13. Juni 2019

Das patriotische Mosaik – ein Vorschlag

Martin Sellner / 59 Kommentare

Der Begriff "Mosaikrechte“ ist von Benedikt Kaiser eingeführt worden. Kaiser adaptierte damit den Begriff der "Mosaik-Linken", der ab 2009 kursierte.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kaisers Text ist 2017 in der Sezession erschienen, man kann ihn hier nachlesen. Sein Freund und Denkgefährte Philip Stein verwendet den Begriff, seit er auf die Kritik an dem Band Marx von rechts reagieren mußte, der in seinem Jungeuropa-Verlag erschienen war: Er forderte das bürgerlich-konservative Lager, aber auch die Kritiker aus den Reihen der Sezession auf, das widerständige Milieu als ein Mosaik zu begreifen, das erst in seiner Gesamtheit ein vollständiges Bild abgäbe.

Kaiser betonte in seinem Text, daß es „nicht um Sympathie, sondern Solidarität“, um eine Arbeitsteilung und teilweise ein friedliches Nebeneinanderherexistieren verschiedener Ansätze gehe. Der Begriff des Mosaiks sollte einer ideologischen Verengung vorbeugen. So weit, so gut.

Nun erleben wir eine neue Verwendung desselben Begriffs. Es geht jetzt um eine Grenzziehung und den Ausschluß von Einzelpersonen und Gruppen aus diesem Mosaik. War bei der ersten Verwendung gerade das Vielfältige, Bunte und Unterschiedliche intendiert, ist es heute die Frage nach dem geschlossenen Bild, das sich aus den einzelnen Elementen ergeben solle. Das führt uns zur Frage nach dem, was „rechts“ bedeutet und wer demnach zum Mosaik dazugehören soll und wer nicht mehr.

Wäre das rechte Mosaik recht eigentlich „neurechts", so wäre die Definition einfacher, weil spezifischer. Sie umfaßte die Denkströmung der Nouvelle Droite, ihre Wurzeln aus der Konservativen Revolution, der Gegenaufklärung und Romantik, sowie all ihre Spielarten aus katholischen, heidnischen, ökologischen, kapitalismuskritischen und vielen weiteren Bereichen.

Wäre das Mosaik aber nicht nur „neurechts", sondern „rechts“ an sich, so bedeutete die Grenzziehung gleichzeitig eine Begriffsdefinition von „rechts“. Anders als andere  halte ich diese nicht für weitgehend geklärt und abgeschlossen, sondern für fragwürdig.

Was ist rechts? Ist es eine bestimmte Denkschule, mit  konkreten Ideen? Ist "rechts" eine Lebenseinstellung und Haltung, die verschiedene ideelle Inhalte haben kann? Kann es „Rechtskatholiken“ und „Linkskatholiken“geben? Gibt es notwendig auch „Rechtsliberale“, wenn wir oft von „Linksliberalen“ sprechen? Ist die AfD eine" rechte Partei"? Wie steht es mit Blogs wie "PI-NEWS" oder  Zeitschriften wie "eigentümlich frei“? Diese Fragen sind bedeutsam. Denn wenn man sich das Mosaik, wie Kaiser, als einen Dampfer vorstellt, dessen Mannschaft doch in dieselbe Richtung fahren muß, bedeutet „nicht Dazugehören“ letztlich: über die Planke gehen zu müssen.

Die Stimmung im Mosaik hat sich geändert. Seit einigen Monaten herrschen wechselseitige Anriffe vor. Antipathie wird offen zur Schau gestellt und konstruktive Kritik oder Solidarität verabschieden sich langsam. Eine kleine, aber sehr aktive Twitterfraktion attackiert gezielt "Abweichler". Andere packen in peinlichem Systemjargon die Nazikeule aus und verlangen emphatische Bekenntnisse zu Israel. Man differenziert nicht, sondern schmäht Gruppen, neben denen man jahrelang existierte, pauschal als liberal Verweste oder als völkische Kryptonazis.

Ich finde die Lust an der Selbstzerfleischung befremdlich. Es sei jedem gegönnt, die ideologische Grenzen um seine Denkschule oder seinen Blog zu ziehen, wie er will. Dennoch erscheint es mir seltsam, daß Personen, die von den Medien und der Gesellschaft als „Rechte“ bekämpft werden, sich gegenseitig das Dazugehören absprechen wollen und sich als Gegner oder gar Feinde behandeln.

Vielleicht ist der Begriff der „Mosaikrechten“ überholt? Die derzeitigen Spannungen verweisen auf Schwächen. Der Begriff meint, daß sich eine vielfältige Gemeinschaft rund um ein Minimum gruppieren solle. Die Teilnehmer sollten dabei aber ihre ideologische Integrität und Unterschiedlichkeit behalten. Wenn dieses Minimum jedoch zu einem Maximalbegriff wird, endet das unweigerlich in einem Kampf um die Deutungshoheit und die "Mosaikhegemonie". Der strategische Zweck der Arbeitsteilung, der Einheit in Vielfalt und der Solidarität geht so verloren.

Legen wir für einen Moment die berufsbedingte Betriebsblindheit ab, so sehen wir, daß die Trennlinie heute zwischen Globalisten und Patrioten verläuft. Was Libertären von Libertären, Christ von Christ, Umweltschützer von Umweltschützer und Sozialisten von Sozialisten trennt, ist die Frage der Identität und des Großen Austauschs. Eine patriotische Vielfalt bildet tatsächlich ein patriotisches Mosaik, das sich um ein Minimum, den Erhalt der ethnokulturellen Identität, formiert.

Dieses Minimum ist nicht rechts, auch nicht neurechts, sondern patriotisch, emigrationskritisch und antiglobalistisch. Es ist nicht der Schlüssel zur Überwindung der Verheerungen der Moderne. Es ist eine Notgemeinschaft gegen die Ersetzungsmigration. Die ideologischen Widersprüche innerhalb dieses Mosaiks sind nicht zu leugnen. Jeder Teil ist insgeheim der Ansicht, das er zuletzt den wahren Schlüssel für die Lösung der Migrationsfrage in der Hand halte. Der Libertäre hält den "überbordenden Nannystaat" für schuldig. Der Sozialist sieht im "neoliberalen Kapitalismus" den Alleinverantwortlichen, und der Christ meint, daß es letztlich der Abfall von Gott sei, der uns den Großen Austausch beschert habe.

Alle können sich aber auf eine Forderungen einigen: der Bevölkerungsaustausch muß beendet werden. Das ist die Möglichkeitsbedingung für jede partielle Vision, für eine deutsche und europäische Zukunft, und dieses politische Minimum stellt somit das Minimum und den "ideologischen Flaschenhals" dar. Und mehr: Das Arsenal an kapitalismuskritischen, libertären und religiösen Argumenten gegen die Ersetzungsmigration macht das patriotische Mosaik vielfältig und anschlußfähig.

In meiner jüngsten politischen Rundreise durch Deutschland traf ich auf eine sozialistisch geprägte Gastwirtin mit einem Faible für Verschwörungstheorien, einen jungen,  nationalrevolutionär geprägten Aktivisten mit Faszination für antiimperialistische Guerillas, einen evangelikalen Familienvater und glühenden Israelfreund, einen ökologischen Impfgegner und Feind der Schulmedizin sowie einen streng naturwissenschaftlichen Chemiker, der sich mit jenem leidenschaftlich stritt.

Jeden einzelnen dieser Akteure hatte eine ehrliche und brennende Sorge um die Zukunft seiner Heimat und seiner Kinder. Jeder einzelne stimmte dem patriotischen Minimum vollkommen zu und hatte ein Grundgefühl der Solidarität mit dem anderen. Genau diese Einheit brauchen wir auch, da Repression, Deplatforming, und die  juristischen, finanziellen und physischen Attacken nicht vor internen ideologischen Grenzlinien haltmachen. Nur diese vereinigende Tendenz kann die nötige kritische Masse zur Durchsetzung metapolitischer Ziele sammeln.

Es ist kein Problem, wenn es in diesem migrationskritischen, patriotischen und antiglobalistischen Mosaik weltanschauliche Subsysteme gibt, die sich gegenseitig nicht zustimmen. Es macht ja das Wesen einer Allianz aus, daß man sie mit Leuten eingeht, die nicht der eigenen Partei oder Gruppe angehören, aber eine Schnittmenge an Forderungen teilen. Lenin schreibt dazu in „Was tun“:

"Nur wer zu sich selbst kein Vertrauen hat, kann sich von vorübergehenden Bündnissen, und sei es auch mit unzuverlässigen Leuten, fürchten, und keine einzige politische Partei könnte ohne solche Bündnisse existieren.“

Passend dazu kommentiert eine kundiger Twitternutzer aufkeimende Binnenkriege des patriotischen migrationskritischen Mosaiks folgendermaßen:

 

Die derzeit langsam schraubende „purity spiral“ kann zum Strudel der Zerstörung werden. Anstatt die Energien nach außen und auf einende Taten zu richten, wird sie an interne Debatten und Spaltungen verschwendet. Statt das Einende in Migrationskritik, Antiglobalismus und Patriotismus zu suchen, welches ja bereits auf der Straße zum Horror unserer Gegner verschiedenste Lager zusammenbringt, wird lustvoll das Trennende betont. Statt zu rekrutieren und sich über die breite Anschlußfähigkeit des Patriotismus zu freuen, versucht man eher, Leute loszuwerden und sich „gesund zu schrumpfen“.

Das Ziel solcher Lageverkennungen ist kein breiter und solidarischer Zusammenhang, in dem die verschiedenen Teile ideologisch abgegrenzt eine strategische Allianz bilden. Das Ziel ist eine möglichst sortenreines, in sich geschlossenes, von einigen Themenführern dominiertes Kollektiv, das eine reine Lehre vertritt und Dissonanzen ausschließt. Im schlimmsten Fall endet man wie die K-Gruppen und belagert sich in personenzentrierten, festungsähnlichen Blogs und Plattformen in einer metapolitischen Pattstellung.  Das ist das genaue Gegenteil von einem Mosaik. Es ist ein Geröllfeld monolithischer Blöcke.

Tendenzen dazu sind meiner Ansicht nach vor allem psychologisch erklärbar. Der Gegner scheint übermächtig, die Aufgabe der Rückeroberung der Meatpolitik nicht zu bewältigen. Was aber direkt angreifbar und machbar ist, ist die binnenrechte Konkurrenz. Sie kann man dezimieren, angreifen, ausschließen und damit zumindest irgendeinen metapolitischen Effekt erzielen. Man hat dann eine „interne Debatte geprägt“.

Bei der so erreichten ideologischen „Reinheit“ endet die strategische Zielsetzung dann auch schon. Der erhoffte metapolitische Quantensprung, der bei Ausmerzung aller weltanschaulicher Dissonanzen erreicht werden soll, bleibt in der Regel aus.

Ich plädiere daher für das patriotische Mosaik als eine bewußt ideologisch diverse, strategische Allianz. Es schließt Libertäre, Sozialisten, Neurechte, Christen, Heiden undsoweiter ein. Es grenzt explizit nur Altrechte und Globalisten aus, also jene, die sich in die Tradition der europäischen Totalitarismus stellen und jene, die den heutigen Weltzustand, die Auflösung der Völker und Kulturen und den Austausch unserer Bevölkerung, akzeptieren. Auszuschließen sind ebenso Personen, die ungeachtet ihrer Weltanschauung, spalterisches, völlig unmoralisches, nach innen denunziatorisches und sonstiges untragbares Verhalten an den Tag legen, was in jedem Teilbereich vorkommen kann und getrennt von der Ideologie kritisiert werden muß.

Diese Definition ist simpel, klar, und kann auch von der Masse verstanden werden. Im patriotischen Mosaik gibt es friedliche Koexistenz, ideologische Debatten und Reviermarkierungen, konstruktive Kritik, Arbeitsteilung und Solidarität gegen Angriffe von Außen. Die Neurechten, Konservativen, Libertäten, Christen sollen ihre Positionen dabei nicht aufgeben oder aufweichen, sondern vertiefen. Sie alle arbeiten ja an der großen Frage, wie eine Reintegration der Gesellschaft und damit eine Legitimation des Politischen möglich sei.

Das ist kein Thema für die Massenagitation. In diesen Themen sind auch keine Kompromisse möglich, da es sich um philosophische und nicht um politisch-strategische Fragen handelt.  Eine neue politische Theorie, die den Status Quo überwindet und nicht in alte Fehlschläge zurückfällt, wird vielleicht nur in diesem mosaikpatriotischen Gespräch entstehen, initiiert durch das Migrationsthema und vereint in der „Fronterfahrung“ des Aktivismus und der Repression.

Keiner kann die alleinige Deutungshoheit über die Migrations- und Identitätsfrage auf Kosten anderer Teile des Mosaiks beanspruchen. Wer aus dem neurechten, Libertäten oder christlichen Submosaik ausgeschlossen wird, bleibt, solange er nicht gegen das oben vorgeschlagene Minimum verstößt, immer noch Teil des patriotischen Lagers. Er gehört zu uns und muß nicht über die Planke gehen.

Denn uns alle eint, um aus Philip Steins Einführung zum Marx-Buch zu zitieren: „das Gefühl, Teil eines höheren Ganzen zu sein“. Das Einende des patriotischen Mosaiks ist weniger eine Idee als eine Grundstimmung, die Stein als „dieses höhere Gefühl, dieses zeitlose Ideal, das über Klassen, Parteien und andere mechanischen Konflikten steht“ beschreibt. Dieses Gefühl, das jedem orthodoxen Marxisten und Liberalen fremd sein muß, ist das Zentrum des patriotischen Mosaiks.

Denken wir mit Nietzsche die logischen, einander ausschließenden Widersprüche, für einen Augenblick als organische Gegensätze, die im Streit Dynamik und Entwicklung erzeugen. Ein Volk ist in sich gegensätzlich, weil und solange es lebendig ist. Eine organische Einheit kennt keine Gleichheit und Einförmigkeit, sondern nur Zusammenwirken. Identität ist daher kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Prozeß der Selbstvergewisserung und des internen Austrags. Das Leben selbst lebt nur in seinen Gegensätzen. Vielleicht ist das, was uns Gegensätze ertragen läßt, das, was man als einen der Kerne des „Rechtsseins“ bezeichnen kann.

Wir wurden gemeinsam von der Polizei eingekesselt und von Antifaschistischen mit Steinen beworfen. Wir alle haben unsere Bankkonten und Plattformen verloren, wurden geoutet und werden von den Machthabern mit sozialer Ausgrenzung und dem gesellschaftlichen Tod bedroht. Ich habe für mich selbst vor langer Zeit beschlossen, daß, wer nach Meinung der Antifa, der Mainstreammedien und der Justiz, „rechts“ genug ist, um brutal attackiert zu werden, auch für meine Bedürfnisse „rechts“ genug ist.


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (59)

Lotta Vorbeck
13. Juni 2019 22:34

"Getrennt marschieren, vereint schlagen!"

Helmuth Graf von Moltke

Leute, die einerseits Feuer im Rumpf des neurechten Schiffes legen, sich andererseits nicht an den zur Erhaltung von See- und Gefechtstauglichkeit notwendigen Arbeiten beteiligen wollen, weil sie dieses Schiff eigentlich nur zur Reise an ein Ziel zu benutzen trachten, welches mit dem eigenen, abgetakelten Seelenverkäufer nie und nimmer zu erreichen gewesen wäre, sollten schnellstmöglich "über die Planke" gehen.

Ansonsten gilt der obligatorische Schlußsatz von "Martin-Sellner-Live": "Die Politik wird sich erst dann ändern, wenn Ihr Euch ändert!"

Kahlenberg
13. Juni 2019 22:47

Wie wahr ! Es ist höchst an der Zeit, den genannten politisch und metapolitisch aktiven Gruppen das klar zu machen: Wenn es nicht gelingt, Ersetzungsmigration und Globalisierung zu einem Halt zu bringen, kann, jeweils, der Christ die Ausübung seiner abendländischen Spiritualität, der Sozialist seinen Sozialstaat, und der Umweltschützer seine ökologischen Ziele vergessen. Beste Anschlußfähigkeit ist hier gleich eingebaut, würde ich sagen !

Joerch
14. Juni 2019 08:40

Mahnende, auf das gemeinsame Ziel zurückführende Worte. Vielen Dank Herr Sellner für diesen wunderbaren Versuch die Wogen zu glätten!

Wenn sich (der von mir außerordentlich geschätzte!) Götz Kubitschek das eine oder andere Mal eine Replik auf die Herren Stein oder Berger ersparen würde, wäre auch schon viel geholfen. Die Empfindlichkeiten von vor allem Letztgenanntem sind ja hinlänglich bekannt.

RMH
14. Juni 2019 08:58

Alles schön und gut und die Betonung einer gemeinsamen Sache kommt zur rechten Zeit, aber diese Definition finde ich gerade nicht klar und simpel:

"Ich plädiere daher für das patriotische Mosaik als eine bewußt ideologisch diverse, strategische Allianz. Es schließt Libertäre, Sozialisten, Neurechte, Christen, Heiden undsoweiter ein. Es grenzt explizit nur Altrechte ... aus, die sich in die Tradition der europäischen Totalitarismus stellen und jene ... "

Was sind denn bitteschön "Altrechte"?
Ich habe mir darunter bislang immer den seit 1789 entstandenen Typus des Reactionärs vorgestellt, Leute, wie sie bspw. in der Figur des Leo Naphta in Thomas Manns "Zauberberg" die Bühne betreten haben. Alterchte sind eigentlich auch die kleinen Grüppchen von Royalisten und Monarchisten und sind insbesondere auch die Erz- und Traditionskatholiken. Rechts stammt eben nicht nur von irgendeiner angeblichen Sitzordnung in irgendeinem Parlament (alleine schon die Institution eines Parlamentes geht einem Reactionär doch schon zuwider) ab, sondern steht für eine Rechtsordnung - im Falle des Reactionärs ab 1789 eben für die alte Rechts- und vor allem auch (!) Eigentums- und Besitz- Ordnung. Ich will hier nicht weiter dozieren - die meisten wissen ohnehin, was ich damit meine bzw. worauf ich anspiele (ist ja alles schon tausendmal hier diskutiert worden).

Ich würde die Definition daher deutlich klarer machen und nicht den Begriff des Altrechten in der Tradition des europäischen Totalitarismus (dazu gehören doch eigentlich seit 1918 auch die sozialistischen Staatsmodelle - was hat das mit "Rechts" zu tun?) verwenden und als ausdrücklich ausgeschlossen ansehen sondern klar sagen, dass man mit Nazis und insbesondere Hitleristen nichts zu tun haben will.

Ich kann verstehen, dass man angesichts der kompletten Ausuferung des Begriffs "Nazi" in der heutigen Zeit und seiner inflationären Verwendung als konturloser Kampfbegriff auf fast alles und jeden, was nicht opportun erscheint, diesen vermeiden will. Aber was soll das Geeiere um den (nach wie vor: kochend!) heißen Brei?

Wenn jemand weiß, was ein Nazi ist, dann doch wir, die Rechten! Die gesamte Rechte nach 45 ist doch in Abgrenzung zum Nationalsozialismus entstanden, in dem man den Antisemitismus, den Rassismus/Chauvinismus und den Imperialismus ebenso verbannte, wie die meisten anderen politischen Strömungen, nur dass eben gerade die neue Rechte dennoch an einem auch ethnisch bedingten Volksbegriff festhält. Der ideologisch-politische Kampf bei diesem Begriff geht doch gerade darum, dass man das von den Globalisten und Linken aufgestellten Junktim "Bejahung eines ethnisches Volks = immer gleich Unterdrückung und Entrechtung anderer Völker und Gruppen", aufbricht.

Von daher bitte diese ECHTE Klarheit herstellen: keine Nazis!

Es fühlen sich aufgrund der durch die selbst zu unrecht erlittenen Beschimpfungen als Nazi entstandene Scheu, den Begriff Nazi zu verwenden und einen Nazi als solchen zu bezeichnen, immer wieder Leute eingeladen, die meinen, hier jetzt ihr politisches Biotop gefunden zu haben bzw. zu finden, obwohl sie im Grunde nie vom Nazismus ernsthaft lassen konnten und diesen im Grunde doch irgendwie richtig finden - nur sagen tut es keiner mehr öffentlich laut (was auch Folge der allgemeinen Repression ist). Ich bitte diese Leute zur stillen Aufrichtigkeit gegenüber sich selber und dann eben einen eigenen Weg zu gehen.

Ebenso haben im Bereich des politischen Kampfes um eine Bewahrung von Europa als Europa der Völker und Vaterländer keine Antisemiten und Holocaustleugner etwas zu suchen. Die sollen bitte ebenfalls ihren eigenen Weg gehen und diese Sache nicht mit ihren Kaperversuchen belasten und auch nicht als Resonanzraum missbrauchen. Hier gilt der Appell an den von gerade diesen Kreisen immer wieder beschworenen "Anstand". Den Anstand zu merken, dass man hier eigentlich nur schadet und daher eben einen eigenen Weg gehen sollte, muss, wenn man meint, es sei der richtige und es sei vor allem das richtige, gegen Windmühlen zu kämpfen..

Also:
Sparen wir uns doch bitte diese eigene Schöpfung des angeblich auszuschließenden "Altrechten", sagen wir doch ruhig auch im Sinne der Klarheit Nazis. Der Nazi ist immer auch Antisemit, er ist immer auch Imperialist und sieht sein Volk nicht als gleichberechtigtes Volk unter Völkern (das ist ja die Kernthese eines jeglichen Ethnopluralismus), sondern immer als führendes oder zumindest "besonderes" Volk an. Da können die ganze NPDler beschwichtigend raunen, wir wollen niemand etwas böses, wir wollen nur die Selbstbestimmung im eigenen Land - im Kern haben sie dann aber doch nichts gegen den einen oder anderen "Wasserpolacken" auf ihren phantasierten Gütern, den sie dann kujonieren und ausbeuten können.

Schluss mit dem Herumgeeiere!

Amos
14. Juni 2019 09:02

Ich schließe mich dem an. Es bringt nichts, wenn wir uns gegenseitig als Cuckservatives und als Kostümnazis beschimpfen. Trotzdem kann ich mir folgenden Hinweis nicht verkneifen: im WON Interview wurde ein junger Mann gefragt, wie er sich den Erfolg der Grünen und der AFD erklärt. Er antwortete sinngemäß,: weil diese existentielle Themen besetzen, die Alten Volksparteien kümmern sich um Optimierungen, ein paar Rentenprozente hier und eine kleine Steuererhöhung da, das interessiert niemanden.
Mit diesem Pfund gilt es zu wuchern und Anklänge an jene Zeit, die zivilreligiös inzwischen den Sündenfall ersetzt hat schon aus Klugheit zu vermeiden.

reclusivekali
14. Juni 2019 09:13

Ein echt guter Artikel, den ich unterschreiben kann. Danke! Ist die IB, um im Rahmen Ihres Artikels zu bleiben, dann "neurechts", oder eine Bewegung des Minimalkompromisses patriotisch - migrationskritisch - antiglobalistisch?

reclusivekali
14. Juni 2019 09:20

@RMH: Vielen Dank für Ihre klaren Worte! Ich habe den Ausschluss von "Altrechten" in ihrem Sinne verstanden, aber die Definition könnte wirklich klarer sein. Ich finde auch, dass Nazis und Antisemiten in der "Minimalkompromiss-Gruppe" keinen Platz haben und wenn sie doch dazugehören, dann möchte ich nicht dabei sein.

Lotta Vorbeck
14. Juni 2019 09:54

@Joerch - 14. Juni 2019 - 08:40 AM

"... Wenn sich (der von mir außerordentlich geschätzte!) Götz Kubitschek das eine oder andere Mal eine Replik auf die Herren Stein oder Berger ersparen würde, wäre auch schon viel geholfen. Die Empfindlichkeiten von vor allem Letztgenanntem sind ja hinlänglich bekannt."

**************************************************

Warum sollte er?

Wenn Leute, die sich in ihren Booten auf scheinbar demselben Kurs befanden, den Moment für gekommen halten, in dem es ihnen tunlich erscheint, die Piratenflagge zu hissen und einen Versuch zu wagen, das Flaggschiff der Flotte zu entern, hat sich dessen Kapitän zuallererst darum zu kümmern, den Angriff abzuwehren, sein Schiff und seine Mannschaft in Sicherheit zu bringen. Und schauen Sie mal - schon wieder:
https://philosophia-perennis.com/2019/06/14/bringt-es-etwas-mit-leuten-zusammen-zu-kaempfen-die-ganz-andere-ziele-haben/

Mit Filibustern ist nach dem Seerecht zu verfahren. Etwaige Empfindlichkeiten der Kaperfahrer sind diesbezüglich völlig belanglos.

Fritz
14. Juni 2019 10:16

Das muss natürlich alles auf einer streng inhaltlichen Ebene geschehen. Zu sagen, dass man nichts mit Nazis zu tun haben will, bewirkt wohl wenig, wo ja jeder, der nicht dem politischen Mainstream angehört, als Faschist, Rechstextremer und Nazi tituliert wird.

zeitschnur
14. Juni 2019 10:35

@RMH

Sellner schrieb: "Es grenzt explizit nur Altrechte und Globalisten aus, also jene, die sich in die Tradition der europäischen Totalitarismus stellen und jene, die den heutigen Weltzustand, die Auflösung der Völker und Kulturen und den Austausch unserer Bevölkerung, akzeptieren. " -

Es sieht so aus, dass er mit diesen "Altrechten" nicht nur "Nazis" oder Hitleristen meint. Er schreibt, es seien damit "jene, die sich in die Tradition der europäischen Totalitarismus stellen" gemeint.

Wer sind diese "jenen"? Jetzt müsste man natürlich genau definieren, was er mit "Totalitarismus" meint. Aber versteht man es landläufig, meint "totalitär" ein System, das die individuellen Freiheitsrechte nicht nur ungleich definiert, sondern auch einen hohen Grad an paternalistischer Kontrolle, dass auch nur ja jeder seinen "Stand" nicht irgendwie verlässt, einschließt. In einem gewissen Sinn sind auch die alten Monarchien im Grunde tendenziell oder total frühe Orwellstaaten gewesen, nur technisch weniger perfekt und folkloristischer. Wenn man an den regelrechten Verkauf von Landeskindern an den französischen König denkt, nur weil der Herr Fürst Geld für seine Gelage und zahllosen Mätressen benötigte, wenn man an das totalitäre Konzept der Jesuitenreduktionen in Paraguay denkt, das den Indios zwar ein bisschen Erhebung gab, aber jede Minute ihres Tages und jede Lebensregung vorschrieb und kontrollierte, ein Konzept, das eine säkulare Projektion der inneren Ordensstruktur der SJ abbildete und daher auch von den Zeitgenossen des späten 18. Jh als tief verwandt mit dem Jakobinismus angesehen wurde (Man lese dazu Ausgaben der damaligen Berlinischen Monatsschrift, in der auch Kant publizierte) - das alles sind auch "Altrechte" oder auch im Grunde Linke einer bestimmten Wolle. Meinte Sellner auch sie? Kann man "rechts" und "links" wirklich noch so genau unterscheiden, es sei denn man macht sich die Mühe jedes einzelne Phänomen genau zu analysieren?

Da im Sellnerzitat ein grammatischer Fehler ist, kann es sein, dass er "Totalitarismen" meinte und aus Versehen den Singular schrieb?

Man muss vielleicht auch darüber nachdenken, dass die alten Monarchien zwar einen gewissen Ethnozentrismus betrieben, aber von der Grundkonstruktion her ja souveräne Völker, die selbst definieren, wer sie sind, ablehnten. Die "Untertanen" mussten nicht ethnokulturell zusammenpassen. Und ihre "Kultur" zerfiel in eine Volkskultur ("Folklore") und die höfische Hochkultur, die sowieos niemals ethnisch gebunden war. Was die Untertanen band, war der Monarch, aus dem alle Macht emanativ floss. Und er kam von den Göttern, oder er wurde von Gott beauftragt und erhoben über sie (das Christentum, wohl wissend, dass Monarchie mit der Rede Jesu überhaupt nicht vereinbar ist, schwächte aus Scham das alte Konzept des Gottkönigs ein wenig zum Gottesgnadentum ab, verlagerte es aber dann auf den Papst, der die Allmacht Christi auf Erden nicht nur symbolisch darstellt - übrigens auch der Vatikan im Grunde ein totalitäres Konzept, denn der Papst hat die absolute und totale Macht über jede Seele auf Erden).

Um was geht es also der "Rechten" - ist es wirklich diese Freiheit der Völker, ihre Identität selbst zu bestimmen, ebenso ihre politische Formation? Stehen diesem Konzept nicht gerade auch viele Rechte entgegen, wie schon beim Zusammenbruch des Ancien Régime?

In der Frage steckt mehr Zündstoff als es auf den ersten Blick aussieht.
Ein "Reim dich oder ich fress dich" hat übrigens auch beim Widerstand im "Kreisauer Kreis" nicht geklappt, und Moltke schrieb am Ende, kurz vor seiner Hinrichtung, an seine Frau, er sei in Wahrheit ein Märtyer des Ignatius von Loyola (nicht etwa seiner eigenen Ideale) geworden - ein im Grunde niederschmetterndes Fazit.

Der_Juergen
14. Juni 2019 10:56

Was Martin Sellner hier schreibt, haben viele Foristen, darunter meine Wenigkeit, immer wieder betont: Der Kampf um die ethnische und kulturelle Bewahrung Europas, und damit gegen Umvolkung und Islamisierung, ist der gemeinsame Nenner, der uns Rechte einen muss. Insbesondere dürfen uns religiöse Fragen nicht trennen. Für mich als Christen ist z. B. der Atheist @Franz Bettinger ein Kampfgefährte, zumal er nie auf primitive Weise gegen das Christentum hetzt, wie es ein anderer Kommentator mehrmals getan hat; letzteren betrachte ich nicht als Kampfgefährten, weil er bewusst spaltet. Auch der Neuheide, der das Christentum und das christliche Erbe Europas so respektiert, wie ich das griechisch-römische achte und bewahren will, ist für mich selbstverständlich Kamerad und nicht Feind.

@RMH
Ihren heutigen Beitrag finde ich untauglich, u. a. weil Sie die Terminologie des Feindes übernehmen.

ALD
14. Juni 2019 11:12

Sprechen wir Tacheles.
Jahrelang bestand der Minimalkonsens im sogenannten patriotischen Lager in der Ablehnung der Islamisierung. Dabei traten deutlich 2 Lager hervor:
1. Die Realisten, die die Islamisierung Europas im 21. Jahrhundert als Teil der allgemeinen Überfremdung und als Symptom der kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung und eines ungezügelt, hedonistisch-entwurzelten Zeitgeistes begreifen. Sie betrachten nicht die Muslime als Gegner, sondern in der Gesamtheit korrekterweise als Opfer einer mit genannten Phänomenen einhergehenden globalen Aubeutungsmaschinerie, für die der westliche Imperialismus mit seiner 100-jährigen Destabiliserungspolitik in der islamischen Welt verantwortlich ist. Sie setzen daher auf Verständidung mit der "islamischen Welt", weil sie sich bewußt sind, daß eine geordnete und friedvolle Remigrationspolitik nur mit einer Politik des globalen Ausgleichs und der kulturübergreifenden Kooperation möglich sein wird. Sie denken realpolitisch. Sie handeln und agieren würdevoll.

2. Die ideologisch agierenden Verschwörungstheoretiker, die die Islamisierung als aktiven, ja auch bewußt geplanten Übernahmeversuch "des Islams" an sich betrachten und quasi in allem Islamischem und jedem Moslem irgendein offenes oder verstecktes Übel sehen, irgendeine Gefahr zu erkennen glauben ohne jemals wirklich einen fundierten Einblick in islamische Gesellschaften gehabt zu haben. Völkerrechtswidrige amerikanische Hegemonialkriege relativieren sie im besten Fall; oder glorifizieren sie gar in reinstem evangelikalischem Sektensprech als legitime Interventionen gegen das Böse (oder auch "Kreuzzüge gegen das Böse", Bush), also den Islam, an sich.

In ihrem wahnhaften Eifer im Namen des Guten (also des angloamerikanischen Wirtschaftsimperialismus und des Staates Israel) wurden Muslime von diesen liberalistisch-ideologischen Patrioten jahrelang in zahllosen Artikeln, Videos und Beiträgen diffamiert und entmenschlicht. Auch Sie Herr Sellner haben sich teilweise daran beteiligt. Man hat geglaubt, daß mit Halbwahrheiten und Lügen eine breiter Konsens herzustellen sei, daß mit der Beseitigung des "Übels" Islam und Muslime alle Probleme vom Tisch wären. Die Realität sieht indess anders aus. Man ist nun nicht nur an die Grenzen der Zustimmung gestoßen; nein der Rückgang an Rückhalt in der Gesellschaft sorgt nun für Panik in den eigenen Reihen. Es wird wie wild um sich geschossen; ein neues Feindbild muß her:
einige Protagonisten dieser 2. us- und israeltreuen (besser -ergebenen) Fraktion lassen nun die selbe niederträchtige Verachtung, die sie gegenüber 1,8 Milliarden Muslime pflegen, auf die realpolitische Rechte niederprasseln, die seit jahrzehnten theoretische Kärrnerarbeit geleistet hat, um so etwas wie eine "alternative" deutsche Politik jenseits des goldenen kapitalistischen Zeitfensters zwischen 45' und derJahrtausendwende überhaupt denkbar zu machen.

"Nazi-Bauern", "homophobe Kryptofaschisten", "latente Antisemiten". Widerwärtigste, realitätsferne Beleidigungen, wie man sie zuvor stets gegenüber Muslimen etc. gewohnt war. Kein Anstand, kein Respekt, keine Achtung vor Autoritäten, die sich diesen Status verdient haben durch Leistung, Anerkennung und sogar Respekt vom politischen Gegner. ...
nein, Herr Sellner, sowas muß man sich nicht gefallen lassen. Mit solchen Leuten befand man sich nie in einem Mosaik. Das war nur eine Illusion.

Bringen wir es auf den Punkt: wir erleben die Teilung zwischen denjenigen, die in jedem Fall an einem atlantischen Bündnis unter amerikanischer (Militär-)Führung festhalten wollen und jeden noch so zerstörerischen Angriffskrieg der Amis und jedes noch ausbeuterische Verhalten des westlichen Kapitalismus mittragen wollen und werden (ohne zu begreifen, daß genau diese Kriege und dieses "Wirtschaften" die Hauptursache für die Überfremdung Europas sind), und denjenigen, die eine vom atlantischen Hegemonialanspruch losgelöste, eigenständige Politik des Ausgleichs und langfristigen Stabilität entwickeln und etablieren wollen.
Herr Gauland hat im Grunde schon die Marschrichtung vorgegeben: "Deutschland ist kein Prokonsulat der USA"

Machen wir uns nichts vor, Herr Sellner: diese beiden diametral entgegengesetzten Strömungen lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Die einen kämpfen in Wirklichkeit NUR um ihre persönliche Freiheit, die anderen um die Freiheit ihres Volkes!

Das Potential einer zukünftigen Mehrheit für eine souveräne, volks- und kulturerbejahende und -erhaltende Politik mit eurpäischen Stabilitätsanker und internationalem Ausgleich liegt nicht im Schulterschluß mit verwirrten, pseudointellektuellen "Nazijägern", die nicht mehr als eine Variante des globalistischen Zeitgeistes darstellen, sondern in einer kooperativen Ausrichtung, die auf die sogenannte Mitte der Gesellschaft abzielt. Auf die anständige, fleißige Arbeiterschaft und Mittelschicht, die sich von den "grünen Anywhere's" genauso abgestoßen fühlen wie von den "blauen Anywhere's". Die nichts gegen Muslime haben, aber wohl was gegen Überfremdung.
Siehe Dänemark.

RMH
14. Juni 2019 11:15

@zeitschnur,

danke für Ihre Ausführungen. Sie bestätigen, wie schwer es ist, hier überhaupt etwas zu definieren. Meine eigenen Ausführungen waren auch nur in recht kurzer Zeit entstanden.

Das für das ganz Alte in Deutschland und Österreich das Rad der Zeit unwiederbringbar abgelaufen war, war schon in den 20er Jahren jedem halbwegs intellektuell redlichen Rechten klar (daher auch das betont Moderne gerade in den Vorstellungen der sog. konservativen Revolution) .

Ich habe daher M.S. in Richtung NS und Faschismus interpretiert. Evtl. schreibt er ja auch noch etwas dazu - es wäre aus meiner Sicht schon wichtig, hier zur einer griffigen Formel zu kommen, auch wenn sie im Detail dann einer Quadratur des Kreises fast gleich kommen kann.

Das wohl wirklich JEDES politische Denkmuster die Gefahr des Totalitären in sich birgt, dürfte auf der Hand liegen. Das die alten Monarchien keine Völker sondern nur Untertanen kannten, dürfte ebenso klar sein. Der Nationalismus und damit das Völkische war immer auch das Vehikel der Mobilisierung der Bevölkerung durch die Republikaner, seien sie liberal, demokratisch oder sozialistisch oder sonst etwas gewesen. Eine der Neuerungen an Marx war ja, dass er nun eine globale Klasse des Proletariats erkannt hat und diese zum Träger der Revolution (und nicht die Nationen) erklärt hat.

Selbst im Liberalen zeigen deren Denker dann immer wieder Ansätze von Kontrollphantasien, die man als totalitär bezeichnen kann. Auch unsere heutigen Zeiten zeigen klar totalitäre Tendenzen auf.

Freiheit, so scheint es, ist kein stabiler Zustand sondern etwas, was immer wieder neu ausgehandelt und ggf. auch erkämpft werden muss (schrecklich - dieser letzte Satz hört sich wie Staatspropaganda an, ich ringe hier mit den Worten und mir ist nichts besseres ad hoc eingefallen).

Loyal
14. Juni 2019 12:15

Den Ausführungen ALDs ist zuzustimmen.
Denn der Graben verläuft zwar durchaus zwischen Globalisten und Patrioten (Kommunitaristen), wie von Herrn Sellner beschrieben, aber gleichzeitig vor allem zwischen den Lagern, die ALD so zutreffend porträtiert hat. Und hier ist die wie auch immer geartete Altrechte der Neurechten durchaus inhaltlich sehr nahe, im Gegensatz zu dem ganzen islamkritischen Milieu.

In diesem Zusammenhang muß auch darauf hingewiesen werden, daß die "Mosaik-Rechte" Sellners eben nicht jene "Mosaik-Rechte" Ph. Steins/B. Kaisers ist. Das "Jungeuropa"-Projekt und dessen "Mosaik-Rechte" weist doch wenig Berührungsängste zu Bewegungen, Projekten, Organisationen wie CPI oder Hogar Social auf, die ein Herr Sellner doch selbst nicht im "neurechts-identitären" Boot haben will.

zeitschnur
14. Juni 2019 12:24

@ RMH

Vielen Dank für Ihre Antwort - Ihr letzter Abschnitt stellt die interessante Frage nach einer "Sicherung" gegenüber dem Abrutschen ins Totalitäre, einer Gefahr, die jedem Modell innewohnt.
Müsste das zu einer in einem freiheitlichen "System" zentral verankerten "Prüfung" führen? Ein bisschen wie das gesetzmäßige und absolut verbindliche Auf-Null-Setzen aller ökonomischen Schulden im Alten Israel nach einigen Jahrzehnten? (Alleine eine Entschuldung heilt schon totalitäre Tendenzen...) Hier müsste man überlegen, was man sonst noch immer wieder turnusmäßig auf Null setzt, um nicht die Form zu verlieren, die man ursprünglich intendiert hat.

Ich sehe aber hier gerade zwischen eher libertär-anarchistischen Ansätzen und "rechten" Theorien im reaktionären Sinn geradezu Welten auseinanderklaffen - die einen erhoffen sich Frieden und Gerechtigkeit vom Fehlen jeglicher Hierarchien, die anderen gerade davon, DASS alles hierarchisch strukturiert ist. Intuitiv würden aber viele sagen, dass man "irgendwie" beides braucht. Viele trauen dem Menschen keine Freiheitsfähigkeit zu und befürchten Chaos, Mord und Totschlag (was ich allerdings nicht tue!).

Man beliebt heute andererseits gerne gerade staatlich gefördert (und das macht mich extrem misstrauisch) von "rhizomartiger" Vernetzung zu parlieren, meist gestützt auf quantentheoretische Modelle. Allerdings ist das Rhizom als Modell nicht identisch mit "libertär" oder "anarchistisch", sondern DAS faschistische Basis-Modell, sei es links oder rechts, das zu unterscheiden ist dann obsolet geworden: Unterirdisch-basal wuchert das "irgendie verbundene" (Hans-Peter Dürr) Konglomerat der "Gleichen" oder das "Kollektiv" der auf "gleich" geframten, total auf "gleich" kontrollierten Einzelnen, in der Illusion zwingender Bedeutsamkeit ebenso gefangen wie in der erstickenden Unetwindbarkeit aus dem "Geflecht". Oberidisch erhebt sich das fest verschnürte, strukturell gesicherte Liktorenbündel der Eliten oder des (Krypto-)Führers oder der "Partei" oder des ... Tyrannen...

Wir erhoffen "Ordnung" stets aus "zahlenrelational" geordneten Strukturen - seien sie hierarchisch oder "rhizomartig". Die Menschen bedürfen aber zu einer wirklich freien Entfaltung (auch) der asymmetrischen Anlage. Und genau daran scheitern wir, seit wir denken können, wir schaffen es nicht, hier ein Gleichgewicht zu erzeugen bzw nicht dauerhaft.

Aber vielleicht äußert sich Herr Sellner dazu ja noch mal, wie Sie schreiben - es wäre interessant.

Andreas Walter
14. Juni 2019 12:27

Einverstanden. Also rund 4,5 Millionen Bürger:

“Nur 14 Prozent der befragten AfD-Wähler sagten, dass Deutschland ein weltoffenes Land sein soll.“ RP Online 2017, “Arbeiter, männlich, ostdeutsch“

Doch wie hoch ist der Anteil der Altrechten? Leute, die sich womöglich wirklich den Führer zurückwünschen? Darüber liest man ja die abenteuerlichsten Geschichten, doch dann hätte die NPD ja schon immer 10% und mehr in ganz Deutschland kriegen müssen, was ja nie der Fall war. Auch folgende "Studie" von 2016 ist darum Unsinn.

https://www.focus.de/politik/deutschland/die-enthemmte-mitte-schockierende-studie-ueber-rechtes-denken-jeder-zehnte-deutsche-wuenscht-sich-einen-fuehrer-wie-hitler_id_5638932.html

Vielmehr haben 2005 748.568 die NPD gewählt, 2017 nur noch 176.715. Ziehen wir also trotzdem (nur als unterstellende, unbewiesene Vermutung) darum noch mal grosszügig 572.000 Wähler bei der AfD ab, nichtmal 1% der deutschen Wahlberechtigten, die vielleicht, womöglich(!) überholte Vorstellungen haben.

Dann komme ich immer noch auf 4,5 Millionen Patrioten, die weder zum altrechten noch zum liberalen Spektrum gehören. 3/4 der AfD (75%).

Völlig normale, gesunde Werte also, sowohl für eine Partei wie auch für eine Demokratie, nur eben patriotisch. Wie 99,9% aller anderen Länder der Welt auch, selbst die noch paar "Sozialistischen“ und "Kommunistischen".

Deutschland ist in der Beziehung daher das exotischste Land der Welt, gleich gefolgt von Österreich. Wobei dort die Patrioten bereits auf 25% kommen, also 1/4, und andere Länder Europas und der Welt sogar auf zwischen 1/3 und 2/3. Darum ja auch mein Vorschlag einer patriotischen Massenmigration, ein Exodus.

Veränderung, ein Neuanfang.

https://youtu.be/7z3mWxiLYnc

RMH
14. Juni 2019 13:05

@Der_Juergen,

da M.S. in seiner Definition der gemeinsamen Sache ja durchaus auch Teile von denen, die man auch unter "rechts" landläufig subsumiert (bereits darüber könnte man trefflich streiten - siehe die alte Diskussion um die "linken" Nazis), ausschließen will ("alte Rechte"), stellt sich doch die Frage, wen wollen Sie nicht mit an Bord haben?

Irgendwo wird man - sei es aus Überzeugung oder auch nur aus Pragmatismus im Sinne des Erfolges - schon eine Linie ziehen müssen, oder?

Was ist am Begriff "Nazi" bitteschön "Feindsprache?" Die haben sich selber damals so genannt und es gibt auch heute noch welche, die "ihren Hitler" in einem Schrein haben ... tun wir doch bitte nicht so, als ob es das nun gar nicht gäbe und alles nur böse Mären der Linken und Globalisten wären. Deswegen habe ich auch klar geschrieben, dass ich es nachvollziehen kann, wenn man um diesen Begriff "herum eiert". Vermeiden lässt er sich aber nicht und es ist Teil einer metapolitischen Rückeroberungsstrategie wieder auch die Deutungshoheit über diesen absolut ausgeuferten und zerfranzten Begriff zu erlangen, denn abschütteln, totschweigen oder vergessen lässt er sich nicht. Wie ich schon schrieb, wer will es denn besser wissen als wir, wie dieser Begriff zu deuten ist?

Der gesamte Kampf der Patrioten, der Rechten und später "neuen Rechten" seit 45 ging doch gerade darum, dass, was das wahre "Heilige" für einen Patrioten ist, das eigene Volk, von der Befleckung einer modernistischen Ideologie, dem N.S., der es für seine Zwecke instrumentalisiert und zur Beute genommen hat, zu befreien, damit das eigene Volk auch noch Zukunft hat und "Volk" als Ethnie nie der Generaleinwand an und für sich gegen seine reine Erhaltung sein kann und darf. Mit "Schuldkult" hat das übrigens rein gar nichts zu tun, ebenso wenig wie mit Feindsprache. Dass der Feind Teile der Sprache besetzt hat, ist - gerade hier in diesem Diskussionskreis - doch Allgemeinwissen.

Lotta Vorbeck
14. Juni 2019 13:37

@RMH - 14. Juni 2019 - 01:05 PM

"... Was ist am Begriff "Nazi" bitteschön "Feindsprache?" Die haben sich selber damals so genannt ..."

*******************************

Die haben sich selber damals so genannt ...

Sicherlich können Sie auch einen Beleg dafür liefern?

Niekisch
14. Juni 2019 13:57

" Der Kampf um die ethnische und kulturelle Bewahrung Europas, und damit gegen Umvolkung und Islamisierung, ist der gemeinsame Nenner, der uns Rechte einen muss."

@ Der_Juergen 10:56: Das ist mir zu unscharf ausgedrückt. Wenn Ethnie eine Menschengruppe einheitlicher Kultur ist, dann brauchen wir nur das Bewahren der Ethnie und nicht zusätzlich noch der Kultur. Reicht aber das Bewahren der Ethnie aus? Was ist, wenn sich in Deutschland 98 % der Bewohner aus Fremden zusammensetzen, sie sich unsere Kultur vollständig-falls das geht, was ich bezweifle-angeeignet haben? Macht das Bewahren der Ethnie dann einen Sinn? Was ist die über das Ethnische hinausreichende Kategorie, die uns Richtschnur und gemeinsamer Nenner ist? Haben nicht gerade diejenigen 14oooooo Deutschen, deren Geist und Wille von den Planken gestoßen werden soll- wenn auch in heute unzeitgemäßer und zurückzuweisender Form- nach dieser Kategorie gedacht und gelebt? Sogar massenhaft Selbstmord begangen, als ihnen diese Kategorie gewaltsam genommen wurde. Mußten nicht die Überlebenden 131 teils völlig menschenunwürdige Fragen (s. Ernst von Salomon, Der Fragebogen) beantworten, um unter der Dusche von Kreuzzüglern kathartisch abgespült zu werden? Wollen wir uns heute daran ebenfalls beteiligen und das Spiel derjenigen mitspielen, die uns das Schicksal Amaleks bereiten wollen?

So oder so wird die alles entscheidende Kategorie wieder in ihr Recht gesetzt werden. Das wird auch die schmierige Seife auf den Planken des hosenscheißerischen Seelenverkäufers namens "Recte" nicht verhindern.

Entweder A l l e für das E i n e oder fast Alle für das Nichts!

Marc_Aurel
14. Juni 2019 14:07

Das Thema das Sellner hier aufwirft, beschäftigt mich innerlich schon seit einigen Jahren immer wieder einmal, Kernfragen wie: „Was ist eigentlich rechts, gibt es eine saubere Definition?“, „Ist die Einteilung der Welt in links und rechts überhaupt noch sinnvoll, schadet das mehr als das es nutzt?“, „Wo stehe ich selbst?“ usw. werden ganz automatisch immer wieder aufgeworfen.

Diese Fragen sind sehr schwer zu beantworten, weil es viele Aspekte zu beachten gilt, ich beschränke mich im Folgenden auf jene, die mir spontan einfallen.

Obwohl meine Denke im Prinzip schon immer patriotisch ist und ich mich im Laufe der Zeit ganz instinktiv mit rechter Literatur beschäftigt habe (aber eben nicht nur), habe ich mich selbst nie als rechts gesehen oder bezeichnet, im Übrigen auch nicht als links, es sind abstrakte, schwammig definierte Kategorien. So habe ich mich bei meinen 12 Meinungen zu 12 Themen nie gefragt, in welchen Topf diese oder jene Ansicht nun fällt, denn das Verdrahten des Gedankenstranges auf diese abstrakte Zwischenschicht ist eigentlich unnötig. Erst durch die Sezession (auf die ich durch Compact kam) habe ich überhaupt erst einmal angefangen über diese Differenzierung wirklich nachzudenken. Mir wurde dann klar, dass ich auf einer Seite wie dieser schon ganz gut aufgehoben bin, ergo also ein Rechter sein muss. Hat das Auswirkungen auf mein Denken bzw. meine Wahrnehmung gehabt? Nun, gefühlt habe ich den Eindruck, dass sich der Sensor, der für die Freund/Feindkennung zuständig ist, sensibilisiert/verändert hat. Vielleicht stecke ich jetzt schneller in Schubladen als früher, könnte man mit Humor sagen…ich weiß es nicht…die Rechte wird von mir zunehmend als eigenes Lager begriffen, das heißt ich freunde mich mit dem Begriff an und natürlich somit auch nach außen hin verteidigt. Was mich zum nächsten Punkt bringt – der Wahrnehmung des Begriffes Rechts in der Öffentlichkeit und damit in Zusammenhang der Definitionsfrage.

Die Wahrnehmung des Begriffes Rechts in der Öffentlichkeit ist, natürlich hauptsächlich durch bewusste Verzerrungen/Propaganda interessierter Kreise, per Dauermedientrommelfeuer tief in die Hirnwindungen eingefräst, durchwachsen, oft negativ. Selbst hier im Osten und selbst unter, im Sinne der Sache Wohlgesinnten, wird der Begriff häufig mit gemischten Gefühlen aufgenommen, jedenfalls regelmäßig falsch eingeordnet/interpretiert. Das Spektrum der negativen Assoziationen ist dabei vielfältig und reicht von „Rechts=Nazi“ (ganz böse) bis „auf jeden Fall irgendwie dunkle Seite der Macht“ (etwas böse), positive Assoziation sind sehr selten und erschöpfen sich vielleicht noch in dem auch nicht gerade schmeichelndem Begriff „notwendiges Übel“…sie nennen es nicht so, aber ich spüre, dass sie das meinen. Deshalb war mein erste Reaktion, als ich auf die Sezession stieß auch: „Das ist aber mutig (das heißt unter Umständen auch unklug) sich hinter diesen Begriff zu stellen.“ Vor ein paar Tagen in einer Whatsapp-Gruppe: ein kritischer, dystopischer Ausblick auf das Ergebnis des links-grünen Irrsinns wird gepostet, aber dann ergänzt um den bekannten Satz „…ich bin nicht Rechts (meint: ich Nazi), aber…“ Durch den inflationären Einsatz der Begriffe Nazi/Rechts u.a. zu allen unpassenden Gelegenheiten hat sich das etwas abgenutzt/abgemildert, aber es dürfte ein langer Weg und ein hartes Stück Arbeit sein, diesen Begriff wieder voll zu rehabilitieren und vor allem irgendwie positiv zu besetzen. Das unschöne daran ist auch, dass viele Gesprächspartner, die man erreichen könnte, wenn man den Begriff miede, gleich sämtliche Schotten schließen und nicht mehr zuhören, sobald er fällt.

Ein Dilemma dabei ist weiterhin, um zum nächsten Punkt zu kommen, die Unschärfe des Begriffes. So wie ich es aufgefasst habe, ist der Rechte vor allen Dingen ein bodenständiger Zeitgenosse mit einem realistischen Menschen- und Weltbild, der gewachsene Strukturen respektiert und überhaupt bemüht ist durch Beobachtung des Vorhandenen zu Erkenntnissen zu kommen, was ihn scharf abgrenzt von „verrücktgewordenen Universalisten“, welche die Realität gern an ihr utopisches Weltbild anpassen würden, zur Not auch mit Gewalt. So kurz umrissen, wie unvollständig, vielleicht auch naiv diese Definition auch sein mag, es gibt bestimmte Dinge, die ein Rechter eben gemäß dieser Merkmale nicht sein kann, wie zum Beispiel ein Bolschewist oder ein Nationalsozialist. Der Rechte ist ja geradezu eher der Gegenentwurf dazu, seine extreme Form, der Rechtsextreme also, müsste ja noch weiter von den utopischen Universalisten weg sein, also sonst irgendetwas, wird aber paradoxerweise selbst im alternativen Lager zum Teil deckungsgleich mit diesen verwendet…

…man sieht an diesen Gedankenspielen schon, wie sehr der Begriff „Rechts“ als Fraktionsbezeichnung polarisiert und wie er mit großer Zuverlässigkeit nahezu vollautomatisch in einen beinharten Grabenkrieg der Begrifflichkeiten/Definitionen führt, berechtigt oder nicht, das ist häufig die praktische Auswirkung der Verwendung.

Das primäre Missionsziel ist es ja aber, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass sich der Kampf um den Erhalt des Eigenen lohnt und ihnen dafür einen Sammelbegriff anzubieten, hinter dessen Fahne sie sich ohne stille Zweifel und Deutungsschwierigkeiten stellen können. Der Begriff des Patrioten ist dafür besser geeignet als der des Rechten, weil er unverbrauchter ist, sich sauberer definieren lässt und er ist natürlich auch ein Stück weit flexibler und damit anschlussfähiger.

heinrichbrueck
14. Juni 2019 14:26

Sätze können so und dann wieder anders verstanden werden, je nach Perspektive und Kontext. Was bringt es jetzt, diese Belletristik exzessiv zu vertiefen, wenn im Zwischendeck eine kleine Meuterei den Aufstand probt? Die Zielsetzung ist etwas unausgedrückt geblieben, zumindest auf der Ausführungsebene. Wie kann dieser Aufstand, Blickwinkel Reederei, integrationstechnischeingeplant eine Gefährdung werden?
Wissen ist Macht. Und so langsam setzt sich die Gewißheit durch, bei vielen Nichteinverstandenen schon etwas länger, das Schiff führe auf einem katastrophalen Kurs. Es werden regelmäßig Wahlen abgehalten, aber es wird keine andere Politik gemacht, der Kurs bleibt. Was tun? Wie? Es muß also eine Änderungspolitik her. Zunächst ein kleiner Exkurs in die Geschichte des unguten Gefühls, der immer stärker wahrgenommenen Ersetzungsmigration. Die größere Fraktion: Der Kapitän muss weg! Demokratisch bekam er seinen Posten, also muß er auch demokratisch weichen. Wir dürfen dabei aber nicht totalitär vorgehen, ihr wißt schon. Es folgt der demokratische Mosaikstreit. Die ganze Nummer begann mit John Lennon, der an einem schwülen Frühlingsabend am Klavier saß; ein langhaariger Hippie auf AFD (Designerdroge), als er weggetreten Imagine intonierte. Die Reederei bekam feuchte Augen. Frauen vielen in Ohnmacht, Männer verloren die Contenance. Es wurden Fragen gestellt. Das Kreuzfahrtschiff hielt den Kurs. John Lennon flog als erster über Bord. Man munkelte: Altrechte waren es, weil Johny lange Haare hatte; die Migranten waren es, warum weiß man nicht; Globalisten waren es, aus Langeweile und weil sie dringend einen Märtyrer brauchten. Es war eine interessante Diskussion. Derweil das Schiffsorchester für Unterhaltung sorgte: https://www.youtube.com/watch?v=P2DcyoNN7nA

Niekisch
14. Juni 2019 15:01

"Sicherlich können Sie auch einen Beleg dafür liefern?"

@ Lotta Vorbeck 13:37: Es gibt einen Titel von Joseph Goebbels "Der Nazi-Sozi".

RMH
14. Juni 2019 16:27

@Lotta Vorbeck,

damit habe ich gerechnet. Natürlich haben sich die Parteimitglieder mit der vollständigen Bezeichnung als "Nationalsozialisten" bezeichnet. Landläufig waren es für alle anderen bereits damals die Nazis - ein Ausdruck, der einen damals auch nicht vor den Kadi brachte. Meine Quellen?
Ich bin mit dieser Generation aufgewachsen, sie hat mich erzogen und ich durfte fragen und mir wurde auch geantwortet. Für meine Großmutter allerdings, die noch Kaiser Wilhelm persönlich sehen durfte, war "Nazi" hingegen bis in die 30er Jahre hinein schlicht der Spitzname für Leute, die den Vornamen Ignaz oder Ignatius hatten.

Nemo Obligatur
14. Juni 2019 17:54

@
RMH
14. Juni 2019 08:58

Wohltuende Worte! In einem seiner Aufsätze benutzte Götz Kubitschek einmal den Begriff "Hitleristen" (oder sogar "orthodoxe Hitleristen"). Von jenen möchte ich mich fernhalten, ebenso von den o.g. Impfgegnern, die ich schlicht für gefährlich naiv halte. Mit allen anderen würde ich grundsätzlich zunächst einmal reden, ohne deswegen gleich ihre Ansichten für gut befinden oder übernehmen zu wollen. Die Wörter "Nazi" und "Faschist" würde ich übrigens ein für alle Mal aus dem Wörterbuch streichen. Der Gerechtigkeit halber auch "Bolschewist" und "Stalinist". Alle vier Begriffe entstammen einer längst vergangenen Epoche und helfen uns heute ebenso wenig weiter wie "Neronisten", "Napoleoniker" oder "Ultramontane".

Niekisch
14. Juni 2019 18:41

"Mit allen anderen würde ich grundsätzlich zunächst einmal reden"

@ Nemo Obligatur 17:54: ich hingegen rede tatsächlich mit A l l e n, wenn sie denn wollen. Gespraechsverweigerung ist der Beginn des Totalitarismus, Ideenausschluss ebenfalls.

Der_Juergen
14. Juni 2019 18:54

@RMH

"Was für Leute wollen Sie nicht dabeihaben?"

Eine Antwort auf diese Frage hatte ich bereits im zweiten Teil meiner heutigen Wortmeldung auf diesem Blog erteilt, der aber, im Gegensatz zum ersten Teil, nicht freigeschaltet wurde. Ich versuche es also nochmals.

Nicht dabeihaben will ich in erster Linie Provokateure, also Leute, die sich vom System als "braune Springteufel" (Lichtmesz) benutzen lassen, indem sie z. B. den Hitlergruss machen oder mit Hakenkreuzfahnen herumlaufen. Privat darf mein Kampfgenosse über das Dritte Reich - das ich selber differenziert betrachte, jenseits von Verteufelung einerseits und Verherrlichung andererseits - denken, was er will, aber er hat sich auf Kundgebungen äusserste Zurückhaltung aufzuerlegen. Nicht als "braune Springteufel" betrachte ich hingegen Menschen, die das gesetzlich vorgeschriebene Narrativ zur Zeitgeschichte mit wissenschaftlichen Argumenten in Frage stellen und deswegen verfolgt werden.

Schwieriger fällt mir die Antwort auf die Frage, ob z. B. Michael Stürzenberger für mich ein Bundesgenosse ist. Im Prinzip ja, weil er zu Recht unermüdlich betont, dass die islamische Einwanderung für Deutschland und Europa eine tödliche Gefahr ist. Andererseits weigert er sich eisern, erkennen zu wollen, dass die Immigration - nicht nur die muslimische - vom System nicht aus "Schwäche" oder "Naivität" toleriert, sondern aus ideologischen Gründen massiv gefördert wird. Ebenso wenig will er einsehen, dass der Islam nur der Hammer der Globalisten zur Zerstörung des Abendlandes ist und dass wir ohne die Einwanderungskatastrophe korrekte, ja sogar freundschaftliche Beziehungen zu den Staten der islamischen Welt unterhalten könnten. In diesem Sinn stimme ich der Wortmeldung von @ALD zwar nicht vollständig, aber doch weitgehend zu.

Ich hoffe, Ihre Frage damit einigermassen zufriedenstellend beantwortet zu haben.

Nemo Obligatur
14. Juni 2019 19:38

@ Niekisch
14. Juni 2019 18:41

Nur zu. Und lassen Sie mich gelegentlich an den Ergebnissen Ihrer Unterhaltungen teilhaben. Aber bitte vergessen Sie trotzdem nicht, ihre Kinder impfen zu lassen. Masern&Co. können sehr gefährlich sein.

Imagine
14. Juni 2019 20:00

Patrioten gibt es links und rechts.

Wobei heutzutage kaum jemand weiß, was links und rechts tatsächlich bedeutet. Denn die etablierten Parteien bilden eine Einheitspartei. Die ehemalige linke SPD – die Partei der Arbeit bzw. der lohnarbeitenden Klasse - koaliert seit zig Jahren mit der CDU/CSU, die früher als „Unternehmerpartei“ angesehen wurde. Früher hatte die SPD die Gewerkschaften auf ihrer Seite und die CDU/CSU die Kirchen.

Jedoch ist die SPD ist seit über 100 Jahren keine marxistisch orientierte Klassenpartei mehr, aber bis Ende der 70-er Jahre vertrat sie politisch die Interessen der gewerkschaftlich organisierten Arbeitsbevölkerung und des Großkapitals. Man nannte dies „Sozialpartnerschaft“. Soziologisch wird dies als Korporatismus bezeichnet. Damit dieser funktioniert, setzt er auf beiden Seiten die Bereitschaft zu Klassenkompromissen voraus.

Warum Interessenpolitik der SPD auch fürs Großkapital?
Profitable Unternehmen können gute Löhne zahlen (z.B. Enegieunternehmen, Metallindustrie). Ob sie es tun, hängt von der Stärke der Gewerkschaften und deren Parteinahme für ihre Arbeitnehmer-Klientel ab. Seitdem Gewerkschafter als Arbeitsdirektoren Spitzeneinkommen erhalten, fungieren sie als Co-Manager mit dem Zielen der Gewinnoptimierung des Unternehmens und der Optimierung ihres eigenen(!) Einkommens.

Die Führungen sowohl von SPD wie auch der Gewerkschaften haben sich interessenpolitisch von ihrer traditionellen Arbeitnehmer-Klientel gelöst.

„Rechts“ und „links“ sind inzwischen zu Sammelbezeichnungen ohne rationale und klare Zuordnungskriterien geworden.

Aus diesen Gründen sind „Mosaik-Linke" und „Mosaik–Rechte" aus meiner Sicht untaugliche Beschreibungen. Ein Mosaik weist eine Ordnungsstruktur auf. Ein heterogenes Sammelsurium mit unterschiedlichen bis gegensätzlichen Interessen und Zielen ist kein Mosaik, genauso wenig wie eine Müllkippe dies ist.

So wird z.B. die Politik von Merkel als „links“ bezeichnet, ohne dass dies mit analytischen Kriterien begründet wird. „Links“ ist bei vielen, die sich als „rechts“ sehen, zu einer Negativ-Attribution geworden nach dem Prinzip: „Wir sind die Guten!“ Wobei „rechts“ = gut und „links“ = böse gesetzt wird.

So gibt es heute „linke“ Gutmenschen, welche die Merkel-Welcome-Politik gut finden, und „rechte“ Gutmenschen, welche diese Politik schlecht finden. Beide sind davon überzeugt, dass sie „die Guten“ sind.

Geschätzt 70-80% der Deutschen sind gegen die Politik der muslimischen Massenimmigration, von denen würde sich jedoch nur ein kleiner Prozentsatz als dem „rechten Lager“ zugehörig bezeichnen.

Wenn man als Patrioten jene bezeichnet, denen das Wohlergehen der eigenen Nation, des eigenen Staates und der Zukunft der nachkommenden Generationen wichtig ist und die bereit sind, dafür Partei zu ergreifen, so würden sich das Gros dieser 70-80% so sehen. Diejenigen, die sich im „rechten Lager“ positioniert sehen, machen darunter nur eine Minderheit aus, vermutlich sogar nur eine kleine, entsprechend den Sympathisanten und Wählern der AfD.

Welche politischen Gemeinsamkeiten kennzeichnen aus meiner Sicht einen Patrioten?

Das sind folgende Kriterien (nicht abschließend aufgezählt, keine Rangfolge):

- Ablehnung der muslimischen Massenimmigration.

- Beibehaltung des Nationalstaats.

- Streben nach nationaler Souveränität (versus „Vasallenstaat“ der USA“)

- Erhaltung des äußeren Friedens mit Russland, China, Iran etc. (versus Feind- und Kriegspolitik der USA).

- Erhaltung des inneren Friedens (versus Bürgerkrieg, Terrorismus etc.)

- Erhalt der zivilisatorischen Matrix mit Demokratie, Rechts- und Sozialstaat.

Damit ist einigermaßen klar, wer nach diesen Kriterien zu den Patrioten zählt. Leute wie Wolfgang Streeck, Willy Wimmer, Albrecht Müller, Max Otte etc.
Es ist die Opposition gegen die neoliberale und US-imperialistische Politik. Der größte Teil würde sich m.E. als „eher links“ bezeichnen.

Die „völkischen“ Rechten, die sich mit „Alt-Right“ identifizieren, sehen diese Leute nicht als Oppositionspartner, sondern eher als Bedrohung an. Und auch jene Rechten, die Transatlantiker sind, wie ein David Berger, sind keine Partner in der anti-imperialistischen und anti-neoliberalen Opposition.

Bislang bezeichnet sich die Opposition gegen die neoliberale und US-imperialistische Politik (noch?) nicht als Patrioten, weil diese Bezeichnung derzeit von Rechtsaußen okkupiert ist und diese Rechten von Politik und Medien in eine Paria-Position gebracht wurden. Zugleich sich aber auch dazu gemacht haben.

Um Paria zu werden, gehören in unserer Gesellschaft mindestens zwei dazu, einer, der jemanden zum Paria macht, und ein anderer, der sich zum Paria machen lässt.

Mit anderen Worten: Die Paria-Position und die Rolle als politischer Feind, Aggressionsobjekt und Prügelknabe ist nicht nur, aber auch selbstgemacht.

Rote Pille
14. Juni 2019 20:06

ALD
Habe ich richtig verstanden?:
- Islamisierung als Symptom der kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung und eines ungezügelt, hedonistisch-entwurzelten Zeitgeistes.
- Muslime als Opfer einer mit genannten Phänomenen einhergehenden globalen Aubeutungsmaschinerie, für die der westliche Imperialismus mit seiner 100-jährigen Destabiliserungspolitik in der islamischen Welt verantwortlich ist.“

Das sind also ihre Argumente z.B. dafür, dass die Zahl der Muslime in Österreich von 0,3% im Jahr 1971(a) auf 11,6 im Jahr 2014(b) bei schlechten Integrationswerten geradezu explodiert sind?

Ich erlaube mir auf einige Fakten die ihnen vielleicht entgangen sind hinzuweisen:
1) „Formalreligiöse Erlaubnis“ in nicht islamisierten Gebiete auszuwandern und zu leben.
Früher wurde die Welt der Muslime in „Dar al Islam“ (Haus des Islam ) und „Dar al Harb“ (Gebiet des Krieges) geteilt. Muslime waren dazu angewiesen in „Dar al Islam“ zu leben und nach Möglichkeit so sie in „Dar al Harb“ lebten, nach „Dar al Islam“ auszuwandern.
Heute gibt es noch „Dar al Sul“, „Dar al Ahd“, „ Dar al Aman“
Alles Gebiete die noch nicht islamisiert, also noch nicht „Dar al Islam“ sind. Jedoch ist es dem treuen Knechten Allahs nun "formalreligös" gestattet in ihnen zu leben.
2) ECFR des „Global Mufti“ Yusuf Al-Qaradawi
Damit die Knechte Allahs auch außerhalb von Dar al Islam rechtgeleitet bleiben kümmert sich das ECFR von Yusuf Al-Qaradawi m "gemäß der Schari’a deren Probleme im Alltag zu lösen".
(c)
Die IGGiÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich) hat Yusuf Al-Qaradawis Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ jahrelang im Islamunterricht verwendet.
Vermeintliche Inhalte dieses Schulbuches, bitte selbst nachlesen:
S. 12 Der Islam kam um zu herrschen
S.25 Nur Allah darf gebieten und verbieten
S.37 Scharia gilt für Alle Menschen
S.87 Keine Freundschaft, Zuneigung oder Liebe zu Ungläubigen
S. 105 Ein Muslim muss Ungläubige verabscheuen und um Allahs Willen feindlich gesinnt sein.
S.106 Atheisten zu achten bedeutet den Islam zu zerstören
S.140 Muslimas müssen sich bedecken um von den unläubigen unmoralischen Frauen unterschieden werden zu können.
S.247 Kampfsport für den jungen Muslim als Vorbereitung auf die Schlachtfelder des Dschihad
Quelle, „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“(d)

Zu diesen Inhalten werden Qaradawi kaum die „kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung“ oder die „globalen Aubeutungsmaschinerie“ getrieben haben.

3) Bedenkliche Integrationswerte bei Muslimen
Repräsentative Ergebnisse einer Religions – Langzeitstudie wurden 2010 veröffentlicht. Diese wie gesagt repräsentativen Ergebnisse offenbaren Bedenkliches.
44% der Muslime die nach Österreich kommen (erste Generation) finden Zuwanderer bräuchten sich weder zu „assimilieren“ noch zu „integrieren“. (e)
65% der bereits in Österreich geborenen Muslime (zweite Generation) finden Zuwanderer bräuchten sich weder zu „assimilieren“ noch zu „integrieren“.(e)
Bezeichnend auch wie ein Herr Paul M. Zulehner in seiner Publikation „ Muslimas und Muslime in Österreich im Migrationsstress“ (f) diese Studienergebnisse einfach weginterpretiert. Kein Wunder, dass seine Publikation nicht mehr frei downloadbar ist. Er versucht mit untauglichen Mitteln Freiheitsbewusstsein/Unterwerfungsbereitschaft bei Muslimen zu messen.

Wie soll man mit einer Gruppe die sich nicht integrieren möchte wie sie anregen eine „eigene Politik des Ausgleichs und langfristigen Stabilität“ machen?

4) Der liberale Islam (Euroislam) ist gescheitert
So Bassam Tibi. Aber auch ein Mouhanad Korchidee und ein Amer Albayati haben sich am Versuch eines säkularen Islam die Zähne gehörig ausgebissen.
Jetzt versucht es garade Seyran Ates, ich wünsche ihr viel Glück!

Täter/ Opfer Umkehr
Sie schreiben „wurden Muslime von diesen liberalistisch-ideologischen Patrioten jahrelang in zahllosen Artikeln, Videos und Beiträgen diffamiert und entmenschlicht.“

Die mir bekannten „Rechten“ können allesamt bestens unterscheiden zwischen Kritik am Islam oder Kritik an Muslimen. Ich persönlich erlaube mir Islamkritik entlang der oben dargestellten FAKTEN für die ich nicht verantwortlich bin.
Ich werfe keinesfalls alle Muslime in einen Topf. Ihr Vorwurf einer „Entmenschlichung“ von Muslimen ist als unhaltbar abzuweisen. Wie kommen sie darauf?
Hier erfolgt meiner Ansicht nach eine Täter/ Opfer Umkehr die unhaltbar ist. Ich möchte hier besonders auf die Abschlussarbeit eines Studenten der Arabistik (jetzt Orientalistik) Wien mit dem Titel „Kindererziehung im Islam“ hinweisen. Hier bewegen wir uns auf wissenschaftlichem Hochschulniveau. In dieser Arbeit wird postuliert Atheisten würden „im Islam“ mit „dem Töten“ .
„bestraft“ (g)

Ihre Behauptung Muslime würden "entmenschlicht" erscheint in diesem Licht geradezu provokativ.

Nachweise:
(a) Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Islam_in_Österreich
(b) https://kurier.at/meinung/kommentare/innenpolitik/das-ende-falscher-toleranz/81.739.297
(c) https://de.wikipedia.org/wiki/European_Council_for_Fatwa_and_Research
(d) https://de.scribd.com/document/4447099/Erlaubtes-und-Verbotenes-im-Islam-Jusuf-al-Qaradawi

(e) https://www.bilderhoster.net/index.php?id=2lnvb5ff.jpg
(f) https://www.manz.at/list.html?isbn=978-3-658-11828-0
(g) https://www.bilderhoster.net/index.php?id=5ar288nl.png

Ich distanziere mich ganz ausdrüclich von jeglichen Hetzinhalten vor allem gegen jegliche Gruppen. Dafür sind die Produzenten dieser Inhalte verantwortlich!

zeitschnur
14. Juni 2019 20:51

@ Lotta Vorbeck und RMH

Zum Begriff "Nazi" (für Nationalsozialist) hier eine universitäre Erklärung: http://www.sprachauskunft-vechta.de/woerter/nazi.htm

Kann aber auch sein, dass "Nazi" analog zu "Sozi" aufkam. Bloß: wann war das?

Amos
14. Juni 2019 21:06

Herrn Sellners Aufruf, um der Sache wollen die Selbstzerfleischung zu beenden wurde offenbar gehört, wie die Kommentare hier zeigen. :-)
Nun habe ich mal eine Frage an die ganz harten Jungs:
Welche Erfolgsaussichten hat eine Neurechte Bewegung in Abspaltung vom ganzen islamkritischen, migrationskritischen, bürgerlichen und liberalen Milieu?
Welche Massen könnt Ihr mobilisieren? Welche Programatik habt ihr? Könntet Ihr Euch nicht schon jetzt Herrn Poggenburg anschließen, wenn Ihr unbedingt einen Sonderweg gehen wollt? Warum seid Ihr so ungeduldig, glaubt Ihr, Ihr könnt den politischen Mainstream über Nacht umsteuern, wenn Ihr nur möglichst harte Forderungen stellt? - politische Grosswetterlagen ändern sich langsam. Was wären diese Forderungen im Übrigen?

Lotta Vorbeck
14. Juni 2019 22:05

@zeitschnur - 14. Juni 2019 - 08:51 PM

Es ging nicht um eine Begriffs- oder Herkunfsterklärung, sondern um einen Beleg für die von @RHM vertretene These, daß dies die Eigenbezeichnung der NSler gewesen sei.

Franz Bettinger
14. Juni 2019 23:26

@Niekisch: Auch ich rede mit ALLEN. Gerade jene Paria sind ja die interessantesten. Ich würde übriges auch mit dem Teufel reden oder mit Alerich, Dschingiskahn, Moses, Zarathustra, Jesus, Augustinus, Stalin oder Hitler, wenn ich könnte; nur nicht mit Langweilern.

@Marc-Aurel: Man verzeihe mir die Redundanz, aber sie erscheint mir nötig. Nein, die Begriffe Rechts und Links bleiben wichtig; sie sind auch nicht schwer zu definieren. Man muss nur jedes imaginäre Geschwafel lassen und zum Kern vorstoßen, voilà:

Rechts = 1.) Recht auf Eigenheiten und Eigenes. Rechts = 2.) Unterschiede anerkennen. (Rechts enthält also diese zwei Elemente, wobei das 2. Element schon entbehrlich erscheint, da es im ersten enthalten ist.)

Links = kein Recht auf Obiges. Links = Gleichmacherei.

Entbehrlich in der R-L-Dichotomie sind auch Aspekte wie Realismus (R) / Utopismus (L), der Wille zur Ordnung (die wollte auch Stalin, Mao...) oder das Bekenntnis zur Nation (Nationalismus tritt global und auch bei kommunistischen Regimen auf und ist somit kein Kennzeichen für Rechts).

Die Linke hat zu allen Zeiten viele Utopien produziert. Dazu zählen nicht nur der Sozialismus, Kommunismus, Leninismus, Stalinismus und Maoismus, sondern auch der natonal-sozialistische Rassenwahn eines Adolf Hitler.

Jawohl, die Nazis verstanden sich als Linke, wie der Name NSDAP schon besagt; viele Zitate von Goebbels und Hitler bestätigen dies. Die Gegner der Nazis kamen von Rechts und wurden alle gehängt (Staufenberg, Canaris...). So sieht sie aus, die Wahrheit, die nackte, die politisch unsagbare. Das Wort National-Sozialist führte übrigens das "Deutsche Adelsblatt" 1887 ein: "Fürst Bismarck, der erste Nationalsozialist". So lautete dort eine Zeitungs-Überschrift, die moralisch damals übrigens noch positiv besetzt war.

Wie kam es zu dem Etiketten-Schwindel? Warum wurden die Nazis nach dem Krieg in Rechte umgetauft. Darauf gab Reich Ranicki in seiner sehr lesenswerten Biographie "Mein Leben" die Antwort: "Die Nazis waren keine Faschisten." Hätte man die Nazis als das bezeichnet, was sie wirklich waren - Linke, Sozialisten, eine Arbeiter-Bewegung - dann hätten die UDSSR und die DDR ein ideologisches Legitimations-Problem gehabt. So kam es, dass man die Hitleristen wahrheitswidrig zu Rechten stempelte, solange, bis es später keiner mehr in Frage stellte.

Noch ein Aspekt erscheint wichtig (und versöhnlich): So wie es das egoistische Gen gibt, gibt es das altruistische. Und so ist Rechtes und Linkes in jedem von uns, und diese Gene sind notweniger Weise zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich dominant. In Notzeiten neigen die Menschen nach Rechts, in guten Zeiten des Überflusses nach Links. Beides - Rechtes (für das Eigene sorgen) wie Linkes (gnädig sein und abgeben) - sind die moralischen Pfeiler einer gesunden Gesellschaft.

sokrates399
15. Juni 2019 11:06

Zu @Bettinger
Endlich einmal, daß es einer ausspricht, daß der Nationalsozialismus „links“ ist. Allerdings sollte man den Begriff genauer fassen: Der Nationalsozialismus (nicht unbedingt der Faschismus, aber dies ist ein weiteres Feld) ist die Avantgarde der Moderne: Er ist im eigentlichen Sinne revolutionär, da er die wirtschaftlichen, technologischen und industriellen Fortschritte der Moderne übernehmen wollte und auf die Spitze trieb. In diesem Sinne berührt er sich mit dem Kommunismus. Um Heidegger zu paraphrasieren: Alles geschieht auf dem gemeinsamen Boden der technisch verzauberten Neuzeit. Er ist der Furor der Neuzeit, „technische Raserei, Herrschaft und Organisation, also Uneigentlichkeit als totale Mobilisierung“ (Safranski). Für „Reaktionäre“ wie Gómez Dávila oder Raspail, die stets diesem „Fortschritt“ entgegenwirken wollen, ist die Linke bzw. die Moderne ein „düsterer Brand, der verzehrt und zerstört“ (Heerlager der Heiligen), weil sie nach der perfekten Organisation, Berechnung und Züchtung strebt.

RMH
15. Juni 2019 11:23

@Niekisch & F. Bettinger,

von einem Redeverbot spricht ja auch keiner (oder?) - und Sie haben recht, dass gerade auch die echten oder vermeintlichen(!) "Outlaws" immer wieder Interessantes einbringen können bzw. man von diesen vieles erfahren und lernen kann. In dem Moment, wo es um eine Art von wie auch immer Bewegung geht, ist aber dann doch auch Sorgfalt und Achtsamkeit gefragt. Und ich denke, wir Älteren kennen eben noch zu gut die Räume freien Redens, des echten gesprochenen Wortes von Angesicht zur Angesicht, bei denen das Gesagte von Anfang an richtig verstanden werden kann und dann nicht aufgezeichnet wurde oder am nächsten Tag irgendwo "gepostet" wurde. Die Zeiten haben sich hier aber deutlich geändert (würde auch viel lieber mit den Leuten hier einmal bei einem Bier oder sonstigen Getränk sitzen und diskutieren - auf der anderen Seite würde man sich überhaupt nicht austauschen, wenn es diesen virtuellen Raum nicht gäbe).

Und hier möchte ich doch meine bislang in diesem Debattenstrang gemachten Ausführungen ein Stück weit dahingehend "einfangen", dass ich nicht davon ausgehe, dass wir hier oder in Deutschland ein echtes "Nazi-Problem" haben. Insofern teile ich die Auffassung von @Andreas Walter.

Es gibt aber die von @Der_Juergen genannten braunen Springteufel. Und wenn man sich gewisse Organisationen in den letzten Jahren angesehen hat, dann weiß man, dass diese geheimdienstlich unterwandert, kontrolliert und - ich wage diese Vermutung - auch gesteuert werden. Das macht auch aus staatlicher Sicht und Sicht der Herrschenden Sinn, denn damit hat man die wenigen echten Überzeugungstäter im Griff und bei passendem Bedarf springt dann auch mal so ein brauner Teufel aus der Schachtel, um gewünschte Effekte zu erzielen.

Mir ist beim letzten Europawahlkampf bspw. aufgefallen, dass der sog. III. Weg in meiner Heimatstadt mehr plakatierte (wo haben die das Geld dafür her?), als die AfD und dass deren Plakate im Gegensatz zu denen der AfD nicht zerstört wurden. Ich vermute, dass war ein Testballon um zu sehen, was kann man wirklich in der Bevölkerung an Stimmen darüber generieren - und kann es der AfD schaden (waren dann bei uns nur eine Handvoll Stimmen. Gehe davon aus, dass dieses Projekt demnächst dann wieder einschläft). Wenn eine Partei, wie die "Rechte", dann mit einem Lautsprecherwagen vor eine Synagoge fährt, dann ist auch klar, dass diese Trottel bestellte Bilder produzieren sollten, um das Schreckgespenst des ewigen "Nazis" aufrecht zu erhalten. Man kann die Beispiele sicher fortsetzen.

Wie auch immer, wir bewegen uns nicht in freien Räumen sondern in überwachten Räumen die (nicht von uns - das denken wir vielleicht) aufgestellt werden, die ge- und verschoben und verändert werden und wenn Sellner eine Art von Mindest-Gemeinsamen-Nenner und gegenseitige Nichtangriffspakte vorschlägt und auch einfordert, dann hat er Recht und entspricht der Vernunft und sollte im Sinne aller Alternativen/ Oppositionellen sein. Man hat es doch allzu oft erlebt, dass derjenige, der die anderen als Nazis bezeichnet, doch nur als kurzfristiger Kronzeuge, "Aussteiger" etc. medial verheizt wird, aber am Ende sicher kein Angebot auf echte Mitarbeit oder Teilhabe erhalten wird.

heinrichbrueck
15. Juni 2019 13:01

@ Franz Bettinger
Was ist Macht?

Nemesis
15. Juni 2019 13:53

@Imagine
14. Juni 2019 20:00
"Und auch jene Rechten, die Transatlantiker sind, wie ein David Berger, sind keine Partner in der anti-imperialistischen und anti-neoliberalen Opposition."

Mit Verlaub, dieses etikettieren ("Transatlantiker") ist mir zu allgemein. Sie klassifizieren jemand als imperialistisch und neoliberal und leiten daraus ab, er könne aufgrund dessen grundsätzlich kein Partner (wofür genau?) sein. Mit anderen Worten: sie exkludieren jemanden grundsätzlich aus dem Dialog aufgrund einer Sicht, die Sie ablehnen.

Dazu folgende Fragen:
1. Wer gibt Ihnen das Recht zu definieren, wer "Partner" sein kann und wer nicht?
2. Es könnten auch ganz andere Gründe als "imperialistische und neoliberale" sein, weshalb Berger sich dort positioniert, wo er sich
positioniert. Ich weiß nicht ob es so ist (ich kenne Berger nicht), aber ich könnte mir durchaus vorstellen, daß, wenn jemand bekennend homosexuell ist, er aufgrund dieser Tatsache und in diesen Zeiten dort Anschluß sucht, wo er meint und hofft, seine Lebensweise, die er für sich als richtig empfindet, verteidigt zu sehen. Das hat dann nicht unbedingt etwas mit "imperialistischer und neoliberaler politischer Ansicht" zu tun ("Transatlantiker"), sondern seine Entscheidung erfolgt aufgrund rationaler, existentieller logischer Schlußfolgerungen.
Das scheint aber für Sie offensichtlich völlig außerhalb Ihrer Denkmöglichkeiten zu liegen.
Diese simplifizierend-generalisierenden, binären Kategorisierungen von Menschen lehne ich ab. Sie werden den Menschen in den seltesten Fällen gerecht.
Es gibt im Leben auch noch eine ganze Menge anderer Entscheidungsgründe außerhalb von "imperialistisch" vs "nicht-imperialistisch". Und diese dürften wahrscheinlich sogar überwiegen.

Niekisch
15. Juni 2019 14:54

@ Nemo Obligatur 14. Juni 2019 19:38: Ist versprochen! Übrigens: Meine Kinder wurden nicht nur körperlich geimpft, sondern auch in der Seele durch die Giftspritze pädagogischer Fehlerzieher verbogen.

@ Der_Juergen 14. Juni 2019 18:54: auch von mir ist wieder ein Kommentar überfällig oder schon aussortiert, der sich mit der Frage des Umgangs mit dem NS beschäftigt. Einerseits verständlich, andererseits kontraproduktiv, weil diskursverkürzend.

@ Imagine 14. Juni 2019 20:00: Ihre Kommentare gefallen mir immer besser, weil Sie wenigstens ernsthaft versuchen, querfrontlerisch zu den Wurzeln unseres gemeinsamen Baumes vorzustoßen. Allerdings machen Sie vielleicht den 2. Schritt vor dem ersten. Vor konkreten und speziellen Aussagen sollten wir zunächst grenzüberschreitende Oberbegriffe bzw. Kurzaussagen für alle identitären Dissidenten finden, denen wir das von Ihnen Genannte unterordnen, damit wir möglichst viele Gleichgesinnte einen können. Darf ich Sie bitten, den nachfolgenden Versuch https://diskuswerfer.wordpress.com/2015/11/21/5-grundsaetze-fuer-deutschland-1-aufruf-an-alle-identitaeren-deutschen/ zu prüfen und mir dann hier mitzuteilen, was Sie davon halten? Wenn wir als Punkt 1 "Wisse um ein Höheres als Du selbst" hinzusetzen, dann haben wir 25 Punkte. Würden Sie redigieren bzw. verbessern?

"Die Gegner der Nazis kamen von Rechts und wurden alle gehängt (Staufenberg, Canaris...)"

@ Franz Bettinger 14. Juni 2019 23:26: und systemische Sozialisten wie Gregor Strasser wurden erschossen oder wie Ernst Niekisch eingesperrt.

Darf ich auch Sie hinzubitten?

Rote Pille
15. Juni 2019 15:35

@Franz Bettinger
Nazionalsozialismus ist eine Linke Ideologie
Syed Kamall sprach es im EU Parlament aus:
„Herr Bullmann, ich möchte sie daran erinnern, wenn Sie von Rechtsextremen sprechen, dürfen wir nicht vergessen, dass Nazis Nationalsozialisten waren. Es ist eine Form des Sozialismus. Es ist eine linke Ideologie.“
https://www.youtube.com/watch?v=MRG6ICyA4XU
Syed Kamall, EU Parlament, 24.10.2018

Auch Zeitzeuge Karl Mandler bestätigt: Die Sozialdemokraten sind Hitler hinterhermarschiert:
„Und sie sind vorbeimarschiert tausende Menschen sind vorbeimarschiert und ich habe nur geweint
mir sind die Tränen über die Wangen gelaufen, denn ich wusste daß sind doch alles die Sozialdemokraten die da marschieren, die Nazis hatten doch nicht so viele Mitglieder“
Zeitzeuge Karl Mandler, in der Dokumentation „Der Bürgerkrieg in Österreich im Februar 1934“
https://youtu.be/nGLMg4ccKdE?t=2691

@Franz Betttinger, @Niekisch
Sehr schön das von euch zu lesen. Ja, man soll sich mit allen Menschen austauschen! Viel interessanter als das was sie sagen, ist ja warum sie es sagen. Haben sie sich eine Meinung gebildet und können argumentieren oder reproduzieren sie lediglich Propaganda-Stereotype. Die Menschen werden ja mit Propaganda regelrecht vollgepumpt.

Franz Bettinger
15. Juni 2019 16:42

@Heinrich Brück. Kurz aus dem Ärmel, denn viele Begriffe erklären sich von selbst: Wer etwas machen kann, hat Macht. Wer mehr machen kann, hat mehr Macht. Macht = Gewalt über (und auch die Verwaltung des) das Machen anderer zu haben. Recht ist in Worte gegossene Macht.

deutscheridentitaerer
15. Juni 2019 17:06

Gäbe es Sellner nicht, wäre ich Raskolnikowianer, so aber ist klar, wer diese strategische Debatte gewonnen hat.

Problematisch ist alleine die Ausgrenzung von Alt-Rechten, oder wie RMH treffend sagt, Nazis.

Zwar ist mir der Nazismus als historische Erscheinung widerlich. Nichtsdestotrotz kenne ich mehr als einen bekennenden "Nazi", der inhaltlich nichts anderes ist als ein Ethnopluralist, aber aus Trotz und/oder historischer Verblendung am NS festhält. Wenn mir diese Marotte auch nervig ist, so ist es für mich kein Grund, diese Leute nicht als Gleichgesinnte zu betrachten.

RMH scheint wenig Kontakt zu NPDlern zu haben, den man viel vorwerfen kann, aber die doch in den seltensten Fällen Träumen über polnische Leibeigene nachhängen.

Aufrichtiger, wenn auch strategisch schwierig, wäre es auch bzgl. der Nazis die Trennlinie zwischen Anständigen (bei aller Fehlerhaftigkeit gerade des heutigen Menschen) und Psychopathen zu ziehen. Wer sich in die Tradition des Genozids stellt, ist offensichtlich nicht bündnisfähig. Für einen "nationalen Sozialisten" gilt das u.U. nicht. Wenn ein Benedikt Kaiser - zu Recht - ein wichtiges Teil unseres "Mosaiks" ist, warum dann nicht der III. Weg? Wenn man ehrlich ist, dann nur, weil sie sich in eine strategische Sackgasse verrannt haben.

Was nun ihre, RMH, Ausweitung von Sellners Ausschlusszone von Alt-Rechten auf die Antisemiten angeht, so kann ich dem nicht folgen.

So bin ich zum Beispiel Antisemit. Dennoch sehe ich auch die zahlreichen Philosemiten als (verwirrte) Teile unseres Lagers. Natürlich bin ich nicht wirklich Antisemit. Aber meine Beobachtung ist, dass Juden in allen anti-weißen und anti-rechten Bewegungen stark überproportional vertreten sind und ich daher einen Interessenkonflikt zwischen den Juden als Gruppe und uns als Gruppe wahrnehme, macht mich nicht nur in den Augen der Linken zum "Antisemiten". Natürlich möchte ich deshalb keinen Holocaust. Wirklich nicht - ich weiß ja, man glaubt Antisemiten derlei nur schwer. Aber als Ethnopluralist existiert ja seit der Gründung Israels eine elegante Lösung für die Problematik - denn selbstverständlich bin ich als universaler Nationalist auch dafür, dass die Juden einen Heimatstaat ihr eigen nennen können.

Warum Rechte, die in jeder Grabscherei und in jeder Prügelei die Feinderklärung der Moslems sehen, nicht in der Lage sind, die Juden als Gruppe wie jede andere mit eigener Identität und eigenen Machtinteressen wahrzunehmen und ihre überragende Machtstellung in der USA und damit weltweit einfach so hinnehmen, begreife ich nicht.
Bin ich mit dieser Position für Sie nun aus dem rechten Lager auszuschließen?

Franz Bettinger
15. Juni 2019 17:25

@Niekisch: Bitte kontaktieren Sie mich privat. Sie werden's hinkriegen. Es ist nicht schwer.

Niekisch
15. Juni 2019 18:34

"Die Sozialdemokraten sind Hitler hinterhermarschiert"

@ Rote Pille 15. Juni 2019 15:35: ...und er ist zumindest zeitweise nach eigenem Eingeständnis im Geiste der damaligen Mehrheitssozialdemokratie hinterhermarschiert, war in München 1919 für den roten Soldatenrat tätig, vielleicht sogar mit der roten Armbinde und bei der Beerdigung von Kurt Eisner.

Sogar 1941 äußerte er noch: "..an sich sind mir unsere Kommunisten tausendmal sympathischer als zum Beispiel ein Starhemberg (Vizekanzler Österreichs 1934-1936 und Teilnehmer am sog. Hitlerputsch 1923 in München). Es waren robuste Naturen, die, wenn sie länger in Rußland gewesen wären, vollkommen geheilt zurückgekommen sein würden" (Picker, Tischgespräche, S.85,86)

andreia
15. Juni 2019 18:37

@reclusivekali
»Ich finde auch, dass Nazis und Antisemiten in der "Minimalkompromiss-Gruppe" keinen Platz haben und wenn sie doch dazugehören, dann möchte ich nicht dabei sein.«

Der Vorwurf »Antisemit« ist heute aber schnell zur Hand. Da kann es um Sie schnell einsam werden.

eike
15. Juni 2019 20:25

"Ich danke dir, Herr, dass ich nicht bin wie die andern Leute, NPDler, Ungerechte, Kostümnazis, oder gar wie dieser Holocausleugner.."

Lukas 18:11

Imagine
15. Juni 2019 22:18

@Nemesis 15. Juni 2019 13:53
„Mit Verlaub, dieses etikettieren ("Transatlantiker") ist mir zu allgemein. Sie klassifizieren jemand als imperialistisch und neoliberal und leiten daraus ab, er könne aufgrund dessen grundsätzlich kein Partner (wofür genau?) sein. Mit anderen Worten: sie exkludieren jemanden grundsätzlich aus dem Dialog aufgrund einer Sicht, die Sie ablehnen.“

Aus dem Dialog exkludiere ich David Berger nicht. Ich bin gern bereit, mit ihm zu diskutieren. Aber ich würde versuchen, ihm zu verdeutlichen, dass seine Position gegen die Interessen des deutschen Volkes gerichtet ist.

„1. Wer gibt Ihnen das Recht zu definieren, wer "Partner" sein kann und wer nicht?“

Ganz einfach: die Logik. Die Regierung der USA behandelt Deutschland nicht als Partner, sondern wie eine „Bananenrepublik“. Die USA führt einen Wirtschaftskrieg gegen die deutsche Wirtschaft, um diese zu schädigen. So durch Sanktionen, durch Zölle, durch Verurteilung mit horrenden Strafzahlungen gegen deutsche Unternehmen usf.

Die USA zwingen Deutschland die Teilnahme an illegalen Kriegen auf, sie behandeln Deutschland militärisch wie ein besetztes Land. Die muslimische Massenmigration ist Folge dieser US-Kriege. Deutschland wird durch die muslimische Massenimmigration extrem geschädigt.

Die USA üben eine totale Geheimdienstkontrolle (NSA etc.) über Deutschland aus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_%C3%9Cberwachungs-_und_Spionageaff%C3%A4re

Die USA haben einen Einblick in sämtliche finanziellen Transaktionsdaten durch SWIFT etc,
https://de.wikipedia.org/wiki/Weltweite_automatisierte_Massen%C3%BCberwachung#%C3%9Cberwachung_des_internationalen_Zahlungsverkehrs_durch_die_NSA

Die USA betreiben einen Kulturimperialismus durch Filmproduktion, Internet etc. Sie wollen der Welt ihren „American Way of Life“ aufzwingen. Die USA sehen sich als Herrenvolk und als God's Own Country.

Wer Parteigänger der USA ist und damit einer Politik gegen deutsche Interessen, kann logischerweise objektiv(!) kein Patriot sein, auch wenn er sich subjektiv für einen hält.

„2. Es könnten auch ganz andere Gründe als "imperialistische und neoliberale" sein, weshalb Berger sich dort positioniert, wo er sich positioniert.“

Das mag sein, aber B. ist Parteigänger der USA. Und damit macht er eine Politik gegen die Interessen des deutschen Volkes.

„Diese simplifizierend-generalisierenden, binären Kategorisierungen von Menschen lehne ich ab.“
Im politischen Kampf geht es darum, zu erkennen wer Freund oder Feind ist. Das sollte man wissen.

zeitschnur
15. Juni 2019 22:20

@ Lotta Vorbeck

Jaja, das hab ich schon verstanden, ich war selbst laut denkend auf der Suche... übrigens hab ich noch mal nachgesehen: Joseph Goebbels hat tatsächlich 1927 eine Schrift mit dem Titel "Der Nazi-Sozi - Fragen und Antworten für den Nationalsozialisten" veröffentlicht.

https://portal.dnb.de/opac.htm?referrer=Wikipedia&method=simpleSearch&cqlMode=true&query=idn%3D573486492

Ich kann das nur ganz schlecht belegen, aber auch ich habe "auf dem Schirm", dass der Begriff sowohl Selbst- als auch Fremdbezeichnung war... in der vielfachen Literatur der damaligen Zeit gelesen, in der sowieso ein Abkürzungsrummel aufkam, sowohl in Hitlerdeutschland als auch im rein sozialistischen Feld und bei den Westalliierten... den (etwas tumben) bayerisch-österreichischen "Nazi" (Ignaz) kenn ich aus meiner Familie auch, so wie den Isi (Isidor), die Franzi (Franziska) oder die Vroni (Veronika)... Nicht zuletzt zeugt auch die "Entnazifizierung" davon, dass der Begriff 1945 längst Allgemeingut auf allen Seiten war...

Aber das nur am Rande...

Gracchus
15. Juni 2019 22:34

Also scheint der Lagerkoller ausgebrochen.

Ein Mosaik, das zum Dampfer wird - und wem Richtung und Ziel nicht passen, der muss über die Planke gehen? Da scheint doch sprachlich einiges durcheinander. Aber nicht nur: Denn warum sollte jemand mitfahren, wenn ihm das Ziel nicht passt? Und statt über die Planken zu gehen und also zu ertrinken wird er doch lieber an Bord bleiben und den nächsten Hafen erreichen wollen ...

Wohin aber soll die Reise gehen, ist die entscheidende Frage. Immerhin hat sich David Berger deutlich positioniert (und der Mosaikrechten eine klare Absage erteilt). Eine ebenso klare Ansage vermisse ich hier.

Und wo ist überhaupt die Differenz? Berger kann man in der Hinsicht ("Diktatur") nicht ganz ernst nehmen. Und wenn sich dann zwei Publizisten auf PP von Höcke distanzieren, obwohl sein Buch nur Harmlosigkeiten enthalte ..., fragte man sich, ob man sich in Gaga-Land befindet.

Ich frage mich, ob man irgendeine ideologische Position noch stur halten kann. Mein eigenes Denken ist eklektizistisch, und mir schwebt eine Mixtur aus den von Sellner genannten Positionen vor.

Gustav Grambauer
15. Juni 2019 23:09

Kurzer Blick darauf, was hier

https://twitter.com/RaskolnikowSiN/status/1139795167295213568

so abgefeiert wird:

https://de.wikipedia.org/wiki/Basidsch-e_Mostaz%27afin

- G. G.

RMH
16. Juni 2019 01:26

@G.G.,
only the good die young, wie die pöhsen Anglophilen zu sagen pflegen. Der Rest twittert munter weiter …

@deutscheridentitaerer,
meinten Sie mich?
Ich schließe gewiss niemanden aus, da ich kein Torwächter bin und nur meine Meinung wiedergebe, wie ich es wohl halten würde, wenn ich etwas in einer federführenden Organisation zu sagen hätte, wie bspw. M.S., was ja eine ganz andere Sache ist, als eine schlichte Diskussion. Aber ich glaube, Sie müssen einfach noch ein paar Jahre in Ihrem intellektuellem Saft schmoren, dass wird schon. Und mit dem Antisemitismus verhält es sich ähnlich wie mit dem Anti-Islamismus. Es erscheint auf den ersten Blick alles so klar, so logisch, so schön schwarz-weiß … selbiges gilt für den hier so gerne gepflegten Antiliberalismus.

Das Leben wandelt auch Ansichten und Überzeugungen.

heinrichbrueck
16. Juni 2019 01:48

@ Gustav Grambauer
Sie sind nicht ganz ehrlich. Und Sie wissen es auch. Sie sehen das Sturmgewehr einer Bürgerwehr, eine anthropologische Konstante, also die Realität, und deshalb verstehe ich diese gespielte Empörung nicht. Falls tatsächlich irgendjemand wirklich glauben sollte, das GG oder die Philosophia Perennis der Demokratie würde irgendwen beschützen, hat die Realität der Welt nicht besonders genau im Blick.
Ist jetzt schon ein Sturmgewehr Totalitarismus?

Phobius
16. Juni 2019 03:43

„Was ist am Begriff "Nazi" bitteschön "Feindsprache?" Die haben sich selber damals so genannt...“

@RMH - 14. Juni 2019 13:05

Wohl nicht alle. Mein Vater, Jahrgang 1915, der sich noch in den Sechzigern zum Nationalsozialismus bekannte (und bis 1969 FDP wählte), verbat sich, als Nazi bezeichnet zu werden: „So nannten wir die Hundertfünfzigprozentigen, die sich durch besondere Linientreue hinaufzuschleimen versuchten.“ Der Begriff wurde offenbar auch intern, wenn auch eher beiläufig, pejorativ verwendet.

Andreas Walter
16. Juni 2019 05:01

@Gustav Grambauer

https://philosophia-perennis.com/2019/06/15/muessen-wir-zusammenhalten-lieber-patrick/

Ja, danke, dass auch Sie uns darauf hinweisen, dass dort draussen gerade irgendwie Unruhe herrscht. Muss wohl mit der neuen Weltordnung zusammenhängen, die gerade verhandelt wird, auch in der Straße von Hormus.

Manchmal aber ist Schweigen die beste Option, so wie Carl von Ossietzky auf diesem Bild:

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Ossietzky#/media/Datei:Bundesarchiv_Bild_183-R70579,_Carl_von_Ossietzky_im_KZ.jpg

Denn was soll ich unseren angeblichen Brüdern und Schwestern derzeit Antworten, solange Deutschland noch eine Diktatur ohne Meinungs- und Redefreiheit ist? Dass ich anderer Meinung bin? Ich glaube nicht, was du glaubst, und habe darum ein anderes Weltbild?

Denn dann folgt ja gleich die nächste Frage: Ja, was glaubst du denn?

Darauf kann ich dir keine Antwort geben.

Warum nicht?

Weil es verboten ist.

Von wem?

Von denen die nicht wollen, dass auch ich meine Gedanken frei ausspreche, oder unerwünschte Fragen stelle.

Wer ist das?

Milliarden von Menschen, etwa 5 bis 6 Milliarden.

Also schweige ich. Wie es auch schon meine Familie gemacht hat, nur um mich zu schützen. Sie haben aus Liebe geschwiegen, damit ich keinen Ärger im Leben bekomme. Während ich hier das schreibe werden mir darum ein paar Dinge bewusst. Warum ich vielleicht jedem Menschen darum im Leben erlaubt habe mir alles zu erzählen, was ihm auf dem Herzen liegt, egal was für schlimme oder verrückte Sachen das teilweise waren. Ich wollte wissen wie das ist, was passiert, wenn man alles jedem sagen kann und man sich dann aber auch sagen lässt.

Wie das wohl ist, ein Leben wenigstens in geistiger Freiheit, wenn schon die Physische bis zum Tod eine Utopie ist. Niemand auf der Welt aber ist frei, auch kein Diktator oder Milliardär. Wir alle sind Sklaven unseres Mensch seins, unseres leben und geliebt werden wollen, unseres lieben wollen, und manchmal auch unseres nicht wollen. "Just Say No"

Denn wer hat gerade wahrscheinlich mehr Engst? Der Iran, oder Israel und die VSA, mit ihren 7.000 Atombomben? Oder will man lediglich noch mehr Flüchtlingsströme erzeugen, um auch Europa zu zerstören?

Na, dann, adelante. Denn fällt Europa, dann geht es auch China und Russland schlechter, und das ist ja das Ziel. "Make America Great Again".

Franz Bettinger
16. Juni 2019 07:29

Folgendes ist lang und weitgehend off topic, aber vielleicht ist meine Antwort an @Niekisch dennoch druckbar, wer weiß.

Lieber @Niekisch,
verzeihen Sie im Folgenden meine (teilweise) Unversöhnlichkeit, Direktheit und Flapsigkeit. Bedenken Sie, dass diese 'Mängel' dem Versuch geschuldet sind, wahrhaftig zu sein, auch wenn's weh tut. An philosophischen Verrenkungen und Klassifizierungen liegt mir nichts, denn dahin flüchtet man oft, wenn man nicht wirklich Bescheid weiß, nicht wirklich was zu sagen hat (in der Medizin übrigens auch). Woran mir aber viel liegt, ist: Sach-Kompetenz. Solche Menschen schätze ich, sie bereichern mich.

Zu Ihren im Diskuswerfer publizierten Thesen: (Nach meinen Antworten werden Sie mich wohl nicht mehr in Ihrer Denker-Gruppe haben wollen.)

1.) Richte den Blick auf Dein Inneres, und bewahre die Seele unantastbar. - Seele? Unantastbar? Unveränderbar? Glaube ich nicht.

2. a) Sei Deiner Herkunft bewusst! - Klar! Ich werde sie nicht verleugnen.

2. b) ... und halte die Vorfahren in Ehre. - Kritiklos alle Vorfahren? Was ist Ehre? Muss ich Wilhelm II ehren?

3.) Bemühe Dich um ein wahrhaftiges, treues und uneigennütziges Leben. - Nee, das Eigene geht mir vor. Treu, wem gegenüber? Mir selbst will ich treu sein! Nicht der mometanen Regentin.

4.) Strebe hinweg von der Masse zur eigenständigen Persönlichkeit. - aka: Sei kritisch! Bin ich.

5.) Achte alles Leben und versündige Dich nicht gegen die Natur. - Blabla. Ich bin Fleischesser. Die Regeln der Natur? Wo stehen die? In der Scharia, der Bibel, im Grundgesetz? Oder nicht doch eher im "Sogenannte Bösen" (vo Konrad Lorenz)?

6.) Gründe eine Familie Deiner Art, und ziehe Kinder auf. - Gilt der Satz auch für Schwule und in Zeiten der Cholera bzw. Überbevölkerung?

7.) Pflege und schütze die Muttersprache. - Logisch.

8.) Begreife Religionen alleine als Brücken zum Höheren; dulde sie ausschließlich als Gottesdienst. - Bin Atheist. Glaube nicht an das Höhere. Glaube, dass man mit dem, der man ist, zurecht kommen muss. Da hat man genug zu tun. Aka: Anständig bleiben! Andere nicht belasten! Das Streben nach Höherem hat viel Leid in die Welt gebracht.

9.) Begehe die Feiertage nach ursprünglichem Brauch der Ahnen. - Da sie meist religiösen Ursprungs sind: nein.

10.) Lasse Politik alleine als Streben nach der Verwirklichung volksgemäßen Wollens und der Unabhängigkeit Deines Landes gelten. - Teil 1 des Satzes (dem Volke nützlich zu sein) kann ich bejahen. Teil 2 ist entbehrlich, denn Unabhängigkeit gibt es nicht. Die persönlichen Freiheiten müssen immer eingebettet sein im Ganzen. Sie dürfen die Freiheiten anderer nicht unziemlich beeinträchtigen.

10.) Behaupte Dich außer im Falle äußerster Notwehr stets gewaltfrei. Gewalt verursacht immer neue Gewalt. - Wo beginnt die Notwehr? Als mir das Brüderlichen mein Holzwürfel-Türmchen umwarf, trat ich ihm in den Hintern, einfach meiner der Not wehrenden Natur folgend.

11.) Raube nicht anderer Menschen Land, und gib die eigene Heimat niemals auf. - Doch, ich bin für Landraub! Das haben die Menschen (die ja ein Teil der Natur sind) immer ud überall getan. "Macht sie euch untertan, die Erde." Keiner hat ein Recht auf seinen Besitz, es sei denn er verteidigt ihn. So sahe das auch die Maoris. Klingt komisch, ich weiß, aber nur bei oberflächlicher Betrachtung.

12.) Fordere Meinungs-, Versammlungs-, Glaubens-, Weltanschauungs-, Kunst- und Forschungsfreiheit für jedes Mitglied der Gemeinschaft. - Ja klar, aber fordern kann man viel. Fordern ist was Linkes. Bin kein Linker.

13.) Wisse, daß alle naturwidrigen Lehren am Ende scheitern. - Schön wäre's. Ich glaube nicht an geschichtlichen Determinismus.

14.) Erkenne, daß eine nationale und soziale Volkswirtschaft eine bloß versorgende und der Politik gegenüber dienende Funktion hat. - Ich hätte es anders formuliert: Die Wirtschaft hat dem Land / den Menschen zu dienen, nicht umgekehrt! (Wenn das Land schrumpft, darf auch die Wirtschaft schrumpfen.)

15.) Hilf das allgemeine Recht auf Arbeit und die Pflicht zu ihr erkämpfen. - Nein. Es gibt weder ein Recht, noch eine Pflicht zur Arbeit. Wer nicht arbeiten kann oder will, soll's tun (dürfen) und dann schauen, wo er bleibt. Die Hippies machen's vor.

16.) Fordere Miteigentum am Landesboden und den übrigen Produktionsmitteln für alle Mitglieder der Gemeinschaft. - Linker Käse! Wer Eigentum will, soll dafür arbeiten. Es kann's dann mennetwege auch vererben.

17.) Verlange Fesseln für das Finanzkapital und ein neues Geldsystem ohne würgenden Zins, damit die drohende Weltdiktatur des Geldadels verhindert wird. - Die AfD soll erst mal eine Finanz-Transaktions-Steuer im BT fordern; und sei es nur, um die Linken und andere Großmäuler mal wieder vorzuführen und den Wählern zu zeigen, dass den System-Parteien das Parteiwohl vor dem Landeswohl geht. Ja, ja, und dann bitte die Manager-Boni abschaffen und die Riesengehälter deckeln, alles d'accord.

18.) Verteidige ein freies Bauerntum als Lebensquell Deines Heimatlandes. - Nach dem Motto "Buy local"? Auch wenn der Franzose den besseren Käse produziert und die Japaner die besseren Autos bauen? Bi mir nicht sicher. Eher nein. Aber: darüber habe ich zu wenig nachgedacht.

19.) Bestehe auf einer Außenpolitik, welche Souveränität und volle Gleichberechtigung Deines Landes unter den Völkern verwirklicht. - Ja, versuchen kann man's ja.

20.) Verneige Dich vor allen Verteidigern des Vaterlandes in der Geschichte, die guten Glaubens waren und sittlich handelten. - Okay, ich verneige mich. ichts leichter als das.

21.) Erkenne, daß nur in Bindung an den Heimatboden eine unverwechselbare Geisteskultur erwächst. - Richtig.

22.) Liebe das Vaterland trotz aller geschichtlichen und heutigen Katastrophen über alles. - Nee, das kann ich seit September 2015 nicht mehr. Merkel hat sie mir gründlich ausgetrieben, aber vielleicht kommt sie ja mal zurück zu mir, die Liebe zum Vaterland.

23.) Erwarte nicht fremde Hilfe. In Dir und Deinem Volk allein liegt die entscheidende Kraft zu Befreiung und Aufstieg aus tiefer Not! - Mir ist egal, woher sie kommt, die Erlösung, Hauptsache sie kommt. Aber klar: Mit einem selbst fängt es an!

Franz Bettinger
16. Juni 2019 07:33

@Niekisch:
Ich weiß nicht, was Sie an @imagine finden. Ich halte ihn für einen in der Seele Linken, der das rechte, berechtigte Maß seines Links-Seins aus den Augen verloren hat. Einen links Indoktrinierten, mit soziologischen Begriffen Verbildeten. Einen, der mit unsauberen, altbackenen und im Grunde unverstandenen und umverstehbaren Definitionen Hantierenden. Einen Menschen, der niemanden weiterbringen will und kann, der sich nur selbst bespiegelt sehen möchte. Ich lese seine Beiträge kaum noch. Maiordomus, ein ähnliches Kaliber, ging mir auch schwer auf den Geist trotz dessen profundem Wissen, mit dem er allerdings (für mich) nicht gewinnbringend umgehen konnte. Er war ausufernd, konnte kaum etwas kondensieren, kaum etwas in verdaulichen Häppchen anbieten. Schade.

Marc_Aurel
16. Juni 2019 08:29

@Franz Bettinger
"Man verzeihe mir die Redundanz, aber sie erscheint mir nötig. Nein, die Begriffe Rechts und Links bleiben wichtig; sie sind auch nicht schwer zu definieren. Man muss nur jedes imaginäre Geschwafel lassen und zum Kern vorstoßen, voilà:
Rechts = 1.) Recht auf Eigenheiten und Eigenes. Rechts = 2.) Unterschiede anerkennen. (Rechts enthält also diese zwei Elemente, wobei das 2. Element schon entbehrlich erscheint, da es im ersten enthalten ist.)
Links = kein Recht auf Obiges. Links = Gleichmacherei.
Entbehrlich in der R-L-Dichotomie sind auch Aspekte wie Realismus (R) / Utopismus (L)…“

Eine so verkürzte Definition wird den Begriffen aber kaum gerecht / erscheint mir zu flach, außerdem würde ich die Gesichtspunkte Realismus/Utopismus auf jeden Fall mit berücksichtigen bei der Abgrenzung, denn sie stellen ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal dar (siehe auch Kleine-Hartlage, „Warum ich kein Linker mehr bin“).

Das Problem mit der Verwendung der Rechts-Links-Dichotomie, wie Sie es nennen, bleibt bestehen: es sind abstrakte Begriffe, die nicht selbsterklärend sind und die stets zunächst einer, in diesen Fällen mehrsätzigen, Interpretation bedürfen, um sich dem Ottonormalverbraucher zu erschließen, was natürlich der Verfälschung durch die journalistischen Volkserzieher Tür und Tor öffnet. Eine Eigenbezeichnung wie Patriot ist nahezu selbsterklärend.

Auf den ersten Blick mag es egal sein, wie sich selbst jemand nennt, entscheidend ist ja was er eigentlich will. Allerdings hat der gewählte Begriff durchaus einen Rückkopplungseffekt auf das Selbstverständnis und er kann zudem der Ausgangspunkt für Lagerstreitigkeiten sein, wenn er unglücklich gewählt ist bzw. von vorn herein unnötigerweise interessante Bündnispartner ausschließen/abstoßen.

starhemberg
16. Juni 2019 09:53

Mahnende Worte von einem, der jeden Tag im Schützengraben steht. Das kann und muss man anerkennen. Nichtsdestoweniger passen originales ("elitäres") rechtes Denken und die Massenvergötzung des Sozialismus in meinen Augen einfach nicht zusammen, sondern schließen sich zwangsläufig aus. Für mich sind die Nazis klar Linke gewesen (Hitler sah sich als "Revolutionär"), allerdings patriotische Linke mit (untypischerweise) etwas Sinn für wirtschaftliche Zusammenhänge.

Doch ich ordne mich gerne Sellners Diktum unter, nach dem Motto die Feinde meiner Feinde mögen nun meine Freunde sein. Auch wenn es sehr schwer fällt, wie ich zugeben muss. Im Übrigen finde ich, Sieferle hat dazu alles notwendig Wissenswerte geschrieben.

Imagine
16. Juni 2019 14:53

@Niekisch ….15. Juni 2019 14:54
„Vor konkreten und speziellen Aussagen sollten wir zunächst grenzüberschreitende Oberbegriffe bzw. Kurzaussagen für alle identitären Dissidenten finden, denen wir das von Ihnen Genannte unterordnen, damit wir möglichst viele Gleichgesinnte einen können.“

Ja und nein.

Lenin war ein Meister der Komplexitätsreduzierung aufs Wesentliche (z.B. „Brot und Frieden“), was ihm zugleich den Vorwurf der Simplifizierung einbrachte.
Frieden und ausreichenden Konsum zu fordern, ist einfach. Die entscheidende Frage ist jedch, ob und wann diese Ziele zu erreichen sind und auf welchem Weg?

Die komplexitätsreduzierten, einfachen Parolen begeistern die einfach gestrickten Menschen, aber eben nicht die Intelligenzschichten, welche als Funktionseliten gesellschaftliche Machtpositionen innehaben.

Wir können Souveränität für Deutschland fordern, aber es ist klar, dass es unter den gegenwärtigen globalen Macht- und Herrschaftsverhältnissen derzeit keinen Weg dorthin gibt.

Denn Deutschland allein hat nicht die Macht zur Selbstbefreiung. Jeder Versuch eines Ausbruchs aus dem Imperium führt zum Krieg. Jugoslawien wollte seinen Status als blockfreier Staat erhalten und wurde mittels Krieg gewaltsam ins Imperium „integriert“.

Die Rückführung eines seit ewigen Zeiten eines zu Russland gehörenden Territoriums führte zu einem eskalierenden „Kalten Krieg“ der USA und ihren Vasallen mit Wirtschaftssanktionen und zunehmender militärischer Bedrohung.

Ex-Kanzler Schröder meinte dazu:
„ ‚Die Krim ist altes russisches Territorium. Zu Sowjetzeiten war es egal, wo die Krim territorial aufgehoben war. Jetzt aber nicht mehr.‘
Zum Anschluss der Krim an Russland könne ‚man natürlich auch die juristische Auffassung vertreten, dass das nicht Abtrennung war, sondern eine durch die Bevölkerung genehmigte, also keine aggressive Handlung‘, sagte der Altkanzler weiter.
https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/altkanzler-schroeder-die-krim-ist-altes-russisches-territorium-62608902.bild.html

BILD titelte dazu:
„ ‚Altkanzler Schröder schadet deutschem Ansehen‘
Darf so jemand offizielle Termine für Deutschland wahrnehmen?“

Dazu FAZ- Kommentar:
„Rechtfertigung eines Gewaltakts“

Eine differenziertere Position findet man beim HANDELSBLATT.
https://www.handelsblatt.com/politik/international/krim-konflikt-altbundeskanzler-schroeder-verteidigt-annexion-der-krim/24457262.html

Dass Deutschland sich von US-amerikanischer Hegemonie lösen kann, so wie 1989 die DDR von der russischen, ist zwar denkmöglich, aber derzeit nicht realisierbar. Aber möglicherweise ums Jahr 2050 herum, falls China seine Zukunftsziele erreicht und es keinen Weltkrieg gibt. Zur Langzeitplanung der chinesischen Führung:
http://www.supraplanung.eu/pdf/2011/Zukunftsziele-NZZ-1985.pdf

Einfach gestrickte Menschen kann man mit komplexitätsreduzierten und simplifizierenden Parolen begeistern. Mehr als dies macht der IB-Aktivismus und -Populismus nicht.

Die Intelligenzschichten, welche als Funktionseliten gesellschaftliche Machtpositionen innehaben, werden damit nicht erreicht. Im Gegenteil, sie gehen dazu auf Distanz und lehnen dies ab. Mehr noch, sie bekämpfen die IB und machen deren Aktivisten zu politisch Verfolgten.

Die Führung der IB besitzt nicht die Bildung und das intellektuelle Potential, um patriotische Bündnispartner in diesen Intelligenzschichten, wie z.B. Wolfgang Streeck, Willy Wimmer, Albrecht Müller, Max Otte, Hans-Werner Sinn etc., zu gewinnen.

Man sollte dies nüchtern feststellen, auch wenn die IB-Fans sofort aufjaulen werden.

Konsensfähig ist der Erhalt des Nationalstaats, weil nur so die zivilisatorische Matrix mit Demokratie, Rechts- und Sozialstaat erhalten werden kann.

Nur der demokratische Nationalstaat ist Garant des Sozialstaats. Eine muslimische Massenimmigration mit nicht in den Arbeitsprozess integrierbaren - weil analphabetisch oder völlig unterqualifiziert - Menschen zerstört zwangsläufig den Sozialstaat.

Die von Regierungsseite geförderte bzw. tolerierte unkontrollierte muslimische Massenimmigration entrechtet die indigene deutsche Bevölkerung. Denn kulturelle Selbstbestimmung ist ein elementares Menschenrecht und verfassungsrechtliches Grundrecht mit Ewigkeitsgarantie (Art. 79 Abs. 3 GG):

Art. 20
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Eine Politik gegen den politischen Willen des Volks ist anti-demokratisch und verfassungsfeindlich. Wer als Legislative (Parlament), Judikative (Gerichtsbarkeit einschließlich Bundesverfassungsgericht) und Exekutive (Regierung) gegen den Willen und das Wohl des Volkes handelt, ist ein Feind von Demokratie und Verfassung.

Die Forderung wäre also nicht: „Merkel muss weg“, sondern nach einer verfassungskonformen und Grundrechte erhaltenden Politik gegen Demokratie- und Verfassungsfeinde.

So eine Argumentation kommt einem völkischen Betonkopf allerdings nicht in den Sinn. Denn dessen Kampf gegen muslimische Massenimmigration wird begründet mit dem Forderung nach Erhalt der völkischen bzw. ethnisch-kulturellen Homogenität.

Konsensfähig ist weiterhing der Erhalt von wirtschaftlichem Wohlstand und Kollektiveigentum („Klubgüter“). Da ist z.B. Prof. Hans-Werner Sinn ein Bündnispartner
https://www.wiwo.de/politik/konjunktur/ifo-praesident-sinn-deutschland-muss-seine-grenzen-schuetzen/12861310.html

Peter Furth zeigte auf, dass die moderne Massendemokratie gekennzeichnet ist durch den Kompromiß zwischen Liberalismus (des Bürgertums) und Sozialismus (der unteren Schichten). Die Übereinkunft besteht – vereinfacht gesagt – darin, daß beide Ideologien ihre Endziele vertagen; die Zufriedenheit der Masse wird durch Konsum und Partizipation am Güterreichtum hergestellt, die Zufriedenheit des Bürgertums durch die Bewahrung seiner hegemonialen Stellung in Staat und Gesellschaft im massendemokratischen Postkapitalismus, dessen Verwerfungen durch den Sozialstaat, diese »alles überwölbende Institution« (Furth), abgefedert werden.
aus: https://sezession.de/59048/peter-furth-massendemokratie

Auf den exzellenten Artikel von Benedikt Kaiser zu Furths Buch „Massendemokratie“ sei nachdrücklich hingewiesen.

Imagine
16. Juni 2019 15:55

Nur kurz möchte ich auf einige Beiträge eingehen, die völlig realitätsfremd und wissenschaftsfern – um nicht zu sagen: hirnlos – sind.

Selbstverständlich war die Ideologie der Nazis bzw. Hitler-Anhänger „links“ ausgerichtet, sie bezeichneten sich als „sozialistische Arbeiterpartei“.

Aber die Politik der Nazis war tatsächlich rechts und reaktionär und vertrat die Interessen von Adel, Militär, Großindustrie und Finanzkapital. Siehe z.B. „Harzburger Front“.

Natürlich verkauft sich jede „demokratische“ Politik – auch wenn sie das Gegenteil intendiert – als Politik für das Volk, fürs Gemeinwohl und für die unteren Schichten. Weil „demokratische“ Politiker politische Rattenfänger sind. Jede Stimme zählt gleich, egal ob von „oben“ oder von „unten“, von gebildeten Intelligenten oder ungebildeten Dummen kommend.

Die meisten Stimmen gibt es „unten“, bei den „Massen“, also bei der arbeitenden Bevölkerung, bei den Bildungsfernen und Ungebildeten.

Von der Ideologie - also den Worten - kann man nicht auf die Ziele und Taten der Politiker und der der Parteien rückschließen, das geht nur durch die Analyse der Taten.

Das müsste eigentlich jedem mittelmäßig intelligenten Menschen bewusst sein.

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