28. Mai 2019

Europa und Kommunal – Wahlanalyse (2)

Benedikt Kaiser / 48 Kommentare

Im ersten Teil der kursorischen Wahlanalyse untersuchte ich die Europawahl mit Fokus auf AfD und Grüne; nun folgen die Kommunalwahlen.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

II. AfD zu den Kommunalwahlen

Vorbemerkung: Eine ausführliche Darstellung aller vorgestern abgehaltenen Kommunalwahlen ist an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Und doch sind erste Rückschlüsse möglich.

1. Brandenburg

Brandenburg geht mit großem Selbstvertrauen in den Wahlkampf zur Landtagswahl vom 1. September. Zur Europawahl erzielte man zwischen der Uckermark und dem Spreewald 19,9 Prozent. Und zu den Kommunalwahlen wurde erstmals fast flächendeckend, und dies mit einem prononcierten Rechtskurs, reüssiert:

Dabei kann die AfD nicht nur in allen 14 Landkreisen punkten, auch in den vier kreisfreien Städten legt sie in der Wählergunst stark zu. Am deutlichsten zeigt sich das in Cottbus: Mit 22,3 Prozent der Stimmen wird die AfD hier stärkste Kraft – mit großem Abstand zur CDU (17,2). In Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) ist sie jeweils an dritter Stelle.

Trotz fehlender Unterstützung durch den westlich dominierten Bundesvorstand (das vom BuVo erstattete brandenburgische Wahlkampfbudget 2019 ist niedriger angesetzt als das von nunmehrigen Splitterparteien!) dürfte im September die 20-Prozent-Marke überwunden werden.

Das liegt u. a. an Hochburgen wie in Südbrandenburg, konkret gewiß an Cottbus und seinem Umland. Christoph Berndt wird in den Landtag als Musterbeispiel für aussichtsreiche Vor-Ort-Arbeit als Listenplatz 2 der Landes-AfD einziehen und bürgt als Garant für die arbeitsteilige, auf Nachhaltigkeit abzielende Strategie der Mosaik-Rechten jenseits nationalliberaler Klientel-Selbstbeschränkung.

Die 100 000-Einwohnerstadt Cottbus beweist, daß das, was im kleinen Bedeutung hat, ebenso für das große Ganze Relevanz besitzt: Es gibt einen unauflösbaren Zusammenhang zwischen Vertrauensniveau und einer relativen Homogenität. Solidarität kann dort greifen, wo das Zutrauen zueinander groß ist. Nun hat die AfD in Cottbus bei der Stadtratswahl gesiegt und damit bewiesen, daß eine integrierende Rechtspartei mit sozialer Ausrichtung und grundsätzlichem Ton auch "Städte kann".

Einzig in Potsdam erzielte man unter 5 Prozentpunkte Zugewinne; in der Landeshauptstadt mit seiner rotgrünen Bourgeoisie hält sich das R2G-Lager standhaft.

2. Thüringen

Was für Brandenburg Potsdam, ist für Thüringen Jena: ein Biotop linksgrüner Lebenswelten. Die AfD konnte dementsprechend in der Studentenstadt lediglich 10,2 Prozent der Stimmen abräumen. Es ist gleichwohl ein Ergebnis, das in Berlin-West, Mainz oder Bonn – und zwar mit Recht – für Jubelarien sorgen würde.

Jena ungeachtet konnte die AfD in Thüringen einen grandiosen Wahlerfolg verzeichnen – und man müßte die Herren Pazderski und Hansel nun nach Erfurt oder aufs Thüringer Land einladen, damit sie sehen können, was sie in ihrer Berliner Blase alles falsch machen, um dann dröhnend zu verkünden, daß das Problem, weshalb man als AfD nicht reputabel sei, "Höcke" und dessen solidarisch-patriotischer Kurs sei.

Während einige Wahlergebnisse in Thüringen jedenfalls noch nicht feststehen, ist bereits klar, daß das Stammland des solidarischen Patriotismus der AfD weiter blau eingefärbt wird. Der MDR vermeldet von allen Wahlorten, bei denen die AfD Kandidaten ins Rennen schickte, Erfolge. Hervorzuheben ist beispielsweise Gera.

In Thüringens drittgrößter Stadt holte die AfD aus dem Stand 28,8 Prozent und gewinnt zwölf Sitze. CDU (12,9) und Linkspartei (18,3), die klassischen Platzhirsche, verlieren massiv. In den meisten anderen Städten und Gemeinden waren CDU und AfD an der Spitze, einzelne Hochburgen der Sozialdemokratie (Gotha) und Linkspartei (Eisenach) konnten sich allerdings halten.

Die Grünen spielen nur in den linksbürgerlich geprägten Städten Weimar und Jena eine erhebliche Rolle.

3. Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt, wo sich eine kleine Gruppe um André Poggenburg von der AfD abspaltete, kann die solidarisch-patriotische Alternative weiterhin unbeeindruckt von Zerfallsgeraune punkten. 24,6 Prozent haben zwar immer noch für die CDU votiert, doch entspricht dies Verlusten von fast 10 Prozentpunkten; eine Zahl, die SPD (nur noch 13,7) und Linkspartei (nur noch 15 Prozent) ebenfalls zusammengerechnet abgeben mußten. Die AfD konnte 16,4 Prozent der Stimmen erzielen; ein Zuwachs von 14,1 Prozent bedeutet den größten Gewinn.

Hervorhebenswert ist u. a. das Bemühen Daniel Rois in und um Bitterfeld. Ihm gelang es, über 120 Kandidaten für die Gemeinderäte zum Wahlantritt zu motivieren. Das zeigt, daß es sehr wohl möglich ist, in jedem Dorf Mitstreiter zu finden, wenn man die Relevanz der kommunalen Arbeit richtig einordnet und entsprechende Schlüsse zieht.

Für Freunde Schnellrodas interessant:

Die AfD gewinnt im Saalekreis über 20 Prozentpunkte dazu und kommt auf 21,7 Prozent der Stimmen. Die CDU gewinnt mit 27,3 Prozent. In Querfurt geht die SPD aufgrund eines starken und lagerübergreifend anerkannten Spitzenkandidaten als Sieger aus dem Rennen: 31,9 Prozent wählten rot, das bedeutet 16,2 Prozent Zuwachs. Die AfD erzielt dort knapp unter 17 Prozent. Bei der Europawahl wurde Querfurt blau.

In der Flamberg-Stadt Halle/Saale konnte die AfD immerhin 14 Prozent erzielen; ein Zuwachs um 9,4 Prozent der Stimmen. Die Linke verlor trotz aufwendigem Wahlkampf und Unterstützung durch extrem linke Kreise stattliche 7,3 Prozent, kommt aber nach wie vor als stärkste Kraft durchs Ziel (17,8 Prozent). Für den Osten untypisch ist der Hallesche Erfolg der Grünen: 16,3 Prozent heißt 6,2 Prozent dazugewonnen.

Im Landkreis Mansfeld-Südharz, einer traditionsreichen Arbeiterregion mit dem sozialpatriotischen Aushängeschild Robert Farle, wird die AfD mit 19,3 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. CDU (19,0) und Linke (15,9) verlieren 9,2 bzw. 11 Prozent. Die AfD gewinnt von beiden die Stimmen dazu – das "französische" Rezept ist einmal mehr erfolgsbestätigt.

4. Sachsen

Sachsen hat, je nach Standpunkt wie erhofft bzw. wie befürchtet, sein blaues Wunder der Bundestagswahl 2017 wiederholt. Bei der Europawahl ist die AfD mit 25,3 Stimmen stärkste Kraft. Auch die Kommunalwahlen waren, und das ist bemerkenswert, ein Erfolg. Allerdings dominiert bei den Kreistagswahlen nicht blau, sondern schwarz.

In acht Landkreisen erzielte die Union die meisten Stimmen, die AfD gewann in Ostsachsen die Kreise Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. In Leipzig kommt Rot-Rot-Grün trotz Verlusten von SPD und Linkspartei zu einem mehr als nur soliden Wahlsieg, und ausgerechnet in Dresden wird Grün stärkste Partei (knapp über 20 Prozent).

Die einzelnen Ergebnisse der Stadt-, Gemeinde- und Ortschaftsratswahlen kann man hier und hier ebenso verfolgen wie die (nicht immer vollständig ausgezählten) Kreistagswahlen, ferner Bürgermeister/Oberbürgermeisterwahlen. Angesichts der Vielgestaltigkeit der Wahlen beschränke ich mich auf einzelne markante Ergebnisse:

Görlitz: Hier wird eine Neuwahl des Oberbürgermeisters erforderlich. Sebastian Wippel (AfD) kommt auf über 36 Prozent und kann damit erster AfD-OB werden. Allerdings ist anzunehmen, daß die anderen drei Kandidaten (Linkspartei, Grüne, CDU) sich auf einen Anti-rechts-Einheitskandidaten einigen werden, damit dies verhindert wird.

Chemnitz: Endlich kann in der westsächsischen Metropole die Mehrheit des rotrotgrünen Lagers als verloren gewertet werden. Linke, SPD und Grüne kommen "nur" noch auf 16,7, 11,7 und 11,5 Prozent, während AfD und die Bürgerbewegung Pro Chemnitz.DSU auf 17,9 und 7,7 Prozentpunkte zulegen können. Die CDU gewinnt die Stadtratswahl mit 19,9 Prozent. Die antifaschistische Gruppierung "Chemnitz für alle", bekannt vom "Wir sind mehr"-Fetisch, erzielt lediglich 2 Prozent. Man darf bereits jetzt auf ein Beben 2020 hoffen, wenn die amtierende Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) durch den möglichen AfD-Kandidaten Nico Köhler herausgefordert wird.

Dresden: Auch hier kann die Stadtgesellschaft – in krassem Gegensatz zu Leipzig – aufatmen: Rot-Rot-Grün ist Geschichte. Die Linke verlor 4 Prozent, die SPD fast 5, die Grünen gewannen aber gleichzeitig nur 4,7 dazu. Die SPD ist mit 8,8 Prozent erstmals einstellig.

Der Erfolg der sächsischen AfD ist ein Grund zur Freude. Dennoch müssen einige Bedenken geäußert werden. Daß die AfD auch in Regionen ohne Wahlkampf und ohne jede Präsenz zweistärkste Kraft wurde, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß diese Momentaufnahme in einigen Jahren revidiert werden könnte, wenn keine kommunale Verwurzelung erfolgt. Diese ist bis dato – trotz beeindruckenden Zahlen an manchen Orten – nicht gegeben. Sie muß nachgeholt werden.

Man trat als AfD nämlich lediglich in einem guten Drittel (!) der Kommunen Sachsens überhaupt mit eigenen Kandidaten an. Erstmals seit vielen Jahren konnte man Kilometer um Kilometer durch verschiedene sächsische Landstriche fahren ohne auf ein einziges AfD-Plakat zu stoßen. Das ist bemerkenswert, weil die Europawahl ja ungeachtet fehlender kommunaler Beteiligungen stattfand. Daß man dennoch landesweit stärkste Kraft zur Europawahl wurde und kommunal überall, wo man antrat, durchaus absahnte, ist beeindruckend und deutet an, was erst möglich wäre, wenn man tatsächlich von Plauen bis Zittau flächendeckend in die Offensive ginge.

Denn in etlichen Klein- und Mittelstädten, in über 60 Prozent der Fällen also, kandidierte man diesmal (noch?) nicht. In Kommunen, in denen zur Bundestagswahl 2017 circa 30 Prozent AfD wählten und zur Europawahl 2019 wieder 20 bis 30 Prozent gewann, stand die Partei zu Kommunalwahlen damit gar nicht auf dem Zettel – mögliche Kärrnerarbeit vor Ort fand in den letzten Jahren vielerorts schlicht nicht statt; das lag naturgemäß daran, daß man nicht für jedes Amt überhaupt Kandidaten finden kann, zum Teil aber auch an falschem Streben in die vermeintlich prestigeträchtigeren Parlamente. Kreise wie Görlitz und das Erzgebirge sind die positive Ausnahme, Leipzig samt Umgebung ein verstehbarer, aber ärgerlicher Sonderfall.

Andernorts naheliegende Gründe (gesellschaftliche Isolation) können in Städten und Gemeinden nicht herangezogen werden, in denen fast ein Drittel der Bürger für die AfD votiert. Vielmehr ist bei einigen ein Streben in die Landesmetropolen und „Hauptparlamente“ zu vermerken, das ein Engagement auf vermeintlich subalterner Ebene obsolet erscheinen läßt.

Dabei ist Dresden für einen Vogtländer fern, nicht aber der unmittelbare Ortsbeirat oder das nächste Stadtparlament. Es findet rechts der Mitte noch zu selten eine alternative Nachbarschaftspolitik statt, die freilich die unverzichtbare Grundlage einer jeden basisnahen Bewegung darstellt. Fallen überregional mobilisierfähige Themen weg, kann eine Landtagsfraktion verloren werden; lokale Verankerung und nachhaltige Mosaik-Strukturen hingegen blieben, versiegten auch einst die Geldflüsse in der Landeshauptstadt.

Hier fehlt es – einstweilen – an einer stufenartigen Planung aus Nah- und Fernziel zur Umwandlung bestehender Verhältnisse, was „organische“ Politiker, die aus einem konkreten Umfeld in die Landespolitik „empor“ steigen, ohne ihre Herkunft angesichts neuer Lebensmöglichkeiten dank Mandatsvergütung zu verleugnen, überdies erschwert.

Ohne Zweifel: Diese Kritik erfolgt auf sehr hohem, eben sächsischem Niveau, aber konstruktive Kritik ist nötig, damit die Fallhöhe bei eventuell versiegenden Krisenmomenten der gegnerischen Politik nicht zu hoch werden kann. Der Erfolg muß dazu anspornen, jetzt noch mehr in die lokale und regionale Offensive zu gehen, damit Sachsen dauerhaft eine solidarisch-patriotische Volkspartei als stärkste Kraft verzeichnen kann und damit Vorbild für Deutschland ist. Das funktioniert am besten durch graswurzelartige Bewegung, durch eine flächendeckende Vor-Ort-Präsenz, sofern dies Personal und lokale Gegebenheiten zulassen.

-- -- --

III. Sonstige Rechtsparteien zu den Kommunalwahlen im Osten

Auch jenseits der AfD gibt es weiterhin konservative, rechte und radikal rechte Parteien. Zur Europawahl spielten sie allesamt keinerlei Rolle; selbst die NPD unter Spitzenkandidat Udo Voigt fiel auf 0,3 Prozent und muß damit das letzte überregionale Mandat – dasjenige in Brüssel – abgeben. Andere Rechtsparteien blieben im 0,0- und 0,1-Bereich. 

Kommunal sieht das anders aus, wir notieren lediglich einige Besonderheiten:

In Thüringen sticht nur Eisenach als Sonderfall der Links-Rechts-Polarisierung hervor: Die Linke ist stärkste Kraft im Stadtrat mit 21,7 Prozent der Stimmen. Die AfD kommt auf 11,7, die NPD auf 10,1 Prozent. Auch der MLPD-nahe Eisenacher Aufbruch behält seinen Sitz.

In Sachsen-Anhalt ist die AfD-Abspaltung "Aufbruch Deutscher Patrioten" um André Poggenburg rascher am Ende als gedacht. Poggenburg erzielte in seiner Heimat, dem durchaus rechtsaffinen Burgenlandkreis, lediglich 0,2 Prozent der Stimmen. Ein Plus von über 13 Prozentpunkten erzielt dort hingegen die AfD ohne ihn: 17,3 Prozent.

Nur einen Landkreis weiter, im Saalekreis, halbiert die konservative STATT-Partei ihre Stimmen von 10 Prozent auf 5 Prozent, was wesentlich auch am starken Abschneiden des Tillschneider-Kreisverbandes der AfD lag.

In der sächsischen Landeshauptstadt sorgten die dort durchaus rechtskonservativ zu verortenden Freien Wähler dafür, daß nicht AfD, sondern Grüne stärkste Kraft Dresdens wurden. Denn die überaus respektablen 5,3 Prozent der FW um Susanne Dagen hielten die AfD bei 17,1 Prozent gefangen, während die Grünen auf 20,4 Prozent kamen. Die NPD fällt erneut und kommt in der sächsischen Landeshauptstadt nur noch auf 0,6 Prozent.

Ohnehin fanden die Nationaldemokraten neben Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg auch im Stammland der Partei, Sachsen, kaum noch statt. In der einstigen Hochburg Riesa konnten zwar knapp über 3 Prozentpunkte erzielt werden, in Eilenburg und Oschatz verlor man die Mandate indes ebenso wie in fast allen anderen Kommunen, wo man überhaupt noch antrat. Lediglich in kleineren Ortschaften der Sächsischen Schweiz erzielte man vereinzelt bis zu 20 Prozent, und in Aue-Bad Schlema reüssierte der vor Ort verwurzelte Kreis um Stefan Hartung mit über 8 Prozentpunkten. Bei der Oberbürgermeisterwahl erreichte Hartung als Einzelkandidat fast 20 Prozent.

Freie Listen rechts der AfD erzielten vor allem in Westsachsen Achtungserfolge, konkret in den Kleinstädten Geithain (über 15 Prozent), Lößnitz (fast 15 Prozent), Niederdorf (26 Prozent) und Jahnsdorf (18 Prozent), wo man die AfD, sofern sie antrat, jeweils distanzierte, aber auch in der Großstadt Chemnitz (fast 8 Prozent für Pro Chemnitz). Die radikalste Rechtspartei, Der III. Weg, zieht in Plauen in den Stadtrat ein (3,8 Prozent), außerdem in den Kreistag des Vogtlands. Vielerorts wird zudem noch ausgezählt (Stand: 27. Mai, 17.30 Uhr), so daß einige weitere prononciert rechte Listen mit Mandaten rechnen können – von Schwarzenberg bis Wurzen.

Fest steht insgesamt: Sachsen rückt weiter nach rechts – gegen den grünen Bundestrend.

Ergänzungen zu allen Punkten I.–III. sind ausdrücklich erwünscht!


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (48)

RMH
28. Mai 2019 06:38

"Die 100 000-Einwohnerstadt Cottbus beweist, daß das, was im kleinen Bedeutung hat, ebenso für das große Ganze Relevanz besitzt: Es gibt einen unauflösbaren Zusammenhang zwischen Vertrauensniveau und einer relativen Homogenität. Solidarität kann dort greifen, wo das Zutrauen zueinander groß ist."

Ok, wenn man sich ansieht, dass die Wahlbeteiligung in Cottbus bei 57,5% lag - was für eine Kommunalwahl (!) eigentlich erbärmlich niedrig ist, aber man im Grunde schon froh über diese Zahl sein darf - und man auch noch nachschaut, dass die Grünen dort, wenn auch deutlich geringer, ebenfalls offenbar gut ihre Wähler mobilisieren kann und es dann auf ordentliche 9,1% gebracht haben, dann sehe ich jetzt nicht so viel von großem Zutrauen. Der deutliche "Wahlgewinner" war auch in dieser Stadt die Fraktion der Nichtwähler mit 42,5%.

https://www.niederlausitz-aktuell.de/cottbus/77884/kommunalwahl-2019-afd-in-cottbus-staerkste-kraft-cdu-auf-platz-2.html

Und dabei belasse ich es erst einmal und melde mich, wenn andere Kommentare frei geschaltet wurden, sicher noch einmal zu Wort.

andreia
28. Mai 2019 07:24

Ich vermisse Mecklenburg-Vorpommern. :\

Antwort Benedikt Kaiser:
Ja, pardon, auch Bremen blieb unberücksichtigt. Aber so ist das mit spontante, auch noch kursorischen Analysen, alles paßt nicht rein.

Herrmann
28. Mai 2019 08:54

Eine gute Analyse.

Was jedoch nicht gefällt, ist die ständige Stichelei gegen "Nationalliberale". Wir sind alle freiheitliche Patrioten. Manche befürworten einen stärkeren Sozialstaat, andere mehr Eigenverantwortung. Das war schon zu Zeiten der Deutschen Nationalbewegung, deren natürliche Fortsetzung wir sind, der Fall.

Das ist aber nicht weiter schlimm, und in Anbetracht der Gesamtlage, in der sich das Deutsche Vaterland heute befindet, schon fast eine sozialpolitische Detailfrage. In Zeiten wie diesen müsse alle Patrioten zusammenstehen. Sonst gibt es bald überhaupt keinen funktionierenden Sozialstaat mehr, über dessen Ausprägung man dann noch streiten könnte.

Stil-Bluete
28. Mai 2019 09:11

Beide Wahlanalysen lassen den Hintergrundwissen ausgeblendet.

Beispiel: Strippenzieher Soros, wie allen bekannt, einer der größten lebenden Spekulanten mit Sitz in Berlin, hat schon vor längerer Zeit öffentlich ausgerechnet die Grünen favorisiert.

Und wenn er das öffentlich äußert, dann taucht nicht ganz so öffentlich gesponserte Einflussnahme über junge Menschen (z. B. blauhaariger Heißsporn) auf.

t.gygax
28. Mai 2019 09:52

Kommunalwahl in BW /"Westdeutschland"
Nüchterne Erkenntnis: es ist für einen Bürger in abhängiger Beschäftigung ( dies nicht nur im Öffentlichen Dienst) nicht mehr möglich, sich in der AFD zu engagieren.
Da geht es schon längst nicht mehr um Phänomene wie "soziale Ausgrenzung " etc. Nein, die Existenz wird vernichtet. Es sind in meinem Umfeld weitgehend Rentner ( alte weiße Männer...) , die sich für die AFD engagieren. Andere -vor allem Leute mit Kindern- können das überhaupt nicht, selbst wenn sie wollten.
Die Herrschenden halten mit dieser totaliären Form die Leute unten.Das ist mit Sicherheit in den mitteldeutschen Bundesländern anders, aber das hängt auch mit dem dortigen kritischen Bewußtsein gegenüber Macht- und Herrschaftsverhältnissen zusammen.
Würde die AFD so behandelt wie jede andere Partei, wären das bei mir hier weit über 30 %. Dazu reicht es, ganz normalen Menschen zuzuhören und es herrscht überall eine ungeheure Angst, etwas zu sagen...das hat sich in den letzten drei Jahren exponentiell verstärkt und führt bei der deutschen Mentalität zum Rückzug, zur Resignation, zur Lähmung des Willens. In anderen europäischen Ländern würde es den Widerstand geradezu anstacheln, und der wird dann nicht mehr auf der den Herrschenden genehmen parlamentarischen Bühne abgehandelt.
Elsässer hat schon Recht: Der Westen ist verloren.

andreia
28. Mai 2019 09:58

»Ja, pardon, auch Bremen blieb unberücksichtigt. Aber so ist das mit spontante, auch noch kursorischen Analysen, alles paßt nicht rein.«

Ja, so ist das wohl. Es ist mein Geburtsland, da bin ich sentimental. Ansonsten: Vielen Dank! Das ist alles sehr interessant, was Sie da schreiben.

Laurenz
28. Mai 2019 10:11

@Stil-Bluete ... Soros & Konsorten können Sie erst ausblenden, wenn Sie, wie in Ungarn, mehr als 50% haben. Bis dahin werden Sie mit deren Mitteln, soweit sie greifen, leben müssen. Was soll uns also Ihr Beitrag bringen? Nur tatsächliche Macht beeindruckt und begrenzt den politischen Gegner.

Zu Herrn Kaiser:
Vielen Dank für die übersichtliche Analyse. Für mich zeigt sich an den Wahlergebnissen die jeweilige Aufteilung des öffentlichen Kuchens. Die AfD ist im Osten bei jenen stark, welche sehr wenig Brotkrumen linker subventionierter Projekte abkriegen.
Die Produktivität ist in den Neuen Ländern einfach schlechter, viele Regionen sind, im Vergleich, dünn besiedelt. Von der AfD wird im Osten mittelfristig eine Erhöhung der Produktivität und damit eine des Lebensstandards erwartet werden. Da das nicht so einfach aus dem Hut gezaubert werden kann, ist die von Herrn Sellner geforderte Solidarität innerhalb der AfD vonnöten. Denn, um entsprechende Leute in die von der AfD schlecht reflektierten Gemeinden Sachsens (am besten aus den Neuen Ländern) zu senden, braucht man Geld.
Um werbewirksame Bürger-freundliche Infrastruktur in den jeweiligen Kommunen zu entwickeln, fehlt oft das Geld. Hier könnte eine Stabsabteilung der AfD den Streitern vor Ort unter die Arme greifen. In der Heimatgemeinde meiner Eltern hatte ein gechaßter Regionalleiter der Deutschen Bank den Tennisverein aus EU-Mitteln inklusive der Infrastruktur saniert und bei der Antragstellung eine Woche lang die 140 Mitarbeiter der Gemeinde ausgelastet. Aber dieser Ex-Banker, welcher sich in den Wirren der EU-Fördermittel zurecht fand, wurde natürlich vor Ort von der CDU abgegriffen. Solche Arbeit geht über die Möglichkeiten der meisten Menschen hinaus, sollte aber von uns genutzt werden.

RMH
28. Mai 2019 10:15

@t.gygax,
wenn man einer Wortmeldung im vorherigen Debatten-Strang glauben darf, dann konnte die AfD wohl auch in Mitteldeutschland nicht flächendeckend mit vollzähligen Listen antreten. Das Problem scheint dort also auch vorhanden zu sein, wenn auch evtl. geringer. Im Übrigen haben Sie recht, es ist offenbar ganz schwer, Leute zu finden, die für ein normales, "popeliges" Komunalmandat kandidieren. Schafft man hingegen den Sprung in ein "richtiges" Parlament, hat man für die Risiken auch eine gewisse finanzielle Kompensation (was man deshalb auch nicht immer gleich in Bausch und Bogen verdammen sollte).

Aus dem Ganzen aber jetzt fast schon pathetisch zu schließen "Der Westen ist verloren" ist dann aber doch zu einfach. Es gibt auch in der Alt-BRD so viele Gemeinden, Kluster, Straßenzüge, wo die AfD eigentlich nur "abholen" muss, aber eben das Problem hat, dass zu wenige Gesicht zeigen können/wollen. Man denke hier auch an die Zuzügler aus Osteuropa (Russen/Polen etc.). Bei denen hat die Partei durchweg einen guten Stand und hier findet man sicher auch welche, die eher bereit sind, zu kandidieren - da muss man dann eben auch einmal ein bisschen raus aus seinem deutschen Dünkeln (ich geb´s zu - fällt mir persönlich auch schwer, zumal ich mit der osteuropäischen Art nicht immer klar komme).

Laurenz
28. Mai 2019 10:15

@t.gygax
Klar, um punkten zu können, braucht es Rentner und Geld. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Ibiza-Video gar nicht mehr so weit hergeholt. Leute unter 45 Jahren, die einer geregelten Arbeit nachgehen, haben sowieso keine Zeit mehr um sich in einer nicht vorhandenen Freizeit zu engagieren.

H. M. Richter
28. Mai 2019 10:53

@t.gygax

"Nüchterne Erkenntnis: es ist für einen Bürger in abhängiger Beschäftigung ( dies nicht nur im Öffentlichen Dienst) nicht mehr möglich, sich in der AFD zu engagieren.
Da geht es schon längst nicht mehr um Phänomene wie "soziale Ausgrenzung" etc. Nein, die Existenz wird vernichtet."
___________________________________

So ist es.
(Um so höher ist der Mut derer einzuschätzen, die gegenwärtig in Stadt und Land buchstäblich ihren Kopf hinhalten ...!)

Hinzu kommt, worauf ich bereits heute Morgen im Wahlanalyse(1)-Strang hinwies, daß
auch der Einfluß linksextremer Gewalt und Gewaltandrohung erheblich ist. Insofern würden die Wahlergebnisse selbstverständlich, wie andernorts bereits erwähnt, für die AfD noch deutlich höher - selbst im Osten des Landes (!) - ausfallen, wenn nicht über und hinter jeder AfD-Bekundung drohend das Schwert - bzw. das neumodische und sich blutig bewährt habende "Kantholz" - der linksextremen Gewalttäter schweben würde.

Faßt man nun beide Punkte zusammen - Vernichtung bürgerlicher Existenzen sowie linksextreme Gewalt und Gewaltandrohung - so läßt sich gegenwärtig nur erahnen, wie hoch das Potential einer Partei wie der AfD tatsächlich ist.

Beide Punkte sollten von den parlamentarischen Vertretern der AfD noch viel stärker, deutlicher und öfter benannt und angeprangert werden. Vorläufig könnten die Abgeordneten der AfD in sämtlichen Parlamenten - flächendeckend von den einzelnen Stadträten bis hinein in den Bundestag - ja vorab jeweils ca. 7 Sekunden Redezeit für den letzten Satz ihrer jeweiligen Rede einplanen: "Im übrigen bin ich der Meinung, daß die sogenannte Antifa aufgrund ihrer Gewalttaten unverzüglich zu verbieten ist!"

Gelddrucker
28. Mai 2019 11:10

t.gygax
Einerseits schreiben sie, das Potential läge bei 30%, andererseits schreiben sie den Westen AB.
Wegen der "deutschen Mentalität". Was ist das? In Bayern und Hessen sind die Menschen viel lebendiger als im eher gemächlichen Niedersachsen. Und meinen Sie, diese 30% würden sich auf ewig "unterdrücken" lassen?

Ich würde das Potential ähnlich einschätzen, bei Änderung der Metapolitik, die leider Zeit braucht, noch höher.

Außerdem bin ich nach wie vor der Meinung, und das habe ich hier bereits mehrmals geschrieben, dass die große Mehrheit unseres Volkes lediglich die Gegenwart beurteilt aber nicht weiß, was sie da eigentlich anrichtet. Bitte fragen Sie ihren linken Bekanntenkreis (falls Sie einen haben), wer denn möchte, ob Nichteuropäer die demographische MEhrheit in Europa stellen.

Imagine
28. Mai 2019 11:32

@H. M. Richter + @t.gygax

Wer sich mit der AfD oder den Identitären öffentlich einlässt, wird außerhalb des „rechten Lagers“ zum Paria.

Dazu eine kleine Anekdote. Letztes Jahr haben wir im Auslandsurlaub als Tischnachbarn ein Ehepaar als Deutschland kennengelernt. Freundliche Leute, im Mittelstand etabliert, eher sozialdemokratisch ausgerichtet. Sie fanden es schlimm, dass bei der Bundestagswahl 2017 so viele noch Merkel gewählt haben. Ihnen wäre es auch lieber gewesen, die SPD wäre nicht wieder eine Groko eingegangen. Soweit gab es Konsens.

Als ich meinte, man hätte aus taktischen Gründen doch auch die AfD wählen können und so Merkel abwählen können und dass ich dies getan habe, war es das letzte Mal, dass diese Menschen sich an unseren Tisch gesetzt und mit uns gesprochen haben.

Wobei ich durchaus verstehen kann, dass und warum für einen weltoffenen, politisch kultivierten und prosozial eingestellten Menschen die AfD „no go“ ist.

Fritz
28. Mai 2019 13:43

So ist es halt. Kürzlich sprach mich in der Bahn ein Herr an; er hatte das Bucht, das ich grade las gesehen (Gilles Kepel, Der Bruch. Frankreichs gespaltene Gesellschaft) und fragte mich, was ich davon hielte. Wir kamen dann ins Gespräch und wurden uns unserer gemeinsamen Bedenken wg. Islamisierung bewusst. Hätte er mich nicht angesprochen, wäre das nie zur Sprache gekommen.

Auf einem Treffen mit befreundeten Ehepaaren in einem Restaurant äußerte ich die Auffassung, dass man eigentlich AfD wählen müsste, wenn es da nicht so viele Spinner gäbe. Blankes Entsetzen! Das Thema wurde umgehend fallen gelassen, schließlich wollte man sich unter Freunden nicht streiten.

Unter meinen Kollegen sind viele meiner Meinung, aber das kann man auch nur ansprechen, wenn man zu zweit ist, in größeren Gruppen keine Chance.

Ich denke es gibt mehr Rechte (bzw. Leute, die gewissen rechten Ideen anhängen. ich selber bin eigentlich auch eher ein Linker) als man öffentlich wahrnimmt.

Gotlandfahrer
28. Mai 2019 14:03

Danke für die Daten und Interpretationen.

Aus meiner Sicht bitte nicht zu viele Gedanken darüber machen: Wer sich über Prozentfragen, Medieneinfluss und Wählermobilisierung den Kopf zerbricht, so sehr ich das als Übung schätze, verkennt, dass es bei dem Existenzproblem, dem sich unsere westliche Zivilisation heute gegenübersieht, um eines handelt, das eben nicht mit den Mitteln beherrschbar ist, die es verursacht haben. Wir bewegen uns in der gleichen semantischen Logosphäre wie unsere „Gegner“, wenn wir Proporz beklagen, unfaire Kampagnen und den asymmetrischen Einsatz von Macht und Mitteln herausarbeiten.

Analytik, also auf Aufklärung, Erkenntnistheorie und wissenschaftlichen Diskurs basierendes Argumentierenwollen, ist angesichts der Beschränktheit des heute ausschlaggebenden Mittelmaßes nur ein den Prozess der Selbstauslöschung weitertreibendes, weil im "Kampf" (ich beziehe mich auf unseren BuP...) fehlgehendes, geistiges Reinheitsgebot. Aufgrund der lediglich habituellen und nicht sinngemäßen Nachahmung der Aufklärung muss sie in jedem mediokren Umfeld missverstanden und missbraucht werden. Aufklärung ist nicht bereits in Teildosen heilend, sondern nur vollständig verstanden. Ansonsten unheilstiftend.

Nun gut, es gibt einen Unterschied in den AfD-Wahlergebnissen zwischen Ost und West. Wir haben hier und andernorts viel Kluges dazu gelesen, warum das so ist. Na und?

Wir müssen konstatieren: Überall dort, wo die „Ko-Evolution“ eine Tiefenprägung des Menschen geschaffen hat, die ihn anfällig macht für ein Gefühl der Unzulässigkeit selbstverschuldeter, eigener Überforderung („Du zu Recht aus dem Paradies vertriebener, der Du nicht einfach heulend um Wiedereinlass bettelst, sondern den Anspruch erhebst, aufgrund Deiner Fähigkeiten keinen Herrn mehr dulden zu müssen, wirst zur Rechenschaft gezogen werden für Deine Unfähigkeit nicht selber stets das Richtige erkennen und tun zu können – Du kannst Dich natürlich davon freikaufen, und sei es, indem Du andere zahlen lässt“), jedenfalls überall dort, wo der geniale Geist vereinzelter Größen und Erfinder den Konsumenten und Medienschaffenden zum Fraß geworden ist, überall dort muss der Humanismus in seinem für sich selbst gehaltenen Gegenteil verenden.

Nur die Not macht bereit, die Pose der neunmalklugscheißenden Selbstgefälligkeit aufzugeben. Man höre diesen Sprechapparaten zu, diesen wiederkäuenden Erben und fokussierten Karrieristen, diesen tumben Schändern Europas auf C-Level, diesen zur Multiplikation negativselektierten Taugenichtsen und man ist beruhigt: Sie mögen Grün oder CDU wählen, aber das wird ihnen nichts nützen. Die Not wird kommen, und das ist gut so. Über ein paar Prozente mehr oder weniger ist daran nichts zu ändern.

Was man tun kann, ist, für die Zeit der Not die Zeit nach der Not vorzubereiten und dazu beizutragen, dass zukünftig nie wieder der ein Wort zur großgesellschaftlichen Mitgestaltung erheben darf, der sich nicht über nachgewiesene Kenntnisse des Selbstzweifels qualifiziert hat. Wehrhafte Demut wird das übernächste Leitmotiv sein. Neue kontemplative Ritterlichkeit. Huch… Ritter? Gut.

2019Sachsen
28. Mai 2019 15:45

Erst mal vielen Dank für die Analyse.
Ich freue mich natürlich über das Ergebnis der AfD (vor allem in Sachsen). Aber hier ist noch deutlich Luft nach oben. Zu sehr herrschen immer noch Kleingeist und persönliche Befindlichkeiten Einzelner vor. Das hat man nicht zuletzt bei der Nominierung der Listenkandidaten gesehen. Da war Teilen der Partei regionaler Proporz am Ende wichtiger als Kompetenz, Vorzeigbarkeit und letztlich auch Kampagnefähigkeit der Kandidaten. Da frage ich mich, was eigentlich das Ziel der Kandidatur ist: Zugang zu den Fleischtöpfen und Wellness oder knallharter politischer Kampf mit allen (demokratischen) Mitteln?
Einige KVs sind immer noch sehr schwach aufgestellt und so konnten tatsächlich bei der Kommunalwahl nicht überall ausreichend Kandidaten aufgestellt werden. Hier muss noch viel Arbeit geleistet werden. Aber ich bin da sehr zuversichtlich. Die Wahl sind eine Zäsur in der Entwicklung der Partei. Sie werden neue Gesichter nach vorn bringen, die sich dann entsprechend bewähren können. In den nächsten fünf Jahren wird sich über den Katalysator der Parlamente Regierungsfähigkeit erlangt werden und strukturelle Defizite können überwunden werden.
Leider haben immer noch viele fähige Personen Angst, sich in der Öffentlichkeit zur AfD zu bekennen - hier funktioniert die soziale Hygiene des linksliberalen Meinungskartells immer noch. Mit zunehmenden Wahlerfolgen wird es aber immer schwerer werden, AfDler auszugrenzen. Es sind mittlerweile einfach zu viele.

Niekisch
28. Mai 2019 15:49

Der Kabarettist und Propagandist Wilfried Schmickler bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen: "Weidel, Gauland und Konsorten seien neofaschistisch und unbarmherzig, eine "Scheißpartei, eine richtig unappetitliche Scheißpartei". "Jawoll" schallt es aus dem Publikum." (RZ, 28.5.2019)

Ja, ja der Schmickler….

Imagine
28. Mai 2019 17:37

@Niekisch 28. Mai 2019 15:49
„eine "Scheißpartei, eine richtig unappetitliche Scheißpartei"

Klar, die AfD saugt wie ein Schwamm alles auf, was mit den bestehenden Parteien unzufrieden ist, sich aber parteipolitisch betätigen will oder eine politische Karriere machen will.

Da gibt es Menschen, die kommen von den Systemlinken, wie Guido Reil, der jetzt als EU-Abgeordneter so viel verdient, wie noch nie in seinem Leben zuvor, und nun zur Spitzengruppe der staatlich Alimentierten gehört.

Und auch der rechte Rand – gebildet von Rechtsextremisten und Neo-Nazis – wird aufgesaugt, was die AfD so unappetitlich macht. Dazu kommen noch jede Menge manifest Bekloppte. Die sind allerdings in allen Parteien.

Die AfD saugt „Scheiße“ auf. Das wird von den Massenmedien und staatlich alimentierten Ideologen und Influenzern, angefangen von TV-ModeratorInnen über Comedians und Kabarettisten bis hin zu Wissenschaftlern, genutzt, um in der Öffentlichkeit das Bild einer „Scheißpartei" darzustellen. Natürlich gehören die staatlich oder privat für den „Kampf gegen Rechts“ finanziell unterstützten Vereine, Projekte, NGOs etc. auch dazu.

Diese Schwammfunktion der AfD gegenüber dem rechten Rand hat für die Gesellschaft eine positive Funktion, denn hier wirkt die AfD zugleich wie ein Bindemittel.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bindemittel

Denn die AfD sorgt dafür, dass ihre Mitglieder und Anhängerschaft im legalen Rahmen politisch operieren. Politische Gewalttaten und illegale Waffen, rechter Terror und Morde sind absolut tabu.

So beschränken sich auch die Identitären, welche in Deutschland die AfD und in Austria die FPÖ als ihre Parteien ansehen, auf politischen Aktionismus im Rahmen der Produktion von Internetvideos sowie auf Symbolpolitik auf der Straße. Einige sind besonders aktiv im Lesen antiquarischer Bücher. Im „Infokrieg“ sind die Effekte und Erfolge eher begrenzt.

Lotta Vorbeck
28. Mai 2019 18:17

@Benedikt Kaiser:
"Vielmehr ist bei einigen ein Streben in die Landesmetropolen und „Hauptparlamente“ zu vermerken, das ein Engagement auf vermeintlich subalterner Ebene obsolet erscheinen läßt."

@2019Sachsen - 28. Mai 2019 - 03:45 PM

"... Zu sehr herrschen immer noch Kleingeist und persönliche Befindlichkeiten Einzelner vor. Das hat man nicht zuletzt bei der Nominierung der Listenkandidaten gesehen. Da war Teilen der Partei regionaler Proporz am Ende wichtiger als Kompetenz, Vorzeigbarkeit und letztlich auch Kampagnefähigkeit der Kandidaten. Da frage ich mich, was eigentlich das Ziel der Kandidatur ist: Zugang zu den Fleischtöpfen und Wellness oder knallharter politischer Kampf mit allen (demokratischen) Mitteln? ..."

***********************************

"... Ja. Angst davor, daß sie mich nach Kriegsende erschießen, wegen dieser Uniform. Und ebensoviel Angst davor, daß sie es nicht tun. Ich weiß nicht, ob Du das verstehst. Aber das ist nicht nötig. Nur eins ist nötig: Du mußt begreifen, daß wir eine Generation von Jawohlsagern sind, die sie langsam zu Dünger verarbeiten. Unsere einzige Chance ist es, es zu überstehen. Dann werden wir das Maul aufmachen können. Vielleicht. Aber das ist nicht gewiß ..." ..."

Läßt Harry Thürk in "Die Stunde der toten Augen" auf Seite 312 oben den Fallschirmjäger Zado zu seinem Kameraden Bindig sagen.

Die Kriegslage im Winter 1944 muß an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden.

Der die kampferprobte Fallschirmjägereinheit kommandierende Oberst und ein mit jenem Oberst verwandter Leutnant dieser Einheit, brechen zu einem Urlaub in St. Georgen im Schwarzwald auf. Im verschneiten, gut geheizten Schwarzwaldhotel gibt's um diese Zeit neben anderen Annehmlichkeiten sogar noch Zitronen. Der Leutnant vergnügt sich mit einer blonden, langhaarigen Tochter eines Kölner Bankiers (die im Winter 1943 in Begleitung eines Offiziers der Waffen-SS bereits in selbigem Hotel logierte). Während die Großstädte im Reich Tag und Nacht von Bomberflotten heimgesucht und verheert werden, erinnert im nach wie vor perfekten Schwarzwaldidyll lediglich das Holzbein des kriegsversehrten Barmixers an die Realität des Krieges.

Total besoffen, die Bankierstochter neben sich im Bett, repetiert der Leutnant Geschichten vom Töten, die er selbst nur vom Hörensagen kennt, während in Ostpreussen zur gleichen Zeit die bereits durch Wlassow-Soldaten verstärkten Fallschirmjäger seiner Einheit bei einem mißglückten Einsatz im Hinterland des Feindes vollständig aufgerieben werden.

Die AfD-internen Querelen um die von einigen AfD-Abgeordneten unlängst organisierte Konferenz alternativer Medien, auf der man außerhalb des offiziellen Programmes dem wasserstoffblondierten, einstigen Steve-Bannon-Angestellten Milo Yiannopoulos zu Füßen lag, als sei er die Reinkarnation des Messias, sind noch in frischer Erinnerung.

Hagen Grell sprach im Nachgang davon, diese Medienkonferenz "sei immer schön am Thema vorbei in Szene gesetzt worden", nach seinem [Hagen Grells] Gefühl würden die AfD-Granden die AfD-nahe Bloggerszene herablassend als, Zitat Grell, ihre "Fußsoldaten" betrachten.

Die Art & Weise, wie man, gedeckt vom AfD-Bundesvorstand, versuchte Doris von Sayn-Wittgenstein abzuservieren, läßt ebenfalls tief blicken.

Die AfD mag nicht viel zu verteilen haben, aber sie hat inzwischen durchaus etwas zu verteilen. Und es gibt offensichtlich Leute, die zunächst noch am ihnen zugewiesenen Katzentischchen sitzend, vom süßen, auf der Party servierten Gift kosteten und von dessen betörendem Geschmack derart fasziniert sind, daß sie diese Party nun nicht etwa zu beenden trachten, sondern anscheinend geradezu versessen darauf sind, endlich im Kreise derer mitfeiern zu dürfen, die seit Jahrzehnten das Büffet umlagern.

Götz Kubitschek prägte vor geraumer Zeit die Metapher "vom sowieso gefrierenden Wasser".

Ohne eine Patentrezept dafür liefern zu können: Schaftt es die AfD nicht, ihrer sich sachte anbahnenden Verbonzung glaubwürdig Einhalt zu gebieten, wird sie "die letzte evolutionäre Chance zur Rettung Deutschlands" [Björn Höcke] grandios vergeigen.

Laurenz
28. Mai 2019 18:51

@Imagine ... wer eine Partei wählt, die eine Bundestagsvizepräsidentin ins Amt hebt, welche auf Demos den Genozid am Deuten Volk fordert, ist dann was? Da gehöre ich doch lieber zur Minderheit Ihrer Parias.

Hier für alle ein aktuelles RT-Video mit Dr. Adam. Ich bin nicht in jedem Seiner Punkte einer Meinung mit Ihm. Aber interessant ist das Interview trotzdem und paßt meines Erachtens hier ganz gut in die Debatte rein.
https://youtu.be/FZ2Hd105D7o

sven31699
28. Mai 2019 19:17

Zur Ergämzung:

Ich habe im Westen (Niedersachsen und OWL) den Wahlampf der AFD erlebt, oder besser nicht erlebt.

Plakatierung unterirdisch was die Menge und was die Zeit anbelangte.
Das erste Plakat an einem Laternenmast nach 1 Monat. Der gleiche Zeitpunkt und dann auch noch unvollständig an den Plakatstellwänden der Gemeinden.
Seit Gründung der AFD noch nie einen Flyer im Postkasten gehabt. Infostände? keine erlebt und so weiter und so weiter.

Während ich in der Anfangsphase der AFD mir noch gesagt habe: Gut es sind Anfänger, die lernen das noch und wenn erst Erfolge da sind füllen sich auch die Kassen, so kann ich jetzt nur sagen ... Dilletanten

Kein professioneller Wahlkampfleiter
Keine professionellen Plakate (aus bekannten Gründen müssen AFD-Plakate nun mal etwas höher gehängt werden... Zum Ausgleich macht man sie dafür kleiner, damit man als Autofahrer bloß nicht gleich erkennt was da steht)
Chaotisches Europa-Programm (Was ist denn nun die Alternative???)

Und grundsätzlich möchte ich auch mal die Frage stellen:
Wo sind denn überhaupt die ganzen Wahlkreisbüros der Landtags- und Bundestagsabgeordneten???
Ich möchte jetzt hier keine Namen nennen, aber im eigen Haus sporadisch auf dem Papier ein Büro einzurichten ist nicht das was ich erwarte.

Ein Großteil der AFDler im Westen haben überhaupt nicht begriffen was es heißt Politik zu machen... von Wahlkampf ganz zu schweigen, denn da steckt das Wort Kampf drin... für die aber ist einfach nur eine Wahl.

Lotta Vorbeck
28. Mai 2019 19:53

„Junge Alternative“ goes Greta: AfD soll sich zur „menschgemachten Klimaaussage“ bekennen

von PP-Redaktion - 28. Mai 2019

Die JA Berlin verlangt in einem Schreiben an den Vorstand der Partei, dass dieser sich stärker dem Thema Umweltschutz und Klimawandel zuwenden müsse. Zudem sollen Mandats- und Funktionsträger der Partei von der „schwer nachvollziehbaren Aussage“ Abstand nehmen, der Mensch würde das Klima nicht beeinflussen, heißt es in einem Schreiben der JA Berlin.

NUR NOCH „WÄHLERTAUGLICHE POLITIKER“

Von den AfD-Fraktionen in Landtagen, dem Bundestag und dem EU-Parlament müssten zudem konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Klimaschutzes kommen.
Weniger grün-getrieben ein weiterer Kritikpunkt der JA: Die Außendarstellung der AfD. Um die Sympathiewerte zu erhöhen, sollten die Vorstände mittels „Umfragen AfD-Politiker identifizieren, die als besonders wählertauglich einzuordnen“ seien und diese entsprechend aufbauen.
Ebenfalls als wichtig wird von der JA die Einbindung jüngerer Parteimitglieder angesehen. Hierbei schielt die Alternative Jugend ebenfalls zu den Grünen. Dies hatten bei Wählern unter 30 Jahren besonders viel Zuspruch.

KURSKORREKTUR HÄNGE VON MANDATSTRÄGERN AB

Laut der JF habe der Landesvorstand der Berliner AfD bereits angekündigt, über die Vorschläge während einer Vorstandssitzung zu diskutieren. Gerade in Berlin seien die Grünen, die in der Bundeshauptstadt 27 Prozent bei der EU-Wahl eingefahren haben, eine besondere Herausforderung, meint der JA-Landesvorsitzende von Berlin gegenüber der Zeitung. (SB)

Quelle: https://philosophia-perennis.com/2019/05/28/junge-alternative-goes-greta-afd-soll-sich-zur-menschgemachten-klimaaussage-bekennen/

Laurenz
28. Mai 2019 20:01

@sven31699 .... wenn Sie wissen, wie es geht, warum machen Sie es dann nicht?

Freki
28. Mai 2019 20:14

Liebe Leute!
Vielleicht hat sich durch u. a. konsequente rechtspopulistische "Lückenpresse" das Thema NPD und damit markante und überaus fleißige
Arbeit (Voigt im EP) zugunsten der Reputierlichkeit, ja bald ganz erledigt.
Die Nichtbeachtung der bunt-linken, militant antifaschistischen, ansonsten aber gewollt "unsinnigen" DIE Partei halte ich für ignorant.
Sie hat ihr Ergebnis zur EU-Wahl VERDREIFACHT und die Abgeordnetenzahl verdoppelt und steht bei den Erstwählern nach Grünen und CDU an dritter
Stelle.
Ihr Markenzeichen ist der faulste EP-Abgeordnete überhaupt, im Gegensatz zum sogar bei "Ausreissern" der Systempresse, als einer der fleissigsten gewürdigten APF/NPD-Abgeordneten Voigt.
Wahlrecht für geistig behinderte und Minderjährige macht doch bei Wahlen das Leben bunt.
Ich warte jetzt noch auf die AFRSF........
die Antifaschistisch Rot-Schlümpfe Front gg.
blaue Schlümpfe und klimal- & wetterleugnende Heteros....

Asenpriester
28. Mai 2019 21:35

Ergänzung zum Punkt III
...rechte Listen von Schwarzenberg bis Wurzen...
z.B. Wurzen war mal vor 15 Jahren NPD-Hochburg (Leipziger Land), was durch Gelder im Kampf gegen Rechts nach und nach zerstört wurde. Zur letzten Bundestagswahl erreicht die AfD dort über 35 %. Zusätzlich zur jetzigen Kommunalwahl trat rechts zur AfD das neu gegründete NEUE FORUM an, welches gegen Bevölkerungsaustausch agiert und sich gegen die weitere Finanzierung der behördlich angesiedelte Antifa stark macht:
Neues Forum Wurzen : 11 % 3 Sitze
AFD ________________ 15,7 % 4 Sitze (Zusammen wären das fast
27 %) Nicht weit weg, in der Muldenstadt Trebsen, erzielte die NPD nochmals ein Mandat (9,9 %), welches durchgehend seit 2004 besetzt ist (da dort die AfD nicht angetreten ist).
Auch in den links dominierenden Städten, wie z.B. Naunhof, ist die AfD mit nur 15,8 % führend. Zeckenhochburgen wie Markkleeberg sind inzwischen rot entfärbt. Die AfD hat leider in vielen Gemeinden zu wenig Kandidaten aufgestellt, deren Sitze sie nicht besetzen können (Brandis 2 Kandidaten 20,6 %, entspricht aber 5 Sitze). Spitzenreiter zur Gemeindewahl im Leipziger Land, welches nur durchschnittlich liegt, ist die Gemeinde Parthenstein (AfD
23,9 %, NPD 1,6 %)
Eine Betrachtung aus der ländlichen Region unweit des Krebsgeschwüres Leipzig, einer unlebenswerten Stadt.
https://www.wahlen.sachsen.de/Ergebnisse_GR19.php?landkreis=14729&detailed=true&gemeinde=14729340&_ptabs=%7B%22%23tab-sitzverteilung%22%3A1%7D

Venator
28. Mai 2019 22:25

>>Da geht es schon längst nicht mehr um Phänomene wie "soziale Ausgrenzung " etc. Nein, die Existenz wird vernichtet. Es sind in meinem Umfeld weitgehend Rentner ( alte weiße Männer...) , die sich für die AFD engagieren. Andere -vor allem Leute mit Kindern- können das überhaupt nicht, selbst wenn sie wollten.<<

Also muß man auch mal ganz klar konstatieren: Gewalt wirkt und ist äußerst erfolgreich! Linke Gewalt jedenfalls. Das hat ja hier, z.B bei M. Sellner, auch schon mal ganz anders geklungen, nach dem Motto: die rote Gewalt ist nur das letzte Zucken, der untergehenden Linken.
Jetzt ist es aber so, sie beeindruckt die eigenen Sympathisanten, beeinträchtigt den Gegner und verängstigt das potentielle AfD Personal. Der politisch-mediale Komplex, der auch ständig von Neo Nazis und Rechtsextremisten faselt, wie das hier, in der Kommentarspalte, inzwischen ja auch eingezogen ist, wird nicht fair berichten. Die Verfolgungsbehörden werden sich nicht besonders anstrengen, beim ermitteln. Also dafür muß eine Lösung gefunden werden, sonst bleibt die dünne Personaldecke, wo sich auch nicht gerade die Spitzenleute tummeln, so wie heute und die Prozente werden wieder gegen 5% wandern.

Hartwig aus LG8
29. Mai 2019 08:47

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die europäischen Volkswirtschaften, und insbesondere die Deutsche, sturmreif geschossen werden. Vielleicht ist es Steve Bannon zu verdanken, dass Trump wenige Tage vor der EU-Wahl die Verhängung von Zöllen auf europäische Autos noch einmal verschoben hat (um die Munition gegen die Rechte ala „da seht ihr, was passiert, wenn Populisten ans Ruder kommen“ zu entschärfen). Aber über kurz oder lang werden diese Importzölle „fällig“. Nebenbei schiesst Terminator Schwarzenegger gemeinsam mit Greta gegen Volkswagen. Und die Frage, wer Bayer das oberfaule Ei Monsanto ins Nest gelegt hat, interessiert mich brennend. Das Narrenschiff Deutschland dreht voll auf Grün; alle wollen auf den Hype aufspringen, sogar die AfD-Jugend. Nach den mitteldeutschen Landtagswahlen im Herbst wird AKK kaum mehr zu halten sein, jedenfalls wird sich Friedrich Merz als Kanzlerkandidat warmlaufen. Und dann? Während Vizekanzler Habeck den Automobilverkehr in Deutschland stillzulegen beginnt, steht Globalist Merz für die Verfeuerung der freiwerdenden CO2-Kontingente durch anlandende fernöstliche Containerschiffe und Frachtflugzeuge um ein mehrfaches. Unser gouvernantenhafter Bevormundungsstaat wird sinnvoll durch das chinesische „social credit system“ ergänzt. Claudia Roth wird auf ihre alten Tage Ausnahmeregelungen für die moslemischen Kohorten fordern; vergeblich. Die ökonomische und soziale Lage wird so fragil sein, dass die Zügel straff gehalten werden müssen. Und ich werde dann deutlich über 60 sein. Und es wird sich die Frage stellen, ob man genüsslich die eine oder andere Weinflasche leert, … um sie dann mit den restlichen Beständen an Benzin wieder aufzufüllen …

Imagine
29. Mai 2019 11:33

Sellners aktuelles Video befasst sich mit einem Phänomen, dass er als „ethnische Wahl“ bezeichnet. https://www.youtube.com/watch?v=ZH-Q3zu-YYI

Gegenstand ist der Einfluss von wahlberechtigen muslimischen Immigranten auf die Wahlergebnisse.

Logischerweise besitzen die muslimischen Immigranten einen zunehmenden Einfluss bei den Wahlen und mit jeder neuen Wahl wird er stärker. Weil der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe umso größer, je jünger die Alterskohorte ist.

Alle Parteien in der BRD wollen aus diesem Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund Stimmen generieren. Auch die AfD hat Vorzeige-Immigranten.

In der „Wahlanalyse(1)“ habe ich bereits darauf hingewiesen, dass die Migranten die Grünen als jene Partei angesehen, die am besten ihre Interessen vertritt. Deshalb wählen viele muslimische Immigranten mit doppelter Staatsbürgerschaft hier in Deutschland die Grünen, während sie als türkische Staatsbürger zu 80% Erdogan wählen.

Mit anderen Worten: Viele muslimische Türken wählen aus taktischen Gründen eine Partei, welche sie kulturell völlig ablehnen, die jedoch ihrer Bevölkerungsgruppe Vorteile verschafft.

So ein taktisches Wahlverhalten ist für einen Normalwähler äußerst ungewöhnlich, denn er wählt die Partei, mit der er sich am meisten identifiziert.

Das Wahlverhalten der Muslime wird sich – so meine Prognose - in jenem Moment völlig ändern, wenn es in Zukunft eine muslimische Partei geben wird.

Die politischen Strategen im Hintergrund werden das Projekt einer muslimischen Partei jedoch erst dann starten, wenn der muslimische Wähleranteil so groß sein wird, dass sich für eine muslimische Partei die Möglichkeit einer politischen Machtausübung konkret stellt.

Wann wird dies der Fall sein?

Das kann anhand der demographischen Daten ausgerechnet werden.
Wann werden die Immigranten bei den Jungwählern in der BRD die Mehrheit stellen? Mangels Daten sind für mich nur Schätzungen möglich. Zum Beispiel in Offenbach oder in Städten mit ähnlicher Bevölkerungszusammensetzung wird dies schon in ein paar Jahren der Fall sein, spätestens bei der übernächsten Bundestagswahl.

Die jungen, wahlberechtigten Staatsbürger mit Migrationshintergrund nehmen nicht linear zu, sondern exponentiell. Auf der anderen Seite wird in zwei bis drei Jahrzehnten der Großteil der 50+ Älteren weggestorben sein, also jener Bevölkerungsanteil, der der vor 1965 geboren ist und die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Baby-Boomer bildet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Baby-Boomer#/media/File:Bevoelkerungsentwicklung_deutschland.png

Warum sind die muslimische Türken anders als Otto Normalo in der Lage, taktisch zu wählen?

Weil sie intelligenzmäßig der deutschen Bevölkerung überlegen sind? Weil sie tribalistisch denken und wählen?
Das mag zum Teil eine Rolle spielen, aber ist m.E. nicht der Hauptgrund.
Sondern Muslime wählen das, was der Iman vorgibt.

So wie in Deutschland früher die Katholiken die CDU/CSU wählten, weil dies die Kirche vorgab.
„Katholische Priester auf der Kanzel – das waren die YouTuber der CDU/CSU.“
https://www.nachdenkseiten.de/?p=52137

Die Älteren kennen noch die Zeiten, als die Kirchenbesucher am Sonntag nach dem Gottesdienst von der Kirche mit Bussen abgeholt wurden und zu den Wahllokalen gefahren wurden.

Wenn Sellner das Wahlverhalten von Immigranten als „ethnische Wahl“ deutet, dann ist dies m. E. Ausdruck seiner Wahrnehmungs- und Denkstruktur. Sellner hat biographisch einen Nazi-Hintergrund, den er nicht verschweigt. Er ist entsprechend ideologisch konditioniert worden. Als 17-jähriger Gymnasiast hat er Hakenkreuze an eine Synagoge geklebt.

Diese biographische Konditionierung merkt man Sellner noch heute an. Obwohl er dies negiert, ist für einen kritischen Beobachter deutlich, dass S. noch rassistisch denkt. Daher auch seine Affinität zu Alt-Right.

Tatsächlich ist das Wahlverhalten der Muslime – so meine These – kulturell zu erklären. Es ist das Wahlverhalten von religiösen Menschen, welches zivilisatorisch und nicht genetisch bestimmt ist.
So wie es der Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt ausführte. https://www.youtube.com/watch?v=sj2iG3gOolw

Der „Clash of Civilizations“ wird kommen, aber er ist nicht vorrangig ethnisch begründet. Das begreifen die völkischen Rechten aber offensichtlich nicht.

Auch in ethnisch weitgehend homogenen Gesellschaft, wie z.B. in Polen, gibt es diesen „Clash of Civilizations“. Ein weiteres Beispiel ist die Türkei. Da trifft in(!) der türkischen Bevölkerung eine mittelalterliche Kultur auf eine moderne.

Der Kampf zwischen „links“ und „rechts“ ist heute stark geprägt durch unterschiedliche kulturelle Milieus, weniger durch polit-ökonomische Kontroversen, wie dies in der Vergangenheit der Fall war.

Wer wird den Kampf beim „Clash of Civilizations“ gewinnen?

Die muslimischen Retros? Die rassistischen Retros? Die postmodernen Neoliberalen?

So wie es aussieht, wird der Sieger die Plutokratie sein. Also diejenigen, welche die Macht und Herrschaft innehaben.

Die plutokratische Herrschaft wird im Rahmen der fortschreitenden Krise des Kapitalismus – so die These – zu immer totalitärer werdenden gesellschaftlichen Verhältnissen führen. Diese werden sich werden sich regional auf der Ebene des sozio-kulturellen „Überbaus“ unterscheiden. In Polen werden sie katholisch, in der Türkei muslimisch geprägt sein.

Wie wird es im zukünftigen Deutschland aussehen? Auf jeden Fall faschistoider und totalitärer. Viel Überwachung, viel Indoktrination, viel Repression. Eine Dystopie wie Orwells „1984“.

Sorry, ich würde lieber ein „Happy End“ prognostizieren, aber der wissenschaftliche Verstand sagt Nein.

RMH
29. Mai 2019 13:01

"So wie es aussieht, wird der Sieger die Plutokratie sein. Also diejenigen, welche die Macht und Herrschaft innehaben."

Gut, dann bleibt ja alles quasi beim alten und man braucht sich keine Sorgen um eine "Islamisierung" oder einen "Geburten-Jihad" machen.

Und die Mehrheit lebt immer ganz gerne unter der Knute der Plutokratie, solange die Plutokratie dafür sorgt, dass die Knute halbwegs gleichmäßig angewendet wird und es nicht zu viele gibt, die offen erkennbar mit ihren Extra-Würsten herumlaufen können. Sie, die "Mehrheit", bevorzugt - ganz konservativ und ständisch geprägt - übrigens lieber "die da oben" und die "Plutokratie", auf die man dann auch mal schimpfen kann, als selbstgerechte Oberlehrer und Jakobiner, von daher wird es mit einer sozialistischen Gerechtigkeit auf Erden nie etwas werden. Die anthropologischen Konstanten sind nun einmal so und das ist eigentlich auch ganz gut so. Lieber Sklave unter einem Herren, der noch weiß, wie man Herr ist, als vermeintlich Freier, der aber bei jeder Gelegenheit an die Leine gelegt wird. Die "Ent-Täuschung" über jegliche Demokratie und jeglichen Sozialismus tritt doch wie ein naturgesetzlicher Automatismus immer dann ein, wenn die hochtrabenden Verheißungen sich am Ende als noch mehr Arbeit, noch mehr Frohn, noch mehr Unfreiheit herausstellen.
Wenn Sklaverei effizient gewesen wäre, hätte man sie nie abgeschafft (stammt nicht von mir, dieser Satz, kann mich aber an den Urheber gerade nicht erinnern).

Gelddrucker
29. Mai 2019 13:19

In Frankfurt am Main sind aktuell ca. 65% der Wählerschaft noch ethnische Deutsche, was pro Jahr um ca. 3% abnimmt, nimmt man die Werte der letzten Jahre zur Hand.

Bei der 2025er-Wahl wird also das Verhältniss ca. 50:50 betragen. Dass dort auch viele Italiener, Kroaten, Polen dabei sind, die eventuell auch, oder sogar mit höherer Wahrscheinlichkeit AfD-Wähler sind als die nazigestörten Deutschen, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zeit drängt.

In Offenbach kenne ich die Zahlen nicht genau, aber die Aussichten sind dort noch düsterer. Dort wird 2025 der Wählerblock der ethnischen Deutschen sicher bereits Minderheit sein.

KlausD.
29. Mai 2019 14:56

"Uebrigens hab´ ich doch auch heute wieder gesehn, daß alle ernsten Leute, die nach Zuverlässigkeit, Treue, Charakter, meinetwegen auch ein bischen nach Fanatismus und Verbissenheit aussehn, Conservative sind; - das andre ist doch der reine Triebsand, der durch die Strömung, wie sie gerade geht, mal hierhin mal dorthin geworfen wird."
... schrieb Theodor Fontane am 19.11.1861 in einem Brief an seinen Verleger Wilhelm Hertz, nachdem er am selben Tage als Beisitzer und Stimmenzähler an der Urwahl zum Abgeordnetenhaus teilgenommen hatte (woran er diese Leute erkannte ist leider nicht vermerkt).

Tiuri
29. Mai 2019 14:58

Ein weiterer Kritikpunkt bzw. Verbesserungsvorschlag, der leicht zu beheben wäre:
Was denken Sie ist das reichtweitenstärkste Medium der rechten Gegenöffentlichkeit? JF, pi, SiN, Sellners Kanal?
Weit gefehlt, es ist die Facebook Seite der AfD mit rund 560.000 Abonennten. Dieser Resonanzraum bleibt nahezu völlig ungenutzt, die Inhalte sind nahezu ausschließlich die immergleichen Kamellen in einem sprachlich unerträglichen Stil ergänzt um unästhetische Grafiken.
Man könnte stattdessen:
- Artikel rechter Medien verlinken um diese zu popularisieren.
- Jungen Rechten die Fähigkeiten in den Bereichen Grafikdesign, Soziale Medien, Memes usf. haben, gut bezahlte Jobs und eine deutlich größere Reichweite verschaffen.
- Auf Verhaltensänderungen in der eigenen Kernklientel hinwirken, anstatt diesen immer nur affirmative Textschnipsel zu präsentieren.

Was möglich wäre zeigen etwa die Facebook Seiten von Strache und Salvini (3,6 Millionen Abonennten) eindrücklich.

Lotta Vorbeck
29. Mai 2019 15:13

@Hartwig aus LG8 - 29. Mai 2019 - 08:47 AM

"... Und ich werde dann deutlich über 60 sein. Und es wird sich die Frage stellen, ob man genüsslich die eine oder andere Weinflasche leert, … um sie dann mit den restlichen Beständen an Benzin wieder aufzufüllen …"

****************************************************

Das im Baumarkt in Kleinstmengen abgepackt erhältliche ASPEN-Benzin ist lagerfähig.

Mit Ethanol und Palmölerzeugnissen gepanschtes Tankstellenbezin verdirbt binnen weniger Monate, indem es seine Zündfähigkeit verliert.

Auch Diesel von der Tankstelle ist nicht mehr lange lagerfähig. Weil dem Dieselkraftstoff ebenfalls seltsame Zusätze beigemengt sind, auf das er "umweltfreundlicher" werde, befällt gelagerten Dieselkraftstoff nunmehr sogenannter "Dieselkrebs".

Einzig das klassische Heizöl ist momentan (anscheinend) noch langzeitlagerfähig.

Imagine
29. Mai 2019 15:45

Offizielle Zahlen der Stadtverwaltung Offenbach:
„Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund im Stadtgebiet Offenbach betrug am 31.12.2013 57,1%.
Insgesamt 80,5% aller Offenbacher Kinder unter drei Jahren besaßen am Stichtag 31.12.2012 einen Migrationshintergrund .“
https://www.offenbach.de/medien/bindata/of/integration-und-zuwanderung/10_Jahre_Integrationskonzept_OF_2015_06_10.pdf

Diese Zahlen zeigen die ethnische Zusammensetzung. Davon zu differenzieren ist die politisch-kulturelle. Letztere ist die entscheidende für die Zukunft von Deutschland und Europa.

Daher ist die entscheidende Frage ist, wann die Muslime über so viel Macht verfügen werden, dass sie die Gesetzgebung bestimmen und islamisches Recht zum herrschenden Recht machen können.

Dann ist es aus mit Liberalismus und Multikulturalismus, mit Feminismus und sexueller Freizügigkeit.

Für die plutokratische Herrschaft ist entscheidend die Eigentumsordnung. Die Herrschaft der Vermögenseigentümer wird durch das islamische Recht nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil, die reichen Männer können so frei leben wie im Mittelalter.

Der Islamismus gefährdet daher nicht die plutokratische Herrschaft. Im Gegenteil.

„[Osama] Bin Ladens Vater Muhammad stammte aus dem Jemen. Er stieg in Saudi-Arabien seit den 1950er Jahren mit seinem Familienunternehmen „Saudi Binladin Group“ zum führenden Bauunternehmer und Multimillionär auf, der die wichtigsten Moscheen des Islam renovieren ließ und ein ehrenamtliches Ministeramt erhielt. []
Bin Ladens Mutter Alia Ghanem [..]* 1934) stammt aus einer sunnitischen Familie in Latakia (Syrien) []
Muhammad bin Laden lernte Alia Ghanem 1956 in Latakia auf einer Geschäftsreise kennen, heiratete sie dort und zog mit ihr dann nach Dschidda in Saudi-Arabien, wo er sich 1931 niedergelassen hatte. Sie war damals nach einigen Quellen erst 14, nach anderen über 20 Jahre alt.
Sie war die zehnte von insgesamt mindestens 22 Frauen ihres Mannes, der sich aber von vielen scheiden ließ und gemäß islamischem Recht immer nur vier Ehefrauen gleichzeitig hatte. Sie soll eher eine Konkubine als eine Ehefrau für ihn gewesen sein. Sie soll kosmopolitischer als Muhammads erste drei saudischen wahhabitischen Ehefrauen eingestellt sein, zeigte sich aber dennoch nach saudischem Brauch öffentlich nur mit Hidschab. Der Familienkreis könnte sie als „Sklavenfrau“ bezeichnet haben, wie es in Haushalten polygamer Muslime für die vierte Ehefrau üblich war.
Von bis zu 57 Kindern, die sein Vater gezeugt haben soll, war Osama das siebzehnte Kind und das einzige von Alia Ghanem. Er wurde zwischen März 1957 und Februar 1958 geboren.“ (Wikipedia)

Nun kann man einwenden, dass es sich bei diesem Beispiel um Saudi-Arabien handelt und dass diese Art von islamischem Recht nicht in Europa verwirklicht werden wird.

Das ist zutreffend. Aber ist der Islam in der Türkei, in Nordafrika, in Afghanistan etc. soviel besser? Denn dies sind die Heimatländer der muslimischen Immigranten.

Wer möchte unter den dortigen rechtlichen und kulturellen Verhältnissen leben?

Es wird den „Clash of Civilizations“ geben, denn er ist eine logische Folge der muslimischen Massenimmigration.

Warum stellt sich die europäische Bevölkerung nicht diesem Kulturkampf?

Warum gibt es keine Youtuber mit einer Qualität wie Rezo, die sich mit europäisch-emanzipatorischen Zielsetzungen diesem Kulturkampf stellen?

Es ist doch klar, dass die rechten Retros den Kulturkampf nie gewinnen werden, weil diese Rechten nicht das moderne Europa repräsentieren und daher deren Propaganda nur eine kleine Minderheit der heutigen Jugend erreicht.

Hartwig aus LG8
29. Mai 2019 16:06

@ Lotta

Wir sollten zwar nicht gänzlich ins Absurde abgleiten, aber mit Ihrer Phantasie ist's wohl nicht weit her. Wo schrieb ich denn was von "lagern" ??

Lotta Vorbeck
29. Mai 2019 16:50

@Tiuri - 29. Mai 2019 - 02:58 PM

"... die Facebook Seite der AfD mit rund 560.000 Abonennten. Dieser Resonanzraum bleibt nahezu völlig ungenutzt, die Inhalte sind nahezu ausschließlich die immergleichen Kamellen in einem sprachlich unerträglichen Stil ergänzt um unästhetische Grafiken.
Man könnte stattdessen:
- Artikel rechter Medien verlinken um diese zu popularisieren.
- Jungen Rechten die Fähigkeiten in den Bereichen Grafikdesign, Soziale Medien, Memes usf. haben, gut bezahlte Jobs und eine deutlich größere Reichweite verschaffen.
- Auf Verhaltensänderungen in der eigenen Kernklientel hinwirken, anstatt diesen immer nur affirmative Textschnipsel zu präsentieren.

Was möglich wäre zeigen etwa die Facebook Seiten von Strache und Salvini (3,6 Millionen Abonennten) eindrücklich."

***********************************

Ja, verehrter @Turi, Sie sprechen einen eminent wichtigen Punkt an!

Woran es hapert notierte @Thomas Martini im Nachbarstrang, Eintrag vom 29. Mai 2019, 02:56 PM:

"Das liegt vor allem daran, daß viele Vertreter der AfD für die alte BRD stehen, aber leider nicht für das Alte Europa."

Ein Großteil der AfDisten hat keinerlei Interesse an wirklicher Veränderung.
Die wollen die Party nicht beenden, betteln darum, endlich mitfeiern zu dürfen.
Diese Leute sind absolut lernresistent, wanzen sich immer wieder an die Systemmedien ran, liefern diesen den Strick, mit dem man sie anschließend genüßlich aufknüpft.
Wie zuletzt bei der AfD-Medienkonferenz: Während der Vorbereitungsphase war eigentlich Stillschweigen vereinbart ... eigentlich ... tatsächlich wurde jedes Detail quasi in Echtzeit zu den Systemmedien durchgestochen.

Wenn die eine Fahrkarte für einen Nachtzug lösen könnten, der sie im Schlafwagen dösend in die BRD der 1980er zurückbringt, wären die restlos zufrieden gestellt.
Doch an dem Bahnsteig wo sie glauben nur lange genug ausharren zu müssen, wird nie wieder ein Zug abfahren.

Thomas Martini
29. Mai 2019 17:07

"Es wird den „Clash of Civilizations“ geben, denn er ist eine logische Folge der muslimischen Massenimmigration.

Warum stellt sich die europäische Bevölkerung nicht diesem Kulturkampf?"

So wie es ausschaut, ist die westdeutsche Bevölkerung die einzige, die sich diesem Kulturkampf weitgehend entziehen will. In Italien, Frankreich, von den Visegrád-Staaten ganz zu schweigen, sind die Dinge anders gelagert.

Als Gedächtnisstütze für zukünftige Beiträge: In Ungarn hat der "Retro-Rechte" Orbán mit diesem für sein Land noch gar nichts so bedrohlichen Kulturkampf mal wieder haushoch die Wahl gewonnen. Währendessen wird in der BRD das Ergebnis einer weit von einer Mehrheit entfernten Partei als "großer Sieg" eingeschätzt. Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wäre; bestätigten solche Beurteilungen doch einmal mehr die Vorbehalte eines Dr. Thor von Waldstein über die politische Reife der BRDlinge.

"Es ist doch klar, dass die rechten Retros den Kulturkampf nie gewinnen werden, weil diese Rechten nicht das moderne Europa repräsentieren und daher deren Propaganda nur eine kleine Minderheit der heutigen Jugend erreicht."

Können Sie mal bitte ein einziges Beispiel nennen, wo ein geschundener und getretener Mann aus dem Volke schwört, an den Machthabern, im Klartext der Hochfinanz und ihren demokratischen Handlangern blutige Rache zu nehmen, wie der Hofnarr Rigoletto?

Unter Selbsthader leidend, heuert er mit Sparafucile sogar einen Bravo, also einen Auftragsmörder an

Wie nennt man so etwas in unseren Zeiten?

Was Männer wie Verdi, Mozart, Rossini, Wagner et al. in ihren Opern vertonten, nennt man in unserer Zeit Haßreden und Terrorismus, man spricht von geistiger Brandstiftung oder gar von Aufwiegelung zur Gewalt, oder zum Rassenhaß und so weiter. In unserem "modernen" [haha!] Europa stehen einem dafür saftige Geld- und Gefängnisstrafen ins Haus.

Wäre es möglich, daß wie im Beispiel Rigoletto, ein 1851 in Venedig uraufgeführtes Stück hundertmal moderner und brisanter ist als der ganze Hollywood- und Spielbergdreck, mit der wir in Deutschland seit Jahrzehnten geflutet werden?

"Warum gibt es keine Youtuber mit einer Qualität wie Rezo, die sich mit europäisch-emanzipatorischen Zielsetzungen diesem Kulturkampf stellen?"

Rezos Qualität besteht in der Adaption eines amerikanischen "Lifestyles", dem unter der Oberfläche jegliche Substanz fehlt. Aus denen Videos, in denen es nicht um Politik geht, sticht die geistige Flachheit dieses Menschen noch schärfer heraus. Rezo ist ein deutsch sprechender Amerikaner. Somit erfüllt er genau die Rolle, die ihm in dieser Weltordnung zugedacht ist. Das ist wie früher bei Afrikanern, die das Verhalten ihrer Kolonialherren nachäfften. Verstehen Sie?

"Es ist doch klar, dass die rechten Retros den Kulturkampf nie gewinnen werden, weil diese Rechten nicht das moderne Europa repräsentieren und daher deren Propaganda nur eine kleine Minderheit der heutigen Jugend erreicht."

Noch eine kleine Gedächtnisstütze: Jordan Bardella, der für den RN in Frankreich den Wahlsieg bei der Europawahl klarmachte, ist sogar noch ein paar Jährchen jünger als Rezo ja lol ey. Gerade bei der jungen Generation ist die Partei der Le Pens traditionell stark.

Das PR-Video von Rezo sprach dagegen auch viele ältere, deutschsprechende Amerikaner an, und erfuhr genau aus diesem Grund so unglaublich viel Aufmerksamkeit.

Auf Europa bezogen, ist die - übrigens entlarvende - Voraussage, daß die "rechten Retros" den "Kulturkampf nie gewinnen" werden, daher eine äußerst pessimistische Prognose.

Niekisch
29. Mai 2019 18:37

"Diese Zahlen zeigen die ethnische Zusammensetzung. Davon zu differenzieren ist die politisch-kulturelle. Letztere ist die entscheidende für die Zukunft von Deutschland und Europa."

@ Imagine 29.5. 15:45: Wieso genau bitte ist die politisch-kulturelle Zusammensetzung die entscheidende Zusammensetzung? Wieso ist sie von der ethnischen zu differenzieren, d.h. wörtlich zu 100% zu differenzieren?

Lotta Vorbeck
29. Mai 2019 21:01

@Hartwig aus LG8 - 29. Mai 2019 - 04:06 PM

"Wir sollten zwar nicht gänzlich ins Absurde abgleiten, aber mit Ihrer Phantasie ist's wohl nicht weit her. Wo schrieb ich denn was von "lagern" ??"

************************************

Lieber @Hartwig,

ja, von "lagern" schrieben Sie tatsächlich nix.

Dachte zunächst, Sie würden sich in den leeren Weinflaschen einen Benzinvorrat für Ihr hauseigenes Notstromaggregat anlegen wollen.

Da Sie auch nix von "Lumpenstreifen" oder "Scheuerlappen" schrieben, wäre es natürlich durchaus denkbar, daß Sie just beabsichtigten, mit dem Benzin aus den Weinflaschen Ihre "Molotov 72" zu betanken.

Molotov 72
http://www.nva-fahrzeuge.de/m72.htm

Imagine
29. Mai 2019 21:55

@Niekisch 29. Mai 2019 18:37
„Wieso genau bitte ist die politisch-kulturelle Zusammensetzung die entscheidende Zusammensetzung? Wieso ist sie von der ethnischen zu differenzieren, d.h. wörtlich zu 100% zu differenzieren?“

Das beantwortet Helmut Schmidt im zitierten Video.

Eine zentrale Säule der Kultur ist das Recht. Wer die europäische Kultur bewahren will, muss das europäische Rechtsverständnis bewahren. Die Verfassung ist das oberste Recht.

Dem Verfassungspatriotismus geht es um die Bewahrung der freiheitlich-demokratischen europäischen Kultur.

Dies verstehen und wollen rassistische Rechte jedoch nicht. Insofern kommen sie als Bündnispartner im Kulturkampf nicht in Frage.

Der Kulturkampf gegen die Islamisierung in Deutschland und Europa kann nur im Bündnis mit jenen Immigranten gewonnen werden, die Anhänger der europäischen Rechtskultur sind, denn alleine können es die indigenen Deutschen nicht schaffen.

Niekisch
30. Mai 2019 17:54

@ Imagine 29.5. 21:55:

Auch Helmut Schmidt erklärt nicht die angebliche Notwendigkeit des Differenzierens zwischen Ethnischem und Kultur/Recht. Sie können auch nicht die Bündnisfähigkeit von "rassistischen Rechten" im Kulturkampf in Abrede stellen, wenn die Ethnie in diesem Zusammenhang von der Kultur geschieden sein soll. Ihre Einordnung des Rechts ist fern jeder Sachkompetenz angesiedelt. Wie kann es einen europäischen Verfassungspatriotismus (Was ist das?) geben, wenn es bis heute keine europäische Verfassung gibt, nur einen Grundrechtskatalog?
Auch Immigranten können aus diesem Grund keine solchen Verfassungspatrioten sein.

Ein Blick ins deutsche und europäische Recht erleichtert die Argumentation.

Atz
31. Mai 2019 00:14

Die wichtigen Termine sind:
1. September Brandenburg, Sachsen Landtag
27. Oktober Thüringen Landtag

Ich fände es wichtig als Strategie und Vorverständnis, dass diejenigen, die nun Mandatsträger in dem einen Bundesland geworden sind, auch den Wahlkampf in den Ländern tatkräftig unterstützen, wo die Wahl ansteht, und alle überregionalen Veranstaltungen in genau diese Länder legen.

Zudem wird ein wenig mehr Gelassenheit im Auftreten erforderlich sein.

Man kann sich sicher sein, dass die anderen Parteien schon etwas planen, was sie aus dem Hut ziehen werden. Und sei es, was aus dem Privatleben.

Das absurde Hypen des Klimawandelthemas in Deutschland ist gerade eine Chiffre für die mediale Mobilmachung gegen die AfD, weil die zum Thema nicht viel zu sagen hat. Dabei braucht es eher einen "politischen Klimawandels", eine Wiederherstellung demokratischen Selbstverständnisses ohne Diskriminierung von rechts.

heinrichbrueck
31. Mai 2019 09:18

„Dem Verfassungspatriotismus geht es um die Bewahrung der freiheitlich-demokratischen europäischen Kultur.“

So langsam wird es wieder witzig. Neulich wurde das GG gefeiert. War irgendwo zu Besuch, die Glotze war an. Gezeigt wurde eine feiernde Schulklasse, Mehrheit Ausländerschüler. Wir mußten beide losprusten.

Imagine
1. Juni 2019 07:46

@Niekisch 30. Mai 2019 17:54
„Auch Helmut Schmidt erklärt nicht die angebliche Notwendigkeit des Differenzierens zwischen Ethnischem und Kultur/Recht.“

Es erscheint als aussichtslos, zu vermitteln, warum diese Differenzierung sinnvoll und notwendig ist. Wie ich schon schrieb, diese Zusammenhänge können offensichtlich "rassistische Rechte" nicht verstehen und sie bemühen sich darum auch nicht.

Nirgendwo schrieb ich, dass eine europäische Verfassung existiert. Es gibt auch keine europäische Staatsbürgerschaft, keine europäische Demokratie, nur ein Fake-Parlament, das kein Parlament ist, weil es über keine Gesetzgebungskompetenz verfügt und auch keine demokratische Legitimität besitzt.

Es gibt für die EU einen Lissabon-Vertrag, den Schachtschneider als eine „Diktatur-Verfassung“ bezeichnet.

Deshalb schrieb ich vom „europäischen Rechtsverständnis“, das Ausdruck einer geistig-kulturellen Verfassung der breiten Mehrheit ist.

Zumindest für West-Europa gehe ich davon aus, dass einen breiten Rechtskonsens bezüglich der individuellen Freiheitsrechte, des bürgerlichen Rechts, der Menschenrechte etc. gibt.

In Ost-Europa – auch in Ostdeutschland – scheint es anders zu sein. Die Mehrzahl der Menschen ist in Diktaturen sozialisiert, welche sich als sozialistische Volksbeglückungsregierung darstellten.

Polen, Ungarn etc. driften in Richtung Faschismus. In Ostdeutschland war die SED-Nachfolgepartei stark. Es scheint, als bestehe dort ein starker Wunsch nach einem autoritären Versorgungsstaat, deshalb wird jetzt vermehrt die AFD gewählt, mit völkischen Populisten an der Spitze, die einen nationalen Sozialismus propagieren.

Herr Niekisch, Sie verstehen Helmut Schmidt nicht, so wie die viele Deutschen die Schweiz nicht verstehen. Weil sie in ihrer sozio-kulturellen Rückständigkeit noch tribalistisch fühlen und denken und dies für „natürlich“ halten.

Vermutlich ist dies auch durch ein Defizit in logischem Denken begründet.

Es gibt multi-ethnische Gesellschaften mit einem mit einem breiten Rechts- und Verfassungskonsens. Ein Beispiel ist die Schweiz, ein Vielvölkerstaat mit unterschiedlichen alltagskulturellen Traditionen und Sprachregionen.

Auf der anderen Seite gibt es Staaten mit ethnischer Homogenität und gleicher Sprache, bei denen es keinen Rechts- und Verfassungskonsens gibt, sondern eine bürgerkriegsähnliche Konstellation hinsichtlich Recht und Kultur. Beispiele sind Polen und die Türkei. Das sind Diktaturen, die in Richtung Faschismus gehen bzw. schon ein faschistisches Stadium erreicht haben.

Logisches Fazit:

1. Ethnische Homogenität ist keine Voraussetzung für einen kulturellen Konsens, sondern kann auch mit kultureller Inkompatibilität einhergehen.

2. Ethnische Heterogenität schließt einen kulturellen Verfassungs- und Rechtskonsens und einen starken Patriotismus nicht aus.

Mein genereller Eindruck ist, dass sich zwar ein „rechtes Lager“ herausgebildet hat, welches jedoch kognitiv konfus und widersprüchlich ist, also keine geistig-kulturelle und politische Einheit bildet.

Wer politisch handeln und Ziele erreichen will, der muss wissen, wer der Hauptfeind ist.

Aber diesbezüglich scheint es überhaupt keinen Konsens bei den Rechten zu geben.

So sind z.B. für Sellner und dessen Anhängerschaft „die Linken“ der Hauptfeind.

Welches ist das Hauptziel der nationalen Rechten?

Aus meiner Sicht scheint der Grundkonsens zu sein, als Hauptziel das Erreichen der nationalen Souveränität von Deutschland anzustreben.

Wie soll die erreicht werden? Offensichtlich durch „Sezession“.

Sezession wovon? Bei rationaler Analyse ist völlig klar: Eine Sezession vom US-NATO-Imperium, wo Deutschland ein Vasallenstaat bzw. eine „Bananenrepublik“ ist. Wovon denn sonst?

Wer verhindert die Sezession? Diejenigen, die das Imperium beherrschen, also die USA.

Werden sie den Versuch einer Sezession gewaltsam und militärisch unterdrücken?

Selbstverständlich. So wie bislang immer in der Geschichte, wie z.B. im Fall von Chile oder Grenada.

Logischerweise sind daher die USA der reale Hauptfeind.

Aber ist dies im Bewusstsein der Rechten? Bei Sellner und seiner Anhängerschaft offensichtlich nicht.

Oben schreibt Thomas Martini (29. Mai 2019 17:07) zu Rezo:
„Rezos Qualität besteht in der Adaption eines amerikanischen "Lifestyles", dem unter der Oberfläche jegliche Substanz fehlt. Aus denen Videos, in denen es nicht um Politik geht, sticht die geistige Flachheit dieses Menschen noch schärfer heraus. Rezo ist ein deutsch sprechender Amerikaner. Somit erfüllt er genau die Rolle, die ihm in dieser Weltordnung zugedacht ist. Das ist wie früher bei Afrikanern, die das Verhalten ihrer Kolonialherren nachäfften. Verstehen Sie?“

Ja, verstehe ich. Und auch, dass ein Sellner völlig „amerikanisiert“ ist. Das ist ein Transatlantiker auf der „Alt-Right“-Linie. Der nicht thematisiert, dass die USA einen Wirtschaftskrieg gegen Deutschland und die EU führen.
Die US-amerikanischen „Alt-Right“-Anhänger sind Parteigänger des US-Imperialismus, für sie gilt „America first“. Sie sehen sich als Herren der Welt.

Die imperialistische Dominanz der USA und den Wirtschaftskrieg gegen die Vasallenstaaten gab es bereits vor Trump. Zum Beispiel schadeten die Sanktionen gegen Iran und Russland vor allem der deutschen Wirtschaft. Jetzt wird diese Politik deutlicher, durch die Politik der Zölle, die Schädigung von deutschen Großunternehmen, die Belastung durch erhöhte Militärausgaben, neue Sanktionen etc. Neu ist vor allem, dass Trump offen ausspricht: „America first!“

Sellner produziert ein Video nach dem anderen und sieht sich als „Info-Krieger“. Wogegen führt er einen Info-Krieg. Gegen den US-Imperialismus? Wird dieser überhaupt bei Sellner zum Thema gemacht?

Nein, bei Sellner vermisst man jeglichen soziologischen und polit-ökonomischen Tiefgang, der über die reale Weltkonstellation aufklärt. Vor allem sehen wir einen monothematische gegen „die Linken“ gerichtete Propaganda und politisch pubertären Aktionismus, der vor politischen Infantilismen wie: „Linke quälen – Strache wählen!“ nicht haltmacht.

Damit disqualifizieren er und seine Anhängerschaft sich als Bündnispartner im System- und Kulturkampf. Ein derartiger Aktionismus ohne klare Analyse, Ziele und Strategie basiert auf politischer Irrationalität.

Ruewald
1. Juni 2019 18:58

Zur psychologischen Erfolgs-Marketingstrategie der Grünen ein interessanter Beitrag vom 30.5. auf der Website Publico von Alexander Wendt.
(habe ich auch im vorigen Strang Wahlanalyse (1) abgesetzt)

https://www.publicomag.com/2019/05/publico-dossier-die-psychologie-des-gruenen-erfolgs/
Die Grünen und ihr organisatorische wie mediales Umfeld bedienen seit etwa einem Jahr dreier Instrumente in Perfektion, während die anderen Parteien die Praxis noch nicht einmal begreifen:
1. Astroturfing (orchestrierte Schein-Graswurzelbewegung),
2. Framing (Bestimmung des Deutungsrahmens, Meinungslenkung durch suggestive Wortwahl) ,
3. gezielte Beeinflussung des Overton Windows.
4. (kann auch als spezielles Framing gesehen werden) Panikmache: Leading the Public into Emergency Mode, The psychological foundation of The Climate Mobilization's strategy and approach By Margaret Klein Salamon: https://www.theclimatemobilization.org/emergency-mode

Niekisch
1. Juni 2019 19:03

@ Imagine 1.6. 7:46: Zwischen uns ist ein wirklicher Diskurs nicht möglich, weil Sie, wenn Sie nicht weiterwissen, bewußt vom Geschriebenen bzw. ganz offensichtlich Gemeinten abweichen, um daran Unterstellungen anzuknüpfen. Im übrigen komme ich gegen Ihr verfassungsrechtliches und europarechtliches Expertenwissen nicht annähernd heran. Wo lehren Sie? Ich komme und geniesse Ihre Vorlesungen.

Ganz nebenbei halte ich selber mich für einen "Linken". Denn ich bin gegen jedes private Eigentum an Grund und Boden, für systemische Änderungen der Wirtschafts- und Finanzordnung, gegen jede Form von Imperialismus und Kolonisierung.

Search4M
2. Juni 2019 08:14

@Imagine, 1. Juni 2019 07:46
"Damit disqualifizieren er und seine Anhängerschaft sich als Bündnispartner im System- und Kulturkampf. Ein derartiger Aktionismus ohne klare Analyse, Ziele und Strategie basiert auf politischer Irrationalität."

Bam! Ohne auf einzelne Punkte des Gesamtkommentars einzugehen, in Summe haut das den Bolzen in den Balken.

Venator
2. Juni 2019 14:07

Polen, Ungarn etc. driften in Richtung Faschismus.

Wahnsinn, was man hier inzwischen für einen Schwachsinn postulieren darf...

Imagine
2. Juni 2019 14:21

Das sog. „rechte Lager“ weist einen Mangel an kollektiver, rational begründeter Identität auf und ist eher eine polit-religöse „Gefühlsgemeinschaft“ mit gemeinsamer Sehnsucht nach „Volksgemeinschaft“.

So gibt es keine gemeinsame Identität hinsichtlich der Bestimmung des Hauptfeinds, der Deutschland beherrscht, unterdrückt und ausbeutet. Es wird ignoriert, dass der Hauptfeind einen Wirtschaftskrieg gegen Deutschland führt. Stattdessen wird der Präsident des Hauptfeindes idealisiert und als Bündnispartner angesehen und potentielle Kooperations- und Bündnispartner, wie Russland und China, werden als Feinde behandelt.

Es gibt keine klaren und konkreten Ziele, weder hinsichtlich der Wirtschafts- und Eigentumsordnung noch hinsichtlich der politischen Organisationsform (Demokratie vs. Diktatur/Faschismus).

So wird häufig nicht klar zwischen Wirtschaftsliberalismus und jenem Liberalismus, der zum Ziel freie Individuen hat, unterschieden. Sondern es gibt „rechts“ einen diffusen Anti-Liberalismus.

Die Identitätsdiffusion und –konfusion findet sich in der gesamten Gesellschaft, also auch links und in der Mitte.

Im gesellschaftlichen „Überbau“ finden die unterschiedlichsten „Kulturkämpfe“ statt:
-Feministen gegen Anti-Feministen
- Schwule gegen Heterosexuelle
- Ökofanatiker gegen Normalkonsumenten
- Veganer vs. Fleischesser
- Muslime gegen Nicht-Muslime
usw. usf.

Hier haben sich Glaubensgesellschaften gebildet als Ausdruck von gesamtgesellschaftlicher Irrationalität in kapitalistischen Gesellschaften.

Die großen Fragen, wie Wirtschaftssystem, Eigentumsordnung, politische Organisationsform etc. bleiben häufig ausgeklammert, weil von großen Teilen die Gesellschaftsordnung völlig enthistorisiert als unveränderbar angesehen wird, also als Quasi-Natur. Rechte und Linke sind sich diesbezüglich ähnlicher, als sie glauben.

Divide et impera!

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.