3. Juni 2019

Das war der Staatspolitische Kongreß 2019 in Magdeburg

Benedikt Kaiser / 6 Kommentare

Das Institut für Staatspolitik (IfS) tagt jährlich mit 200–250 Gästen zu einem bestimmten Thema im Rahmen des Staatspolitischen Kongresses.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Ende März kündigten wir die Veranstaltung an, nach wenigen Wochen mußten wir von 200 auf 250 Teilnehmer, das mögliche Maximum in der Lokalität, erhöhen, weil die Anfrage unserer Institutsförderer, Leser und Abonnenten so erfreulich groß war. 150 mögliche Teilnehmer mußten wir zurückweisen.

Der Vormittag beschäftigte sich mit dem Leitthema »Krieg und Zivilisation« und griff damit den Titel der großen Studie auf, die der Manuscriptum-Verlag aus dem Nachlaß Sieferles herausgab (hier einsehen).

Drei erwiesene Experten auf ihrem Gebiet – Dr. Manfred Zeidler, Dr. Stefan Scheil und Prof. Dr. Martin van Creveld – sprachen zur Bedeutung der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, dem Ersten Weltkrieg, und zum Krieg als einer jener anthropologischen Konstanten, die auch durch Wohlfühllinksliberalismus nicht zu überwinden ist.

Der Nachmittag stand unter dem Motto »Epochenwechsel«: Dieses grandiose Werk Sieferles empfehlen wir auch nach dem Kongreß dringend der Lektüre (hier einsehen)! Wir schritten gewissermaßen vom historischen Terrain in Richtung der aktuellen, zugespitzten und herausfordernden Fragestellungen.

Mit Dr. Roland Hartwig luden wir hierfür jenen AfD-Bundestagsabgeordneten ein, der verantwortlich für den Arbeitskreis zur Verfassungsschutzfrage ist. Sein IfS-Vortrag wird fortan als grundlegende Richtungsweisung zum Komplex »AfD und VS« zu gelten haben:  Sein Fazit, der Verfassungsschutz habe seinen Kompetenzbereich schon lange überschritten, mündete in die Frage: "Wer schützt und eigentlich vor dem Verfassungschutz?"

Auf Hartwig folgte zunächst Petr Bystron (MdB) mit einem sehr persönlichen Statement zur Verfassungsschutzproblematik, dann Dr. Christoph Berndt, ein ausgesprochen charismatischer Referent, der als Aushängeschild der Bürgerbewegung in Ostdeutschland gelten darf und für die kommende Landtagswahl in Brandenburg auf Listenplatz 2 der AfD antritt.

Christoph Berndts leidenschaftliches, kritisches Plädoyer wird nachhallen: »Wir müssen unterwegs bleiben, nicht ankommen.« Und: »Anpassung zahlt sich nicht aus, niemals! Eine Abgrenzung zieht nur die nächste Abgrenzungsforderung nach sich.« Demgegenüber zähle die Vernetzung und Verzahnung unterschiedlicher Akteure mehr als vieles andere.

Zum Abschluß des Kongreßtages hielt IfS-Gründer Götz Kubitschek einen grundsätzlichen Vortrag über die aktuelle Lage der »Mosaik-Rechten« und ihr realistisches Gewicht im Epochenwechsel. Hoffnung: Ostdeutschland. Gegner: Grüne. Ausweg? Wir werden sehen.

2019 analysierte das IfS also mit seinen Referenten aus Wissenschaft und Politik die derzeitige Lage und diskutierte vorher historische Weichenstellungen. In nachfolgendem Video teilen Götz Kubitschek, Geschäftsführer Dr. Erik Lehnert, Frank Pasemann (MdB) und Dr. Christoph Berndt (Zukunft Heimat) ihre Eindrücke mit:

--- Hinweis: Alle Vorträge des 1.6.2019 werden sukzessive im kanal schnellroda veröffentlicht! Hier bei YouTube abonnieren. ---

Und ein weiteres Kurzfazit samt kleinen Ausblick auf 2020 gibt es hier:

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Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.


Kommentare (6)

W. Wagner
3. Juni 2019 19:29

Was in dem Text von Benedikt vergessen wurde: Es war eine wunderbare Atmosphäre mit einem gut gelaunten Publikum, zahlreichen interessanten Gesprächen (auch mit manchem bisher Fremden), ein durch und durch sonniger Tag trotz des Ernstes der Themen.
Wir - so meinte eine Gesprächspartnerin - hätten keine Probleme, wenn die, die uns draußen zu Überwachungszwecken fotografierten, an unserer Diskussion teilnähmen. Aber nun gut, sie fotografieren lieber. Ich hoffe, ich habe gelächelt.
Danke an alle für einen rundum gelungenen, freudig stimmenden Tag!

Ratwolf
3. Juni 2019 21:33

Als Neuling und „Freiexemplar“ ohne Bindungen oder Vernetzungen bin ich einfach mal ins kalte Wasser gesprungen und habe mich angemeldet.

Was ich vorfand waren schöne Menschen, eine offene Diskussionskultur und eine angenehme Atmosphäre. Ich habe keinen Menschen gesehen mit dem ich nicht einige Worte hätte wechseln können. Eine lohnende Investition.

Es zeigt sich wie wichtig „Gemeinschaft“ in der Form vis-a-vis ist. Das lässt sich durch nichts im Internet ersetzen.

Wahrheitssucher
4. Juni 2019 15:06

@ W. Wagner @Ratwolf

Absolute Zustimmung zu der Menschen-Beobachtung und Einordnung!

Lotta Vorbeck
4. Juni 2019 20:37

@W. Wagner - 3. Juni 2019 - 07:29 PM

"... Wir - so meinte eine Gesprächspartnerin - hätten keine Probleme, wenn die, die uns draußen zu Überwachungszwecken fotografierten, an unserer Diskussion teilnähmen. Aber nun gut, sie fotografieren lieber. Ich hoffe, ich habe gelächelt. ..."

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Die wollen nicht mit diskutieren.

Denunziantentum ist deren Profession.

Siehe auch:

Stephanie Heide – Denunzieren mit Steuergeldern

https://www.einprozent.de/blog/recherche/stephanie-heide-denunzieren-mit-steuergeldern/2449

veröffentlicht am 15. März 2019

Lotta Vorbeck
4. Juni 2019 21:16

II. IfS-Kongreß
in Magdeburg - mithin im "Lande der Frühaufsteher"

https://de.wikipedia.org/wiki/Land_der_Fr%C3%BChaufsteher

@W. Wagner erwähnte es bereits - das mit professioneller Kameratechnik ausgerüstete Photographenkollektiv von der anderen Feldpostnummer war auch an diesem Sonnabend wieder ziemlich früh aufgestanden, um bloß keinen einzigen Tagungsteilnehmer zu verpassen ...

Drinnen sorgen im Stundentakt fünf hochkarätige Referenten für metapolitische Druckbetankung des Auditoriums.

Das Mittagessen erreicht zwar nicht "Schäfchen"-Niveau, ist aber um Klassen besser, als das an selbiger Stelle vor einem Jahr gereichte.

Inzwischen sind bei solchem Anlaß etliche Hände zu schütteln. Auch wenn man sich nicht persönlich kennt, fühlt man sich eins, mit den anderen Tagungsteilnehmern.

Nachmittags wird die Frühsommerhitze im Saal mehr und mehr spürbar.

Götz Kubitschek hält einen fulminanten Schlußvortrag.

Am Büchertisch vorbei ins Freie tretend, blendet die gleißende Sonne.

An der nächsten Straßenbahnhaltestelle, sticht einer der Referenten unter den dort Wartenden hervor. Inmitten dieser Leute wirkt er wie ein aus der Zeit gefallener Fremdkörper.

Auf dem Weg zum Bahnhof - die Straße ist durchaus belebt - sind zur selben Zeit sowohl Habitus als auch Sprache der Passanten lassen keinen Zweifel daran aufkommen - kaum Deutsche unterwegs. Und die paar Deutschen die man ausmacht ... durchweg mehr oder minder übergewichtig, wandelnde Tattoo-Kunstwerke mit seltsamer Haartracht, allesamt geschlaucht, verlebt und unansehnlich ... wie die in Gefangenschaft schlurfenden Soldaten einer geschlagenen Armee ...

... dann im Zug ... hier schweigt des Sängers Höflichkeit (allerdings nicht wegen der an Sommertagen in DB-Waggons - die Fenster von dieser Firma gehörenden Reisezugwagen lassen sich schon jahrelang nicht mehr öffnen - vorhersehbar ausfallenden Klimaanlage).

Noch ein Hesse
6. Juni 2019 07:20

@ Lotta Vorbeck: "allesamt geschlaucht, verlebt und unansehnlich ... wie die in Gefangenschaft schlurfenden Soldaten einer geschlagenen Armee ..." - genau meine Beobachtung schon seit längerer Zeit, auf eine so treffende Formulierung war ich allerdings nicht gekommen.
Vor allen metapolitischen Fragestellungen scheint mir ein Bewusstsein dafür wichtig, dass wir es vor allem mit einem Kampf auf seelisch-geistiger Ebene zu tun haben; außer bei Caroline Sommerfeld scheint es dafür "rechts" noch kein ausgeprägtes Bewusstsein zu geben. Der deutsche Otto-Normal-Zombie (80%? 90%?) ist weder durch Wahlplakate noch durch Diskussionen im Freundeskreis zu erreichen, und das scheint mir das eigentliche Problem. Der Islam scheint viele seiner Anhänger immerhin energetisch zu befeuern, das tut das Christentum nicht und wird es auch nie wieder tun. Die wirklich große Leerstelle, die es zu füllen gilt, ist keine intellektuell politische, sondern eine seelische.

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