Sezession
7. Juni 2019

Netzfundstücke (14) – Grundkonsens, Querschläger

Jonas Schick / 18 Kommentare

Es herrscht Aufruhr. Die 2015er stehen in der Burg und lärmen vor dem Bergfried – es wird an den Steinen gehämmert.

Mit Mist werfen, Abtragen, Niederreißen lautet die Devise.

2015 standen Scharen vor den Toren und baten um Einlaß. Außerhalb der Burg waren die Lebensumstände ins Rutschen geraten, die Lage war in die Schiefe gekippt.

Das den Zeiten trotzende Gemäuer, das den Vielen bis dato als ein überkommenes Relikt aus vergangenen Tagen galt, strahlte nun wohlige Wärme aus – zwischen denjenigen, die in Folge der Zuspitzungen zur Einsicht gelangten, waren auch diejenigen, denen es letztlich nur um einen Erhalt ihrer geliebten, vermeintlich verlorengegangen Ordnung außerhalb der Burg ging.

Doch nach einer Weile setzte sich bei ihnen die Erkenntnis durch, daß die Burg in ihrem Wesenskern seit jeher die Antithese zu ihrem Leben in den Niederrungen darstellte – dissonante Töne erklingen, es knirscht im Gebälk. Das eine paßt nicht zum anderen.

Aber anstatt den Hof zu verlassen, strebt man nach seiner Transformation: Es muß drinnen so werden, wie es früher einmal draußen gewesen sein soll, als noch Milch und Honig flossen. Aufweichung der Substanz, Begriffsverfälschungen und -umdeutungen – das Konservative wird mit neoliberalen Inhalten gefüllt, Gegner-Elemente werden beigemengt und das konstituierende Rechte zum distanzierungswürdigen Tabu erklärt.

Das Mosaik bröckelt, seine Aufweichung resultiert in schleichender Auflösung. Dieser einsetzende Zerfallsprozeß birgt jedoch den notwendigen Anstoß zur Klärung: Jedes Spektrum hat seine Grenzen, hat ein Innen und Außen. Es kann nicht zur Ausdehnung des Resonanzraums um aller Arten von Bausteinen beliebig erweitert werden.

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Den Minimalkonsens, der den grenzziehenden Rahmen um das Mosaik legt, findet man in Norbert Borrmanns Warum rechts? Vom Wagnis, rechts zu sein aus dem (unrühmlich dahingeschiedenen) Regin-Verlag.

Der Antaios-Autor und bedauerlicherweise vor einiger Zeit verstorbene Kulturhistoriker Borrmann legte mit diesem Band eine bissige Aufklärungsschrift vor, die qua ihres einführenden Charakters sich speziell für Neuankömmlinge in unserem politischen Milieu eignet. Zur Abwägung, ob einem die Streitschrift zusagt, aber auch vor der Lektüre generell, empfiehlt sich Manfred Kleine-Hartlages ausführliche Rezension.

Das Standardwerk schlechthin, das die polit-theoretischen Traditionslinien der „Neuen Rechten“ luzide ausleuchtet, ist ohne Frage Die Konservative Revolution in Deutschland 1918-1932 von Armin Mohler und Karlheinz Weißmann. Hier wird offenbar, was den weltanschaulichen Nukleus einer vielgestaltigen „Mosaik-Rechten“ ausmacht.

Eine weitere Elaboration der Konservativen Revolution (KR) brachte just der Landt Verlag als Neuauflage mit einem Nachwort von Weißmann heraus: Die konservative Revolution. Fünf biographische Skizzen.

Der Universalgelehrte Rolf Peter Sieferle nähert sich darin fünf der maßgeblichen Autoren (Paul Lensch, Werner Sombart, Oswald Spengler, Ernst Jünger und Hans Freyer) der KR, klärt Begriffe, zeichnet Denkbewegungen nach, die heute nicht identisch wirken können, aber eben Impulse aussenden, die groben Richtungen weisen, zum Aktualisieren einladen.

Darüber hinaus vermaß schon die dritte Ausgabe der Sezession (Gratis-Download!) unter der Überschrift „Rechts“ das geistige Gelände und widmete zudem der KR eine gesamte Themenausgabe. Beide Ausgaben sind im Archiv auf Sezession im Netz für alle Leser frei verfügbar; Spenden sind freilich erwünscht!

Was der Begriff „Mosaik-Rechte“ heutzutage eigentlich bedeutet und welche Vorstellung von politischer Organisation ihr zu Grunde liegt, läßt sich in Benedikt Kaisers konzisem Artikel Mosaik-Rechte und Jugendbewegung aus der Sezession 77 nachvollziehen. Ferner beschäftigt sich der Leitartikel der zweiten Ausgabe des österreichischen Magazins Freilich aus der Feder des Jungautoren Arndt Novak und meiner Wenigkeit mit der Frage, wo die „Mosaik-Rechte“ anfängt und aufhört; der klärende Artikel ist hier verfügbar.

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Daß das Grenzenziehen von elementarer Bedeutung für das Überleben einer politischen Strömung ist, zeigt sich zum Beispiel anhand der Warnung zur Vorsicht des sachsen-anhaltinischen AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Thomas Tillschneider gegenüber Wertkonservativen:

 »Wertkonservativ« hat die CDU seitdem die Aufgabe all ihrer Prinzipien legitimiert, und »wertkonservativ« wird sich schließlich auch noch das volle Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften als ein konservatives Projekt entpuppen.

Desweiteren wirft der kontroverse kaplaken-Band Warum Konservative immer verlieren des Publizisten Alex Kurtagic ein Schlaglicht auf gewisse Anfälligkeiten unseres Milieus, die es zu vermeiden gilt. "Konservative" (Gärtnerkonservative, Wertkonserative, Liberalkonservative etc.) verlieren immer – weil sie grundlegende Lehren aus ihrem ewigen Scheitern nicht zu ziehen in der Lage sind, sei es aus habituellen, weltanschaulichen oder charakterlichen Gründen.

Doch das Leben aus dem, was immer gilt – das Axiom der KR –, steht in dezidierter Opposition zur „westlichen Wertegemeinschaft“ mit ihren Prinzipien der offenen, hypermoralischen und "bunten" Gesellschaft und ihren Bauteilen. Hier liegt wohl die Trennlinie zwischen Freund und Feind auch im Inneren, hier endet das Mosaik und fängt die liberale Verheerung an.



Kommentare (18)

Thomas Martini
7. Juni 2019 22:41

"TW: Warum kommen Migranten nicht in Ihr Land?

AAG: Weil wir kein Ziel für die Migranten sind ( destination country). Aber wir sind offen.

TW: Gut, dann erklären Sie uns, bitte, warum sie nicht in ihr gehen Land wollen, alle diese Migranten und Flüchtlinge.

AAG: Das ist ganz einfach: Wir machen keine Ausnahme mit diesen Leuten.

Wenn sie unsere Grenzen überschreiten und Asyl fordern, ist die nächste Etappe, daß sie ein Dokument unterschreiben, das sie verpflichtet, alle Rechte und Regeln unserer Länder zu zu respektieren und sie im Falle eines Verstoßes im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens zu den gleichen Strafen verurteilt werden wie die lokale Bevölkerung, was bis zur Todesstrafe führen kann, und sie nach Beendigung ihrer Strafe in ihr Herkunftsland zurückgeschickt werden.

Wir lassen sie auch einen Vertrag unterzeichnen, in dem steht, daß ihre finanzielle Hilfe, die sie zu ihrer Integration erhalten, innerhalb von zwei Jahren vollständig zurückgezahlt werden muß, andernfalls wir ihr gesamtes Hab und Gut beschlagnahmen und sie endgültig aus unseren Ländern entfernt werden.
(...)
Man muß die Führer Europas nach Doha oder Katar schicken oder auch nach Saudi-Arabien, damit sie dort um Asyl bitten und am eigenen Leib erfahren, was ich Ihnen gerade gesagt habe. Dann werden sie wach werden."

http://www.lescrutateur.com/2018/09/interview-du-president-de-la-ligue-arabe-pourquoi-les-migrants-ne-vont-ils-pas-dans-les-pays-arabes-riches.html

Ahmed Aboul Gheit, Generalsekretär der Arabischen Liga, auf die Frage des chinesischen Fernsehsenders Tian Wei, weshalb Flüchtlinge und Migranten nicht die reichen arabischen Länder wählen.

"An dem gesunden Menschenverstand dieses moslemischen Ägypters könnte man wieder einmal ermessen, welche geradezu atombombenhaften Verheerungen bei uns Schuldkult, Liberalkapitalismus, Demokratiewahn und Amerikanismus angerichtet haben." - verfasst von Tempranillo, 02.09.2018, "Generalsekretär der Arabischen Liga über Migranten"

Andreas Walter
8. Juni 2019 03:30

Ich muss zugeben, dass der Titel mich irritiert:

“Warum rechts? Vom Wagnis, rechts zu sein“

Ich habe mir das nie ausgesucht, es ist einfach passiert. Ich musste dazu (bisher) auch noch nichts wagen, es ist mir einfach zugefallen. Fing alles mit drei Büchern (2008 bis 2010) und einer Geburtsurkunde an (2001), die meiner Mutter.

Das eine Buch habe ich mir selbst gekauft, das Andere habe ich geerbt und das Dritte im Netz gefunden. Ab da wurde die Reise dann immer abenteuerlicher, und war anfangs, noch bis 2012, 2013, phasenweise von grosser Engst begleitet. Echte Todesfurcht, was mir jetzt im Rückblick auch schon wieder eigenartige Fragen aufwirft.

Ein Wagnis aber kann doch nur etwas sein, von dem man schon vorher weiß, was auf einen womöglich gefährliches zukommt. In einer Diktatur beispielsweise. Da kann eine Meinung dann tatsächlich zu einem Problem werden, wenn diese die Diktatur selbst oder die Diktatoren in Frage stellt. Von der DDR hatte ich solche Dinge gehört, oder auch über die Sowjetunion, aber doch nie auch über die Bundesrepublik Deutschland. Bis vor 10 Jahren dachte ich auch noch, dass in Westdeutschland keine Bücher verboten sind, so wie es nämlich auch die Nazis gemacht haben. Wie hätte ich aber ahnen können, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland genauso dreist gelogen wird wie in der Sowjetunion?

Vielleicht bin ich aber auch gar kein Rechter, liegt das Missverständnis womöglich bei mir. Ich halte lediglich sowohl den Marxismus wie auch den Sozialismus für unbrauchbare Systeme, den Regionalismus, Nationalismus aber wiederum für wichtig, um Imperialismus zu verhindern. Absolutismus, Totalitarismus möchte ich aber auch nicht, und darum auch keine traditionelle Monarchie. Wobei es Monarchen gibt, über die man nur gutes hört, doch auch die müssen doch auch Feinde gehabt haben. Wie haben sie die befriedet, oder wie mit ihnen arrangiert? Wie soll man sich zum Beispiel mit den Grünen arrangieren? Oder auch mit der ganzen Welt? Manna, Wohlstand fällt doch nicht einfach so vom Himmel, dazu muss man etwas tun, um von beidem genug zu haben. Wie soll das gehen, bei 8 Milliarden Menschen, wenn schon jetzt bereits alles am Limit ist? Arbeitskraft ist doch dann auch nichts mehr Wert, bei so vielen Menschen, alles andere aber wird dadurch immer knapper beziehungsweise problematischer:

“Trashopolis S02 E05: Mumbai“, auf YouTube

Das kann doch kein Vorbild für die Welt sein, trotz der intensiven Wiederverwertung. So etwas sollten doch wohl Maschinen machen, und keine Menschen.

Gracchus
8. Juni 2019 09:12

Liberale Verheerung!? Wo denn? Mir ist diese antiliberale Haltung suspekt: also kein Rechtsstaat mehr, keine individuellen Freiheitsrechte? Verheerend ist derzeit der Antiliberalismus von links.

Niekisch
8. Juni 2019 15:16

"Aufweichung der Substanz, Begriffsverfälschungen und -umdeutungen – das Konservative wird mit neoliberalen Inhalten gefüllt, Gegner-Elemente werden beigemengt und das konstituierende Rechte zum distanzierungswürdigen Tabu erklärt.
Das Mosaik bröckelt, seine Aufweichung resultiert in schleichender Auflösung. Dieser einsetzende Zerfallsprozeß birgt jedoch den notwendigen Anstoß zur Klärung: Jedes Spektrum hat seine Grenzen, hat ein Innen und Außen. Es kann nicht zur Ausdehnung des Resonanzraums um aller Arten von Bausteinen beliebig erweitert werden."

Mit Verlaub: Was für ein geistiger Drehschiß! Kann nicht einmal möglichst vorurteilsfrei versucht werden zu definieren, was wirklich und wahrhaftig gewollt ist? Wie befreiend muß es sein, sich ohne diese Vielzahl von geistigen Lattenzäunen, die weltanschauliche Sicherheit gerieren sollen, statt dessen aber zum metapolitischen Autismus führen, in die Schlacht um Alles, was uns lieb ist, zu ziehen? Statt in dumpfen Kellern lagernder, rostiger Konservendosen, gefüllt mit Jüngerchem Sauerkraut, wünsche ich mir Leipziger 1813er Allerlei, gewürzt mit Tabasco.

Hartwig aus LG8
8. Juni 2019 18:22

Wo bringe ich es am Besten an? Vielleicht unter diesem Beitrag von Jonas Schick? Nur so viel: Hatte lange kein so gutes Sezessionsheft wie das 90er in den Händen.Ka um meinte man, das "Highlight" des Heftes gelesen zu haben, stellte man fest, dass der nächste Aufsatz mindestens ebenso gut war. Danke und weiter so.

Nemesis
8. Juni 2019 21:32

"Wertkonservativ« hat die CDU seitdem die Aufgabe all ihrer Prinzipien legitimiert, und »wertkonservativ« wird sich schließlich auch noch das volle Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften als ein konservatives Projekt entpuppen."

"Wer mit dem Zeitgeist verheiratet ist,
wird nur allzuschnell verwitwet sein."

nach Søren Aabye Kierkegaard

brueckenbauer
9. Juni 2019 06:25

"Vom Wagnis, rechts zu sein!"
Ist doch für jemanden wie Borrmann ein ganz logischer Ansatz. Borrmann erbeitete im Staatsdienst, kannte die Grenzen des dort herrschenden Overton Window und wusste, was er riskierte, als er anfing, unerwünschte Texte zu publizieren.

Adler und Drache
9. Juni 2019 06:36

Apropos Netzfundstücke: David Berger nutzt derzeit PP, um eine private Fehde gegen die "Schnellroda-Subkultur" auszutragen. Unterstellungen, Distanzierung und Ergebenheitsadressen an USA und Israel, um die keiner ersucht hat - was ist da los?

antwort kubitschek:
Werteunion.

Lotta Vorbeck
9. Juni 2019 07:55

Vor zwanzig Jahren: Das laut Guiness-Buch der Rekorde größte Eisenbahnfährschiff der Welt befindet sich während einer lauen Mitsommernacht auf der Fahrt vom Tiefwasserhafen Mukran (D) nach Memel (LT).

Kurz nach Mitternacht ist noch immer ausreichend Restlicht vorhanden, um bei kühlem Švyturys-Alus, auf einem der Achterdecks draußen sitzend den Blick über das vom Schiff als breiten Streifen in die spiegelglatte See gezeichnete Kielwasser schweifen zu lassen.

Außer dem sonor dröhnenden Schiffsdiesel ist nichts zu hören, als plötzlich dort, wo sich die Schiffsbar befindet, infernalischer Lärm losbricht.

Stühle, gläserne Bierkrüge und Kleinteile wie Aschenbecher fliegen umher. Leute, die offenbar keinen Alkohol vertragen, liefern sich eine ausufernde Schlägerei.

Es dauert ein paar Minuten, bis mit Holzlatten und Vorschlaghämmern bewaffnetes russisch-litauisches Schiffspersonal auf der Bildfläche erscheint und die vom Alkohol benebelten Hitzköpfe wieder zur Räson bringt ...

"Es herrscht Aufruhr. Die 2015er stehen in der Burg und lärmen vor dem Bergfried – es wird an den Steinen gehämmert.

Mit Mist werfen, Abtragen, Niederreißen lautet die Devise.

2015 standen Scharen vor den Toren und baten um Einlaß. Außerhalb der Burg waren die Lebensumstände ins Rutschen geraten, die Lage war in die Schiefe gekippt."

[Jonas Schick]

Ja, es herrscht Aufruhr.

Diejenigen, die zuletzt hinzukamen, diejenigen, die zum Aufbau und Erhalt der Burg nichts beigetragen haben, meinen nun, alles besser zu wissen, maßen sich an, die Burg aufräumen und säubern zu wollen, sind emsig dabei jene Burg in die sie Einlaß begehrten, Zuflucht suchten und Aufnahme fanden, in ihrer Substanz zu zerstören.

Die Geduld des Burgherren mochte "seyn ursach" haben...

Stil-Bluete
9. Juni 2019 18:33

@ Hartwig aus LG8

Kann ich voll und ganz bestätigen. Besonders gelungen die Auswahl der Bilder.

Frohe Pfingsten!

Niekisch
9. Juni 2019 18:58

"Werteunion."(Antwort Kubitschek zu 6:36)

Ja, aber nicht nur, sondern auch altbekannte Methode. Beispiel: die ehemalige national verfaßte Schülerzeitschrift mit ganz einfachem Layout "Mut" von Bernhard C. Wintzek. Nach länger anhaltenden Angriffen und existenzgefährdenden Maßnahmen gegen den Herausgeber wandelte sie sich innerhalb kürzester Zeit in eine systemkonforme Geschichtszeitschrift, die vom Ursprungswesen durch CDU-Leute "weggefördert", ja wegabonniert wurde. PP ist keine Ausnahme. Überall, wo unerwarteterweise der David-Stern auftaucht, ist auch die Unwerteunion tätig.

Andreas Walter
9. Juni 2019 20:41

Was für eine nonchalante Formulierung, Herr Kubitschek. Bin ich hier also doch richtig.

Der Fall "Anderson Cooper belehrt Lara Trump über Deutschland" scheint auf der gleichen Union zu fussen, wobei das Interesse der Trumps an Deutschland wohl auch eher propagandistischer Natur sein dürfte.

https://www.welt.de/politik/ausland/article192485959/Trump-Schwiegertochter-Fluechtlingspolitik-ist-Untergang-Deutschlands.html

Denn auch ein vermeintlicher Streit kann ja bekanntlich eine Propagandamassnahme sein, wie auch viele Stars und Sternchen nicht nur aus Hollywood immer wieder beweisen.

https://www.focus.de/politik/ausland/ungewoehnliche-aktion-appell-aus-hollywood-soll-afd-buergermeister-in-goerlitz-verhindern_id_10806337.html

http://www.goerlitz-filmstadt.de

https://www.goerlitz.de/Goerliwood-European-Film-Location.html

Soll eine sehr schöne Stadt sein, hat man mir vor ein paar Tagen gesagt. Jetzt aber verstehe ich erst, weshalb. Ein Stück unberührtes, noch nicht von den Alliierten zerstörtes Deutschland, was man selbst in den VSA deshalb aber vor allem als Set, als historische Filmkulisse schätzt. Wie bezeichnend, skurril, beinahe schon zynisch.

Wir Deutschen sind dagegen dem Rest der Welt vollkommen egal, ausser vielleicht als fleissige Sklaven, Konsumenten und als Wissenschaftler, denen man später dann wieder ihre Patente weg nehmen kann. Oder mit ihnen dutzende andere Dinge veranstaltet, um uns zu schaden.

https://www.welt.de/reise/deutschland/article182588088/Aufbruch-in-Sachsen-Goerlitz-ist-das-neue-Berlin.html

Matthaeus 10:23

Max Piccolomini
9. Juni 2019 21:30

Lieber Jonas Schick, das ist ein sehr schöner Artikel von Ihnen, vor allem der erste Absatz ist großartig. Aber Sie dürfen Ihre Leser nicht überfordern. Selbst ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, worauf Sie sich beziehen. Und überhaupt: Was so ein echter Konservativer ist, der liest seinen Armin Mohler, seinen Carl Schmitt oder er befindet sich auf einem Waldgang - aber interessiert sich nicht für einen gewissen Dr. David Berger oder gar für die aktuellen Streitereien auf Twitter!

Also: Was den bisherigen Kommentatoren (Stand: 9.6. 22.05) entgangen zu sein scheint, ist, daß wir es hier mit der ersten Stellungnahme von seiten Schnellrodas zu eben jenen Scharmützeln zu tun haben, die sich an kontroversen Haltungen zu Homosexualität und Promiskuität entzündeten, über die Israelfrage aufloderten und die grundsätzliche Differenz zwischen genuin rechten und genuin liberalen Positionen grell erleuchteten.

Ja, wir müssen diese Fragen diskutieren: Was verbindet uns eigentlich mit diesen Liberalen vom Schlage eines David Berger? Welchen Sinn sollte es haben, mit ihnen zusammen zu kämpfen, wenn doch der Hauptfeind eben der Liberalismus ist (Alain de Benoist dixit)? Aber auch Fragen wie: Wo hört die Gemeinsamkeit innerhalb der antiliberalen Rechten auf? Müssen wir nicht zugeben, daß es "rechte Hetze" (nämlich: rechtsextreme Hetze) z.B. gegen Homosexuelle und gegen Juden tatsächlich gibt? Wie sollten wir uns dazu verhalten?

Es geht um die "Spurbreite des schmalen Grates". Wir müssen sie (neu) definieren. Ich hoffe sehr, dieser Artikel war nur der Anfang einer Diskussion.

nom de guerre
9. Juni 2019 22:19

@ Niekisch
"Überall, wo unerwarteterweise der David-Stern auftaucht, ist auch die Unwerteunion tätig."

Wieso unerwarteterweise? Diese vorsichtig ausgedrückt sehr starke Solidarität mit Israel scheint mir bei PP konstituierendes Element zu sein - zumindest seit ich die Seite kenne, was schon einige Zeit der Fall ist - und ich habe auch den Eindruck, dass David Berger und vor allem seine Mitstreiterin das ernst meinen. Neu sind allerdings die Ausfälle gegen das "Umfeld von Schnellroda" mit Formulierungen, die Mainstreammedien sich nicht schöner hätten ausdenken können. Aus der Ferne hätte ich persönliche Gekränktheit dahinter vermutet.

Lotta Vorbeck
9. Juni 2019 22:45

@Andreas Walter - 9. Juni 2019 - 08:41 PM

"... Soll eine sehr schöne Stadt sein, hat man mir vor ein paar Tagen gesagt. ..."

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Ebenso wie Zittau, Ostritz (nur den Bahnhof betreffend), Bad Muskau (nur den Fürst-Pückler-Park betreffend), Forst, Guben, Frankfurt (Oder) und Küstrin, handelt es sich bei Görlitz um eine im Ergebnis des WK2 geteilte Stadt.

Gehen Sie in der Innenstadt über eine der wiederaufgebauten Brücken hinüber in den am Ostufer der Neiße befindlichen, nunmehr Zgorzelec genannten Stadtteil, befinden Sie sich, nicht nur was die Anmut der Frauen angeht, in einer gänzlich anderen Welt.

Görlitz war einst D-Zugstation. Nunmehr nur noch an den DB-Regionalverkehr angebunden, mutierte Görlitz seit 1990 zu einer - abgesehen von der auf tönernen Füßen stehenden Waggonbaufabrik und der Landskron Brauerei - seiner industriellen Basis beraubten Rentnerstadt. Die auch in Görlitz mittlerweile unübersehbaren Anzeichen der zügig voranschreitenden Umvolkung, fehlen am gegenüberliegenden Flußufer gänzlich.

Gracchus
10. Juni 2019 22:46

Das scheint ja dann auch mit Blick auf David Berger und sein (mir zu knalliges) PP die Frage, wie es um den Liberalismus bestellt ist.

Ich empfehle der Neuen Rechten den Liberalismus positiv zu rezipieren, soweit daraus Rechtstaatlichkeit und individuelle Freiheitsrechte hervorgegangen sind. Für mich ganz klar abendländische Errungenschaften, so dass das Wettern dagegen im Namen des Abendlands paradox ist. Wenn de Benoist den den Liberalismus als Hauptfeind deklariert, mag das markig klingen, erscheint aber wenig durchdacht. Argumente? Fehlanzeige. Der Liberalismus ist/hat m. E. auch kein geschlossenes Weltbild. Man kämpft im Grunde gegen eine Leere an.

RMH
11. Juni 2019 06:07

"… wenn doch der Hauptfeind eben der Liberalismus ist (Alain de Benoist dixit)"

… und schon wieder 5.- Euro ins prall gefüllte Phrasenschwein.

Benoist ist KEINE Referenz für einen rechten Diskurs - (ego dixit). Der sog. "Liberalismus" ist der Rahmen und ist der Grund, warum wir hier alle unsere schön zurecht gezimmerten Thesen, Weltanschauungen und Spinnereien überhaupt äußern können.

Adler und Drache
11. Juni 2019 08:53

Max Piccolomini:

"Aber Sie dürfen Ihre Leser nicht überfordern. Selbst ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, worauf Sie sich beziehen."

Ich gestehe, ich habe die Verbindungslinie nicht ziehen können. Es war nur Zufall, dass ich PP ins Spiel brachte. Die Metapher der Burg stand mir im Wege.
Jonas Schicks Skizze ist schön und vielleicht zutreffend, man könnte sie zusammenfassen mit dem Satz "Es gibt ein rechtes Leben im falschen." Ohne Schielen auf Prozente, ohne Aussicht auf Erfolg, ohne Renommee, Mehrheiten usw.
Aber: Wehrhaftigkeit wäre die Voraussetzung der Selbstbehauptung. Und wir sind nicht so wehrhaft wie eine Burg. Eher wie ein Zeltlager. Und deshalb hat RMH recht:

"Der sog. "Liberalismus" ist der Rahmen und ist der Grund, warum wir hier alle unsere schön zurecht gezimmerten Thesen, Weltanschauungen und Spinnereien überhaupt äußern können."

Berger hat heute übrigens schon wieder nachgelegt, diesmal geht's gegen den Flügel. Die Frequenz lässt darauf schließen, dass sich hinter den Kulissen was tut, und der kurze Hinweis Kubitscheks ist vermutlich so zu deuten, dass die Werteunion Annäherung an die AfD sucht, aber dafür Opfer fordert. Auch der irrlichternde W.J. Patzelt (wer den "Schatz im Silbersee" gelesen hat: Tante Droll, oder?) hat heute wieder Annäherung signalisiert. Nun, das ist Politik. Wen sollte das wundern. Bei "Game of Thrones" haben sie echte Burgen, aber die Politik läuft auch nicht anders.
Wie reagieren: mit Kompromisslosigkeit oder Kompromissbereitschaft? Abgesehen davon, dass es nicht klug ist, kompromisslos zu sein, wenn man es sich nicht leisten kann (selbst wenn man die Burg hätte: auch Masada wurde erobert), ist es auch nicht unbedingt weise ... Und Haltung besteht manchmal auch darin, jemanden um der Sache willen zu unterstützen, auch wenn man nur Tritte dafür empfängt. Sellner als gutes Beispiel!

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