Das war der Staatspolitische Kongreß 2019 in Magdeburg

Das Institut für Staatspolitik (IfS) tagt jährlich mit 200–250 Gästen zu einem bestimmten Thema im Rahmen des Staatspolitischen Kongresses.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Ende März kün­dig­ten wir die Ver­an­stal­tung an, nach weni­gen Wochen muß­ten wir von 200 auf 250 Teil­neh­mer, das mög­li­che Maxi­mum in der Loka­li­tät, erhö­hen, weil die Anfra­ge unse­rer Insti­tuts­för­de­rer, Leser und Abon­nen­ten so erfreu­lich groß war. 150 mög­li­che Teil­neh­mer muß­ten wir zurückweisen.

Der Vor­mit­tag beschäf­tig­te sich mit dem Leit­the­ma »Krieg und Zivi­li­sa­ti­on« und griff damit den Titel der gro­ßen Stu­die auf, die der Manu­scrip­tum-Ver­lag aus dem Nach­laß Sie­fer­les her­aus­gab (hier ein­se­hen).

Drei erwie­se­ne Exper­ten auf ihrem Gebiet – Dr. Man­fred Zeid­ler, Dr. Ste­fan Scheil und Prof. Dr. Mar­tin van Creveld – spra­chen zur Bedeu­tung der Urka­ta­stro­phe des 20. Jahr­hun­derts, dem Ers­ten Welt­krieg, und zum Krieg als einer jener anthro­po­lo­gi­schen Kon­stan­ten, die auch durch Wohl­fühllinks­li­be­ra­lis­mus nicht zu über­win­den ist.

Der Nach­mit­tag stand unter dem Mot­to »Epo­chen­wech­sel«: Die­ses gran­dio­se Werk Sie­fer­les emp­feh­len wir auch nach dem Kon­greß drin­gend der Lek­tü­re (hier ein­se­hen)! Wir schrit­ten gewis­ser­ma­ßen vom his­to­ri­schen Ter­rain in Rich­tung der aktu­el­len, zuge­spitz­ten und her­aus­for­dern­den Fragestellungen.

Mit Dr. Roland Hart­wig luden wir hier­für jenen AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ein, der ver­ant­wort­lich für den Arbeits­kreis zur Ver­fas­sungs­schutz­fra­ge ist. Sein IfS-Vor­trag wird fort­an als grund­le­gen­de Rich­tungs­wei­sung zum Kom­plex »AfD und VS« zu gel­ten haben:  Sein Fazit, der Ver­fas­sungs­schutz habe sei­nen Kom­pe­tenz­be­reich schon lan­ge über­schrit­ten, mün­de­te in die Fra­ge: “Wer schützt und eigent­lich vor dem Verfassungschutz?”

Auf Hart­wig folg­te zunächst Petr Bystron (MdB) mit einem sehr per­sön­li­chen State­ment zur Ver­fas­sungs­schutz­pro­ble­ma­tik, dann Dr. Chris­toph Berndt, ein aus­ge­spro­chen cha­ris­ma­ti­scher Refe­rent, der als Aus­hän­ge­schild der Bür­ger­be­we­gung in Ost­deutsch­land gel­ten darf und für die kom­men­de Land­tags­wahl in Bran­den­burg auf Lis­ten­platz 2 der AfD antritt.

Chris­toph Berndts lei­den­schaft­li­ches, kri­ti­sches Plä­doy­er wird nach­hal­len: »Wir müs­sen unter­wegs blei­ben, nicht ankom­men.« Und: »Anpas­sung zahlt sich nicht aus, nie­mals! Eine Abgren­zung zieht nur die nächs­te Abgren­zungs­for­de­rung nach sich.« Dem­ge­gen­über zäh­le die Ver­net­zung und Ver­zah­nung unter­schied­li­cher Akteu­re mehr als vie­les andere.

Zum Abschluß des Kon­greß­ta­ges hielt IfS-Grün­der Götz Kubit­schek einen grund­sätz­li­chen Vor­trag über die aktu­el­le Lage der »Mosa­ik-Rech­ten« und ihr rea­lis­ti­sches Gewicht im Epo­chen­wech­sel. Hoff­nung: Ost­deutsch­land. Geg­ner: Grü­ne. Aus­weg? Wir wer­den sehen.

2019 ana­ly­sier­te das IfS also mit sei­nen Refe­ren­ten aus Wis­sen­schaft und Poli­tik die der­zei­ti­ge Lage und dis­ku­tier­te vor­her his­to­ri­sche Wei­chen­stel­lun­gen. In nach­fol­gen­dem Video tei­len Götz Kubit­schek, Geschäfts­füh­rer Dr. Erik Leh­nert, Frank Pase­mann (MdB) und Dr. Chris­toph Berndt (Zukunft Hei­mat) ihre Ein­drü­cke mit:

— Hin­weis: Alle Vor­trä­ge des 1.6.2019 wer­den suk­zes­si­ve im kanal schnell­ro­da ver­öf­fent­licht! Hier bei You­Tube abon­nie­ren. —

Und ein wei­te­res Kurz­fa­zit samt klei­nen Aus­blick auf 2020 gibt es hier:

———

Wer das Insti­tut für Staats­po­li­tik und sei­ne im kon­ser­va­ti­ven Bereich ein­ma­li­ge Bil­dungs- und Ver­an­stal­tungs­ar­beit unter­stüt­zen möch­te, schließt am bes­ten ein För­der­abon­ne­ment der Sezes­si­on ab und/oder spen­det direkt für unse­re Institutsarbeit!

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (6)

W. Wagner

3. Juni 2019 19:29

Was in dem Text von Benedikt vergessen wurde: Es war eine wunderbare Atmosphäre mit einem gut gelaunten Publikum, zahlreichen interessanten Gesprächen (auch mit manchem bisher Fremden), ein durch und durch sonniger Tag trotz des Ernstes der Themen.
Wir - so meinte eine Gesprächspartnerin - hätten keine Probleme, wenn die, die uns draußen zu Überwachungszwecken fotografierten, an unserer Diskussion teilnähmen. Aber nun gut, sie fotografieren lieber. Ich hoffe, ich habe gelächelt.
Danke an alle für einen rundum gelungenen, freudig stimmenden Tag!

Ratwolf

3. Juni 2019 21:33

Als Neuling und „Freiexemplar“ ohne Bindungen oder Vernetzungen bin ich einfach mal ins kalte Wasser gesprungen und habe mich angemeldet.

Was ich vorfand waren schöne Menschen, eine offene Diskussionskultur und eine angenehme Atmosphäre. Ich habe keinen Menschen gesehen mit dem ich nicht einige Worte hätte wechseln können. Eine lohnende Investition.

Es zeigt sich wie wichtig „Gemeinschaft“ in der Form vis-a-vis ist. Das lässt sich durch nichts im Internet ersetzen.

Wahrheitssucher

4. Juni 2019 15:06

@ W. Wagner @Ratwolf

Absolute Zustimmung zu der Menschen-Beobachtung und Einordnung!

Lotta Vorbeck

4. Juni 2019 20:37

@W. Wagner - 3. Juni 2019 - 07:29 PM

"... Wir - so meinte eine Gesprächspartnerin - hätten keine Probleme, wenn die, die uns draußen zu Überwachungszwecken fotografierten, an unserer Diskussion teilnähmen. Aber nun gut, sie fotografieren lieber. Ich hoffe, ich habe gelächelt. ..."

***********************************************

Die wollen nicht mit diskutieren.

Denunziantentum ist deren Profession.

Siehe auch:

Stephanie Heide – Denunzieren mit Steuergeldern

https://www.einprozent.de/blog/recherche/stephanie-heide-denunzieren-mit-steuergeldern/2449

veröffentlicht am 15. März 2019

Lotta Vorbeck

4. Juni 2019 21:16

II. IfS-Kongreß
in Magdeburg - mithin im "Lande der Frühaufsteher"

https://de.wikipedia.org/wiki/Land_der_Fr%C3%BChaufsteher

@W. Wagner erwähnte es bereits - das mit professioneller Kameratechnik ausgerüstete Photographenkollektiv von der anderen Feldpostnummer war auch an diesem Sonnabend wieder ziemlich früh aufgestanden, um bloß keinen einzigen Tagungsteilnehmer zu verpassen ...

Drinnen sorgen im Stundentakt fünf hochkarätige Referenten für metapolitische Druckbetankung des Auditoriums.

Das Mittagessen erreicht zwar nicht "Schäfchen"-Niveau, ist aber um Klassen besser, als das an selbiger Stelle vor einem Jahr gereichte.

Inzwischen sind bei solchem Anlaß etliche Hände zu schütteln. Auch wenn man sich nicht persönlich kennt, fühlt man sich eins, mit den anderen Tagungsteilnehmern.

Nachmittags wird die Frühsommerhitze im Saal mehr und mehr spürbar.

Götz Kubitschek hält einen fulminanten Schlußvortrag.

Am Büchertisch vorbei ins Freie tretend, blendet die gleißende Sonne.

An der nächsten Straßenbahnhaltestelle, sticht einer der Referenten unter den dort Wartenden hervor. Inmitten dieser Leute wirkt er wie ein aus der Zeit gefallener Fremdkörper.

Auf dem Weg zum Bahnhof - die Straße ist durchaus belebt - sind zur selben Zeit sowohl Habitus als auch Sprache der Passanten lassen keinen Zweifel daran aufkommen - kaum Deutsche unterwegs. Und die paar Deutschen die man ausmacht ... durchweg mehr oder minder übergewichtig, wandelnde Tattoo-Kunstwerke mit seltsamer Haartracht, allesamt geschlaucht, verlebt und unansehnlich ... wie die in Gefangenschaft schlurfenden Soldaten einer geschlagenen Armee ...

... dann im Zug ... hier schweigt des Sängers Höflichkeit (allerdings nicht wegen der an Sommertagen in DB-Waggons - die Fenster von dieser Firma gehörenden Reisezugwagen lassen sich schon jahrelang nicht mehr öffnen - vorhersehbar ausfallenden Klimaanlage).

Noch ein Hesse

6. Juni 2019 07:20

@ Lotta Vorbeck: "allesamt geschlaucht, verlebt und unansehnlich ... wie die in Gefangenschaft schlurfenden Soldaten einer geschlagenen Armee ..." - genau meine Beobachtung schon seit längerer Zeit, auf eine so treffende Formulierung war ich allerdings nicht gekommen.
Vor allen metapolitischen Fragestellungen scheint mir ein Bewusstsein dafür wichtig, dass wir es vor allem mit einem Kampf auf seelisch-geistiger Ebene zu tun haben; außer bei Caroline Sommerfeld scheint es dafür "rechts" noch kein ausgeprägtes Bewusstsein zu geben. Der deutsche Otto-Normal-Zombie (80%? 90%?) ist weder durch Wahlplakate noch durch Diskussionen im Freundeskreis zu erreichen, und das scheint mir das eigentliche Problem. Der Islam scheint viele seiner Anhänger immerhin energetisch zu befeuern, das tut das Christentum nicht und wird es auch nie wieder tun. Die wirklich große Leerstelle, die es zu füllen gilt, ist keine intellektuell politische, sondern eine seelische.

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