28. Mai 2019

Netzfundstücke (12) – Vox, Hasi, Ibiza

Jonas Schick / 13 Kommentare

Kurz vor der Europawahl vollzieht sich in Spanien eine politische Plattenverschiebung.

Zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch des Franco-Regimes in Folge des Todes des Generalísimo, sitzt eine dezidiert rechte Partei im spanischen Parlament und schickt sich an, auch die europäische Bühne zu betreten: Vox.

Ihr zentrales Anliegen, die Wahrung der spanischen Einheit – ihr Erstarken ist zuvorderst als Reaktion auf die katalanischen Separationsbemühungen und der simultanen Schwäche der gemäßigt liberalkonservativen Partido Popular (PP), diesen Bestrebungen entschieden entgegenzutreten, zu erklären.

Das Arcadi Magazin hat in seiner aktuellen Ausgabed er aufstrebenden Partei einen Artikel gewidmet. Außerdem gibt Arte eine liberale Außenperspektive auf die rechte Revolte, die trotz alledem die Protagonisten der Partei und ihre Motivation gut einzufangen vermag:

Mit der Fokussierung auf die Einheit Spaniens und der pro-europäischen Ausrichtung hebt Vox sich von den anderen „rechtspopulistischen“ Parteien in Europa ab. Es bleibt daher interessant, wie der weitere Weg für sie aussehen wird.

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Linksextremismus – nach einer Durchforstung der (politik-)wissenschaftliche Literatur zu dieser Thematik könnte man zu dem Schluß kommen, daß es dieses Phänomen nicht gebe.

Während die Werke zu Rechtsextremismus ganze Regale füllen und die „Beobachtung“ dieser politischen Strömung eine eigene Sparte des Schreibbetriebs hervorgebracht hat, von der es sich gut leben läßt (Rechtsextremismusexperten braucht das Land!), herrscht bezüglich umfassender Darstellungen des Linksextremismus gähnende Leere.

Sucht man über die Universitätsbibliothek Bremen nach Rechtsextremismus, erhält man 2628 Treffer; für Linksextremismus lediglich 138. Die letzte umfassende Arbeit stammt von Armin Pfahl-Traugbher aus dem Jahr 2014: Linksextremismus in Deutschland.

Traugbher, eher unoriginell und mäßig innovativ, ist sich zeitgleich jedoch nicht zu schade, für das linkssozialdemokratische "Watchportal" Blick nach Rechts zu schreiben – eine Darlegung der politischen Verortung des Herren sollte sich damit erübrigt haben.

Linksextremismus, das ist der blinde Fleck der Bundesrepublik, mehr noch wird er vom Staat und der Politik gehegt und gepflegt. Der neuste erschreckende Fall ist das „Hasi“ in Halle: Hier schanzt der Bürgermeister den Linksextremen völlig selbstverständlich eine Villa in bester Lage zu.

Das Bürgernetzwerk Ein Prozent hat die Hintergründe durchleuchtet; das folgende Video dokumentiert einen politischen Totalausfall:

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Auf die Frage (…), was die Arbeit in den Strukturen einer Partei ausmache, lautet die übereinstimmende Auskunft von Parteipolitikern selbst der unteren Ränge, daß über 80 Prozent der Arbeitszeit für den Aufbau von Seilschaften oder die Zerstörung der Personalstruktur des »Parteifreundes« drangegeben werden muß.

Die ursprünglichen Motive für das Engagement, seien es Idealismus oder Verantwortungsbewußtsein, spielen keine Rolle mehr! Es ist nicht die schlechteste Aufgabe, einen jungen Mann vor diesem Lebenskonzept und der Verschwendung seiner Kraft zu bewahren.

Diese Sätze eröffnen eine altbewährte IfS-Studie aus dem Jahr 2007, Studie Nr. 10, mit dem Titel Parteigründung von rechtsSind schlanke Strukturen möglich? und haben an Gültigkeit nichts verloren (Die Studie ist hier frei verfügbar). Die jüngste Untermauerung dieser Parteienkritik servierte der nun ehemalige österreichische FPÖ Vizekanzler Heinz-Christian Strache per unfreiwilligem Home-Video von der spanischen Partyinsel Ibiza; balearisches Mekka liberaler Urlaubsdekadenz.

„Ibizagate“ veranschaulicht zwei Aspekte der maßgeblichen Defizite von Parteien, die obiges Zitat aufgreift: Zum einen lauert die hinterhältige Intrige zur Zerstörung in jeder Ecke und wird von »Parteifreunden« – wenn nicht selbst initiiert – mit größter Freude zur Demontage genutzt, zum anderen setzen Parteien das Schlechte auf ihren Thron und verschmähen das Fähige. Partei, so analysierte es Edgar Julius Jung während der Weimarer Republik in seinem zeitlosen Hauptwerk, das bedeutet Die Herrschaft der Minderwertigen.

Indessen bietet das Schmierentheater in Österreich die Gelegenheit, unser Verhältnis zu den Machenschaften der liberalen Gesellschaft zu klären. Bei Antaios gibt es nun ein Dossier »Ibiza«, das die entsprechende Grundlagenlektüre versammelt.

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Und für diejenigen mit der notwendigen Gelassenheit, die den Glauben an eine durch Parteien eingeläutete Renaissance schon lange haben fahrenlassen, empfiehlt Philip Thalers und Alexander „Malenki" Kleines wöchentlicher, wie immer humoristischer Rundumschlag:


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Außerdem nicht vergessen: Willst du Rache? Dann wähle Strache!

Mit einer Vorzugsstimme haben die Österreicher die Möglichkeit, HC Strache direkt ins EU-Parlament zu wählen. Das daraufhin im Kreis rotierende Establishment wäre es allemal wert. Ibiza steht freilich auf einem anderen Papier.



Kommentare (13)

RMH
29. Mai 2019 09:50

"Ihr zentrales Anliegen, die Wahrung der spanischen Einheit"

Ohne jetzt weitere Ziele oder Inhalte dieser spanischen Bewegung zu kennen, möchte ich dazu anmerken, dass dies ein hoch anständiges Ziel ist. Die spanische neue Rechte zieht sich trotz eines linken und von Migranten überschwemmten Kataloniens nicht in irgendwelche Nester in der Extremadura zurück, um dort einen auf Biobauer zu machen, sondern hat ganz selbstverständlich das ganze, große Spanien im Blick.

Bei der deutschen Rechten mehren sich hingegen neuerdings leider allzu oft die Stimmen, die sich wagenburgartig in irgendwelche "Ostprovinzen" zurückziehen wollen, pathetisch den "Westen als verloren" geben und von einer "Sezession" raunen. Damit wird die Einheit Deutschland allzu leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Der offenbar gescheiterte Unions-Kandidat Weber hatte in einem Punkt recht: Es gibt starke ausländische interessen an einem zersplitterten Europa und dies kann man dahingehend ergänzen, dass diese Zersplitterung nicht vor den traditionellen Nationalstaaten halt machen soll - Spanien, Deutschland soll ebenfalls in Stücke fallen. Aus diesem Grund, nehmt Euch in diesem Punkt ein Vorbild an den Spaniern!

Also, Frauen und Männer, Gesicht zur Sonne! Und weiter geht´s ... ;)

Laurenz
29. Mai 2019 10:09

Klar, als Bonaparte König Ferdinand absetzte um seinen Bruder Joseph installierte, kämpfte "ganz" Spanien seinen Guerilla-Krieg gegen die Bonapartes. Die langen Küsten und die schlechte Infrastruktur Spaniens erlaubten es der Royal Navy die Herrschaft der Bonapartes instabil zu halten. Dadurch kam Spanien nicht in den Genuß des Code Civil, Adel und Kirche behielten die Herrschaft, was sich bis heute zB in der unseligen Bourbonen-Herrschaft bemerkbar macht. Der unglaublich hart geführte spanische Bürgerkrieg wird bis heute oft unterschätzt. Er entschied das Schicksal der Welt bis heute. Hätte Stalin Zugriff auf Spanien erhalten, sähe die Welt heute radikal anders aus. Die deutschen Nationalsozialisten konnten es sich zu ihrem eigenen Schaden nicht verkneifen, dort außenpolitische Erfolge feiern zu wollen, anstatt die deutschen Überwachungsschiffe spanischer Küsten klugerweise unter britischen Oberbefehl zu stellen.
Der Bürgerkrieg ist bis heute in Spanien nicht wirklich aufgearbeitet. Vox hat deswegen eine Chance sich bemerkbar zu machen, weil die EU in Spanien so nicht funktioniert. Die spanische Gier, etabliert durch die Aufwertung in den Euro, löste die private Schuldenkrise in Spanien und damit die Finanzkrise in Europa bis heute aus. Durch zu hohe Löhne und Preise leidet Spanien massiv unter einer hohen Jugendarbeitslosigkeit, welche auch die Sozialisten auf Dauer nicht lösen können werden. Daß Vox nationalistische Wähler abgreifen will, ist nachvollziehbar, aber auf Dauer wird Katalonien nicht in Spanien zu halten sein. Katalonien ist mit 7 Mio. Einwohnern größer als viele andere EU-Mitglieds-Staaten. Von daher ist es unklug von der spanischen Rechten, einer zukünftigen Niederlage entgegenzutreten.

LotNemez
30. Mai 2019 09:45

@RMH „Bei der deutschen Rechten mehren sich hingegen neuerdings leider allzu oft die Stimmen, die sich wagenburgartig in irgendwelche "Ostprovinzen" zurückziehen wollen, pathetisch den "Westen als verloren" geben und von einer "Sezession" raunen. Damit wird die Einheit Deutschland allzu leichtfertig aufs Spiel gesetzt. “

Das sagen Sie ja mit Bezug auf die spanischen Verhältnisse. Ich bin nicht sicher, ob sich Spanien in Migrationsfragen mit Deutschland vergleichen lässt, da das Gefühl der Überfremdung dort offenbar erst jetzt so richtig ankommt. Die Spanische Rechte hat wohl auch gesellschaftlich noch einen ganz anderen Spielraum – das legt zumindest ein älterer Artikel des Arcadi-Magazins (arcadi-online.de) über die VOX-Partei nahe - weswegen sie sich auch nicht „nach Extremadura“ zurückziehen muss.

Spanien ist nach 45 kein Hauptreiseziel arabischer Migranten geworden. Sie überfliegen, durchkreuzen oder umschiffen es Richtung Rumpfeuropa wohl nicht nur wegen der schmerzlichen Erinnerung an das verlorene Al Andaluz. In Spanien stehen, durch die verspätete Industrialisierung/Modernisierung wesentliche Elemente der Kultur (Familie, Gott, Patriarchat) noch recht vital da. Der spanische Macho hat noch Puls. Der Schuldkult ist mithin weniger ausgeprägt. Die Spanier sind sich noch selbst genug und zumindest nicht berüchtigt dafür, in der Weltgeschichte herumzuturnen. Sie leben einen gesunden Patriotismus, Viva Espania ist nicht verbranntes Motto sondern allseits willkommene Gemütsbekundung. Der Sozialstaat ist, wie bei den Mittelmeeranrainern allgemein, schwach ausgeprägt. Das bindet den Einzelnen an die Unterstützung seiner Familie und damit auch an deren tradierte Wertevorstellungen. Formung und Verfestigung des Weltbildes in der Studenten-WG kommt seltener vor. Das Verhältnis von Wohnungseignern zu Mietwohnenden ist sowieso ein völlig unterschätzter Einflussfaktor auf Kultur: Konservative Länder besitzen, progressive Länder mieten. Das alles macht das Land für Migranten unattraktiv. Spanien ist schlicht kein gutes Beuteland, das immer schon weltoffene Barcelona und den Moloch Madrid vielleicht ausgenommen.

Sie schreiben...
„wagenburgartig in irgendwelche "Ostprovinzen" zurückziehen“
„pathetisch den "Westen als verloren" geben“
„on einer "Sezession" raunen“

Sie beherrschen die Sprache der BRD ja bestens. Wenn die neuen Bundesländer für Sie nur „irgendwelche Ostprovinzen“ sind, würden Sie sie ja nicht vermissen, wenn es dann zur Sezession käme. Eine „Wagenburg“ wäre aber gar nicht vonnöten, insofern man in den osteuropäischen Nachbarn hocherfreute Partner für gemeinsamen Handel und politische Infrastruktur finden würde. Ich sehe da eher einen Wall. Einen antichiliastischen Schutzwall. Israel hat eine solche strategische Mauer innerhalb des Staatsgebietes. Warum also keine deutsch-deutsche Mauer 2.0 oder wenigstens eine gut bewachter Grenzzaun? Früher oder später wird man das eh machen müssen. In Israel kam der Vorschlag zum Mauerbau übrigens von den Linken. Das ist nur solange paradox, bis man sich klar macht, dass sozialstaatliche Politik auf Dauer nur von relativ homogenen Kulturen fortgeführt und getragen wird.

Die „pathetische“ Gebärde braucht es nicht, wenn man auf die Metropolen des Westens schaut und daraus das Ende des deutschen Status Quo heraufziehen sieht und deswegen weitsichtige Konsequenzen fordert. Und: geht es beim Verlieren des Westens wirklich um ein aktives „Verlorengeben“? Im Felde ungeschlagen, den Sieg verschenkt? Ich denke nicht, denn auch ohne die Krise von 2015ff, allein durch die Tatsache der bereits hier Geborenen, für die kein Remigrationsangebot infrage kommen wird, muss man eher von einem „Verlorengehen“ sprechen. Das Verlorengehen Deutschlands an die heranwachsende Mehrheit kulturfremder Bürger (Stichwort 'Demographie westdeutscher Großstädte'). Die schmerzliche Einsicht zur Sezession kommt einem da doch automatisch, wenn man sie nicht aufwändig verdrängt.

Oder wird hier der konservative Realist plötzlich zum verhuschten Wolkenkuckucksheimer? Es ist klar, dass es in Zukunft ein islamisch geprägtes Westeuropa geben wird. Kommende Generationen werden es nicht mehr anders kennen und das Zufriedenheitsbarometer, falls es die Glücksforschung dann noch geben wird, wird vielleicht gar nicht mal so krass nach unten ausschlagen, wie wir das befürchten. Aber kommen wird es eben. Je länger man die Augen davor verschließt und sein Herz an die alte Heimat heftet, desto enger wird es für die verbleibenden Optionen, für ein Reservat der westeuropäischen Vernunftskultur mit Beziehungen in den orthodoxen Osten. Der Exodus aus einem, von einer fremden Macht übernommenen Gebiet wird extrem schmerzhaft werden, aber das haben die Deutschen schon einmal überstanden.

Pathetisch wird es allerdings dann, wenn von „irgendeinem“ Rollback „geraunt“ wird. Wie sollte der aussehen? Wer sollte den durchführen? Diese Fragen rufen praktisch denkende Gemüter schon seit Jahren in den heiligen Wald der Deutschen Einheit, ohne dass je ein verständliches Echo daraus vernommen worden wäre. Außer dem auch auf unserer Seite beliebten 'Wir-schaffen-das' ist nichts zu hören. Wieviel überzeugter könnte dagegen der Ruf nach 'Sezession!“ erschallen, wenn man sich darauf einigte? Separatistische Regionen in Europa könnten uns als Vorbild dienen. Sie erhandelten sich fürs erste immerhin allerlei Autonomierechte. Warum sollte es für uns kein gangbarer Weg sein? Verglichen mit dem Vereinten Multikulti-Europa ist dies jedenfalls die harmlosere Vision.

„Es gibt starke ausländische interessen an einem zersplitterten Europa und dies kann man dahingehend ergänzen, dass diese Zersplitterung nicht vor den traditionellen Nationalstaaten halt machen soll.“

Diese Interessen gibt es. Die untergehende Weltmacht versucht natürlich, sich noch so lange wie möglich an den alten Klientelstaaten abzustützen. Aber: die Sezessionen einzelner Regionen von ihren Mutterstaaten bedeuten nicht zwangsläufig das Nein zu Europa, wie das Beispiel des proeuropäischen Katalonien ja zeigt. Sie können auch bedeuten, dass der Weg frei wird für ein Europa der Regionen, z.B. im Sinne eines Handels-, Zoll-, und Verteidigungsbundes traditionsbewusster, föderativ organisierter Partner.

Zum Schluss kommend, bin ich der Meinung, dass man die Option der Sezession des Ostens zumindest theoretisch vorbereiten sollte. Gegenwind von allen Seiten würde es dabei natürlich vom feinsten geben. Aber wenn die Zeit heran ist, in der uns oder unseren Kindern keine andere Wahl mehr bleibt und man fängt dann erst an, die Übriggebliebenen mit der Idee des Exodus bekannt zu machen, dann könnte das Zeitfenster selbst für diesen letzten Zug bereits geschlossen sein.

Immerhin wird es Sie, RMH, vielleicht freuen, dass selbst ein Sezessionist wie ich die Stelle mit der „Einigkeit … für das deutsche Vaterland“ nach wie vor mitsingt. Wenn ich auch nicht mehr recht weiß, warum. Vielleicht ein letzter Funke Hoffnung? Ich kann es nicht ausschließen. Nichts für ungut und lieben Dank für Ihre inspirierende Vorlage.

Schnell noch ein passender Literaturtipp: Ödön von Horvath – Der ewige Spießer. 1931(?). Ein Wiener Lebenskünstler und, durch einen spontane Laune, „Paneuropäer“ reist mit dem Zug durch Südeuropa zur Weltausstellung nach Barcelona, in der Hoffnung, dort eine imaginierte reiche Ägypterin kennenzulernen und sie zu „kompromitieren“. Umrissen wird, so der Autor im Vorwort, der heraufziehende Typus des weltoffen-opportunistischen Spießers, da der untergehende Typus des krampfhaft-nationalen Spießers nicht mehr die Mühe wert sei, sich über ihn lustig zu machen. Weitsichtig, gnadenlos, köstlich.

RMH
31. Mai 2019 10:02

@LotNemez,

schön, dass Sie sich von meiner kleinen Spitze haben "triggern" lassen. Ich habe "Ostprovinzen" nicht umsonst und gegen jede Regeln in "" gesetzt, um damit eine gewisse Ironie und Sarkasmus oder auch Übertreibung zum Ausdruck zu bringen. Gehen Sie bitte einmal davon aus, dass für mich "Ostprovinzen" irgendwo auf polnisch- russischem Gebiet liegen und ich mit dem Gebiet der ehem. DDR Mitteldeutschland meine. Nur sind ja gerade die, die dieses Fleckchen Erde als quasi freiwilliges Reservat für den autochthonen Deutschen auserkoren haben, oft die ersten, die gerade hier von Ostdeutschland sprechen.

Wie auch immer, was ich zum Ausdruck bringen wollte war, dass gerade Katalonien das ist, was man als typischerweise "links-versifft" bezeichnen könnte (war es schon zu Zeiten des spanischen Bürgerkrieges, sehr lesenswert dazu das Buch von George Orwell) und welches offenbar die höchste Mirgrantendichte hat und dennoch in seiner Sezessionsbewegung eine "No Borders"- Parole ausgibt (warum dann eigentlich eine Sezession, könnte man sich jetzt fragen). Die Spanier könnten es sich daher auch sehr einfach machen und sagen: "Kick it" … schön, dass sich diese Spacken selbständig machen, dann sind wir sie endlich los. Machen sie aber nicht, da sie noch so etwas wie ein nationales Ehrgefühl haben. Die Deutschen hingegen sagen, ok, Aussöhnung mit Polen Tschechien ist uns wichtiger, weg damit, Stress mit den Oberlehrern im Westen? Weg damit … Linke Zeckenhochburg Leipzig? Ok, kein Stress damit, Zaun drum rum machen …
So, und jetzt denken wir uns das ganze einmal zu Ende und sehen uns ein mal in Nevada einen Trailerpark an und schauen, wer da dort haust und hofft, dass ihm die da draußen ab und an ein Fläschchen oder ein paar Bucks zukommen lassen. Aber Hauptsache, Realist sein und immer schön die Tür verrammeln.

Um diese Linien geht es, um das, was von Deutschland nach 2 Weltkriegen noch übrig war - nicht mehr und nicht weniger.
Ach ja, mein Beitrag enthält wieder Bestandteile von Sarkasmus und Ironie.

Laurenz
31. Mai 2019 12:21

@RMH .... um aktuell unlösbare Debatten zu vermeiden, nenne ich Regionen oder Länder immer beim Namen, ob Katalonien oder die "Neuen Länder". Im direkten Vergleich sind spanische Provinzen autonomer als deutsche Bundesländer. Aber wenn es um die Wurst geht, spielt das weniger eine Rolle.
Daß Helmut Kohl wegen des nicht erfolgten Rückkaufs von russisch Ostpreußen in die Ungnade der Nato fiel, mag vielleicht, anglo-amerikanisch kurz gedacht sein. Denn, wäre der Rückkauf erfolgt, ließe sich die Debatte um die Rückgabe aller anderen Gebiete nicht aufhalten. Das war es explizit, was Helmut Kohl fürchtete.

Lotta Vorbeck
31. Mai 2019 12:59

@RMH - 29. Mai 2019 - 09:50 AM
@RMH - 31. Mai 2019 - 10:02 AM

Werter @RHM,

Ihre Argumentation erinnert an Geschehnisse während der Endphase des Krieges: Durch Gebietsverluste im Osten waren sowohl die Reichsbahndirektion Königsberg als auch die Reichsbanhdirektion Breslau obsolet geworden.

Für die Reichsbahndirektion Breslau richtete man (administrativ) innerhalb der Generaldirektion Ostbahn (GeDOb) eine Abwicklungsstelle ein, deren Sitz binnen Wochen immer wieder verlegt wurde, deren Existenz endete, als am 29. April 1945 US-Truppen den zu diesem Zeitpunkt im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet befindlichen Dienstzug der GeDOb erreichten.

Gar bis März 1946 setzte in Hamburg eine Abwicklungsstelle der Reichsbahndirektion Königsberg ihre Tätigkeit fort.

Auf die heutige Zeit bezogen, konkret nachgefragt: Weshalb sollten unsere ohnehin äußerst knappen materiellen und personellen Ressourcen in strategischen Planungen für Gebiete verbrannt werden, die objektiv längst als verloren zu erkennen sind und realistisch betrachtet auch nicht wieder zurückgewonnen werden können?

Andreas Walter
31. Mai 2019 14:32

Sind das auch Neue Rechte?:

https://youtu.be/KV2loiw-x8w

Gibt es so etwas auch ohne Männer mit langen Haaren und Fundamentalisten-Bärte?

Ganz normale, dann auch springerstiefelfreie, prodeutsche Siedlungsgemeinschaften muss es doch auch geben.

Gibt es denn keine normalen, patriotischen Deutschen, die einfach nur gerne unter ihresgleichen leben wollen? Oder ist es normal, für Pionier- und Randgruppen-Bewegungen, dass die immer auch etwas seltsam sind?

Soll keine Kritik sein, jedem bekanntlich das Seine, doch wo findet jemand wie ich dann neue Freunde und seinen germanophilen Frieden? Wirklich nur in den VSA - oder in Südamerika?

Wo sind die entspannten, gelassenen Deutschen, die über alle diese fanatischen Antideutschen nur noch lachen können, die ihnen die Freude am Leben nehmen wollen? Bitte melden. Gerne auch Arbeitslose. Dann sind sie eben meine "Armee von Schnorrern", wie Theodor beliebte zu sagen.

Die deutsche patriotische Party-Crew, DPPC. Arbeiten und Feiern, das ist unser Motto. Wir lassen uns unsere Freude am Leben nicht nehmen, nur weil wir deutsche Patrioten sind.

https://youtu.be/f9GIKZ60bQo

LotNemez
31. Mai 2019 21:28

@Lott Vordeck
"Weshalb sollten unsere ohnehin äußerst knappen materiellen und personellen Ressourcen in strategischen Planungen für Gebiete verbrannt werden, die objektiv längst als verloren zu erkennen sind und realistisch betrachtet auch nicht wieder zurückgewonnen werden können?"

Danke, Lotta, für die Schützenhilfe. Ich komme aus Greifswald. Die Stadt wurde zur Festung erklärt und die vorrückende Front sollte sich an ihr aufhängen. Die Russen hätten dort allerdings, nach der Erfahrung des mühsamen Häuserkampfes in Anklam, ein Exempel der Einebnung statuiert. 1000de Deutsche Opfer und der Verlust der Altstadt wären in dem Fall garantiert gewesen. Greifswald wurde stattdessen kampflos übergeben. Die Besatzer benahmen sich anständig. Der verantwortliche Stadtkommandant Rudolph Petershagen, von den Kommunisten aufgrund seines Dienstgrades nur widerwillig und verspätet zum Helden Greifswalds erklärt, kam nichtsdestotrotz in russische Gefangenschaft und hatte dort einen schlechten Stand bei den mitgefangenen, chronisch idealistischen Offizierskameraden. Es ist diese Alles-Oder-Nichts-Haltung, die offenbar Linken wie Rechten eigen ist und die immer wieder ins Verderben führt. Man sollte wissen, welche Karten man auf der Hand hat und wann man aussteigt. Kämpfen, solange es sich zu kämpfen lohnt, aber bitte nicht nochmal bis zum Endsieg. Danach bleibt nichts übrig.

RMH
31. Mai 2019 21:41

@Lotta Vorbeck,

in der Phase sind wir noch lange nicht. Noch sind wir in der Phase "Ich zeig Dir, wo die eisernen Kreuze wachsen".

Und: "Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt"

Und jetzt habe ich in diesem Strang schon 3 unkorrekte Anspielungen gemacht und verabschiede mich lieber aus der Diskussion.

Andreas Walter
1. Juni 2019 15:45

@uns

Nur ist die Situation heute etwas anders.

Den Deutschen steht ein schleichender Genozid beziehungsweise die Zerstreuung in alle Winde, Auflösung ihres Volkes bevor, wenn sie sich nicht wehren. Uns bleibt daher gar nichts anderes übrig, da man ja nicht unsere Grenzen, unser Territorium respektiert.

Deutsch ist ja nicht das Gleiche wie jüdisch, eine Religion.

Doch selbst die Muslime würde ich in ihrem Ursprung als Nomaden bezeichnen, Christen und Juden sowieso. Alle abrahamitischen Stämme, Völker definieren sich darum primär als Religion und über ihre Religion. Weil sie als Nomaden, Dauerwanderer, Dauerflüchtlinge, Rumtreiber, Eroberer, nennt es wie ihr wollt, ständig (immer wieder) auf Achse sind. Ähnlich wie auch die Mongolen, alle Steppennomaden. Energie plus Technik hat in nur wenigen Jahrzehnten lediglich vieles daran vorerst, gegenwärtig verändert.

Andere Völker definieren sich dagegen stärker über die Örtlichkeit, an der sie sesshaft sind, wenn und wo es die klimatischen Bedingungen zulassen, Permakultur, Ackerbau zu betreiben.

Ackerbauern versus Jäger und Sammler - und Viehzüchter. Immer die gleiche Geschichte daher, weil Nomaden traditionell keine festen Strukturen aufbauen, aufbauen können, und damit auch keine eigene komplexe Hochkultur.

Punktuell vielleicht ja, doch eben nicht über die ganze Fläche, ganze Breite. Schon Spanien ist darum so ein Mittelding, deshalb ja auch relativ zentralistisch, mit seinen grossen Trockengebieten. Klima und Kultur-Evolution, Kulturentwicklung sowohl über die Zeit aber auch den Raum betrachtet, erschliesst sich mir darum immer mehr. Die Grundregeln sind nämlich viel primitiver als die meisten denken.

Es gibt daher vorzügliche und weniger vorzügliche Regionen auf der Welt, und erstere waren eben schon immer stark umkämpft. Was mit zunehmender Bevölkerungszahl auf der Erde natürlich nicht besser werden wird, weil Bananen aus Grönland immer teurer in der Produktion sein werden als die aus Ecuador.

Über Blut und Boden Ideologie belustigen sich daher nur Deppen, die noch nie ihren Boden der sie ernährt, tränkt und wärmt verteidigen mussten. Grüne Wohlstandsblagen zum Beispiel, aber auch Habenichtse, Landlose, Schnorrer, Diebe, Heimatlose, Wanderarbeiter, usw..

Die nächste Weltwirtschaftskrise kommt aber so sicher wie auch der nächste Weltkrieg oder auch das nächste Jahr ohne Sommer. Mal sehen darum, wann die ersten Spinner und Verbrecher, Politiker auftauchen, die auch den Vulkanismus unter ihre (angebliche) Kontrolle bekommen wollen. Um damit den Leuten auch das Geld aus der Tasche zu ziehen, oder um sie zu enteignen, den Boden unter den Füssen wegzuziehen.

@RMH

Wer als (Normalsterblicher) einer gegen 9 kämpfen will kann nicht klar bei Verstand sein. Gegen 3 habe ich mich mal wehren können, doch bei 4(5) war dann Schluss. Die Kröte sächsischer Dialekt muss man dann eben schlucken, wobei ja auch Süd-Brandenburg, Süd-Sachsen-Anhalt und Thüringen deutliche Fortschritte machen.

Folgendes, RMH, ist darum Deutschland (zumindest das, was jetzt davon noch übrig ist):

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/53/Europawahl_2019_in_Deutschland_–_Vorläufiges_Ergebnis_der_AfD_%28%25%29.svg

Klare Analyse, ohne jeden Pathos. Entweder sammeln, oder zusammen Wandern (Mao). Entweder nur geistig Verbinden, wie hier, im Netz, oder auch materiell, körperlich, physisch. Vollprofis machen und haben von allem etwas.

Andreas Walter
2. Juni 2019 02:29

Hier, damit findet man die Grafik sicherer:

https://de.wikipedia.org/wiki/Europawahl_in_Deutschland_2019#/media/File:Europawahl_2019_in_Deutschland_%E2%80%93_Vorl%C3%A4ufiges_Ergebnis_der_AfD_(%25).svg

Bei 12,6% bundesweit (2017) (61,7 Millionen Wahlberechtigte, Wahlbeteiligung 76,2%) kann jeder selbst ausrechnen, wie viele wir etwa sind.
“Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit lag die [Geburten-]Ziffer bei 1,46, bei ausländischen Frauen bei 2,28.“ [Die Zeit, März 2018]. Die AfD wählten 9,2% der Frauen (31,9 Millionen WB) und 16,3% der Männer (29,8 Millionen WB).

https://www.bundeswahlleiter.de/dam/jcr/390abd1b-20da-4317-b321-195b332c884b/btw17_wista_03-2018.pdf

Das sind 2,24 Millionen Frauen, 3,7 Millionen Männer und 3,26 Millionen Kinder als minderjähriger Anhang. Also etwa 9,2 Millionen.

Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten 2017 eine Bevölkerung von etwa 8,5 Millionen, mit Brandenburg (ohne Berlin) waren es etwa 11 Millionen. 9,2 Millionen wären also knapp etwas mehr als der dunkelblaue Bereich. Wobei einige Regionen in Mitteldeutschland geradezu verlassen wie Geisterstädte im wilden Westen nach dem Goldrausch wirken. Ideal für Subsistenz.

Nach dem Goldrausch kann man nämlich auch als Warnung, als Allegorie oder Vision verstehen, wenn man an das endliche Schwarze Gold der OPEC denkt, oder an die auch irgendwann schwindende "Kraft Sibiriens". Ein Leben also in der echten Postmoderne, nicht in einer Imaginierten. Wasser, Nahrung, wärmegedämmte Häuser und Naturheilkunde. Das ist in unseren Breiten der Anfang. Die Basis, sozusagen. Schutz vor wilden Tieren nicht vergessen.

Alles weitere ein Versuchslabor, eine Schule, ein Urlaub, ein Besuch in der Welt von Übermorgen. Kostet dann Ausländer aber Geld, dass sie vorher eintauschen müssen. Die Währung ist dann aber vielleicht sogar energie-, arbeitskraftgedeckt:

http://geld-und-nachhaltigkeit.de/wp-content/uploads/Energising_Money_web_2.pdf

Ein ganz "verrücktes" Experiment also, für das Leben der nächsten 3.000 bis 13.000 Jahre. Bis zum geschätzten Anfang nämlich der nächsten Eiszeit. Danach wird es dann noch enger auf der Welt, ohne bis dahin unvorstellbare Mengen an Kernkraft oder gigantische Brennspiegel im Weltraum. Um die Temperatur der Pole zu erhöhen. Doch selbst wenn nicht, weil extrem, das Leben wird auch dann weitergehen, werden trotzdem nicht alle aussterben.

https://www.welt.de/print-welt/article675902/Archaeologen-entdecken-die-aelteste-Zivilisation-Europas.html

Krass, oder? Älter als Stonehenge oder die ägyptischen Pyramiden. Vor 7.000 Jahren. In Sachsen.

Lotta Vorbeck
2. Juni 2019 11:03

@LotNemez - 31. Mai 2019 - 09:28 PM

"Danke, Lotta, für die Schützenhilfe. Ich komme aus Greifswald. Die Stadt wurde zur Festung erklärt und die vorrückende Front sollte sich an ihr aufhängen. Die Russen hätten dort allerdings, nach der Erfahrung des mühsamen Häuserkampfes in Anklam, ein Exempel der Einebnung statuiert. 1000de Deutsche Opfer und der Verlust der Altstadt wären in dem Fall garantiert gewesen. Greifswald wurde stattdessen kampflos übergeben. Die Besatzer benahmen sich anständig. Der verantwortliche Stadtkommandant Rudolph Petershagen, von den Kommunisten aufgrund seines Dienstgrades nur widerwillig und verspätet zum Helden Greifswalds erklärt, kam nichtsdestotrotz in russische Gefangenschaft und hatte dort einen schlechten Stand bei den mitgefangenen, chronisch idealistischen Offizierskameraden. ..."

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Lieber @LotNemez ,

ja, packende Filme drehen, das konnten Sie, nicht nur in den Filmstudios der UdSSR, auch bei der DEFA!

Der DEFA-Mehrteiler

"Gewissen in Aufruhr"
https://weltbild.scene7.com/asset/vgwwb/vgw/gewissen-in-aufruhr-093688945.jpg?$max-size$&wc24

mit Erwin Geschonnek als Stadtkommandant Rudolph Petershagen in der Hauptrolle,

ist Ihnen sicherlich bekannt.

Über den im Jahre 2008 verstorbenen Erwin Geschonnek, der gar das von der Royal Airforce Anfang Mai 1945 in der Lübecker Bucht auf der "Cap Arcona" angerichtete Massaker überlebte, wäre an anderer Stelle noch zu reden.

Um Greifswald zu retten, schickt Geschonnek als der kriegsversehrte, nicht mehr frontdienstatugliche Stadtkommandant Petershagen eine in Greifswald als Verstärkung eintreffende Wehrmachtseinehit , Richtung Anklam in die Irre.

Als der Schwindel auffliegt, wird ein Exektutionskommando nach Greifswald gesandt, um Petershagen auf dem Marktplatz hinzurichten, muß sich aber unverrichteter Dinge aus der Stadt zurückziehen, weil die Besetzung der Stadt durch russische Truppen unmittelbar bevorsteht.

Petershagens an der Ostfront vermißter, einstiger Fahrer, befindet sich als Sowjetsoldat unter den nach Greifswald vorandrängenden Truppen.

Im Greifswalder Rathaus erfolgt die kampflose Übergabe der Stadt an die Russen.

Das Telephonnetz funktioniert noch. Ein anderer örtlicher Befehlshaber fragt in völliger Verkennung der Lage telephonisch nach, ob es denn von den Russen akzeptiert werden würde, statt zu kapitulieren, zum Schein militärischen Widerstand zu leisten ...

Petershagen selbst begibt sich, obwohl die Russen ihm ein anderes Angebot machen, freiwillig in deren Kriegsgefangenschaft.

Inwieweit die in diesem DEFA-Mehrteiler dargestellte Geschichte streng dem historischen Geschehen folgt, oder dem Zeitgeist Anfang der 1960er Jahre entsprechend aufgehübscht wurde, läßt sich von hier aus nicht beurteilen.

Gewissen in Aufruhr (DEFA-Produktion für den DFF 1961)

I. Entscheidung an der Wolga
II. Als die Glocken schwiegen
III. Wo sich die Wege trennen
IV. Auf der anderen Seite
V. Zweite Heimkehr

Lotta Vorbeck
2. Juni 2019 11:06

@RMH - 31. Mai 2019 09:41 PM

"... in der Phase sind wir noch lange nicht. Noch sind wir in der Phase "Ich zeig Dir, wo die eisernen Kreuze wachsen". ..."

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+++ "Mit Ihrem 'Eisernen Kreuz' wird's wohl nichts mehr werden, Hauptmann Schell. Sie haben nämlich nicht mehr viel Zeit."

--- "Wo ist der Rest Ihres Zuges geblieben?" - Ich frage Sie, wo ist der Rest Ihres Zuges, Feldwebel Coburn?"

+++ "Sie sind der Rest, Hauptmann Schell! - Sie sind als einziger von meinem Zug übrig. ... Und jetzt nehmen Sie Ihre Waffe! ... Können Sie damit umgehen?"

--- "Klar."

Hauptmann Schell lädt durch und richtet seine MPi auf Coburn.

--- "Schön. Ich akzeptier's. Ich werde Ihnen zeigen, wie ein preußischer Offizier kämpfen kann. Dann sehen wir uns in der Hölle wieder."

+++ "Und ich werde Ihnen zeigen, wo die 'Eisernen Kreuze' wachsen."

...

+++ "Machen Sie, bewegen Sie schon Ihren Arsch Schell! Verdammt nochmal!"

--- "Ich muß nachladen. Ich muß nachladen, Feldwebel!"

Mit dem sardonischen Lachen des Feldwebels endet das Filmepos.

Zu gewinnen gibt's an dieser Bahnstation für Schell & Coburn nichts mehr.

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@RMH

"Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt"

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Der Stuka-Oberst, schoß, nachdem er bei einem Einsatz an der Oderfront den Unterschenkel seines rechten Beines einbüßte, mit der nicht ausgeheilten Amputationswunde weitere 26 Feindpanzer ab, bevor er sich in Bayern, an Krücken gehend, von US-Truppen gefangen nehmen ließ.

Bald aus der Gefangenschaft entlassen, ging er 1948 zunächst nach Argentinien, später nach Paraguay.

Was er zu den Gründen, knapp drei Jahre nach Kriegsende das besetzte Deutschland in Richtung Südamerika zu verlassen, in seinen in Buchform publizierten Lebenserinnerungen schrieb, mutet retrospektiv betrachtet geradezu prophetisch an.

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