteien. Die AfD b r a u c h t Bilder von Flüchtlingskonvois, um prosperieren zu können - das sagt genügend über ihre Substanz. Ich übersehe nicht, daß man sich verschiedentlich zumindest bemüht.

"Ich gehe davon aus, das Sie die Klimawandel- Religion meinen" - So ist es! Man darf aber nicht den Fehler machen, die "Religion" mit der Tatsache zu verwechseln. Auch "Religionen" können auf realen Ereignissen beruhen, wie wir vom Cargo-Kult gelernt haben. Da dieses Thema keinen Bezug zu Sellners Artikel hat, verzichte ich auf Vertiefung an dieser Stelle. Nur ganz kurz: ob der Mensch "so gut wie keinen Einfluß auf das Weltklima hat" können weder Sie noch ich entscheiden. Das Gros der Wissenschaft bejaht diese Aussage - davon sollte man ausgehen. Nicht etwa aus Wissenschaftsgläubigkeit, sondern weil es eine existentielle Frage ist. bei der es um Sein oder Nichtsein geht. Man sollte sie daher im Modus des "als-ob" (Vaihinger) behandeln.

Daß daraus politischer und wirtschaftlicher Nutzen gezogen wird, ist unbestritten - das sagt aber nichts über die Annahme einer menschengemachten Beeinflussung des Klimas, sondern nur über die Flexibilität des "Kapitalismus", der alles verwurstet. Es werden in dieser Diskussion leider alle intellektuellen Standards verletzt - von allen Seiten.

Und im Übrigen: Die Klimaerwärmung ist nur eines von tausend drängenden und scheinbar unlösbaren ökologischen Problemen, an deren Basis immer ein "Zuviel" steht. Wir kommen ohne drastische Reduzierung sämtlicher industrieller und zivilisatorischer Ausstöße nicht unversehrt ins nächste Jahrhundert. Verzicht ist in einer Gesellschaft, die den Wachstum zur eigentlichen Religion erhoben hat, noch immer schwer zu vermitteln. Die Partei, der es als erste gelingt, die passenden Worte für die Notwendigkeit des Verzichtes zu finden, wird langfristig gewinnen. Momentan führen die Grünen in diesem Rennen und die AfD ist bereits mehrfach überrundet worden

Martin Heinrich
25. Mai 2019 10:56

Berufsbedingt habe ich in die Kunst- und Kulturszene der 200.000-Einwohnerstadt in der ich lebe, einen etwas tieferen Einblick. Das grünlinke, mediale Kunst-Kultur-Mahn-Gedenk-Dauerfeuer ist natürlich auch hier präsent. Aber die Zeit ist auch auf diesem Sektor auf unserer Seite: Denn es fehlt überall an Geld. Die "freie Szene" jault ununterbrochen nach staatlichen Fördergeldern, auch die kommunalen Kulturbetriebe spüren die Überschuldung der Kommune ganz erheblich.

Darüberhinaus ist längst eine totale Kunst- und Kulturübersättigung eingetreten, weil die Publikumszahlen konstant bleiben, bzw. aufgrund der gewollten Verblödung der Jugend tendenziell sogar sinken. Noch ein Festival, noch eine Lesereihe, noch ein Kulturtrallala-gegen-rechts? ... das guckt sich aber nur das ewig gleiche fusselbarttragende Alt-68er-Kulturpublikum an: Bei der Jugend? Größtenteils Fehlanzeige. In der Kunst- und Kulturszene wird daher vielfach nur noch ein belangloses Kulturrauschen produziert, das seine Subventionierung immer weniger rechtfertigen kann, weil es schlichtweg kein Publikum mehr findet. Erste Stimmen wurden diesbezüglich bereits laut.

Deswegen: Die linke Kunstinflation führt sich selbst ad Absurdum. Die"Rechten" mögen ihre gutdotierten Berufe in Wirtschaft, Technik, Naturwissenschaft und Recht behalten. Die sich abzeichnende Wirtschafts- und Euro-Währungskrise verschärft sich weiter. Nur ein fundierter Job geriert noch nennenswertes Einkommen, das zur Unterstützung unserer Ziele und unserer Aktivisten so wichtig ist. Wahre Kunst und Schönheit, die das Volk auch anspricht, wird sich immer durchsetzen.

Laurenz
25. Mai 2019 11:28

@nigromontanus & Gelddrucker .... die Analyse der Situation durch Herrn Sellner, auch bestätigt durch Ihre Beiträge, ist überaus genau. Der einzige kleine Haken ist vielleicht, daß die Analyse im wesentlichen "die anderen" (Kurz & andere Linke) und ihre Hoheit im medialen Diskurs beschreibt. Vielleicht wäre ein Überdenken der eigenen Strategie Herrn Sellners mal in Erwägung zu ziehen. Andere zu verändern, ist selten vom Glück beschieden. Sich selbst zu verändern, vollzieht sich hingegen meist ungestört.
@Gelddrucker .... Immigration & Emigration sind rein eine Frage des politischen Willens. Von daher müssen wir warten, bis sich der Willen des Volkes aus erlebter Erfahrung heraus verändert.

Niekisch
25. Mai 2019 11:36

zu 1. solidarisch: Auch die Leute in der Nikolaikirche in Leipzig hatten keine Machtbasis. Das hat die Metapolitik so an sich, daß ganz klein und mit geringsten Mitteln begonnen wird. Da ist man dann auch nicht korrumpiert! Und wenn der Feind zu uns kommt und alles kontrolliert, dann gehen wir zu ihm, kontrollieren und überwachen ihn, knallen ihn an seinen Kommunikationsorten mit Gesten und Worten wie Femen einen vor den Latz. Nein, keine Panik. Denn in Ruhe, Gelassenheit und Haltung kann die Vorfreude auf die Rache oder die Rache selber genossen werden. Rache nicht in Form von Gewalt, sondern in souverän gezeigter Liebe zum Eigenen, die den Feind irgendwann zur Scham zwingt. Solidarität mit Bessersein setzt voraus, daß wir uns endlich darüber ganz klar werden, was und wer zu uns gehört. Dies wiederum hat einen kurz gefaßten, aber für jedermann verständlichen Anruf oder Appell zur Bedingung, dem er sich freiwillig andienen kann. Wie soll einer wissen, warum und wann er zu uns kommen soll, wenn er über unser g a n z e s Wollen keine Klarheit hat? Kann jeder selber erkennen, ob er charakterlich dem Druck der Bestimmenden und Herrschenden gewachsen ist? Hat er überhaupt Gelegenheit zur Erkenntnis? Nein, aber er kann an den schon jetzt oder demnächst weltanschaulich Übereinstimmenden und sich demgemäß Verhaltenden messen, ob auch er die Stärke besitzt. W i r müssen erst einmal vorangehen, uns geistig und verhaltensmäßig in Freiheit formieren und Vorbild sein. "Das ist hart, ja fast unmöglich" So ist es, lieber Herr Sellner. Es kann dazu führen, daß Deine Wohnung durchsucht wird, Dir Fingerabdrücke genommen, ein Foto von Deinem Profil genommen, Deine Bibliothek für lange Zeit irgendwo zwischengelagert, Dir das Gespräch auf dem Marktplatz mit Passanten behördlich untersagt wird, das Geschäft Deiner Eltern bis in die Insolvenz boykottiert wird und vieles mehr. Es können Dir auch Pflastersteine, ja Betonplatten um die Ohren fliegen, ein Polizist kann Dir das Knie zwischen die Beine rammen. Alles ist möglich, um Leute wie uns aus dem Weg zu räumen. Na und? Bei aller Vorsicht, selbst beim geschulten Blick, Büttel der Macht zu erkennen, kann es passieren. Dann passiert es eben. Was haben wir und unser Volk auf dem Wege des Verschwindens von dieser Erde denn noch zu verlieren? Sage niemand, unser Kampf sei ohne Opfer möglich.

Und verstecke niemand hinter dem feigen und hinterhältigen Anschlag auf Strache die unabdingbare Aussage, daß Leute wie Strache den durch Sie, lieber Herr Sellner, erhobenen Anspruch an uns selber jemals erfüllen könnten. Er ist weder sauber noch gelassen noch solidarisch. Und sein im Video auftretender Kumpel vielleicht noch ungeeigneter, weil es den Anschein hat, daß er Strache bewußt in Sicherheit gewogen hat. Cui bono? Herr Strache mag sich läutern und er mag eine zweite Chance bekommen. Das ändert aber nichts an der jetzigen Lagebeurteilung. Und ein Fehlschlag bei Defend-Europa ist mit Charakterschwäche eines hohen Politikers eben nicht vergleichbar. Ja, Solidarität ist neben weltanschaulich- verhaltensmäßigem Gleichklang die einzige wirkliche Waffe in unserer Hand. Und wenn die eigenen Prinzipien niemals gelockert werden dürfen, dann muß die Solidarität zu Charakterschweinen so lange ruhen, bis sie glaubwürdig in sich gegangen sind. Strache "rasch versorgen, hinter die eigenen Linien schaffen und anderswo unterbringen". Nein, niemals. Laßt ihn in einem Antifa- Viertel des nachts ein paar Stunden lang ganz alleine Plakate aufhängen, wie wir es früher mangels Personal auch gemacht haben. Dann zeigt sich, ob er rasch versorgt werden kann pp.

Zu 2. später

Gelddrucker
25. Mai 2019 12:34

@Martin Heinrich?
Darf ich fragen, wo die Zeit noch auf unserer Seite ist? Verwechseln sie Zeit mit Realität? Zweitere ist auf unserer Seite, erstere tickt, und zwar gegen uns.

@Gehenkter:
Wenn Sie das Grün so sehen, gebe ich Recht. Die Partei zu wählen ist ein Trend, den viele Indifferente mitmachen. Wer sich heutzutage nicht um Politik schert und wählen geht, wählt häufig grün. Ich bin auch eindeutig der Meinung, die AfD muss sich um das Thema Umwelt bemühen, und zwar auf vernünftige Weise, abseits des Klimawahns. Umweltschutz statt "Klimaschutz" und den Leuten klarmachen, dass REDUKTION der Bevölkerung das Einzige sein wird, was die Umwelt retten kann. Alle anderen Ansätze sind meiner Meinung nach aufgrund der endlosen Gier zum Scheitern verurteilt. Und hier können wir punkten: Remigration ist auch eine Form der Reduktion, und zwar aus Ländern mit extrem hohen Umweltsünderfaktor in Länder mit sehr niedrigem.

Ich glaube nicht, dass die AfD Flüchtlingskonvois braucht. Die Stadtbilder ändern sich auch ohne Konvois. Und die nächste Welle kommt sicher. Mittlerweile denke ich mir fast, das wäre nicht so schlecht, dann wäre endlich auch dem letzten klar, dass der Zustrom kein Ende haben wird und dass es eine Entscheidung zwischen Festung Europa und Eurabien/Eurafrika wird.

Lotta Vorbeck
25. Mai 2019 12:40

@Der Gehenkte - 24. Mai 2019 - 07:51 PM

"... Sie muß sich deutlich breiter und tiefer aufstellen, sie muß auch endlich aufhören, sich per se gegen wissenschaftlichen Konsens aufzulehnen. Die Rechte muß sich durch bessere Lösungen auszeichnen, nicht durch Leugnungen."

************************

Ach, sich per se gegen mittels Fördergeldvergabe erzeugten, pseudowissenschaftlichen Konsens aufzulehnen sollte man endlich unterlassen?

Wo alle einer Meinung sind, wird bekanntlich meistens besonders penetrant gelogen.

Nö, @Gehenkter, dem Kohelndioxidschmanismus werde ich mich gewiß nicht anschließen.
Das diebische Vergnügen den eigenen CO2-Unglauben bei jeder sich dafür bietenden Gelegenheit weiterhin offensiv zu zelebrieren, lasse ich mir auch von Ihnen nicht nehmen.

Laurenz
25. Mai 2019 12:57

@Der Gehenkte .... Sie liegen in der Beurteilung der Kunstszene falsch. Die Künstler-Problematik orientierte sich immer schon in der Finanzierung der Kunst. Die Bosbachs und ihre Vorgänger sahen eben keinen Sinn in politisch motivierter Kunst, und förderten eher die apolitischen Kolos und Rothenbergers, eine total falsche Einschätzung. Oder kennen Sie auch heutige Schlagersänger, die sich ohne Zwang, siehe Frau Fischer, politisch äußern möchten? Selbst ein mutiger Udo Jürgens war doch harmlos.

Auch Sie verletzen in Ihrem Beitrag @Niedersachse leider alle intellektuellen Standards. Die Erdbevölkerung wächst, was bedeutet, um sinngemäß @Imagine zu zitieren, daß hier kein Kapital der Welt weiterhilft, sondern nur die Produktion und ihre Mittel, was automatisch Wachstum bedeutet. Desweiteren ignorieren sie die Geo-Politik. China hat im Flottenbau die USA mit mittlerweile gut 300 in See gehenden Kriegsschiffen überholt. Und da in China noch 800 Mio. Menschen leben, die zur Unterschicht gehören, ist es fast Größenwahn zu glauben, diese würden sich ohne Aufstieg in die Mittelschicht (mit Auto und Urlaubsfernreisen) begnügen. Wollen Sie in China oder Indien einmarschieren? Viel Spaß. Wenn Sie nicht, wie Herr Trump aufpassen, werden Sie zugunsten der Chinesen verzichten müssen, auch viel Spaß dabei.
Aktuell sind so um die 1.400 Kohlekraftwerke weltweit in der Planung. Da könnten Sie mit Ihrer Deutschtümelei ja mal in die Debatte einsteigen.
Ein Technologietransfer wäre eine mögliche Lösung, ist aber gegessen. In der deutschen Uralt-Technik des Wasserstoffs liegt Toyota weit vor uns. Von daher, setzen 6.

Imagine
25. Mai 2019 14:25

@Der Gehenkte 25. Mai 2019 10:21
„Der Konflikt zwischen Mensch und Natur wird alles Gewesene weit in den Schatten stellen. Das ist vollkommen folgerichtig, wenn man die existentielle Dimension der Frage begreift.“

Der Konflikt „Mensch – Natur“ hat zwei Dimensionen.

1. Ganz zentral für die humanistische Theoriebildung und die Kritik am Kapitalismus ist der Konflikt zwischen menschlicher Natur und Gesellschaftssystem.

Darum geht es in der Entfremdungstheorie von Marx und später bei der Verdinglichungstheorie von Lukács und beim „Unbehagen an der Kultur“ von Freud.

Von den Kapitalismus-Apologeten wird behauptet, dass der Kapitalismus der menschlichen Natur entspräche und daher alternativlos sei. Das ist jedoch eine Ideologie und x-Mal wissenschaftlich widerlegt.

Ganz wichtig sind in diesem Kontext die Theorien über die gesellschaftlich bedingten psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Auch dieser Zusammenhang wird gegen den wissenschaftlichen Erkenntnistand von den Kapitalismus-Apologeten geleugnet und wissenschaftliche Erkenntnisse werden unterdrückt.

Die Pharmakologisierung von gesunden Menschen ist inzwischen Normalität. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis dazu auch ein allgemein legalisierter Cannabis-Konsum gehört.
Der Sozialwissenschaftler und Drogenexperte Günter Amendt schrieb im Jahr 2000 unter dem Titel „No drugs. No future“:
„In der globalisierten und deregulierten Welt von morgen werden psychoaktive Substanzen nicht nur als Genußmittel – just for fun – , sondern auch als Instrumente der sozialen Steuerung unverzichtbar sein. Das ist historisch nichts Neues, denn auch in der Geschichte des Industriezeitalters hatten Rauschmittel – Alkohol, Tabak und Opium, später dann auch Psychopharmaka – immer einen doppelten Gebrauchswert. Als Genußmittel halfen sie den unterdrückten und ausgebeuteten Massen, ihr Los zu ertragen; als Leistungsdrogen sicherten sie die gesellschaftlichen Bedingungen der Ausbeutung. Somit hatten Drogen immer auch einen politischen Gebrauchswert.“

Immer mehr Kinder und zunehmend jüngere Kinder bekommen Psycho-Drogen.
Der allgemeine Drogenkonsum steigt.

Die Menschen werden gegen ihre Natur mit chemischen Mitteln ans kapitalistische System angepasst.

2. Der Mensch befindet sich in einem ständigen Stoffwechsel mit der Natur.
Entscheidend für das Überleben der Menschheit ist, dass dieser Stoffwechsel den Erfordernissen der außer-menschlichen Natur angepasst wird, ansonsten geht diese Natur kaputt.

Die kapitalismuskritische und ökologische Theoriebildung ist viel weiter als der Bewusstseinstand im "rechten Lager".

quarz
25. Mai 2019 15:15

@Gehenkter

"Hätte man ernsthafte Denker in den Reihen, dann stünden ihnen auch die Institutionen offen."

Da hab ich meine Zweifel. Das von Linken besetzte akademische Soziotop ist eine Trutzburg, in die nicht so leicht einer eindringen kann, der deren Dogmen in Frage stellt. Und diese Burg wird seit ca. 30 Jahren ausgebaut und weiter befestigt. In den USA sogar noch mehr als bei uns.

https://heterodoxacademy.org/professors-moved-left-but-country-did-not/

Und wie neulich von englischer Regierungsseite mit dem weithin respektierten Roger Scruton umgesprungen wurde, nachdem er es gewagt hatte, den Begriff "Islamophobie" als Kampfbegriff aus dem Arsenal der Muslimbrüderschaft einzuordnen, lässt erkennen, dass intellektuelles Format allein kein Garant für Akzeptanz ist.

Selbst eine Jahrhundertikone wie James Watson (Entdecker der DNA, Nobelpreis, ... ) wird unter Aberkennung verschiedenster Ehren sofort abserviert, wenn er in einer Nebenbemerkung ein ideologisches Dogma wie die weltweite Gleichverteilung der Intelligenz in Frage stellt.

Der Gehenkte
25. Mai 2019 15:34

@Laurenz

Ich gestatte mir, in dieser Frage konservativ zu sein: wenn etwas richtig ist, aber keine Aussicht auf Erfolg hat, dann entscheide ich mich - oder sollte das zumindest tun - für das Richtige und nicht für das Erfolgreiche. Das nennt man Moral.

Gegen freiwilliges Mißverstehen (Wachstum, Kunst) oder Widerlegungsversuche durch logischen Absurdismus (@ L.V) habe ich längst aufgegeben anzugehen.

Niedersachse
25. Mai 2019 17:59

@Laurenz

"Auch Sie verletzen in Ihrem Beitrag @Niedersachse leider alle intellektuellen Standards."

Können Sie sich da mal präzisieren? Was genügt denn Ihren "intellektuellen Standards" nicht?

Niekisch
25. Mai 2019 18:23

Zu 2. im Anschluß an 11:36: Gegenfrage zum Grund des Zusammenbruchs der Koalition: Hätte ein metapolitisch bewirktes Kraftfeld- welches wir unbedingt brauchen- das kontraproduktive Emporkommen eines Strache verhindert, hätte es auch den sicher geheimdienstlich bewirkten Anschlag auf die Führungsspitze der FPÖ und die Regierung verhindert? Wohl kaum.

Es gab immer Versuche der Theoriebildung und des Aktivismus, nicht nur in einer, wie Sie, lieber Herr Sellner es zu nennen belieben, NS-Subkultur. Eine solche gab es nie wirklich, weil die geringe intellektuelle Qualität von deren Vertretern den historischen Nationalsozialismus nicht ansatzweise verstanden hat. Wer von denen hat jemals Christoph Steding oder Friedrich Alfred Beck gelesen oder in der Praxis versucht? Niemand. Nach meiner Beobachtung wird im "Nazkiez" der Nationalsozialismus so vertreten, wie er uns täglich verzerrt vorgespielt wird.

A l l e metapolitischen Versuche der übrigen, nicht NS-affinen Gruppen wie der Nationalrevolutionäre, Solidaristen, de Benoist- Anhänger pp. sind an der mangelnden Zielgerichtetheit und Durchhaltefähigkeit gescheitert. Das ist auch jetzt so. NS- Doofis beschmieren Stolpersteine, die AfD betreibt fast keinerlei Vorortarbeit im vorpolitischen Raum, die IB startet erfreulicherweise spektakuläre Aktionen, aber keine lang andauernden Kampagnen z.B. an Schulen, Volkshochschulen, in Mieterinitiativen usw. Wieso ist eine Abgrenzung zur "Nazikiez- Subkultur" nötig? Von der Dummheit muß man sich nicht abgrenzen, auch nicht wegen des NS, denn diese Leute sind eine bloße NS-Karrikatur. Warum nicht schlicht und ergreifend aus a l l e n weltanschaulichen Richtungen das heute Brauchbare herausfiltrieren und zäh und beharrlich in notfalls Jahrzehnte dauernder Kärrnerarbeit in die Institutionen auch der untersten Struktur hineintragen?

Daß die IB länger als jede aktive Gruppe zuvor dem Druck von Innen und Außen standhält, kann ich nicht stehenlassen. Die "Jungen Nationaldemokraten" der 6oiger Jahre haben noch viel länger und unter viel stärkerem Druck standgehalten. Damit will ich die hervorragende Arbeit der tapferen Identitären aber nicht abwerten, nur der Wahrheit die Ehre geben.

Zu 3. zuversichtlich: "parallel zum politischen Dampfer ein Geschwader an metapolitischen Beibooten"? Mir persönlich gefällt ein S c h u b verband besser. Denn Beiboote gehören zum Schiff und schwanken ggflls in den durch das Schiff verursachten Wellen. Der Schiebende ist frei und verwendet seine eigene Kraft, um den anderen voranzuschieben, notfalls zu bremsen.

Um schnell entscheiden zu können, ob Schub oder Schubumkehr, muß Gleichklang der Mannschaft herrschen. Dieser kann nur erzeugt werden, wenn unter dem Oberbegriff des "großen Ziels" verständliche, kurzgefaßte, ohne Selbstzensur gefundene, ohne jede Rücksicht auf den mainstream formulierte, eingängig-kurze Aussagen an die Pinwand der Kajüte gehämmert werden. Erst dann kann der Schubverband andere Schiffe als die FPÖ anschieben, andere Häfen anlaufen, an neuen Kaimauern andocken.

Einen "Verrat der rechten Intelligenz" zu sehen, erscheint mir jedenfalls nicht komplett realitätsgerecht. Ich z.B. rechne mich zwar nicht der "Intelligenz" zu, immerhin aber der Dissidenz seit 1965. Ich habe mich nicht ins Recht geflüchtet, um einem "irrationalen Instinkt" zu folgen, sondern weil mir nach der- wie Sie sagen würden - Matura ein Mitarbeiter des Arbeitsamtes zum Studium der Rechte wegen des breiten Betätigungsfeldes riet. Und Sie, lieber Herr Sellner, werden es nicht glauben, aber dieser Beruf setzte mich großen Gefahren wie der eines Berufsverbots aus, gab mir aber auch die Möglichkeit, anderen Dissidenten zu helfen, dem politischen Gegner und Feind stets auf überlegene Art zu begegnen, ja ihn selber vor den Kadi zu bringen, während ich selber, der Fuchs, wie man mich nannte, mich bis heute recht gut beschützen konnte. Ergo: Her auch mit den Juristen!

Viele unseres Milieus haben auch früher schon auf die "Stimme unseres Gewissens" gehört und ich bin sicher, daß auch ein erheblicher Teil der jungen Generation es schon jetzt tut. Wir waren, sind und werden vielleicht längere Zeit nur wenige sein. Für den Schubverband kommt es auf die Größe des Kahns aber weniger an als auf die PS-starken Motoren. Stark und effektiv, dann wird geschoben!

Bleiben Sie, lieber Herr Sellner, bei Ihrem Optimismus: Der Sieg ist unser, wenn die großen Austauscher selber durch uns oder durch von uns Angeschobene ausgetauscht sind. Anschließend werden die Gesetze ausgetauscht und der große Austausch revolviert.

Andreas Walter
25. Mai 2019 19:46

@Lotta Vorbeck

100% ihrer Meinung. Wobei der Betrug oder Denkfehler (vieler) zugegeben sehr schwer zu erkennen ist. Musste mich auch letzten Monat noch mal 2 Wochen lang jeden Tag den ganzen Tag damit beschäftigen, um mir sicher zu werden.

CO2 hat keine Auswirkung auf das Klima, also die Temperatur, jedoch chemisch und biologisch natürlich sowohl auf das Pflanzenwachstum wie auch auf die Meeresbiotope.

Temperaturveränderung hat einen gewissen Einfluss auf das Austreiben beziehungsweise die Aufnahme, Bindung von CO2. Sowohl biologisch wie auch chemisch/physikalisch.

Temperaturveränderung hat aber auch direkt physikalisch auf Materie (Wasser, Eis, Fels, Stein, Erdoberfläche) einen Einfluss.

Und natürlich: Temperaturveränderung hat immer auf das Wetter/Klima Einfluss.

Mich interessieren derzeit darum nur noch die chemischen und biologischen Einflüsse des CO2 auf die Flora (Wälder/Landwirtschaft) und das Meer (als biologisch/chemisches System).

Und unabhängig davon, die Zusammenhänge Temperatur und Wolkenbildung, Flora und Wolkenbildung.

Weiterforschen darum ja, unbedingt, aber alles ohne Panik und Hysterie. Denn man kann die Maschine Industriegesellschaft so oder so nicht einfach stoppen, das würde buchstäblich Millionen, vielleicht sogar Milliarden Tote nach sich ziehen, vor allem, aber nicht nur, in der Dritten Welt. Das würde also vor allem die Armen und Schwachen treffen, hauptsächlich in Afrika.

Ich schlage daher ein Moratorium von 10 Jahren vor, bis 2030, was Dinge wie Emissionshandel und CO2-Steuer betrifft.

Weil es, wie gesagt, das CO2 nicht ist, wir aber die anderen Effekte des CO2 jetzt studieren müssen. Die auf das Meer als Biotop und auf Flora und Fauna auf dem Land. Ich mache mir daher mehr Sorgen um Wälder und Regenwälder, Korallenriffe und Nahrungsketten. Über Abholzung, Überbevölkerung, Energie- und Nahrungsmittelversorgung, Überfischung der Weltmeere, das Artensterben, Vermüllung und Verseuchung, Vergiftung des Planeten.

Es fehlen nämlich immer noch massig Daten, um wirklich die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Mir wäre zudem eine Lösung ohne Milliarden Tote lieber, auch wenn wir so oder so weniger werden müssen. In der Beziehung waren Marxisten aber eh noch nie zimperlich, denke ich da an den Holodomor oder auch an Maos China und seine Millionen Hungertoten. Ich kann daher vor radikalen, schnellen Veränderung immer nur warnen.

MargitElisabeth
25. Mai 2019 20:36

Genau. Wir sind ja so umwerfend Viele, dass wir jetzt einfach hingehen können und auch noch Leute nach Alter ausgrenzen können... Der "Millenjel" hat kürzlich das Wort "Buhmer" gelernt, nein- das kannte er schon länger - "Buhmer Miehm (meme) hat er gelernt und subsimiert jetzt alles darunter, was irgendwie doof ist - Gutmenschen und Majjjjorka und Ibissa und Schampanjer und und. Weil klar, der Millenial das ist die Zukunft. Ich hätte wirklich viel Sympathie mit den Positionen der Identitären - vor allem weil sie die einzige europäische Rechte verkörpern - aber dieser "ageist approach" ist so realitätsfern, provinziell und absonderlich , damit kann ich nichts anfangen. Erinnert halt sehr unangenehm an das Vomputerspiel zum Migrationspakt oder, Vorsicht Buhmer Miehm: An das Guido-Mobil von einst. Nicht meine Welt, nicht die Welt von den eingangs benannten "Vielen".
Aber so ist es halt.
PS: Morgen ist Wahl- wählt!

Der Gehenkte
25. Mai 2019 20:38

@ imagine

"Die kapitalismuskritische und ökologische Theoriebildung ist viel weiter als der Bewusstseinstand im "rechten Lager"."

Ich fürchte, Sie haben da recht! Allerdings muß man auch zugeben, daß die Impulse Marxens, besonders aus den "Ökonomisch-philosophischen Manuskripten" auch in der Linken weitgehend verpufft sind. Die Linke kennt ihre eigenen Klassiker nicht mehr und es ist auch wenig Wesentliches dazugekommen. Sie agiert komplett antimarxistisch und hat den Marxismus zum Fetisch verkommen lassen.

Die Rechte kennt ihre Klassiker allerdings auch nicht. Man denke nur an Klages' Manifest "Mensch und Erde", an F.G. Jüngers Technikkritik, an Heidegger natürlich, an Pieper udn Bollnow mit ihren Bescheidenheitsethiken, später an Gruhl und auch ganz explizit an Harich und Bahro (der zwar Kommunist war, habituell aber konservativ). Es ist leider ein fürchterliches Kuddelmuddel entstanden, eine hoffnungslose Verkehrung der Begriffe.

So kommt es, daß Rechte heute für den ungehemmten Dieselaustoß einstehen und die Wirkung des CO2 als Klimafaktor kategorisch und apriori leugnen und Linke die Kapitallogik unterstützen und zugleich erzkonservative Positionen, wie den Schutz der Umwelt, die Bewahrung, propagieren.

Man kann darüber auch kaum noch vernünftig diskutieren, weil die Verdrehung der Begrifflichkeiten zuerst eine fürchterlich aufwendige Begriffsklärung verlangte und auch die funktioniert nicht, weil niemand mehr dem besseren, sondern nur noch seinem eigenen, rein weltanschaulich fundierten Argument zuhört. Ein Trauerspiel.

Nemo Obligatur
25. Mai 2019 20:45

Bisher waren mir Sellners Texte zu weitschweifig. Aber der hier ist richtig gut lesbar und würde es vielleicht sogar verdienen, zu einem Büchlein (Kaplaken?) ausgebaut zu werden.

Dennoch oder gerade deswegen einige kritische Anmerkungen. Es einerseits festgestellt, dass der linke Mainstream den intelligenteren Teil der Jugend anzieht. Zugleich heißt es, dass "Rechte" in den wirtschaftlich einträglichen (und schwierig zu erlernden) Berufen tätig seien, und zudem attestiert Sellner der Linken intellektuelle Dürftigkeit. Ich erkenne hier einen gewissen Widerspruch. Alles zugleich kann unmöglich stimmen.

Sellners Ansichten zu Herrn Strache teile ich nicht. Wenn er nur gekokst hätte oder seiner Frau untreu wäre, könnte man darüber als persönliche Schwäche hinwegsehen. Dass er offensichtlich bereit war, einer Oligarchennichte überbezahlte Staatsaufträge zuzuschanzen, ist ein Abgrund. Politiker sind keine Heiligen, aber ein Minimum an Integrität sollte man erwarten dürfen.

Zwischen Wahlerfolgen und Metapolitik gibt es keinen Zielkonflikt. Im Gegenteil. In Deutschland zumindest öffnen Wahlerfolge den Zugang zu materiellen Ressourcen (vulgo "Staatsknete"). Die Grünen haben es vogemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in Österreich so viel anders ist, lasse mich aber gerne belehren.

Zur Demographie: Ich weiß nicht, welche Tabellen und Prognosen Herr Sellner studiert hat, aber Fakt ist, dass es in Deutschland inzwischen viele Großstädte gibt, in denen Migranten in den jüngeren Altersjahrgängen in der Mehrheit sind. So etwas umzudrehen, ist quasi unmöglich. Im Gegenteil, das potenziert sich. Die Alten sterben, und man sieht inzwischen auch in kleineren Städten viele junge Frauen mit Kopftuch und rundem Bauch, die einen Kinderwagen schieben, ein oder zwei größere Kinder laufen schon hinterher. Ich kann mich daran erinnern, dass über die Konsequenzen dieses schon damals häufigen Bildes noch in den achtziger Jahren durchaus auch in den Medien diskutiert wurde. Die Standardberuhigungspille interessierter Kreise war, dass die Gastarbeiter, wie man sie damals nannte, nach zwei oder drei Generationen so werden wie wir. Es fehlte auch nie der Hinweis auf Hugenotten in Preußen und Polen imm Ruhrgebiet Wie man weiß, kam es anders. Solche Trends lassen sich nicht in wenigen Jahren umkehren. Wenn Sellner schreibt, dass wir "noch Jahrzehnte Zeit hätten", dann heißt das eigentlich, dass es schon fast zu spät ist. Dazu kommt die niedrige Geburtenrate hiesiger Familien. Ob es einem gefällt oder nicht: Wir werden weiterhin Zuwanderer benötigen, wahrscheinlich sogar in steigendem Ausmaß. Wir sollten endlich dazu übergehen, uns die Menschen, die wir im Lande haben wollen, auszusuchen. Alles andere wird dauerhaft nicht funktionieren und unser Land destabilisieren. In diesem Zusammenhang hat mir der Vortrag von E. Straub in Schnellroda (auf Youtube abrufbar) gut gefallen. Deutsch war demnach eigentlich über die Jahrhunderte immer mehr eine Kultur als eine Nation. Dahin zurückzukehren und den prägenden Einfluss der deutschen Kultur in Europa, vielleicht sogar in der Welt, zu erneuern, ist vielleicht der einzig zukunftsweisende Weg zwischen den Austauschplänen der Linken und den Remigrationsphantasien der Identitären.

Der Gehenkte
25. Mai 2019 21:01

@ Quarz

"Das von Linken besetzte akademische Soziotop ist eine Trutzburg, in die nicht so leicht einer eindringen kann, der deren Dogmen in Frage stellt. "

Das ist sicherlich korrekt. Trotzdem hänge ich noch immer der Überzeugung an, daß sich Exzellenz immer durchsetzt und Wege findet. Scruton ist doch das ideale Beispiel. Ob Scruton nun Berater einer Baukommission wird oder nicht - so empörend der Akt ist - spielt für die Wirkung seines Schaffens keine Rolle. Er hat ein 30-bändiges Werk im Rücken und ist nach wie vor eine Stimme von Rang.

Überhaupt: wenn wir uns heute mal die letzten wirklich bedeutsamen Denker anschauen, dann sind die wesentlich "rechts" oder speisen sich aus dem Konservatismus zu bedeutendem Grad: Sloterdijk, Finkielkraut, Agamben, Zizek, Waldenfels, Vattimo, Spaemann, Tugendhat ...

Wer jetzt "Habermas" sagt, der verkennt, daß Habermas längst schon Folklore ist und seine Wirkung nur noch einem Kometenschweif gleicht - der freilich in die Akademien hineinreicht. Worauf es mir aber ankam: Diesen Leuten stehen die Akademien offen und sie überstehen auch Schmutzkampagnen. Sie sind allerdings Relikte. In ein paar Jahren ist dieses Feld wohl nahezu leer.

Zurück zum Artikel: Leute wie Sellner sollten versuchen, diese Leerstellen zu besetzen und dafür auf die eine oder andere Leuchtfackel verzichten. Lichtmesz hatte mit seinem "Gott" in die richtige Richtung gewiesen, Kleine-Hartlage auch. Aber die Rechte muß sich breiter als nur politisch und auch dort breiter als nur Migration und Fortschrittskritik aufstellen. Vergleichen Sie mit Lukács: Sie braucht eine ontologische, epistemologische, ästhetische, ethische, historische und kulturelle, eine strategische Begründung - Leute wie Lukács hatten sich um all diese Aspekte noch gekümmert. Sogar Habermas tat das noch ...

Franz Bettinger
25. Mai 2019 22:45

@ Gehenkter: 0,8°C - darum geht es in Al Gore's Kurve. Der Temperatur-Anstieg betrug nicht einmal 1°C in 150 Jahren. In der gleichen Zeit ist die Erdbevölkerung von 1,5 auf 7 Mrd. Menschen angestiegen. Und niemand spricht darüber. Besagter Temperaturanstieg war von 1975 - 1998 messbar, er dauerte also nur 23 Jahre. Und dieser kleine Anstieg von 1°C tat der Erde und den Lebewesen darauf sehr gut! - Wasserdampf (H2O) ist ein viel wichtigeres Treibhaus-Gas als CO2. Verwechsel Sie nicht CO2 mit Stäuben u.ä. Umwelt-Verschmutzung. - Das Grönland-Eis wächst, es nimmt zu! Und der Meeresspiegel stieg um 20 cm in 100 Jahren, allerdings tut er das seit Jahrhunderten. Es ist nichts Ungewöhnliches, nichts Menschengemachtes. Es ist normal. Siehe das Video ab 31:30: https://youtu.be/SXxHfb66ZgM

Laurenz
25. Mai 2019 22:50

@Der Gehenkte ... is klar, wenn man ausgekurvt wurde und einem die eigenen Bohnen um die Ohren fliegen, schüttelt man sich den Staub von den Füßen und wäscht die Hände des anderen in Schuld.
@Niedersachse .... wenn Der Gehenkte in einer globalen Klimadebatte, die Er selbst befeuerte, den wesentlichen Umwelt-Faktor, nämlich den Menschen in seiner Summe an sich, ausläßt (ca. 80 Mio. (also 1x Deutschland) Zuwachs jährlich mit unter 2 US$ Einkommen pro Tag), argumentiert nicht integer. Ebenso ist das imperiale pseudo-grüne Gehabe sich anderen Kulturen als überlegen darzustellen und die quasi als blöd auszugrenzen, außerhalb eines nachvollziehbaren Diskurses. Vielmehr befindet sich Der Gehenkte in jener links-grün versifften Wahrnehmungsblase, die uns zurück die koloniale Vergangenheit und zu einem Lügen-Humanismus für Privilegierte führt. Neulich hatte ein Forist das Jasinna - CO2 - Video gepostet. Wenn Jasinna die Gelegenheit hat, sich über Die Gehenkten des Planeten lustig zu machen, steht deren Diskurs-Position auf ziemlich kurzen Beinen.

@Warum bleiben Sie immer an den ewig gestrigen Lügen von Marx und Freud hängen. Die reine Schwarz-Weiß-Malerei zwischen Ihren dürftigen Kapitalismus - und Marxismus-Begriffen ist doch sinnentleert, als ob es nichts anderes gäbe. Haben Sie nichts eigenes? Immer diese antiken Jesus 2.0 Geschichten. Ihr persönliches Paulus 2 - Drama langweilt schon etwas. Dann auch noch Ihr eingebildetes "rechtes Lager". Welches von den tausend meinen Sie denn?

Ruewald
25. Mai 2019 22:51

@Niekisch (25. Mai, 18:23)
"Der Sieg ist unser, wenn die großen Austauscher selber durch uns oder durch von uns Angeschobene ausgetauscht sind. Anschließend werden die Gesetze ausgetauscht und der große Austausch revolviert."
Sprachstilistisch meisterhaft formuliert und optimal passend als zweckoptimistisches Leitziel und als Schlußsatz zu Sellners gelungenem Beitrag.

@DerGehenkte (25. Mai, 10:21)
Daß die Frage der menschenverursachten Zerstörung der Lebenswelt existenziell ist und um Sein oder Nichtsein geht, daran ist nicht zu rütteln. Aber die extrem vereinfachte einparametrige Reduktion auf das "Klima", insbesondere das CO2, muß kritisierbar sein. Ich verweise auf die ausführliche Diskussion im Strang Netzfundstücke (10) – Straub, Buchbindung, Ökologie vom 10. Mai 2019, die ich Ihnen ans Herz legen möchte. –

Da Sie oft zustimmungswürdige intelligente Beiträge liefern, enttäuscht mich Ihre argumentative Abstützung auf einen angeblichen "wissenschaftlichen Konsens", bei dem doch die Minimalbedingung eines "herrschaftsfreien Diskurses" bekanntlich gröblich verletzt ist.
Darauf spielt ja @LottaVorbeck (25.5., 12:40) implizit an, wenn sie z.B. auf die einseitige Fördermittelvergabe hinweist. Die Entgleisung "logischer Absurdismus" (25.5., 15:34) hätten Sie sich ersparen können. @LV geht von der falsifizierten wissenschaftlichen These der CO2-Ursache der Klimaerwärmung aus und geht von dieser deskriptiven Faktenaussage zu der normativen Aussage über, daß sie keine Gelegenheit auslassen will, auf diese Falsifikation (und weitere Hintergründe) hinzuweisen. Dahinter steckt ein wissenschaftliches Wahrhaftigkeitsethos.

Was die "Grünen" anbelangt, so ist das ein Etikettenschwindel. Sie sind von Linksextremen unterwandert und geputscht worden und haben das "gesamt-ökologische" Programm des Gründers Herbert Gruhl verraten. Özdemir, Roth, der Literat Habeck, usf. haben keine Ahnung. Hofreiter ist zwar Biologe und versteht etwas von Landwirtschaft, aber die großen – populationsdynamischen und kulturzerstörenden - Zusammenhänge durchblickt er offensichtlich nicht (von Konrad Lorenz, Eibl-Eibesfeldt, Rupert Riedl, Franz Wuketits, u.v.a. hat er nichts gelernt).
Wenn Sie "grüne" Politik als entscheidendes Problem der Zukunft sehen, dann ist dem voll zuzustimmen, wenn sie etwa in dem umfassenden Sinn wie bei Herbet Gruhl verstanden wird.

Ergon
25. Mai 2019 22:55

@Gehenkter Sloterdijk etablierte sich als dezidiert Linker, in Anlehnung an die Frankfurter Schule und Foucault, und ist deshalb genauso wenig wie Ernst Nolte (FU Berlin, die Heimstatt des Linksliberalismus) ein gutes Beispiel für Ihre These, in den hochgradig ideologisierten Fächern (politische Philosophie/Soziologie/Pädagogik/Geschichte) setze sich "Exzellenz" immer durch. Und Beispiele aus dem Ausland halte ich nicht für relevant für die Lage in Deutschland.

Der Gehenkte
26. Mai 2019 09:42

Vielen Dank an alle! Es gäbe noch viel zu sagen, aber erstens ist das nicht Sellners Thema, zweitens sind die meisten heute sowieso bei einer anderen Geschichte. Sicher ergibt sich später eine Gelegenheit.

zum "logischen Absurdismus": das bezog sich auf diese Perle: "Wo alle einer Meinung sind, wird bekanntlich meistens besonders penetrant gelogen."

@ Laurenz: " is klar, wenn man ausgekurvt wurde ..."
Es war m.E. offensichtlich, daß wir in puncto Kunst und Wachstum von gänzlich anderen Begriffen ausgingen, daher ein Gespräch nicht möglich, ich aber der Meinung war, meine Begriffe recht deutlich angezeigt zu haben.

@ Andreas Walter - Sie gehen m.E. in die richtige Richtung, vor allem die Interdependenz und Komplexität erkennend und die Unmöglichkeit, diese erfassen zu können. Wir unterscheiden uns nur im Schluß aus dieser Prämisse: Während die einen - die alle hier versammelt scheinen - daraus den Schluß ziehen, das Problem gebe es nicht, weil ich es nicht erkenne, ziehe ich die Konsequenz zu sagen: es übersteigt unsere Fassungsgabe, also sollten wir - da es um Sein oder Nichtsein geht - so handeln, als ob CO2 ein "Klimakiller" ist.

Das heißt auch, daß man nicht aktiv nach Verifizierungen sucht (@ Franz Bettinger), sondern nach Falsifizierungen.

Und abschließend: Die Wahrheit kümmert sich nicht darum, ob oder wer sie aussagt. Sie wird nicht falsch, nur weil sie aus dem Mund eines Grünen Politikers kommt .... Daher sind "Widerlegungen" irgendeiner Meinung kein Argument gegen Tatsachen - sie beweisen nur die Falschheit der Meinung, nichts sonst.

Andreas Walter
26. Mai 2019 11:21

Habermas ist ein Lügner. Den kann doch kein Wissender ernst nehmen.

Wie auch jeder Wissender darum die Wahrheit über das CO2 kennen sollte. Kann man auch selbst rausfinden, ist aber sehr Zeitaufwändig und bedarf auch einer gewissen Bildung im Bereich der MINT-Fächer.

Oder er vertraut auf Leute wie auch Moore:

https://www.neopresse.com/umwelt/greenpeace-gruendungsmitglied-klimawandel-ist-nicht-menschengemacht/

@Gelddrucker

“Umweltschutz statt "Klimaschutz" und den Leuten klarmachen, dass REDUKTION der Bevölkerung das Einzige sein wird, was die Umwelt retten kann.“

Richtig. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist auch schon auf diesem Weg, lediglich der Islam, Indien und Afrika noch nicht. Ohne Abgrenzung, Grenzen kommt es daher tatsächlich nur zu einem grossen Austausch der Bevölkerungen, jedoch ohne Veränderung der Gesamtbilanz. Grosse Ausnahme übrigens der Iran, darauf möchte ich darum immer wieder hinweisen.

Lotta Vorbeck
26. Mai 2019 12:19

@Andreas Walter - 25. Mai 2019 - 07:46 PM

Das gegenwärtig herrschende System ist nahezu ausgereizt.

Um weiterhin Wachstum, Wachstum, Wachstum zu generieren, müßte man bezüglich des schuldenbasierten Fiat-Money-Perpetuum-Mobiles einen Reset oder ersatzweise einen möglichst zerstörerischen, weltumspannenden Krieg herbeiführen.

Mit dem Kohlendioxidklimarettungsmummenschanz scheint (zunächst) der große Wurf gelungen. Man investiert monströse Summen in unsinnige Technik, enteignet die das Sytem tragenden Mehrwerterzeuger und richtet zugleich eine vermeintlich unhintergehbare Drohkulisse auf, welche die laufende Umvolkung pseudowissenschaftlich als unvermeidbar-unaufhaltbar darstellen soll.

Auf der Leipziger Internetplattform NuoViso-TV können Sie sich, zum Thema CO2-Klimarettungsersatzreligion etliche Vorträge von Prof. Dr. Werner Kirstein anschauen.

Als Einstieg sei Ihnen empfohlen:

### HEILIGE KUH KLIMAWANDEL – PROF. DR. WERNER KIRSTEIN

https://nuoviso.tv/allgemein/heilige-kuh-klimawandel-prof-dr-werner-kirstein/

16. August 2017

Seit über 30 Jahren wird uns eine Klimakatastrophe eingeredet von bestimmten Teilen der Wissenschaft, von der Politik und von vielen Medien. Der Mainstream berichtet regelmäßig über neue, vermeintliche Wärmerekorde. Mit selektiver Statistik wird versucht, eine andauernde Erwärmung „nachzuweisen“, für die anthropogene Emissionen verantwortlich sein sollen. Die Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache. In Deutschland ist diese gezielte Panikmache besonders stark ausgeprägt. Wie eine heilige Kuh wird uns der angeblich menschengemachte Klimawandel als unantastbar und nicht angreifbar präsentiert. Ein stark übersteigertes Umweltbewusstsein hat den Schutz des Klimas zu einer Ersatzreligion werden lassen. Kritische Stimmen werden dagegen als „Klimaleugner“ diffamiert. Nach dem Wunsch unserer Politiker soll Deutschland eine Vorreiterrolle als Weltretter beim sogenannten Klimaschutz übernehmen.

Im Vortrag wird gezeigt, dass Kohlendioxid alles andere als ein schädliches Spurengas ist und mit welchen Methoden durch eine „drohende Klimakatastrophe“ bei vielen Menschen Angst und Panik ausgelöst werden soll. Auch hier geht es wieder mal unter anderem um viel Geld. Die Politik hat schon oft im Gewand eines Gutmenschen ihre Ziele mit allen Mitteln durchzusetzen versucht, leider nicht selten mit wissenschaftlichen Helfern. Viele sachkundige Kritiker halten weltweit mit Fakten dagegen und entlarven die drohende Klimakatastrophe als politisch-ideologische Strategie.

Lotta Vorbeck
26. Mai 2019 12:23

@Andreas Walter - 25. Mai 2019 - 07:46 PM

Für Sie nachgereicht:

Werner Kirstein: Klimawandel - Wird die Wissenschaft politisch beeinflusst?

https://youtu.be/jdQiSWY1GWo

253.173 Aufrufe

am 22.06.2018 veröffentlicht

Ist der Klimawandel menschengemacht? Ganz klar nein, sagt Prof. Dr. Werner Kirstein. Als Klimageograph kennt er die Daten der Klimaaufzeichnungen sehr genau. Und so weiß er auch, dass der Gehalt von CO2 in unserer Atmosphäre nicht nur einen historischen Tiefstand aufweist, welcher nahezu kritische Auswirkungen auf die Flora haben, sondern die Temperatur keinesfalls beeinträchtigt. Viel mehr ergeben die Daten, dass der Prozess genau umgekehrt ist. Der CO2-Gehalt passt sich an die Temperatur an.

Im Dezember 2015 trafen sich in Paris mehr als 50.000 Menschen, um an dem Weltklima-Gipfel teilzunehmen. Besonders stolz war man darauf, dass sich alle teilnehmenden Nationen für eine Reduzierung von Kohlenstoffdioxid (CO2) ausgesprochen und sich verpflichtet haben zu Reduzieren. Wieviel und nach welchen Maßstäben wurde nicht definiert.

Ziel des Ganzen sei, durch den verminderten Aussoß von CO2 zu bewirken, dass sich die Erde nicht mehr als 2 Grad im Vergleich zum Beginn des Industrie-Zeitalters (ab Mitte des 19. Jhd.) erhöht. Ein Grad davon haben wir bereits erreicht, so dass das Ergebnis des Klimagipfels letztlich die Absicht aussprach, dass der Mensch, nicht weiterhin das Klima so stark beeinflusst.

Klimawissenschaft und Klimapolitik stehen sich diametral gegenüber. In diesem Vortrag zeigt Prof. Dr. Werner Kirstein auf, weshalb die Debatte um das Senken von CO2 ausschließlich politischen Zielen dient und keinesfalls der Umwelt, dem Weltklima oder den Menschen. Er analysiert wissenschaftlich die aktuelle Klimaentwicklung der letzten 10.000 Jahre bis in die Gegenwart und zeigt auf, wie es um das Klima tatsächlich bestellt ist...

Der Vortrag wurde an der TU Dresden am 12. April 2018 aufgezeichnet.

Ratwolf
26. Mai 2019 12:49

In dieser verzweifelten Lage könnte man tatsächlich auf die Idee kommen, der Elite im Hintergrund ein Angebot zu machen, um an die Macht zu kommen und Einfluß zu bekommen.

So wie es die Grünen gemacht haben, als sie mit dem Schlachtruf "Nie wieder Ausschwitz" die Zivilisten in Serbien bombardierten haben, und der USA einen Millitärstützpunkt auf dem Balkan (Kosovo) ermöglicht haben.

Aber wir haben nichts anzubieten. Die Karavane zieht weiter (nach Osten) und nun werden dort die Länder aufgenaut, um nach Russland zu zielen.

Deutschland ist der globalistischen Elite egal. Unser Land und unsere Kultur als Stärke kann abgerissen werden. Merkel & Co sind ausführende Organe dieses Zerfalls.

Was ist das schlimmste "Gefühl" mit dem man jemanden oder einer Gruppe gegenüberstehen kann?

Es ist nicht "Hass" (oder den Emanationen wie Wut, etc)

Die schlimmste Reaktion wie man jemanden begnen kann ist "Egal" (wenn es situativ möglich ist).

So, wie soll ich reagiere, bei Nachrichten und Vermeldungen des politisch-medialen Komplexes vor dem Schlafen und dem nächsten Arbeitstag ?

Es ist das "Egal"

Wenn es aber physikalisch Konkret wird, auf einer Demonstration, dann ist "Hass" DIE erneuerbare Energie (Sloterdijk) mit optimaler Wirkung.

quarz
26. Mai 2019 15:06

@Ergon

"Und Beispiele aus dem Ausland halte ich nicht für relevant für die Lage in Deutschland."

Ich glaube im Gegenteil, dass der verengte Blick auf die spezifisch deutsche Situation wichtige Kausalkomponenten aus der Analyse ausblendet. Die gesamte westliche Zivilisation kämpft ums Überleben gegen die schiere Biologie der Vermehrungsraten fremder Kulturen. Wäre sie geistig gesund, dann würde sie dieser Herausforderung spielend paroli bieten, auch in biologischer Unterzahl. Aber die fatale Ichschwäche, an der sie leidet, lässt sie zum willigen Opfer werden. Einzelne Detailaspekte dieser Lage mögen nationalspezifischer Prägung unterworfen sein. Das Grundproblem ist aber kein rein deutsches.

Rosinante
26. Mai 2019 15:38

Zum Thema Sauberkeit eine Frage an Martin Sellner, und sie ist ganz bestimmt nicht als Vorwurf gemeint: War die IBÖ zur Führung der geleakten Spendenlisten überhaupt verpflichtet?

Generell beinhaltet Sauberkeit, elementare Sicherheitsvorkehrungen im digitalen Raum zu beachten. VPN auf den Router, Linux und Tor auf den PC. Das richtet sich an alle. Und wer über lange Zeit unter immer dem gleichen Pseudonym postet und dabei peu a peu seine Lebensgeschichte ausbreitet, muss sich nicht wundern, wenn er irgendwann geoutet wird. Da helfen VPN und Tor auch nichts.

Die IBÖ könnte auch Spenden in der Cryptowährung Monero annehmen. Da ist es nicht nachvollziehbar, woher die Spende kommt.

Kallewirsch
26. Mai 2019 21:00

Sehr geehrter Herr Sellner,

den Kameradschaftsgedanken in allen Ehren und unbestritten teilend. Allerdings lag bei G. und S. eher der Wertfachaufbruch des Spindes vor, während die Kameraden bei Nieselregen und + 4 Grad eine 36- Stunden Übung absolvieren und man selbst mit MSG- Befeiung im Unterkunftsgebäude liegt. Jedenfalls würde ich so die angebotene Verscherbelung von Infrastruktur (Wasser) beurteilen . Und solche "Kameraden" haben zu keiner Zeit beim Militär auf Gnade zählen dürfen. Ein alter Panzergrenadier

Ergon
26. Mai 2019 21:05

@quarz Die angesprochenen Fächer, insbesondere die Soziologie und die Politikwissenschaften, spielen seit 1945 als gesellschaftlich relevante Leitwissenschaften eine zentrale Rolle bei der Bildung einer transatlantisch ausgerichteten deutschen Elite und sind Teil der "intellektuellen Westbindung". Nachzulesen etwa in Stefan Scheils Studie "Transatlatische Wechselwirkungen", in der die Fragestellung ausführlich untersucht wird. Die Lage in den USA ist offensichtlich eine vollkommen andere. Trotz aller Anstrengungen waren sich die Amerikaner niemals sicher, ob die Westbindung dauerhaft ist, auch heute nicht angesichts der "Trump-Merkel doctrine of mutually assured detestation", wie es politico.eu formuliert. In einem anderen Artikel auf der Seite, in John Vinocur "How Germany went wobbly on the West", wird gar die "increasingly unfavorable view of the West, and the refusal of obligations to the West, that has hardened in the German mindset" beklagt.

Laurenz
27. Mai 2019 09:33

@Der Gehenkte .... Sie haben es doch selbst wahrgenommen. Wenn der Bundestagsvizepräsident den Bundestagsabgeordneten Brandner abkanzelte, weil dieser den Bundespräsidenten und dessen Promotion volks- und staatsfeindlicher "Kunst", kritisierte, ziegt dies doch, daß Ihr Kunstbegriff mit der Realität nichts zu tun hat. Es geht hier schlicht um Geld und Propaganda. Und eine hanswurstige Punkband ist doch jetzt wirklich kein Problem der künstlerischen Darstellung.

Juerg_Jenatsch
27. Mai 2019 22:41

Seit geraumer Zeit beobachte ich das Treiben eines imagnierenden Forenteilnehmers, der beständig linke Versatzstücke in die Diskussion einführt und daraus seinen Honig saugt. Nicht alles an seiner Argumentation ist völlig falsch, aber nichts davon ist wirklich richtig. Anfangs fand ich diese Form der Debattenteilnahme sogar als anregend, da neue Elemente in die Diskussion eingeführt wurden, aber mittlerweile ist die Argumentationskette öde und schal geworden. In linken Kreisen würde man es wohl krude nennen.

Mit einer übersimplifizierenden Dichotomie zwischen Kapitalismus versus Sozialismus wird gar verdeckt, daß das Problem nicht nur die Organisation Wirtschaft ist, sondern die Entfremdung ein Teil der Moderne ist. Im übrigen ein Begriff, den Marx ebenso wie die Dialektik nicht selbst entdeckt, sondern von anderen Denkern geklaut hat. Auch bei Freud ist das meiste auch an den Haaren herbeigezogen, im Zweifel an den Schamhaaren, wie Hoimar von Ditfurth so schön bemerkte. Und Georg Lukacs ist nicht unumstritten, wenn man es vorsichtig ausdrückt. Und nicht nur wegen seines mörderischen kommunistisches Engagement, sondern auch wegen seiner Schriften.

Die auch von ihm kritisierte Entfremdung trat gerade auch in den sozialistischen Staaten offen zutage, da diese zwar die Eigentumsverhältnisse geändert haben, aber an der Arbeitsorganisation festgehalten haben. Gerade die Arbeitsteilung ist ja ein Kern der Entfremdung, aber gleichzeitig auch ein Quell des materiellen Reichtums, auf den nur wenige zu verzichten bereit sind.

Hinzu kommt das aufdringliche und belehrende Verhalten eines Oberlehrers. Mutter Germania gebar ja, wie Erich Mühsam einmal treffend bemerkte, in legitimer Ehe mit dem Zeitgeist drei Söhne, den Konfektionsreisenden, den Oberlehrer und den Radfahrer. Der Oberlehrer ist der penetranteste. Da sehnt man sich ja nach den Majordomus wieder zurück, der zumindest mir, einige Anregungen hinsichtlich der Literatur gegeben hat.

@ Gehenkte. Ihre Argumente zugunsten des gerade sich vollziehenden Klimawahns verstehe ich nun wirklich nicht. Glauben Sie wirklich, daß man uns Rechter bedarf, um den ablaufenden Kinderkreuzzug ebenfalls zu befeuern. Werden uns dann alle liebhaben? Wenn schon 10 Parteien einer Meinung sind, bedarf es nicht mehr der Elften. Und wenn, dann müßte man sofort in die Kernkraft wieder einsteigen und neue, moderne Reaktoren bauen. Ich gehe auch davon aus, daß viele der Protagonisten auch nicht wirklich an die Schreckensszenarien glauben, sonst würden sie einen anderen Lebensstill praktizieren. Sie benutzen die Einbildungskraft vor allem junger Menschen, um politischen, aber auch materiellen Gewinn daraus zu ziehen. Ohne eine zureichende Energieversorgung ist die Industriegesellschaft nicht überlebensfähig. Dekarbonisierung bedeutet Deindustrialisierung. Und da bin ich bei Laurenz, der große Rest der Welt schert sich nicht um unsere Befindlichkeiten. Es sei denn, dies ist ein verwegener Plan, die Fremden loszuwerden, indem wir freiwillig verarmen. Schilda ahoi!

Niekisch
28. Mai 2019 15:57

@ Juerg_Jenatsch 27.5., 22:41: Früher hat er als Gegenpol zum "rechten" Denken auf die Vorzüge der BRD und ihrer "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" nebst Wohlstand verwiesen. Da er damit keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann, weicht er auf den Sozialismus-Bereich aus, um mit pseudowissenschaftlicher Kritik zugleich einen Hebel gegen "Rechts" in der Hand zu haben, wenn er Mängel konstatiert und auf die "Rechten" überträgt.

Ruewald
29. Mai 2019 21:34

Letzte Entgegnung zu @DerGehenkte (26. Mai, 9:42):

1. Eine falsche Theorie (d.h. falsche Interpretation von Fakten) führt zu einer falschen Politik (d.h. falschen Handlungsmaßnahmen) !!
Beispiele gibt es genügend: eine falsche Anthropologie, mit der ethnische Vermischung und Multikulturalismus "begründet" werden ; die falsche CO2-Doktrin (siehe unten) und die darauf fußende Dekarbonisierungs-"Energiewende".

2. Die Klimawandel-Doktrin erinnert sehr an die Lyssenko-Lamarck-Doktrin der Vererbung erworbener Eigenschaften in der UdSSR, wobei viele Dissidenten liquidiert wurden. Bei uns geht es etwas humaner zu, insofern Klimawandel-'Leugner' "nur" geächtet werden und ihr berufliches Aus riskieren.

3. Was bedeutet "Wahrheit" auf der einen Seite und "Meinung" auf der anderen? "Wahrheit" ist doch nicht etwas Beobachtbares wie ein Baum oder ein Stein. Wer von "Wahrheit" redet (und nicht trivial formal logische meint), muß sich doch fragen, wie man sie feststellt, d.h. Wahrheitskriterien angeben. Bekanntlich gibt es korrespondenz-, kohärenz-, konsistenz-, konsens-theoretische etc. Wahrheitstheorien. Die Naturwissenschaften, insbesondere die klassische Physik, stellen den Idealtyp approximativer "Wahrheit" dar, wobei die ersten 3 Kriterien eine wesentliche Rolle spielen; bescheidenerweise vermeidet man den idealistisch aufgeladenen Begriff "Wahrheit". Das wichtigste Kriterium ist die möglichst genaue Übereinstimmung (Korrespondenz) zwischen Beschreibung und Fakten, zwischen Theorie (deskriptiv , explanativ und prognostisch) und Wirklichkeit (Beobachtung).
In den Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften ist man noch weit entfernt von einer vergleichsweisen Leistungsfähigkeit wie in der Physik. Es besteht nicht einmal Konsens über die verschiedenen Theorien.
@Gehenkter scheint an der Konsenstheorie hängengeblieben zu sein. Glauben Sie denn, daß die Newtonsche Graviationstheorie dadurch begründet worden ist, daß sich einige Physiker zusammengesetzt und in einem Diskurs über ihre Meinungen abgestimmt haben?

Ergänzung zu @DerGehenkte (26. Mai, 9:42):
ad 1. Mit Verlaub (um Ihr Wort reziprok zu gebrauchen) Ihr "Absurdismus":
"... sollten wir - da es um Sein oder Nichtsein geht - so handeln, als ob CO2 ein 'Klimakiller' ist".
Ich wiederhole (s.o.) : Eine falsche Theorie (d.h. falsche Interpretation von Fakten) führt zu einer falschen Politik (d.h. falschen Handlungsmaßnahmen) !
Da die CO2-'Klimakiller'-These falsch ist (widerspricht u.a. dem Kausalitätsgesetz – siehe die Hinweise von @LottaVorbeck bzw. siehe die EIKE-Website) und sowohl die 'anthropogene-Klimawandel'-These als auch die These, daß dieser 'Klimawandel' die (!) Ursache für die disaströse Gefährdung und Zerstörung der Lebenswelt auf dieser Erde darstelle, völlig unbewiesen ist - und epistemologisch gesehen wohl auch unbeweisbar bleiben wird - , daher sind die auf dieser falschen "Theorie" beruhenden politischen Maßnahmen zur "Klimarettung" insgesamt falsch, was allerdings nicht ganz ausschließt, daß einige "Nebenwirkungen" zufällig nützlich sein können.
Statt – wie z.B. Varoufakis vorschlägt – 700 (!?) Milliarden für ein so abstraktes, weder greifbares noch überhaupt genau definierbares "Phantom" wie das "Klima" im wahrsten Sinn des Wortes zu "verpulvern", stattdessen wäre es überaus vernünftiger, sich auf die überall ins Auge springenden konkreten (!) Fakten und Ursachen zu konzentrieren: die wachsende Übervölkerung, die wachsende Zerstörung natürlicher Lebensräume (insbes. Urwälder), zunehmende Ausrottung von Pflanzen- und Tierarten, Vermüllung und Vergiftung der Meere und Böden, die Wirtschaftswachstumsideologie (Zyklen von Überproduktion und Verschrottung und Kriegen), usw. usf.
q.e.d.

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